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schen Auslegungen unserer Beweggruͤnde wuͤrden wir uns aus— gesetzt haben? Wuͤrde man nicht unsere frühere Abdankung Als einzig und allein in der Absicht geschehen betrachtet haben, ur uns auf den Truͤmmern der Verwaltung, aus der wir uns zurückgezogen, zu erheben? Ja, wuͤrde man nicht gesagt haben, unser fruͤheres Benehmen sey biöß eine Intrigue gewesen, um es da⸗ hin zu bringen, daß wir unter andern Auspiclen wieder ans Ruder kamen? (Großer und lange anhaltender Beifall.) So wie wir aber jetzt dastehen, von allem Vorwurf frei, wie ich hoffe, und keines schlechten Motivs verdächtig, haben wir freien Splel— raum, der jetzigen Verwaltung entweder beizustehen oder zu op— Ponfren, je nachdem wir es für noͤthig halten werden, um un— sere eigenen Grundsaͤtze in Kraft zu bringen und unscere rechtli— chen und gonsequenzen Ansichten aufrecht zu erhalten.“ (Bie, derholter Beifall) Der Redner fügte dann noch hinzu, daß er die Offenhzeit und Aufrichtigkeit, die in dem ganzen Ton der von Sir Jobert Peel ihm zugetommenen Mittheilung geherrscht habe, ohne Bedenken anerkenne, daß er fest entschlossen fey, sich in keine Coalitionen mit den verschiedenen und heterogenen wassen von Politikern einzulassen, die um eines augenblicklichen Erfolgs willen das Banner der Reform zu ihrem gemeinsamen Sammlungs Signal machten, und daß er sich der Verwaltung nicht auf factiose Weise widersetzen werde, so wenig ihm auch einige ihrer Bestandiheile gefielen, sondern daß er bereit sey, ihre Maßregeln zu unterstuͤtzen, wenn sie ihm heilsam fuͤr das Land erscheinen sollten.
Ueber die Rede, welche Sir John Campbell in Edinburg gehalten hat, äußert sich die Tim es folgendermaßen: „Einen leidenschaftslosen Zuschauer muß die Wuth empoͤre n, von der einige Mitglieder des vorigen Ministeriums besessen zu seyn scheinen, minn zum Beispiel der Rechts⸗Anwalt der Whig— Verwaltung, ihr General-Prokurator, ein talentvoller Jurist, gnräth, dürch ein revolutiohnaices Votum, namlich durch di— Verwerfung aller Mittel und Wege, den ganzen Stagtsdienst M unterbrechen, was auf die Aufloͤfung aller Regierung hin— aussaͤuft, wenn der Koͤnig nicht seine jetzigen Minister entlassen wolle, weil er bei der Entlassung der vorigen gegen die Consti— tution verstoßen habe, denn die Koͤnigliche Praͤrogative durfe nicht ausgeuͤbt werden, wenn das Parlament sich nicht ge— gen die bestehende Verwaltung erklaͤrt habe, wenn nicht Petitlo— nen vom Publitum dagegen eingelaufen seyen, oder wenn der Souverain nicht uͤber das Benehmen seiner Diener Beschwerde zu fuͤhren hatte; keiner dieser drei Falte fey aber in Bezug auf das vorige Ministerium anzufuͤhren. Man kann leicht schen, in welche Gesellschaft die Whigs gerathen sind, und wie sie von den Lehren ihrer anarchischen Kollegen profitirt haben. Wird aber das Englische Volk mit Leuten gemeinschaftliche Sache machen, die von einem solchen Geiste bethoͤrt zu seyn bekennen? Wird es diese vertriebenen und ihrer Unsaͤhigkeit wegen entlassenen Po— litiker, die der Regierung die Subsidien fuͤr die dringendsten Beduͤrfnisse des Staats verweigern wollen, wenn nicht ein Theil dieser Subsidien in Gestalt von Gehalten in ihre eigenen Taschen fließen soll, sich noch einmal am Ruder festsetzen lassen? Wenn das Englische Bolk dies zu— gaͤbe, so muͤßten wir sagen, daß wir unsere Landleute nicht mehr kennen.“ Der Morning Herald, der die Rede des Sir 3 Campbell ebenfalls hoͤchst verbrecherisch findet, bemerkt, daß
ir John noch dazu derselbe Beamte sey, der den „True Sun“ von Amts wegen belangt habe, weil dieses Blatt den Rath zur Verweigerung der Steuern, den der Graf von Fitzwilliam und Herr W. Brougham bei einer fruͤheren Gelegenheit dem Volte gegeben, wiederholte, als die Whigs in Gefahr waren, ihre Stellen zu verlieren.
Mit Hinsicht auf den Krieg in den Baskischen Provinzen bemertt die Times: „Die Spanische Regierung hat es wohl zu uͤberlegen, ob die Herstellung der Ruhe im Reiche und die Sicherheit der neuen Institutionen zu theuer dadurch erkauft waͤren, wenn man den Graͤnz⸗Provinzen die Beibehaltung ihrer alten Privilegien einraͤumte. Inzwischen ist es auch klar, daß, wenn die sueros Biscaya's und die eingeschraͤnkteren Freiheitan Na— varra's morgen bestaͤtigt wurden, die Regierung sich dadurch die gerech⸗ ten Vorwuͤrfe der Catalonier und Aragonier zuziehen muͤßte, die nicht allein ihre besonderen Privilegien aufgegeben, sondern auch den Kampf fuͤr gesetzliche Gleichheit im ganzen Koͤnigreich unter— nommen haben.“
Die hiesigen Zeitungen brachten vorgestern erst die Botschaft des Prasidenten der Vereinigten Staatén. Nach dem Tone zu urtheilen, meint die Times, in welchem General Jackson darin von Frankreich spreche, sey noch Raum genug zu einer Ausglei— chung gelassen, und es handle sich dem Praäͤsidenten mehr um die Behauptung der National⸗Wuͤrde, als um eine kriegerische Drohung; den Traktat über die zu zahlenden Entschädtgungen ur Grundlage von Feindseligkeiten zu machen, wuͤrde beider laͤnder unwürdig seyn, und man habe, trotz der Befuͤrchtungen der Pariser Politiker, fuͤr den Ausgang nichis zu besorgen. Der Courier sagt uͤber diesen Gegenstand weiter nichts, als, der Praͤsident habe, Frankreich gegenuͤber, ein sehr geziemendes und wuͤrdiges Verfahren eingeschlagen.
