1835 / 29 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

habe? Die beste Antwort ist meine Weigerung, ein Amt in demselben anzunehmen; und ich muß hinzufuͤgen: meiner Mei— nung nach ist die Zusammensetzung desfelben so schlecht, wie ir⸗ gend moglich; es besteht aus lauter Maͤnnern, die und deren Grundsaͤtze ich von jeher bekaͤmpft habe. Hiernach aber wird man natuͤrlich weiter fragen, ob ich entschlossen sey, mich dem Mi— nisterium zu opponiren? Ich will diese Frage offen und ohne Ruͤck⸗ halt beantworten. Da ich nicht unbedingtes Zutrauen zu dem Ministerium Lord Melbourne's und nach der Entlassung der ge— genwaͤrtigen Verwaltung keine Aussicht zur Bildung eines besse— ren habe, so bin ich nicht geneigt, jeder Motion zum Sturz des Ministeriums meine Zustimmung zu geben. Obgleich es unter gewohnlichen Umständen richtig ist, sowohl auf die Person als auf die Maßregel Ruͤcksicht zu nehmen, so werde ich es doch im gegenwartigen Augenblicke fuͤr meine Pflicht halten, nur auf die Maßregeln zu sehen. Ich meines Theils glaube, daß die gegenwartigen Minister entschlossen seyn werden, gute Maßre⸗ geln vorzubringen, und diese werde ich unterstuͤtzen. Thun sie das nicht, oder treten sie mit Maßregeln der entgegengesetzten Art auf, dann werde ich mich der Verwaltung auf jeden Fall und unter jeder Bedingung opponiren.“

Die Dubliner Wahl ist bis auf den letzten Augenblick von beiden Seiten mit dem groͤßten Nachdrucke durchgefochten wor— den. Dublin bot waͤhrend dieser Tage ein Schauspiel der groͤß— ten Verwirrung dar. Besonders am 15ten d. vraren fast alle Straßen von dem Auswurf des Poͤbels besetzt, und kein wohl— gekleldeter Mann konnte sich nach den Stimmbuden begeben, ohne verhöhnt oder mißhandelt zu werden. Bekanntlich darf wahrend der Wahl kein Militair zugegen seyn; da aber Herr Ruthven sich ausdruͤcklich weigerte, Special⸗Tonstabler vereidlgen zu lassen, wozu er allerdings berechtigt war, so fiel jene Be— schraͤnkung hinweg, und es wurden Dragoner beordert, welche die Ordnung einigermaßen herstellten. Großes Aufsehen erregte die Erscheinung des Herrn Latouche, eines katholischen Banquiers von groͤßtem Ansehen, auf dem Wahl-Geruͤste. Dieser Mann, welcher fruͤher bedeutende Summen zum Besten des katholischen Vereins hergegeben hatte, erklaͤrte, er halte es fuͤr seine Pflicht, in dieser wichtigen Krisis fuͤr die Tory-Kandidaten zu stimmen, so verschieden ihre Ansichten auch von den seinigen seyn moͤch— ten; denn er koͤnne es nicht ruhig mit ansehen, daß die entge— gengesetzte Partei allen anders Gesinnten mit dem Tode gedroht habe und dadurch alle Wahl Freiheit vernichten wolle. Daher hofften denn auch die Konservativen eine Zeit lang, O'Connell von der Wahl fuͤr die Hauptstadt Irlands zu verdrängen. Dennoch aber erwies sich der Einfluß der katholischen Geistlich⸗ keit auf die untern Klassen stärker, als alle Bemuͤhungen der Regierung. Am Schlusse der Stimmliste hatte O Connell 2495, Ruthven 2456, Hamilton 2364 und West 2354 Stimmen; die beiden Ersteren wurden demnach als Parlaments-Mitglieder proklamirt. Beide Parteien werfen einander vor, sich der Einschuͤchterung und Gewaltthaͤtigkeit gegen einander bedient zu häben, und die Konservatisen gedenken, eine Bittschrift beim Parlamente einzureichen, um nachzuweisen, daß viele unechte Wähler mitgestimmt haben Auch behauptet man, die O' Con⸗

nellsche Partei habe gedroht, die Namen aller derjenigen, welche

gegen den großen Agitator gestimmt, öffentlich bekannt zu ma- chen und so der Wuth des Poͤbels preiszugeben. In der Graf—

schaft Dublin ist O Connells Schwiegersohn, Fitz⸗ Simon, nebst

eintm andern Anti⸗Unionisten, Namens Evans, gewaͤhlt. In

Cork ist es zu schlimmen Aufteitten gekommen. Hier waren

zwei Anhaͤnger des Ministeriums, Oberst⸗-Läieutenant Chatterton

und Herr Leycester, gegen die bekannten Anti-Unionisten Callag—

han und Baldmin, O'Connells Veiter, aufgetreten. Erstere haben

Aussicht auf Erfolg; allein der Poͤdel gestattete sich die aͤrgsten Exzesse

gegen diejenigen, welche fuͤr die Tory⸗Kandidaten stimmten, denen man

die Thuͤren mit Steinen einwarf. Bei dieser Gelegenheit wurde

ein gewisser Cantillon verhaftet; das Volk suchte ihn aber aus

den Händen der Polizei zu befreien. Diese mußte nun, um sich

selbst zu schuͤtzen, Feuer geben, wobei ein Frauenzimmer erschos—

sei wurde. In der Gegend von Tralee ist eine ansehnliche

Truppenmasse zusammengezogen, um die Wahlen suͤr die Graf. schaft Kerry zu beschuͤtzen. In der Grafschaft Waterford ist eine Adresse an die Waͤhler erlassen worden, in welcher sie aufgefor— dert werden, dle in das Blut ihres Sohnes getauchte Schuͤrze der Wittwe Ryan (deren Zehnten Verweigerung zu dem Gemez⸗ zel bei Rathcormac Anlaß gab) als Panier aufzustecken!

An die Stelle des bei den Wahlen in Schottland durchge⸗— fallenen Herrn Stuart Wortley, sell Lord Sandon zum Unter— Staats⸗Secretair im Kriegs⸗Departement ernannt werden.

Dr. Bowring, der bei einer fruͤheren Wahl durchgefallen

war, ist nun in Kilmarnock zum Parlaments-Mitgliede gewaͤhlt worden. Man glaubt, daß der General⸗Feldzeugmeister, Sir George Murray, einer der besten Freunde des Herzogs von Welling— ton, obgleich er bei der Wahl fuͤr Perthshire von Hertn Felix Maule, ältestem Sohn des Lord Panmure, verdraͤngt worden ist, doch schwerlich im Parlament fehlen werde, indem einer der Anhänger des Ministeriums seinen Burgflecken aufgeben wolle, um Ersterem Platz u machen.

