1835 / 20 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

23. Der Kreis⸗Deputirte v. Berswod⸗Walrabe zu Bochum,

24. Der pensionirte Ober-Forstmeister und Gutsbesitzer Freiherr v.

7 Der Kantor und Oc 0. Der Kantor und Schullehrer Glockmann zu Perwenitz. 3. Der Landgerichts Schreiber Hochmuth in Pruͤm.

3. Der Landgerichts⸗Schreiber Hany zu Schweich.

3. Der Landgerichts Schreiber Stunde in Ratingen. 16, Ver (Gerichts-Vollzieher Beckerath in Keefeld.

19. Der Friedensg erich ts⸗Schreiber Rrabender in Rheinbach. 29. Ser Friedensgerichts⸗Schreiber Binger in St. Johann.

23. Her Gerichts⸗-Vollzieher ind hoff in Barmen 2, Der Gerichts⸗Vollzieher Scheuß in Köln.

29. Her Stabtgerichts Kastellön Cadet zu Berlin. 0. Der Friebensgerichts Bote Müller zu Polnisch Lissa.

I Ber berittene Gendarm Ro czech ow ski zu Graudenz.

Der e, . Kopystadt zu Achen. Der Ober⸗Forstmeister v Mulm ann zu Dasseldorf. Der Sber, For simesster Schirmer zu Köln. Der Geheime Archivrath Höfer in Berlin. Der Hofmarschall Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Wilhelm Bruder Sr. Majestaͤt; Major v. Rochow. ; ; Der Geheime Ober⸗Nevisionsrath v. Meusebach in Berlin. Der Regierungs- Praͤsident Graf v. Arnim in Achen. Der , in Ober - Rechnungsrath v. Reitz enstein in otsdam. . Der . Pfarrer und Schul⸗Inspektor Mambau zu Drolshagen, Regierungs- Bezirk Rirnsberg. Der Geheime Rechnungsrath Paris in Berlin. Der Rechnungsrath Gilow bei der Haupt-Bank in Berlin. Der Rendant der Haupt⸗-Banko-Kasse dike in Berlin. Der Geheime Poßrath Tim me in Berlin. Der Rechnungsrafh Lehmann bei dem General-Post⸗Amt.

Der Geheime Hofrath und Hof-Postmeister Schneider in

Berlin.

. Der Ober⸗Post⸗Direktor Maurenbrecher zu Daͤsseldorf.

Der Post⸗Birektor Gerike in Emmerich. H. Der igeneral⸗Konsul Wöhrmann zu Riga. 29. Der Landrath van der Straeten zu Gladbach. Der Landtags⸗Abgeordnete, Fabrikant Boelling zu Gladbach. 22. Der Buͤrgermeister Schwing in Stralsund. r. Der Seeretair des Staats-Raths zu Neuchatel, Calam é. 14. Der Regierungsrath Klebs in Posen. 25. Der Capitain Baeyer vom Generalstabe. . 26. Der Major Kurts, Vorstand des lithographischen Instituts. 27. ,, v. Sechendorff, vom zosten In— anterle⸗ Regiment. r 28. Der Professor Küfahl, von der Ober-Militair⸗Examinations— Kommission.

29. Der Reise Postmeister Sr. Majestaͤt des Kbnigs, Bardt in

Berlin.

Sill. Den St. Johanniter-Orden—

Der Oberst-Lientenant v. Maltitz, vom Garde-Reserve-In⸗

fanterie⸗ (Landwehr) Regiment. Der Major v. Schack, vom Lüsten Infanterie Regiment. Der Major v. Bohlen, vom 6ten Kuͤrassier-Regiment. . Der Rittmeister v. Luͤb bers, vom Aten Uhlanen? „Rkeaiment.

3. Der Rittmeister v. d. Lancken vom T7ten Uhlanen-Regiment.

6. Der Capitain Schach v. Wittenau von der 1strn Artillerie— Brigade.

Der Seconde- Lieutenant v. Kleist 4. D., fruͤher im 121tu 4 ö 2. . Feier des Kroͤnungs- und Ordens-Festes den 18. Januar 1835

Husaren⸗Regiment. S. Der Premier Lieutenant v. Moltke vom Generalnsabhe—

Der Kaiserlich Russische Rittmeister v. Nowosilzoff, Abjutant

des Gouverneurs von Moskau.

7. Der Hauptmann Graf v. Einsiedel, vom Kaiserlich Oester-⸗

reichischen Regiment Herzog von Wellington. 11. Der Kammergerichts⸗-Assessor Graf v. Schleffen.

Der Landrath des Nieder- Barnimschen Kreises v. Massow in!

Berlin.

Der Rittmeister v Wathenow, unter- Direktor der Land— schaft des gesammten Herzogthums Anhalt auf Groß— Paschlleben in Anhalt-Köthen

Der Hof-⸗Jaͤgermeister v Brandenstein, in Hessen⸗ ur⸗ . ö e n, stein. n Hessen⸗ Hombur seelen seine Zwecke und Mittel.

gischen Viensten.

3. Der egierungs-Präsident v Nordenflycht zu Marienwerder.

. Der Geheime Jußizrath v Paczenski zu Streb len.

Der Geheime Justiz und Ober⸗Landesgerichtsrath v Rochow zu Naumburg.

Ter Kammerherr und Kreis-Deputirte Freiherr v. d. Reck zu Serge feldt.

Der Landrath im Kreise Hoyerswerda, v. Göͤhz.

Der Kreis-Deyutirte des Oblauer Kreises, v. Guttschr k . 3. . ; 6 . ĩ h Kreises, v. Gu ttschrei⸗ Geschichte sein Ruhm und seine Ehre; sie sein⸗ Staͤrke in der Ge⸗

genwart; sie seine Hoffnung fur die Zukunft, sie das feste Funda⸗

ber, auf Gunschwitz. Der Landrath des Kreises Random, v. Koller, zu Stettin. Der . Deputirte Wittenberger Kreises, v. Latorff, auf Kllechen.

Reg. Bez. Arngberg.

Stolzenberg zu Remmersderf im Kreise Neuwied.

Hauptinann und FSreis⸗Deputirte v. Broesigke auf

Hammer bei Brandenburg. .

Kammerherr und Regierungsrath in Herzogl. Sachsen-Ko⸗ burg-Giothaschen Diensten, Moritz v. Haacke. Rittmeister v. Gellhorn a D. auf Jako nsdorf in Schlesien.

er Hofmarschall des Prinzen Christian von Danemark Königl.

