1835 / 13 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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terstuͤtzen, noch mich ihm zu widersetzen Sollte ich finden, daß die

Re erung des Königs, wie sie auch zusammengesetzt seyn mag, sich für die Grundsätze erklaͤrte, denen ich mich taͤglich fester anschließe, so werde ich ihr meine bescheidene, aber aufrichtige Unterstuͤtzung zur Ausführung derselben anbieten; sollte ich finden, daß sie die Institutionsn des Landes angreift, so wuͤrde ich ernstlich mich bemühen, diese Institutionen za schuͤtzen; sollte ich sie in der Abhuͤlfe von Beschwerden laͤssig, oder dem vernünfti⸗ gen Verlangen nach gemäßigten Verbesserungen thoͤrichter Weise sich widersetzen sehen, fo wird meine Stimme nur eine unter der großen Masoritaͤt meiner Landsleute seyn, die sie zwingen werden, äuf dem Wege unbedingter, aber verfassungsmaͤßtger Reformen fort⸗ zusch reiten. Entschlossen, nach diesen Gründsaͤtzen zu handeln, nur das Wohl unseres gemeißsamen Vaterlandes im Auge habend, und bereit, die vollstaͤnrigste Erlaͤuterung uͤber mein fruͤheres Benehmen oder meine kuͤnstigen Absichten zu geben, wenn Sie es verlangen sollten, erstsche ich Sie um die Erneuerung des hohen Vertrauens, welches Sie mir schon zweimal bewiesen haben. Ich habe die

Ehre u. s. w.

Knowsley, 31. Dez. 18341. Stanley.“

Eine Brighton-Zeitung versichert, daß Sir Herbert Tahlor und die übrigen Hof-Beamten sich aller Einmischung in die dortißen Wahlen aufs gewissenhafteste enthielten.

Herr Poulert Thom son, Vice-Praͤsident der Handels— Tammer unter dein vorigen Ministerium, hat, wie der Cou— rier verstchert, alle Aussicht, in Manchester wiedergewählt zu werden. In seiner Rede, die er am Sonnabend an die dorti— gen Wähler hielt, erklaͤrte er, daß er von dem jetzigen Ministe— rium, wenn er leidenschaftslos und kaltbluͤtig die Mitglieder des— selben mustere, nichts zum Wohl des Landes erwarte, und daß er es mit dem Grundsatze: „Maßregeln, nicht Perso— nen“, den selbst Sir Robert Peel verworfen habe, nicht halten könne; kein Ministerium könne lange am Ruder blelben, wenn es nicht das Vertrauen der Majoritaͤt der wohlhabenden und gebildeten Klassen besitze; dies sey aber bei den jetzigen Ministern nicht der Fall, und es wuͤrde ohne Zweisel eine ungeheure Mehrheit von Reformern in das naͤchste Parlament gewählt werden; den Reformen ein Ziel setzen zu wollen, wenn die Mißbraͤuche offen zu Tage laͤgen, heiße, den Geist der Zeit ganz und gar verkennen.

Thorpe lebt ein unabhängiger Waͤhler, Namens Suf—

er schöon kei den Wahlen von 1780 mitgestimmt hat, und

der diesmal seine Stimme seinem Enkel, dem Herrn Harbord geben will; er itz jetzt 95 Jahr alt. .

In einer offentlichen Versammlung zu Hawick nahm Graf Müinto kurzlich Gelegenheit, sich wiederum sehr feindlich gegen

as jetzige Ministerium auszusprechen, indem er in dleser Hin—

ficht den Gesinnungen seines Bruders, des Capitain Elliott, Mitgliedes des letzten Parlamentes, beipflichtete. Er er— klärte sich fuͤr überzeugt, daß, wenn die jetzigen Minister auch eine güte Maßregel einbraͤchten, es doch in einem kaickerigen Sinn geschehen würde, denn ihr Zweck schy nicht, heilsame Reformen in Kirche und Staat zu be— foͤrdern, sondern sie auf alle mögliche Weise zu verhindern und einer Reaction, von deren Vorhandenseyn sie träumten, zum Ausbruch zu verhelfen. Uebrjgens versicherte er, daß er sich nicht den guten Maßregeln, dis etwa von der jetzigen Verwal— zung wirklich eingebracht werden moͤchten, sondern nur den Mi— nistern, als einer Partei, widersetzen wuͤrde.

Die heutigen Zeitungen geben die Uebersicht uber die Ein— nahme des mit dem Iten d. abschlteßenden Rechnungsjahres, so wie noch besonders des letzten Quartals dieses Jahres. Der Globe aͤußert sich darüber solgendermaßen: „Insofern die (Einnahme ein Probierstein fuͤr den Wohlttand des Landes ist, befindet sich dasselbe jetzt in einer sehr guͤnstigen Lage. Die Ver nehrung der Einnahme beträgt auf das ganze Jahr 107,631 Pfand, «bgleich sich im letzten Vierteljahr eine Ver— minderung derselben um 297,963 Pfund gegen dasselbe Quartal des vorigen Jahres ergiebt, ein Umstand, der sich, wenigstens zum Theil, dadurch erklärt, daß die Abschaf— fung der Haus- Sieuer in das letzte Quartal dieses Jah— res faͤllt. Eben so ist dir Ausfall in den Zoͤlln und die verhaͤltnißmäßige Abnahme der Aceise den letzten, seit dem Ablauf des Freibriefs der Ostindischen Compagnie in der Erhe— bungsweise vorgegangenen Veränderungen zuzuschreiben. Die vo— rigen Minister haben also die Finanzen des Landes in einem Zustande zurückgelassen, der nach all den ausgedehnten Reduc— tionen, welche ste hewerkstelligten, mit Recht als guͤnstig und ge— deihend angesehen werden kann; und wenn sich dieser Zustand wieder ändert, so kann die Schuld Niemanden als den neuen Amts⸗Inhabern beigemessen werden.“

Das Geruͤcht, daß Herr Charles Sheridan den Herrn Ellis nach Persien begleiten werde, wird vom Courier fuͤr ungegruͤn— det erklart.

