an seine Waͤhler gehaltene Rede nur in guͤnstigem Licht fuͤr das jetzige Ministerium.
Aus dem Namen Sir Robert Peel hat ein Reformer das Anagramm terror plebeis (ein Schrecken fuͤr die Plebejer) her⸗ ausgelesen; die Times verändert dies mit Versetzung einiger Buchstaben in terror es plebi (dem Pöbel bist du ein Schrecken).
Die Wesleyschen Methodisten, die an der Opposition der uͤbrigen Dissenters gegen das Ministerium und gegen die herr— schende Kirche nicht Theil nehmen, haben eine Zeitung unter dem Titel „Watchman“ gestiftet, in welcher sie unter Anderem erklaren, daß ihnen die Gruͤnde, welche Lord Stanley dafuͤr an— gebe, daß er den Eintritt in das jetzige Kabinet abgelehnt, nicht befriedigend schienen.
Der Morning Herald macht seine Bemerkungen daruͤber, daß die Anhaͤnger der liberalen Belgischen Regierung in die Fußtapfen des Whig-Ministeriums träten, indem sie sich in der Repräsentanten-Kammer, so wie dieses, zum Nachtheil der Ar— men ausgesprochen, und die Aufhebung der von der Hollaändi— schen Regierung eingefuͤhrten Armen-Kolonieen beantragt hatten.
Zeitungen aus Halifax vom 2. Dezember bringen die Rede, welche der Königliche Statthalter von Neu-Schottland, Sir Colin Campbell, bei Eroͤffnung der Session der gesetzgeben— den Versammlung am 27. November gehalten hat. Es wird darin die Angelegenheit der sogenannten Quit-Renten, eine Zah— lung, wodurch ein Grund-Paͤchter sich von allen sonst auf dem Grundstuͤcke haftenden Diensten frei macht, dem Versammlungs—⸗ Hause aufs neue zur ernstlichen Erwägung anempfohlen und demn⸗ selben im Namen Sr. Majestaͤt angeboten, diese Renten gegen einen bestimmten Betrag abloͤsen zu lassen, doch unter der aus— drucklichen Bedingung, daß sie, wenn dieses Anerbieten nicht angenommen wuͤrde, augenblicklich eingetrieben werden sollten.
Nach den letzten Berichten aus Singaporc war der Reis—⸗ handel dort sehr lebhaft, und es wurden große Anstalten zur Ausfuhr von Reis nach China gemacht, weil man erwartete, daß die dortigen U–berschwemmungen großen Mangel an diesem Nahrungsmittel herbeigeführt haben durften. Von schwarzem Pfeffer war eine bedeutende Quantitat zu hoͤherem Prelse nach Kalkutta verschifft worden.
Niederlande.
Aus dem Haag, 19. Jan. Der Prinz von Oranien, welcher zum heutigen Geburtstage seiner Durchl. Gemahlin hier angekommen war, ist schwer erkrankt. Ein am 18ten Abends von den Aerzten Bernard und Everard ausgegebenes Bulletin lautet; „Se. Koͤnigl. Hoheit der Feldmarschall Prinz von Ora— nien ist gestern Abend um 73 uhr aus dem Hauptquartier hier angekommen. Se. Koͤnigl. Hoheit war seit 14 Tagen von einer
schweren Erkältung befallen, die eine sehr ernstliche Went ung gensmmen hat. Er ist die ganze Nacht sehr auf der Brust beengt gewesen, scheint aber heut Morgen etwas erleichtert. Sein Zustand ist Besorgniß erregend.“ Heute Morgen um 8 Uhr folgte ein zweites Bulletin: „Se. Königl. Hoheit haben einige Augenblicke geruht und die KrankheitsErscheinungen sind weniger heftig.“ Allgemeine Theilnahme äußert sich im Publi— tum und man vernahm im Laufe des Tages mit inniger Freude, daß der Zustand etwas beruhigender geworden. — Heute Mor— gen konnte der Koͤnig schon seinen Durchl. Sohn, zu dem bis dahin Niemand zugelassen worden war, besuchen, woraus man benfalls den Schluß oß daß einige Besserung im Zustande des Kranken eingetreten sey. Ein neues Bulletin ist seit heute früh nicht ausgegeben worden.
Dem Vernehmen nach, wird der Niederlaͤndische General— Lieutenant Dibbetz, Ober⸗-Kommandant der Festung Mastricht, in einigen Wochen eine Reise nach Deutschland machen und dort längere Zeit verweilen. Dieser General ist einer der verdiente— sten Off. ziere unserer Armee und hatte besonders in Mastricht eine schwierige Stellung, welche er aber auf das ehren vollste zu behaupten wußte.
In Batavia ist die fuͤr 1833 und 1833 zugestandene zoll— freie Einfuhr von allen Ackerbau-Geräthschaften, einerlei von wo und unter welcher Flagge, auf die Jahre 1835 und 1836 verlängert worden.
— Der Korrespondent der Allg. Zeitung im Haag mel— det unterm 13. Januar: „Ich glaube, mit Gewißheit verstchern zu kͤnnen, daß die dem Baron van Zuylen nach England er— iheilte Mission zwar eine politische, alsein keine solche ist, die den Charakter eines offiziellen Bevollmächtigten erheischte; sie be— steht eigentlich darin, das Tory⸗Ministerium zu begruͤßen, und, auf den Grund der von London bereits eingegangenen halb offi— ziellen Mittheilungen, die Aussicht fuͤr die demnaͤchstige politische Lage Hollands zu erforschen. Daß die Wahl des Koͤnigs gerade auf den Baron van Zuylen fiel, giebt ein Zeugniß von feinen unwandelbaren Gesinnungen. Ich habe in meinem letzten Schrei⸗ ben schon bemerkt, daß zur Zeit, als Baron van Zuylen als diesseitiger Bevollmaͤchtigter an den Unterhandlungen der Londo— ner Konferenz Theil nahm, er sich besonders mit Lord Palmerston nicht im geringsten vertragen konnte; der Baron setzte sich mit der größten Hactnaͤckigkeit den anmaßenden Forderungen des Lords entgegen und erklärte dem Könige, daß seine langere An— wesenheit in Lendon unnuͤtz sey, worauf er dann auch, zuruͤckbe= rufen wurde. Um aber zu beweisen, wie wenig die damals vom Varon van Zuylen an den Tag gelegte Festigkeit dem Könige meßfiel, erer er ihn nun, um ihm eine Misston, die auch ohne offiziellen Charakter in ihrem Resultate wichti seyn muß, zu üsertragen. Der Baron van Zuylen wird sich an Ort und Stelle mit den Tories besprechen, und bel der hohen Achtung, welche er bei ihnen genießt, und dem Scharfblicke, der ihm in politischen Unterhandlungen eigen ist, steht zu erwarten, daß Holland bald erfahren wird, was es von dem Tory⸗Ministerium zu erwarten habe. Daß Wellington das von den Whigs in Betreff der äußern Politik vertragsmäßig Eingegangene umstoßen sollte, glaubt kein Mensch, aber moderiren wird er es in der An— wendung, und aus Moderationen und Modificationen ist schon oft eine gänzliche Umgestaltung der Dinge entstanden, die auf
anhern Grundsaͤtzen basirt waren.“
Schweden und Norwegen.