Der bekannte Capitain Roß, ein eifriger Tory, ist auch Fei den Schottischen Parlaments- Wahlen an einem Ort als Kandidat aufgetreten, aber durchgefallen.

Die Times behauptet, die konservative Partei, aus den ehemaligen Tories und sammtlichen nicht radikalen Whigs zu⸗ sammengesetzi, werde in der nächsten Session in Betracht ihrer Zahl, ihrer Einigkeit und der Meinungs-Verschiedenheit der Gegner, die machtigste Partei bilden, welche jemals im Unter— hause versanimelt gewesen. . 2

Der Gemetnde⸗Rath von London faßte gestern mit 85 gegen 59 Süimmen auf den Antrag des Herrn Wiison den Beschluß, den Lord⸗Mayor wegen seines parteüschen Benehmens, weil der— selbe sich geweigert, eine Gemeinde Versammlung zur Berathung

über die Entlassung der vorigen Minister . nicht auf die Liste des Cith⸗ Land-Comité's an fzunehmen, sondern statt seiner dem Aldermann Scholey oiese Ehre zu erweisen.

Der Courier will wissen, daß Sir James Kempt, der ehemalige General⸗Feldzeugmeister, wenn er den ihm in der That von dem jetzigen Ministerium angebotenen Pesten eines General⸗ Gouverneurs von Indien angenommen haͤtte, zugleich zum Ober-Befehlshaber der dortigen Truppen ernannt und zum Pair erhoben worden wäre. Jetzt erwähnt der Courier des Ge⸗ rächts, daß nun wahrscheinlich der General⸗Lieutenant Sir Henry

Fane zum General⸗Gouverneur von Indien ernannt werden däͤrfte, und daß Sir R. Wilson sein Nachfolger im Kom⸗ mando auf den Jonischen Inseln seyn wurde. Die Tim es da—⸗ gegen bezeichnet den Lord Heitesbury als den neuen General— Gouverneur von Indien.

Der katholische Primas von Irland, Dr. Thomas Kelly, ein uͤberaus gelehrter Mann, ist vor einigen Tagen zu Drogheda

gestorben.

Der Sergeant Herr Coleridge hat die durch das Ableben des Herrn Taunton erledigte Richterstelle in dem Gerichtshofe der King's Bench erhalten. 565

Der Kontrahent der Spanischen Anleihe, Herr Ardouin, ist hier eingetroffen und wird den Plan der neuen Anleihe in we— nigen Tagen bekannt machen.

An der gestrigen Boͤrse wirkten die umlaufenden Geruͤchte uͤber die Verhaͤltnisse in Spanien, namentlich uͤber die Entlassung Mina's und uͤber eine Ministerial-Krisis in Madrid, nachtheilig auf den Cours der Spanischen Fonds; heute hoben sich dieselben jedoch wieder.

Das Dampfschiff „Fire Fly hat Berichte aus Korfu vom 29sten v. M. uͤberbracht. Die Nachrichten aus Griechenland lauten keinesweges guͤnstig. Zu Athen sollen die groͤßten Ver— wirrungen herrschen und die Regierungs- Geschaͤfte gaͤnzlich stocken.

Die Fregatte, Samarang“ hat Berichte aus Peru vom 25. August und 599,000 Dollars fuͤr Privat-Rechnung uͤber— bracht. In Peru scheint Ordnung zu herrschen und General Orbegoso seine Gegner gaͤnzlich besiegt zu haben. Zwei Briti—⸗ sche Offiziere waren nach Lima abgegangen, um eine Untersu— chungs-Reise in das Innere des Landes vorzunehmen. Man glaubt naͤmlich, daß eine Verbindung zwischen dem Amazonen— Flusse und einem der großen Strome, welche sich in das Stille Meer ergießen, vorhanden sey, und eine solche Entdeckung wuͤrde vielleicht die gefahrvolle Schifffahrt um das Cap Horn unnoͤthig machen.

Das lang erwartete Packetschiff Swallow“ ist endlich mit 50, 000 Dollars am Bord zu Falmouth angekommen. Es hat Tampico am 2. und Vera⸗Cruz am 11. Oktober verlassen, im Mexikanischen Meerbusen seine Masten kappen und in Ha— vana einlaufen muͤssen, von wo es am 3. v. M. wieder ab— segelte. Spaͤtere Nachrichten, nanlich aus Mexiko vom 24. und aus Veracruz vom 28. November, brachte das in Falmouth angekommene Packetschiff „Lapwing“. Man traute in Mexiko der fuͤr den Augenblick dort herrschenden Ruhe noch immer nicht. Die Regierung war in großer Geldnoth, man sprach von einer neuen Anleihe, und ein großes Handelshaus hatte die gesetzwi⸗ drige Erlaubniß erhalten, 100 Silberbarren auszufuͤhren, bloß weil es den Zoll von 7 pCt. im Voraus zahlte. Die Ausfuhr von Barren ist sonst verboten. Der „Lapwing“ hat 800, 060 Dollars fuͤr kaufmaͤnnische Rechnung und ein Schreiben des Fi⸗ nauz-Ministers an das Handelshaus Baring uͤberbracht, worin dieser sich wegen der Zoͤgerung mit der Zinszahlung entschuldigt.

Das Packetschiff, „Hannibal“ hat 70 Britische Auswande— rer von New York zuruͤckgebracht, die sich in ihren Hoffnungen dort sehr getauscht fanden und in dem traurigsten Zustande heimgekehrt sind.

Die Times enthaͤlt ein zweites Schreiben eines Genfer Reisenden aus Philadelphia vom 13ten v. M., in welchem, ganz im Widerspruche mit anderen Angaben, die Botschaft des Praͤsidenten als populair und der Geist des Amerikanischen Vol⸗ kes als kriegerisch geschildert wird. In dem Repräsentanten⸗ Hause, heißt es, sey der Ausschuß fuͤr die auswaͤrtigen Angele⸗ genheiten im Sinne des Praͤsidenten gewahlt worden; den Vorsitz fuͤhre Oberst Wayne aus Georgien. Die Ausschuͤsse des Senats seyen hingegen alle gegen den Praͤsidenten, und an der Spitze des Ausschusses für die auswaͤrtigen Angelegenheiten stehe der be⸗ kannte Henry Clay, einer der Unterhaͤndler des Genter Vertra— ges, das eigentliche Oberhaupt der Senats Opposition. Der Se—⸗ nat wolle jedoch die Beschluͤsse des Repraͤsentanten-Hauses erst abwarten.