In Bezug auf die (gestern erwähnten) Vorgaͤnge auf den Sandwichs-Inseln ist uns ein Auszug aus einem Schrei— ben von diesen Inseln vom Ende des Jahres 1833 mitgetheilt worden, worin es heißt, daß die polttischen Verhaͤltnisse daselbst sehr mißlich seyen. Es bekämpften sich dort zwei Parteien, naͤm— lich die des Herrschers und die der Schwester desselben. Kautke— aouli, der erbliche Herrscher und anerkannt von England, ist nicht mehr im Besitze seiner Lander; er befindet sich auf der oͤstlichen Seite von Oahu (oder Woahu) bei dem Orte Kalee (wahrscheinlich Kolau), wo er mit seinen Getreuen Lager hätt,

während Nahisengena, die Schwester Kauike-aeuli's, im Fort

zu Honoruru wohnt und im Besitze der Waffen ist. Bei die— sem Zustande, welcher wohl ernstlich enden muß, zeigten die Missionaire, wenigstens oͤffentlich, keine Verbindung mit Nahi— engeng, wohl aber wurde sie taglich von dem Arzte der Mis— sions⸗Anstalt besucht.

Niederlande.

Aus dem Haag, 7. Jan. Der fruͤhere Niederlaͤndische Beoollmaͤchtigte bei der Londoner Konferenz, Baron van Zuylen van Nyeveld, wird heute wieder eine Reise nach London an— treten.

Der Koͤnigl. Ober Hofmarschall, Graf van Heerdt tot Evers— berg, hat von Sr. Masestät dem Könige von Großbritanien das Großkreuz und der Adjutant Sr. Koͤnigl. Hoheit des Prin— zen Friedrich, Herr E. W. van den Bosch, das Commandeur— Kreuz des Guelphen-Ordens erhalten.

Die bisher sehr erschwert gewesene Briespost-Verbindung zwischen Holland und Belgien soll nunmehr wirklich bedeutend erleichtert werden. .

Hier wurden im vorigen Jahre 1931 Kinder geboren (64 mehr als im Jahre 1833); es starben 1343 Personen (331 we— niger als im Jahre 1533 und 890 weniger als im Jahre 18327).

Deutschland.

Kassel, 6. Jan. Die Hanauer Zeitung schreibt: „Der Landtag, welcher mit dem 3. Januar wieder begann, ist kein selbststaͤndiger, sondern nur als eine Fortsetzung des zu Anfang

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Oktober des vorigen Jahres vertagten zu betrachten. Viele Auf— gaben, welche der Stände-Versammlung damals vorlagen, hat dieselbe zu lösen gesucht, was unser Gesetzblatt bezeugen wird. Ihre Haupt-Aufgabe, als zwelte verfassungsmäßige Stande Ver⸗ fammlung, bestand in der Feststellung des Grund-Etats der Sta nte⸗-Einnahmen und Ausgaben fuͤr die Finanz⸗Periode 1834, 1835 und 1836; nach hartnaͤckigem Kampfe ward dieser hochwich⸗ tige Gegenstand beseitigt und das Finanz-Gesetz erhielt die Allerhoͤchste Sanction. Nur ein Gegenstand, und das ein sehr wichtiger unseres Budgets, könnte, da dle hohe Staats-Regierung ihre volle Zustimmung nicht ertheilte,

Ind auch von der Staͤnde-Versammnlung in ihrem desfallsigen

damaligen Beschluß die Klausel aufgenommen wurde, daß, wenn die Erfahrung ergebe, daß mit dem sestgesetzten Betrag ferner nicht auszureichen sey, eine deshalbige Verständigung mit den Ständen weiter versucht werden möchte, nochmals zur Sprache gebracht werden. Man wird sich aus den damaligen Verhand— langen noch erinnern, daß dies den Militair-Etat betrifft. Der Kampf, der mit solcher Hartnäckigkeit damals gefuͤhrt wurde, koͤnnte sich demnach abermals erneuern, und dadurch ein und dieselke Stande Versammlung wieder auf den Punkt gestellt werden, wo sie vor Monaten stand. Eine andere Frage, walche wahrscheinlich gleich in den ersten Sitzungen der Staͤnde⸗Ver⸗ sammlung zur Sprache kommen wird, ist die: ob die an die Stelle der ausgetretenen Deputirten von der Staͤnde-Versamm— lung einberufenen Stellvertreter diesmal eintreten, und ihre

Functionen als nunmehrige Deputirte fortsetzen, oder die ur—

sprüͤnglichen Deputirten wieder ihren Sitz in der Staͤnde⸗Ver⸗ sammlung einzunehmen haben ober nicht? Diese Frage ist

schon hin und wieder als zweifelhaft bezeichnet worden, und es

haben sich Stimmen dafuͤr und dawider vernehmen lassen. Un— serer Ansicht nach, kann dieselbe aber durchaus nicht in Zweifel gezogen werden, denn klar und deutlich spricht sich der §. 58 der Verfassungs-Urkunde daruber aus; er lautet: „Bei der Wahl eines jeden landständischen Deputirten wird zu gleicher Zeit ein Stellvertreter gewahlt, auf welchen im Falle des Todes, der ein—

tretenden Unfähigkest oder einer laͤngeren Verhinderung die land

ständischen Pflichten und Rechte des Ersteren, waͤhrend des be⸗ gonnenen Landtages bis zu dessen Schluß uͤbergehen.“ Ein Land— tag ist aber nur dann als geschlossen zu betrachten, wenn ein Landtags-Abschied nach den Bestimmungen des H. J8 ersolgte, oder wenn die Zeit, fuͤr welche sowohl Deputirte als Stellver⸗ treter gewahlt worden sind, abgelaufen ist. Niemals kann aber ein „vertagter“ Landtag als ein „geschlossener“ angesehen wer— den. Die Staäͤnde-Versammlung, welche nach der Vertagung, die nie länger als drei Monate nach §. 83 der Rerfassungs— Urkunde dauern darf, wieder zusammentritt, ist nur als eine Fortsetzung der vertagten Staͤnde-Versammlung zu beirachten. Sie braucht deshalb nicht aufs neue eroͤffnet zu werden und zaͤhlt ihre Sitzungen fortlaufend mit den schon gehaltenen. Die sitzt zufammenkommenden Landstaͤnde beginnen daher ihre Six zungen nicht mit der Bezeichnung der ersten, sondern da sie schon SM oͤffentlicke Sitzungen gehalten haben, mit der 85sten. Hieraus wird nun klar, daß kein Schluß des Landtags erfolgt ist, und da der 5. 68 der Verfassungs- Urkunde ausdruͤcklich bestimmt, daß auf den in die Stände-Versammlung eingetretenen Stellvertre— ter die landstaͤndischen Pflichten und Rechte des Deputirten, „wahrend des begonnenen Landtags bis zu dessen Schluß uͤber⸗ gehen“, daß auch die Stellvertreter, welche einmal eingetreten sind, auch wieder in die Staͤnde⸗Versammlung eintreten muͤssen. Anders möchte sich nur dann die Sache gestalten, wenn der Stellvertreter selbst stirbt, unfähig oder verhindert wird. Au— ßerdem wird der Stände-Versammlung auch das Grundsteuer— Gesetz wieder vorgelegt werden, welches eins der wichtigsten Ge⸗ setze ist, die wir erhalten koͤnnen, da dasselbe die gleichmäßige Besteucrung bezwecken und dadurch dem §. 148 der Verfassungs— Urkunce Genüge leisten soll. Einen anderen Gegenstand von der hoͤchsten Wichtigkeit, der zur Sprache kommen muß, werden die Angelegenheiten der Rotenburger Quart bilden. Außer diesen Gegenftänden werden wir wahrscheinlich das Gesetz uͤber das Volks⸗Schulwesen nochmals auf der Tagesordnung sehen.“