Stockholm, 18. Jan. Die Schwedische Staats, Zei, tung enthält nunmehr die Königl. Antwort an die Stande we— gen Schließung des Reichstages. Es heißt darin: „Se. Ma— jestät würden gern in den von den Ständen des Reichs geäußer, ten und sicher vom ganzen Schwedischen Volke getheilten Wunsch einstimmen, daß der Reichstag sobald als möglich möchte geschlof⸗ sen werden konnen, selbst wen auch einige minder wichtige Sachen liegen bleiben müßten; allein da mehrere der angelegent—⸗ lichsten und darunter solche, welche die Garantieen betreffen, die die Bank dem Publikum er Sicherung des Rechtes ber Zettel⸗ Inhaber, gemaͤß dem Gesetz uber die Münz, Bestimmung vom 1. Marz 18350, sammt dem Gesetze fuͤr die Reichsständische Bank vom selbigen Tage, zu leisten hat, noch abzumachen sind, so fin,
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den Se. Majestaͤt sich mit Leidwesen veranlaßt, die Bestimmung eines Tages zur Schließung des Reichstages noch auszusetzen. In Uebereinstimmung mit §. 109 der Regierungsform, welcher dem Koͤnige das Recht uͤberlassen, die Stande des Reiches nach Verlauf von vier Monaten aufzuloͤsen, von dem Tage an ge— rechnet, wo der Koͤnig die Stände von dem Zustande und Be— darf des Staates unterrichten lassen, werden Se. Majestät den Tag zur Schließung des Reichstages bestimmen, wenn Sie es zum allgemeinen Nutzen erforderlich finden.“ *
Der zweite Secretair im Koͤnigl. Kabinette, Kammerherr Freiherr Hugo Hamilton, hat auf sein Verlangen seinen Ab— schied erhalten. .
Man vernimmt, daß das Reichs-Gericht morgen seinen . ö Sachen der angeklagten Staats-Raths Mitglieder thun werde.
Freiherr K. H. Anckarswaͤrd, welcher bekanntlich dem jetzi—⸗ gen Reichstage sich entzieht, hat am 2ten 8. an die Koͤnigliche Kammer⸗Expedition 43 Petitionen (4 von Staͤdten und 39 von Land⸗Gemeinden), unterzeichnet von 1600 selbstständigen, alle in der rn, Nerike angesessenen Buͤrgern, um eine Aenderung der Repraͤsentation eingesandt, fuͤr welche Sache von den jetzt versammelten Standen nichts, wie er sich in dem begleitenden Schreiben ausdruͤckt, zu erwarten zu stehen scheine.
Die Frage uͤber die auslaͤndische Anleihe für die Hypothe—
ken ⸗Vereine soll morgen im Plenum des Staats⸗Ausschusses vor⸗
kommen. In der betreffenden Abtheilung dieses Ausschusses hat die Mehrheit ihre fruͤhere Verwerfung der Proposition dahin geaͤndert, daß die Hypotheken-Vereine ermaͤchtigt werden sollen, die Anleihe unter Garantie des Staates aufzunehmen.
Die Regierung hat, wie man vernimmt, dem Beschlusse der Staͤnde wegen Oeffentlichkeit in allen Unter⸗Gerichten beigepflich⸗ tet, selbige aber, was die Polizei⸗Kammern betrifft, nicht fur zulässig befunden.
Am 14ten d. wurde die Hauptstadt, und nach dem Berichte der Quarantaine⸗ Kommission vom selbigen Tage das ganze Köoͤ⸗ nigreich fuͤr cholerafrei erklaͤrt. e
Deutsch land.
Leipzig, 22. Jan. (Leipz. Ztg.) In der gestrigen oͤf— fentlichen Sitzung unserer Stadtverordneten wurden Lokal⸗Ange—⸗ legenheiten verhandelt. Durch ein Kommunikat des Stadt- Magistrats wurde der Nothstand der hiesigen TheaterDirection, in Betreff der sie druckenden Pachtgelder, an den Tag gelegt. Eine ähnliche Klage hatte der Direktor Kuͤstner bereits, jedoch ohne Erfolg, erhoben, wenn er gleich viel mehr, als jetzt ge— schieht, fuͤr die Anstalt that. Die Sache ist an eine vereinigte Theater- und Finanz⸗Deputation uͤberwiesen worden. .
Als ein merkwuͤrdiger Fall ist zu erwaͤhnen, daß eine hiesige vermoͤgende Einwohnerin, welche keinen Erben hatte und einen braven Buͤrger zu solchem eingesetzt, wegen einiger Veraͤnderun⸗ gen aber das bereits gerichtlich niedergelegte Testament zuruͤck= genommen hatte, plotzlich verstarb, ehe sie das zweite, denselben Erben nennende Testament den Gerichten uͤbergeben konnte, wor— auf ihr Vermoͤgen der Kommune anheimfiel. Auf das Gesuch des bloß wegen nicht erfuͤllter Form ungluͤckllchen Erben beschloß der Magistrat, ihm die Summe von 1600 Rthlr. zu gewähren. Erfreulich waren die Gesinnungen der wackeren Stadtverordne— ten, welche sich bei dieser Gelegenheit aussprachen, und in deren Folge jener Mann 4060 Rthlr, durch 49 gegen 7 Stimmen un— serer Stadt⸗Repraͤsentanten zugebilligt erhöelt. Eine hoͤhere Zu— stimmung duͤrfte aber wohl noch zu erwarten seyn.
