Tee O ·, m, , , , , . ,
2
2 * 6 n. — art Doch hat sich allen Bannstrahlen hochgestellter kritischer Tributtale zum Trotz dies Trauerspiel, das man mit Recht eine Tra⸗ abdie des haͤus lichen Lebens nennt, seit einem halben Jahrhundert uf der Bühne mit immer gleicher Wirkung auf die Gemüther er— halten; und, da es in der That eine ö dl des haͤuslichen Le⸗ in, ist, allen Theorieen, die das Famisfenkeben für keinen der Tra—= abdie wuͤrdigen Gegenstand erklaren, einen nicht leicht abzuwei⸗ lenden Einwurf entgegenstellt. Denn es ist hier ja nicht die Reede bon der Wirkung ies Zeit und Mode gemäßen Produkts, das heute Wunder thut und morgen vergessen ist, sondern von der durch le Wechsel des Geschmacks, alle Krifen der Empfindbarkeit funfzie ahré, lang bewaͤhrten, sich immer gleich bleibenden Wirkung. n zent Euripides haben alte und neuere Kunstrichter darum feinen Tunstwerth zu schmalern gesucht, daß er auf das Gemüth gewirkt and nach dieser Wirkung gestrebt habe; aber Ref seinerfeits hat sich in seiner Schaͤtzung dadurch nicht irre machen lassen, fondern viel— niehr in der von Plutarch erzaͤhlten Thatsache, daß die sonst hart be— dandelten Soldaten von Nicias zerstreute ni Heere Gnade bel den Sic! lianern fanden, wenn sie ihnen Verse von Eurspides recitiren konn— ten, und daß gewisse Artische Seefahrer, von Seeraubern verfolgt, nur unter gleicher Bedingung Eingang in ihre Haͤfen fanden, für einen unwiderlegbaren Beweis poetischer Kraft, die ja nicht im blo— en Selbstanschauen sich spiegeln soll, gefunden. — Die alte viel trorobte Wirkung fand denn auch heute „Kabale und Liebe“, so wenig auch die Vorstellung einzelner Rollen den gerechten An— sprüchen genuͤgen konnte. Von Madame Errlinger als Lady Mil foörd bedarf es der Auszeichnung nicht; sie gehort bekanntlich zu ih— n Matadoren; und was ihrs Tochter Bertha betrifft wenn Re—= ferent sich ein jugendliches einnehmendes Bild der Louise malen sollte, er koͤnnte kein entsprechenderes finden; und wie schien diese Lodise zu fuͤhlen, durch alle Grade der Empfindung hindurch, his zu ihren Foltern im dritten, ihrer Resignation im vierten, und ih⸗— ler Sterbe⸗ Senke im fuͤnften Akt; sie war ganz in ihrer Rolle und druͤckte ihre Zustaͤnde durch ihre ganze äußere Erscheinung, Ton, Zeberde und Bewegung mit einer Wahrheit aus, daß gewiß nicht den mitfuͤhlenden Zuschauern, am wenigsten denen, die unbefangen „Ka— bäle und Liebe“ zum erstenmale vorgestellt sahen, ein Mangel an Energie des Tons bemerklich geworden seyn wird, eine Energie, die ja, uberhaupt von einem jungen sechzehnjaͤhrigen Niaäͤdchen gar nicht gefordert werden kann und nur eine das Wesen der Lonise entstellende Affectatlon, wovon wir leider Bei⸗— biele genug sehen, ihr angezwungen haben wurde,. Um es noch umal zu wiederholen, von den Fähigkeiten, dem schoͤnen Naturell eines jungen sechzehnjährigen Mädchens haben wir eine Anschauung empfangen sollen, aber nichts Gemachtes, nichts den Stufengang der Bildung Uebereilendes, ihre physischen Kräfte vor der Zeit Üeber' bitendes aber wohl gute erste Bildung dieses Naturells, und bei— dez hat Referent gefunden und Tausende, wenn nicht alle Zeichen trugen, mit ihm. Aber die andern Mitspieler betreffend, so hat Ref. abermals empfunden, daß die Darstellung des hoheren Drama's und iusbesondere der Tragödie uͤber die Kraͤfte der Talente dieser Buͤhne und inter Bildung geht. Dies soll keinesweges ein Tadel seyn; denn sie ist ia an diese Gattung der seenischen Spiele nicht gewiesen und eben darum auch nicht darauf eingerichtet. Genug, üm nur einer der mannlichen Rollen aus beiden in diefem Bericht er vahnten Stücken zu gedenken, hat der junge, faͤhlge und in seinem Fach schon gebil⸗ dete Schauspieler weder als Phaon in der „Sappho“ noch als Ferdi⸗ nand von Halter in „Kabale und Liebe“, tragischen Ton und tra— gischen Geist verrathen. Bloß nach Graden gesteigerter Vortrag, bloße Lebhaftigkeit der Rede macht es nicht aus und beweist eben so wenig fuͤr Fahigkeit zur tragischen Darstellung, als der ge⸗ waltige Applaus der Menge am Schluß des zweiten Akts, den die Situation selber herbeifüͤhrt, und der, so lange Re⸗ ferent sich, der Vorstellungen dieses Stuͤckes erinnern kann, auch keinem Schauspieler jemals fehlte, der rohesten Kraft am wenigsten. — Mad. Crelinger beschloß ihre und die Gastspiele ihrer Tochter, nach ihrem stuͤrmischen Hervorrufen, unter andern mit den Wor⸗ ten. Cdas sie sich bestreben wurde, ihren Tochtern eine solche Grund⸗ lage der Bildung zu geben, die sie vor den beiden gleich gefähr— lichen Klippen der Schmeichelei und des entmuthigenden Tadels be— wahren konne.“ Wir sagen Amen und fügen hinzu mit Wilhelm Meisters Lehrbrief. Die Kun ist lang, das Leben' kurz; aller An— fang ist heiter, die Schwelle ist der Platz der Erwartung!“ — und
hoffen vertrauend, ebenfalls mit den Worten dieses Lehrbriefes
Die Hoͤhe reizt uns, nicht die Tiefe!“ daß die Schwierigkeit der Stufen jene Kunstjuͤngerinnen nicht entmuthigen werde.
