1835 / 28 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

untergraben möchte, gegen den ich aber stets ankaͤmpfen werde, (Beifall.) Zwischen öffentlicher Meinung und öffentlichem Geschrei mache ich cinen großen Unterschied; das eine fordert, daß man Kopf uͤber Kopf unter fortstuͤrzen und Alles zerstbren und verwüsten soll, die andere will, daß man seinen ruhigen Gang weiter gehe, ohne die Ordnung und Einrichtung der menschtichen Gesellschaft zu stoͤren. Wenn man mich zum Parlaments-Mitgliede waͤhlt, so werde ich gewissenhaft die Verfasfung und die Instituttonen die⸗ ses großen Landes in Kirche uns Staat unterstüätzen. In den bei⸗ den letzten Parlaments- Sessionen hielt ich es fuͤr meine Pflicht, gegen die Zulgssung der Dissenters zu unseren Unlversitaͤten ünd fuͤr Lord Althorp's Kirchensteuer-Bill zu stimmen. Was den ersteren Punkt betrifft, so glaube ich, daß die Dissenters keinen An⸗ spruch auf jenes Privileglum hahen, da das zur Ausstattung der Universitäͤten hergegebene Geld von Personen eines ganz anderen Glaubens hinterlassen wurde; die Dissenters haben niemals dazu deigesteuert, und ich werde daher stets fuͤr ihre Ausschließung stim⸗ men, (Beifall) Wenn eine ahnliche Bill, wie Lord Asthorp's Kerchensteuer-Bill, wieder eingebracht werde sollte, so koͤnnen Sie ungetheilte Unterstützung derselben von mir erwarten, denn ich hasi⸗ es für eine der ersten Pflichten der Regierung, die herrschende Kirche zu beschuͤtz en und zu bewahren. (Beinall. ) Ichl sehe den Geist der Unruhe und des Ungestüms immer mehr um sich greifen; loyale und sriedliche Gemuͤther muͤssen davor zuruͤckschrecken, und ich fordere

Ste auf, ihm Einhalt zu thun, die von Ihren Vorfahren gegruͤn⸗

dete Verfassung zusammenzuhalten, die tausendjkhrige Mönarchi un) die . Ihn gar zu . ö

„Der Redner endigte hiermit unter stürmischem Beisall. Und dies ist Einer von der Masoritaͤt gegen Sir R. Peel, wo— mit man taglich prahlt! Wir könnten ahnliche Fälle dutzend weise auffuͤhren; ja, seibst Jo seph Hume hat sich genzthigt gesehen, seinen Ton zu aͤndern. Seine Mꝛozession ging so eben von hier nach Brentford ab, und an der Spitze wurde eine Fahne getra— 983 . 1 die Worte stehen: „„Der Koͤnig und seine . Um zu zeigen, wie nichtig die Hoffnungen * ppositicn seyen, entlehnt die Times in einem ihrer letzten

stter dem John Bull eine Liste der bereits in das neue Par ament an die Stelle von Radikal, Reformern gewahlten Konservativen mit Angabe der Namen der von die— sen verdraͤngten Mitgliedern des vorigen Parlaments; die Zahl derselben wäre nach dieser Liste 7, wogegen nur 6 Radi— kal-⸗Reformer genannt werden, welche an die Stelle fruͤherer konservativen Repräsentanten gewahlt wurden, naͤmlich die Herren Bagshaw und Smith an die Stelle der Herren Walsh und Barnes, zu Sudbury; Herr Patlison an die Stelle des Herrn Lyall, in der City von London; Herr Wakley an die Stelle des Herrn Spankie, zu Finsbury; Herr Burdon an die Stelle des Herrn Johnstone, zu Weymouth, und Herr Hector an die Stelle des Herrn Jolliffe zu Petersfield. ie heutige Times sagt, sie habe aus verschiedenen Thei— len Irlands Briefe empfangen, die alle voll wären von den schaͤndlichen Kunstgriffen, welche die kathollschen Geistlichen aufboͤ—⸗ ten, um die Waͤhler einzuschuͤchtern; so hätten z. B. in Clare diefe Priester eine Anzahl der dortigen Freisassen dahin vermocht, die feierlichen Versprechuͤngen zu brechen, welche diese dem kon— servativen Kandidaten gegeben, indem sie, die Geistlichen, erklaͤr—⸗ ten, daß man einem Tory eben so wenig sein Wort zu halten brauche, wie einem Straßenraͤuber; dasselbe sey in der Graf—⸗ schaft Dublin geschehen, wo die Geistlichen dem konservativen Kan⸗ didaten, Herrn Hamilton, seine Paͤchter abwendig gemacht häͤt— ten, und in Kerry, wo die Paͤchter des ganzen Adels der Graf— schaft, die ihren Gutsherren versprochen, bei der Wahl fuͤr den Ritter von Kerry zu stimmen, durch die Drohungen und Fluͤche der Geistlichkeit bewogen worden seyen, ihr Wort zu bre— chen und auf die Seite der Repealer uͤberzutreten. „So ist also“, fuhr die Times fort, „die Repraͤfentation eines großen Theils von Irland in den Haͤnden einer verbrecherischen Faction, die sich gegen die Integrität des Reichs und gegen die Gesetze und Behöorden des Landes verbündet hat. Unterdessen aber hat ein weit vexnuͤnftigerer Theil unserer Mltunterihanen, die Dis⸗ senters in ganz Irland, seine Pflicht besser verstanden; sie sind in mehreren Fällen mit Erklärungen ihrer Anhaͤnglichkeit an die Verfassung und ihre Institutionen hervorgetreten und ha— ben die wilde Wuth einer gewissen Klasse von Papisten, die so unverdienten Anspruch auf die Bruͤderschaft mit ihnen machen, geziemend von sich gewiesen. Die Geistlichen, Aeltesten und Diakonen der Presbyterianer von der Unions-Ka— pelle zu Dublin und die presbyterianische Synode von Irland haben unter andern erklaͤrt, daß sie mit den ihnen in der Adresse Sir. R. Peel's dargebotenen Aussichten vollkommen zufrieden seyen, und haben gegen die gesetzwidrige Leidenschaftlichkeit der Bir⸗ minghamer Eiklaͤrung, die, wie unsere Leser sich erinnern wer— den, von einem gewissen Timothy East unterzeichnet war, unum⸗ wunden protestirt.“

Lord Jehn Russell bemerkte in einer Rede, die er am Sonnabend bei einem ihm von seinen Wählern zu Honiton ge—⸗ gebenen Diner hielt, unter Anderem, daß die geheime Abstim— mung den Waͤhlern eine uͤber alle Verantwortlichkeit erhabene Macht in die Hände geben wuͤrde. Die Tim es ist uͤber diese Erklarung sehr erfreut und versichert, daß sie vollkommen damlt einverstanden sey, um so mehr, als die den Waͤhlern verliehene Macht die Gestalt eines anvertrauten Unterpfandes habe, und als man gewiß niem«ls gehört habe, daß Jemanden ein Pfand anvertraut worden, ohne ihn dafur verantwortlich zu machen.