Muͤnchen, 19. Jan., In der Muͤnchener politischen Zeitung liest man; „Briefe aus Wien melden, daß Se. Ma— jestaͤnt der Kaiser Sr. Koͤnigl. Hoheit dem Kronprinzen von Bayern das erledigte Chevauxlegers⸗Regiment Vincent verliehen haben, welches kuͤnftig den Namen „Kronprinz von Bayern“ fuͤhren wird. Se,. Koͤnigl. Hoheit der Kronprinz wird noch bis Mitte Februar daselbst verweilen. :
Der Fuͤrst von Oettingen⸗Wallerstein ist nunmehr von sei— nem Unwohlseyn ganz hergestellt und hat wieder sein Minister— Portefeuille uͤbernommen.
Dem Vernehmen nach, gehen die Bayerischen Israeliten damit um, bei der naͤchsten Stände⸗Versammlung abermals ei⸗ nen Versuch zur Erlangung ihrer voͤlligen buͤrgerlichen Gleich— stellung zu machen.
Einer neuern Verfuͤgung zufolge, muͤssen alle diejenigen, die hier mit Aufenthalts, Karten verweilen, der hiesigen Behörde ihre Heimath⸗Scheine vorlegen.
In einem Artikel der . Zeitung uͤber die jetzige Industrie⸗Ausstellung in Muͤnchen heißt es bei den aus— gelegten Leinenwaaren:
„Unser Flachsbau ist ergiebig und sein Gewaͤchs gut. Kein Land ist durch Boden und Klima besser fuͤr ihn eingerichtet, und unsere Leinwand ⸗ Ausfuhr, besonders aus dem Ober-Donaukreise, hat eine große n, aber noch fehlt es dem Flachsbau an der ihm mbglichen Ausbrestung, und dem Flachs selbst an der Ver—⸗ se , der Gattungen. Viele Strecken in den beiden Donaukressen, besonders im oberen, in den schoͤnen Thaͤlern der Donau selbst und der Iller, sind e n ng an Schutz⸗Vorkehrungen gegen das Wasser oder an Betriebsamkeit, der Weide uͤberlassen, weil man nicht genug erwaͤgt, welche großeren Kapitale sie bei anderer Kultur liefern wurden, oder weil es an Haͤnden fehlt, sie anzubauen. Hier ist Aufmun⸗ terung der Regierung und durch sie der Civilbehorde mit unmittelbarer Einwirkung auf die einzelnen Gemeinden wesentlich nothwendig, und wie wir hören, hat die thaäͤtige Regierung des untern Kreiscs hier schon das Beispiel dazu gegeben: zunächst Einführung der beffern Leingarten aus Riga, Schlesten, oder, da der Anfang aͤuch hier ge—⸗ macht ist, rascherẽ und allgemeinere Verbreitung der bessern Sorten. Unser thaͤtiger und wohlthaͤtiger landwirthschaftlicher Verein, mit der Regierung Hand in Hand gehend, konnte bewirken, daß in wenigen Jahren die edleren Flachs- Gattungen wensgstens zu zwel Drittel gebaut wurden. Damit aber sind wir noch nicht am Ende. Denn wer die Art, wie unser Flachs bei der Saat, beim Jaͤten, Raufen, Weichen, Trocknen, Brechen und Saͤnbern behandelt wird, mit dem vergleicht, was in diesen Dingen in Schlesien, Hannover und am Niederrhein gewöhnlich i, wird sinden, daß wir in diesem wichtigen Zweige der einem acker⸗ bautrelbenden Staate vorzuͤglich zusagenden und noöthigen Indu⸗ strie hinter jenen thäͤtigen und einsichisvollen Deutschen Stammen bedeutend zuruͤckstehei. Die Folge davon ist, daß wir auch hier nur die Mittel⸗Gattungen zu Stande und zu Markte bringen, Dann unsere Spinnrdͤder und Spinnmaschinen! Wie viele einzeine unter den vielen tausend Rädern, mit welchen bel uns gesponnen wird, sind nach einem verbesserten Mechanismus gemacht, und wie konimt es, daß ein Staat, welcher unter seinen Mechanikern elnen Ertel besitzt, nicht seinen überlegenen Erfindung geist benutzt, um die Spinnmaschine, mit welcher er sich vor einigen Jahren beschäͤf= tigte, rasch zur Vollendung bringen zu lassen und uber das Land u verbreiten? jn, daß wir noch nicht einmal diejenigen, welche an= erwaͤrts in Thätigkeit sind, eingeführt haben, z. B. die vortreff⸗ re, Spinnmuhlen fuͤr Saumwollen⸗Spinnerei, mit welchen in
ingland und bis vor die Thore von Bayern in Württemberg gearbeitet wird? Umsonst. wird 64 unsere Gleichgultigkeit da⸗ mit troͤsten, daß auf ünfer? Welse mehr Hande heschaäͤftigt
werden und eine großere Menge Menschen ihren gewinnt. Traurige . von der Sorglosigkeit erzeugt, hon der Unkunde unterhalten Nicht weniger, sondern mehr Menschen naͤhrt der Betrieb mit Maschinen, weil er groͤfere Kapstalien n Umschwung bringt und durch sie und den verhundertfältigten B. darf der Production mehr . mit Arbeit und Nahrung ber⸗ sieht. Dann sehe man auf die Folgen der Konkurren, denen st
kein Volk, kein Individuum dadurch entziehen kann, daß man s
in sein gutmeinendes Vorurtheil wie in einen undurchdrin lich Mantel einhuͤllt. Es gilt, mit Andern gleichen Schritt zu . oder zuruͤckzubleiben, und wie kann man nicht zurückbleiben, wem man behaglich zu Fuße geht und die Andern auf Dampfwagen? ln die Folge davon? Eine immer wachsende Verlegenheit, aus wachsendy Armut entspringend, und Abhaͤngigkeit vom Auslande, von seinem Flt. fe, seiner Geschicklichkeit, damit aber Dienstbarkeit fuͤr fremden Wohl. stand, fremde Ueberlegenheit und am Ende fremden Uebermuth, und hg eben so schlimm ist, fremdes Mitleiden! Ist es wahr, daß be un ein Privilegium . worden ist, unter der Bedingnug, daß z Empfaͤnger sich keiner Maschine bedienen solle? Ich hörte das n Sachsen, in dem produktenarmen, aber industriereichen Erʒzgebirg mitten unter den meisten und besten Maschinen, mit welchen hu die saͤmmtlichen Zweige der Industrie stets schwunghafter und ge winnreicher fuͤr Land und Leute getrieben werden. Ich hoͤrte g und kann es kaum glauben. Man zog die Achseln ünd bedauen mich! Die Folgen liegen auch hier an Tage. Wie unser Flach sind auch unsere Garne aus Flachs und Baumwolle nur zu din Mittelsorten gehdrig. Den Bedarf an feinen beziehen wir fast oin Ausnahme von dem Auslande. Es wuͤrde nicht besser werden, wa