Aus New Yort sind Zeitungen bis zum 17. Dez. hier eingegangen. Derjenige Theil der Botschaft des Prasibenten, welcher sich auf Frankreich bezieht, war gelegentlich in dem Re— praͤsentantenhause schon zur Sprache gekommen. Die vorherr⸗— schende Meinung in Washington war jedoch, daß der Kongreß keine den Praͤsidenten zu Repressalien gegen Frankreich ermäch— tigende Maßregel annehmen würde, ober, wenn ja eine solche durchginge, daß die Majorität dafuͤr zu gering seyn wuͤrde, als daß die Maßregel fuͤglicher Weise gegen den Franzoͤsischen Han⸗ del duͤrfte ausgeführt werden.
Niederlande.
Aus dem Haag, 15. Jan. Man schreibt aus Middel— burg, daß der Generaäl⸗Lieutenant de Kock am 13ten d. M. von seiner Reise nach dem Auslande zuruͤckgekehrt ist und bereits . den Ober⸗Befehl über die Truppen in Seeland uͤbernom⸗ men hat.
Ein gewisser Koning, der in Amsterdam eine Elementar— Schule ohne obrigkeitliche Genehmigung eröffnet hatte, ist durch ein vom Obergerichte bestätigtes Erkenntniß des Zuchtpolizei, Gerichtes aus Amsterdam verwiesen worden, wo er binnen sechs Jahren seinen Wohnort nicht wieder nehmen darf.
Belgien.
Brüssel, 15. Jan. In der gestrigen einn der Re⸗ praͤsentanten⸗/ Kammer ward das Budget der Marine erörtert und hierauf das definitive Votum desselben, so wie das des Budgets der auswättigen Angelegenheiten bis zur nächsten Sitzung aus— gesetzt. Dann schritt m r Ergrterung des Budgets der Ju⸗ sti — Hr. Robaulr e, daß ein neues Gesetz uͤber ben Zweikampf vorgelegt werde, weil die jetzigen Strafgesetze zu streng seyen, in so weit sie den Duellanten dem Meuchelmorder gleich
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stellten und mithin nicht angewendet werden koͤnnten. Hierauf lenkte er die Aufmerksamkeit auf die Hazard-Spiele, einen Miß—⸗ brauch, der uͤberall im Hennegau bestehe. Endlich verlangte er ein Gesetz uͤber die Fremden. Der Ju sttiz-Minister antwor—⸗ tete, was den Zweikampf betreffe, so habe er dem Cassationshofe
die Frage vorgelegt, ob das Strafgesetzbuch von 1810 darauf
anwendbar sey. Wenn dieses Gericht sich nicht bejahend erklaͤre, so werde er einen Gesetz- Entwurf vorlegen. In Betreff der Hazard-Spiele werde er eine thaͤtigere Aufsicht anordnen; end— lich werde er in Betreff der Fremden einen Gesetz⸗Entwurf vor— legen, damit derselbe nach den Budgets eroͤrtert werden koͤnne. In der heutigen Sitzung wurden die Budgets der aus— wärtigen Angelegenheiten und der Marine, beide zusammen 1,324,868 Fr. 55 C. betragend, mit 58 gegen 1 Stimme ange⸗ nommen. Hierauf ward die Erörterung des Budgets der Justiz fortgesetzt. Herr Gendebien protestirte gegen den Leichtsinn und die Unanstaͤndigkeit (wie er sich ausdruͤckte), womit der Justiz⸗Minister gestern vom Zweikampf gesprochen habe. Herr v. Brouckere sprach ebenfalls seine Meinung uͤber die Frage des Zweikampses aus; er halt es fuͤr unmsglich, die Bestimmungen des Strafgesetzbuches uͤber den Mord und Meuchelmord auf den— selben anzuwenden, und behauptet, es werde schwer seyn, ein gutes Gesetz uͤber dlesen Gegenstand zu Stande zu bringen.
Dänemark.
Kopenhagen, 13. Jan. (Alt. Merk.) Die Preß⸗An⸗ gelegenheit in Betreff des Professors David beschaftigt fortwah—⸗ rend alle Gemuͤther, nur daß im Publikum die Meinung eines guͤnstigen Ausfalls sich mehr und mehr 4. befestigen scheint. In der vom Professor Schouw redigirten Daͤnischen Wochenschrift findet sich ein Artikel des Professors Sibbern mit der Ueber— schrift: „Wie ist die öffentliche Anklage gegen einen Verfasser anzusehen und zu behandeln?“ vornehmlich bestimmt, um zu zei— gen, daß es eine falsche Vorstellungsact sey, anzunehmen, von Seiten des Oeffentlichen walte ein Interesse ob, daß in Preß— Angelegenheiten der Angeklagte verurtheilt werde. Der Secte—
tair Ussing hat sich gegenwaͤrtig in der Kioöbenhavns Post.
gleichfalls uͤber diese Angelegenheit vernehmen lassen. Wie bei jeder andern offiziellen Untersuchung erscheint bei der vorliegen— den auch ihm die Ansicht einer solchen parteilichen Gesinnung eben so ungegruͤndet als unwuͤrdig. Demnaͤchst die Sache sel⸗ ber ins Auge fassend, glaubt er aus Gruͤnden, die in deren Natur liegen, annehmen zu duͤrfen, daß ein ver— urtheilendes Erkenntniß mit einiger Wahrscheinlichkeit sich nicht fuͤglich erwarten lasse. Die nach Montesquieu wiederholte Behauptung, daß uͤberall, wo in einer Person oder in Einem Rathe gesetzgebende und vollziehende Macht vereinigt seyen, wahre bürgerliche Freiheit nicht angetroffen werde; dieser Satz paßt, bei der großen Unabhaͤngigkeit der Daͤnischen Gerichte, weder auf unsern Staat, noch moͤchten die Worte des geltenden Preß— Gesetzes jener Aeußerung den Charakter der Strafbarkeit beile⸗ gen. Wenn aber, wie es heißt, die Anklage vom Buchstaben abweichend, die Tendenz des Blattes „Fäadrenelandet“ uͤberhaupt in Anspruch nimmt, so duͤrfte gerade bei dieser Allgemeinheit der Antlage für den Angeschuldigten ein weites Feld der Vertheidi⸗ gung offen bleiben. Gegen eine aufruͤhrerische Richtung spricht schon der mehr wissenschaftliche Standpunkt des Blat— tes, welchem, nebenbei bemerkt, der Ruhm einer eingrei— fenden, dauernden Wirksamkeit schwerlich beizulegen seyn möchte. Es finden sich darin Abstrakta, die fuͤr alle Staaten passen und nicht passen, dazu ohne originale Einkleidung, Bekanntes, wie es die Französische politische Lite— ratur seit lange darbietet, wiederholt und hreitgetreten. — Die— sem Allen durften sich die Gemuͤther bei dem regen Interesse fuͤr Thatsachen und lokale Zustaͤnde nicht lange mit Andacht zu— wenden. Mehrere der Aufsaͤtze im „Faͤdrenelandet“, die beson— ders Aufsehen erregt, haben, dem Vernehmen nach, nicht ein— mal den Professor David zum Verfasser. Als harmloser Noth— behelf polittscher Nahrungslosigkeit mogen sie immerhin mit ei— niger Gunst aufgenommen werden; mit groͤßerm Rechte wuͤrde aber die Zeitschrift ihren Namen fuͤhren, wenn die Bearbeiter entschlossen wie im Stande wären, mit Hintansetzung kuͤmmer⸗ licher Allgemeinheiten, aus der Fuͤlle des rings und zunaͤchst uns umgebenden Lebens, Thatsaͤchliches, Gutes wie Schlimmes, von einer Gesinnung beseelt, mitzutheilen, welche jenem sein volles Recht angedeihen ließe, und dieses in seinem Zusammenhange, aus der lebendigen Anschauung des ganzen Staats Organismus, darstellte, wodurch allein Einseitigkeit vermieden, und mit der sich einstellenden Ueberzeugung von einer, neben bloßer Willkuͤr und Absicht einhergehenden hoͤhern Nothwendigkeit, eine gerechte und versoͤhnliche Wuͤrdigung der widerstreitenden Elemente im Staatsleben moglich werden wuͤrde.