Aus Kalkutta sind Nachrichten bis zu Anfang September hier eingegangen; Lord Bentinck war noch nicht wieder dorthin zuruͤckgekehrt. Herr Macaulay befand sich auf dem Wege von Madras nach Kalkutta. Von seiner Politik versprach man sich keine gute Folgen. Um die Mitte August's hatte in der Gegend zwischen Chandernagor und Benares eine furchtbare, verheerende Üeberschwemmung stattgefunden; der Fluß Damuba war uͤber seine Ufer getreten, und hatte eine Menge von Wohnungen mit fortgerissen. Ein Abgeordneter des bekannten Rundschit Singh, Namens Gingow Singh, sollte an den Britischen Hof gesandt werden. Rundschit Singh hatte beschlossen, die Bri— tische Verfassung in Lahore einzuführen, und wollte daher eine Ladung Englischer Gesetze auf Kameelen nach seiner Hauptstadt trane portiren lassen. Das Prinzip der Unverant—⸗ wortlichkeit des Souverains soll ihm ganz besonders gefallen haben.

Nachrichten aus Quebeck vom 13. Dezember zufolge, war man dort durch die Haͤndel zwischen der Franzoͤsischen und der Englischen Partei in bestaͤndiger Aufregung. Diese hatte sich vor kurzem in Folge einer aufreizenden Adresse des Praͤsidenten Papineau an seine Partei, die sogenannte Kanadische Clique, noch vermehrt. Er sagt darin, daß er in Kanada werden wolle, was O Connell in Irland sey, und er ziele darauf hin, die Tren⸗ nung Kangda's von England zu bewirken.

Niederlande.

Aus dem Haag, 23. Jan. Nachstehendes sind die bei— den ezten in Bezug auf den Gesundheits-Zustand des Prinzen von Oranien erschienenen Bulletins:

„Donnerstag, 22. Januar Abends 8 Uhr.

Der heutige Tag hat einen sehr ruhigen Verlauf gehabt. Es ist keine unguͤnstige Veraͤnderung in den Symptomen der Krankheit eingetreten. verard. Bernard.“ „Freitag, 23. Januar Morgens 8 Uhr.

Se. Koͤnigl. Hoheit, wiewohl sehr schwach, fuͤhlt sich doch nach einem erquickenden Schlaf während einiger Stunden der Nacht etwas besser. Everard. Bernard.“

Deutschland.

Hamburg, 26. Jan. Trotz des vielen Treibeises, welches sich noch in der Elbe befindet, ist es gestern bei dem starken West-⸗Winde doch mehreren Schiffen gelungen, den hiesigen Ha— fen zu erreichen; wenn die gelinde Witterung anhaͤlt, so wird die Schifffahrt der ganzen Elbe in einigen Tagen wieder herge— stellt seyn.

Schweiz.

Neuchatel, 20. Jan. Nachstehendes ist, mit Uebergehung der Eingangs⸗-Stelle, der Inhalt der (gestern erwaͤhnten) Ant— g h. Kantons Neuchatel auf das Schreiben des Vororts vom 10. Nov.:

„Der Eintritt Neuchatels in die Eidgenossenschaft als Kanton hatte, wie dies bei allen ubrigen der Fall war, den doppelten Zweck, zur Vertheidigung des gemeinsamen Vaterlandes mützu⸗ wirken und die Garantie feiner Mit⸗Staͤnde fuͤr seine Verfassung zu erhalten. Diese Garantie wurde ihm bewilligt und seine Ver⸗ fassungs⸗ Urkunde wurde in das eidgendssische Archiv niedergelegt. Seit funfzehn Jahren haben die durch den Bundes-Vertraͤg be⸗ stimmten Verhältnisse des Standes Neuchatel zu der Eidgenossen⸗ schaft unverndert bestanden und ohne daß es Jemand eingefallen waͤre, den Sinn oder die Ausdehnung derselhen in Zweifel zu ziehen.“

, öffentlich J denn was fuͤr ein Recht ist das, welches widrige Ümst ande in

„Aber dieser Zustand der Dinge, welcher sich auf die gin Beobachtung der gegenseitigen Rechte und Pflichten gruͤnder aufgehört. Es kommt uns nicht zu, in diesem Augenblicke di sachen davon zu untersuchen und die Motive zu entwickeln. beschraͤnken uns darauf, eine unbestreitbare Thatsache zu beeich Ein guf, die alten Verhaͤltnisse gegründeter Vertrag; der einen! des Bundes, die Vertheidigung des gemeinsamen Vaterlandes recht erhielt, und der die Eidgenossenschaft der Fortdauer elner rantie, uͤber die sie jetzt Zweifel aufstellt, überhoben haͤtte, g ganz geeignet, Alles auszugleichen, und die Note, welche Ew n dem Geschaͤftstraͤger Sr. Maj. des Koͤnigs von Preußen üben wurde, beweist, daß unser Souveraln einem zwischen uns um Tagsatzung abgeschlossenen und durch eine freie Unterhandlun 9 geführten Vergleich seine Zustimmung nicht verweigert haben n Die Staͤnde haben einstimmig unser Verlangen verworfen, ahn Weigerung hat den Stand der Dinge nicht geandert. Ja, di derung eines unserer Mit⸗Staͤnde, daß die Tagsatzung bel Kelegenheit eine fuͤr die Garantie, welche die Eidgen schaft dem Stande Neuchatel seit seiner Aufnahme ya chen habe, gunstige Erklarung abgeben moͤge, wurde nur nicht unterstuͤtzt, sondern wir hoͤrten im Gegentheil, mi ßerem Eifer als jemals, alle die Zweisel erneuern, die früher die Garantie unserer Verfassung erhoben wurden. Der Von eines Standes, uns zur Ablegung des Titels „Fuͤrstenthum⸗ zwingen, wurde sogleich von vielen Abgeordneten unterstuͤht, und zu einem förmlichen Beschlusse erhoben, ohne daß si Vollmacht hatten, und ohne uns oder den Ständen, welche s praͤsentirten, davon eine vorlaͤufige Mittheilung zu machen. anderer Antrag, der den Zweck hätte, uns zu einer Aendern Farben unserer Kokarde zu bewegen, liegt jetzt den Kantonal, raͤthen vor.“