Der einstwellen außer Dienstthaͤtigkeit befindliche vormalige Vorstand des Finanz-Ministeriums, Herr Meisterlin, wird haͤu— fig zur Tafel Sr. Hoheit des Kurprinzen-Regenten eingeladen. Da auf dem bevorstehenden Landtage wichtige Steuer-Gesetze zur Berathung kommen und es an einem mit dem Finanzfache ganz vertrguten Organe der Regierung zu deren Vertheidigung in der Stände-Versammlung zu fehlen scheint, so koͤnnte es wohl kommen, daß Herr Meisterlin von neuem ausersehen wuͤrde, die Geschäfte eines Landtags-Commissairs fuͤr die Finanz⸗Angelegen— heiten zu versehen.

Es heißt, daß der Minister der Justiz und des Innern, Geheime Rath Hassenpflug, unter dem Namen von Wildeck, in den Adelstand erhoben worden ist. Es heißt auch, daß Adels Diplome fuͤr die beiden Soͤhne des hiesigen Bildhauers Ruhl ausgefertigt werden wuͤrden, von denen der aͤltere Direkior der Kunst- und Naturalien⸗ Sammlungen, der juͤngere Ober-Hof— Architekt ist.

Die Würzburger Zeitung erklärt die Nachricht, daß Fuͤrst von Oettingen⸗-Wallerstein im Duell gefallen sey, als gaͤnz⸗ lich ungegruͤndet.

Altenburg, 7. Jan. Gestern Nachts ist hier der Kirchen, und Schulrath, Direktor des hiesigen Gymnasiums, Dr. August Watthiaä, im 66sten Jahre seines Alters mit Tode abgegangen. Seine „Griechische Grammatik“ und sein „Grundriß zur Ge— schichte der Griechischen und Roͤmischen Literatur“ werden ihm einen ehrenvollen Namen unter den Deutschen Gelehrten er— halten.

Nuͤrnberg, 6. Jan. Das hiesige Koͤnigl. Ober⸗Post-Amt macht unterm Iten d. M. bekannt, daß am 26. Dezember aus dem von hier uͤber Koburg nach Langensalza abgegangenen Brief— Post-Felleisen in der Gegend von Hallstaͤot, jenseits Bamberg, das Brief⸗Packet von Nuͤrnberg nach Berlin, mittelst eines ge— waltsamen Einschnitts in das Brief ⸗Felleisen, entwendet wurde; daß es spaͤter zwar durch die angestellte Untersuchung wieder herbeigebracht worden, aber in einem ganz zerstoͤrten Zustande und so zwar, daß die in demselben besindlich gewesenen Briefe, worunter auch solche waren, in denen sich Wechsel“ Kassen-An— weisungen und Zins-Coupons befunden, groͤßtentheils zerrissen oder durchschnitten und auch durchnäßt waren.

Sch welz.

Neuchatel, 3. Jan. Folgendes ist die von Herrn von Chambrier ertheilte Lgestern erwaͤhnte) Antwort auf die am 1. Januar von Herrn Guillebert gehaltene Rede:

„Mein Herr Dekan! Mit wahrhafter Freuße wird der Staats⸗ Rath die Wünsche und Gesinnungen, welche Sie im Namen der Geistlichkeit und des großen, so wie des kleinen Raths der Bürger⸗ schaft Neuchatel's ausgesprochen haben, dem Koͤnige mittheilen. Es

che sis in dem Lande Neuchatels befestigen, alt geworden ist. Schn anze Regierungsmacht, er seit alten Zeiten haben unsere Vaͤter gesagt, daß die Vorsehung . Kriegs, und Domänen⸗-Kammern, seit 1722 zur verbundnen Ver—

sind dles die Wuͤnsche eines gluͤcklichen Volks; sie sind daher eben beiden hat erst jetzt der Tod gelbst. Aus seinem Unterrichte so aufrichtig und wahr, als gerecht. Das so eben been digte Jahr zieng Maassen Sstern 785 n die zweite Klasse des Hymn hat uns neue Veranlassung gegeben, die Wohlthat der Herrschest ums zu Vefel uͤber dessen guten Ruf auch dieser Schuͤler be— des Königs und den Werth Seiner Königlichen Gesinnungen anu⸗ ndere, als er wohl gorber ekt entlasfen im neun zehnten Lebenz⸗ erkennen; unser erster Wunsch muß und wird daher immer die Er. re, JYtter 1783, die Universttät b ö, s

haltung unserer Verfassung und unserer monarchischen Institum hre, „stern 5 h e . 3. ezog, welche damals noch nen seyn. Unter dieser Bedingung ist Neuchatel mit dem Schweizer, dem nahen Duisburg bestand; und obwohl nur von menig

bunde vereinigt worden. Sobald dieser, ohne unfere Beziehungen . Sudirenden, und fast nur von den Söoͤhnen der Nachbarschaft

ihm zu modiftziren, uns schähen will, muß er diese erste Bedingung PResucht, den noch Lehrer besas, deren Namen Deutschland kannte

unferkts Beitritts achten und erfuͤlhen, und der König hat das Rech, and ehrte. Die Rechte, denen Maassen sich widmete, lehrten ja sogar die Verpflichtung, die Erfuͤllung dieser Bedingung, ihrer Schlichten dahl, Hagemann und Krafft. Universitaͤten unter sol— ganzen Ausdehnung nach, zu verlangen. Auch die Tagsahung fühlte gen Verhältnissen bringen Lehrende und Lernende näher an ein— di. Heiligkeit der eingegangenen Verpflichtungen, und die Neuche— Wie hoch der Begriff von akademischer Freiheit auch

