, me, , nee, .
e .
28 e , *
1
wuͤrde die Verstaͤrkung, welche die ministerielle Partei bei den bis jetzt bekannten Wahlen erhalten, sich auf ungefaͤhr 30 belau⸗
. . 80 bis 100 hatten die Oppositions⸗Blaͤtter selbst erechnet.
Den Wahlen in England schließen sich jetzt die Schottischen an. In Edinburg haben sie am 12. e,. begonnen. Das Wetter war so unguͤnstig als moglich; ein starker Regen lockerte den Schnee, der Tags vorher gefallen war, wieder auf, und die Straßen waren kaum zu durchwaten. Dennoch hatten sich vor den Wahlgeruͤsten nahe an 10,000 Menschen zusammengedrängt; Fenster und Daͤcher der benachbarten Haͤuser waren mit Zu— schauern hedeckt. Von der einen Seite zogen in feierlicher Pro— Hen die heiden Torp-Kandidaten, Lord Ramsay und Herr Learmonth, mit einem Gefolge von etwa Tausend ihrer Freunde, je vier neben einander marschirend, von der anderen Seite die Reformer, Herr Abercromby und Sir J. Campbell, Beide be— kanntlich Mitglieder der Melbourne 'schen Verwaltung, heran. Die beidea Letzteren wurden zuerst durch ziemlich ruhig angehoͤrte Reden in Vorschlag gebracht. Als aber rah ihnen die Gegner auftraten, entstand ein so fuͤrchterlicher Laͤrm, wie man selbst bei solcher Gelegenheit noch nicht gehört hatte. Die Liberalen zisch— ten und tebtenz die Tories suchten sie durch Beifallsrufen zu bert zuben; von den Fenstern wehten die Damen mit ihren Tuͤchern, und auf den Dächern schwenkte man die Huͤte. Ein Berichterstatter erzählt, er habe den Rheinfall geschen, aber das Geraͤusch desselben konne kaum einen Vergleich aushalten mit dem Toben des Volkes in Edinburg. Dies dauerte denn auch mit wenigen Unterbrechungen eben so lange, als die Reden der Tarictz, ven denen daher wenig oder nichts zu verstehen wer. Als Herr Abercrom by dann das k nahm,, erhob sich am westlichen Ende des Platzes, wo die Tat es aufzestellt waren, gleichfalls einiger Lärm, da jetzt aber der groͤßeze Theil der Zuschauer ruhig blieb, so konnte man ihn hoͤ— rag. Er warf den Tories vor, durch Einschuͤchterung auf die Waͤhler eingewirkt zu haben, und machte sich anheischig, diesen Umstand, wenn er geleugnet werden sollte, durch Facta 6 be⸗ weisen. (Schon vor einiger Zeit erzaͤhten Edinburger Blat ter, in der Neustadt sey den Inhabern der Laͤden von den mei—⸗ sten ihrer Kunden angezeigt worden, man werde nichts mehr von ihnen kaufen, wenn sie nicht fuͤr die Tories stimmten.) Herr Abercromby fuͤgte hinzu, seine Gegner wuͤrden wahrscheinlich leugnen, daß Einschuͤchterungen und Bestechungen vorgefallen seyen, aber gerade das mache sie verächtlich, daß sie im Geheimen Dinge treiben, die sie oͤffentlich einzugestehen nicht den Muih hätten; eben fo fingen sie jetzt an, sich fuͤr die Freun— de von gar mancherlei Reformen auszugeben, wahrend sie in der That gegen die Reform handelten; er hoffe zuver— sichtlich, man werde solche Leute nicht ins Parlament senden. Sir John Campbell sprach in demselben Sinne uͤber die Be— stechungen der Tories und suchte hauptsaͤchlich auf ihren Ein— wand, sie seyen befugt, mit ihrem Gelde anzufangen, was sie wollten, mit Gegengruͤnden zu antworten. Während er noch sprach, traf die Londoner Post ein, welche die Nachricht von dem End⸗Resultat der City⸗Wahlen brachte. Der Redner theilte diese Nachricht sogleich von dem Wahlgeruͤst aus mit und wuͤnschte, die Hauptstadt von Schottland werde hinter der an— dern Hauptstadt nicht zuruͤck bleiben. Die Ankuͤndigung wurde mit unͤgemessenem Beifall aufgenommen. Die Handerhebung fiel, wie vorauszusehen war, ganz zu Gunsten der beiden Re— former aus, und die Gegner verlangten die schriftliche Abstim⸗ mung, die auf den 13ten und 14ten angesetzt ward. Am 13ten Abends standen die Stimmlisten: Abercromby 2391, Campbell 2352 — dagegen Ramsay 1487, Learmonth 1405. — Bei der (gleichfalls in Edinburg stattfindenden) Wahl suͤr die Grafschaft Midlothian erhoben sich die Haͤnde gleichfalls fuͤr den
Reform-⸗Kandidaten Gibson-Craig, wogegen Sir George Clerk
sich auf die schrifliche Abstimmung berief. Ein ähnliches Resul—⸗ tat gab die Wahl fuͤr Perthshire. In der Stadt Perth ist der Reformer LOlephant ohne Opposition gewählt; eben so in Peebleshire Sir John Hay und in Greenock Herr Wallace. Sonst sind noch keine Wahlen aus Schottland bekannt geworden.
Herr Walter, der Haupt⸗Eigenthuͤmer der Times, hat seine Erwählung zum Parlaments⸗Mitglied fuͤr Berkshire durchgesetzt.
Um die Wahl in Dublin streiten sich noch Herr O Connell und der Orangist Herr West. Man glaubt fast, daß die Her— ren O'Connell und Nuthven bei der Wahl fuͤr Dublin durchfal— len werden. Der Erstere ist nicht gewohnt, eine öffentliche Rede, im eigentlichen Sinne des Woris, zu halten, und hat sich daher dieser Aufgabe sehr kuͤmmerlich entledigt. Herr Ruthven hatte sich auf dem Wahlgeruͤst Ausdrucke gegen den Lord⸗Mayor von Dublin etlaubt, dle zu einem Zweikampf zwischen Beiden fuͤhrten. Der Capitain Cottingham, Secretair des Dubliner konservativen Vereins, sekundirte dem Lord⸗Mayor, Herrn Perrin, und Herr Ebenezer Jacob war der Sekundant des Herrn Ruthven. Nach⸗ dem die beiden Duellanten zweimal Pistolenschuͤsse gewechselt hatten, ohne zu treffen, trennten sie sich, obgleich Herr Ruthven sich zu keiner Abbitte oder Entschuldigung hatte bewegen lassen.