— w —
— — 8
A8
1833.
Morgens 10. Januar.
6 hr. 2 Uhr.
Meteorglogische Beobachtung. Nachmitt
Abends Nach einmaliger 10 uhr. .
Luftdruck. 330,“ 1 Par. 332,7 P Luftwaͤrme Thaupunkt
Dunstsaͤttg do pCt.
— WNW. KHwolkenzug — WNW.
* 3, 0 R 1,693 R. 4 1,1 0 R. - 0,2 R.
halbheiter.
ar. 333, Par Quellwärme 7,3 9 R. lußwärme 0,9 R. S8 pCt. Bodenwärme 2,2 Y R. k. Ausdünst. 0, o 2 1 Rh. ͤ W. iederschlag 0, os o Rh.
— — — — —
Niederl. wirkl. Schuld 5ꝶj.
1
1 99. Hrtenss, HP räm. Scheine 109. 35 27 1 * 1 — ö * * 1
9 4. * 9 263 .
Span. 53 A4. I!. 9. Coup. 25. Nenp. —.
Polu. 138. Engl. Russ. 1023. Hartug, S33.
58 Met. 99zz. A3 929. Ba 1832 5633.
Auswärtige Amster dam, 6. Januar.
nnz -hill. 2113. 3 Amort. 93. 358 763. Kuss. 98.
Antwerpen, 5. Januar. (iuehhard —. Bel. 971 kla mburg, 9. Junuar. Hope in Cert 973.
Wien. 53.
Eörsen.
do. 1005. Ausg. Schuld 1M« Oesterr.
do AF Anl. - Span. 33 A1.
Cortes Bras. —.
Linus. 133. Oesterr, —
Preuss. Prüm. Scheide 121 Schaf- Oblig. — Junnar.
nk Actien 1285.
* 7 *
Neue Anleifie v.
Königliche
Montag, 12. Jan. „Trauerspiel in 5 Abth., vo Hr. Rott: Richard III.) Dienstag, 13. Jan.
Schmidt.
ar Scrihe. en 1 a he.
madchen, Operette in 3 Äbth. studirt. von Francarville.
Montag, 12. Jan.
Dienstag, 13. Jan. rin, Schauspiel in 4 Akten, von Joni, als Gastrolle.)
Paris, 5. Jan.
taͤgige Trauer an.
Vorgestern war in den Tu nach dem „Journal de Paris“ lassen wurden.
aufdeckte. Auf die Bemerkung
keine Perjonen
Schauspiele. Im Schauspielhause:
stag, Im Opernhause; dent, musikalisches Quodlibet in 2 Abth. Hierauf: Der Polter⸗ abend, komisches Ballet in 1 Akt, von Hoguer.
Im Schauspielhause: 1) Le „avant, vaudeville en 2 actes, 2) Lé philtre champengis, vande ville comique
Mittwoch, 14. Jan. Im Schauspielhause: Fanchon, das Leper— Musik von Himmel. Dlle. Gruͤnbaum: Fanchon. Dlle. Lentz; Adele. Dlle. Lehmann; Florine.)
Königstädtisches Theater.
Das Koͤnigreich der Weiber, oder: Die verkehrte Welt, Burleske mit Gesang in 2 Akten, von Fr. Gene. Vorher: Der Hagelschlag, Lustspiel in 1 Akt, von A. vom Thale. Zum erstenmale wiederholt: Die Moh—
Neueste Nachrichten.
. 33 Der Koͤnig arbeitete gestern mit den Ministern der Justiz, des Handels und des Innern. Wegen des Ablebens des L
Hessen Rotenburg legt der König vom Sten d. M. ab eine vier⸗
In der heutigen Sitzung der Deputirten-Kammer er⸗ oͤssnete Herr De(l(espaul die Debatte uͤber den Gesetz-⸗Entwurf gegen die Verlsngerung des Tabacks⸗ Monopols. Derselbe wider⸗ setzte sich einer solchen Verlaͤngerung, indem er zugleich verschie⸗ dene Unterschleife und Betruͤgereien bei der Tabacks⸗ Verwaltung
sters, daß man durch dergleichen Beschuldigungen, sobald man namhaft mache, das Ansehn der Regierung
König Richard
n Shakespeare. Neu einstudirt.
Der reisende Stu⸗ Musik von H.
Neu ein⸗ Herr Mantius: Oberst
Ziegler. (Mad. Birch⸗Pfeiffer:
andgrafen Victor Amadeus von
ilerieen große Cour, bei welcher wohl an 1200 Personen zuge—
des anwesenden Finanz-Mini—
1453. 21 proc. Hollaͤndische 54. 30.
schwaͤche, erwieberte der Redner, daß er bereit sey, nach heendf tem Vortrage dem Herrn Minister die Namen dieser Person ins Ohr zu sagen, worauf 14 Humann sich im Vorn verpflichtete, sie zu bestrafen. Herr Comte tadelte es, daß m das Gesetz vom 28. April 1816, das eben jetzt verlaͤngert nn den soll, der Kammer nicht gedruckt mitgetheilt habe, da großer Theil der Deputirten gar nicht wisse, worum es sich gentlich handle. Der Berichterstatter entgegnete darauf, daß se der Haupt-Inhalt dieses Gesetzes aus seinem Berichte ergth Es lleßen sich sodann noch 3 Deputirte, theils fuͤr, theils wi,
die Verlängerung des Tabacks-Monopols vernehmen; ihrn Po .
traͤge waren indessen von keinem erheblichen Interesse.