teller werden ins künftige in völliger Sicherheit unter der Agb, der, , n m ihrer alten Gesetze f ate rn, g ge rie r., sich beenden on einer . . die, 3 i, . ihnen chen fo thcuer sind, als? der Bouverain, der sie zu schütz din, geheimen Zwang nicht ahnet, den ihr dereinst das buͤr—

und zu vertheidigen weiß. Der Staats-Rath hat unverandert daz gerliche und das haͤusliche Leben auferlegen wird; so wirkt doch in nige Verfahren befolgt, welches ihm der Koͤnig vorgezeichnet hin. b tlanen Kreisen, worin seder Einzelne taͤglich bemerkt wird, und das die Interessen des Landes verlangten, und es i n Einfluß der Lehrer auf Fleiß und Sittlichkeit unabwendbar; ihm aͤußerst angenehm, aus Ihrem Munde, Herr, Desm, flhst dem Entfreinden von Familienverhaͤltnissen, worin manches

zu vernehmen, daß unsere Mitbürger es guͤnstig beurtjesf dle Gemuͤth verwildert, beugt der hier so 26 natuͤrliche Zu⸗

haben Die Ausübung unserer Functionen war keineswign u der haͤuslichen Gesellschaft der Lehrer mehrentheils gluͤck— ohne Schwierigkeiten uns Sorgen; allein es gereicht mir zum n . Dagegen darf hier nicht in die Wage . , .

ü . laͤren, ster⸗ en, letztere reich . 64 . ,. in , gi l er Reichthum und die Mannigfaltigkeit der großen Unterrichts—

e, . ö. . ns ten; ni eichen ist hier, sondern nur zu erklaren: telle? Volks kompen irt sind. Der Koͤnig wünscht nur das Lin Unstalten; nicht zu vergleichen ist hter, sonde zu erklaͤrer zufrieden zu sehen und Er unterlaͤßt was hierzu heitragn Hie das Still-eben in Maassens Sele, diese sreundliche Mit⸗ kann; eben so sind wir auch bei jeder Gelegenheit durch die a list der Natur, sorgsam gepflegt in der Abgeschiedenheit des richtige Mitwirkung der Corporationen und der treuen Unterthan Yfarrhauses zu Hunxe, leicht erhalten in der Befreundung mit des Koͤnigs unterstuͤtzt worden, weil sie wissen, daß unser cinzih, r einfachen Größe des klassischen Alterthums, wozu guter Streden dahin geht, Seine vöterlichen Absichten zu erfüülle' an Ssymnastal, Unterricht in den obern Klassen leitet, auch unent— das Land auf dem Wege dere Loyalitdt und Ehre zu Frhatens n (cht Fließ unter den Lockungen der akademischen Freiheit. haben uns auch noch Elück zu wuͤnschen uber diese Mitwirknn . Ruhe bei d Fulle der Kraft, diesc Milde dei 'd

9 näaents nach deim Lager iest Ruhe bei der Fuͤlle der Krast, iese ilde bei der , ,,, ,, f 8 chaͤrfe des Durchschauens, selten uͤberall, meist der spate Loh Thun. Auf diefe Probe kam es asß; der Erfolg hat die li, Here , , , . pate Lohn fen Hoffnungen der Bemagogen vernichtet und i6, wic alle in s Aöschleifens in einem bewegten Leben, war in Maassen nur hergehenden, ganz zu unserem Vortheil ausgeschlagen und . * Frucht eines edlen Keims, dessen freier Entwickelung kein gen die Erwartung derientgen, welche sie vorbereitet hatten. Du, üher Unfall stoͤrend entgegentrat. gestalt war auch das Resultat der großen politischen Krise, aus be Ganz im gewohnlichen Gleise verlies Maassen nach Ab— wir so gluͤcklich hervorgegangen sind. Diese Krisis hat diejenig uf einer dreisährigen Frist, Ostern 1791, Duisburg, bewarb welche man durch den Geist und Egoismus der Ut geschwiͤch ich um die Aus kultatur im Justizdienste, und ward zu dieser glaubte, wieder gestaͤrkt, das Gefühl der Pflicht und Treue, welch hlb iner Pruͤfun öder Renn

ö ; dein ach wohlbestandner Prufung bei der Regierung zu Kleve am

man zu läbmen hoffte, wieder belcbt, die Grundlagen unsere⸗ vl n Junins 1791 vereidet ) Die Landeskollegien, welche da⸗ tischen Institutionen erweitert, welche man zerstöͤren, und die Stan ten Junius 1 = Sskollegien, welche da

RJ) reis x. 6 alt Regierung“ fuͤhrten, vereinigten zwar nicht und Vortrefflichkeit einer Verfassung dargethan, die man vernichtu alt den Namen „Regier! ng“ fuhrten, gten z

wollte, und die nur wegen des Umfangs ihrer tiefen Wurzeln, wi sschr, wie noch im Anfange desselben Jahrhunderts, fast die Im preußischen Staate hatten die