wir uns in den alten Zoll wieder einschloͤssen. Nur der Schieg haͤndler wurde 6 Die Mittel des Besserwerdens liegen uns selbst, und in Benutzung der Vortheile, die uns Klima, Bohn und die Betriebsamkeit unserer Bevölkerung darbieten. Wag h
leisten konnen, wenn wir wollen, zeigt auch in diesem Fache
Ausstellung.“
Augsburg, 20. Jan. Die Allgemeine Zeitung h hält nachstehende aus St. Gallen, 15. Januar datirte Enn des Obersten Gustafsson: „Im Laufe des abgeflossenen Jahn ist ein von mir verfaßtes Schreiben unterzeichnet und vom Mai datirt an die edlen und hochmoͤgenden Generalstaaten h Koͤnigreichs der Niederlande abgegangen. Dileses Schreszn konnte damals wegen der Aufloͤsung der Generalstaaten nicht z seiner Bestimmung gelangen; dagegen ist es Ende vorigen M vembers an seinen Bestimmungsort abgesandt worden. Eg also kein Zweifel, daß die Generalstaaten gegenwartig in vöß kommener Kenntniß von diesem Schreiben sich befinden. Dit Willens, nichts von dem zu verabsaͤumen, was zu meinem Rech beitragen kann, und um eine vollkommene Genugthuung, gegrhn det auf meine mehrmals in gesetzlicher Ordnüng angebracht Beschwerden, zu erhalten, mache ich dieses durch die Allgemen Zeitung bekannt. Sollte gegen meine Eecwartung und zu mn nem Erstaunen keine Antwort in Betreff meiner Angelegenhth von den Generalstaaten mir 6 Theil werden, so wuͤrde es mi zwingen, oben bemeldetes Schreiben oͤffentlich bekannt zu m chen. Es wäre mir schmerzlich, zu einem solchen Schritte
Unterha
zwungen zu werden, besonders da meine aufrichtige Achtung si
die Repraͤsentanten des alt-Niederlaͤndischen Volkes mir die sist Hoffnung giebt, daß Gerechtigkeit und Biederkeit nie aus hi sem Lande ganz verbannt . a . erst G. A. Gustafs son.“ Frankfurt a. M., 21. Jan. In der am Iten d. suahh gehabten dritten außerordentlichen Sitzung unserer gesehgihem den Versammlung war dieselbe unter Anderem auch zur Erledi⸗ gung des SenatsVortrages vom 2. Januar, die Ein führunz neuer Militair-Gesetze betreffend, zufammenberufen wor den. Ein Mitglied der gesetzgebenden Verfammlung dis Joch res 1833 hatte naͤmlich die Vorlage neuer Kerlen. Ar e und Dienst Reglements fuͤr das hiesige Linien-⸗Militair beantragt, di damalige Versammlung auch diesen Antrag fuͤr zulaͤssig erklit und dem Senate zur Ruͤckaͤußerung zugehen lassen. In diest Ruͤckaͤußerung nun wird unter Anderem bemerkt, „daß das op duͤrfniß neuer Kriegs- Artikel und DienstRegiements nicht s dringend sey, als es hier und da wohl dargestellt werde. Ch allgemeines, alle Faͤlle umfassendes, auf lange Zeit anwendbar Dienst Reglement lasse sich im e : der Gesetzgebung nicht em werfen, einzelne Verhaltungs-Vorschriften muͤßten vielmtst immer, nach Erforderniß der Umstaͤnde, von den Regierungeh den Militair⸗Behoͤrden und selbst vom Kommandanten der Trupp erlassen, und nach Umstaͤnden zuruͤckgenommen werden konnen Der Senat tragt demnach darauf an, daß die Großherzog!
Hessischen Kriegs⸗-Artikel unter folgenden Modiicationen: daß an die Stelle der Festungsstrafen bei geringen Vergehen g
schaͤrfter Stockhaus⸗Arrest, bei groͤßeren aber Arbeitshaus⸗Stn in einem abgesonderten Lokal zu substituiren sey, b) daß ind Faͤllen, wo Appellation stattfindet, solche an das Nevistons⸗6 richt gehe, eingefuͤhrt werden — das Dienst-Reglement aber, e ches sich (wie aus dem Großherzoglich Hessischen Reglement
sehen werden kann) nicht gesetzlich bestimmen läßt, sondern m Verschiedenheit der Umstaͤnde von Zeit zu Zeit Abänderungn erleiden muß, dem Senat uͤberlassen bleibe.“ Zur Begutachtun des Senats-Vortrags wurden vom Präsidium in doppelter Za
. zur Bildung einer Konimission vorgeschlagen, un e
ahl fiel per Sernfinium auf die Herren Oberst v. Ellrhh Senater v. Heiden, Hauptmann Doffmann, Senator v. Guͤndt rode, Major v. Lukaesich, F. A. Jah und Beil.
Sicherm Vernehmen nach ist es der Wachsamkeit der Hm zogl. Nassauischen Polizei, Behoͤrden gelungen, die Thaͤter da kurzlich stattgefundenen Entwendung von Passagier⸗-Gut au dem uͤber Ems und Wiesbaden fahrenden Eilwagen zu entdeckt
ser lige Beraubung des gedachten Eilwagens versucht; indessen mi
lang nicht nur dieser Versuch durch die Aufmerksamkeit des Cn sese
ducteurs, sondern er fuͤhrte auch die bald darauf erfolgte Em deckung ber Verbrecher herbei. ö. Italien. ö
Turin, 10. Januar. voller Dichter und Verfasser vieler Operntexte, wie „Norman
„Anna Boleng“, „Straniera“ u. s. w., ist hierher berufen wan den, um die Redaction der hiesigen politischen Zeitung zu ubs
nehmen. Er wird dafuͤr ein jaͤhrliches Honorar von 10,000
ig . s⸗Ministers in guͤnstigerem Lichte darzustellen, und 3
rr . gesaͤnglichen Haft zu bringen. Wenige Tage nach din ntwendung hatten die nämlichen Individuen eine aberm rer B
Herr Romani, bekannt als talen iz
ch in Neapel seine Gegenwart nicht. Es scheine, daß
t . dort durch Uebereilung Fehler habe zu Schulden kom
lassen, welche man nun dem Nuntius aufbuͤrden mochte. Der König von Sardinien soll den Papst ersucht haben,
von ihm vorgeschlagenen Bischof unter die Zahl der Kar— . aufzunehmen. Sollte dieser Wunsch erfuͤllt werden, so n wir mit Einschluß des Monsignore Fiesch aus Genua,
h mit dieser Wuͤrde bekleidet werden soll, bloß aus den
en eainischen Staaten 11 Kardinaͤle.