Aus der (gestern theilweise gegebenen) Rede Lord Stan—⸗ ley's ist noch zu bemerken, daß er sich mit Hinsicht auf das Benehmen, welches er im nächsten Parlamente befolgen wurde, dahin erklaͤrte: er werde niemals ein Unternehmen, das auf den Sturz des jetzigen Ministeriums abgesehen ware, unterstuͤtzen, so lange sich nicht die sichere und rechtmäßige Aussicht darbiete, daß die Bildung einer neuen Verwaltung möglich sey, deren Handlungsweise seinen Grundsätzen angemessener ware.
Die Times legt großes Gewicht auf die von Lord Stanley in Lancaster gehaltene Rede und schoͤpft daraus die besten Hoff— nungen fuͤr Sir Robert Peel's Ministerium,
Herr Spring Rice behauptete bei der Wahl zu Cambridge, es seyen sogar Leute aus dem Gefängniß geholt worden, um suͤr die Tories zu stimmen.
Herr Sydney Herbert, der . Parlaments ⸗ Mitglied fuͤr die stöbliche Abtheilung von Wiltshire ernannt worden ist, hat das Amt eines Secretairs in der Ostindischen Kontrolle an— genommen.
Das Woreester Journal will ganz bestimmt wissen, taß ein Ausschuß von Bischöfen zur Berathung uͤber einen von der setzigen Verwaltung dem Parlamente vorzulegenden Kirchen⸗ Reform-Plan, der auch die Ablbsung der Zehnten in sich begrei— fen soll, zusammengetreten sey. Die Korrespondenz zwischen Tord J. Russell und dem Bischof von Exeter, die sich bekannt— lich darüber streiten, wer unter dem vorigen Ministerium an der Verjögerung der Kirchen⸗Reform Schuld gewesen sey, die Biscöfe ober die Ministet, wird noch immer fortgeführt, doch scheint es setzt, als ob der Erstere seine gegen die Bischöfe erho— benen Anschülbigungen zum Theil modtfijiren, zum Theil zuruͤck, nehmen nolle
Die Geschworenen, welchen die Entscheidung über die bei der sihnten⸗Erhebung zu Rathcormac in . vorgefallenen Gyrhuel-cenen vorgelegi wurde, haben 13 Personen des vorsatz⸗
90
lichen Mordes, 2 des Todschlags, und 8 des rechtfertigungsfaͤhi⸗ gen Todschlags schuldig befunden. Diese Jury bestand aus 14 Katholiken und 9 Protestanten. Einige meinen, der General— Prokurator werde auf eine Revision dieses Verdikts antragen.
Die Ernennung des Grafen Linares, Schwagers des Mar— quis von Palmella, zum Portugiesischen Gesandten am hiesigen Hofe soll, dem Globe age, aufgegeben worden seyn, und . von Sarmento wuͤrde demnach in seinen Functionen ver⸗ bleiben.
Heute kam ein Expresser aus Falmouth hier an, der Briefe aus Lissabon vom 10ten d. M. uͤberbrachte. Die Koͤnigin von Portugal war von einer Unpaͤßlichkeit wieder hergestellt, und in der Hauptstadt herrschte vollkommene Ruhe und Zufriedenheit. Man hatte wieder fuͤr 125, 000 Pfund Papiergeld oͤffentlich ver⸗ brannt. Die Minister wollten den Antrag des Ausschusses der Deputirten⸗ Kammer in Betreff der Indemnisationen ablehnen und einen eigenen an dessen Stelle vorlegen.
Die Herren Ricardo nehmen jetzt Unterzeichnungen zu der neuen Spanischen Anleihe an, und es haben sich, dem Verneh⸗ men nach, schon sehr viele Subskribenten gemeldet.
Der Zoll von auslaͤndischem Weizen ist neuerdings um ei— nen Shilling und der von ausländischen Erbsen um 13 Shill. gestiegen. Der Indigo ist ebenfalls im Preise gestiegen, da sich die Nachrichten von dem Minder-Ertrage der Aerndte in Ostin— dien vollkommen bestaͤtigt haben.
Im heutigen Boͤrsen⸗Bericht der Times liest man: „Noch nie wurde von kriegerischen Drohungen so wenig Wirkung auf die Fonds verspuͤrt, als von den Demonstrationen, welche zwi— schen den Vereinigten Staaten und Frankreich stattgefunden ha⸗ ben, und dies sowohl in letzterem Lande wie in England. Vom Amerikanischen Kongreß besorgt man nichts Ernstliches, es muͤßte denn eine Reaction gegen die jetzigen Schritte Frankreichs seyn, die freilich ein Mann von Jackson's Temperament, so wie der Amerikanische Stolz uͤberhaupt, nicht so leicht aufnehmen duͤrfte. Doch dies Alles floͤßt noch keine ernsthafte Besorgnisse von Feind⸗ seligkeiten ein. Die Consols hielten sich heute ziemlich fest; die Abrechnung in den fremden Fonds ging ohne Schwierigkeit von statten, und Geld war billiger zu haben, als sonst gewohnlich in solchen Faͤllen.“ .
Nachrichten aus Philadelphia zufolge, hieß es daselbst, daß Herr J. M. Wahne aus Georgien zum Nord⸗Amerikani⸗ schen Gesandten in London ernannt werden wuͤrde.