sonders uͤder unser Vaterland wache. Mehr noch als sie muösg waltung der Domänen, Regalien und Steuern gebildet, in fort— wir . ,, ,. e. gr r m n, chreitender Ausdehnung bereits alle die Polizeigewalt uͤberkom— in unsere Familien mit heruͤbertragen, werden wir dies Jahr fran e die O 16 ĩ Einku n? 1 dig beginnen, und ich bite Sie, n, Herr Dekan, so wis n H 8 , 6 , ,,, HH. Geistlichen, die vier Ministralien, die Mitglieder des Stan 6 ? en lee unn , he n ,, . . Rarhes Und at an ers theren Mitbärger weiche, we Sr d aber far den, Me gerungen a weben der Nechtenfleß./ Tir sehr treffend ausdrüͤckten, hier die Versamnilung einer großen . Täahrung aller Hehestsrechto gegen das Ausland, und im An— milie bilden, meine aufrichtigen Wäünsche bei dem Anfange ki eu der edelste Theil der Polizei, das Aufrechthalten der Lan— neuen Jahres, welches fuͤr Sie Alle gluͤcklich seyn moge, entgan ben und Gemeine⸗Verfassung, und die Fuͤrsorge fuͤr Gottesdienst, zu nehmen.“ nterricht und milde Stiftungen verblieben. Noch bestand ein eiliges roͤmisches Reich deutscher Nation, mit seinem Reichs— IJ ntan d. age, seinen Reichsgerichten und seinen zehn Kreisen. Noch be— . ; siand ein niederrheinisch-wesifaͤlischer Kreis mit seinen zahlreichen Berlin, 12. Jan. Nachdem der Herzog von Leuchtenbet seistlichen und weltlichen Ständen, dessen Vorsteher zwei kreis— am 6ten in Achen uͤbernachtet, hat derselbe am andern Morges zusschreibende Fürsten waren, ein geistlicher, der Bischof zu Muͤn⸗ um 7 ö. die 3 uͤber . . fee gr ster, ein weltlicher, . des Nachlasses ö. ausgestorbnen Von der Kommune der Stadt Swinemünde ist mi Herzoge von Juͤlich, Kleve und Berg. Das Amt dieses zwei— einem lediglich durch freiwillige Beiträge und milde Gaben *. versahen abwechselnd Preußen als Herzog von Kleve, und Einwobner aufgebrachten Kosten-Aufwande von 2100 Rihm, Kurpfalz als Herzog von Juͤlich. Ueberhaupt hatte die Theilung eine neue, mit geschmackvoller Verzierung versehene Orgö Wr zes vorgenannten Nachlasses bei weitem nicht alle Spuren des die dertige , e ö ; . ö, . . n, . 99 r ,n und ., In die drei Häfen de egierungs-Bezirks Köslin jischen Antheile blieb noch manche Gemeinschaft, namentlich im liefen im wer egen en Wonat Dezember 7 Schi fe und 12 Bil en. und g en. Hierzu kamen fur das . ein und 2 Schiffe und 1 Doot verließen dieselben. Mit de hum Kleve besonders die Gebietsverwickelungen mit den verei— . e tur gen, ligten . K i, nn, . valdermuͤnde ei erke gefunden, e Savenaer und Heißen, die Rhein / un aaßZoͤlle und die ge⸗ ö , . ö 23 n , 96 Am ö , 534 und n , . —ᷣ ö und 2. strandete in der Gegend von Leba das mit Erbsen, Wickt el eine ere Bedeutung empfingen; die Unsicherheiten der Leinsaamen, Bettfedern und Borsten befrachtete, 117 Last gr Begraͤnzung auf Mooren und Haiden gegen Muͤnster und Kur— Schiff „Amphitrite“, vom Schiffer Muͤller aus Königsberg! kön; der strittige Umfang der schutzherrlichen Rechte uͤber die fuͤhrt und nach London bestimmt. Ein gleiches Schicksal Abtei Werden und das Stift Nieder-Elten; im Innern selbst am . e, , 14 Meilen ö. nn . J. . Grundberechtigungen, deren Unbestimmtheit jeder Preußische Schiff „Karoline“ von 152 Lasten Tragfaͤhigke eil zu seinen Gunsten zu deuten versuchte. Solchergestalt war welches mit 130 Tonnen Liverpooler Salz auf der Fahrt 0 66 ein weitschichtiges oͤffentliches Recht, das die klevemaͤrkische England nach Pillau begriffen war. Bei beiden Strandung! Regierung in dem kleinen, aber fruchtbaren und eintraͤglichen wurden die Menschen und bei der erstgenannten auch ein Th Lande zu wahren hatte. Als Depositaͤr der Quellen dieses Rechts, der Ladung gerettet, wogegen das Schiff „Karoline“, auf ein! Bewahrer und Kenner der Urkunden und mehrfach hundertjäh— Riff festsizend, von den Wellen zertruͤmmert und die ganze! rigen Verhandlungen, die dasselbe begruͤndeten, stand bei der Ne— dung ins Meer versenkt wurde. gierung ein Archivar, den Natur und Wissenschaft sehr beguͤn⸗ ö . stigen mußten, wenn er seine schwere Aufgabe gluͤcklich loͤsen sollte: J . . . jener 36 n . i,, gi war viel⸗ Maassens Nekrolog. mehr der Kriminalrath von Oven, den Neigun leiß und viel⸗ Als die allgemeine , y, am Abende l sihrige Erfahrung befähigten, der Regierung g diesem Felde an , ,. . Tod verkuͤndete, ließ e, 6 . . . , a . ausführlichen Nekrolog dieses hochgeschätzten Staal Fehn. Freilich noch nicht ahnend, wie bald der Sturm, der si , hoffen: K gan ö ö. 6. so spaͤt schon in Suͤdwesten erhoben hatte, auch auf diesem Helde die fuͤllt wird, to nicht dem Anstand allein, wo der Gerechtihl JZaat der Jahrhunderte vernichten und den muͤhsam erworbenen und dem Beduͤrfnisse des Herzens zu gnuͤgen war, moͤge M Kenntnissen ihrer Pfleger nur den geschichtlichen Wert belassen Schluß dieses Aufsatzes enthuͤllen. würde, hatte der ehrwürdige Greis nicht den Seinen allein, fuͤr Karl Georg Maasfen, das vierte von ze zen . . 3 , i. , 3 , . son⸗ ister rd am 2z3ste .* zu. choten. em Staate ein Vermaäͤchtniß hinterlassen wollen, in ö,, J Jun ire, ü dem geistigen Nachlasse, in dem erl. an Kenntniß des oͤf⸗ ö 6 . , und e re , fie. . ,, , der Herrlichkeit Niel, wozu Zifflich und Wyler, dicht an Enke ertrug. us tul:a 6 niederlandischen Graͤnze, . Die . welche jeßt i Hausgenosse; er leitete seinen Eintritt in das Geschaͤftöleben: gysten Lebenssahre diesen Sohn betrauert, ist eine Tochter n (ber nicht lange; denn er starb noch im ersten Jahre desselben, Kriminalraths von Oven, eines angesehnen Rechtsgeiehrten! Und Maassen blieb nur die Sammlung seiner Buͤcher und Kleve, dessen Liebling dieser Enkel schon in fruͤhster Jugmh Handschriften und der Segen seines Andenkens, dessen erste war, und dessen gur gg zunaͤchst er die Moͤzlichkeit einer hoͤht , war, 36 ken. , , 7 feiner aluͤcklichen en verdankte. archive schon vom 1sten Dezember ab fuͤhrte. ,, V i ,, . maͤßige V Vahrscheinlich war es dies fruͤhe an. Verwaisen, was Maa— besserung seines Einkommens mit der Steuerempfaͤnger⸗ St en wie schmerzlich er es auch empfand, eben die Selbststaͤndig⸗ in der Herrlichkeit Gahlen, am Ostende des Herzogihu it der AÄnsichten und des Urtheils gab, die mit so großer Be— Kleve, zwischen Wesel und Dorsten; und zog nun in das Kt heit euh ir verbunden ein seltenes Erbtheil der edelsten Naturen dorf . . Sitz ö ,, , e ne n, ö ö. . 5. zum . , 8 . , nr . Schule dieses laͤndlichen Wohnorts konnte nur den ersten &. es Finanzministers gehörte. olche Geister wollen nur mentar⸗Unterricht gewähren: hee, empfing daher vom zeh freundlich auf die Bahn gebracht, nicht aber und waͤr es ten Lebensjahre ab Erziehung mit geistiger Bildung, außer dM zuch von der höchsten Einsicht, Lab und Treue auf derselben aͤlterlichen Hause. Zu beidem ward er im Jahre 17798 engt sein: je williger Maassens weiches Gemüth sich der Prediger Muhrmann zu Huͤnxe, einem Kirchdorf in der Nin nn Leitung eines verehrten Großbaters hingegeben hatte, barschaft , =, und . ee schon ö. ( hel . ware das Kleinod dieser Selbststän⸗ genden Jahre höher befoͤrdert wurde, seinem Amisnachfolh . en. x Grunewald, bei 9. [. ins Jahr 1785 blieb. Die ö ss . der . en, ö. . rer und Erzieher Maassens vom zwoͤlften Jahre bis ins steo atur zum Reserendariate dei der klevemaͤr⸗ zehnte, 65 ß chen Tlth; 9. . r ee, len als evangelischer Superintendent zu Achen; und den Vun . wohlthuender Erinnerung und dankbarer Verehrung zwisch Die Pruͤfung ward am 21. April vollzogen. Das Anstellungs⸗