Die Times theilt eine Depesche mit, welche Herr Spring Rice, als ehemaliger Kolonial⸗Secretair, unterm 17. Ott. 6. J. an den Gouverneur von Britisch Guiäng richtete, und worin er sich uͤber den Plan, Auswanderer aus Großbritanien und Ir— land und dem uͤbrigen Europa nach Westindien zu schaffen, um sie, anstatt der Neger, dort als Arbeiter zu gebrauchen, ziemlich guͤnstig ausspricht und ihn der gesetzgebenden Versammlung von Guiana zur Erwägung anempfiehlt. Diesen Plan haͤlt aber die Times 7 den abgeschmacktesten und unbarmherzigsten von allen Projekten zur Erleichterung des Zustandes der Britischen Armen; sie nennt ihn eine andere Art von Sklavenhandel, einen Handel mit Fleisch und Blut der Menschen, die man nach den ungesunden Gestaden Westindiens uͤbersiedeln wollte, denn kein Mensch, der in Europa geboren sey, koͤnne unter dem Himmelsstrich West— indiens die Arbeit ertragen, die ein Neger dort verrichten muͤsse. Sie glaubt daher um so mehr daruͤber erfreut seya zu konnen, daß die Verwaltung in andere Haäͤnde uͤbergegangen sey, wenig— stens die des Kolonial-⸗Departements, da der vorige Inhaber die— ses Amts dergleichen unsinnige Projekte gebilligt habe, denn, meint sie, eben so gut konne man einen Mohren weiß waschen, als eine weiße Bevölkerung -zu Negern machen.

Nieder lande.

Aus dem Haag, 21. Jan. Nachniittags 3 Uhr. Man vernimmt so eben, daß der Zustand des Prinzen von Oranien, der gestern Abend uͤberaus betruͤbend gewesen und auch den Aerzten nur wenig Hoffnung noch einfloͤßte, heute Mittags eine gänstige Wendung genommen, und zwar nach einer starken Tran⸗ spiratson, so wie nach einem dritten Aderlasse. Die Hoffnung

110.

auf Wiederherstellung des hohen Kranken ist daher neu belebt, und Jedermann hegt das Vertrauen, daß nunmehr der König sowohl als das ganze Vaterland vor einem Schlage bewahrt seyn durften, der Beide auf das Empfindlichste treffen wurde. Avbends 7 uhr. So eben wurde nachstehendes Bulletin

ausgegeben: „Der Krankheits-Zustand Sr. Königl. Hoheit ist im Laufe des Tages von keinen unguͤnstigen Erscheinungen un— terbtochen worden. Bernard. Everard.“

Die Theilnahme der Einwohner aller Klassen, jedes Stan— des und Nanges, ist ungemein groß. Alle vereinigen sich in dem Gebete, daß ihnen der Himmel den wuͤrdigen Sohn des gelieb. ten Koͤnigs erhalten nd e. Ihre Majestäten der König und die Köoͤnigin sind heute zu wiederholten Malen im Palais des Prin— zen gewesen, dessen Kinder sich ubrigens fortwaͤhrend am Kran— kenbette ihres Durchlauchtigen Vaters besinden.

Aus dem Haag, 27. Jan. Heute fruͤh ist nachstehendes

Bulletin publizirt worden:

„Donnerstag, 22. Januar Morgens 8 Uhr. Se. Königl. Hoheit hat beinahe gar nicht geruht; ein laͤ— stiger Husten hat am Schlafe gehindert und Abmattung zur Folge gehabt; nichtsdestoweniger zeigen sich die Krankheits— Symptome im Allgemeinen gemaͤßigter. Bernard.

. Pole n.

Warschau, 23. Jan. Der Feldmarschall Fuͤrst von War— schau ist am 2bsten d. von hier nach Kalisch abgereist; der Ge— neral⸗ Adjutant Rautenstrauch begleitet ihn auf dieser Reise. Den Tag vorher war der General⸗Adjutant Fuͤrst Gortschakoff, Chef des Stabs der aktiven Armee, ebenfalls dorthin abgegangen.

Dent schland.

Kassel, 24. Jan. In der Sitzung der Staͤnde Versamm— lung vom 2isten d. uͤbergab der Landtags-Kommissar, Regie⸗ rungsrath Koch, eine Mittheilung der Staats, Regierung, die Landstandschaft der Familie von Keller betreffend, die zu den Akten zu nehmen beschlossen wurde. Herr Henkel entwickelte dann zwei Antraͤge, die Abstimmung betreffend, wonach 1) nur diejenigen Mitglleder der Staͤnde⸗Versammlung, die bei der Probe mitgestimmt haben, auch bei der Gegenprobe mitstimmen konnen, und wonach 2) wenn ein oder mehrere Mitglieder wah— rend der Diskussion auf einen Augenblick den Saal verlassen haben, die Abstimmung nicht eher vorgenommen werden soll, bis diese Mitglleder durch den Pedell davon benachrichtigt waͤ⸗ ren. Der erste dieser Antraͤge wurde angenommen, den zweiten nahm Herr Henkel zuruͤck. Herr Wippermann erstattete dann Bericht über die von der Staats-Regierung abgegebene Erklaͤ—⸗ rung, den Gesetz-Entwurf uͤber die fernere Wir ksamkeit der Gemeinde-Beamten beireffend, in welcher sie namentlich ge⸗ gen die Feststellung eines Termins, bis zu welchem die Wahlen der neuen Gemeinde-Beamten beendigt seyn muͤßten, sich aus— gesprochen hatte. Der Bericht trägt darauf an, auf den fruͤ⸗ her gefaßten Beschluͤssen, und namentlich auf die Feststellung ei⸗ nes Termins, zu beharren. Der Landtags- Kommissar, Regie— rungsrath Koch, widersprach der sofortigen Diskussion; sie ward deshalb ausgesetzt und der Druck des Berichts, so wie, nach dem Antrag des Herrn Henkel, der erwähnten Erklärung der Staats⸗-Regieruͤng beschlossen. Es ward dann der von Herrn Hahn erstattete Bericht uber die Thaͤtigkeit des vorletzten per— manenten Ausschusses diskutirt, und die einzelnen Antraͤge des Ausschusses angenommen. Weiter ward der Gesetz⸗ Entwurf, die Forst⸗Vergehungen betreffend, revidirt, die Abstimmung daruber aber, weil mehrere Bestimmungen des Gesetzes dem Ausschuß noch zur besonderen Pruͤfung uͤberwiesen worden waren, bis zur naͤchsten Sitzung ausgesetzt. Herr Schwarzenberg berichtete dann uͤber den Antrag des Herrn v. Waitz von Kassel, die Er⸗ richtung von Vergleichs-Gerichten betreffend. Die Diskussion ward ausgesetzt, nd der Druck des Berichts, so wie des An— trags des Herrn v. Waitz beschlossen, eben so die Diskusston des von Herrn Wippermann erstatteten Berichts uͤber eine Mitthei⸗ lung der Staats-Regierung, den Stand der Resten⸗Kasse be— treffend. Nachdem sodann verschiedene Petitionen und Reclama— tionen ihre Erledigung gefunden, ward die Sitzung um 2 Uhr Nachmittags geschlessen.