Die Regierung von Columbien hat hierher, zugleich mit ei⸗ Dantschreiben, ein Geschenk von Jö, az Seudi fuͤr die im en Jahre erfolgte Ernennung von Vischofen gemacht. Auch . dortige Dame durch Testaments-Bestimmung eine au— ordentlich hohe Summe ausgesetzt haben, um hier feierliche in für ihr Seelenheil halten zu lassen, His heute ist noch keine Bekanntmachung erschienen, daß anz Franzöͤsischen Haͤfen kommenden Schiffe in den unsrigen Ft mehr zugelassen werden sollen; allein schon seit einer Woche scht diese Anordnung, und ist bereits unsern Konsuln im dlande bekannt gemacht, Auch sollen Paͤpstliche Truppen g dem Meere aufgestellt werden, um heimliche Landungen Airhindern; von unserer Besatzung wird ein Theil zu diesem cke verwendet werden. Ferner sieht man einer andern Ver— nung entgegen, welche es jedem Orte zur Pflicht macht, Lo—⸗ E einzurichten, in welchen bei etwanigem Ausbruche der Cho— a Erkrankte augenblickliche Huͤlfe erhalten koͤnnen. Zugleich hie Reinigung der Haͤuser, Hoͤfe und Straßen empfohlen
rden. Spanien.
Madrid, 3. Jan. (Allg. Ztg.) Wir haben hier acht ge lang einer ministeriellen Krisis entzegen, oder eigentlich sehen, deren Herannahen ich Ihnen in meinem Schreiben m 73. Dez. andeutete, die den naͤher Eingeweihten mannig— zige Aufschluͤsse uber kleinliche Intriguen, schlecht verhehlten geiz und despotische Gesinnungen gewaͤhrte, vor der Hand r nur das Vorspiel zu einer wirklich eintretenden Modifica—
des Kabinettes war. Ganz Madrid trug sich noch vor Ab⸗ f des Jahrs mit dem Geruͤchte, Llauder werde das Ministe— in stuͤrzen, die Kammern aufloͤsen, sich zum Diktator ernen— z, und das fruͤhere Zea'sche System des aufgeklaͤrten Absolu⸗ nus wieder herstellen. Die Zeitungen erhoben alsbald einen haltigen Federkampf fuͤr oder wider ihre resp. Lieblinge. Die hende Biene stellte den Minister⸗Praͤsidenten als unentbehr⸗ dar; der (unter Toreno's Einfluß redigirte) Co mpilador hheidigte den Finanz-Minister; die Revista allein (welche Tage lang wegen nicht gestellter Caution ihr Ersch einen zeblich erwarten ließ) wagte es, das Benehmen des neuen
üßzer in einen heftigen Kampf mit den uͤbrigen Blaͤttern. waren indessen daruͤber einig, daß ein Zuruͤcktreten von nun einmal betretenen Bahn der Reformen unmoglich und ht zu gestatten sey. Die eigentlichen Grunde des in dem snisterium eingetretenen Zwiespaltes blieben dem Publikum borgen; ich habe sie Ihnen in meinem letzten Schreihen der . gemaͤß angegeben, und fuͤge nur hinzu, daß Llauder erdings einen entschiedenen Versuch gemacht hat, die Koͤni— gegen seine Minister⸗-Kollegen, einzunehmen. Die Gelegen it dazu gab ein von der Königin-Regentin ganz im Stillen n in der Casa del Campo veranstaltetes Diner, welchem her Ihrer Majestaͤt nur Liauder, der Herzog von Alagon und unsoz beiwohnten. Indessen ist, wie es scheint, die Regentin esen Antraͤgen unzugänglich geblieben, und die politischen Fra— n, uͤber welche sich die Mitglieder des Ministeriums nicht ver— igen konnten, scheinen nun einer ruhigern Discussion unter—⸗ grfen zu werden. Unter ihnen nimmt die Frage, ob eine Fran⸗ ssche Intervention zur Beendigung des Krieges in Navarra forderlich sey, den ersten Rang ein. Das gaͤnzliche Ausbleiben der Bestaͤtigung der letzten so pomphaft verkuͤndigten Siege drdova's und der gehofften Folgen derselben hat, wie ich Grund vermuthen habe, den Franzoͤsischen Botschafter veranlaßt, den ssseitigen Ministern persoͤnlich den Wunsch des Franzoͤsischen abinettes auszudrucken, den Buͤrgerkrieg, welcher durch den in gland eingetretenen Minister⸗Wechsel einen neuen Aufschwung hmen duͤrfte, und die Interessen Frankreichs so außerordent— hh beeintraͤchtige, auf das baldigste beendigt zu sehen. Das zpanische Ministerium faͤngt nun an, wiewohl etwas schuͤchtern, d dem Nicht- Eingeweihten unverständlich, mit der Sprache rvorzutreten, und anzudeuten, daß die Spanischen Waffen al— n nicht hinreichen, jenem Kampfe ein Ziel zu setzen. Der Com— ilador (Organ des Ministeriums) von gestern Abend ent— llt einige Nachrichten aus den noͤrdlichen Provinzen, und ließt dann mit folgenden Bemerkungen, welche aus der Feder brenos herruͤhren sollen. „Wir hoffen zwar viel von den enntnissen und der Thaͤtigkeit unsers tapfern Landsmannes Nina, allein es moͤge die Regierung sich nicht taͤuschen, und die orteg sich nichts verhehlen: die Waffen muͤssen in dieser Art on Krieg, wenn er je ein Ende nehmen soll, vor allen Dingen zu dienen, die Maßregeln der Politik zu unterstuͤtzen. Moͤgen dartei⸗Menschen, welche unser Land (es ist von den insurgirten provinzen die Rede) nicht kennen, sagen, was sie wollen; sie erden mit ihren Charlatanerieen nichts erreichen, als eine Ver⸗ ngerung der Krisis, deren ganze Last wir, die wir hier wohnen, d taglich den Anomalien und Inconsequenzen zusehen, welche n Verfahren herbeifuͤhrt, das aus einem den besondern Ver— ttnissen dieser Provinzen und dem eben so besondern Charakter ewohner ganz entgegengesetzten Gesichtspunkte entspringt, tragen haben.“ Ohne den Ihnen gegebenen Schluͤssel ist
eser Artikel schwerlich zu verstehen. ebrigens hat sich der
fue Kriegs-Minister durch sein Benehmen bei den Diskussionen
8s Kriegs⸗Budgets den Beifall der Kammern, des Publikums d der Armee erworben. Er deckte ohne Schonung die Maͤn— der bisherigen Administration dieses Zweiges auf, verlangte, die Königl. Garde ihre Befehle von ihm und nicht, wie ter Ferdinand VII., direkt vom Koͤnige erhalte, und erklaͤrte ne Zustimmung zu allen von der Kammer verlangten, mehr die ministration als den Etat des Heeres betreffenden Ersparnis⸗ = Unterdessen ist am 30. De). das Koͤnigl. Dekret wegen
beziehen. Biedereinsetzung aller vom J. März 1820 bis 30. Sept. 1823
Das auf dem Comersee bisher beschaͤftigte große Dampfhbat Lario“ ist unbrauchbar geworden, und . er gen. al
kleineres, urspruͤnglich sieht einstweilen den Dienst desselben. * . 9. Jan. saerth
onsignore Ferretti, welcher hergekommen ist, um Rechenschas von seinem Verfahren bei Unterhandlung 6. vor .