reseript ist am 12ten Mai erlassen worden. ) Nicht 70, wie mehrfach dͤffentlich angegeben worden.

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kischen Regierung uͤbergieng. ) Aber bald nachher ward ihm der außerordentliche Auftrag, die Kommissarien als Huͤlfsarbei⸗ ter zu begleiten, welche von Kleve im April 1793 nach Neuwied gesandt wurden, um die Beschwerden wider den damals regie⸗ renden Fuͤrsten Friedrich Karl“) zu untersuchen und abzustellen. Der bis zum Junius 1794 verlängerte Aufenthalt in . konnte wohl auch mehr Gelegenheit geben, vielseitige Kenntnisse zu erwerben nn g. bewähren, als die gewohnlichen Justizge— schaͤste daheim. Maassens Lehrjahre fielen in eine lehrreiche Zeit. Tausende haben sie mit ihm durchlebt; aber ihre Lehre und Warnung ist spurlos an ihnen voruͤbergegangen. Maassen hat ihre Mahnungen nie vergessen: immerdar blieb ihm eben sowohl gegenwartig, wie leicht und wie weit selbst Wohlwollen und Kraft sich verlieren kann in Abentheuerlichkeit und Vergeu—

det, der es an Raum und Stoff fuͤr wuͤrdiges Wirken gebricht; als wie schrecklich die betrogne Philantropie aus ihren goldnen Traͤumen erwachte, unter den Erpressungen ihrer Plünderer und den Beilen ihrer Henker.

Der Krieg, bis dahin mit wechselndem Gluͤcke zwischen Mosel und Rhein gefuͤhrt, nahte nun auch dem Niederrheine. Die klevemaͤrkische Regierung verlies im Anfange des Oktobers 1794 das linke Rheinufer, bald nachher von den Franzosen be—⸗ setzt, und zog sich nach Wesel zuruͤck. Der Frost des naͤchstfol⸗ genden Dezembers entzog den vereinigten Niederlanden ihre na— tuͤrliche Schutzwehr: ihre Gewaͤsser wurden gangbar fuͤr die Heere Frankreichs, und das Land nunmehr deren leichte Beute. Wesel war jezt auch auf dem rechten Rheinufer bedroht, und die Regierung erhielt deshalb im Januar Befehl, ihren Sitz noch weiter ruͤckwärts nach Hamm zu verlegen. Der Frieden, welchen Preußen am 5. April 1795 mit Frankreich zu Basel schloß, endigte vorlaufig diesen unsichern Zustand. Das linke Rheinufer blieb vorerst militärisch von Frankreich besetzt: die Regierung gieng daher nicht nach Kleve zuruͤck, sondern eroͤffnete ihre , am 1sten Oktoher 1795 zu Emmerich, auf dem rechten Rheinufer, wo sie seitdem ungestsrt fast acht Jahre lang verblieb. Zwar verfuͤgte sich spaͤter ein großer Theil ihrer Mit glieder nach Kleve, um die Remtspflege von dort aus zu verwalten: aber der Hoheits-Senat und das Archiv waren stets in Emmerich. Maassen folgte der Regierung auf allen diesen Zuͤgen, versah die Geschaͤfte des zuruͤckgebliebnen Archiwars, und ward, als die— ser endlich sein Amt niederlegte, durch ein Rescript vom 30sten Dezember 1795 mit 600 Thlr. Gehalt zum geheimen Regierungs— archivarius und Hoheitssekretaͤr ernannt. Er erhielt also im 27sten Lebensjahre zuerst eine feste Anstellung mit Gehalt im preußischen Staatsdienste. Als Beweis, welche Wuͤrdigung seine Kenntnifse schon damals erhielten, verdient Erwähnung, daß die Juristen-Fakultät zu Duisburg ihm die Lehrstelle antrüg, welche durch den Tod des Professors Krafft erledigt war. Maassen verblieb indeß im Justizdienste, betrieb auch richterliche Geschäfte, neben der Archivarbeit, und ward deshalb am gten Januar 1799 auch noch zum Kriminalrathe bestellt. Bald nach der Mitte des Jahres 1802 besetzte Preußen die sekularisirten Stifter und me— diatisirten Reichsstädte, die zur Entschaͤdigung fuͤr Geldern, Moͤrs und Kleve westwaͤrts des Rheins dienten, welche ganzlich an Frankreich abgetreten worden: namentlich zwischen der Weser und dem Rheine den suͤdoͤstlichen Theil des Bisthums Muͤnster mit der Hauptstadt, und das Bisthum Paderborn als Fuͤrsten— thuͤmer, die Abteien Essen und Werden als Grafschaften, und das Stift, jetzt Herrschaft Nieder-Elten. ;