Bei der Deputtrten⸗Kammer sind von allen Punkten Fn reichs, namentlich aber aus dem Departement des Pas de lais, Bittschriften gegen die Verlaͤngerung des Tabacks⸗Motzn eingegangen.
Die Gazette de France bemerkt, daß, wenn mann der vorgestrigen Majoritaͤt in der Deputirten-⸗Kammer n Minister und die 12 oder 15 Koͤnigl. Kommissare oder Stu Raͤthe abrechne, die eigentliche Majoritaͤt gegen das Mins rium ausgefallen sey.
Der Bischof von Montpellier, Maria Nicolas Foun de La Contamine, ist ploͤtzlich in seiner Dibzese mit Tode ij, gangen. Er war zu Ger am 2,ö. Dez. 1760 geboren, un) mithin 74 Jahr alt geworden. t pelle, ehemaliger Almosenier Ludwig's XVIII. und Carli ist am 20sten v. M., etwa 77 Jahr alt, hierselbst verstor
Der Graf von Argout hat vor einigen Tagen mit aluͤcklichem Erfolge die neue Operation der Lithotripsie (8 Zerhaͤmmerung) bestanden. tete die Operation. Die Erfindung dieser Methode (die schon hier in Berlin von Herrn von Graͤfe mit Erfolg h wandt worden ist) ruͤhrt bekanntlich von dem Baron von Hr teloup her.
Der ehemalige Deputirte, Herr von Trégomain, der laͤngst wegen des Verdachts der Theilnahme an der Chouang verhaftet, und nach Pontivy gebracht wurde, ist nach dem ten Verhoͤre wieder in Freiheit gesetzt worden. ᷣ
Der Moniteur enthaͤlt heute uͤber die Spanischen] gelegenheiten Folgendes: „In einer Depesche aus Bayon vom Zten wird berichtet, daß die Garnison von Irun c
Ausfall auf Vena gemacht und bei dieser Gelegenheit den
listen einige Leute getoͤdtet habe. Zwei Gefangene i den sofort erschossen. Zumalacarreguy steht in der Umgf von Vittoria, wo er sich bemuͤht, Rekruten auszuheben. Carlos befand sich am 1sten in Iluici; er wollte sich bei h mit Guilbade vereinigen. Die Truppen der Koͤnigin sih fortwährend in der Gegend von Estella.“
*
— Heute schloß 5proc. Rente pr. compt. 107. — sin en 107. 25 3proc. pr. compt. 77. 15. fin Cour. 77. 35. in Neap. pr. compt. 93. 70. sin cour. 93. 85. proc. en Rente L. Zproc. do. 27. Cortes 41. Ausg. Span. Sch
Frankfurt a. M., 8 Jan Oesterr. 5proc. Met 100 1996. 4proc. 92ns 9216. 2Iproc 544 G. 1pros.] 233 Bank⸗Actien 1551. 15649 Part. Oblig. —. —. Hast 106 Gulden 21ß5 G. Preuß. Praͤm. Sch. 6135. HI. do. shtn Anl. gs G. Holl. proc. Obl. von 1832 95 35 5713. Hoh Loose * 693. 5proc. Span. Rente 423 423. Zproc. do. M 253. 26.
Redaetenr Co eM l. —
Gedruckt hei A. W. Hayn
Bekanntmachungen. 8 69g.
Auf den Antrag der Vormundfchaft der nachge— bliebenen minderjahrigen Tochter und Erbin des als Paͤchters von Fritzow unlaͤngst verstorbenen J. D. IA. Kegebein, werden alle Diejenigen, welche an die Verlassenschaft des Letzteren, namentlich an die Pach— tung des Guts Fritzow, aus irgend einem Grunde Rechtens, Forderungen und Anspruͤche haben, zu de— ren Anmeldung und Beglaubigung in einem der nachstehenden Termine, als:
am 5. und 26. Fanuar, d. 16. Febr. k. J, Morgens 19 Uhr, vor dem Koͤnigl. Hofgericht sul, era sudlici raechusiguis et perprefdi sisentij. wel— ches am H.
August
hiermit geladen.
Halum Greifswald, den 29 Rovember 1834. Königl. Preuß. Hofgericht von Pa mmern und Ruͤgen.
(L. S.) v. Möller, Praeses.
Bekanntmachung Nachbenannte verschollene Personen
é der Ighann Daniel Siefert, der Sohn eines hiesigen Stadt Chirurgus, geboren im Jahre 7696, welcher seit den Fahren 1782 oder i783, als er als Apotheker-Gehülfe sich nach Polen oder Rußland begeben, verschollen, und fuͤr welchen sich ein Vermoͤgen von circa 210 Thlr. in der hiesigen Deposital Casse befindet:
2) der Johann Haase oder Hasse, am 11. Septbr.
werden wird.