„Dieser Zustand der Dinge kann nicht fortbestehen Soüuverain hat dies eben so gefühlt, wie wir, das beweist Seinem Namen an Ew. z. übersandte Note. Auch die E muß die Nothwendigkeit einsehen, daß sie sich uͤber ihre Gesn gen gegen uns, so wie uͤber den Sinn, welchen sie den uns h den Vertragen giebt, entschieden ausspricht!“

„Es ist ja keine neue Garantie, welche wir heute fuͤr m Verfassung von unseren Mitstanden verlangen. Der Verttzf 18186 besteht noch, er ist die einzige Akte, welche die Kanton Eidgenossenschaft verbindet; wurde er gebrochen, so waͤre jeder von unserer Seite unnütz, denn unsere Verbindungen existirten mehr. Der Vorort selbst erkennt in seinem Schreiben vom In vember an, daß die Urkunden vom 19. Mai und 7. August 16 Grundlage der Verhaͤltnisse Neuchatels zur Eidgenossenschaft h Dleser Vertrag hat unsere monarchische Verfassung in ganzen. Ausdehnung und die Rechte des Koͤnigs von Prin als Fürsten von Neuchatel, garantirt, denn die in die gendssischen Archive niedergelegte Verfassungs- urkunde big mit den Worten: „Wir Friedrich Wilhelm. 11I., von CG Gnaden Konig von Preußen u. s w, erklaͤren: 1) daß! und unsere . Fuͤrstenthum Neuchatel unter unserer unmittelbaren Herr schutzen werden, u. s. w., um es in seiner ganzen Unabhaͤngs Unveraͤußerlichkeit und Untheilbarkeit zu besitzen, u. s. w. 6 die bestaͤndige Garantte der Rechte des Königs, welche unzertrch von der unserer Freiheiten ist, foͤrmlich durch die Eidgenossenjt versprochen. Es handelt sich daher nicht um die Forderung! neten Gargntie, wir glauben, nach dem, was in den letzten z.

eschehen ist, nur die Fortdauer und die treue Befolgung der von unsern Eidgenossen verlangen zu loͤn

Tag vernichten koͤnnen?“

Die versprochene Garantie ist aber nicht gehalten worden, die Tagsatzung in mehreren Sefsionen Vorschlaͤge in Berathp zog und diskutirte, die sie vernichten, da die Tagsatzung die R einbarkeit der monarchischen Verfassung Neuchatels mit der Eig schaft als eidgendssischer Stand in Frage stellte und Neuchatel Ablegung des ihm zustehenden Titels „Fuͤrstenthum“ und zur nahme einer neuen Kokarde noͤthigen wollte. Die constitutionn Charte Neuchatels nennt es „Fürstenthum“ und diefe Chart von der Tagsatzung garantirt worden. Die Archive der Eidgn senschaft und der Kantone enthalten Tausende von offiziellen llt stuͤcken, worin Neuchatel als „Fuͤrstenthum“ aufgefuͤhrt ist. Tagsatzung und die Kantone müssen ihm daher seinen Titel stenthum / , m n und koͤnnen dasselbe nicht zur Ablegung R Titels noͤthlgen wollen.p /

„Was die Kokarde betrifft, so wuͤrde Neuchatel, wenn die satzung fuͤr die Bundes-Heere eine einzige angenommen haͤtte, hierzu die Hand geboten hahen. Nach den Worten des eidgej schen Militair⸗Reglements traͤgt das Kontingent eines jeden ß tons seine Kantonal-Kokarde, und die Kantonal-Behörde hat i daruber zu bestimmen. Freiburg hat die seinige veraͤndert und dies noch ferner, und jeder Kanton kann dasselbe thun. Weder noch irgend ein anderer Stand haben das Recht, sie hierüͤbt Rechenschaft zu ziehen, so wie auch kein Stand das Recht hat, uns die Ablegung der Kokarde zu verlangen, mit der unsere KM gente im Jahre is15 in der eidgendssischen Armee und von 18 , allen Uebungslagern und bei allen Inspectionen en nen sind. .

„Mit Bezugnahme auf die uns gegenseitig bindenden Veh und gemaͤß der Aufforderung des Vororts, ersüchen wir die sich uͤber folgende Punkte auszusprechen:

1) „Daß, da die Eidgenossenschaft durch den Bundes-Vch die Verfgssung Neuchatels foͤrmlich garantirt hat, und da der n der constitutionnellen Charte, welche der Tagsatzung am 19. 1814 offiziell üͤbersandt wurde, bestimmt, daß das Fürstenthum chatel unverdußerlich ist und auf keine Weise abgetreten ne kann, die Tagsatzung sich verpflichte, nicht ferner die Vorl und Diskutirung irgend eines Vorschlages zu gestatten, welchtt Zweck hat, den Kanton der Souverainetaͤt Sr. Majestät des don Preußen und seiner Nachfolger zu entsse hen, wie dies sih in i t g Widerspruch mit der eidgendͤssischen Garantie, der ewesen ist;

; 2) „Daß, da der Titel „Fuͤrstenthum“ dem Stande Neuch seit den aͤltesten Zeiten zukommt, er ihm auch in der von det genossenschaft garantirten Verfassungs Urkunde foͤrmlich beigelegt und er sich 1 n in allen eidgenbssischen , , ,, stes⸗ dient hat, die Tagsgtzung erklaͤre, daß sie sich aller D Aufforderung, welche die Ablegung elnes Titels, der von sih , , anerkannt und garantirt worden ist, betreffen, enth ten wolle;

3) „Daß, da nach dem jetzigen Militair⸗Reglement das Kt tingent eines jeden Kantons bei den Bundes Persammlungen Kokarde seines Kantons, und nicht cine eidgendssische traͤgt, und die Bestimmung der Kantonal- Kokarde der höchsten Behörde Kantong zusteht, die Tagsatzung sich aller weitern Einmischung die Bestimmung der Farben der Kokarde Neuchatel's enthalte die monarchiscne Verfässung des Standes Neuchatel und die RM des Königs als SouvCrain in der Tagsatzung und den Großen then foͤrmlich angegriffen und bestritten worden sind, so wird? foͤrmliche Erklaͤrung der Tagsatzung uͤber die eben erwähnten Pu) und namentlich uͤber den ersteren, eine neue und ne ihwendi h rantie seyn fuͤr unsere Sicherheit gegen die Gesinnungen, we Unverletzlichkeit der Bedingungen, unter denen Neuchatel in Eidgenossenschaft getreten ist, bedrohen, und die in den urlun enthalten sind, auf die sich der Vorort selbst in seiner Depesche! 10. Nov. bezieht.