Deutschland.
Kassel, 16. Jan. Der bereits erwähnte Antrag des Hrn. Thielepape, die Verhaͤltnisse der Rotenburger Quart betreffend, lautete wörtlich also: „Durch den Tod des Landgrafen von Ro— tenburg ist eine Seiten-Linie der Hessischen Regenten-Familie ausgestorben, welche nicht unbeträchtliche Besitzungen und Ein— kuͤnste gehabt hat. Es ist fuͤr die Stände-Versammlung von göoßtem Interesse, naher uͤber die Revenuen unterrichtet zu wer⸗ den, welche durch jenes Ereigniß der Staats-Kasse zugewachsen sind, da sich hierdurch der Staats-Bedarf modifizirt, fuͤr dessen Aufbringung die Landstäͤnde, nach Erschöpfung der ubrigen Huͤlfs— mittel, durch Abgaben zu sorgen haben. Wenn auch letzteres be— reits fuͤr die laufende Finanz⸗Periode bewirkt ist, so wird doch durch einen solchen Zuwachs von Aufkommen das festgestellte Wudget alterirt werden, weshalb es keiner ausfuͤhrlicheren Be— gründung beduͤrfen wird, wenn ich darauf antrage, hohe Staͤnde⸗ Versanmlung moͤge folgende Beschluͤsse fassen: 1) Die Staats— Regierung um Auskunft uͤber den Betrag der der Staats kasse durch das Aussterben der Fuͤrstlich Rotenburgischen Linie zu— wachsenden Einkuͤnfte, und zwar wenigstens um eine ungefähre Angabe derselben zu ersuchen, vorbehaltlich einer naͤheren Nach⸗ weisung, sofern letzteres nicht alsbald moͤglich seyn sollte. 2) Die Staats-Regterung um Mittheilung von Vorschlaäͤgen über die Verwendung dieses Einkommens zu ersuchen, auf wel⸗ ches bei Feststellung des Budgets noch keine Ruͤcksicht genom⸗ men wurde. 3) Die Staats- Regierung um Nachricht dar— über zu ersuchen, welche Maßregeln gecroffen sind, um die erwähnten Einkünfte in jeglicher Beziehung für den Staat sicher
zu stellen. ) Die Staats⸗Regierung um Auskunft zu ersuchen,
wie sich die Rechts⸗Verhaͤltnisse gestalten, in welchen der Staat zu den Successoren des Landgrafen Victor Amadeus von Ro— tenburg stehe. Außerdem erlaube ich mir, darauf anzutragen, daß die Staats-Regierung ersucht werde, alsbald uͤber den einen oder den andern dieser Punkte Auskunft zu ertheilen; wenn aber Hindernisse seyn sollten, auf der Stelle hen fh ch der uͤbri⸗ gen die noͤthige Aufklaͤrung zu geben, dann aber zugleich die Hindernisse namhaft zu machen.“ — Der Ausschuß fand es in
rechnet man dazu noch die außerordentlichen Zeitungen, . plemente, die Berichte uͤber die Cortes, Sitzungen, die Bekannt
ber Sitzung vom 10ten d. in dem Bericht gatzz natuͤrlich, deß Staͤnde⸗Versammlung bei dem Absterben der juͤngeren Linien regierenden Fuͤrstenhauses eine Auskunft in der beantragten V ergreife, und trug deshalb auf Genehmigung der gestelsten) traͤge an. — Der Landtags⸗Kommissar, Regierungsg⸗ Rath z
widersprach der sofortigen Diskussion, welche letztere vertagt wun n.
Darmstadt, 14. Jan. Die letzten Verhandlungen un ersten Kammer sind jetzt im Drucke ausgegeben worden. 9. fentliche Blatter heben daraus einige Stellen hervor, we ein allgemeines Interesse haben. Bekanntlich hatte die jn Kammer beschlossen, sich wegen der Abolition der D,. Schulz schen Untersuchungs-Sache bei Sr. Koͤnigl. Hohen Großherzoge zu verwenden. Der Antrag des Ausschussz ersten Kammer war dagegen; eben so sprach sich kein Mijn der ersten Kammer fuͤr solche Verwendung aus, weder hg Berathung, noch bei der Abstimmung. Aber der Graf zu Laubach bemerkte bei ersterer: Er koͤnne der durch vorlf Sache gegebenen Veranlassung nicht widerstehen, seine Anst in Beziehung auf den politischen Zustand Deutschlands auszusprechen, daß doch von allen Seiten dahin gin werden moͤge, die bei uns bestehende Trennung in! teien und das daraus hervorgehende wechselseitige trauen zu mildern, und nach und nach zu haeses „Und wer wollte leugnen“, fuhr der Redner fort, „daß n der Partei, deren politische Ansichten wir nicht theilen, manches edlere Element sich befindet? Also Versoͤhnung, 6 mittelung, Wiederherstellung des Vertrauens, das ist es, uns noth thut, damit der Zustand äußerlichen Friedens, wir uns erfreuen, moͤglichst auch in einen Zustand innerer! und wechselseitigen Zutrauens wieder uͤbergehe, und auf Tag der Gefahr, die Feinde der Staͤrke, des Gluͤcks um Integrität unseres Deutschen Staatenbundes ein zur Vert gung des Vaterlandes einiges, und nicht ein durch Partein innerlich zerrissenes Deutschland finden moͤgen.“ — In & hung auf diese Bemerkungen des Grafen zu Solms-Lun aͤußerte nachher der erste Praäͤsident, Prinz Emil von sen: Er könne die Ansicht, daß es das Bestreben der Regi gen seyn muͤsse, durch gelinde Mittel und Milde Deutst wieder zu versoͤhnen, durchaus nicht theilen. Es unterliege ner Frage, daß gerade und allein durch die seitherigen kriß ren Mittel den bestandenen Umtrieben gesteuert worden und er sey der Ueberzeugung, daß diese Umtriebe noch ch im Geheimen fortdauerten, daß sie bei einer größeren R wieder, wie fruͤher, zum Vorschein kommen wuͤrden, noch) gert durch die bisherige Repression. In dieser Hinsicht er dieser Ansicht, so sehr er sonst Freund der Milde sey,! beitreten, weil er die feste Ueberzeugung habe, daß der em lene Weg nicht zum Ziele, sondern gerade zur Erneuerun Uebels in seiner ganzen Große fuͤhren wuͤrde. Er glauben auch uͤberhaupt nicht, daß es irgendwo an Milde fehle,! wenn etwa ein Mangel bestehe, so sey es ein Mangel an und an Uebereinstimmung in der Wahl starker, kraͤftiger M zur Unterdruͤckung solcher Umtriebe. n
Frankfurt a. M., 17. Jan. Das Journal de Fin fort widerspricht in seiner gestrigen Nummer der Mitthest mehrerer Journale, daß Fuͤrst Lubecki, in Folge einer Rech tion des Kaisers von Rußland, der in dieser Angelegenhen als thäͤtiger und draͤngender Glaͤubiger zeige, nach Paris sestht worden sey. Es glaubt zu wissen, daß Se. Majestät de Kastn weit davon entfernt, auf der Liquidation dieser Angeleguhs bestehen, deren Resultat von der Verification einer Mast Titeln abhaͤnge, nicht daran gedacht habe, sich damk beschaͤftigen, als die Franzoͤsische Regierung selbst verlamn daß jemand von Rußland nach Paris geschickt wurde. Du! und auf das wiederholte Begehren des Franzoͤsischen Mü riums, sey der Fuͤrst Lubecki mit dieser Mission beauftragt den, um in Paris die verschiedenen Dokumente und Tittl den Franzoͤsischen Ministern zu pruͤfen.