78

in Schlesien. Der berittene Gendarm Hagemann zu Breslau. Der Gendarmerie⸗Wachtmelster Kirschke zu Ratibor. Der Gendarm Pfeffer zu Bunzlau. 3. Der Fendarmerie⸗Wachtmeister Zum brunn in Hirschbeeg. 453. Der staͤdtische Foͤrster Gave bei Garz in Pommern. . Der berittene Gendarm Liene mann zu Ueckermünde.

Kreiseg. Der Freischulze Appel in Stresow, Reg. Bez. Stettin.

Reg. Bez. Köslin.

Zipplitt. Kreise, Jaehnigen.

Delitzsch. : 532. Der Gendarm der Aten Brigade Schultz IL zu Ermeleben. 33. Der Kolonus Wulf in Lotte, Kreis Tecklenburg. Der Kolonus Hartmann in Gohfeld, Reg. Bez. Minden.

Minden. 57. Der Schoͤffe Kyll zu Kruft im Keeise Mayen. 58. Der berittene Gendarm Lisdorf zu Siegburg.

Bez. Coblenz. Der Gendarmerie⸗Wachtmeister Junke zu Saarlouis. Der Stent Aufseher Durau zu Loebau, Reg. Bez. Marien⸗ werder Der Waldbereiter Knapp zu Glaͤsendorf, Reg. Bez. Oppeln. Der Gerbermeister Giesecke zu Taterberg in der Altmark. Der Gräaͤnz-Aufseher Weiß zu Altenhagen, Reg. Bez. Minden. Der Bruͤckzoll-Erheber Cavallier zu Lockstadt, Reg. Bez. Potsdam. Der Salzwaͤrter Kuba zu Greifswalde. Der Gedinge⸗Bauer Gottfried Richter zu Wendisch-Ossig

bei Görlitz 8. Der Nagelschmidt Beyer in Anklam.

RN e d

nicht treffender und inhaltreicher bezeichnen, als wenn man es das velebende Fest reiner inniger VBaterlandsliebe nennt, denn ihr

ehrenvollen Auszeichnungen, in ernsten Verpflichtungen, auf's neue

Vaterland zu leben und zu sterben.

Hoheit, Graf v. Moltke, zu Moltkenburg.

Der Regierungsrattz und Kammerherr in Großherzogl. Olden⸗ burgischen Diensten, v. Lütz ow. z

Der Koͤnigl. Saͤchsische Kammerherr v. Uechtritz in Dresden.

Der Herzogl. Anhalt-Dessauische Kammerherr v. Behren⸗ horst in Dessau.

l. Das Allgemeine Ehrenzeichen.

er Wachtnieister Khose vom Garde-Reserve-Ärmee⸗Gendar— merie⸗ Kommando

Der Feldwebel-Sergeant Flius von der Garde-unteroffizier⸗ Compagnie. ;

Der Organist und Schullehrer Georgi zu Geamenz bei Neu⸗ Stettin.

Der Lehrer Schreyer zu Muͤcheln, Reg. Bez Merseburg.

z Der Lehrer Hipp auf in Rawiez, Reg. Bez Posen.

6. Der Gloͤckner Fitz ner zu Schmlegel.

anist Wie he zu Windheim.

3. Der Schullehrer Haverkamp zu Soest.

Der Schullebrer Hreve zu Lienen.

Der Gendarm Gernand von der ten Gendarmerie-Brigade zu Iserlohn.

2. Der . Lagemann bei der Königlichen Mänze in Berlin.

Der Feiedensgerichts⸗ Schteiher Wolters zu Siegburg s. Ber Gerichts-Schrelber Jobvantgen zu Bonn.

1. Ber Gerichts- Vollzieher Heckmann in AÄchen. Der Gerichts⸗Vollzieher Maaßen in Malmedy.

Der Gerichts⸗Vollzieher Grein in Kömn.

58. Der Gerichts Vollzieher Franz in Prüm. 3 3 Kniffler zu Koln

Der Botenmeister Langguth zu Branzenburg,

31. Der 1 Kugelwaͤchter im Kriegs-Minißserium zu erlin. Der Gendarm der sten Gendgrm.-Brig. in Berlin, Langnese. „Der Gendarm Kuntz zu Havelberg. Ber Gendarm Kelbing zu Driesen.

r berittene Gendarm Stürmer zu Stühm.

37. Bir Kreisbote Râbnke zu Königsberg in Preußen. Ber Hefen Gute, ind b echt Echt eng prbär zu

Kammerswalhan jn Schlesien,

Augenblicke bitte ich, diese Gedanken uns klar und wichtig zu

dende n um so lockender, je feuriger und lebendiger diese Liebe ist.

lich im gluͤcklichen Zustande des Wachsthums und einer segensreichen,

leicht tritt dann Ueberschätzung und Uebermuth ein, und sind

Erfahrung, dem wahren Wohl des Vaterlands nachtheiliger und verderblicher, als (ben dieser National⸗Stolz.

Darum verstebt der National-Stolz die Zeit nicht, weder in ihrer

zen sich hochmuͤthig abschließt, so erweitert sich der fogenannte

gesprochen im Ritter Saale des Königlichen Schlosses bei der

von dem Bischofe der evangelischen Kirche, Koͤnigl. Hof-Prediger und Domherrn . 3 , Ritter des Rothen Adler-Hrdens 2ter Klasse mit Stern, und des Civil-Verdienst-Ordens der Bayerischen Krone. Man kann das Kroͤnungs- und Ordens-Fest mit einem Worte

verdankt es seinen Ursprung und seine Erhaltung, ihre Kraͤfte be⸗ So oft es wiederkehrt und der Koͤnig Seins Familie und Diener um Seinen Thron versammelt, soll diese Vaterlandsliebe in großen historischen Erinnerungen, in

geweckt und ihre reine Flamme in unserer Brust genaͤhrt werden, daß er unerschuͤtterlich feststehe, der heilige Entschluß, fuͤr unser Aus dieser Vaterlandsliebe und ihrer tief liegenden gesunden Wurzel, ist die Kraft, der Muth, die Wohlfahrt und Große des Vaterlandes erwachsen; sie ist in der

ment, auf dem das große Ganze ruhet. .

Sich selbst gleich und treu, und in ihrem Pflichtgefuͤhl stets unveränderlich dieselbe, gestaltet sich die Vaterlandsliebe doch nach der Beschaffenheit, den Fortschrüten und Beduͤrfnissen der Zeit, und wenn sie die Wohlthaten und Beguͤnstigungen derselben dankbar annimmt und weise benutzt, so ist sie eben so sehr auf der Huth, gegen ihre Versuchungen und Gefahren. Diese Ver suchungen und Gefahren liegen aber klar am Tage, sie sind „ein engherziger National-Stolz auf der einen, und ein flacher Kosmopolitismus auf der andern Seite, und sich zwischen beiden Extremen nach den Grundsaͤtzen des Christenthums, in der rechten Mitte zu halten, ist eben jetzt die große Aufgabe unserer Zeit.“ Nur um einige

machen.