der auf seinen Posten zuruͤckkehren.
das Gegentheil und glauben, wenn unfere Regierung auch si on nem Vinehmmen völllze Gerechtigten widerfahren 3 nell.
far den Po bestimmtes Dampfboot vih Her sich im Besitze von Pfruͤnden befinden.
Andere behaupten freisig Bohithätern seines Vaterlandes.
nannten Beamten in ihre Wuͤrden und Gehalte erschienen. Der
̃ Ftaat ᷣ : ie mei Bencdig kommen ien, Ln e n eder nfah , wn, e tet wird dadurch nicht außerordentlich belastet, da die meisten
eser Beamten mittlerweile bereits wieder angestellt worden sind, Bei weitem wich⸗
. ger als dieses Dekret ist der von dem Finanz; Minister der Der apostolische Nuntius zu Neap hrokuradoren⸗Kammer vorgelegte Gesetz⸗ Entwurf wegen Regu⸗ rung der inneren Staats? Schuld.
1 Cor — waͤhnten Konkordats z u een, wird, dem Vernehmen nach, w , , , , , ,,
Gelingt es dem Grafen
ngen, so erwirbt er sich einen der ersten Plaͤtze unter den Zwei Drittel der nicht kon⸗
dirten Vales sollen konsolidirt, und die keine Zinsen tragende
103
Schuld beim Kauf von Staats⸗-Giltern angenommen werden, zu denen man die herrenlosen Guͤter (mostrencas), die Halfte
der Brachlaͤnder (baldios) und ein Siebentel der Kirchen“ Guͤ⸗
ter rechnet. Man schlaͤgt den Werth dieser Laöndereien auf 2000 Millionen Realen an. Derselbe Gesetz⸗ Entwurf annullirt die in der constitutionnellen Epoche stattgefundenen Verkaͤufe von National-Guͤtern, und bietet den Kaͤufern nur die Erstattung des bezahlten Kaufpreises. Durch andere Maßregeln verfuͤgt er, daß eine große Menge oͤde liegender Guͤter aus muͤßigen Handen in thaͤtige uͤbergehen, und dadurch die neuen Erwerber an das herrschende System der Fortschritte gefesselt werden. Schon vor dem Erscheinen dieses Gesetz Entwurfes stiegen an der hiesigen Boͤrse die Staats-Papiere ungewoͤhnlich; am 30. Dezember wurden allein von der keine Zinsen tragenden Schuld fuͤr 68,140,200 Realen umgesetzt; die meisten Geschäfte wurden auf Lieferung abgeschlossen. Die nicht konsolidirten Vales hoben sich gestern auf 35, die unverzinsbare Schuld von 153 bis auf 18. Indessen erwartet man, daß der Plan des Finanz⸗Ministers bei den Prokuradoren mannigfa— chen Widerspruch erfahren wird. — Nachdem das Budget des Staats-Ministeriums und das des Krieges erledigt worden ist, begann gestern bei den Prokuradoren die Diskussion des Budgets des Justiz⸗Ministeriums. Herr Garely, welcher kuͤrz—⸗ lich zum Procer ernannt worden ist, kuͤndigte dabei an, daß er nächstens die Reformen, welche er mit den Welt, und Kloster⸗ Geistlichen vorzunehmen gedenke, und welche trotz der mit dem Paͤpstlichen Stuhle stattfindenden Spannung keine Schwierig⸗ keiten fͤͤnden, vorlegen werde. Der Graf de las Navas hielt darauf einen beredten Vortrag, worin er die außerordentlichen Maͤngel der Spanischen Rechts-Verfassung hervorhob und namentlich seine Verwunderung daruͤber ausdruͤckte, daß noch jetzt Männer, welche ganz Europa verehre (Palafox), wegen angeblicher politischer Verbrechen seit acht Monaten ohne Ver— hoͤr in Gefaͤngnissen schmachteten. Der Justiz-Minister erwie⸗ derte, er halte sich von Ihrer Majestaͤt nur dazu berufen, die alten Grundgesetze der Monarchie wiederherzustellen und be⸗ trachte jede sentimentale Aeußerung, wenn ste gleich durch noch so heroischen Patriotismus erzeugt sey, fuͤr ganz unzeitig. — Der bisherige Portugiesische Gesandte, Herr Moraes Sarmento, ist von hier abberufen, und es fungirt seit dem 20sten der Com⸗ mandeur de Lima als Geschäftstraͤger. Andere Aenderungen in dem hiesigen diplomatischen Corps scheinen bevorzustehen. Ver— schiedene Umstaͤnde lassen auf eine demnaͤchstige Abberufung des Herrn Villiers, welcher sich mit dem neuen Britischen Ministe— rium nicht vereinigen kann, schließen; Lord Hervey wuͤrde als⸗ dann vermuthlich als Geschäftstraͤger zuruͤckbleiben. Auch scheint die Moͤglichkeit vorhanden zu seyn, daß dem Grafen Rayneval der Botschafter⸗Posten in London bestimmt wuͤrde. Dadurch wuͤrde Madrid einen Staatsmann verlieren, welcher um die Schlichtung der Spanischen Wirren die groͤßten Verdienste hat, dessen politischem und moralischem Rufe auch der Neid nichts anhaben kann, und dessen Haus in Madrid jetzt das einzige ist, in welchem die feinste Geselligkeit, literarische Bildung und der edelste Kunst⸗Geschmack zugleich herrschen.