— — Frankfurt 4. M., 17. Jan. Wir hatten eine len Woche im Staatspapier⸗Handel; in Desterreichischen und Holht schen Fonds waren die Umsaͤtze, sowohl pr. Cassa, als auf Lieset von ansehnlichem Belang Hiesige Spekulgnten kauften starlt sten an, und auch an Auftragen von auswaͤrts fehlte es nicht! talliques, Actien und die verschiedenen Gattungen Hollaͤndischt fekten hielten sich fortwaͤhrend begehrt, So geschah es, daß 12. bis 15. Jan. die Metalliques um circa pCt. stiegen, die um 18 3 16 Fl. pr. Stuͤck, die Syndikats⸗Obligationen um 3 Die Haupt- ursache des Steigens fand man in dem anhaltt Geld-üeberfluß; guͤnstige Berichte aus Wien und Berlin mi mit. Von letzterem Hauptplatz kamen dieser Tage bedeutende n missionen zum Einthun, welche inzwischen nur zu höheren Cyn zu effektuiren waren. — Gestern (am 16. Jan.) blieben die gan ren Sorten etwas flauer, weil mehrere Inhaber, die viel eing hatten, ihren Nutzen zu realisiren, verkauften. — Spanische M tuelle waren beliebt, die proc. Rente fand mehr Nehmer all ber. In den Preußischen und Polnischen Loosen ging wenig um, l blieben auf ultimo Januar offerirt. Auf die neuen Darmstaͤdtschen g Loose liefen täglich Lommissionen zum Kaufen ein; man mußte che gestern mit 21 Fl. bezahlen. Preußische, Bayerische, Du staͤdtsche und Naffausche Obligationen sind anhaltend begehrt! nur zu steigenden Coursen zu haben. Im Praͤmien⸗Geschäͤst! es sehr lebhaft. Man gab auf Aproc. Metalliques zu 9311). Praͤmie, um solche Ende Marz d. J. zu haben, auf Aetien zum ges- Cours auf Ende Februar 13 Fl, pr. Stuͤck, Integrale null auf ultimo Januar zu 53 mit pCt. Prämie verkauft. Au ren die Praͤmien un Spanische Effekten gesucht. Im Bechsll schaͤft ging wenig um. Nur Berlin, Hamburg und Wien 9 ren begehrt, alle uͤbrigen Devisen hielten sich ausgeboten. Di to⸗Papier ist zu z pCt. sehr gesucht und selbst zu 2 pCt. ö kleinen Posten zu haben. — Nach schrift. Heute, am Son ag blieben die Oesterreichischen und Hollaͤndischen Papiere, weil . traͤge zum Ankaufe von außen gekommen waren, merklich 2 und steigend. In Spanischen Papieren ging wenig um. staͤdtische 23 Fl. Loose waren heute wieder hoher anzubringen.
Spanien.
Das Journal des Dabats enthaͤlt Folgendes aus M drid vom 3. Jan.: „Zu Ansang des Jahres 1834 erschitt
in Spanien 98 Zeitungen, wovon 21 im Laufe des Jahre ö e gingen. Bon den uͤbrig gebliebenen 77 haben 50 einen off wis⸗
len Charckter, 3 sind rein ministeriell, und 24 gehören verst denen Meinungen an. Letztere konnen nicht bestimmt llassin
werden, da sie wiederholt ihre Meinung nach der Anregung!
Augenblicks geäͤndert haben und ihre Farbe so vorübergehen wie die Ereignisse. Saͤmmtliche Zeitangen verbrauchen Jah 40, 000 Ries Papier, dies giebt, ein Ries im Durch 30 Realen gerechnet, etwa 1,200,000 Realen. c tionen auf diese 77 Journale betragen 10,315, 000 teen
chungen, so kann man wohl 12 Mill. Real. rechnen, die folgen derm vertheilt sind-; Die Papier⸗Fabrikanten erhalten 1,200 an len; die Setzer, Drucker u. s. w. 3 Millonen; die Sped
er zu verleumden. Verhaftung und Einkerkerung von Buͤrgern, nachdem die
schnit Die Subsenss
eses Jahres 8, , gy3 D
(000; die Eigenthuͤmer, Redaktoren und ihre Gehuͤlfen
ohh, of; die Hospitäler und andere Wohlthäͤtigkeits Anstalten
ih, M0; fuͤr Porto u. s. w. 100,000 Realen.“
Portugal.