Aus New-Hork sind Zeitungen bis zum 25. Dezember hier eingegangen; sie enthalten einen Bericht des Senats, wo⸗ durch die Bank der Vereinigten Staaten von den Vorwuͤrfen, welche der Praͤsident gegen sie erhoben hat, freigesprochen und eine guͤnstige Schilderung von ihren Huͤlfsquellen gegeben wird. Im Senat war auch die Bill in Betreff der Forderungen, welche von Amerikanischen Buͤrgern fuͤr Beraubungen gemacht werden, die sie von Seiten Frankreichs vor dem Jahre 1800 im Handel erlitten hatten, wieder aufgenommen und von Herrn Shepley vertheidigt worden; auf den Antrag des Herrn Poin— dexter aber hatte der Senat die weitere Erwägung dieses Ge—⸗ genstandes vertagt. In einem von hiesigen Blaͤttern mitgetheil⸗ ten Privat-Schreiben aus Washington vom 9. Dezember heißt es: „Ich wiederhole, was ich bereits in einem fruheren Briefe gesagt habe. Das Land braucht nicht zu fuͤrchten, daß es zu einem Kriege mit Frankreich kommen wird. Man ist weder im Kongreß, noch im Publikum kriegerisch gesinnt. Die Anempfeh⸗ lungs des Praͤsidenten, zu Repressallen, oder, was im Allgemeinen fuͤr gleichbedeutend gehalten wird, zum Kriege zu schreiten, wird von keinem der beiden Haͤuser, geschweige vom Kongreß, gut— geheißen werden. Wir haben uͤber 109 Millionen in allen Thei⸗ len der Welt im Handel stecken, vielleicht fuͤnfmal so viel, als Frankreich; und dies Eigenthum ist uͤberall dem Angriff bloß— gestellt und der Vernichtung durch Seeraͤuber und Kaper aus— gesetzt; Freibeuter von allen Nationen, selbst von unserer eige⸗ nen, wuͤrden, wenn es zu Feindseligkeiten kame, daruͤber herfallen.“ Diejenigen Nord⸗Amerikanischen Zeitungen, welche im Sinne des Präsidenten schreiben, rechnen zwar im Repraͤsentanten⸗ Hause auf eine Majoritaͤt von 20 bis 25 Stimmen zu Gunsten des Generals Jackson; dagegen zählt man im Senat 25 Oppo⸗ sitions, Mitglieder gegen 3 der Regierung ergebene, und ein Sitz ist noch vakant. (Man sehe ubrigens unten den Artikel Nord-Amerika, wo uͤber die in Betreff der , Angelegenheit im Kongreß gepflogenen Verhandlungen Naͤheres mitgetheilt ist.) .
Nieder lande.
Aus dem Haag, 17. Jan. Der Prinz von Oranien kommt heute hier wieder an, und wird am 19ten das Geburts⸗ fest seiner Gemahlin hier 83
Die regelmäßige Post⸗Verbindung mit Belgien hat, wie die Bredasche Courant meldet, mit dem 15ten d. wieder an⸗ fangen sollen. Die nach Frankreich bestimmten Briefe muͤssen an einen Korrespondenten in Belgien adressirt werden. In Groß-Zundert wird ein Post⸗Controleur die Befoͤrderung uͤber die Gräͤnze wahrnehmen.
Unsere Blätter enthalten einen sehr umstaͤndlichen Bericht von der am 29. Juli in Curagas stattgefundenen zweiten Seku⸗ lar⸗Feier der dortigen Aufziehung der Niederlaäͤndischen Flagge.
— Die Allgemeine Zeitung schreibt aus dem Haag vom 10. Januar: „In meinem letzten Schreiben habe ich be⸗ merkt, daß der Baron van Zuylen von unserem Monarchen schwerlich bloß zn dem Zwecke nach London abgesendet worden se, um die Einleitung zur Wiederaufnahme der Arbeiten der Londoner Konferenz zu treffen. Ich höre nun, daß die Abwe— seuheit dieses ausgezeichneten Diplomaten nicht von langer Dauer seyn werde, und daß, wenn seine Mission mit einem gluͤcklichen Erfolge gekroͤnt werde, man in den Niederlanden auf erfreuliche Ereignisse gefaßt seyn duͤrfe. Nicht der General— Secretair im auswärtigen Amte, sondern dessen Sohn, der Ad unkt⸗Kommis im Ministerium des Auswärtigen, Herr Leclerc
begleitete Herrn van Zuylen nach London. Nach neueren Brie—
fen von dort arbeitet unser dortiger Gesandter sehr haͤufig auf dem auswärtigen Amte. Wie welter aus diesen Briefen zu entnehmen ist, geben die Torles, ungeachtet ihrer Nieder lage in Londen, die Hoffnung nicht auf, die Majorität im Un— terhause zu erhalten. Wie dem auch uͤbrigens sey, wollen sie jedenfalls den Weg der gemäßigten Resorm einschlagen, und wenn ihnen auch hier das Unterhaus entgegenträte, eher zu neuen Parlaments⸗Wahlen schreiten, als das Schlachtfeld raͤu— men. Man glaubt auch, daß das Ministerium noch, bevor das Parlament zusammentritt, in der auswärtigen Politik einen fe⸗ sten Weg einschlagen werde, um dadurch die in dieser Hinsicht von dem Whig⸗Ministerium oft bewiesene Schlaffheit vor den belden Häusern in den Schatten zu stellen. Der Herzog von Wellington soll dußerst ihätig seyn, und mit vieler Zuwversicht der Zukunft entgegentreten.“
Schrecken erregt.
Dänemark.
Kopenhagen, 13. Jan. Zur Foͤrderung des Studium
Alt-⸗Nordischen Alterthums und vor Allem um die Herautgah
Greechenlan d. Nauplia, 28. Nov. (Allg. 3tg.) Schon beginnt diese
Islaͤndischer Schriften aus dem Alterthum zu erleichtern, haben Hadt sich von ihren Bewohnern zu leeren, und jetzt, wo man Se. Majestaͤt eine Fundation der Nordischen Alterthum Cen eht, daß der Koͤnigl. Entschluß, dem gegebenen ler en ge⸗
schaft bestaͤtigt, wonach ein bestimmter Fonds, dessen Grum, z Athen in vierzehn Tagen zu beziehen, aller Intriguen, Bit⸗
lage ein Kapital von 12.500 Rbthlr. ausmacht, und welch successive, durch die ordentlichen Beitrage der Mitglieder, wie durch die der Gesellschaft zufließenden außerordentliche Donationen erhoͤht werden soll, zu diesem Zwecke bestimmt is,
Es ist hier eine Kommission ernannt, um Vorschläge zu g
ner verbesserten Einrichtung des Volks⸗Schulwesens zu machn Sie besteht aus folgenden Mitgliedern: Ir rah Munmn — 5 Mangor, Prof. Brorsen, Pastor Rothe und Pasn aage, ie Sterblichkeit ist hier noch immer ungewoͤhnlich ij In der Woche vom 3. zum 10. Januar starben 109 Persaha und es wurden nur 62 geboren, so daß die Zahl der Ersim die der Letzteren um 47 uͤberstieg. In der Woche vorher n die Zahl der Gestorbenen gar auf 153 gegen 51 Geborene (i der Ersteren 72 mehr als der Letzteren) gestiegen. Die mes enschen sterben noch immer an den Masern. Im Altonaischen Merkur liest man: „Die im lthn Heft der Danischen Monatsschrift befindliche Anzeige
vom Pastor Gad redigirten „liturgischen Miscellen“ wird m Die Zeitschrift ist ins Leben gerufen dn
Theilnahme gelesen. das in letzter Zeit rege gewordene Interesse an liturgischen genstaͤnden, welches sich auch namentlich in einem Circular Daͤnischen Kanzlei vom Anfang v. J. kundgiebt, wonach g Umgestaltung des bestehenden Rituals zu gewaͤrtigen ist.