Lübeck begeben hat, und, nach der letzten Nach— richt von dort nach Carlshafen sich hat begeben
Thlr sich in der Deposital-Casse befrn det:
ein Sohn des Stellmacher Gottfried Littmann,
e Sollte sich qeboren am 6. Septbr. 180, welcher seit laͤn⸗
schollen it, und fuͤr den cireg 9 Thlr sich in verfügt werden. . Devosital⸗Casse befinden. . der Tischler⸗(öeselle Carl Friedrich Hoefler, inn Jahre 1792 geboren, seit 1829 und laͤnger ver⸗ shollen, für den ein Vermögen von circg zn Thir. sich in der Deposstal-Casse befindet;
der Soldat, nachmalige Offizierbursche Christian Friedrich Sanft von Istuger, geboren am 21. st 172, welcher nach der letzten von ihm ertheilten Nachricht im Jahre 1816 als Fran zoͤsischer Kriegsgefangener in Rußland zurck behalten, und damals sich in Smolensk als Er— zieher unter dem Titel eines Collegien-Regi— strators ernaͤhrte, und fuͤr den ein Erbthell von 20 Thlr. deponirt ist, laͤr; E. J. erkannt und vollzogen wer-oder deren etwa zuruͤckgelassene unbekannte Erben den wird, — mit Beziehung auf die den Stralsun- und Erbnehmer werden hierdurch vorgeladen, sich dischen Zeitungen ju „rteuso inserirten Proclamen, vor, oder in dem auf den 11. vor dem Kreis-Justizrath Lympius im hiesigen Ge⸗ richtz - Locale anberaumten Termin persönlich, over schriftlich, oder durch einen Bevollmaͤchtigten zu melden, und sodann weitere Anweisung zu erwarten, widrigenfasls sie fuͤr todt erklaͤrt, und ihr Vermdgen den sich legitimirenden naͤchsten Erben verabfolgt!
Pyritz, den 14. August 1831. Koͤnigl. Land- und Stadtgericht.
Edietal⸗Citation.
Es werden hierdurch alle unbekannten Erben und Erbnehmer der am 23. Mai 1832 hiejelbst als Gou⸗ vernante unverehelicht und ah inlestato verstorbenen er ; n „Charlotte Friedericke Josephine de Muciis, genannt 177* geboren, welcher im letzten Jahrzehent des Mouson oder Musso, zu dem auf vorigen Jahrhunderts als Chirurgus sich nach den 8. Juli 1835, Vormittags um 10 Uhr, Behufs der Geltendmachung ihrer Erb-Anspruͤche h im Gerichts- Lokale des unterzeichneten Stadtgerichts wollen, nach einem Geruͤchte spaͤter als Arzt anberaumten Termine mit dem Bemerken vorgeladen, in daͤnischen Diensten, im Jahre 180 oder daß die Verstorbene eine Tochter des angeblich vor 1805 aber im Mecklenburgischen gelebt haben etwa 4 Jahren zu Hangu verstorbenen Churfuͤrstlich soll, und fur den ein Vermögen von irg 23 Mainzschen Haushofmeisters Joseph Musso und dessen
i 4 ; ͤ vor etwa 30 Jahren zu Coblenz verstorbenen Ehefrau ter Seiler -Geselle Johann George Littmann, Anna, gebornen Erler, gewesen sein soll.
sich in und bis zu dem Termine Niemand
, : r melden, so wird der Nachl ger als 1809, wo seine Mutter verstarb, ver- erklart, und in Folge dessen, was weiter Rechtens ist
Cosel, den 2. September 1834. ⸗ Königliches Preußisches Stadtgericht—
Bekanntmachung. Der dritte Termin zum bffentlichen Aufbot des
i 1833,
——
aß fuͤr ein herrnloses Gut
—
Gutes Grellenberg wird nicht am am 31. d. M. stattfin den. Greifswald, den 2 Januar 1838.
Dr. C. Gesterding, Namens der Verkaͤufer
j Xñ— E . * — 6 ; Anzeiger für die Preußischen ) der Schuhmacher⸗Geselle Gottlieb Peters, ge⸗ boren am 17. Februar 1787, welcher sich von hier nach Berlin begeben, und nach der letzten Nachricht im Jahre 18068 als Soldat in Col. berg gestanden haben soll, und fuͤr den ein Vermdgen von 13 Thlr. 19 sgr. deponirt ist;
Bei Heinrich Richter in Breslau erscheint ist durch alle Buchhandlungen, so wie jede Kh Preuß. Post⸗ Anstalt zu beziehen Der 2te Jahrgang 18535 von der, mit so unendlichen Beifall aufgenomm
24., sondern
Ankünd ig un Ausgeklagter Schuldenhalber soll
Ackern 465 Ruthen, geschaͤtzt 20 sgr. 8 pf,
dffentlich verkauft werden. Kaͤufer werden geladen, dazu auf
zu sein.
schaft Droyßig⸗
g. Das
) das Erbzins- und Hintersaͤttlergut zu Waldau unter 16, geschaͤtzt auf 7760 Thlr. A sgr. 8 pf.; 2) ein besonderes Stuͤck Feld in dasiger Flur von
den 14 April 1833, Morgens 10 uhr, an Gerichtsstelle in Droyßig zu erscheinen, ihre Ge⸗ bote zu thun, und wenn sonst kein Hinderniß ob⸗ ta id geschm waltet, des Zuschlags an den Bestbietenden gewaͤrtig auf 1 Thlr. 16 pr. gewiß allerbilligst festgesetzt! Auf unbekannte, dingliche Rechte, Anspruch⸗ den Koͤnigl. Post⸗
machende Personen haben sich laͤngstens im Termine dung eine Erhöhung von 2 sgr. pro Quartal t zu melden, indem außerdem Verlust ihrer Anspruͤche eintritt. Die Schaͤturkunde kann taͤglich in der Re⸗ gistratur des Gerichts eingesehen werden.
Droyßig, den 18. September 18341.