De hiefige Zeitung enthaͤlt einen Aufruf zur Theilnahme an einem „Kunst-Verein fur Kurhessen.“

Munchen, 22. Jan. Der gestern stattgehabten Staats— raths⸗ Sitzung konnte der Minister des Innern, Fuͤrst von Oet⸗ tingen⸗Wallerstein, einer neuen Unpaͤßlichkeit halber, nicht bei⸗ wohnen.

Der in vergangener Nacht stattgefundene zweite Hof⸗Ball war beinahe noch glaͤnzender, als der erste; der Allerhoͤchste Hof. wohnte demselben bis nach 12 Uhr bei. Kuͤnftigen Montag wird eine zweite Hof⸗-Schlittenfahrt veranstaltet werden.

Der Abgang des Herzogs von Leuchtenberg aus Bayern bedroht uns mit dem Verluste eines der ausgezeichnetsten Kunst— Schätze. Wie man vernimmt, soll die Leuchtenbergsche Gemaͤlde— Gallerte nach Lissabon gebracht werden, und dasselbe Schicksal soll der Bibliothek des Herzogs bevorstehen.

Auf unserer letzten Industrie⸗Ausstellung war auch eine kleine Thurm-Uhr zu sehen, welche fuͤr das neue Muͤnzgebaͤude in der Stadt Athen bestimmt ist.

Der bekannte Journalist Dr. Eisenmann aus Wuͤrzburg, welcher sich seit 1837 in hiesiger Frohnveste befindet, hat waͤh— rend seines Gefaͤngniß⸗Lebens mehrere medizinische Werke ven groͤßerem Umfange geschrieben.

Dem Geheimen Rath von Utzschneider, welchem Muͤnchen und das ganze Vaterland so manches verdienstvolle Institut zu verdanken hat, haben sich mehrere sehr reiche Privaten ange— schlossen; sie wollen mit vereinten Kraͤften wirken, damit die Fabrication des Runkelruͤben-Zuckers in Bayern endlich empor⸗ bluͤhen koͤnne.

Karlsruhe, 22. Jan. Se. Durchlaucht der Erbprinz und Ihre Hoheit die Erbprinzessin von Hohenzollern⸗Sigmarin— gen sind auf der Ruͤckreise von Mannheim nach Sigmaringen gestern gegen Mittag zu einem Besuch an dem Großherzogl. Hofe hier eingetreffen. Ihre Reise uͤber Pforzheim fortgesetzt.

Frankfurt a. M., 24. Jan. Zu Anfang dieser Woche war im Staats⸗Effekten-Handel die Tendenz zum Steigen vorherrschend. Schon zahite man (am 20. Jan.) die Sproc. Metalliques mit 1011 à 101, die proc. Metalliques mit 93, und so die anderen cou⸗ ranten Fonds im Verhaͤltniß. Diese Conjunctur fand ihren Anlaß in den günstigen Berichten aus Wien und Amsterdam, und dem an⸗ haltenden üieberfluß an baarem Gelde. Mit dem 21. Januar stellte sich inzwischen unerwartet eine Flauheit ein, nachdem kein bedeuten⸗ des Haus ansehnliche Posten Metalliques und Spanische Perpetuellen pr. Eassa sowohl, als duf kurze Lieferungs⸗Ziele hatte verkaufen las⸗ sen. Man erfuhr, daß nachtheilige Berichte aus Spanien gekommen seyen, und gewichene Notirungen von Wien und Paris erwartet würden. Da auch gleichzeitig von Amsterdam niedrigere Course einliefen, so mußte dieses Zusammentreffen nothwendig auf unsere

Everard.“

Höͤchstdieselben haben nach der Tafel

Boͤrse wirken. Sammtliche sen ju hahen, fanden jedoch steis Nehmer, willige Kdͤufer fuͤr Metalliques, Actien und Spanische SproFe. Rente

Namentlich zei Integrale auf

bis Ende Februar.

gelassen. trieben wurden, waren gestern al pari, Rthlr. auf ultimo Februar zu habein. P

und

Nach schrift; Heute, am Sonnabend;

schen Fonds ziemtich fest im

flauerc Amsterdamer Noticung, etwas zurüuͤckgingen. In allen g.

dern Fonds war kein Handel. Schweiz. Neuchatel, 20. Jan.

lichen Staͤnde erlassenes Kreisschreiben, womit derselbe ihnn folgende drei Aktenstuͤcke kommunizirte: A. Eine von dem gh nigl. Preußischen Geschaͤftstraͤger, Herrn von Olfers, unnm 30. Oktober v. J. in Bezug auf die Verhaͤltnisse des Fuͤrstn thums Neuchatel zu der Eidgenossenschaft an den Vorort richtete Note. B. Ein vom 10. November datirtes Schres des Vororts an den Praͤsidenten und den Staats ⸗Rath des tons Neuchatel in Bezug auf die vorerwaͤhnte Note. C. J am 25. Dezember ergangene Antwort Neuchatels auf dil Schreiben des Vororts, in welcher zugleich die von dem Kun Preußischen Geschaͤftsträger beruͤhrten Verhaͤltnisse des Fuͤrsn thums zur Eidgenossenschaft naͤher entwickelt und zu einer y tiven Feststellung in Antrag gebracht werden.

Bern, 22. Jan. Durch Kreisschreiben vom 17. Jmü bringt der Vorort Bern den betreffenden Staͤnden eine Zuschi des Königl. Wuͤrttembergischen Ministers von Beroldingen n Kenntniß. Derseibe eroͤffnet namlich, daß auf die erneuem Vorstellangen des Vororts hin von Seiten der Regierung von Bayern und Wuͤrttemberg einestheils die Uebertragung h im Jahre 1834 nicht eingebrachten Quantums Schwe izerishh Seidenwaaren (welches bei seiner Einfuhr einer Zoll ⸗Erleicht rung hätte genießen sollen)z auf das Jahr 1835 zum ermaͤßigi Zoll- Ansatze gestattet se; und anderntheils auch die Einbrin gung des vollen Jahr-Betrages von 7ä3 Cntr. fuͤr das In 1835 nicht werde in Anstand gezogen werden.

Spanten.