u einer Zeit, wo der Protestantismus dem katholischen Ch ö gegenuͤßertrat, und auch in sich nicht ein Ganzes hi manche polemische Elemente in das Ritual uͤbergingen,
eben so erklaͤrlich, als es der jetzigen Zeit angemessen
seyn scheint, „das rein Christliche, wie sich solches in! heiligen Schrift ausspricht, ohne ängstliche Ruͤcksicht Parteien und Sekten hervorzuheben.“ Die Parteiungen
der Kirche, je nachdem man sich vorzugsweise an dle hes Schrift, oder auch an die symbolischen Bücher haͤlt, erschwa indessen auch gegenwartig die Arbeit, und mit Recht wird es
vorgehoben, daß die Autoritaͤten, um mit ihren Bestrebun
heilsam zu wirken, vor Allem auf das Entzegenkommen g
versoͤhnlichen, nicht allzu aͤngstlich marktenden und mäkelnden sinnung rechnen mußten. — Ein anderer Aufsatz in der Men
schrift, von Professor Molbech, aͤber Schwedens Statistih, von so hohem und allgemeinem Interesse, daß wir uns eine taillirtere Erwähnung desselben vorbehalten muͤssen.“
Deutsch land.
Göttingen, 14. Jan. Der Professor der Philosh und Beredtsamkeit an hiesiger Universitaͤt, Dr. Mitschers feierte am 12ten d. sein funfzigjäͤhriges Jubiläum.
Bremen, 18. Jan. Gestern uͤbergab in einer besonden , der kuͤrzlich hier angelangte Koͤniglich Franzoͤsische nister Resident, Herr Baron de Varenne, dem Senate das glaubigungs⸗Schreiben Sr. Majestaͤt des Koͤnigs der Frangs̈ Derselbe reiste heute von hier nach Hamburg ab.
Die Gesammtzahl der im Jahre 1834 hierselbst eingeschiff Auswanderer nach transatlantischen Staaten belaͤuft ssch au 13, 08ß Personen. Davon gingen ab:
in 65 Schiffen nach Baltimore 7747 Per sonen
v 40 ö Neu York 3733 ö 7 9 Neu ⸗ Orleans 933 2 Vhiladelphia 1 Jamaica 505 * . 15, 086 Per sonen. Nach einer polizeilichen Venn
1 Y
Munchen, 16. Jan. nung duͤrfen sich im diesjährigen Karneval nur an solchen Il den, an welchen oͤffentliche Maskenbaͤlle stattfinden, die Mu
auf der Straße zeigen. Fuͤr andere Tage muß zum Bo des hier sogenannten „Maskengehens“ eine spezielle polizes Erlaubniß eingeholt werden. Eben so duͤrfen sich ohne zn liche Bewilligung nicht mehr als 6 Masken zu einer Geselss vereinigt auf der Straße zeigen. Die patrouillirenden Gen men sind angewiesen, solche Trupps anzuhalten, um ihnen Erlaubnißkarte abzufordern.
Die hiesige Kreis- und Gewerbsschule hatte im verflös Jahre 2 Kurse, von welchen der erste am Ende dieses N' 64, der zweite 25, beide also 89 Schuͤler zaͤhlten.
Italien.
Rom, 8. Jan. Der aus Griechenland kommende Kö Bayerische Geschaͤftstraͤger, Herr v. Gasser, ist auf seiner nach Deutschland gestern hier eingetroffen.
Der Ausbruch der Cholera in Marseille hat hier gn Dle Gongregazione sanitaria ergrest strengsten Maßregeln, um die Seuche nicht nach dem Kö staat dringen zu lassen, welches sonst bei dem haͤufigen Vc mit jenem Hafen leicht der Fall werden koͤnnte. Reisende Frankreich sollen gar nicht zugelassen werden, bevor sie nihh Genua oder Livorno die Quarantaine gehalten haben. Der zum Direktor der Franzoͤsischen Akademie in Ron nannte Herr Ingres ist ebenfalls hler eingetroffen. Hora welcher dieser Stelle sechs Jahre vorgestanden, wird, sobeb seine Tochter mit dem bekannten Maler de la Roche verheita hat, uns verlassen, um in Paris einen andern Wirkun / zu erhalten.
Portugal.
Die Times meldet aus Lissabon vom 3. Jan.: E Bekanntmachung des Schatz Amtes in Lissabon zufolge, s am g. Jan. dafelbst S0 Tontos de Reis in Papicrgeld auf! Rocio Platze oͤffentlich verbrannt werden, was große Freude dem Volke erregt hat. — Es heißt, daß die Regierung von bis zum 20. Dez. verschiedene Wechsel bis zum Betrag. 110,ü500 Psd. auf England gezogen habe. Zugleich verst man auch, daß einer ihrer Agenten in London unter den sekf Umstanden ihr dies abgerathen habe. Die Weigerung? ren Carbonel in London, die auf ihn ausgestellten Wech Regierung von 50 Contos de Reis anzunehmen, hat hier sehr schlechten Eindruck gemacht, obgleich derselbe erklärt, nür deshalb die Anerkennung verweigere, weil die Inhabet Wechsel keine Anweisung vom Schatz⸗Amte vorzeigen knn
Sobald diese erfolge, werde er keinen Anstand nehmen, 1
sen. Ein Beweg, daß es dem Schatz nicht an Geld. fehst daß heute Morgen eine alte Forderung von 15,000 Pfb.— digt wurde und daß die Truppen, die Marine, die Beamten die Interessen der inneren und auswärtigen Schuld p bezahlt werden.“
h fteation begeben hatte.