In der ggestern theilweise mitgetheilten) Korrespondenz der Morning Chronicle aus Lissabon vom 3. Januar liest man noch Folgendes: „Die Freunde der Constituͤtion muͤssen bie Meinungs-Verschiedenheit, welche eine Zeit lang unter den liberalen Mitgliedern der Deputirten⸗-Kammer herrschte, aufrich⸗ Puig beklagen, Einige dieser Herren scheinen zu glauben, daß es die erste Pflicht eines unabhangigen Mitgliedes sey, sich der Re— gierung zu widersetzen, und mehrere von ihnen haben sich unbe— dachtsamerweise in eine Opposition gestuͤrzt, die keinen bestimm— ten natienalen Zweck hat. Die Mitglieder dieser heftigen, aber unwirksamen Opposition haben so eben ein (in Nummer 30 der
Seo, Staats-Zeitung erwaͤhntes) Manifest an ihre Waͤhler erlassen,
worin sie ihr Verfahren während der letzten Session zu rechtfer— nigen suchen. Sie beginnen mit der Behauptung, daß die Re— gierung durch die Civil⸗, Militair; und kirchlichen Behörden einen verderblichen Einfluß auf die Wahlen ausgeht habe, um ihre Anhänger in die Kammer zu bringen und die Erwaͤhlung achtbarer, kenntnißreicher und patriotischer Buͤrger zu verhindern. Sie beschuldigen die Regierung einer ungesetzlichen und verfas— sungswiödrigen Usurpation der Corporations-Rechte, indem sie
Nunizspal-Lomitéè's ernannte, statt die Erwählung derselben dem
Volke zu uͤberlassen. Sie beklagen sich uͤber die Einschraͤnkung er Oppositions⸗Presse, waͤhrend diejenige im Interesse der Re⸗ gierung die unbeschraͤnkteste Freiheit habe, die achtbarsten Mäͤn⸗ Sie beschweren sich uͤber die willkuͤrliche
Zuspendirung der Uabeas Corpus. Akte durch die Eonvention bon Evoramonte do facto und de jure aufgehoͤrt habe. „Auf diese Weise“, heißt es in dem Manifest, „erhielt das Ministe— ium in der erwaͤhlten Kammer eine Majoritaͤt, und diejenigen Deputirten, welche es nicht ausschließen konnte, verbanden ich zu einer patriotischen, beharrlichen und unbestechlichen Oppo⸗ stion, mit dem festen Entschluß, die genaue Befolgung der charte zu befördern und gegen die in allen Zweigen der Regie— ung sichtbaren Mißbraäͤuche, Irrthuͤmer und Verschwendungen hre Stimme zu erheben.“ Hierauf tadelt das Manifest das praͤfektur⸗System, welches allerdings so schlecht wie nur moͤg⸗ ich ist, allein die Opposition vergißt hierbei, daß die bestehen⸗ zen Maͤngel allerdings anerkannt sind, und daß sie, dazu aufge⸗ ordert, nichts Besseres an dessen Stelle zu setzen wußte. Dann lt eine Beschwerde uͤber die hohen Besoldungen im Finanz⸗ Departement. Ist dies gegruͤndet, so machte dies Departement mne seltene Ausnahme von allen ubrigen; denn es ist eine be— sändige Klage, daß die Civil⸗ Beamten in Portugal so schlecht sesoldet werden, daß sie genoͤthigt sind, zu unerlaubten Mittein hre Zuflucht zu nehmen. Bis zur Bildung des jetzigen Mini— feriums war Bestechung etwas ganz Gewöhnliches und allge⸗ ein bekannt. Die Oppositions-Deputirten raͤumen ein, daß die Aufhebung der Zehnten eine Maßregel sey, welche der constitu⸗ sonnellen Regierung eines aufgeklaͤrten Zeitalters Ehre mache, nd gestehen zu, daß sie fuͤr das Emporkommen des Ackerbaues unerläßlich gewesen sey; allein man haͤtte auch zugleich fuͤr den Unterhalt der Geistlichen und fuͤr die Unterstuͤtzung der from— men, gelehrten und barmherzigen Anstalten sorgen sollen. Man darf indeß hierbei nicht vergessen, daß die Weltgeistlichen durch⸗ aus keine Verbindung mit der Regierung haben wollten und sich weigerten, von so profanen Haͤnden eine Unterstuͤtzung anzunehmen. Nachdem das Manifest die Aufhebung der Moͤnchskloͤster ge⸗ billigt, beschwert es sich daruͤber, daß fuͤr den Unterhalt der Be— wohner dieser Institute nicht gesorgt worden sey, und daß man, als sie den Befehl erhielten, ihr Moͤnchsgewand abzulegen, sie icht mit andern Kleidungsstuͤcken versehen habe. Dies mag ür einige wenige Orden wahr seyn, aber die große Mehrheit der Moͤnche, vielleicht neun Zehntheile derselben, haben das fei⸗ rlichste Geluͤbde der Armuth gethan, und mich duͤnkt, sie koͤnn⸗ en mit gutem Gewissen keine National⸗Unterstuͤtzung annehmen. ¶!) s wird ferner in dem Manifest gesagt, daß die Minister nie⸗ as Rechenschaft abgelegt haͤtten äber die ungeheuren Schaͤtze in Gold, Silber und andern Kostbarkeiten, welche sie in den Kloͤstern dörfanden. Ich habe allerdings niemals von einer solchen Rechenschaft sehoͤrt, allein wahrscheinlich haben die Moͤnche der Regierung ie Muͤhe erspart, aͤtze in den Kloͤstern aufzufinden. Nach nigen minder wichtigen Beschwerden kommt die Opposition zu iner Klage, deren Widerlegung den Ministern nicht so leicht derden duͤrfte. Es ist die Verhaftung des Deputirten Pizarro, ie offenbar gegen die Bestimmungen der Charte und eine Ver zung seiner Privilegien, als Repraͤsentant der Nation, war. Die Wahrheit ist, wie ich glaube, daß die Minister sich der Rothwendigkeit fgten und, um in einem schwierigen Moment ie Aufloͤsung des Ministeriums zu verhindern, sich den Befeh⸗ ö Dom Pedro's unterwarfen, der wohl fuͤhlte, daß seine per— niche Ehre auf dem Spiele stehe, wenn ler' die geringste Nach⸗ iebigkeit zeige, woraus man auf Mitgefuͤhl fuͤr einen Mann, ite lhn einen Meuchelmörder genannt hatte, schließen konne“ lußer dem bereits angefuͤhrten enthaͤlt das Manifest noch etwa Höresßig Beschwerden gegen die Regierung. Unter den unter— zichneten Deputirten der Opposition befinden sich Maͤnner von mnerkanntem Talent und Patriotismus, die, wie ich fuͤrchte, urch zwei oder drei Raͤdelsfuͤhrer, welche geheime und vielleicht hhichie Motive haben, verleiten worden sind, Welche Mot * . diese Herren auch haben mögen, und welches auch der Cha⸗ . ihrer Oppesition in den Cortes seyn mag, iminer ist es ö guͤnstiges Zeichen fuͤr die neue Verfassung in Portugal, daß ne solche Rechtfertigung erlaubt ist. Die heutige Hof⸗Zei⸗ 6 enthält eine Widerlegung dieses Manifestes von 43 De— ren, die gewohnlich das Ministerium unterstuͤtzen; sie nimmt tben Spalten des genannten Blattes ein.““
Vereinigte Staaten von Nord ⸗Amerika.