Madrid, 10. Jan. Die heutige Hof⸗-Zeitung engt folgenden (in der gesteigen Nachschrift bereits erwahnten) H kel? „Der Generak⸗Capitain von Alt⸗Lastilien berichtet in nen Depeschen vom 7. und 8. Dez., daß eine Abtheilung h Insurgenten von Biscaya in mehrere Dörfer eingedrungen wo sie sich mit Villalobos vereinigten. Sie bestehen aus z Mann Infanterie und 250 Kavalleristen und haben alle Grausamkeiten veruͤbt, die ihrer Partei eigenthuͤmlich sind. B der Abwesenheit des Brigadiers Friarte, welcher sich mit Cspu tero vereinigen wollte, um mit ihm gemeinschaftlich gegen Zum lacarreguy, ber bei Ormasteguy geschlagen ist, zu operiren, könn der Marquis von Campoverda nur mit 8600 Mann In fanter und einiger Kavallerie gegen die Insurgenten marschiren, M dieser geringen Macht hielt er die Insurgenten auf, mußte abe doch zuletzt der Uebermacht weichen und sich nach Meding d Pomar und einigen anderen Punkten zuruͤckniehen, Es wun sogleich an Iriarte der Befehl gesandt, unverzuͤglich zuruͤcksuh ren und zugleich von der Division des Generals Latre Verstt kung verlangt, um diesen Theil von Castilien zu schuͤtzen. Entfernung und die schwierige Communication verhinderten mals die Sperationen dieses Commandeurs gegen die Rebel allein er dringt jetzt in forcirten Maͤrschen gegen den Feind in und der General- Tapitain hat sich von Bürgos nach Parmn begeben, um den Marsch desselben durch Traspaderne, Losausn und Oradada zu decken.“ .

Dem . vom 7. Jan. zufolge, ist eine vonn len Prokuradoren unterzeichnete Petition dem Praͤsidenten geben, worin sie die Regierung ersuchen, ein Gesetz zur stt ligen Saͤkularisirung von Personen beiderlei Geschlechts, n zu den verschiedenen geistlichen Orden gehören, vorzulegen, durch ein allmaliches Verschwinden der Kloͤster herbelgts werde. Die saͤkularisirten Mönche konnten den Gottes dien den Kirchspielen versehen und die Nonnen in den Hosylt ö werden, beide aber sollten Pensionen aus den Klh erhalten. .

Franzsͤsische Blatter enthalten solgendes Pn Schreiben aus Madrid vom 11. Januar: „Es heißt nog mer, daß Mina den General Llauder zum Nachfolger erhis und der Marquis de las Amarillas das Kriegs, Depar temenm gleich mit der Praͤsidentschaft des Conseils uͤbernehmen hy Martinez de la Rosa wird sich zuruͤ̊ckziehen und Mos co Minister' des Innern, durch Miraflores ersetzt werden. Die nerale dienen der Regierung schlecht. Es ist bekannt, daz dova hierher beordert wurde, um von seinem Benehmen Rthhl schaft abzulegen. Auch der General Osma ist jetzt hierhn schieden.“ Dieser Mißbrauch des Vertrauens, so wie die s sucht zwischen dem Kriegs-Minister und dem Generalissi versetzt die Regierung in eine schwierige Lage, denn se, nicht nur ihre Feinde, sondern auch noch ihre eigenen Aghh bewachen. Durch ein Koͤnigl. Dekret vom 3. Jan. sst⸗ Frangiskaner⸗Kloster zu Viana aufgehoben und das Eigen deffelben nach den Bestimmungen des Dekrets vom 16 1834 vertheilt worden, weil 17 Moͤnche desselben sich min Insurgenten von Navarra vereinigt haben.“

Aegypten.

Alexandrien, 3. Dez. (Allg. Ztg.) Am 26. Nin ber segelte das schöne in England erbaute Damofschiff nach rien ab; am Berd befindet sich ein Offizier, den der Vicg nig an Ibrahim Pascha sendet, um ihn zu sich nach ö einzuladen. Daß der Vice⸗Koönig in gegenwaͤrtigem Augenbl wo die Ruhe in Syrien leicht wieder gestoͤrt werden, und n die Gegenwart des Ober⸗Generals nothwendig seyn konnte nen Sohn abruft, scheint eine neue Wendung seines polit Systems anzudeuten. Die Englischen, Russischen und Fran schen Konsuln sind dem Vice⸗Koͤnige nach Kahira gefolgt; hos⸗Bei, Minister des Auswaͤrtigen und des Handels, . ebenfalls dahin berufen.

Der Marschall Marmont bereist gegenwartig Ober. ten, r gedenke bei seiner Rücktehr den' Verg Sina! zu besp und gegen Ende des Jahres wieder in Kahira zu seyn. f

n Kahira ist die Rachricht angelangt, daß eine Til Division ven Reschid Paschais Airmee, die gegen die Ku

onds waren zu etwas billigeren , . sich lefer fiel von 137 auf . die zproc von 265 auf 280; der Umsatz in diesen Effekten blieh je⸗ doch sehr beschraͤnkt. Die Frage nach den Lotterie⸗ Fonds hat nig. Die Darmstaͤdtischen 28 Fl. Loose, welche kis auf 100 ge Polnische Loose ju R raͤmien auf Integrale zu z auf Ende Maͤrz wurden zu n pCt. gemacht. Auf Actign gab man zu 1260 bis madig Februar 10 Fl. vr. Stuͤck Praͤmie. Im Wechse. Handel war es still; die meisten Devisen konnte man unter der M= tiz haben. Diskonto⸗Papier blieb zu 23 à 3pCt. willlg zu plaelten hielten sich die Oesterreih n Cours, wahrend die Hollaͤndischen, n hZndert schon an sich die rasche Fortpflanzung des Uebels,

Der hiesige Con stit u tisnntl publizirt ein unterm isten d. M. vom Vorort an die saͤmm

schirt war, von diesen in der Provinz Harß (Kars?) gaͤnz—⸗ e lr, worden sey; die Tuͤrken sollen ihre e rn nel . rte und Gepäck so wie viele Menschen verloren haben. Por einigen Tagen traf in Suez ein Englisches Dampf— iff, von Bengalen in 69, und von Dschidda in acht Tagen mend, ein; die Nachrichten, die es von der Aegyptischen Ar⸗ „ein Hemen bringt, lauten friedlich; die Feindseligkeiten wa, für den Augenblick eingestellt, solten aber wieder erneuert den, sobald die im Aegyptischen Lager erwarteten Zufuhren on. Lebensmitteln eingetroffen seyn wuͤrden.