6, Drohungen und sinistern Prophezeiungen Üngeachtet, zur nafuͤhrung kommen wird, jetzt will ein Jeder der erste bei die⸗ m umzuge seyn. Abgesehen von der Sache selbst, sind alle Bohlgesinnten und der oͤffentlichen Meinung des Landes-Kundi— n hocherfreut uͤber diesen Beweis von Festigkeit und gewissen⸗ zfter Erfuͤllung des gegebenen Koͤnigl. Wortes, und wissen de— m aufrichtigen Dank, welche bei dieser Sache durch unparteiische 1d klare Wuͤrdigung des Fuͤr und Wider mitwirkten. Es ist bar gewiß, daß man in Aihen noch nicht gleich alle Bequem— keiten finden wird, welche der Speculations-Geist, wenn auch mm hohe Preise, in Napoli so schnell geschaffen hatte, indessen ird eben dieser Speculations-Geist in Athen sehr bald dasselbe jun, und fuͤr einen jeden, welcher bei dem schoͤnen und großen nternehmen, den neuen Griechischen Staat zu bilden und zu dnen, eine großere oder kleinere Rolle ubernehmen will, duͤrfen Uugenblickliche persoͤnliche Unbequemlichkeiten und Entbehrungen ac nicht in Anschlag kommen. Uebrigens ist fuͤr die Unterbrin— ng aller Hauptpersonen und fuͤr die Erfordernisse des Hofes, er Regentschaft, der Gesandten, der Garnison u. s. w. gesorgt, un im August waren dafuͤr nach einer genauen Zaͤhlung schon 9 großere und kleinere Haͤuser disponibel. Wenn man aber ht, wie hier in Napoli in dem hoͤchst unguͤnstigen, ungesunden d vom Anfange an nur als provisorisch bezeichneten Aufent⸗ stzorte der Regierung die Haͤuser gleichsam aus dem Boden er vielmehr aus dem Meere wuchsen, so kann man an einer raschen ildung des so schoͤn, so guͤnstig und gesund gelegenen Athens nicht eifeln. Auch hat die Regentschaft Sorge getragen, daß einige in der gelegenheit des neuen Stadtplans eingetretene Hindernisse keine eiteren Verzögerungen herbeiführen. Dieser Stadtplan war hon zur Zeit des Praͤsidenten Capodistrias von einem Griechi⸗ hen und einem Deutschen Architekten entworfen, der Regent⸗
Haft sogleich nach ihrer Ankunft vorgelegt, und endlich ohne
ruͤfung durch erfahrne und sachkundige Ärchitekten, jedoch un⸗ dem Vorbehalte etwa noͤthiger Modificationen angenommen erden. Doch kaum war der Plan bekannt und durch die er⸗ lte Tracirung dem Publikum deutlich geworden, so entstanden n allen Seiten die heftigsten Einwendungen dagegen. Die werhältnißmaßige Ausdehnung des Ganzen und Einzelnen, die E den Suͤden unpaßliche Gestaltung, die uͤbermaͤßige Länge 1d Breite der Straßen, die unguͤnstige Gestaltung der Bau— tze, und besonders der fuͤr das Koͤnigliche Schloß gewaͤhlte lat, unterlagen um so mehr dem Tadel, als man allgemein ubte und wußte, daß umsassende und bis zum Unglaublichen steigerte Bau⸗Speculationen auf diese sehlerhafte Plangestaltung gruͤndet worden waren. Die Regentschaft sah sich bald genö— sgt, diese Sache näher untersuchen zu lassen, und es wurden diesem Ende zweimal Spezial-Kommissionen von Nauplia nach then geschickt. Da aber keiner von beiden Kommissarien Ar— hiiekt und im Stande war, anzugeben, wie und wo eigentlich erbessert werden muͤßte, obwohl sie die meisten Mängel des dlanes richtig ruͤgten; da endlich die Spekulanten vielleicht durch mächtige Beschuͤtzer und Theilnehmer der so sehr gefuͤrchteten Planveraͤnderung entgegen wirkten, so hatten diese Kommis⸗ vnen keinen weiteren Erfolg, als die endliche Sistirung des ganzen Planes. Da ward endlich im ö. Sommer der Geheimerath J. Klenze hierher gesandt, um die Entscheidung Sr. Maj. des Köoͤ— kigs von Bayern in der Angelegenheit der Regenischafts⸗Dissentionen u uͤberbringen, und es ward nun, wie man glaubt, nicht ohne Ein— luß eines von diesem kunstliebenden Monarchen geäußerten Wun⸗ ches, beschlossen, diesem Architekten die Correction oder Redaction des Ztadt⸗Planes von Athen anzuvertrauen. Obwohl nun dieses Mannes Vorschlaͤge erst nach der reiflichsten Prufung der Re— entschaft, und wie man sagt, unsers jungen Monarchen selbst, ngenommen wurden; obwohl darin ein Jeder die moͤglichste Fücksicht des Bestehenden und der Privat⸗Interessen erkennt; ob— bobl diesen, wo ihre Verletzung auf eine rechtliche Art nachge⸗ Piesen werden koͤnnte, durch das Genehmigungs-Reskript der Regentschaft und sogar nach dem eigenen en hen. der bei⸗ en Regierungs-Nrchitekten, welche den ersten jetzt modifizirten lan entworfen hatten, volle Entschaͤdigung zugesichert wurde, g haben diese beiden Herren, aus nicht nachgewiesenen Gruͤn— ken, aber unter dem Vorwande, daß man einige Schsnheiten res Planes zerstoͤrt, und die neue Stadt in die ungesunde degend gegen den Piraͤus zu, statt in die gesundere am Fuße hes Lycabeitus gelegt habe, ihre Entlassung aus dem Staats- ienste verlangt. Wir glauben mit Recht sagen zu duͤrfen, Er dem Vorwande, denn uͤber die Schoͤnheiten des eigenen Planes können die Verfasser sich selbst doch nicht wohl als kom⸗ detente Richter anfuͤhren, und der Vergleich beider Plaͤne zeigt deutlich, daß die zweite Angabe voͤllig falsch ist, wenn man uch Uugäͤbe, daß es in Athen, wie es jetzt schon geschehen ist, nd noch taglich mehr geschieht, die Ruinen entfernt, und der , der Waͤsser wieder hergestellt wird, noch ungesunde Gegenden . „„ was jedoch in Athen selbst außer einem Arzte, welcher zu⸗ ztech großer Besltzer in der als am gefundesten bezeichneten Ge— end ist, Niemand glaubt. Es ist zwar wahr, daß Hr. v. Klenze en am Lycabettus Lis zum Uebermaͤßigen ausgedehnten ersten nf beschraͤnkt hat, jedoch ist derselbe gegen den Piräus i n n . vergroͤßert, sondern nur zweckmaͤßiger gestaltet . Unmoͤglich ist es aber, aus dem Standpunkte der Zweck⸗ nah ken und nicht aus dem der Bauplatzschwindelei betrach⸗ ö behaupten, daß ein Plan, der setzt noch immer fur 25 . 0,000 Einwohner hinreichenden Raum darbietet, und des— . Ausdehnung im Falle eintretenden Beduͤrfnisses 1. entgegensteht, zum Nachtheile der Gemeinde beschraͤnkt ( en sey, wenn dieses auch ruͤcksichtlich der sinanziellen Er— e artungen einzelner Spekulanten geschehen seyn solllte. Auch jun die Regenischaft keinen Augenblick gezögert, die verlangte, binn auch vielleicht nicht erwartete Dimission segleich zu be— ao gen, und dabei den Dimissionairen eine Ruͤge ihres fal⸗ 9 Vorgebens zu ertheilen, ihr Plan ware in der Art ge— migt worden, daß sich die Regierung des Rechtes einer Mo— 6 An die Stelle der beiden Architekten ga lt eitung der Ausfuͤhrung des neuen Stadtplanes einem . ten Ingenieur, Offizier und vier jungen Deutschen Archi— ; . übergeben. Jedermann billigt hier, der Sache und der * 2 das Verfahren der Regenischaft, und hegt die Ueber— ah s daß, wenn man so fortfährt, das ganze Unternehmen . ichen Fortgang gewinnen wird, was auch die Intrigue gen thue, und die Parteisucht daruͤber sprechen, schreiben
und drucken iassen mag.