Das Reglement uͤber die Vertheilung der Geschaͤfte zwischen den Landes⸗-Kollegien in den preußischen Entschaͤdigungs Landern vom 2ten April 1803 belaäͤst den Regierungen nür die Justiz, Lehns- und Vormundschafts-Sachen, und uͤberweist alle Hoheits- Kirchen-, Schul-, Stiftungs,, Kommunal- und hoͤhern Polizei⸗ Sachen, welche sie bisher verwalteten, den Kriegs- und Domaͤ— nen⸗Kammern; wesentlich eben so, wie dies seit 1808 fuͤr den ganzen Staat geschahe: nur blieben damals die Namen beider El nde noch unverandert. Das Patent vom 11ten September desselben Jahres verkuͤndigt ferner die Errichtung einer neuen Regierung zu Muͤnster fuͤr das Fuͤrstenthum Muͤnster, das Her— zogthum Kleve ostseits Rheins, die Grafschaft Mark, die vor— maligen Abteien Essen, Werden und Elten. In Folge dieser Bestimmungen wurde die klevemarkische Regierung zu Emmerich am 18ten Sept. 1803 aufgeloͤst; das Personal derselben gieng an die neue Regierung zu Muͤnster uͤber: die . Kirchen⸗, Schul, Stiftungs-, Kommunal- und hoͤhern Polizei⸗Sachen, die sie bisher verwaltet hatte, wurden an die Kriegs- und Domaͤnen⸗ Kammer zu Hamm abgegeben. Die Trennung dieser Sachen war schwierig, und hielt noch ein Jahr auf. Bis dahin stand Maassen bei der Regierung zu Muͤnster: dann aber gieng er mit seinen Geschäaͤften an die Kammer zu Hamm uͤber, um sie als Mitglied des Kollegiums, als Kriegs- und Domäͤnenrath, fortzusetzen. Seine Bestallung hieruͤber ist am 18. Nov. 18604 ausgefertigt.

So trat Maassen im 6sten Lebensjahre zur Polizei⸗ und Finanz⸗Verwaltung uͤber, nicht ahnend, wie weit dieser Schritt ihn führen wuͤrde. Die Landestheile, worauf sein Dienst sich bezog, waren mit Ausnahme der drei Abteien altpreußische, welche nur die Behoͤrde, nicht die Verfassung ihrer Anstalten wechselten; zwei Jahre, verlebt in einem unsichern Zustande, in der naͤchsten Beruͤhrung mit einer unersaͤttlichen Nachbarschaft, waren wenig geeignet fuͤr friedliche Wirksamkeit: es gehört daher um so mehr zur Bezeichnung der Bildungsstufe, worauf Maassen bereits stand, daß seine Verwaltung Anträge veranlaßte, einerseits in den großherzoglich bergischen Dienst, andrerseits in das General— direktortum zu Berlin einzutreten. Jene wurden unbedenklich abgelehnt, diese blieben unfruchtbar, weil die Folgen der Schlacht von Auerstädt die Verhandlung unterbrachen. Der Frieden zu Tilsit vom gten Julius 1807 entzog dem preußischen Staate die Halfte seiner Besitzungen, namentlich auch die westfaͤlischen; und

zit tiefer Betruͤbniß legte Mangssen einen Abdruck des Publi—

kandums vom 29. August desselben Jahres, wodurch sein Konig

auch ihn seiner Dienstpflichten entlies, zu seinen Personal⸗Akten. In der That war seine Lage nicht ohn Schwierigkeit. Wenn auch nicht dem dringenden Beduͤrfnisse des ersten Augenblicks mittellos hingegeben, fehlte doch viel zu der Unabhängigkeit, welche beßre Tage, wie entfernt sie damals auch erscheinen moch— ten, geschäft- und erwerblos abwarten konnte. denheit gestattete keine Hoffnung auf einen Ruf in den bedräͤng—

) Er bestand die Referendariats⸗Pruüͤfung am 4 August 1782. Das mu nn, ,, ward aber erst am 30. Maͤrz 1793 aus⸗ gefertigt.

„5 Die Fuͤrsten zu Wied Runkel und zu Sayn Witgenstein⸗ Berleberg hatten auf Einsetzung einer Kuratel bei dem Reschskam⸗ mergericht angetragen, die auch unter preußischer Vermittelung er⸗ solgte, aber im Jahre 17098 von dem Reichshofrathe wieder aufge⸗ hoben wurde. Friedrich Karl legte jedoch 1802 die Regierung fret⸗ willig nieder, ünd begab sich nach Freiburg im Brisgau, wo er 1809 starb.

Seine Beschei⸗

ten Staat, dem sein Herz ergeben blieb; und sein Gesuͤhl wi⸗ derstrebte dem Dienste der fremden Macht, die jetzt den Landes- theil beherrschte, dem seine Thätigkeit bisher ausschließlich gewid⸗ met war. Hier, wo das persönliche Verhältniß entscheidend her⸗ vortritt, muß erwahnt werden, daß Maassen, als er mit fester Besoldung angestellt sein Schicksal gesichert glaubte, Gatte und Vater wurde. Schon im Jahre 1794 sah er zu Neuwied die Tochter des angesehenen Kaufmanns Voöͤlcker, Johanna Maria, ausgezeichnet durch Vorzuͤge des Geistes und des Herzens: er gewann ihre Zuneigung, ünd am 29sten Mal 1797 ward ihre Verbindung zu Wesel im Hause des Oheims der Braut vollzo—⸗ gen, die jetzt als Witwe, nach einer 37jährigen uͤberaus gluͤckli= chen Ehe, den Mann betrauert, dem sie ganz lebte. Mit ihr

verl uͤberlebten den Vater eine Tochter, seit 1819 dem Fabrikherrn dung, wenn dig Grundherrlichkeit sich mit einer Macht beklei⸗ ͤ erst in diesem Jahre die dritte und lezte Prüfung fuͤr den Staatt⸗

William Kockerill zu Guben vermählt, und zwei Sohne, die beide

dienst bestanden, wonach der ältere zum KammergerichtsAssessor der juͤngre zum Regierungs / Assessor ernannt worden ist. Eine Tochter und ein Sohn sind in fruͤhester Kindheit gesterben.

Maassens drei uͤberlebende Kinder lebten saͤmmtlich bereits im Jahre 18307, und wahrscheinlich entschieden zunächst Ruück— sichten auf ihre Zukunft, daß Maassen, einem erneuten Rufe des großherzoglich bergischen Staatsministers Grafen von Nes⸗ selrobe felgend, endlich im Mai 1808 nach Duͤsseldorf gieng, und als vortragender Rath bei dem Ministerio daselbst Sachen des Innern und des Kultus uͤbernahm.