Leicht kann die Vaterlandsliebe ein eitlee Nation al-Stolz werden, und die hier drohende Gefahr ist um so großer, die blen⸗

Glaänzt das Vaterland auf hoher Ehrenstufe, hat es sich unsterblichen Ruhm erworben, besitzt es große Vorzuͤge, befindet es

fortschreitenben Entwickelung, darf es seiner Kraft vertrauen, o! wie

nicht grade die Hochgestellten, die Ausgezeichneten, die Bevorzugten, denen es wohl gehet, solcher Verblendung und Gefahr am meisten ausgesetzt? Nichts aber ist, nach dem Zeugnisse der Geschichte und

; e Er verkehrt das schoͤne sittliche Gefuͤhl der Wuͤrde in widerlichen, schnoͤden Hoch— muth, und ruhige Beobachtung, richtige Vergleichung und reine Wahrheitsliebe ist von ihm gewichen. Er ist die Quelle der Partei⸗ sucht, verdirbt die gute Stimmung, erbittert alle, die er verletzt, und erzeugt Neid, Hader und Zwietracht. Die Erkenntniß und das Ge⸗ fuͤhl noch vorhandener Mangel ist ihm fremde, er waͤhnt fertig zu seyn und sieht stille, wo aber Stillstand ist, tritt Ruͤckgang ein.

Licht- noch Schattenseite, Selbstsucht verblendet ihn, befangen ist sein Blick, einseitig sein Urtheil, beschraͤnkt sein Maßstab. Was der Hochsinn errang, geht im Hochmuthe wieder unter, und er ist der giftige Wurm, der die edelsten Biüthen und Früchte zernagt. An— dere durch Uebermuth gekraäͤnkte Völker zur Rache reizend, ist De⸗ muthigung uber kurz oder lang, seine unausbleibliche, wohlverdiente Strafe. Fern von aller wahren Gottesfurcht und ungeschminkten De⸗ muth ist er die Frucht der Selbstsucht, die das Vaterland der Vortheile und Vorzüge wegen, die es dem persoͤnlichen Interesse gewaͤhrt, liebt und preiset. Er hat seine Lebenswurzeln nicht in der Kraft des Ganzen und der Gesammtheit, sondern des Einzelnen, darum besteht er nicht im Unglück, und fallt ab, zur Zeit der Anfechtung. Das ernste, tiefe Wort: Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demüthigen giebt er Gnade, gilt wie von einzelnen Menschen, so von ganzen Nationen. Was hat so viele eroberungs⸗ suͤchtige, blutgierige Kriege erzeugt? Was anders als der ehrgeizige National-Stolz. Was hat so manches Volk und Land um Ehre, Gluck und Wohlfahrt gebracht und von seiner Hohe herabgestuͤrzt, in die schmachvolle Tiefe des Verderbens? Was anders als das einschlafernde Gefühl einer stolzen Sicherhelt und Sattheit. Laut bezeugt es die Geschichte aller Jahrhunderte, laut die Geschichte un serer Zeit. Nichts ist der wahren Vaterlandsliebe verderblicher als National ⸗Stolz.

Nichts verderblicher, als der flache Kosmopolitismus. Seltsame Widersprüche, schneidende Kontraste, auffallende Extreme, die sich hier berühren. Wenn der National-Stol; in engen Graͤn⸗

weltbürgerliche Sinn ins Endlose und Unermeßliche und will, um

Der Kreis Tatator und Gerichtsscholz Wandel zu Nansern

.Der Gutsbesitzer Rewoldt in Groß⸗-Polzin, Greifswalder

45. Der Freischulze und Erbpaͤchter Uunkrieg zu Strickershagen, Der VWachtmeister der Iten Gendarmerie⸗ Brigade zu Posen, 506 Der Gendarm der 3ten Gendarmerie-Brigade im Wagrowiccer

Der Gendarm der aten Brigade Troihzsch zu Landsberg, Kreis

33 Der Posizeidiener Schering in Geschen. Reg. Bez. Muͤnster. oz. Der Kalonus Muͤller- Steinsieck in Schildesche, Reg. Bez.

Der Gendarmerte⸗Wachtmeister Dessau zu Altenkirchen, Reg.

und die große weite. Welt ist sein Vaterland. Er naͤhrt Traͤume von allgemeiner Menschen⸗-Begluͤckung und verhesßt goldenes Zeitalter. Freiheit und Unabhängigkeit ist seine und ein Universal⸗Reich sein großer Plan und Wunsch. D Menschengeschlecht ist ihm Eine Familie und, durch Hu ginander verbunden, in seiner Muͤndigfeit sich selbst genug Auswaͤrtige gilt ihm so viel als das Einheimische; das Vat Entfernte glänzt im Farbenschmuck einer reichen Phantafie ihm la licher als das Nahe und Bekannte. Kann er seln Glück nicht! fe wün cht in der Hzimath finden, so kostet s in nichts, in der Fremde ju suchen. Fuͤr das Vaterland auch in beschran Verhaͤltnissen zu leben und sich aufzuopfern, duͤnkt ihm Thorhen linverstand. So tödtet er allen Hatrsotismus, vernichten eta

haͤnglichkeit, verwandelt seine Bekenner in schlechte ne gel.