Washington, 5. Dez. Aus dem Bericht, w
8 — . welchen der
tagt des Schatz ⸗Ames dem Kongreß über den Zustand Finanzen vorgelegt hat, ergicht sich, daß das Verhaͤltniß
ö hen den Ausgaben ünd Cinnahmen“ der Vereinigten Staa⸗
en sich in den letzten drei Jahren folgendermaßen stellte: i832. Einnahmen. Ausgaben.
1833 Il-365,56 4 Doll. 16 Cents 34,356, 38 Doll. 66.
3: 35,96 29 30 24,257, 38, 333
de ses geß, T2; , ‚RÄshi,szsß 81 ergiebt lich also fuͤr den 1. Januar 1635 ein Ueberschuß von
232 . 1 ; habe D. Zi C. auf Seite5 der Einnahme. Der Veran⸗
hlagung zufolge, würden von lden fruͤher durch den Kongreß
verschiedenen Zwecken nnn, Summen am Schluß 2. 13 C. unverausgabt geblieben seyn.
ud e ns . die öͤffentliche Schuld heißt es in dem Der lch zu Anfang dieses Jahres noch in Umlauf gewesenen
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dprocent. Fonds sind, bis auf 443 Dollars 25 Cts ein elð worden. Es wurde im verflossenen Mai so viel Geld 6 3 Bank der Vereinigten Staaten und ihre Filial⸗Banken, als Kommissarien der Anleihen, gegeben, daß der ganze Rest jener Schuld getilgt werden konnte, und derjenige Theil, der den In⸗ habern der Obligationen noch nicht abgezahlt worden ist, befindet ch noch in jenen Banken deponirt. Ein Theil des im Maͤrz 1821 creirten 5procent. Fonds, zum Belauf von 712,060 D' 29 C., war Alles, was von der im Jahre 1816 1233 Millionen betragenden Schuld und den spaͤteren Vermehrungen derselben noch einzulösen war. Diese Summe wurde erst ann J. Januar 1835 64 da aber im Schatze hinreichende Fonds zu diesem Zweck vorhanden waren und man es fuͤr das Raͤthlichste hielt, dem gemeinen Wesen so viel als moglich alle noch auflaufende Zinsen zu ersparen, so wurden im Anfange des verflossenen Juli Agenten des Schatz-Departements damit beauftragt, wo möͤg⸗ lich die ganze noch autstehende Schuld al pari aufzukaufen. Von da bis en 30. v. M. gelang es uns, fuͤr 491, 258 D. 35 E. davon einzuldsen, und es wird mit diesem Aufkauf unablaͤssig fortgeschritten. Im verflossenen Oktober zeigte der unterzeichnete Secretair des Schatzamtes an, daß der ganze Betrag dieser Schuld nach dem 1. Jan. 1835 keine Zinsen mehr tragen wuͤrde, und daß man den Rest von den Kommissarien der Anleihen in den einzelnen Staaten, sobald man es verlange, augenblicklich abbezahlt erhalten solle. Das Schatz⸗Departement hat demgemaͤß, mit Genehmigung der Kommissarien des Tilgungs⸗Fonds, zum Theil schon die noͤthigen Fonds zu diesem Zweck jenen Beamten eingehaͤndigt, zum Theil die erforderlichen Anstalten getroffen, daß sie denselben zur gehoͤrigen Zeit zugefertigt werden. So wird also noch vor dem Schluß des Jahres die ganze Schuld entweder abbezahlt, oder doch das zur Abzahlung 'derselben' nö— thige Geld in Bereitschaft gestellt seyn, und die Vereinigten Staaten werden das gluͤckliche und in neueren Zeiten wahrschein— . unerhorte Schauspiel eines ganz schuldenfreien Volkes dar— eten.
Zu Chagrin, im westlichen Theile des Staates Ohio am Ufer des Erie-Sees, ist eine Universitaͤt, unter dem Namen „Willoughley⸗Universitaͤt des Erie⸗Sees“, errichtet. Ihre Sta⸗ tuten sind sehr ausgedehnt. Sie ertheilt die akademischen Grade und ist mit einem kuͤrzlich gestifteten Medizinal-Kollegium ver⸗ einigt. Die Universitaͤt zu Nafhville in Tennessee ist in einem bluͤhenden Zustande.
Der Daily Advertiser theilt ein Schreiben aus St. Louis mit, welches die Nachricht enthaͤlt, daß die Indianer in der Gegend der Prairie du Chien ihre Feindseligkeiten erneuert haben. Eine Partei der Sacs und Foxes uͤberfiel die Menomi— nis am Grant-Flusse und toͤdtete drei Personen. Die Mörder wurden indeß dem Capitain eines Detaschements der Vereinig⸗ ten Staaten ausgeliefert. Derselbe Indianer⸗Stamm uͤber fiel bald darauf einen Wohnplatz der Winnebago's, deren Krieger der Jagd wegen abwesend waren. Sie tööteten und skalpirten zehn Personen und verloren einen ihrer Krieger, den ein junger Winnebago von etwa 15 Jahren erschoß. Eben dieser India⸗ ner schwamm durch den Fluß und brachte die Kunde von die⸗ sem Ueberfall nach dem Fort Crawford. Die sogleich zur Ver⸗ folgung der Moͤrder abgesendeten Truppen kehrten, ohne ihren Zweck erreicht zu haben, zuruͤck. Die Winnebago's versammeln jetzt ihre Krieger, um sich zu raͤchen.
Jnland.
Berlin, 21. Jan. Auf der Rheinischen Friedrich ⸗Wilhelms⸗ Universitaͤt zu Bonn befinden sich in dem gegenwaͤrtigen Semester S32 Studirende, und zwar 97 evangelische Theologen e783 Inlaͤnder und 246 Auslaͤnder), 180 katholischè Theologen (f70 Inländer und 10 Ausländer), 65 Juristen (229 Inländer und 36 Auslaͤnder), 156 Mediziner (138 Inlaͤnder und 18 Ausländer), 118 Philo⸗ sophen und Kameralisten (100 Inlaͤnder und 18 Auslander), und 16 nicht Immatrikulirte.
