1835 / 34 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Bellington, uͤber meine Absicht, England zu verlassen, gewechselt u haben; und daher natuͤrlich auch eben so wenig ein Wort uͤber en Ort meines Aufenthalts und uͤber die Dauer meiner Abwesen—

heit. Dies ist auf Mannes⸗Ehre die Wahrheit; und wenn der Her⸗

zog von Wellington oder ich geglaubt hätten, die Entfernung des vorigen Ministeriums durch eine Handlung oder durch einen Kunst⸗ griff bewirken zu koͤnnen, so frage ich Sie, waͤre es dem gesunden Menschenverstande gemaͤß gewesen, daß ich England verließ, oder, daß er mich, ohne mir auf direkte oder indirekte Weise eine Mittheilung uͤber die öffentlichen Angelegenheiten gemacht zu haben, haͤtte reisen lassen? (Beifall. Und glauben Sie mir, meine Herren, wenn es Leute geben sollte, die einer gemeinen Intrigue gegen ein Ministe⸗ rium fähig waren, so besitzt die höchste Behörde dleses Königreichs Einsicht genug, um die Intriganten zu unterscheiden, und Recht⸗ lichkest genug, um ihre Plaͤne zu verelteln und sie für immer von dem Vertrauen und der Gunst der Krone auszuschließen. (Belfall. Aber obgleich ich in Betreff der Umstaͤnde, unter denen wie ins Amt eintraten, die reine Bahrheit sage, so habe ich es doch nicht gethan, um ir⸗ gend eine Verantwortlich keit, welche auf ung lasten koͤnnte, zuruͤckzuwei⸗ sen. Was die personlichen Folgen betrifft, die aus dem von uns befolg⸗ ten Verfahren entspringen konnten, so haben weder der Herzog von Wellington noch ich sie in Anschlag gebracht. Wir waren durch kein all⸗ gemeines Prinzip verhindert, in den Dienst der Krone zu treten; wir wurden zur Zeit einer großen Krisis dazu aufgefordert, und wir erfüllten diejenige Pflicht, welche eben so gebieterisch ist fuͤr den Fiöilisten, als für den Soldaten, und die uns befiehlt, nicht an dem Gemeinwesen ju verzweifeln und dem Dienste des Königs, der iden⸗ tisch ist mit dem Dlenste des Staates, die persoͤnliche Gemaͤchlich⸗ keit und die personlichen Interessen, ja, wenn Sie wollen, die persoͤnliche Sicherheit zum Opfer zu bringen.“ (Lauter Beifall.)

Im weiteren Verlauf seiner Rede (wovon wir uns noch eine Mittheilung vorbehalten) setzte Sir Robert Peel naͤher auseinander, weshalb er es fuͤr seine Pflicht gehalten, das ihm von Sr. Masestaͤt anvertraute Amt anzunehnien, wo—

bei er auch seiner Bemuͤhungen erwaͤhnte, den Lord Stanley zum Eintritt in das Ministerium zu bewegen. Obgleich, sagte er, nach der Weigerung des Letzteren die Grundlage, auf wel— cher das neue Kabinet errichtet worden, nicht so ausgedehnt sey, als er (der Redner) sie gewuͤnscht haͤtte, so stnden doch die Maͤn⸗ ner, welche er zur Theilnahme an der Verwaltung eingeladen, in solchem Ruf, daß sie das allgemeine Vertrauen verdienten, und er sey auch uͤberzeugt, wie es sich denn bei den Wahlen zur Ge— nuͤge ergeben habe, daß das Volk ihnen Vertrauen schenke, denn was erbitterte Politiker das Volk von England nennten, ver— diene diesen Namen nicht. Der Redner sprach sich sodann uͤber die Bedeutung des Worts „Reformer“ aus und behauptete, daß er zehnmal mehr zur wahren Verbesserung der Einrichtungen des Landes gethan habe und noch thun werde, als die sogenannten Refor— mer. „Wenn ich nun“, so schloß der Minister seinen Vortrag, „eine Versammlung wie diese sehe, die keinen anderen Zweck haben kaun, als die Beförderung der wahren Interessen des Landes, wenn ich sie den Wunsch aussprechen hoͤre, daß einer Verwal⸗ tung, die auf den Grundsatz der Erhaltung unserer Institutio⸗ nen und der Abstellung von Mißbraͤuchen und Beschwerden ge— baut ist, ihr Werk gelingen moge, so habe ich ein Recht, hierin den aufrichtigen Ausdruck. der Wuͤnsche der Klasse, welcher Sie angehören, und welche Sie repraͤsentiren, zu finden.“