in seiner Ausdehnung, Flach heit und Zerslossenhent kraftlos, th vom Ganzen, ohne für feine Theile etwas zu leisten, wi Alies jn lhutrabere eben darum nichts; lieht in fachen Gefühlen die em! ten Unbekannten und vernachlaͤssigt seine naͤchsten Umgebungen . darf es noch des Beweises, daß der wahren Vaterlandslieben nachtheiliger ist, als dieser vage weltbuͤrgerliche Sinn? . So steht unsere Zeit zwischen zwes gleich gefaͤhrlichen Ern men, beide bilden, die schrofsten Gegensaͤtze, beide faͤmpfen mit! ander und beide sind verderblich. Die Wahrheit liegt auch hin der Mitte, Per zeigt sie unz u ntrüglich? und fuhrt auf rechten Weg sich er zum heilbringenden diele Wer ander, allein Der, an Ben wir Christen glauben und Dem wir Alles ig danken. Denn Wer hat je sein Vaterland reiner, tiefer, hes geliebt als Jesus unser Herr? Wer seine Vorzüge höher gesgh wer seine Gebrechen tiefer empfunden? Wer ist je mit der schichte desselben vertrauter gewesen, so daß er stets in der Gn wart die Fruͤchte der Vergangenheit und die Keime der Zukuns Wer hat je ausschließungsweise so einzig und ung etheit sein Vaterland gelebt und gewirkt wie Er! „Ich bin,“ hören Ihn rufen, „nicht gesandt, denn nur zu den verlor Schafen von dem Hause Israel.““) Und merkwuͤrdige, zige Erscheinung in ihrer Art. Wer hat je mit dieser abgeschli nen, lebendigen Vaterlandsliebe, so gluͤcklich und bejruchtend ah meine Menschenliebe verbunden, und zwischen beiden, diefe jtj unt erordnend, eine so segensvolle Vereinigung gestiftet alz Nur feinem Volte angehdrig, vernichtete er dennoch den Visn haß der juͤdischen und den Nationalstolz der heidnischen Nation, Griechen und Roͤmer. Fuͤr sein Vaterland lebend und sterbend, n sohnte Er die Welt, und brachte Liebe, Wohlwollen und Menst lichkeit der weiten Erde und ihren Bewohnern. Zunaͤchst nur nen Mitbuͤrgern sich hingebend, trug Er dennoch die ganze Men heit im ö und goß seiner Segnung Stroͤme uͤber sie aus.) ihm schloß sich die alte Zeit finsterer Jahrhunderte, mit Ihm m durch Ihn begann die neue bessere; den Haß und Stolz der M ker verwandelte Er in Liebe, aber der Liebe wies er einen ch schlossenen Wirkungskreis an. Alle nahen und entfernten Ver nisse wollte und will Er n, nn, und begluͤcken, dnn das große und tiefe Gesetzz Alles nun, was ihr wollt, i euch die Menschen thun sollen, das thut ihr ihnen, Großes, heiliges Vorbild, in Ihm sehen wir vermittelt, vereinigt i verschmolzen, was vorher entweder sich feindlich gegenuͤberstanz n schlaff auseinander ging. In Ihm erblicken wir das erhabess Muster fuͤr alle Regenten und Voͤlker zur Nachfyolge aufgeßtl⸗ in Ihm und durch Ihn verwirklicht sich „der hetlge Bunz = Gluckliches Volk, dessen Verfassung auf diesem festen Grum satze eigenthuͤmlicher nationaler Vaterlandsliebe und all gemeln Menschenliebe wie auf einem Felsen ruhet! Gluͤckliches Land, de sen Bewohner dieser kraftige und milde Geist frisch und schenm durchdringt! Da denkt, sorscht, lebt und wirkt man fuͤr seine ni sten Umgebungen und Verhaͤltnisse, und nuͤtzt doch der Menschhes Da ist man treu im abgeschlossenen Berufe, da wacht man uͤhen Zucht und Sitte, Ordnung und Gesetz, und nimmt doch Thiil an der erbesserung der Welt; da liebt man sein Voik über üg und hasset und fuͤrchtet keines. Da haͤngt die volle Seele ungethnh tiefer Ehrfurcht an den Koͤnig und Sein Haus, da traͤgt man sch Vaterland im treuen Herzen, ist feuriger Patriot und doch Weltnin ger im edelsten christlichen Sinne. AUnsere bewegte Zeit bedarf dieses christlichen, versoͤhnenden th zips, daß sie frei werde von der Ungerechtigkeit des engherzigen M tio nalstolzes und von der Schwaͤrmerei des vagen Kosmopolitism Mit kühner Hand hat unser Zeitalter Verbindungen unter alt Theilen der Erde geknüpft und der Europaͤischen Bildung Wa und Zugänge zu allen Vdͤlkern geöffnet. Das Entfernte ö in h Naͤhe geruͤckt, das Beschwerliche vielfach erleichtert, das, waß st her entgegengesetzt schien, ist auf abgekuͤrzten Wegen, wie im Fli in. Gemeinschaft getreten. Gluͤckliche Fortschritte, wenn die in mittelnde Kraft christlicher Vaterlandsliebe sie leitet; gluͤcklich, he alle vermehrte Einsichten nun auch das allgemeine Beste befor und alle großartige Verbindungen im wechselseitigen Einftuß Volker ihnen wahren Segen bringen. Und darum segnet Vaterland, darum segnet die Welt, die friedlichen, wohlwollem ermuthigenden Verbindungen, die zur Belebung und Befoͤrden gemeinschaftlicher Wohlfahrt unser Koͤnig und Herr mit den ben barten Stagten gestistet; alle beengende Sperren und Scht ken, die sich in vielfachen Graͤnzen feindselig gegenuͤberstahh das Leben erschwerten, und seine Thaͤtigkeit laͤhmten, aufge häh und so mit der innigsten Vaterlandsliebe, die aligemeine Mensch liebe, im Geiste des Christenthnms gluͤcklich verschmolzen hat. 6 toͤnt lieblich und schoͤn, durch diese verbundenen Länder, der harm nische Einklang wechselseitiger Eintracht und Wohlthat, und n allgemein friedliche Einverständniß erquicket Auge und Herz li wie koͤnnten wir dabel heute deiner vergessen, edler, boͤchsinnh Mann, der du in der Hand deines Koͤnigs, das vorzuͤgliche Wöh zeug ö. Vollbringung dieser großartigen Verbindungen“ waress in ach! so bald uns hast verlassen muüͤssen. Wir vermissen und bens nen dich, und dein Gedächtniß bleibt im Scegen. O! es ss n schoͤner —Nuhm, der das Grab der Helden und Staatsdiener in schweht, die in fester Treue, in großen Resultaten, fuͤr das Volt land lebten und starben. Nur Wenigen ist es vergönnt, solchen i sterblichen Ruhm zu erwerben, aber Alle koͤnnen und follen dem ihnen angewiesenen Standpunkte treu in Erfüllung ihrer Pit, ten seyn. Solche Treue ist es auch, die der Königliche Herr so gm anerkennt, und auch heute wieder, auf allen Stufen und in allen th den, nahe und ferne gnaͤdig belohnt., Und o wie suͤß und llt wird diese pflichtmaͤßige Treue, wenn sie Vaterlandsl ie be ist; Lich Neigung, angestammte, mit der Muttermilch eingesogene dan kral Anhaͤnglichkeit; Gefuͤhl, Drang, Pulsschlag des Herzens, tief s, nige, in allen Adern fließende Liebe, die nichts Besseres kennt, g fuͤr das Vaterland zu leben und zu sterben, und so dem Himmel st weihet, indem sie der Erde nuͤtzt Hler stehe ich, ernst und tlefbewegt, und es ist mir so, als wan ich, im vorgerückten Greises⸗Alter, hier am Fußt des Thrones un dieser hohen Versammlung heute zum Letz tenmale ffaͤnde. Danlbt fur die Huld und Nachsicht, womit seit einer langen Reihe thh Jahren, meine, an diesem Feste gehaltenen Reden aufgenommen simj mache ich auch gern dem Wuürdigern Platz; aber das letzte Woh was ich beute spreche, wird auch das letzte meines Lebens sc⸗ Gott segne den Konig und Sein Haus! Er segnend— Vaterland Amen.