A) „Daß endlich, da der eidgendssische Vorort in seinem oh te n enen, , ,,

erwähnten Schreiben von Modisteationen, we in den Institutio nen . stattgefunden, spricht, ber g Neuchatel es fur seine Pflicht halt, dem Vorort dieselben zu ü senden, mit der Bemerkung, daß aus diesen Urkunden keine Ven derung der Verfassung hervorgeht, welche die Forderung einer ne

deu ssion n

W Eerloren,

e ! ister durdig versoͤhnlich. Man erwarsete, daß die

Garantie nothwendig gemacht hatte, und zwar, well die constltu= tsonnelle Charte von 1812 vollstaͤndig in Kraft ist; daß ferner die Erwählung eines gesetzgebenden Korpers seit 1814, bewirtt worden und daß die Erklärungen von 1ss1 nur die Zusanimenfetzung deselben modtsicirt und seine Geschaͤfte erweitert haben.“

„Dies sind die Erdͤffnungen, welche wir, zufolge der Aufforde⸗ rung des Vororts, an Sie zu richten haben; gegruͤndet auf hestimmte Vertrage, werden sie ein günstige Aufnahme bei den eidgendfsischen

taͤnden finden. Wir bitten u. s. w. Neuchatel, 29. Dez. 1834. Der Praͤsident und die Mitglieder des Staats-Raths des Fuͤrsten⸗ thums und Kantons Neuchatel.

Der Praͤsident Louis von Pourtal es. Der Kanzler: Favarger.“

Spanten.

Der Oesterreichische Beobachter enthaͤlt nachstehendes Schreiben aus Madrid vom 31. Dez.: „Wenn es noch eines Beweises beduͤrfte, wie wenig man den in unserer Gazeta be⸗ lannt gemachten Berichten uͤber die angeblich von den Truppen der Koͤnigin errungenen Vortheile, wenn sie auch mit noch so glänzenden Farben ausgeschmuͤckt sind, trauen darf, so würde er in den Gestaͤndnissen zu finden seyn, die in nachstehenden Brie— sen liegen, deren Originale ich selbst gelesen habe, und die aus zwei ganz verschiedenen Orten von Bffizieren der Armee der Koͤnigin an ihre hiesigen Freunde geschrieben worden sind: „Vittoria, den 20. Dezember 1834. Seit mehreren Tagen halten unsere Truppen, die eine Streitmacht von 11 bis 12,600 Mann bildeten, den Insurgenten in ungefaͤhr gleicher Zahl an der Graͤnze von Alava gegenuber gestanden. Dle Unsrigen hat⸗ ten sich mit großer Tapferkeit der Bruͤcke von Arquijas bemaͤch⸗ tigt, und suchten sie zu behaupten. Die Insurgenten ihrer⸗ stits boten alle Kraͤfte auf, um sie zu vertceiben. Zumalacar⸗ eguh theilte zu diesem Ende seine Truppen in drei Ko— onnen und griff die Unstigen so ungestuͤn mit dem Bajonnette an, daß sie weichen und sich, von den Insurgenten verfolgt, die einen nach Estella, die andern nach los Arcos, in groͤßter Unord⸗ ung zuruͤckziehen mußten. Vierhundert Verwundete sind in logroñßo eingebracht worden. Die Zahl der Todten belaͤuft ch auf beiden Seiten auf ungefaͤhr 2606. Wir hofften, daß vir sicher den Sieg erringen wuͤrden; allein das Schicksal hat nders entschieden. Die Insurgenten haben uns 405 Gefangene bgenommen.““ „„Pampelona, den 18. Dez. 1834. Ich lle, Ihnen zu melden, daß uns, nachdem wir einige kleine Vor⸗ eile gegen die Insurgenten in den Gefechten von Sorlada und Dnzun erfochten hatten, das Kriegsgluͤck keinesweges so guͤnstig i der Bruͤcke von Arquijas gewesen ist, wo Cordova und die dipision Lopez, weil sie nicht, wie sie sollten, Oraa's Ankunft

Nachfolger, die Könige von Preußen, das soug] wartet hatten, eine betrachtliche Anzahl Tapferer verloren ha—

n; denn ungeachtet des wohlgenährten Feuers unsers Geschuz⸗ s bemaͤchtigten sich die Insurgenten zweimal der Bruͤcke, die on unsern Truppen besetzt gewesen. Es laͤßt sich nicht in lbrede stellen, daß Mina, der die Operationen von Pampelona us leitet, in dieser Art von Kriegfuͤhrung eine große Ueber⸗ genheit uͤber alle uͤbrigen Generale besitzt, denn er kennt das and; aber das ist nicht hinreichend. Er braucht Geld und Sol— aten, und selbst damit ist es noch zweifelhaft, ob wir so bald

Stande seyn werden, den Sieg uͤber so furchtbare und ent⸗ chlosene Feinde zu erringen, die bei jedem Anlaß die glaͤnzend⸗ len Beweise ihrer Tapferkeit und militairischen Talente liefern, nd namentlich bei Sorlada auf eine Art manoͤvrirten, welche icht bloß unsere Offiziere, sondern auch den Ewolifchen und 74 Franzoͤsischen Obersten, die sich im Hauptquartier befinden, in

Erstaunen gesetzt haben.““ Die letzten mit der gestrigen Post

ler angekommenen Briefe aus Pampelona bestaͤtigen, daß 'beneral Mina neuerdings bedeutend krank in dieser Stadt dar— iederliegt, und die Operationen seines Heeres aus seinem Bette leiten muß. General Santocildes, der gegen— artig das Kommando in Catalonien fuͤhrt, hat sein Haupt— nartier in Manresa aufgeschlagen, um von diesem Punkte aus le Bewegungen seiner Truppen gegen die Karlistischen Banden esser leiten zu koͤnnen, die sich mit jedem Tage in diesem Fuͤr— enthume vermehren. In den letztverflossenen Tagen ging ler das Geruͤcht von einer Ministerial-⸗Veraͤnderung. Man' be— auptete, daß der jetzige Kriegs-Minister, General Llauder, der

hoher Gunst bei Hofe steht, den Impuls dazu gegeben habe, nd daß man sogar Willens gewesen sey, das Estatuto Real uußjuheben. Letzteres wird jedoch von allen Journalen der Haupt⸗ adt einstimmig fuͤr eine boshafte Erdichtung erklart.“