Seit einigen Wochen ereignen sich hier beinahe taͤglich Pest⸗ le; die Regierung giebt sich viele Mühe, um dem Fortschrei— der Seuche Einhalt zu thun; die gegenwartige Jahreszeit

han es steht sehr zu befuͤrchten, daß es mit dem Vorruͤcken Jahreszeit sich allgemein verbreiten wird. Die meisten zropäͤtschen Familien haben sich in ihren Wohnungen ab— esperrt. . ö Die Ueberschwemmung des Nils war dieses Jahr sehr be— ledigend, Aegypten wird daher im nächsten Jahre reiche Aernd⸗ mm von Baumwolle und Getraide haben. Die diesjährige Aerndte zn Baumwolle wird auf 300,000 Centner geschaͤtzt, Getraide ngegen kommt wegen der geringen Ueberschwemmung im vo— gen Jahre gar nicht zur Ausfuhr.

gereinigte Staaten von Nord-Amerika.

Washington, 25. Dez. Einem Artikel in dem Londoner Rorning Herald zufolge, werden die Herren Rothschild om 1. Januar 1835 ab, die finanziellen Agenten der Vereinig— n Staaten seyn, indem die bisherigen Agenten, Herren Ba— ng u. Comp., in Folge einer Differenz dieses Amt niedergelegt ben. „Wir erwarteten allerdings“, bemerkt der Washing— n Intelligencer, „nach dem Bericht des Schatz⸗Secre—⸗ irs eine Veraͤnderung der Banquiers der Vereinigten Staaten zu haris, aber von der angefuhrten Neuigkeit des Londoner Blat—⸗ s wissen wir nichts

Der Bericht der Finanz⸗Kommission uͤber die Lage und das berfahren der Bank der Vereinigten Staaten, dessen Lesung ber zwei Stunden n. ist das Werk der Herren Mangum nd Tyler. Er lautet sehr guͤnstig fuͤr die Bank, widerlegt die seisten der gegen dieselbe erhobenen Beschuldigungen und zeigt,

5 dies Institut ohne hinreichende Gruͤnde weder Vorschuͤsse eleistet noch Gratificationen ertheilt habe. Die Ausgaben fuͤr druckschriften zu ihrer Vertheidigung werden von den Bericht— stattern sehr getadelt.

Die Wahl des neuen Gouverneurs von Suͤd⸗-Karolina fand ein⸗ immig statt, indem beide Parteien, die der Union und die der Staa⸗ . Rechte (welche die Souverainetaͤt der einzelnen Staaten als der Fouverainetaͤt der Union voranstehend betrachtet), sich versoͤhnt ha⸗ en. Der Washington-Intelligencer betrachtet dies als eines

r wichtigsten und erfeeulichsten Ereignisse, die er seit langer

deit zu berichten gehabt habe.

Ein Nord⸗Amerikanisches Blatt, der Kentucky Commen⸗ ator, geht in seiner Furcht vor einem Kriege mit Frankreich o weit, daß es sogar die Besorgniß durchblicken läßt, Frankreich nichte, wenn es dazu kaͤme, nicht nur von England, sondern auch von einigen Maͤchten des Kontinents unterstuͤtzt werden; England, meint es, werde nicht anstehen, fuͤr die Seemacht zu brgen, und Frankreich, Oesterreich und Rußland wuͤrden die Landtruppen zur Ueberschiffung nach Amerika hergeben. „Das ist die Folge davon,“ fuͤgt diese Zeitung klagend hinzu, „wenn man einen Soldaten zum Praͤsidenten hat.“

Das Dampfboot „Randolph“ ist von Nashville nach New⸗ Orleans mit einer Ladung von 36090 Ballen Baumwolle abge⸗ gangen und wird die Reise in 10 Tagen vollenden. Der „Ran⸗

d dosph“ ist eines der groͤßten bis jetzt erbauten Dampfboͤte; es

hat eine Laͤnge von 180 Fuß und eine Breite von 30 Fuß. Es geht 10 Fuß tief. Fuͤr die erste Reise betragt die Ladung 700 Tonnen.

Hiesige Blätter enthalten zwel Faͤlle von hohem Alter bei zahlreicher Nachkommenschaft. Es starb naͤmlich zu Penob⸗ scoet ein Mann, Namens Huchings, 109 Jahre alt, welcher 10 Kinder, 8, Enkel und 212 Urenkel hinterläßt; und zu Camden ein Mann, Namens Thorndike, in einem Alter von 100 Jah— . 6 Monaten. Von 354 Nachkommen uͤberleben ihn no .

Vereinigte Staaten vom La Plata.

Buenos⸗Ayres, 20. Okt. Der Britische Gesandte bei den Vereinigten Provinzen am La Plata, Hr. Hamilton, hatte vorgestern seine feierliche Antritts⸗Audienz bei dem interimisti⸗ schen Gouverneur der Provinz Buenos⸗Ayres.

Am 11ten d, beschloß das Repraͤsentanten⸗Haus, daß acht Tage nach Eroͤffnung der 13ten gesetzgebenden Versammlung zur Wähl eines definitiben Gouverneurs der Provinz Buenos-Apres geschritten werden solle, und daß bis dahin der Praͤsident des Reptaͤsentanten⸗ Hauses interimistisch mit der Regierung beauf⸗ tragt bleibe. Letzterer antwortete hierauf unterm 15ten d., daß z in treuem Gehorsam gegen die von den Repraäsentanten des Volks sanctionlrten Gesetze beschlossen habe, das muͤhevolle ihm anvertraute Amt fortzuführen und sich zu bestreben, es den wah⸗ ren Beduͤrfnissen des Landes gemäß zu verwalten, wobei er je⸗

doch zugleich feierlich erklären muͤsse, daß er, wenn dieses Opfer,

wesches er dem Lande bringe, sich als fruchtlos erweisen sollte

und er nicht durch kräftige und entschiedene Mitwirkung von

Seiten des Landes unterstuͤtzt wurde, den Befehl uͤber die Pro—⸗

vinz augenblicklich niederlegen werde.

Die Repraͤsentanten⸗Kammer hat entschieden, daß die voll⸗ ziehende Gewalt nicht befugt gewesen sey, irgend einen Theil der Scheine der klafsifizirten Schuld als laufendes Geld an Zahlungs tatt anzunehmen. Durch diese Entscheidung wird der ehema— ige Gouverneur, Herr Braulio Costa, mit einer Summe von

„Z1tz Dollars als Schuldner des Landes erklaͤrt und der General Einnehmer beauftragt, diese Schuld von ihm einzutreiben. ö Die hiesigen Zeitungen suchen durch mehrere Angaben arzuthun, daß sich das Land jetzt in äußerst schwierigen und peinlichen Verhaͤltnissen befinde.

8 Die Regierung des Staats Uruguay hat mit dem Hause avison, Leland u. Comp. in Montevideo einen Kontrakt wegen nlegung eines Schiffswerfts in dem dortigen Hasen abgeschlos⸗

. Eben dieselbe hat die Laͤndereien des Terro, eines Berges ei Montevideo, fuͤr 100, 00 Patacones angekauft, um einen eil davon an die Personen zu verkaufen oder e vertheilen,

w dort eine neue Stadt i gruͤnden beabsichtigen. Einer esellschaft ist von dieser Reglerung die Erlaubniß ertheilt wor—

den, in der Naͤhe von Montevides einen Platz zu Stiergefech—⸗

en einzurichten.