Mathaus 156, V. 24

sich frei bewegen zu konnen, gar feine Graͤnzen. Graͤnzen und

Schranken haͤlt er fuͤr elne Erfindung der Willkür und herrschsug⸗ sil

Zeitung s⸗Rachrichteßz. . 6 d.

Frankreich.

aris, 12. Jan. Der Fuͤrst von Talleyrand speiste gestern dem Preußischen Gesandten. ;

m Journal de Paris liest man: „Die Presse hat h schr viel mit dem Schreiben beschaͤftigt, durch welches der iest von Talleyrand sein Abschiedsgesuch motivirt. Man hat nicht an Beleidigungen gegen den ältesten und gewandtesten serer Diplomgten fehlen lasfen; die Dienste, die er der Re⸗ lung von 1830 geleistet hat, mußten ihm die Beleidigungen

Parteien zuziehen; es ist dies die unausbleibliche Belohnung er Staatsmänner, die der JuliMonarchie Anhänglichkeit ge—⸗ sat und ihr gedient haben. Aber das Pudlikum kennt den herth solcher Angriffe zu gut, als daß wir diesen letzteren chr Wichtigkeit beilegen sollten, als die angegriffenen Perso⸗ bst.“ . 6 Granville befindet sich noch immer in Paris, obgleich sich nicht mehr mit den Gesandtschafts⸗Angelegenheiten be⸗ haäftigt; er hatte gestern eine lange Konferenz mit dem Herzoge hecazes. Der neue Englische Botschafter, Lord Cowley, soll stern in Paris eingetroffen seyn, und bereits eine Audienz eim Koͤnige gehabt haben.

Der Rational enthalt Folgendes: „Man schien gestern der Deputirten⸗ Kammer sehr betruͤbt uͤber die neue Aufloͤsung, eiche dem Ministerium droht. Das Ausscheiden des Marschalls dortier ist unvermeidlich; seine Gefaͤlligkeit scheint erschoͤpft.

hatte von Anfang an erklaͤrt, nur fur eine bestimmte Zeit e klägliche Rolle durchfuͤhren zu wollen, die er aus Anhaͤng— hkeit uͤbernommen hatte. Er ruft jetzt die Erfuͤllung des ihm gebenen Versprechens an und hat nur die Sprache wieder er—⸗ sigt, um so bestimmt, als ihm seine gewohnte Unterwuͤrfigkeit laußt, die Absicht zu erkennen zu geben, sich bei der ersten

stichen Berathung, die sich darbieten wuͤrde, zuruͤckzuziehen. will die Eroͤrterung des Budgets nicht abwarten, und noch eniger die Debatten uͤber den Traktat mit den Vereinigten jtaaten, die nicht lange aufgeschoben werden koͤnnen. Es ist cht gerade der Konig, den ein solcher Entschluß in Verlegen— lt stzt. Der Konig hat einen Stellvertreter bei der Hand, mer schon lange in Reserve haͤlt. Alle Welt weiß, daß der arschall, Soult von dem Könige zum Conseils-Praͤsidenten ge⸗ ünscht wird; aber Herr Guizot hat bestimmt erklaͤrt, und wie⸗ tholte es noch gestern in der Deputirten⸗Kammer, daß er nie hr an einer Verwaltung Theil nehmen wuͤrde, deren Praͤsident r Marschall Soult waͤre.“ .

Die Polizei hat in den letzten Tagen in Folge gemachter tdeckungen Diebe à la cire verhaftet. Das Verfahren dieser ndustrie-Ritter, das lange Zeit zum großen Schaden der Pa— ser Restaurateurs gelungen, ist folgendes: Ein erster Gast tritt eine Restauration, setzt sich an einen verabredeten Platz, speist zrt glaͤnzend und entwendet ein Couvert, das er vermittelst hes sehr elastischen Stuͤckes Wachs unter das Tischblatt fest⸗ cbt; wird das entwendete Silberwerk vermißt, so besteht er rauf, daß man ihn durchsuche, und empfiehlt sich, uͤberhaͤuft hit den Entschuldigungen des Hausherrn. Aber nach ihm kommt in zweiter Gast, der mehr Eile hat, setzt sich an den naͤmlichen Plötz, nmmt das angeklebte Couvert weg, bezahlt und , , chnell zuruͤck. Man hat die Spur von mehr als 50 Diebstäh—⸗ . Art gefunden, die seit langer Zeit durch zwei associés la cire veruͤbt worden sind.

Das Dampf ⸗Paketboot‚„St. Wenefrede“, das die Ueberfahrt on Marseille nach Neapel macht, ist am 25. Dez. im Hafen on Neapel ein Raub der Flammen geworden. Die Passagiere haren ans Land gestiegen und hatten wegen der Feier des Ta— es ihre Effekten an Bord zuruͤckgelassen. Drei Mann waren ls Wache an Bord; um 8 Uhr brach das Feuer aus; man be⸗ achrichtigte schnell den Capitain, der gleich an Bord eilte. Die

Hafen liegenden Kriegsschiffe ließen durch ihre Bote das Dakeiboot auf die Rhede schleppen. Es war aber unmoglich, ch des Feuers zu bemeistern, und das Boot verbrannte bis auf ie Wasserlinie. Siebenundsechzig Stangen edlen Metalls on sehr großem Werth waren an Bord; 66 derselben wurden erettet, und man hofft, die beiden anderen wieder , mn. llein es scheint, daß man den Verlust Neapolitanischer Coupons, 5 bis 40,00 Dukaten an Werth, zu bedauern hat. Es ist benfalls gelungen, fuͤr 15 bis 20, 006 Dukaten dieser Papiere retten; man erzaͤhlt sogar, daß ein Paket dieser Coupons von M00 Dukaten ungefaͤhr 2 Meilen von dem Schauplatze des sangluͤcks, auf dem Meere schwimmend, wiedergefunden worden . Das Haus Hagermann und das Haus Odier zu Paris blen durch den Verlust obiger Fonds einen Schaden von 80 s 100, 000 Fr. erleiden. .