In einem vom Globe mitgetheilten Schreiben aus Radrid vom 11. Jan. Abends heißt es: „Die Unruhe, welche fute Morgen herrschte, hat sich etwas gelegt, der Minister⸗ Vechsel ist auf einige Tage ausgesetzt. Man sagt, daß in vori— er Nacht unter dein Vorsitz der Koͤnigin ein geheimer Rath fhalten wurde, dem sowohl die Mitglieder des Kabinets, als se des Regierungs-Rathes beiwohnten. Der Kriegs-Minister luder soll versucht haben, die Minister zu uͤberstimmen, erfuhr doch durch Martinez de la Rosa und 'Moscoso de Altamira inen lebhaften Widerstand. Als Grund zu diesem Streite wird ie Unfähigkeit des Kabinets, den jetzigen Beduͤrfniffen des Lan— o zu begegnen, angegeben. Llauder hat, dem Gerüchte zufolge, hr eifeig für eine Franzoͤsische Intervention gesprochen, waͤhrend vdoch dle andern darauf bestanden haben, daß er mit der bpanischen Armee seine Pflicht thun solle. Toreno hat hierbei

sehr ruhig verhalten, als ob er es mit keiner von beiden arteien verderben wollte. Die 6 des Geheimen⸗Rathes ährte bis 14 Uhr Morgens. Die Muinister sollen ihre Ent. issung eingereicht, die Königin sie aber nicht angenommen haben. Der Britische und Franzoͤsische Gesandte begaben sich heute

Hofe, da die Königin fie hatte einladen lässen, aber sie bar, in Begleitung Llauder's und Queseda's, des Gouverneurs en Neu-astilien, ausgeritten, um vier Bataillone der Stadt⸗ hiltz zu besichtigen. Die genannten Diplomaten begaben sich sher um à Uhr zu Ihrer Majestät. Die wahre Ursache der streitigkeiten im Kabinet ist ein Artikel in der Abeja, der n Kriegs, Minister sehr beleidigte, und den er einem mmer Kollegen zuschrieb. Der Eensor hat seine Gielle weil er die Aufnahme dieses Artikels gestattete— an glaubt, daß Llauder, welcher noch immer der Huͤnstling r Königin ist, trotz seiner großen Unpopularitaͤt, die Entfer— ung der uͤbrigen Minister durchsetzen werde. In der Pro⸗ ladoren⸗Kammer ist gestern der letzte Theil des Rriegs-BVud— Eis diskutirt worden. Der Kriegs? Minister zeigte sich merk⸗ Opposition ihn Reifen wurde, allein sie hat dies noch aufgeschoben, obwohl sese Versammlung ihm wenig gewogen ist.“ Die KLommission at ihren Bericht äber den Plan des Ministers zur Liquidirung

inneren Schuld noch nicht vorgelegt. Man beschäftigt sich Eh mit dem Pian, den Tajo, mit dem? Duero zu verbinden. .= ir Justiz⸗Minister hat erklärt, daß man groß? Hoffnung habe 6 Erneucrung der Verbindungen mit dem Papst.“

auch einige Staaten im Stande sind, ihre eigenen Freiheiten zu

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Portugal.

Lissabon, 12. Jan. Die Koͤnigin ĩ i Unpaͤßlichkeit wieder ö zin n . Der Herzog von Leuchtenberg ist zum Chef des Jaͤger-Re— giments ernannt worden, dessen Inhaber Dom Pedro war.

Die von der verstorbenen Infantin Maria an Dom Mi— guel vermachten Juwelen, 360 Eontos Reis an Werth, sind un⸗— ter die Koͤnigin, die Kaiserin und die beiden noch lebenden In⸗ , k worden. ; te Gegner des Herzogs von Palmella sind i thaͤ⸗ tig und suchen unter . aus ö. , ,. i . um Entlassung eines Theils der Minister zusammenzu,

T nrtei.

Der Morning Herald enthaͤlt Nachrichten aus Kon⸗ stant in op el vom 16. Dezember. Der i mit einem Dampfschiffe aus Odessa neue, sehr reiche Geschenke von Sr. Majestaͤt dem Kaiser von Rußland erhalten. Fuͤr die Kommis⸗ sion, welche auf Kosten der Englischen Regierung nach dem Eu— phrat abgehen soll, um die Damypsschifffahrt zwischen Indien und Europa vorzubereiten, ist der erforderliche Hattischerif aus⸗ gefertigt worden. England soll dafuͤr dem Sultan haben ver— sprechen muͤssen, daß es den Pascha von Aegypten in seinen eifer⸗ suͤchtigen Plänen nicht unterstuͤtzen wolle.“

Vereinigte Staaten von Nord Amerika.

Washington, 25. Dez. In Suͤd, Carolina hat (wie ge⸗ stern bereits erwahnt worden) die Wahl eines neuen Goupkt— neurs, des Herrn George M Duffie, an die Stelle des Herrn Hayne stattgefunden. Letzterer, einer der groͤßten Gegner des Praͤsidenten Jackson und Haupt der Opposition der fuͤdlichen Staaten gegen die nöoͤrdlichen, hat vor Niederlegung seines Am, tes noch eine Botschast an die gesetzgebende Versammlung die— ses Staates erlassen, woraus Folgendes das Wesentliche ißt:

„Es ist durchaus unmoͤglich, daß freie Regierungen auf die Dauer bestehen koͤnnen, wenn die Boͤrse uns das Schwerdt den— selben Haͤnden anvertraut ist. Nachdem durch jene verhaßte und tyrannische Maßregel, jene Zwangs-⸗Bill'mit Zustimmung des Kongresses, das Schwerdt den Haͤnden des Präͤsidenten uͤberliefert worden war, um es, nach seinem Belieben, selbst ge⸗ gen die souverainen Staaten zu gebrauchen, hat er, wie vorher— zusehen war, sich auch der Boͤrse bemaͤchtigt. Hierdurch ist der Praͤsident im Besitz der vollen Gewalt der Bundes Regierung und nur Gott und seinem Gewissen verantwortlich. Die ge⸗ sammten Einkuͤnfte des Landes, welche 20 bis 30 Millionen Dollars jährlich betragen, sind jetzt, unter der Direction des Praͤsidenten, Personen anvertraut, die er oder seine Agenten ernennen, Sogar der Senat, ohne dessen Zustimmung nicht ein— mal ein Friedensrichter in dem Distrikt Coͤlumbien ernannt wer, den darf, ist aller Theilnahme an der Wahl derjenigen Agenten des Schatzes beraubt, welche zu Depositarien der oͤssentlichen Gelder ernannt wurden, und diese Gelder sind von den durch das Gesetz fuͤr sie bestimmten Orten hinweggenommen und zur Verfuͤgung der exekutiven Gewalt gestellt. Es scheint aucha ion Macht im Lande zu seyn, die sich dieser offenbar h fen würde. die unstreitig in Europa eine Revolution. „Haben wurde, ee ig ener 9 duutishgs nicht mit General arr hene ahgt, ng dw ll zbiszi fuͤrchten steht, auch nicht mit ihm verschwinden, seine Verwaltung hat nur die Entwickelung dieser verderblichen Grundsaͤtze beschleunigt, die gleich alt sind mit der Union und jetzt unsere freien Institutionen umzustuͤrzen drohen. Unser republikanisches System kann unmoglich bei einer Central⸗Regierung fortbestehen. Die Gruͤnder unserer Verfassung wußten und jeder unterrichtete Mann muß es wissen, daß ein so ausgedehntes und verschiedenartiges Land, wie das unsrige, mit einer in Sitten und Intertssen so sehr von einander abwei— chenden Bevoͤlkerung nicht zu einer einzigen Nation verschmol— zen und durch eine Central-Gewalt beherrscht werden kann, ohne daß diese in Militair-Despotismus ausartet. Es ist un— moͤglich, ein unertraͤglicheres System der Unterdruͤckung zu ersin— nen, als dasjenige ist, welches uns jetzt bedroht, wenn unsere Regie⸗ rung eine centrale wird. Die Ackerbau⸗Staaten wuͤrden dadurch zu bloßen abhängigen Provinzen werden, die nur mit Ruͤcksicht auf die Interessen anderer regiert wurden. Wer in den neulich zu Washington entwickelten furchtbaren Mißbraäuchen nur ein Uebel erblickt, das mit der Erhebung einer andern Person zum Praͤsi— denten verschwinden wuͤrde, muß eine sehr unvollkommne Kennk— niß von der Natur des Uebels haben. Regierungen, wie Individuen, werden nicht in einem Tage schlecht. All— maͤlig und fast unmerklich ist der Zustand der Dinge so weit gediehen, daß er endlich den Einsichtsvollen und den Patrioten die Augen uͤber die dringende Nothwendigkeit einer Reform gesͤffnet hat. Das einzige Huͤlfsmittel ist, nach mei— ner Ansicht, ein Staaten-Konvent, um die Verfassung zu reformiren, neue Buͤrgschaften fuͤr die öffentliche Freiheit aufzu⸗ stellen, die exekutive Gewalt der Verantwortlichkeit zu unter— werfen und neue Schutzwehren gegen eine Usurpation zu errich⸗ ten. Ich habe die tiefste Ueberzeugung, daß unsere Freiheiten in Gefahr sind. Mit der Boͤrse und dem Schwerdt in seiner Hand wird der Praͤsident seinen Nachfolger ernennen, der Kon— greß wird durch die exekutive Gewalt in Unterthaͤnigkeit gehal— ten werden, und wenn unter solchen ungluͤcklichen Umständen

bewahren, so vermoͤgen fie doch nicht, die der ganzen Union zu erhalten. Moͤchten daher Alle, die ihr Geburtsland oder Adop— tiv-Vaterland lieben, alle treue Schuͤler der Freiheit, Alle, die der Constitution und Union aufrichtig ergeben sind, jede gerin— gere Zwistigkeit vergessen und sich zur Rettung ihres Vaterlan— des vereinigen. Der uns vorgezeichnete Weg ist ganz deutlich. Lasset uns, meine Mitbuͤrger, ihn betreten und zu dem glorrei⸗ chen Ziel einer radikalen Reform aller bestehenden Mißbräuche vordringen. Ohne auf die Schmeicheleien oder Drohungen der Gewalt zu achten, lasset uns jede Maßregel er, greifen, die zu dem glorreichen Werke der Reform mitwirkt, und lasset uns stets bedenken, daß von dem Ausgange unserer An, strengungen die Erhaltung der Freiheit abhangt, welche unsere Väter mit ihrem Blute erkauften, und die wir unbeeintraͤchtigt . Nachkommen zu uͤberliefern, die heiligste Verpflichtung aben.“

Inland.

Berlin, 28. Jan. Daß die großeren Städte dem Andrang der Duͤrftigen besonders ausgesetzt sind und die an ihren Armen⸗ Fonds gemachten Beduͤrfnisse taͤglich steigen sehen, ist ein nur zu gut bekannter Erfahrungssatz. Sie sind in der Regel außer