— Im Laufe der letzt vergangenen 8 Wochen bis zum 23sten v. M. und J. sind bei Halle auf der Saale strom au f⸗ warts gefahren: 50 Elbkähne, und zwar 4 mit Kreide, 11 mit Guͤtern von Hamburg, 2 mit dergl. von Magdeburg, 1 mit dergl. von Berlin, 16 mit Stabholz, 16 leer; 75 Oder- und Saal⸗Kähne, als: 27 mit Bruͤchsteinen, 1 mit Kreide, 3 mit Mauersteinen, 6 mit Guͤtern von Hamburg, 1 mit Guͤtern von— Magdeburg, 1 mit dergl, von Stettin, I mit Ziegelsteinen, 3 mit Getraide, 1 mit Mobilien, 1 mit Steinkohlen und Mauer⸗ steinen, J mit Kalksteinen, 20 leer, Z mit Stabholz, 1 mit Bau— Utensilien. Stromabwarts 5 Elb kahne, als: 2 mit Guͤtern, à mit Getraide, 19 mit Salz, 26 leer; hä Oder und Saal Kähne, als; 13 mit Ziegel⸗Mauer,, Sand- und Btuchsfeinen, 3 mit Getraide, 2 mit Braunkohlen, 1 mit Salz, 1 mit Oehl— kuchen, 1 mit Brennholz und 43 leer. Es wurden serner strom abwärts gefloͤßt: i524 Stuͤck Stamme Bauholz, 140 Scheck Bretter, 53 Schock Latten u. s. w.
; Instrumental⸗Musik in Berlin.
Wir haben in unserem letzten Berichte (Staats⸗Zeitung Nr. 10) darguf aufmerksam gemacht, daß vor der letzten, denkwuͤrdigen Ent⸗ wickelung der Instrumental⸗Musik in Deutschland schon eine altere sehr reiche Schule fuͤr diesen Zweig der Kunst bestand. Es sey er⸗ laubt, über ihre Aehnlichkeit und Verschiedenheit heute noch Eini— ges belzubringen. .
Wahrend die Russische Instrumental-Musik das Zusammenge⸗ böͤrige in lauter einzelne Tine oder Atome auseinanderreißt, und mit unsdglicher Muͤhe und unter Verschwendung besser zu benutzen. der Krafte doch nur ein duͤrftigés Kunststuͤck zu Stande bringt, schlug die aͤltere Deutsche Schule einen ganz enigegengesetz ten Weg ein. Ste strebte dahin, mit den wenigsten äußeren Mitteln, daz Hoͤchste zu erreichen und darzustellen. Zwestausend Pfeifen eines großen Orgelwerkes zu dessen Behandlung nach Russischer Weise 2000 Menschen erforderlich seyn wuͤrden) beberrscht ein einziger Organist und ist des Gelingens und Zusammentreffens sicherer, als der musikalische Anführer jenes muͤhselig eingeschulten Regiments. Schon deshalb, weil die Orgel jeder christlichen Gemeinde cine ganze Kapelle zu Gebote stellt, verdient sie die chrenvollste Anerkenntniß und die sorgsamste Behandlung.
Andererseits behaͤlt die Orgel etwas Einseitiges, weil sie nur mlt Blas⸗-Instrumenten wirkt, und die Kunst des Registerziehens, oder ein asgebrachter Schweller, nicht die Wirkungen ersetzen kann, welche aus dem einen gen der Streich⸗Instrumente und der Vir tuositaͤt lebendiger Kuͤnstler hervorgehen. Hier zeigt sich alfo eine bemerkenswerthe Verschiedenheit und ein eig ar fh Vorzug der neueren instrumentalen Entwickelung. Dagegen möchten wir ihr die Mehrstimmigkeit nicht so zum Verdienste anrechnen, wie es bis. weilen geschieht. Versteht man namlich darunter nur die Moglich⸗ keit, nach wenigen Stimmen plötzlich viele eintreten zu lassen, so war diese bei jenem aͤlteren Verfahren auch vorhanden,; versteht man bingegen das fortdauernde Ineinandergreifen obligater Stimmen, so bat die altere Schule das ,, t vor der neueren.
Es sey erlaubt, hieran noch einige allgemeinere Bemerkungen zu knuͤpfen. Stellen wir die einfachere Lyrik und Rhythmik des Liedes
und Tanze zur Seite, so zerfaͤllt der Inbegriff ber mustkalischen KLreise in Kirchen⸗Musik, arne r m Hi ut und Instrumental⸗Musik.
In demselben Maße, wie die großen praktischen Meister die Kirchen.
Musil zur Vollkommenheit erhoben, bildete sich ihnen gegenüber die Theorie aus, theils begründet eben auf die Werke und Zeugnisse jener Genien, theils unwiderseglich abgeleitet aus den mathematt⸗ schen und physikalischen Verhaͤlinisten Bet Tone, Eonsonan zen, Dis⸗ sonanzen, Intervalle u. . w. Fur die Imstation, die Fuge, den Ca=
non und jede Art des Contrapunkts gab es aiso anerkannte egen und Gesetze. Die Ansicht- durch all' diese Gesetze ah der Gentus kläg⸗
licherwelse in Feseln geschlagen worden, steht nicht höher als die
Behauptung: durch Gesehr werde uberhaupt die Freiheit des Men⸗
schen untergraben. Der Satz: daß in einer gewdhnlichen Fuge der
Gefährte dem Fuhrer in der Quinte folgen muß, und nicht etwa
in der Quarte oder Septime folgen kann, beruht auf so fe stem
Grunde, als irgend ein ethisches Gebot, ober eine privatrechtliche
Vorschrift. Hiermit ist aber keinesweges die unbedingte Unverän—
derlichkeit der musikalischen Behandlungsweise fee. denn es gab und giebt in der Musik, wie im Staate, allerdings auch Irr—
thuͤmer und Fesseln, welche allmaͤlig berichtigt und gelbset werden koͤnnen und sollen.
Die wahrhaft dramatische Musik findet ihre Regel und ihr Ge— setz in dem Verhaltnisse der Dichtkunst zur Musik, des Wortes zum Tone. Komponisten, welche (wie Gluck, Mozart, Spontini) davon weit entfernt waren, hierin eine Hemmniß ihres Genius zu sehen, haben durch den harmonischen Zusammenhang, durch Uebereinstim—⸗ mung von Text und Musik ihren Werken eine Haltung und Dauer gegeben, welche, trotz alles anfangs glaͤnzenden Scheines, den Opern nicht zu Theil wird, wo jener Zusammenhang vernachlaͤssigt, oder vorsaͤtzlich mit Fuͤßen getreten wird. Kirchenmusik und dramatische Musit haben also ihre ausgesprochenen und anerkannten Gesetze; Theorie und Praxis gehen Hand in Hand, und die Erkenntniß hat sich mit der Begeisterung verstaͤndigt.