Die in Straßburg erscheinende Zeitung des Ober— nd Nieder-Rheins enthaͤlt nachstehendes Privat-Schreiben us Paris: „Die Botschaft des Präsidenten Jackson hat un— er den hiesigen Einwohnern ein Gefuͤhl erregt, das eigentlich icht Entruͤstung ist, indem man nicht glauben kann, daß der Praͤhent der Vereinigten Staaten wirklich die Absicht gehabt sabe, Frankreich zu drohen; indessen fand sich die Franzoͤsische impfindlichkeit durch einige uͤbelklingende Ausdruͤcke beleidigt; nan ist jetzt fur den Traktat ungleich weniger gan et gestimmt 6s fruͤher, und alle Meinungen treffen darin uͤberein, daß die

Regierung berechtigt ware, ohne der Rechtlichkeit zu schaden, sich

uuf die feindlich lautende Botschaft des Präsidenten zu stuͤtzen, m die Vollziehung des von ihr unterzeichneten Vertrages zu derweigern und die Vernichtung aller demselben vorausgegange— in Unterhandlungen zu verlangen. Die Eigenliebe der Nation ndet sich im hoͤchsten Grade verletzt. Die Rede des Generals ickson ist geeignet, auf eine Zeit lang die freundschaftlichen Besinnungen, die zwischen beiden Staaten bestanden, zu gefaͤhr⸗ den. Man ist sehr gespannt auf das, was die Regierung thun mird, und es fehlt nicht an Muihmaßungen. Man fuͤhrt sogar ton Thatsachen an. So sagt man z. B., als der Ame— tanische Gesandte, Herr Lwingston, dem Minister der luzwaͤrtigen Angelegenheiten die Botschast des Praͤsidenten offi⸗ iel mitiheilte, habe er diese e,, mit einer Note be⸗ leitet, worin er sagt, er sei von seiner Regierung ermaͤchtigt, m Voraus gegen alle uͤbelwollende Schluͤsse, die man aus den worten des Präsidenten ziehen koͤnnte, zu pProtestiren, mit dem zeiföugen, daß der Frandreich betreffende Theil der Botscheaft einen andern Zweck habe, als die Lage der Sache dem Kongreß deutlich zu machen, und ihn aufzufordern, uͤber moͤgliche Faͤlle zn berathschlagen, keineswegs aber ihn zu einem schnellen Ein— Hhreiten zu veranlassen. Der Gesandte soll am Schluß seiner Note her Franzoͤsischen Negierung die bestimmte Versicherung ertheilt beten, daß der Praͤsident in ihre Rechtlichkeit auch nie den min— esten Zweifel gesetzt habe, daß er fogar in seiner Botschaft selbst

79

eln offenes Jeugniß bafuͤr gegeben, und enblich, daß alles, tas er dem Kongreß gesagt, bloß auf der unwahrscheinlichen Hypothese beruhe, daß der Vertrag gar nicht vollzogen werden sollte. Mit einem Worte, die Note des Amerikanischen Gesandten waͤre ein ganz freund⸗ schaftlicher Kommentar und gewissermaßen eine Widerlegung der Bot⸗ schaft. Man glaubt allgemein an die Wahrheit dieses Geruchts. Nach anderen Geruͤchten, die auch vielen Glauben finden, soll der Graf v. Rigny gleich nach Empfang der offiziellen Mittheilung der Botschaft durch Herrn Livingston seine Kollegen davon in Kenntniß gesetzt und nach einer kurzen Berathung des Conseils dem Gesandten eine sehr lakonische Antwort zugestellt haben. Diese Note soll im Wesentlichen sagen, die Franzoͤsische Regie⸗ rung sahe sich zu ihrem Leidwesen genothigt, die Vorlegung des Traktats in den Kammern, die sie so bestimmt angezeigt hatte, zu unterlassen, und zwar, weil die so wenig gemessenen Ausdruͤcke des Praͤsidenten als eine Drohung betrachtet werden könnten und es sich fuͤr Frankreich nicht schicken wuͤrde, sich das Ansehen zu geben, als haͤtte es anderen Ruͤcksichten, als denen des Rech— tes und der Ehre, gehorcht; Herr Livingston moͤchte daher feine Regierung benachrichtigen, daß man den Vertrag den Kammern erst dann vorlegen wuͤrde, wenn der Praͤsident eine feierliche Erklaͤrung von sich gebe, daß die Botschaft als keine, weder di⸗ rekte noch indirekte, Drohung angesehen werden duͤrfe. Das Wahre hiervon wird man in wenig Tagen erfahren.“

Großbritanien und Irland.

London, 13. Jan. Sir Robert Peel ist nach Tamworth abgereist, um einem großen Ball beizuwohnen, zu dem ihn die dortigen Waͤhler eingeladen haben. .

In ihrem gestrigen Blatt enthaͤlt die Times einen langen Artikel, worin sie den gemäßigten Whigs zu Gemuͤthe fuͤhrt, welches Verderben sie durch ihre Vereinigung mit den Radikalen uͤber das Land hereinbringen koͤnnten, und sie daher dringend auffordert, sich den Tories anzuschließen. Diesen Artikel eroͤffnet folgende Uebersicht der Fractionen, in welche die Reform⸗Partei zerfaͤllt, die wortlich einer Adresse der durchgefallenen Tory⸗Kan⸗ didaten an die Waͤhler der City von London entnommen ist: „Die konservativen Kandidaten,“ heißt es in jener Adresse, „hatten bei dieser Gelegenheit gegen eine Coalition von vier ver— schiedenen, scharf von einander gesonderten Parteien zu kämpfen. Es wurden gegen sie ins Feld geschickt. 1) Die kon— ser vativen Whigs (Lord Stanley und sein Anhang), deren Verschiedenheit von den konservativen Tories auf keinem wesentlichen Grunde beruht. Diese beabsichtigen in der That die Erhaltung des Throns, der Pairie und der Kirche, waͤhrend sie alle Mißbraͤuche abstellen und alle nothwendige Re⸗ forinen veranstalten. Zufaͤllig aber ziehen sie, aus parteilicher Anhaͤnglichkeit, Lord Melbourne dem Sir Rob. Peel vor, und deswegen untersuͤtzten sie bei der letzten Gelegenheit (den eben vollendeten Wahlen in London) die Kandidaten, welche den Sturz des Ministeriums beabsichtigen, vor denen, welche demselben bei⸗ zustehen versprachen. 2) Die radikalen Whigs