Fuͤrstlich Reußisches Gericht der Herr⸗
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Tempera⸗
zum augen⸗
o ff⸗ i ste Lie alt
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Auch der Abbé von La
Allgemein se
3 0
2
Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.
Im Bezirke der Koöͤnigl. Reglerung zu Erfurt ist der evangelische Pfarrer zu Dachwig, Karl heinrich, zum Diakonus an der Prediger-Kirche zu Erfurt knannt worden.
— — —
Abgereist: Der General, Major und Commandeur der
. len Infanterie⸗Brigade, Freiherr von Luͤtzow, nach Glogau. Der Professor Le Roy d Etiole
Zeitungs-Nachrächten. A us lands.
Frankrelch.
Paris, 5. Jan. Aus den Antworten, die der Koͤnig den ischledenen Behörden ertheilte, welche ihm am 1sten d. M. en Gluͤckwunsch zum neuen Jahre darbrachten, heben wir Ech diejenige an den Praͤfekten des Seine Departements, Gra—
von Rambuteau, hervor, der das Wort im Namen der neu— waͤhlten Magistrats-Mitglieder fuͤhrte: „Ich empfange stets it einem lebhaften Dankgefuͤhle“, sagte der Koͤnig, „die Wuͤn⸗ je des Stadi⸗Raths von Paris, meinem Geburtsorte, dem ich e ganz besondere Zuneigung gewidmet habe, und die er auch ppelt verdient, einmal wegen der Anhaͤnglichkeit, wovon er mir viele Beweise gegeben, und zweitens, wegen des maͤchtigen Beistan, s, den ich seit Jahren immer bei ihm gefunden habe, sobald es sich rum handelte, die öͤffentliche Ruhe zu sichern, unsere Institu— nen zu vertheidigen, und Frankreich vor der Geißel der Anar⸗ se zu bewahren. Ich schaäͤtze mich gluͤcklich, daß die Stimme hrer Mitbürger Sie auf's neue zu den Posten berufen hat, ff welche mein Vertrauen Sie gestellt hatte, Diese Zustim⸗ ung wird ohne Zweifel ein Beweggrund mehr fuͤr Sie seyn, bisher von Ihnen eingeschlagene Bahn unablaͤssig zu ver— igen und auf diese Weise Ihre Amtspflichten wuͤrdig zu er⸗ ölen. Wir wollen hoffen, daß der Friede dieser großen Stadt inführo nicht wieder gestoͤrt werden, und daß nichts mehr ihre rischreitende Wohlfahrt stoͤren wird, vorzuͤglich aber, daß wir s nicht ferner genoͤthigt sehen werden, i Gewalt ⸗Maßregeln sere Zuflucht zu nehmen, um das Reich der Gesetze und die ufrechthaltung der offentlichen Ruhe zu sichern. Dies ist der
ebste Wunsch meines Herzens.“
Das Journal de Paris sucht die geringe Majoritat bei r Abstimmung uͤber den Gesetz Entwurf in Betreff der 360, 900 Fr. r den Gerichtssaal des Pairshofes auf folgende Weise zu er⸗ zren: „Man erinnert sich, daß ganz kuͤrzlich in den Bureaus ir Deputirten-Kammer die Vorlesung verschiedener Amnestie⸗ zorschläge mit einer ungeheuren Majoritaͤt verworfen wurde. zorgestern ist der Entwurf zum Bau eines provisorischen Saa⸗ s fuͤr den Pairshof mit einer weit weniger starken Masjoritaͤt nehmigt worden, und die Journale der Opposition bemaͤchtigen ch dieser Thatsache, um dem Publikum einzureden, daß die Ge—
Innungen der Kammer sich in Bezug auf die Amnestie wesent—
ch geändert hatten. Diese Auslegung des vorgestrigen Votums ar leicht vorauszusehen; es ist aber eben so leicht, ihr zu be⸗ ignen. Nichts ist in der That einfacher, als die Art und Weise erklaren, auf welche sich jene Minorität von 181 Stimmen, rch deren Erscheinen die Opposition selbst so uͤberrascht worden gebildet hat. Die Regierung hatte zwischen den beiden Ent— ürfen uͤber den provisorlschen und uͤber den definitiven Bau ine bestimmte Wahl getroffen; es genuͤgte ihr, daß man ir Pairs-Kammer die materiellen Mittel verschaffte, den jr zugewiesenen Prozeß zu verhandeln. Ob die Kam⸗ ker sich nun fuͤr die Bewilligung der I60,000 Fr. oder er L280, 000 Fr. entschied, dabei war die Politik des zabintites auf keinerlei Weise interessirt. Selbst den entschie⸗ ensten Anhängern jener Politik stand es vollkommen frei, nach Hefallen zu wahlen, ohne daß ihr Votum die Regierungs, Frage efaͤhrdete. Dies ist der wirkliche, der augenscheinliche Grund nes Anwachsens der Minoritaͤt. Es wuͤrde uns leicht seyn, amen von Deputirtan, die entschieden gegen die Amnestie sind, nennen, welche, das System der Kommission dem der Regie⸗ ung vorziehend, geglaubt hatten, dieser Meinung treu bleiben, nd deshalb gegen den Bau eines provisorischen Saales stimmen muͤssen; sie haben dies mit um so größerer Sicherheit thun znnen, als die Gesinnungen der Kammer uͤber die politische frage nicht zweifelhaft waren und ihnen keine Besorgnisse uͤber as Resultat der Abstimmung einfloͤßen konnten. Dies ist, wir biederholen es, die wahre und einzige Ursache jener starken Ninorität.“
Im Courrier frargais liest man: „Seit der Absen— ung der Depeschen nach Neapel, welche dem General Seba— lan seine Ernennung zum Botschafter in London anzeigen, hat as Ministerium in Bezug auf diese Wahl einige Bemerkungen es Englischen Kabinettes erhalten, so daß es nicht unmoͤglich bär, daß in dem Augenblick, wo die Annahme des Herrn Se— astiani in Paris einträfe, man schon entschieden haͤtte, daß jener
bosten durch einen andern Diplomaten besetzt werden solle.“
Nachdem die Strafe des National, welche sich mit Ein—⸗ chluß der Kosten auf 11,000 Fr. beläuft, durch die Subscriptio— en gedeckt worden ist, werden die mehr eingehenden Summen, er Bestimmung jenes Blattes gemäß, unter die politischen Ge— mugenen vertheilt. Gestern betrug dieser Ueberschuß bereits . so daß also bis jetzt im Ganzen 18,1846 Fr. eingegan⸗ n sind.