Athen, 9. Dez. Gester ̃ i j .9. Dez. estern war ein großer, feierlicher Ta n unserer Königsstadt. Es wurde naͤmlich der feierliche Tin n
91
des Koͤnigs Otto von Griechenland nach dem vorausgegangenen Programm unter großem Zulaufe und Freudenrufe des Volkes gehalten Um 10 Uhr Vormittags erschienen Se. Maj. am e, (Pirdos) und wurden dort bei der Ausschiffung von den
taats Ministern, dem Staatsrathe, den Secretairen der hohen Regentschaft, dem diplomatischen Corps, dem Rathe, der Geistlichkeit, den Autoritaͤten der Stadt und von allen an— gestellten Civil, und Militair-Personen in großer Galla un— ter dem Donner der Kanonen empfangen. Das paradirende Militair war auf der Straße aufgestellt,
deum gehalten wurde. nonenschuͤsse abgefeuert und nach vollendetem Gottesdienste be⸗ wegte sich der Zug in der vorigen Ordnung nach dem neuen Palaste des Koͤnigs zuruͤck, welchen Hoͤchstderselbe nun bewohnen wird. Se. Majestaͤt waren bel dem Einzuge zu Pferde, und wurden von dem Oberst-⸗Hofmarschal und einem' glänzenden Ge— neralstabe begleitet. Beim Ausschiffen wurden Se Majestaͤt am Thore auch von einer Deputation von 300 Griechischen Ve⸗ teranen empfangen, welche einstens die Veste (Akropolis) von Athen vertheidigten. Nach dem Ruͤckzuge in die K' Residenz war große Aufwartung bei Hofe, und der ganze Tag wurde in der Stadt dem Jubel und der Freude gewidmet.“)
Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.
Washington, 25. Dez. In der Sitzung des Repraä— sentan tenhauses vom 8. d. M. wurden die Mitglieder der stehenden Ausschuͤsse verlesen. Die wichtigste Veraͤnderung in denselben ist die Ernennung des Herrn Wayne zum Praͤsidenten des Ausschusses fuͤr die auswaͤrtigen Angelegenheiten, an die Stelle des Herrn Archer. Die ganze Zusammensetzung dieses Ausschusses scheint mit den exekutiven Maßtegeln in Betreff un— serer Verhaͤltnisse zu Frankreich in unmittelbarer Beziehung zu stehen, d. h. der Ausschuß soll das Echo der in der Botschaft des Praͤsidenten gefuͤhrten Sprache seyn und ein Gesetz vorschla— gen, welches den Praͤsidenten ermaͤchtigt, Frankreich den Krieg zu erklaͤren, oder, was dasselbe ist, Repressalien gegen Frankreich zu gebrauchen.
Am 9g. Dezember konstituirte sich das Haus der Reprä— sentanten zum Ausschuß, um uͤber den Zuͤstand der Union zu berathen, und verwies die einzelnen Theile des Vortrags des
Praͤfidenten an die geeigneten stehenden Ausschuͤsse. Bei
Verweisung der auf die Franzoͤsische Schuld bezuͤglichen An- gaben an den Ausschuß fuͤr die auswaͤrtigen , , erhob sich eine kurze Debatte uͤber einen Antrag des Herrn Clayton aus Georgien, welcher jenen Ausschuß dahin instruirt wissen wollte, daß er sich mißbilligend in Beireff der vom Praͤ⸗ sidenten anbefohlenen Repressalien äußere. Er ging davon aus, daß diese Repressalien unmittelbar zum Kriege führen müßten, und daß ein solcher Krieg ein Kampf gegen die ganze Welt werden wurde. Das Schlachtfeld sey die hohe Sec, und auf dieser befaͤnden sich gegenwärtig die Amerikanischen Handels⸗ Interessen in dem Werth von 290 Millionen repräsentitt, und dieses ganze Kapital wurde unmittelbar der Raubsucht aller Nationen anheim gegeben seyn, wenn sie nur die Fran dsische Flagge aufziehen wollten. Doch moge man ihn nicht mißverste— hen. Man solle nicht glauben, daß er nicht gern all' jenes Ka— pital auf's Spiel gesetzt sehen wolle, ja noch zehntausend Mal mehr, wenn es sich um die National⸗Ehre handle; aber er werde nie seine Zustimmung dazu geben, das Eigenthum seiner Mit⸗ burger gefaͤhrden zu lassen, wenn nicht zuvor alle Maßregeln friedlicher Art vergeblich angewendet worden seyen. Die Nation sey jetzt ihrer Schuld entledigt; ein Krieg aber werde ihr eine neue aufbuͤrden, und uͤberdies, wie im letzten Krtege, wuͤrde ein Jeder seine Kapitalien dem Handel entziehen und auf Manu fak⸗ turen verwenden wollen; daraus aber wuͤrde nichts anderes ent— stehen, als fortwährende Gesuche um Schutzzoͤlle und demgemäß eine Erhoͤhung des Tarifs. Und da stehe man denn wieder an dem Abgrunde, der sich kaum geschlossen habe, an der Spaltung zwischen den Staaten des Nordens und des Suͤdens. Wenn es daher mit der Ehre vertraͤglich sey, muͤsse man mit aller Anstrengung einen Krieg vermeiden. „Es ist nicht mein Wunsch“, so schloß der Redner seinen Vortrag, „Ereignisse ver⸗ gangener Zeit hervor urufen, wie dies ein Deputirter Frankreichs bei Gelegenheit der Berathungen uͤber die Schuld gethan. hat, der an die Zeit erinnerte, als die Fahnen von Frankreich und Amerika vereint auf denselben Schlachtfeldern weheten. Ich wuͤnsche nur, daß das Haus auf dieses Bild (das von Washing⸗ ton) und jenes (das von Lafayette) hinblicke. Wenn die Bilder dieser großen Manner sprechen konnten, was wurden sie in die⸗ sem Augenblicke sagen? Waͤhrend das Haus damit beschaͤftigt ist, über einen Krieg gegen Frankreich zu berathschlagen, möchte es gut seyn, jent Gemaͤlde zu verschleiern. Ich bin Uberzeugt, das
Amerikanische Volk wird einen solchen Krieg nicht billigen. Die Nation ist nicht darauf vorbereitet, die 8 ,. ihn
nicht.“ Ungeachtet dieser Auseinandersetzung ließ si r. Clay⸗ ton doch bewegen, seine Motion , , . . der in Rede stehende Passus der Botschaft wurde ohne weitere In— struction dem Ausschusse zugewiesen.