(Graf Durham und seine Partei)h. Unter dieser Klasse fin— den wir Viele, welche bereit sind, die geheime Abstimmung (ballot) und dreijährige Parlamente zu bewilligen, um die Kir— che (nach Herrn Bulwers Ausdruck) zu stutzen; sie beabsichti⸗ gen auch, die auf die Besteuerung bezuͤglichen Artikel aus der Reform-Bill zu streichen, wodurch in den meisten Wahl— Distrikten die gegenwaͤrtig schon so große Zahl der Wähler mehr als verdoppelt werden wuͤrde. 3) Die Radikalen. Diese, von denen auch Viele in Westminster Wähler sind, haben Sir John Cam Hobhouse (Mitglied der Whig⸗Verwaltung) bei der Wahl in Westminster mit allen moglichen Beschimpfungen und Beleidigungen zuruͤckgewiesen und sind dennoch bereit, hier (in der City) Whigs, wie die Herren Crawford und Pattioson, zu unterstuͤtzen (namlich weil hier die Gegen-Kandidaten Tories waren), Whigs, die noch weit mehr konservativ sind, als Sir J. E. Hobhouse selbst. Der Zweck und die Lieblings⸗ Idee dieser Partei ist vollkommen klar: jährliche Parla—⸗ mente, allgemeines Stimmrecht und keine herrschende Kirche. 4) Die Republikaner. Diese, welche ganz offen be⸗ kennen, daß sie Revolution . sagen uns, daß wir es nun mit jener laͤcherlichen Absurdität, der monarchischen Regierungsform, lange genug ausgehalten hatten, und daß es fuͤr uns hohe Zeit sey, von Amerika Weisheit zu lernen. Diese Partei ist in der City von London die kleinste und unbedeutendste, aber sie mag doch wohl 400 bis 500 Stimmen, also ein Drei— ßigstel der Waͤhler, zahlen; und wir konnen uͤberzeugt seyn, daß diese, so viel oder so wenig ihrer sind, ihre ganze Kraft zum Besten der Reform⸗Kandidaten verwendet haben, da sie von der Ansicht ausgehen, und zwar von der sehr folgerechten Ansicht, daß Reform, wenn sie weit genug getrieben wird, uns endlich zu der Revolutivn fuͤhren muß, die sie wuͤnschen.“ Im Verfolg der Adresse geben dann die durchgefallenen Kandidaten ihren Freunden den Trost, daß die Tory⸗Partei in der City doch noch von allen Parteien die staͤrkste, und staͤrker als jede der vier ge⸗ nannten Parteien, sey, weil die Abstimmung ergeben habe, daß, trotz der Vereinigung jener ( Parteien gegen die Tories, dennoch von je 20 Waͤhlern g fuͤr sie, die Tories, gestimmt haͤt— ten. Die Oppositions⸗Blaͤtter bezeichnen die obige Klassifizirung der Whigs als sehr willkuͤrlich und ruͤgen namentlich als einen großen Mangel derselben, daß zwischen der Partei des Lord Stanley und des Lord Durham, wenn man dieselben nun einmal als konservative und radikale Whigs auffuͤhren wolle, eine in der Mite zwischen beiden stehende Fraction, die der Whigs schlechthin, welche bis zum vorigen November das Mini—⸗ steriüm innehatte, und die durch den Namen Grey oder, seitdem dieser abgetreten, durch seinen Nachfolger Melbourne repraͤsentirt werde, ganz uͤbergegangen sey; denn daß zwischen ihnen und den sogenannten konservativen Whigs noch ein bedeutender Unter— schied sey, wuͤrde, wenn er nicht allbekannt ware, durch den we— gen abweichender Ansichten uͤber das Irländische Kirchen⸗-Eigen⸗ thum im August vorigen Jahres erfolgten Austritt der Lords Stanley, Richmond, Ripon und Sir James Graham aus dem Greyschen Kabinet und durch die jetzt von dieser Partei ausgesprochene Absicht, sich dem Ministerium nicht unbedingt zu opponiren, hinlaͤnglich klar gemacht, wenn gleich die Tories dadurch noch keinesweges berechtigt seyen, jene Herren (Lord Stanley u. s. w.), wie die ministeriellen Blaͤtter jetzt zu thun begaͤnnen, zu den Ihrigen zu zählen; und wenn man nun gar, wie es die Absicht der obigen Klassifiztrung zu seyn scheine, nicht nur diese Fraction der Whigs, sondern auch Lord Melbourne und seine Freunde als mit den konservativen Tories gleichgesinnt darstellen wolle, so sey eine solche Hypothese wohl noch gewagter, da Sir Ro— bert Peel, ungeachtet aller seiner angeblichen Reform -Pläͤne, schwerlich geneigt seyn werde, auf dem von dem Ministerium Mel⸗ bourne betretenen Wege fortzufahren und die von diesem beabsichtig⸗ ten Reform ⸗Maßregeln, die aus der von Sir J. C. Hobhouse an dĩe Waͤhler von Nottingham gehaltenen Rede am besten zu ersehen seyen, auszufuͤhren. Die Times setzt indeß nicht nur in die

Richtigkeit jener Klassifizirung fuͤr London, sohderh auch (t bie . Anwendbarkeit derselban fuͤr alle wahlberechtigte Orte im ande nicht den mindesten Zweifel und behauptet, die Radikalen seyen bei weitem mehr von den konservativen Whigs verschieden, als diese von dem gegenwartigen Ministerium. Sie aͤußert sich in dieser Beziehung folgendermaßen: „Die Haͤupter der gegen— wärtigen Verwaltung, oder, wenn man sie einknal so nennen foll, die konservativen Tories, erklären sich fr die Abstellung jeder begruͤndeten Beschwerde und fuͤr die Abschaffung jedes anerkann— ten Mißbrauches und machen sich uͤberdies anheischig zu ei⸗ ner Modiftzirung des Kirchen- Vermdͤgens, stellen aber als Bedingung sine qua non die Erhaltung jener wich— tigen und althergebrachten Institutionen auf, welche zusam— men die große Grundlage der Monarchie bilden. Eben so sehen auch die Whigs die Erhaltung der Monarchie und ihrer wesentlichen Institutionen als ihr sine qua non an; da sie aber unter dem Walten der Reform⸗Bill im Amte gewesen und durch die Nothwendigkeit zur Einfuhrung gewisser eingeschraäͤnk— ter Reform-Maßregeln gezwungen worden sind, so sind ihre Verpflichtungen in der letzten Beziehung genauer bestimmt, als die der gegenwaͤrtigen Minister, doch, wie gesagt, ist auch bei ihnen der erste und bei weitem der wichtigste Zweck die Er hal— tung unserer constttutionnellen Monarchie.“ Von den Parteien unter Nr. 2, 3 und 4 sagt dann die Times, bei diesen sey gerade der entgegengesetzte Zweck vorherrschend; sie gingen alle mehr oder weniger auf Einfuͤhrung des demokratischen Prinzips aus, während ihnen das Fortbestehen der Regierung 4 Koͤnig, Lords und Gemeinen ziemlich gleichguͤltig sey. Diese sollten des⸗ wegen aus der Liste der Reformer von England auf im— mer gestrichen werden, denn ihr Zweck sey nicht, Eng— lands Institutionen zu reformiren, sondern sie umzustuͤr— zen; deswegen auch sollten sich die konservativen Whigs von ihnen lossagen und den Tories anschließen. Das aus dieser Vereinigung entstehende Doppelwesen, von der Times konservative Reformer genannt, solle dann die veralteten Pattei⸗ Namen Whig und Tory ablegen. Das Einzige, was dieser Vereinigung entgegenstehe, sey die Eifersucht, weil die Whigs die Sitze wieder einnehmen möchten, aus denen die Torles sie verdraͤngt haben. Das werde ihnen aber durch eine Verbindung