Im verflossenen Jahre ist die Zahl der auf den hiesigen heatern aufgeführten neuen Stuͤcke ungleich geringer gewesen, ss fruher. i Jahre 1831 belief sie sich auf 2; im Jahre 2 auf 258; im Jahre 1833 auf 219; im Jahre 1834 auf 1867. Die meisten Stücke hat im vorigen Jahre Herr Ancelot
Preußischt Staats-Zeitung. “
—— — —
Berlin, Dienstag den 13tun Januar
— ——
geliefert, naͤmlich 12. Herr Scribe lieferte deren nur 8, rend er es im Jahre 1833 auf 17 gebracht hatte.
Großbritan ten und Irland.
London, 6. Jan. Der Herzog von Cumberland ist am Sonnabend, in Begleitung des Capitain Slade und des Herrn W. Holmes, von Berlin hier angekommen. Vorgestern befuchte Se. Königliche Hoheit den Herzog von Sussex und die Prin— zessin Sophie, und gestern begab sich der Herzog nach Brighton zu Ihren Majestaͤten.
Der Herzog von Leuchtenberg, den man uͤbermorgen hier erwartet, wird waͤhrend seines Aufenthalts in London zu Claren,
waͤh⸗
don wohnen, wo Zimmer fuͤr ihn gemiethet sind. Der „William
Faweett“ wird, mit dem Portugiesischen Gesandten und Herrn Mendizabal an Bord, morgen nach Ostende absegein, wo der Herzog sich in Begleitung des Grafen Ficalho und des Baron Sa da Bandeira, der von der Portugiesischen Regierung nach Muͤnchen abgesandten Bevollmaͤchtigten, einschiffen will. Nach einem kurzen Aufenthalt zu Brighton wird der Herzog sich nach Falmouth begeben, wo ein kleingg Kriegs-Geschwader seiner harrt.
Sir Philipp Sidney, einer hon den Schwiegersoͤhnen Sr. Majestät, soll, wie der Courier wissen will, unter dem Titel Lord Dudley und Leicester zum Pair erhoben werden.
Folgendes ist die Liste der jetzigen Koͤniglichen Kammer— herren: Lord Amherst, Lord J. O Brien, Lord Byron, Vis— count Ashbrook, Lord Adolphus Fitzelarence, Lord Verulam, Lord Scheffield, Lord Sidney, Sir P. Sidney, Lord Ernest Bruce und Lerd Tullamore. Nur eine Kammerherrnstelle ist noch ledig.
In einigen Zirkeln will man wissen, daß der Herzog von Richmond auf den besonderen Wunsch Sr. Majestaͤt des Koͤnigs nächstens einen sehr eintraͤglichen Posten außerhalb Englands er— halten wuͤrde. Der Herzog hat eine Familie von zehn Kindern.
Der Graf von Roden hat an den Kaͤnig selbst einen Brief geschrieben, worin er die Gruͤnde auseinandersetzte, welche ihn davon abhielten, eine Stelle in dem jetzigen Ministerium an— zunehmen. .
Mit dem Befinden der Lady Cowley geht es von Tag zu Tage besser, und ihr Gemahl trifft daher schon Vorbereitungen zu seiner Abreise nach Paris, um daselbst Lord Granville's Stelle einzunehmen, dessen gesandtschaftliche Functionen bereits aufgehoͤrt haben, denn die letzten Depeschen, welche von Paris hier eingingen, waren von unserem dortigen Geschaͤftstraäͤger, Herrn Aston, unterzeichnet.
Der Lord Lieutenant von Irland, Graf von Haddington, ist am Sonnabend von hier nach Dublin abgegangen.
Der Marquis von Douro ist auf seinen Posten, als Kom— mandant der Garnison von Guernsey, zuruͤckgekehrt.
Herr Goulburn ist erst gestern nach Cambridge abgereist, da seine Amtsgeschaͤfte es ihm nicht erlaubten, sich gleich mit Sir C. Manners Sutton zusammen dorthin zu begeben.
Der Graf von Courtown ist zum Hauptmann der Garde— Yeomen ernannt worden.
Der Oesterreichische Geschaͤftstraͤger, der Ritter Dedel, der Graf von Roßlyn und Lord Stuart de Rothesay hatten gestern Geschaäfte im auswärtigen Amte.
Der Graf von Essex gab gestern dem Lord Melbourne ein Diner. Sir Robert Peel wird dem diplomatischen Corps mor— gen ein großes offizielles Bankett geben.