«In der Sitzung des Senats vom 23. bemerkte Herr Clay, daß die Kommission, welcher der von den auswaͤrtigen Angelegenheiten handelnde Theil der Botschaft zur Pruͤfung uͤber—⸗ geben worden sey, den Staats- Secretair um die Vorlegung der Korrespondenz zwischen der hiesigen und der Franzoͤsischen Re— gierun seit dem 2. Februar ersucht habe. Der Secretair habe diese Dokumente zwar sogleich, jedoch mit der Bedingung uͤber— sandt, daß diese Mittheilung nur als eine vertrauliche betrachtet werde. Da nun der Praͤsident eine oͤffentliche Maßregel empfoh— len habe, diese auch der Kommission öͤffentlich zur Pruͤfung uͤberwiesen worden sey, um oͤffentlich daruber zu berichten, so schlage er vor, daß man den Praͤsidenten ersuche (wenn er es nicht fuͤr unvereinbar mit dem offentlichen Interesse halte), die Instructionen, welche seit dem 4. Juli 1831 den Repräsentanten der Vereinigten Staaten in Frankreich, in Bezug auf den an je— nem Tage unterzeichneten Vertrag zwischen beiden Mächten, von Zeit zu Zeit uͤbersandt worden, so wie die Korrespondenz beider Maͤchte in Betreff der Ausfuͤhrung des genannten Vertrags, dem Senat mitzutheilen. — In dem Hause der Repraͤsentanten wurde ein ähnlicher Beschluß gefaßt.
In einer fruͤheren Senats-Sitzung trug Herr Webster auf die Entschadigung derjenigen an, welche durch die Kapereien der Franzosen ver dem Jahre 18090 Verluste erlitten haben. Der Antrag wurde einer Kommission uͤberwiesen, die am folgenden
) Obiger Artikel ist cinem Münchener Blatte entlehnt Andere Bayerische Blatter halten diese Nachricht jedoch fuͤr 363 virt; sie teilen namlich unter Atben, 11. Dezember, das Programm uber den bevorstebenden Einzug des Königs mit und meinen, daß es biernach leicht gewesen sey, den Berscht über den bereits geschehenen Einzug zu fabriziren. .
und der große Zug bewegte sich nach dem Theseus-Tempel, in welchem . ö. Waͤhrend des Tedeums wurden 101 Ka.
Tage, ohne Amendement, Bericht daruͤber abstattete. Man glaubt, daß diesen so lange vernachlaäͤssigten Forderungen nun end- lich die verdiente Aufmerksamkeit werde geschenkt werden und er⸗ theilt Herrn Webster großes Lob fuͤr die Beharrlichkeit, womit er, ungeachtet aller Hindernisse, diesen Gegenstand von Session zu Session durchgefuͤhrt hat.
Der Washington Globe, dat offizielle Blatt des Ge— neral Jackson, vertheidigt natuͤrlich die Boischaft des Präsiden⸗ ten sehr eifrig. Es sucht die Stelle in Bezug auf Frankreich, als durch das Betragen dieses Landes selbst bedingt, darzustellen und betrachtet die angedrohten Repressalien als unerläßlich fuͤr die Abhuülfe der Beschwerden und fuͤr die Behauptung der Na— tional Ehre. Dies Blatt verdammt zugleich den antimatienalen Geist, der sich, nach seiner Ansicht, in dem „Intelligencer“ kund giebt und der sich auch bei dem letzteren verderblichen Streit mit England gezeigt haben soll. Einige Blaͤtter der Vereinigten Staaten beachten diesen Theil der Botschaft wenig und widmen dagegen der Stelle, welche von der Bank und dem Post-Amte handelt, mehr Aufmerksamkeit.
Ein hiesiges Blatt sagt: „Da wir im Begriff sind, Repressalien gegen Franzoͤsisches Eigenthum zu gebrauchen, d. h. Franzoͤsische Schiffe und Ladungen zu kapern, so ist es in⸗ teressant, zu sehen, wie viele dieser Schiffe der Gefahr, von un— seren Kreuzern genommen zu werden, ausgesetzt und wo sie zu finden sind. Die Handels-⸗Marine Frankreichs besteht ungefähr aus 8000 Fahrzeugen, von etwa 744,900 Tonnen, mit einer Be⸗— mannung von 57.000 Seeleuten. Hiervon sind S820 Schiffe, im Mittel von 250 Tonnen, in dem auswaͤrtigen Handel außer— halb Europa beschaͤftigt; 800 Schiffe mit demselben mittleren Tonnen-Gehalte dienen zum Handel mit verschiedenen Ländern Europas, und 5380 Fahrzeuge, jedes von 50 Tonnen, werden zum Kuͤstenhandel gebraucht. Die Schiffe, welche den Handel außerhalb Europa treiben, sind folgendermaßen vertheilt: In Ostindien 35 Kauffahrer, Isle de Bourbon u. s. w. 70, Suͤd— see 25, Brasilien 65, La Plata⸗Republik 20, Mexiko 40, Cuba 60, Hayti 60, in den Verereinigten Staaten von Nord⸗Amerika 35, in dem nicht Franzoͤsischen Westindien 20, in Cayenne 25, Senegal und Goree 40, Martinique und Guadelvupe 300, auf dem Wallfischfange 6, China 6 u. s. w. Die Feanzoͤsische Ma⸗ rine, mit der wir auch wahrscheinlich bessere Bekanntschaft ma⸗ chen werden, ist ohne Zweifel naͤchst der Englischen die furcht—⸗ barste. Sie wurde im Jahre 1823 neu organisirt und hat sich seitdem mit großer Schnelligkeit in jeder Hinsicht verbessert. Im Jahre 1832 waren folgende Schiffe seefäͤhig: 58 Linien— schiffe, 68 Fregatten, 33 Korvetten, 67 Briggs, Galliotten, Kut⸗ ter 121 u. s. w. 27 Dampfschiffe, Bombenschiffe u. s. w., zu⸗ ö Fahrzeuge. Diese Zahl ist seitdem noch in . worden.