Klasse zu begegnen, und müͤssen zufrieden seyn, wenn sie au nur dem druͤckendsten Nothstande . haben. . . fern das Letztere in Erfurt erreicht worden, und was dort zur Beseitig l zeseitigung des Nothstandes der Armen geschehen ist, daruͤber giebt der kurzlich abgestattete Bericht uber hie Verwaltung des dasigen Armenwesens im Jahre 1833 Auskunft. Nach Aus—⸗ weis desselben hat die Armen-⸗Kasse zu Erfurt hei einer Einnahme von 16,280 Rthlr., wovon zunächst 315 Rthlr. an die klinische Anstalt, 1600 Rthlr. an das Arbeits haus, 290 Rthlr. an das Entbin dungs Institut und 578 Rthlr. an die beiden Kranken⸗ haͤuser abgegeben worden sind, mit dem Reste ihrer Einnahme 900 Personen theils durch baare Summen, theils mit Natärg—⸗ lien und Kleidungsstuͤcken unterstuͤtzt. In der klinischen Anstalt erhielten 1724 Personen unentgeltlich ärztliche Huͤlfe und die erforderlichen Medikamentt. Das Arbeitshaus, mit einern Einnahme-Ertrage von 3276 Rthlr., hatte 111 Haͤuslinge auf⸗ genommen, und behielt zu Ende 1833 einen Bestand von noch 8 Personen beiderlei Geschlechts. In dem evangelischen Krankenhause, fuͤr welches 1614 Rthlr. ausgegeben wurden, sind 03 Personen ärztlich behandelt und verpflegt worden. Von ihnen starben 77, entlassen wurden 759 und zu Ende des Jah— res verblieh ein Bestand von 67 Personen. Einem bei dieser Anstalt befindlichen Mangel soll jetzt durch den Anbau eines be⸗— sondern Lokals fuͤr zeitweise geistig gestoͤrte Kranke abgeholfen werden. Der Fonds dazu ist ohne neue Belastung der Kom— mune ermittelt. Das katholische Krankenhaus, mit einer Ein— nahme von 1113 Rthlr. und mit einem Ausgabe⸗Etat von 890 Rihlr., nahm 149 Kranke auf, und behielt einen Bestand von 12 Personen. Die evangelischen milden Stiftungen, errichtet zur Aufnahme und Verpflegung armer, alterschwacher und ge⸗ brechlicher Personen, enthielten 68 solcher Personen. Ihre Ein⸗ nahme von 15, g36 Rthlr. ist zugleich bestimmt, zur Unterhaltung des evangelischen Krankenhauses und der Frei, uͤnd Erwerbschule die erforderlichen Mittel zum groͤßten Theile herzugeben. Im evangelischen Wailsenhause erhielten 63 Kinder Pflege und Erziehung, 4 waren auswärts untergebracht. Im Jurchschnitt kostete jede Waise jahrlich 31 Rthlr. 20 Sgr. 7 Pf., mithin eine wohl nicht groß zu nennende Summe. Das katholische Waisenhaus hat 52 Waisen aufgenommen. Sein Bestand war zu Ende 1833 noch 51. Die Frei, und Erwerbschule, errich⸗ tet, um den Kindern duͤrftiger Aeltern freien Schul-Unterricht und n,, zu Zöglinge gehabt. Mit dem nicht bedeutenden Kosten⸗Aufwande von 1609 Rthlr. ist ihre Aufgabe erreicht worden und der Er— folg ein gelungener zu nennen. Nicht allein aber obige An⸗ stalten sind es, die die Noth der dortigen Armen zu lindern be— muͤht sind. Zu gleichem Zwecke wirkt thätig der Frauen-Verein

und das Martins ⸗Stift. Eben so sorgen fuͤr erstern verschie⸗ dene Familien-Stiftungen, Legate und bei den Kirchen fundirte Hebungen. ;

Am 25. Januar d. . nnn durch das erfolgte Ableben des

Königl. Regierun . Schulraths, Ritters des Rothen . en. T he m Ferdinand Reichh 66 eim en. ettglieder, in die tiefste Beträbniß versetzt Am Arbeitstische bis Mittag besch aft , en r . er seiner reichen Wirksamkeit in einem Alter * allen,; lich ein Ziel setz te von 144 Jahren ploͤtz⸗ Mit dem rastlosesten Eifer widmerrt ver Din, ie

Stande, dem uͤberall sich zeigenden Mangel der unbemittelten

26 1 2 rend eines Zeitraums von 9 Jahren, seine Kräffe üßßd vn / wab⸗ Kenntnisse dem ehrenvollen Amte, zu welchem er berufen war, und fand darin, so wie als Vorsitzender der Staͤdtischen Schul-Deputa⸗ tion und des Kuratoriums der Gewerb⸗Schule, als Gymnasiarch der 3 staͤdtischen Gymnasien und als Mitglied der Armen-Direction ein weites Feld der unermuüͤdlichsten Thaͤtigkeit. Vorzugswelse aber waren seine nuͤtzlichen Bestrebungen der wichtigen Reorganisation des gesammten hiesigen, besonders des Armen-Schulwesens ge⸗ widmet.

Strenge Gewissenhaftigkelt, echte Humanitaͤt und Biederkeit, diese hervorstechenden Grundzüge seines Charakters, gewannen ihm die innigste Hochachtung und Llebe aller derer, die mit ihm in naͤ⸗ heren Verhaͤltnissen standen.

Sein Andenken wird uns unvergeßlich bleiben.

Berlin, den 26. Januar 1825. Ober-Buͤrgermeister, Buͤrgermeister und Rath hiesiger Königlichen Residenzien.

Mete orosogische Beobach tung. ö Morgens Nachmitt. Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

Luftdruck. 339, Par. zg, 6 a Fon , Par fee em, 7,19 R. Luftwaͤrme 4 5,5 R. 4 6,196 R. - 5,6 0 R.. 3 . 1 3, 0 R. 4 =*, o R. Flußwärme 3,3 0 R. Dunstsaͤttg. S0 pCt. 0 pCt. Wetter .. truͤbe. truͤbe. W. W.

W.

18335. 27. Jannar.

Bodenwärme 1,9 9 R. Ausdünst. C, o 23 Rh.

Niederschlag 0, o 0 Ry.

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Aus wüärtige Börsen.

Amsterdam, 23. Januar. Niederl. wirkl. Schuld SAS. 583 do. 100. Kanz-Bill. 245. MS Amort. 9315. 318 76. 9h. Hrenss. Prüm. Scheine 11242. do AS Anl. —. ö

Ausg. Sehuld 12. Russ. 99. Oesterr. Span. 33 13.

Hamburg, 26. Januar. Hope in Cert. 98. Preuss. Prüm -Scheine 123. PFortug. Soz. Schatz-Oblig. 98. London, 23. Junuar. Holl. 2353 Mex.

Poln. 1392. Engl. Russ. 103.

Cons. 33 916. Span. . . Cortes Saz. Port. SI. Euęgl. Russ. 108). Columb. —. Bras. S2.

Wien, 23. Jmnuar.

*3 9331. Bauk-Actien 1287. Neue Anleihe v.

53 Met. 100. 1834 571.

Köntg liche Schauspiele. Donnerstag, 29. Jan. Im Schauspielhause: Kabale und Liebe, Trauerspiel in 5 Abth., von Schiller. (Dlle. Bertha Stich; Louise, als Gastrolle)

Zu dieser Vorstellung sind Billets zu den Sperrsstzen und den Parquet / Logen nicht mehr zu haben.

Freitag, 30. Jan. Im OHpernhause: Zum erstenmale: Der Schweizer- Soldat, milttatrisches Ballet in 4 Akt, von Hoguet. Musik von dem K. Kammer-Musikus H. Schmidt. Vorher: Der reisende Student, musikalisches Quodlibet in 2 Abth.

Im Schauspielhause; 1) La reprise de: La maison du rempart, ou: Une journée de la fronde, vaudeville historique en cen, par Mr. Mélesville. 2) Kettly, ou: Le retour en Suisse, vaudeville en 1 acte.

Sonnabend, 31. Jan. Im Schauspielhause: Corona von Saluzzo, Schauspiel in 5 Abth., nach einer alten Novelle, von

geben, hat im Jahre 1833 482

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