Die Haupt⸗Aufmerksamkeit ziehen natuͤrlich jetzt die Parla— ments⸗Wahlen auf sich, und dieser Gegenstand ist es denn auch, mit dem sich die Zeitungen sast ausschließlich beschäftigen. An einigen Orten sind die Wahlen schon gestern erfolgt, und die heutigen Blätter geben bereits das Resultat derselben an. Die Zahl der vollzogenen Wahlen ist 21; davon ? entschiedene Tories und 12 entschiedene Reformer; 2, nämlich die Herren Bish, der zu Leominster, und Sir Henry Verney, der zu Buckingham ge— wählt wurde, werden von dem Courier zu den Tories, vom Globe aber zu den Reformern gezählt. Außer den beiden ge— nannten Orten sind die Wahlen in Newark, Southwark, Wil— ton, Hythe, Wallingford, Wells, Westbury, Banbury, Arundel, Nottingham, Bewdley und Chippenham beendigt. An den meisten Orten sind die alten Repraͤsentanten wiedergewaͤhlt worden; neue Mitglieder wurden bis jetzt nur 3 ge— wählt, worunter 2 Reformer, naͤmlich in Newark der Ser— geant Wilde und in Wells Herr N. R. Colborne, und 1 Tory, Herr H. G. Boldero in Chippenham. Die bekanntesten der wiedergewählten Reformer sind die Herren Harvey, Majoribanks, Lee, Tancred, Lord D. Stuart, Sir J. C. Hobhouse und Sir R. Ferguson; unter den wiedergewählten Tories befinden sich Sir T. Fremantle und Herr W. Gladstone. Am meisten ge— spannt ist man auf den Ausgang der Wahlen in der City; heute Mittags um 2 Uhr (so weit reichen die letzten Berichte uͤber diese Wahlen) hatten die Kandidaten der Opposition die meisten Stimmen, naͤmlich Herr Wood 4147, Herr Pattison 3927, Herr Crawford 3895 und Herr Grote 3877; von den drei Kandida—⸗ ten des Ministeriums dagegen hatte Herr Lyall 3211, Herr Ward 3208 und Herr Wilson 3157 Stimmen. Herr Law, der Re— corder von London, der fruͤher als der vierte ministerielle Kan— didat fuͤr die City bezeichnet wurde, scheint sich nicht ge— stellt zu haben. Außerdem wird noch der letzte Stand der ahllisten von einigen anderen Orten angegeben, wo die Wahlen bereits gestern begonnen haben; danach hatte zu Neweastle⸗ under Line Herr Edmund Peel, zu St. Albans Herr Grimston, zu Hertford Lord Mahon, zu Sudbury Herr Bag— shaw und zu Dudley Herr Hawkes, saͤmmtlich konservative Kandidaten, bis jetzt die meisten Stimmen fuͤr sich; nur zu Tewkesbury hatte ein Oppositions-Kandidat, Herr John Mar— tin, die Masoritaͤt. Die hiesigen Blatter nennen noch eine Menge von Orten und Grafschaften, wo der Tag der Wahl schon angesetzt ist; in den Burgflecken und Städten ist es meist der 5te, 6te, Jte, Ste oder gte, in den Grafschaften der 12te, 13te, 14te, 15te und 20ste Januar. .
Der Standard sagt in seinem letzten Blatt: „Wir wol— len nicht behaupten, daß das Schicksal der Britischen Monarchie
durchaus von den jetzigen Wahlen abhaͤngt, weil wir wissen, daß es die Pflicht eines braven und patriotischen Königs seyn wuͤrde, unterstuͤtzt von einer braven und patriotischen Verwaltung, die Bevoͤlkerung vor den Folgen ihres eigenen Irrthums zu bewah— ren und noͤthigen falls einmal über das andere um ein neues und abermal neues Unterhaus an sie zu app el⸗ liren. Obgleich wir aber das Vertrauen zu der Präͤrogative der Krone haben, daß sie im Stande seyn wird, das Aeußerste der letzten Zuflucht abzuwenden, so muͤssen wir doch der Beydͤl— kerung sagen, daß, wenn sie nicht, vermoͤge der Konigli— chen und ihrer eigenen Prärogative, eine konserva⸗ tive Majoritäat wählt, nur Reue allein bei der ferneren Gelegenheit, welche ihr der Konig geben wird, sie vor einer Konvulsion bewahren kann, die furchtbarer seyn wurse, als irgend eine, von der eine Nation jemals heimge— sucht wurde.“ Die Oppositions-Blaͤtter sind uͤber diesen Arti— kel schrecklich ergrimmt. Der Courier meint, die Bevoͤlkerung solle also durch Drohungen gezwungen werden, solche Kandida⸗ ten zu wahlen, wie sie der Partei Lord Roden's und Sir Ed— ward Knachtbull's gefällig wären, und die sich verpflichteten, die Irlaͤndische Kirche zu unterstuͤtzen; das Unterhaus solle so oft aufgeloͤst werden, bis es dieser Faction genehm sey, das heiße mit anderen Worten, sie wolle selbst das Unterhaus wählen; die Anhaͤnger des Tory-Ministeriums wollten sich ein Veto, der Wahl des Volkes gegenuͤber, anmaßen; das ganze Land solle so lange in einem fortwährenden Wahlkampf erhalten werden, bis es ein Unterhaus waͤhle, welches Lord Roden's Vorliebe fuͤr die Kirchen⸗Mißbraͤuche getreulich repräsentire. Der Globe nimmt
die Sache nicht so ernst, sondern ergeht sich in Witzeleien uͤber
des Standard; er fuͤrchte sich nicht da— daß dieselben in Erfuͤllung gehen moͤchten, wuͤnsche aber diesem Blatte Gluͤck dazu, daß es sich so ploͤtzlich zu der Lehre von jaͤhrlichen, ja von halbjaähr— lichen Parlamenten bekehrt habe. Die Morning Chroniele, welche ihren Ton so viel als moͤglich zu mäßigen sucht, will in jenem Artikel des Standard das Eingestaͤndniß der Tories schon beim ersten Beginn der Wahlen sehen, daß sie nicht die geringste Aussicht auf Erfolg haͤtten, und nennt dies Verfahren eine hoͤchst unweise Taktik, da es ja von vorn herein die Anhaͤn— ger des jetzigen Ministeriums entmuthigen muͤsse. Uebrigens findet sie sich durch jene Andeutungen des Standard veranlaßt, die Konservativen als Destruktive zu bezeichnen, und warnt die Rathgeber der Krone vor der Aufstellung solcher Grundsaͤtze, wie sie aus dem Artikel des Standard hervorleuchteten, weil es zu einer Revolution fuhren koͤnne, wenn die Koͤnigliche Prärogative feindlich gegen die Volks ⸗Repraͤsentation auftraͤte.