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Inland.

Berlin, 27. Jan. Aus Königsberg meldet die dortige Zeitung vom 22sien d. M.: „Se. Majestaͤt der König haben bei Allerhoͤchstihrer vorjährigen Anwesenheit am hiesigen Orte die Gnade gehabt, der Stadt als einen Beweis der Zuafrleden— heit Ihr Allerhöchstes Brustbild zu verleihen. Um die Aufstel— lung dieses Allergnaͤdigsten Geschenkes feierlich und würdig zu begehen, waren heute Magistrat und Stadtverordnete in dem großen Sitzungs-Saale des Rathhauses, welcher zu diesem Be— hufe neu und geschmackvoll dekorirt worden, verfammelt, und blickten mit hoher Freude auf das wohlgetroffene Bildniß des verehrten Landesvaters, das in der Reiher der Gemaͤlde früherer Erlauchter Landesherren seinen Platz gefunden hat. Nach einer der Feier des Tages wuͤrdigen, erhebenden Rede des Ober Buͤr⸗ germeisters List, in welcher die Veranlassung zur Feier des Ta—⸗ ges ausgesprochen und darauf hingewiesen wurde, daß das Al— lergnaͤdigste Geschenk am dankbarsten wuͤrde geehrt werden, wenn die versammelten Vertreter der Buͤrgerschaft in liebender

Verehrung des Koͤnigs fortfuͤhren und ihre buͤrgerlichen Pflich—

ten gewissenhaft und treu erfuͤllten, erscholl der begeisterte Ruf: „Lange lebe der Konig!“ Ein Mittagsmahl in dem Saale des Kneiphoͤfischen Junkerhofes vereinigte späater alle staͤdtischen Be— hoͤrden. 3. herrschte Freude und dankbare Erinnerung an den allverehrten Verleiher des Geschenks. Der Ober⸗Buͤrger— meister List brachte die Gesundheit Sr. Majestaͤt des Königs, der Vorsteher der Stadtverordneten⸗Versammlung, Kaufmann Arndt, die Gesundheit Sr. Koͤnigl. Hoheit des Kronprinzen aus, und der laute Ruf der dankbaren Versammlung konnte von dem Pauken⸗ und Trompetenwirbel nicht uͤbertoͤnt werden ˖⸗

In dem Anhange zu der amtlichen Bekanntmachung der hiesigen Universität uͤber die am 3. August v. J. geschehene Preis Vertheilung ist bemerkt worden, der Studiosus, nunmeh, rige Kandidat der Philosophie, Karl Johann Hoffmann, aus Rödelheim im Großherzogthum Hessen, habe angegeben, „daß er sich um den von der philosophischen Fakultat hierselbst gestell⸗ ten Preis fuͤr die beste Loͤsung der auf den dramatischen Chor der Griechen bezuͤglichen philologischen Arfgabe mit einer zur gesetzlichen Zeit an das Sekretariat der Universitaͤt abgelieferten Abhandlung beworben habe, welche jedoch nicht beruͤcksichtigt worden sey“; diese Abhandlung sey zwar nicht vorgefunden wor, den, in die Angabe des ꝛc. Hoffmann aber kein Zweifel zu setzen. Auf Antrag der gedachten Fakultat hat hierauf das hohe Mi— nisterium der geistlichen, Unterrichts und Medizinal⸗Angelegen⸗ heiten dem ꝛc. Hoffmann zur Entschaͤdigung fuͤr seine unverschul⸗ dete Ausschließung von der Konkurrenz den vollen Werth des Preises zuerkannt. Später hat sich die Abhandlung, welche von dem Sekretariat wirklich in Empfang genommen und auch an den Dekan der Fakultaͤt abgesandt, aber hier nicht angekommen war, wieder vorgefunden. Die Fakultat hat daher von derselben nachtraͤglich Kenntniß genommen, und sich aus dem großen Auf— wande von Fleiß und den vielfachen Kenntnissen, die der Ver⸗ fasser darin bewiesen hat, uͤberzeugt, daß derselbe jener ihm zu Theil gewordenen Entschaͤdigung würdig gewesen., (Wir bemerken bei dieser Gelegenheit, daß der Kandidat Herr K. J. Hoffmann bereits im Jahre 1828 die goldene Medaille fuͤr die damalige philologische Aufgabe erhalten hat)

Aus Wetzlar vom 19ten d. M. erhalten wir nachste⸗ hende gefällige Mittheilung: „Von dem hier gegruͤndeten Ver⸗ ein fuͤr Geschichte und Alterthums kunde, dessen Tendenz und Streben die ganze Rhein-Provinz umfassen soll, wurde bereits in Nr. 189 der vorjäͤhrigen Staats-Zeitung Nachricht ertheilt. Inmittelst sind die Statuten des Vereins von dem hohen Mini—⸗ sterium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal⸗A Angelegenhei⸗ ten bestätigt, und es ist am gestrigen bedeutungsreichen Tage eine feierliche General⸗Versammlung gehalten worden, welcher , . Mitglieder, sowohl vom Militair- als Civil ⸗Stande,

eiwohnten. Der Direktor des Vereins, Stadtgerichts⸗Direktor Dr. Wigand, eroͤffnete die Sitzung mit einem einleitenden Vor— trage, und erstattete einen General-Bericht uͤber die bisherige Thätigkeit der Mitglieder der Gesellschaft. Namentlich wurden die Ergebnisse der Aufgrabungen Germanischer Todtenhuͤgel aus— fuͤhrlich dargestellt; es wurde eine Uebersicht der hier und in der Umgegend befindlichen Denkmaͤler und historischen Merkwuͤrdig⸗ keiten gegeben, und uͤber die meist noch unbenutzten Urkunden— Schaͤtze, die sich in den hiesigen Sammlungen vorfinden, so wie uͤber die Bereicherungen des angelegten Museums des Vereins Bericht erstattet. Unter den Beschluͤssen der Versammlung be⸗ merken wir nur den, wodurch dem Herrn Ober-Praͤsidenten von Bodelschwingh der einmuͤthige Wunsch und die Bitte der Gesellschaft vorgelegt wird, das Kuratorium dieses Vereins zu ubernehmen, und demselben seinen Schutz und seine Fuͤrsorge ferner zu widmen.“