Inland.
Berlin, 22. Jan. Am Schlusse des vorigen Jahres betrug die Einwohner Zahl Stettins, das Militair ungerechnet, 29, 974 Personen, also gegen das Ende des Jahres 1833 mehr 717 Perso— nen. Getraut wurden im vorigen Jahre 31 Paare, geboren 1164 Kinder, worunter 174 uneheliche, und es starben 1083 Personen, worunter K an den Pocken, 12 durch Selbstmord und 31 durch Ungluͤcksfaͤlle. Der Ueberschuß der Gebornen gegen die Gestorbenen beträgt hiernach 81.
— Aus den drei Hafen des Regierungs Bezirks Köslin, nämlich Kolbergermuünde, Stolpmuͤnde und Ruͤgenwaldermuͤnde, sind im verflossenen Jahre, die Bootsfahrten ungerechnet, 229 Schiffe ausgelaufen und es langten daselbst 228 Schiffe an. In die saämmtlichen Häfen der Provinz Pommern sind mithin (vgl. St. 3. Nr. 17) im genannten Jahre 1711 Schiffe eingelaufen und dagegen 1757 Schiffe von da in See gegangen.
——— nr mmm
Königliches Schauspiel.
Die neueste Aufführung zweier poetischen Meißerwerke auf die⸗ ser Buͤhne, des Göͤthe'schen „Tasso“ und Sbhakespeare 's „Richard III“, Werke, die in Stoff, Form, Umfang und Absicht so verschieden, ja— Kontraste sind, wurde eine Stelle in diesen Blattern verdienen, wenn auch weiter nichts dabei zu rühmen ware, als der gute Wille einer Tbeater⸗Direction, das Schone und Große in seiner Einfachheit und Mannigfaltigkeit, in einer gemessenen oder einer alles Maß uͤberschrei⸗ tenden Form den Neigungen und dem Geschmack eines großen gemisch⸗ ten, zwar empfaͤnglichen, aber auf den verschiedensten Bildungsstufen stehenden Publiküms darzubringen. Was zuvbrderst den „Tasso“ betrifft, so sind die Meinungen der stimmfahigsten Kunstrichter über die Auffuͤhrbarkeit desselben ganzlich von einander abweichend. Ama⸗ deus Wendt haͤlt ihn durchaus fuͤr nicht geeignet zu einer Darstel⸗ lung auf einer offentlichen Buͤhne; er sagt, die beiden Hauptperso⸗ nen, Tasso und die Prinzessin, seyen so ideale Zeich nungen, daß sie eine gewisse Idealitaͤt selbst in der Persoͤnlichkelt der Darstellen⸗ den erforderten, und citirt dabei den Lessingschen Spruch: „Der Mensch sey dem Menschen doch immer lieder, als der Engel.“ Hieraus wurde dann folgen, daß, wenn der Darsteller ein Engel ware, er uns nicht an sprechen, und auf der andern Seite, wenn er nur ein Mensch, auch der am voll kommensten organisirte ware, er der himmlischen Dichtung nicht entsprechen wurde, kurz, daß dies zarte, duftige Bild des Dichters keine Verkörperung leide. Das heißt dann freilich überschwenglich viel gefordert und im Grunde nichts anderes gesagt, als die Poesie gehbrt nicht für die Bühne was, beildaufig bemerkt, unseren Stuüͤckmachern sehr willkommen fern muͤßte. Aber man uͤbersetze dte Wen dtsche Forderung, die anschet nend ganz verstaͤndig zu lauten scheint, nur in die Bildersprache Jean Pauls, der die naͤmliche Meinung nur mit andern Worten ausspricht Goͤthe's „Tasso“ sey ein suͤßer Bluͤthenstrauß, der an keinem andern Ort aufzufuͤhren sey, als in den vier Gehirnkammern; wenn man dazu noch die vier Herzens kammern stoße, — so wird man schon in der Frage die Antwort finden; es ist Phantasie, die nicht aus sich heraus kann, weil sie niemals die rechte Zeit und den rech— ten Ort findet; dann aber ist auch aller Kunst, nicht bloß der mi⸗ mischen, ein Ende gemacht; denn welchem echten Dichter wäre das Wort für die Hohe und Fulle seiner Gedanken, welchem Maler die Leinwand, welchem Bildner der Marmor und welchem Ton⸗— dichter die Note genug? — Dagegen meinte ein anderer, sebr geist= reicher, aber eben so klarer Kopf, Solger Gothe's „Tasso? sev echt dramatisch, und eben darum tbeatralisch, denn den von Schle⸗— gel gemachten Unterschied zwischen dramatisch und tbeatralisch will er nicht anerkennen. — Referent seinerseits bekennt sich zur Solger= schen Meinung, die, wie er aufrichtig bemerken muß, schon längst die seinige war, ehe er von derselben Kenntniß nehmen konnte, die ader, wie er gleichfalls beifuͤgen muß, dabei nicht das Tbeater, wie es nach Zeit und Umständen verbraucht wird, sondern wie es feyn kann, im Auge hat: ein freies, durch keine andern Bedingungen, als die in den Schranken aller Kunst liegen, wenn sie von innen nach außen wirken will, beschraͤnktes Tbeater; und er bat die Erabrung fur sich. Wie ist seit den dreiundzwanzig Jahren, seit Tasse auf unserer Buͤbne erscheint, die Bildung der Schauspieler und des Pu⸗— blikums gewachsen? Man darf obne Uebertreibung sagen, in voll kommner Wechselwirkung, welche die Schaubühne züm Pudlikum, das Publikum zur Schaubübne baben sol! Und indem Ref dies zur Ebre der Bübne und des Berlinischen Publikums bebauvtet, hat er leinesweges von der Seite der Bühne die gröseren oder geringeren