Dem Courier zufolge, wird bei den Wahlen in der City Herr Pattison, der Gouverneur der Bank, hauptsaͤchlich von Herrn Lewis Lloyd, einem der reichsten und gebildetsten Männer der Stadt London, und Herr Grote, welcher Compagnon eines angesehenen Banquier⸗Hauses ist, besonders durch Herrn Isaac Solly, einen ebenfalls sehr einflußreichen und seiner Rechtlichkeit wegen allgemein belobten Burger der City, unterstuͤtzt.
Die konservativen Kandidaten der City, G. Lyall, W. Ward und Th. Wilson, haben gestern folgende Adresse an die Wähler publizirt: „Meine Herren! Erlauben Sie, daß wir Sie bitten, sich morgen fruͤh bei Zeiten zur Wahl einzufin— den, um die Stimmen eintragen zu lassen, welche uns so zahl— reich und so herzlich angeboten worden sind. Unsere Sache, meine Herren, ruht in Ihren Haͤnden; unsere Grundsaͤtze sind zur Genuͤge bekannt; es sind die unseres Koͤnigs und unserer Verfassung, Grundsaͤtze, die unserem Lande auswaͤrts Achtung und daheim Sicherheit verschafft haben, und die, wenn man fest dabei beharrt, es stets an der Spitze der Nationen des ganzen Erdballs erhalten werden. Diejenigen, welche uns als Feinde nuͤtzlicher Reformen schildern, begehen eine grobe Ungerechtigkeit gegen uns. Was irgend zur Verbesserung und Befestigung un— serer trefflichen Institutionen geschehen konnte, wird, wenn Sie Ihre Interessen unserer Obhut anvertrauen wollen, offen, ehr⸗ lich und freimuͤthig von uns unterstuͤtzt werden. Geschrei ist ein neuer Grundzug in den Eroͤrterungen unter Englaͤndern; das, womit man uns heute in der Guildhall bestüͤrmt hat, soll uns nicht einschuͤchtern. Auf die Wahllisten bescheiden wir uns, und auf sie blicken wir im Vertrauen des Sieges, nicht zu Gunsten unserer selbst oder unserer persoͤnlichen Interessen, sondern zu Gunsten der großen Sache, fur welche wir kaͤmpfen.“
Lord Stanley hat am 31. Dez. v. J. folgende Adresse an die Wähler der nördlichen Abtheilung der Grafschaft Lancaster erlassen:
„Meine Herren! Da die erwartete Auflosung des Parlaments heute erfolgt ist, so eile ich, mich wieder um die Ehre der Repraͤsentation des nördlichen Theil es dieser Grafschaft zu bewerben. Mein oͤffentliches Be⸗ tragen in und außer dem Amte liegt vor Ihnen, meine politischen Grundsaͤtze sind Ihnen bekannt und mein Bewußtsein sagt mir, daß ich, seitdem ich das letzte Mal mit Ihrem Vertrauen beehrt wurde, keinen Schritt gethan habe, wodurch ich dasselbe zu verlie⸗ ren verdiente. Ich bin, wie ich es immer war, ein eifriger und ernstlicher Vertheidiger derjenigen kirchlichen und buͤrgerlichen Re= formen in unseren Institutionen, welche gerechten Beschwerden abhelfen, die Nützlichkeit dieser Institutionen erweitern und ihre Wirksamkeit vermehren koͤnnen. Ich bin, wie ich es immer war, begierig, diese Institutlonen gegen solche Neuerungen, welche ihre Sscherbeit oder ihre Existenz gefaͤhrden, zu schuͤtzen. Ich hoͤrte auf, Mitglied des vorigen Ministeriunis zu seyn, weil ich, nachdem ich aufrichtig an den verschiedenen Reform- Maßregeln desselben Theil genommen, die destruktive Tendenz eines wichtigen Schrittes fuͤrch⸗ tete, dem es seine Zustimmung geben wollte. Ich lehnte es ab, mich dem jetzt gebildeten Ministerium anzuschließen, weil ich keine Gründe hatte, zu hoffen, daß es strenge nach denjenigen Reform⸗Grundsaͤtzen handeln werde, die ich als wesentlich fuͤr die National-Wohlfahrt betrachte. Ich erscheine daher vor Ihnen durch keine Ver— pflichtung gegen irgend eine Partei, sondern nur durch die Grundsaͤtze gebunden, zu denen ich mich unverandert bekannt, wonach ich bestaͤndig gehandelt habe, und wofuͤr ich zweimal mit Ihrer unterstuͤtzung beehrt worden bin. Sollten Sie' mich wieder suͤr das Parlament waͤhlen so gehe ich dorthin mit der Verpflich« tung, das jetzige oder irgend ein anderez Ministerium weder zu un.
die Aeußerungen vor, sagt er,