Portugal.
Porto, 3. Jan. Am Z30sten v. M. wurden der Desembar— gador Torres und Antonio Manoel de Silveira, der unter Dom . Kommandant von Almeida war, hier gefaͤnglich ein⸗ gebracht. .
Die Opposition hat in der hiesigen Provinz so großen Ein⸗ fluß, daß saͤmmtliche neue Municipalitaͤts-Mitglieder in Porto aus dieser Partei gewahlt worden sind, wobei man einer zu die—⸗ sem Zweck von Lissabon hierher gesandten Liste folgte. Es sind also nun die staͤdtischen Behoͤrden von Porto und von Lissabon ganz antiministeriell.
Das Haus des Britischen Kaufmanns Dunlop an der Praga Batalha ist am 30. Dezember ein Raub der Flammen geworden; es wurde jedoch kein Mensch bei diesem Brande beschaͤdigt.
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.
Washington, 25. Dez. Der Tourrier des Etats unis sagt in seinem neuesten Blatte: „Unsere Schuldforderung an Frankreich beschaͤftigt seit dem Augenblick, wo die ungluͤck— lichen Worte der Botschaft dem ganzen Handelsstande Be— sorgniß einfloͤßten, fast ausschließlich die Aufmerksamkeit des Publikums. Alle Blätter enthalten lange Kommentare und Bemerkungen, die, wie wir mit Vergnuͤgen sehen, keines—⸗ weges so billigend lauten, wie am ersten Tage. Nachdem die erste ritterliche Aufwallung voruͤber war, kam die Ueberle— gung, die Meinung der Vernuͤnftigen wurde noch mehr zu Rathe gezogen, und da diese anfaͤngt, ohne Umschweif sich gegen die unklugen, und wie wir glauben, ungerechten Heraus— forderungen auszusprechen, so soll es uns nicht wun⸗ dern, wenn man in vierzehn Tagen, mit Ausnahme der— jenigen Blaͤtter, welche es ofsicid die Vertheidiger aller Handlungen der Regierung sind, nur die 5 druͤckt sehen wird. Dies wird uns ein um so groͤßeres Vergnuͤ— gen verursachen, als es noch Zeit ist, die Worte der Botschaft als die Worte eines einzelnen Mannes darzustellen; und wenn der Senat der Vereinigten Staaten, durch die oͤffentliche Mei— nung gezwungen, dem Oberhaupt der Verwaltung die gefaͤhrli⸗ che Macht, welche er verlangt, verweigert, so wuͤrde Frankreich, obwohl im ersten Augenblick beleidigt, diese wohlwollenden und nationalen Aeußerungen des ersten Staatsköͤrpers gewiß anerken⸗ nen. Wir wollen ganz offen sprechen. ; ten der Botschaft den Verlust der Entschaͤdigung und die Ver— anlassung zu großem Ungluͤck erblickt; wir werden in der Wei⸗
erung des Senats den sichern Erfolg der Unterhandlungen se— gen Es ist nicht anzunehmen, daß die Deputirten-Kammer, selbst wenn sie in diesem Augenblick versammelt ist, sich vor dem Eintreffen der Botschaft des Praͤsidenten in Paris mit dieser Angelegenheit beschaͤftigen werde, und man darf sich nicht ver hehlen, daß aller Wahrscheinlichkeit nach dies Dokument die An⸗ zahl der Opponenten, deren jetzt nur 8) sind, vermehren wird, wenn die Regierung sich dadurch nicht zu ko m⸗ promittiren glaubt, daß sie, nach der an sie ergange— nen drohenden Mahnung, den Vertrag noch in die— ser Session vorlegt. Dies ist die Meinung der hiesigen Fran— zosen, die unserer Ansicht uͤber diesen Gegenstand beipflichten. Die meisten dieser Franzosen sind in Frankreich geboren und sie sind durch Naturalisirung, Neigung und Interesse Amerikaner geworden. Ihre Gesinnungen sind nicht zweifelhaft und unter solchen Umständen kann ihre Meinung nicht gleichguͤltig seyn.
) Nicht die Gesammtzahl, sondern die Majoritaͤt der Oppo⸗ nenten belief sich i 8. Es stimmten namlich, in der Sitzung der Franzoͤsischen Deputirten Kammer vom 1. April 183, für das Ge⸗
men verworfen wurde.
Wir haben in den Wor⸗
setz 6s, gegen: 176, so daß es mit einer Majoritaͤt von 8 Stim⸗
Der große Irtthum unserer exekutiven Gewalt und fast aller Amerikanischen Blaͤtter besteht darin, daß sie in dem von der Kammer verworfenen Dokument einen geschlossenen Ver— trag erblicken. Der Ameriean, dessen Meinung von Gewicht ist, beschuldigt uns desselben Irrthums, da wir doch die entgegengesetzte Ansicht aufgestellt haben. Andere Blaͤtter berufen sich auf Gro—⸗ tius, Wolf, Puffendorf und Battel, ohne sich zu erinnern, daß das fameuse Buch uͤber das Voͤlkerrecht im Jahr 1758 erschie⸗ nen ist, und daß viele Revolutionen seitdem die Regierungs—⸗ Formen und die Macht derjenigen, welche an der Spitze stehen, veraͤndert haben. Eben so gut konnte man, bei einer Discussion uͤber die Reinheit der Franzöͤsischen Sprache, Montaigne citiren. — Wir haben gesagt, daß ein Entschaͤdigungs-Vertrag nur guͤl— tig sey, nachdem er die Bestaͤtigung durch die gesetzgebende Ver⸗— sammlung erhalten habe, und wir glauben, es giebt wohl nur wenige . die auf dieses Prinzip verzichten möoͤch— ten. Der Artikel 13 der Charte sagt, daß der Koͤnig das Recht hat, Friedens, Freundschafts- und Handels-Verträge zu schließen, aber der 40. Art., welcher ihn der Verfuͤgung uͤber die offentlichen Gelder beraubt, zeigt deutlich, daß ein Entschaͤdigungs⸗ Vertrag nicht von seinem Willen allein abhängt. Es waͤre eine Absurditaͤt, wollte man die Charte anders verstehen, und es ist klar, daß die Gesetzgeber nur gemeint haben, daß das Vorschla— gen eines Entschaͤdigungs-Vertrages der Kammer nicht zusteht, wie sie, wenn sie die Initiative ergreifen will, das Recht hat, ein Gesetz vorzuschlagen. Hierzu kommt noch, daß von jener Verwerfung, welche alle diese ungluͤckseligen Schwierigkeiten ver— ursachte, hier keine Beschwerden uͤber den vor der Franzsoͤsischen Regierung befolgten constitutionnellen Gang und uͤber die von der Kammer verlangte Bestaͤtigung erhoben wurden. Erst jetzt findet man da Ungerechtigkeit, wo man anfangs nur vernuͤnfti⸗ ges und verfassungsmaͤßiges Verfahren sah.“
In Alabama ist William R. King zum Mitglied des Se⸗ nats der Vereinigten Staaten auf 6 Jahre gewaͤhlt worden. Obgleich noch im mittleren Alter, ist er doch (mit einer kurzen Unterbrechung, als er Geschaͤftstraͤger in Rußland war) laͤngere Zeit im Kongresse, als irgend ein anderes Mitglied. James Buchanan, fruͤher Mitglied des Repraͤsentanten⸗Hauses und zu⸗ letzt Gesandter in Rußland, ist in Pennsylvanien an der Stelle des Hrn. Wilkins, des jetzigen Gesandten am Russischen Hofe, zum Senator erwaͤhlt worden.