Das Metropolitan⸗ Dom“ Kapitel zu Köln uͤberreichte am 23sten d. M. dem Herrn Erzbischofe Grafen Spiegel zum Desenberg und Canstein ein goldenes und ein silbernes Exem— plar einer auf die ö dc Gen fen Seiner Erzbischoͤflichen Gnaden nach der Ihn im August 1833 betroffenen schweren Krankheit geschlagenen e, n,, begleitet von einem Schrei⸗ ben auf Pergament, worin die Veranlassung zu dieser Medaille und die Gesuͤhle und Gesinnungen, von denen sie Zeugniß geben soll, angedeutet werden. Die Denkmuüͤnze, von dem Medallleur Franke in Dusseldorf geschnitten, traͤgt auf der einen Seite das sehr ahnliche Bildniß des Herrn Erzhischofs mit der Umschrift; FERlDINANDUS AUG UusSTrTUusSs AnRchHhiEpiSscobus CoL-oNiLKRNSIS. NAT. MP CCI. XIV. DEC. XXV. Conks. MDOCCRXXV. 10x. XI., und auf der Kehr⸗ seite die Worte: SaxtrAII RkESTIIIur0o LAErA Diokcksis. MbCCCXXXIII. Abdruͤcke davon werden noch in Silber und Bronze auf Subscription verfertigt und vertheilt. Von jeder Medaslle, welche uͤber die Zahl 00 abgeht, will der Künstler h 6 zu einem noch naͤher zu bestimmenden milden Zwecke hergeben.

Am 8. Januar feierte die hiesige Deutsche Gescellschaft ibren Stiftungstag durch eine bffentliche Versammlung, in welcher Herr Professor Gans den ersten Theil einer Geschichte des Engli⸗

schen Kechts las, namentiich der Wallisischen, Angeisachsischen, Od⸗ nischen und Normännischen Gesetzbuͤcher. Nachdem Herr Professor i nz den Inhalt einer fär die Gesellschaft übersandten Latecinischen bhandlung bes Herrn Pr. K. G. Anton, Gymnasigl-Direktor zu Görlitz, uͤber die dortigen Sagen von den Querren (3wergen) vor⸗ 6er g hatte, las Herr Prediger Pischon über die, wahren Zwecke er Gesellschaft, mit einem Ruͤckblick auf ihre Geschichte. Der mit diesem Tage abtretende Ordner, Prof. v. d. Hag en, gab Rechenschaft von dem . und von der Thaͤtigkeit der Gesellschaft in die⸗ sem ersten Jahr . neuen und verstäͤrkten Gestalt: in welchem ihre Zahl sich durch zwölf Mitglieder vermehrt hat, und überhaupt in den zwoöͤl ,,, zwanzig ,, gehalten worden, mit Einschlu der in den beiden letzten Monats. il , . gelesenen Abhand⸗ lungen des Hrn. Prof. Zelle über das Verhaltni6z des Wort- und BVers⸗ Rhythmus unserẽr Sprache, und des Hrn. Direktor Au gu st

über die Deutsche Deelinatlon auf dem gegenwaäͤrtlgen Standort unserer Sprache; so wie noch des Hrn. r , Pischon über eine der Gesellschaft aus der Heidelberger Bibliothek zugekommene Hand⸗ schrift der Predigten Bruder Bertholds im zien Jahrhunzert, welche bei der Kling'schen Ausgabe derselben (hier 1834 mit Vor⸗ rede vom Prof. Neander) nicht benuht worden. Dem für das nächste Jahr jum Ordner erwaͤhlten Hrn. Prediger Pischon üͤber⸗ gab sodann der Prof. v. d. H . dieses Amt, nachdem er die von Hrn. Pölchau fuͤr die Bibliothek der Gesellschaft geschenkten Pre⸗ digten Kaisersbergs vorgelegt, und den in der letzten offentlichen Versammlung angefangenen Bericht über die zun Theil der Ge⸗ sellschaft zugesandten und saͤmmtlich vorliegenden neuen Erscheinun⸗ gen im Gebiete der Deutschen Sprach- und Alterthumskunde voll⸗ endet hatte. .

Zuvdrderst waren eingegangen,; „Denknisse eines Deutschen oder Fahrten des Alten im Bart, herausgegeben von K. Schbppach Schleusingen, 1835)“ denkwuͤrdige Erinnerungen aus der Zeit, da Lord Bathurst in Perlberg, noch unerklaͤrlich, spürlos verschwand; mit einem Wörterbuche der erneuten oder neugepraͤgten Wörter in welchem allem man einen Mitstifter der Gesckschast wohl erfennt, die an ihn auch bein vorsahrigen Stiftungsfeste lebhaft erinnert