Aber fremd und taglich nur fremder ward ihm dieser Ge— schäfts betrieb: und wie belobend auch hier seine Sachkenntniß, 96 und Redlichkeit anerkannt wurde; so war es doch ein

Köck fuͤr ihn, daß die Beschäftigung in Duͤsseldorf kaum ein Jahr dauerte. ö

Kräftig ward indeß im preußischen Staate der Auferste⸗ hung zu neuem Leben Naum und Bahn bereitet: der Zeiten Üngunst trieb nur dringender porwaͤrts. In Folge der Verord⸗ nung vom 26sten Dezember 1808, wegen verbesserter Einrich— tung der Provinzial-Polizei- und Finanz⸗Behoͤrden wurden die damals noch erhaltenen acht Kriegs- und Domaäͤnen-Kammern mit großer Erweiterung ihres Geschaͤftskreises in Regierungen umgewandelt: unter diesen auch die kurmaͤrkische, die, von Ber⸗ lin nach Potsdam verlegt, zum ersten Praͤsidenten den jetzigen Ober-Praäͤsidenten der Provinz Westfalen, wirklichen geheimen Rath, Freiherrn von Vincke, erhielt. Dieser war eben der lezte Praͤsident der klevemaͤrkischen Krieges und Domänen ⸗Kammiern zu Hamm gewesen, unter deren juͤngsten Räthen Maassen bis zur Aufloͤsung der preußischen Verwaltung stand. Es war dem Herrn von Vincke Beduͤrfniß, sich in seiner neuen Lage mit Ge— huͤlfen zu umgeben, deren Geist und Gesinnung er schon dort erprobt hatte. So ward Maassen nach Potsdam berufen, und durch ein Patent vom 24. Marz 1809 als zweiter Regierungt⸗ Direktor angestellt: die nur ungern ertheilte Entlassung aus großherzoglich bergischem Dlenste erfolgte erst am 29sten Mai. Anderthalb Jahre später, bereits unter der obern Leitung des Staatskanzlers, damals noch Freiherrn von Hardenberg, ruͤckte Maassen in dieser amtlichen Stellung hoher auf: er empfing die Bestallung als Vice-Präsident mit Beilegung eines Gehalts von dreitausend Thalern in einer belobenden Kabinetsordre vom Zisten Oktober 1810, welche besonders das Vertrauen ausdruͤckt, daß er zu den Wenigen gehoͤre, welchen bei gruͤndlichen Kennt— nissen und kräftigem Willen mitten in einer stuͤrmisch bewegten Zeit nicht die Maͤßigung entschwunden war, wodurch allein die Einheit der Regierung erhalten werden konnte.

Maassen verblieb hierbei waͤrend der drei truͤben Jahre, worin zulezt im Fruͤhjahre 1812 selbst das Dasein eines preußi—⸗ schen Staats gefährdet erschien: er verblieb darin waͤrend der folgenden drei Jahre, wo mit Opfern, woran er beinahe verblu— tete, dieser Staat wahre Selbststaͤndigkeit wieder errang. Seine ganze Vorbereitung, seine ganze Wirksamkeit hatte, bis er nach Porsdam berufen ward, dem engen Bezirke der weiland kleve— maͤrkischen Regierung angehört. Die gruͤndliche Kenntniß der verwickelten Verhältnisse des Herzogthums Kleve, die Grundlage seines fruͤhsten Fortschritts im Staatsdienste, war ein todter Schatz geworden: nur die Frucht dieser Voruͤbungen blieb; das unermuͤdliche Forschen, die Behutsamkeit im Urtheilen, das zaͤhe, nicht starre, Halten an erkannter Wahrheit. Mit dieser Aus—⸗ stattung eines doch schon fast achtzehnjäͤhrigen Geschaͤftslebens, und der wohl erhaltenen Mitgift der Natur, hellem Geist und mildem Gemuͤth, trat Maassen in die Verwaltung einer ihm bis dahin unbekannten Provinz: er trat darein unter dem un— guͤnstigsten Verhaͤltnisse der Zwecke zu den Mitteln, der Anspruͤ— che zu den Kräften, der Forderungen zu der Habe. Neben der Noth stand die Armuth, welche hoͤchstens karge Huͤlfe fuͤr den Augenblick gewaͤhren konnte. Aber in der Ansicht derer, so die Zeit erkannten, sproßte das schwankende Reis aus den Wurzeln der Eiche, und sorgsam schonten sie mitten unter ihren Bedraͤng— nissen, unter dem kuͤmmerlichen Fristen vom Tage zum Tage, die Grundlagen einer maͤchtigen Zukunft. Maagssens neüer Geschäͤftskreis umfaßte den geistigsten Theil der Aufgabe fuͤr das Herz des Staats, die Sorge fuͤr Aufrechthalten der oͤffenilichen

roͤnung und der Gewerbsamkeit, füuͤr Kirchen, Schulen und milde Stiftungen, in der ältesten Provinz des Reichs und dem Sitze seiner Herrschaft. Nicht ruͤhmend hervorzuheben ist hier die Gewandheit des Geistes, womit er schnell sein neues Ver— haältniß begriff; nicht die Einzelnheiten seiner Wirksamkeit, un— erschoͤpflich scheinend in Huͤlfmitteln, wo Huͤlfe gebrach; nicht die Freudigkeit und die Milde, womit er die Herzen gewann und die Gemuͤther erhob: ein ehrwuͤrdiger Bischoff der evange— lischen Kirche, vier und vierzig Jahre freundschastlich mit ihm verbunden, Theilnehmer an seiner Sorgfalt fuͤr Unterricht und Sitten in jenen Jahren der Pruͤfung, hat das bereits aus vol— ler Sele geihan. ) Aber daß ihm immitten dieser Drangsale nie der Leitstern aus der Ferne, nie der Blick auf den Staat und seine Zukunft entwich; daß in der Tiefe des stillen treuen Gemuͤths, in dem bescheidnen Haushalten uͤber die Provinz, vorherrschend schon die Sorge fuͤr das Ganze, schon der Haus— halter uͤber die Fuͤlle des Reiches lebte: das muß jetzt anerkannt werden, nun wir deuten konnen, was er, damals kaum dunkel ahnend, sich selbst nicht zu gestehen wagte.

Als die Heerschaaren heimkehrten, und der Treue daheim auch dankbar gedacht wurde, wählte Maassens Bescheidenheit unter mehrfach dargebotenen Ehren den Schmuck des eisernen Kreuzes,“) der, wenn die Maͤnner jener Zeit dahin geschieden sind, nur noch von der Siegesgsttin uͤber Berlins Propz een eiaporgehoben, und an den Fahnen des Heeres glaͤnzen wird. Aber bald folgte der eigne Lohn des Verdienstes, der Beruf zu

hoͤhrer Wirksamkeit. (Fortsetzung folgt.)

19. e Erler, in No. 260 der Vossischen Zeitung vom 6ten Novem⸗ e .

) Am weissen Bande, erhalten am 17. Fanuar 1816

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