Dies würdige Ziel ist, so scheint es uns, bei der neueren Instru— mental⸗-Musik noch nicht erreicht; denn wollten wir auch zugeben, was einzelne Sachverstaͤndige (. B. Naͤgell) laͤugnen, daß Haydn's, Moßart s und Beethoven s Werte hinsichtlich ihrer innern Srgani⸗ sation tadellos, ja unbedingte Müsier waren, so beruht dies lo= bende Anerkenntniß doch meist nur auf dem unmittelbaren sinnlichen Eindrucke, und das Wie und Warum ist keineswegs auf wiffenschaft⸗ liche Weise abgeleitet und zum Bewußtseyn gebracht worden. Ja, wir wollen nicht leugnen, daß wir in vielen der neuern instrunien⸗ talen Compositionen Regel und Gesetz ganz vermisfen, und daß uns statt wahrer Genialität nur anmaßliche, zügellose Willkür hervorzu brechen scheint. So war z. B. in der alten Instrumental⸗Mustk jeder Fuge ein bestimmter Umfang vorgeschrieben, uber welchen sie selbst bei Anwendung gewisser Verlaͤngerungsmittel sich ohne Tabek nicht ausdehnen ließ; nicht minder leren die Gigue, Courgnte,
Sarabande u. dgl. ihre eigenthüͤmlichen periodischen und rhythmi—
schen Gesetze. Die neuere Instrumental-⸗Musik begnuͤgt sich dage⸗
en meist mit Ueberschriften, welche nur das Zeitmaß andeuten (al⸗ egro, Adagio), sonst aber keinen bestimmteren Inhalt bezeichnen oder in sich schließen. Daher bleiben viele und fehr wichtige Fra⸗ gen unbeantwortet, z B.: warum ein Stuͤck gerade so lang und nicht noch einmal so lang, oder halb so lang sey? Wie in geselli—⸗ gen Plaudereien (die aber keinen Anspruch machen, Kunstwerke zu seyn) kommen manche Komponisten vom Hundertsten auf das Tausendste, so daß man nur zu oft veranlaßt wird, den alten Ausruf zu wiederholen: Sonate, was willst Du? In den Fanta⸗ sien Johann Sebastian Bach's, Philipp Emanuel Bach's und Mo⸗ zart's ist, neben der groͤßten Freiheit und Genialität mehr Einheit und Zusammenhang, als jetzt oft in einem Thema von acht oder sechzehn Takten.
Dasselbe gilt von der Modulation. Sie wird nicht selten in einer Weise behandelt, als gaͤbe es gar keine musikalische Gramma⸗ tik mehr. So heruht ja . das Verbot der aufeinanderfolgen⸗ den Quinten und Oktaven keinesweges darauf, daß der üebersch wall von consgnirendem Wohllaut unerträglich ware; sondern es wurzelt in der naͤtuͤrlichen Verwandtschaft der Töne, und widerfetzt sich den Salto, mortal s, die jetzt (oft ohne den Springstock des verminderten Septimen⸗Akkords und ohne irgend genügende Veranlassung) aus bloßem Uebermuthe in die entferntesten Tonarten gewagt werden.
Da wir indessen sehr weit entfernt sind, uns fuͤr eine musikali⸗ sche Autoritaͤt auszugeben, so sey es erlaubt, das naͤchste Mal eine solche fuͤr diese unsere Behauptungen vorzufuͤhren. o - 0
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Konzert.
Der Königliche Kammer⸗Musikus und Posaunist Herr F. Belke gab am Montag in Gemeinschaft mit seinem Bruder, dem Herzogl— , ,, , Kammer⸗Musikus und Floötisten, Herrn C. G. Belke, ein Konzert in dem Saale des Schauspielhauses, zu welchem sich, trotz des unguͤnstigen Wetters, eine sehr zahlreiche Versammlung eingefunden hatte. Herr F. Belke hat das Verdienst, die Posaune in einem Umfange und einer Kunstfertigkeit geltend ge— macht zu haben, wie es vor ihm noch nie der Fall war. Daß er darin zuwetlen zu weit gegangen seyn durfte, ist Herrn Belke bei seinen früͤheren Konzerten bemerklich gemacht worden, in denen er Varigtionen blies, deren Koloraturen fuͤr die Sonntag ihre Schwie⸗ rigkeit gehabt haben wurden. Dem Wirkungskreis der Posaune bei wei—⸗ tem angemessener fanden wir es, daß Herr Belke diesmal das berühmte Chor aus der Zauberfloͤte. „O Isis und Osiris“, fuͤr vier Posau— nen arrangirt, mit drei seiner ausgezeichneten Schuler, den Herren Schweizer, Hartmann und Bennewitz, vortrug. Auch das liebliche Lied von Reichardt, „das Bild der Rose“, welches von drei Posau— nen als Brummstimme begleitet wurde, trug Herr Belke, welcher das Thema blles, sehr diskret vor, und machte hierbei nur seinen schͤnen Ton geltend, wahrend er seine Kunstfertigkeit diesmal auf dem chromatischen Tenorhorn zeigte. Herr E. G. Belke zeichnet sich insbesondere durch ungemeine Fertigkeit der Passagen aus und scheint sich hierin den beruͤhmten BSrouet zum Vorbild genommen zu haben; soll indessen die Floͤte zu ihrem Recht gelangen so dart ihr das klagende und schmelzende Adagio nicht fehlen. — Die Du verture und eine Arie aus der Oper „die Freibeuter“, von dem Kö nigl. Kammer⸗Musikus Herrn Gährich, fanden Beifall und lassen wuͤnschen, die Oper bald auf der Buͤhne zu sehen, wo die Arie, welche Dlle. Lenz mit Gefühl vortrug, von groͤßerer Wirkung, als im Konzert⸗Saal seyn wurde. Sehr gluͤcklich war die Wahl einer Arie mit Variationen von Pucitta, welche Dlle. Grünbaum mit gro⸗ ßer Meisterschaft vortrug. F.
Aus würti ge Börsen. Amsterdam. 16. Januar.
Nicderl. wirkl. Schuld Iz. 33 do. 1007. . Aus. Schuld 12. Kanz-Bill. 2E z. M8 Amort. 933. 38 76. Russ. 983. Oestert. kö l'räm. Scheine 1137. da A5 Anl. — Span. 33 133. * 8d — 4
Antwerpen, 135. Januar.
Span. 353 MI. 33 27. Guebhard An). Mz. do. Coup. 23]. Bel. —
Hamburg., 19. Jannar.
Poln. 1385. Hope in Cert. 975. Preuss. Prüm. Scheine 1223. Engl. Russ. 109275. Hortug. 88]. Schatz-Gbsig. 973.
. St. Petersburg, 12. Januar. Lond. 101. Hamburg 93. Fnris 112. Silber-Rwub. 339. Wien. 16. Januar.
53 Met. 1007. 13 93. Bank- Actien 1285 73. Neue Anleihe v.
18341 5715. ö
Zinsl. 1. Corte
Königliche Schluspiele.
Donnerstag, 22. Jan. Im Schauspielhause: Das Käthchen von Heilbronn, großes Ritter⸗Schauspiel in 5 Abth., nebst einem
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