Am 8. Dez. uͤberreichte Herr White (der vor kurzem aus Europa zuruͤckgekehrt ist im Namen des Verfassers dem Kon⸗ greß ein Exemplar von Barbe Marbois Geschichte der Abtre— lung von Louisiana. Herr White uͤbergab auch noch ein Me— morial der Erben des Marschalls Rochambeau, welche fuͤr die Dienste und Aufopferungen ihres großen Vorfahren wahrend des Revolutions-Krieges Entschaͤdigungen verlangen. Das Memo⸗— rial wurde der betreffenden Kommission uͤbergeben.
Der New⸗Yorker Daily Advertiser beschreibt in einem langen Aufsatze die von der Neu-Englaͤndischen Gesellschaft an⸗ geordnete Jahres- Feier der Landung der „Pilger“, die im An— fange des 17ten Jahrhunderts die ersten Niederlassungen in je— nem Theil der Vereinigten Staaten gründeten. Diese Pilger waren Puritaner und hatten sich durch ihre Auswanderung den Verfolgungen entzogen, denen sie um ihres Glaubens willen in England ausgesetzt waren. Ihr Motto war: „Lieber Freiheit ohne ein Vaterland, als ein Vaterland ohne Freiheit.“ Von diesen ersten Puritanischen Ansiedlern stammen die Bewohner von Neu⸗England ab.
Der Geolog Hr. Featherstonaugh ist, nach der Untersuchung der Lander zwischen dem Missouri und Arkansas, gluͤcklich in Little Rock, im Staate Arkansas, angekommen. Er beabsichtigt von hier nach den heißen Quellen zu gehen und seine Unter— suchungen suͤdlich bis an die Graͤnze von Mexiko auszudehnen.
In der Stadt Marshall im Gebiet Michigan, wenn ein Ort, der erst ein Paar Monate besteht, schon eine Stadt zu nennen ist, wurde vor kurzem eine Versammlung gehalten, in welcher man auf Errichtung einer Eisenbahn antrug. Der Ned— ner, welcher dieses Projekt in Vorschlag brachte, behauptete, man muͤsse damit um so mehr eilen, als es bereits 18 Monate her sey, seit die Weißen von diesem Theile der Grafschaft Be— sitz genommen haͤtten, und wenigstens schon 6 Monate, seit die Gemeinde der Stadt Marsphall konstituirt worden.
Mexiko.
Einem von Nord-Amerikanischen Blättern mitge— theilten Schreiben aus Mexiko vom 28. Oktober zufolge, schil— dern die Berichte aus dem Innern die Invasion der Indianer als sehr verderblich. Eine Anzahl Mexikanischer Familien ist von diesen Barbaren ermordet worden. — Die Stadt Nombre de Dios in der Provinz Durango war der Schauplatz eines Kampfes zwischen der Regierungs-Partei und einer Anzahl Mli— liz⸗ Offiziere, die sich gegen Santana auflehnten. Das Volk trat auf die Seite der Ersteren, und die Offiziere mußten die Flucht ergreifen, nachdem auf beiden Seiten mehrere Menschen getsdtet waren.
Co lumbien. .
Nord-⸗Amerikanische Blätter melden Nachstehendes aus Bogota vom 23. Oktober: „Der Spanische General Jose Sarda, welcher vor einem Jahre zum Tode verurtheilt wurde, am Abend vor seiner Hinrichtung auf eine wunderbare Weise aus seinem Gefaͤngnisse entkam, und seitdem in dieser Stadt verborgen lebte, ist wieder erschienen, aber er figurirte nur einen Augenblick, und dieser Augenblick war der seines Todes. Es scheint, daß der morgende Tag fuͤr den Ausbruch der neuen Revolution bestimmt war. Sarda wurde von einem Manne, der seit einiger Zeit scheinbar in seine Pläne einging, und Alles der Regierung entdeckte, verraͤtheri⸗ scherweise durch einen Pistolenschuß getoͤdtet. Der Leich— nam war heute Morgen in Franziskaner - Kleidung, die mit seiner wahrhaft kriegerischen Figur und seinem starken schwar— zen Bart sonderbar kontrastirte, vor dem offentlichen Gesängnisse ausgestellt. Dieser General war nicht ohne Ruf. Er diente mit Auszeichnung unter Napoleon, ist in Mexiko durch mehrere glorreiche Waffenthaten bekannt und die Provinz Rio Hacha— deren Gouverneur er war, verehrt seinen Namen. Es ist zu beklagen, daß er sich einer schlechten Sache ergab; er verdiente nicht, ermordet zu werden, sein Platz war das Schlachtfeld. Cin Arzt, Morgallo, Neffe des beruͤhmten Priesters dieses Namens und vertrauter Freund des Generals Sarda, wollte den Solda— ten entfliehen und wurde von einer Kugel getroffen, die ihm das Schulterblatt zerschmetterte. Man glaubt, er wird an dieser Verwundung sterben. Es sind zwar viele Persenen verhaftet, allein die Regierung, welche alle Details der Verschwoͤrung in Haͤnden hat, erklaͤrte heute Morgen in einer Proelamation, daß sie großmiuthig verfahren und nur die Soldaten, welche ihren Eid verletzten, bestrafen wolle.“
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