zu Radikalen wuͤrden. Sollte es den Anstrengungen der jetzt ver— bundenen Parteien wirklich gelingen, das Ministerium Peel zu stuͤrzen, so wurden, so prophezeit die Times weiter, nicht 6 Mo— nate vergehen, ohne daß das neue Ministerium Grey, oder Mel— bourne oder Spencer jenen Konservativen die Hand boͤte und die Huͤlfe ihrer Talente zur Bezwingung der revolutionnairen Faction in Anspruch nahme. Den Schluß dieses Artikels macht ein bitterer Tadel gegen den „Rechts Konsulenten der vorigen Verwaltung“, Sir John Campbell, welcher zu dem revolution— nairen Mittel einer Steuer⸗Verweigerunz rathe. (S. den Art. London in Nr. 17 der Staats -Zeitung.)

Unter den von den Zeitungen mitgetheilten Wahlen befinden sich noch gar keine aus Schottland und nur wenige erst aus Ir— land, unter letzteren die der Dubliner Universität, die ihre bei— den Orangistischen Mitglieder, die Herren Shaw und Lefroy, wieder ernannt hat. Es kam bei diesem Anlaß in Dublin zu einem Tumult unter den Studenten, und der Poͤbel warf Steine auf die jungen Leute, die, mit orangefarbenen und blauen Bän— dern geschmuͤckt, auf den Straßen jubilirten.

In der Grafschaft Midoleser haben die Herren Hume und Byng einen harten Kampf mit einem Tory, Namens Wood, zu bestehen. Die Handerhebung fiel zwar zu Gunsten der Exr— steren aus, die Wahl-Listen aber sind noch nöcht geschlossen. Hr. Hume erklärte, sein erstes Feldgeschrei wuͤrde seyn: „Nieder mit den Tories!“ und aͤußerte sich uberhaupt sehr hefrig, während sein Gegner, Herr Wood, Capttain unter den Garde Grenadie— ren des Herzogs von Wellington, nur wenig sprach. Die Wahl ist indessen nichts weniger als entschieden, und die Times spricht die Hoffnung aus, daß Herr Hume durchfallen werde.

In einer Rede, welche der jetzige Praͤsident der Handels Kammer und Muͤnzmeister, Herr A. Barinz, in Essex hielt, wo er zum Parlaments-Mitglied gewählt wurde, erklärte er unter Anderem, er wuͤrde den Rest seiner Tage in Ruhe hingebracht haben, haͤtte er nicht die ganze Wichtigkeit dieses Kampfes für die Aufrechthaltung von Kirche und Staat cupfunden. Beson— ders zog er stark gegen die Whigs zu Felde; nicht der König habe sie, sagte er, sondern sie haͤtten, Einer nach dem Anderen, den Koͤnig im Stich gelassen, nachdem sie unter einander zer— fallen gewesen. Er versprach, so weit es unbeschadet der Rechte der Kirche geschehen koͤnne, den Dissenters Abhulfe, und ver— pflichtete sich vor allen Dingen, sich des höͤchst bedrängten land wirthschaftlichen Interesses annehmen zu wollen.

Außer Herrn Littleton werden von den Blattern der Oppo— sitions-Partei auch noch die Herren Abereromby und Bernal als Kandidaten fuͤr den Sprecherstuhl des Unterhauses in der bevorstehenden Parlaments⸗Session bezeichnet.

Briefe aus New-York vom gten v. M. melden, daß, da der Rest der National-Schuld mit Ende d. J. abbezahit werden sollte, die Obligationen der einzelnen Staaten sehr im Preise gestiegen waren.

Belgien. Bruͤssel, 13. Jan. In der gestrigen Sitzung der Re—

präsentanten⸗Kammer fragte Herr Gendebien, als im Budget der auswaͤrtigen Angelegenheiten der Artikel Deutscher Bundestag, wofuͤr 12, 600 Fr. angesetzt waren, zur Sprache kam, den Minister, ob Belgien einen Repräsentanten bei dem Deutschen Bundestage habe? Der Minister antwortete: „Wir hatten kei— nen Agenten bei dem Deutschen Bundestage, weil wir weder mit demselben, noch mit irgend einem bloß zum Bunde gehoͤ— renden Souverain Verbindungen haben; die aufgeführte Summe wird nur fuͤr den eventuellen Fall geferdert, wo diese Verbin— dungen eintreten durften.“ Die Summe ward darauf be— willigt.

Die arbeitende Klasse hat den gesirigen blauen Montag auf eine viel laͤrmendere Weise als gewohnlich geseiert. Hierzu ent— standen Zwiste in den Vorstäͤdien Ixelles und Scharbeck zwi⸗ schen Buͤrgern und Soldaten, wobei Saäͤbelhieße und Siock— schläge ausgetheilt und Blut vergossen ward. Durch die zahl— reichen Patrouillen, Stadt⸗Gardisten und Polizei⸗Agenten wur— den 21 betrunkene Individuen nach dem Amigo gebracht.

Deutschland. Munchen, 14. Jan. Se. Königl. Hoheit der Kronprinz wird im Laufe der naͤchsten Woche von Wien in Munchen er

wartet. München, 13. Jan.

(Nuürnb. Korr. Der Herzog von Leuchtenberg hat, bevor derselbe seine zweite Vaterstadt ver⸗ ließ, dem hiesigen Magisirate ein bedeutendes Geschenk zur Ver—

theilung an die Armen uͤbermacht. Am jungst verflossenen

mit den Radikalen nie gelingen, ohne daß sie, die Whigs, selbst

,