wurde. . Außerdem lagen vor,. J. Gesellschaftsschriften 1 des Thüringifch⸗Sächsifchen Bereins für Erforschung des va— terlaͤndischen Alterthüms ztes VBierteliahrshest, desorgt von De K⸗ E Förstem ann: vorngmlich die Nordhaufer Welsthümer des 17 bis i5. Fahrhunderts, durch r. E. G. Forstemann, und unter anderen Römtschen Denkmalen am Rhein durch Pr. F. Fiedler / auch die von Asciburgium enthaltend; 2) des Freiherrn von und zu Aufseß (bei Nürnberg Anzeiger für Kunde des Deutschen Mittelalters, zter Fahrg an 1835: gleich den beiden ersten, auch reichhaltig fuͤr gun und Alterthum, wie fuͤr Sprache und Litera—⸗ tur, und besonders von dem jetzigen Mitherausgeber, Prof. Mone; durch wichtige Nachtraͤge zu den im vorigen Berichte dargelegten neuen Ausgaben der fo feuchtbaren Dichtungen von Reinhart Fuchs ausgesteuert. il. Erstedbdrücke, Ausgaben und Bearbeitungen Alt= deutscher Denkmale 1 „Auslegung des Evangelii Jo⸗ hannes in Gothischer Sprache, aus Rdmischen und Mailaͤn dischen Handschriften, nebst Lateinischer ücbersetzung, belegenden Anmerkungen, ,,, untersuchungen, Gothisch⸗Lateiniscizemt Wbrterbuch und Schriftproben. Im Auftrage Sr. Königl. Hoheit des Kronprinzen Maximilian von Bayern, erlesen, erlaͤu⸗ tert und zum erstenmal herausgegeben von H. H. Maßmann, Professor der Altdeutschen Sprache und Litergtur an der Muͤnchener Hochschule“ (Muͤnchen, 1833. A: eine koͤstliche Bereicherung der aͤltesten und gebildetsten Hochdeutschen Sprache, nach dem Grie⸗ chifchen des Bischofs Theodor von Heraklea in Thrgeien (st, 388), dessen Halbarianismus hier sich bestaͤtigt; vielleicht auch von Ulfilas uͤbertragen, obschon dessen Bibel⸗Uebersetzung, welche hier etreulich als Text gebraucht wird, keine Spur dieser Irrlehre zeigt, Ulles von diesem Werk Uebrige, davon bisher nur ein kleines Stuͤck (Specim. 1819) und treuloses Facsimile der Roͤmischen Blatter durch den zuvorkommenden Mai (Vorn gollect. 1825 und 1833) bekannt war, ist nunmehr so sorgfaͤltig und vollstaͤndig bearbeitet von einem hler hejmischen Mitgliede der Gesellschaft, daß es der ruͤhmlichen Sendung voͤllig ent⸗ spricht, und so zugleich den von der Gesellschaft vor neun Jahren schon ihm ertheilten, damals nicht ausfuͤhrbaren Auftrag zur Aus⸗ . der saͤmmtlichen Mallaͤnder Gothischen Handschriften, wenig⸗ ens zum Theil noch erfuͤlkt. 2 Althochdeutsche Bruchstücke einer Wiener Handschrift Wien, 1tzß 4. Fol). 2) des Evangelit Matthäi in Pro fg, vielleicht noch vor Otfried oder doch um die⸗ selbe Zeit uͤberfetzt, davon man bisher nur ein Blatt (durch B. Pez und Eckhart quaternio monum. 1720) kannte, mit gegenuͤberstehen⸗ dem Lateinischem Text; h und d) zwei Homilien, die letzte nach S. Augustin; e) ein Stuͤck der zu den aͤltesten Hochdeutschen Denkmälen gebßrigen uebersetzung von Isidors von Se⸗— villa Abhandlung von der Geburt Ch risti, bisher nur aus einer Pariser Handschrift bekannt; Alles sehr genuͤgend ausgestattet, mit Facsimlle, Einleitung und Glossar, durch den Entdecker hr. Steph. Endlicher, der hier zum ersfenmale in diesem Felde ruͤstig auftritt, in Verbindung mit dem Professor H. Hoffmann. Als Zugabe liegt bei, die hbesonders abgedruckte Anzeige dieses Werkes in den Wiener Jahrbüchern von M, Haupt (der schon im Aufsessi⸗ schen Anzeiger des Mittelalters sich eifrig und kundig erwiesen), welche zugleich eine bedeutende Nachlese aus den alten, meist zer⸗ stüͤckten Blaͤttern liefert. Beide Buͤcher, das Gothische wie das Altbochdeutsche, sind zugleich stattliche Druckwerke. 3) Merig arto (wie Althochdeutsch die Welt heißen soll: Meergarten), Bruch st ck einer sonst unbekannten Weltbeschreibung in Reimen des 11ten bis 12ten Jahrhunderts, aus der Fuͤrstlich Fuͤrstenbergischen Biblio⸗ thek zu Prag, herausgegeben vom Prof. H. Hoffmann (Prag 1833. s.), auf 4hnliche Weise, wie das vorige Werk, mit Faesimile und Anmerkungen: ein willkommener Beiträg zu den wenigen ueberbleib⸗ seln Deutscher Dichtkunst aus der Uebergangs-Zeit des Althoch deut. schen ins Mittelhochdeutsche, wo doch vor allen die volksmäßigen Helden⸗Gedichte den fruheren Reichthum bekunden. 3) der Nibe⸗ kungen Lied, frei übersetzt von H von Rebenstock, Hauptmann im Kadetten Corps (Potsdam, 1834). dem Inhalte nach getreu, die lange vierreimige Staͤnze in die schon im alten Liede haufig vor⸗ tretende achtreimige umgebildet, die Sprache vollig neu; eines Kriegs⸗ mannes würdige Arbeit, und denen das alte ewige Lied in der Üür— sprache fremd sst, freundlich zu empfehlen; zugleich die erste „Pracht⸗= Ausgabe“ dleses hier in Berlin zuerst vollstͤndig gedruckten (Muͤl⸗ ler's Samml. 1782) und fortwährend am häufigsten bearbeiteten und herausgegebenen Gedichtes, die auch der Buchhandlung alle Ehre macht. 5) Wörterbuch zu Ritter Hartmanns von Aue Rit⸗ tergedicht Fwein, vom , . Benecke (Göttingen, 1833): sehr ruͤndlich und fast uͤbervollstaͤndig, betrachtlich staͤrker als des Ver⸗ assers Ausgabe des Gedichtes selber, doch nur auf dieses beschraͤnkt und nicht auch die übrigen freilich meist ungedruckten Werke Hartmanns umfassend. 6 Freigedanks Bescheidenheit (Weisheit); das is der Brantischen Beardeltung lebendig gebliebene, hier in Berlin auch zuerst in der Ursprache gedruckte (Müllers Samml 1781) Spruchgedicht, nun in berichtigter Ausgabe vom Prof. W. Grim m (Goͤttingen, 183) auf gleiche Weise, wie seines Bruders Ausgabe des Reinhart Fuchs, mit Einleitung, Vergleichung der Handschriften, Anmerkungen, und Reim⸗Register, welchts zugleich zur Auffindung der einzelnen Sprüche dient. Der Herausgeber will darthun, daß Freigedank ehen kein anderer, als Walther von der Vogelweide sey jener hieß aber Bernhard Freidank. 7) Altdeutsches Lesebuch aus Ul⸗ silas, Althochdeutschen Prosa- und Dichtwerken und Mittel hoch- deutschen Dichtern, zusammen 142 wohlgewählte Stücke, meist nach Grimmischer Grammatik eingerichtet und kundig erlautert von A. Ziemann (Quedlinburg, 18353). 8) „Volkslieder der Deut fchen, eine vollstaͤndige Sammlung derselben?“ (auch, der geschicht⸗ lichen „von der Mitte des 15ten Jahrhunderts bis in die erste Halfte des 19ten Jahrhunderts, von F. K. Freiherrn von Erlach“, auf vier Bände angelegt, von welchen der erste, vorliegende mit Luther und anderen namhaften Dichtern und namenlosen Lie— dern beginnt, von 1500 1620 (Mannheim 1832). umfaßt die früheren Sammlungen und liefert auch sonst mancherlel einzeln Zerstreutes, wobel wöhl etwas mehr Umsicht und Ordnung zu wun-— schen wäre; 9) Die Bilder-Handsch rift er Veld ek en schen Aenelis in der blesigen Königl. Bibliothek, umstaͤndlich beschrieben, desonders in Hinsicht auf Alterthümer und Kunst, mit einer Abbil= dung, von einem unserer Mitglieder, hr. F. Kugler (Berlin 1831) ein , . . zur altvaterlaͤndischen Kunstgeschichte, wel⸗ cher sich der Dissertation desselben Verfassers über Wernher von Tegernsee, den Dichter und Maler des 12ten Jahrhunderts (1831), anschließt, so wie zur Nachfolge auffordert. ji. Sprachlehren und Wörterbücher 1) „Gothisch—⸗ boch deutsche Wortlehre von A. Ziemann? Quedlinburg isa): Grundzuͤge der Laut⸗Verhaͤltnisse, Wortbildung und Biegung, vom Gothischen aus durch das Alt⸗ und Mittelhochdeut⸗