Herr Charles Grant hielt am 17ten d. seine Wahlrede zu Inverneß, und sprach darin die Vermuthung aus, daß das jetzige Ministerium binnen kurzem gestuͤrzt seyn ünd Graf Grey wieder ans Ruder kommen wurde, dessen politischem Charakter er das groͤßte Lob spendete. „Ich glaube“, sagte er, „daß die Zeit nicht sehr fern ist, wo die Blicke der Nation sich wieder auf ihn wenden werden, und wo der Souverain ihn wieder in seinen Rath berufen wird.“ Weiterhin spielte der Redner auf die gegen Lord Brougham erhobenen Beschuldigungen an und sagte in dieser Beziehung unter Anderem: „Ich werde hier an senen ausgezeichneten Mann, den vorigen Lord⸗Kanzler Brougham, er⸗ zanert. Ich weiß, daß man mancherlei Bemerkungen uͤber einige seiner Sonderbarkeiten gemacht hat. Es ist aber eine leichte Sache, sich die Schwachheiten oder Excentricitaͤten ausgezeichneter Per⸗ sonen zu Nutze zu machen. Leicht, sage ich? Es ist die gewöhn— liche Raches kleinlicher Seelen. Diese Schwachen sind Nahrung fuͤr ihre Schadenfreude und Scheelsucht. Wo sie etwas Ge— meines entdecken „nnen, fassen sie es sogleich beglerig auf, und fuͤr das Große haben sie keinen Sinn, sie verlachen und ver— spotten es. Das ist freilich das leichteste Geschaͤft fuͤr einen kon— servativen Staatsmann.“ Die Oppositions⸗Blaͤtter nehmen sich nun auch des Lord Brougham wieder an, obgleich sie fruͤher um Theil selbst ihren Witz gegen ihn ausließen; namentlich einm? der Sun den Aeußerungen des Herrn Grant voll— kommen bei und meint, es habe in dem System der Tories gele— en, ihre letzten Intriguen damit zu beginnen, daß sie den Lord

rougham laͤcherlich und verhaßt zu machen gesucht, den sie 'archteten und verabscheuten. „Sie werden aber finden“, fuͤgt dieses Blatt hinzu, „daß sie mit ihren Mandvern die Kraft ei—⸗ nes Reesen nur gestaͤhlt, nicht gelahmt haben. Lord Broug— ham wird uf seinen Sitz im Oberhause zuruͤckkehren, welches nie seines Gleichen sah, und wenn er erst seine Stimme erhebt, um die Sache des Volks gegen eine Faction zu vertheidigen, dann wehe den Armen, ore sesnen Unwillen uͤber sich herauf be⸗ schworen haben. Der Herzog von Wellington selbst wird einen gewaltigeren Gegner, als Rapoleon es für ihn war, in Broug— ham finden.“

Der Examiner halt das von Lord John Russell gegen bie geheime Absutimmung vorgebrachte Argument, daß sie die Wsähler von aller Verantwortlichkeit befreien wuͤrde, fuͤr nichtig, indem er dagegen Folgendes bemerkt: „Wem sonst will Lord J. Reissell den Waͤhler verantwortlich machen, als den Nicht— Wähler und wenn diese ein kompetentes Urtheil uͤber die an— gemessene Ausuͤbung des Wahlrechts haben sollen, muͤssen sie dann nicht eben so kompetent seyn, dieses Recht selbst auszuüben? Jenes Argument wuͤrde also j Gunsten des allgemeinen Wahl— techts sprechen. Wenn die Waͤhlerschaft groß genug ist, so sind ihre Interessen mit den offentlichen Interessen identisch, und es bedarf kei⸗ ner Verantwortlichkeit, um Jen and zu noöͤthigen, daß er im Einklang mit dem, was er fuͤr sein Interesse hält, stimme. Es ist klar, daß wir zuletzt irgendwo auf eine von gller Verantwortlichkeit freie Gewalt kommen milssen. Lord J. Russell will die Waͤhler den Nicht⸗Wahlern verantwortlich machen, wem aber sollen die Nicht- Waͤhler fur den rechten Gebrauch ihres Urtheils verant— wortlich seyn? Dem Volke kann kelne politische Verantwortlich⸗ keit auferlegt werden, und ein gutes Wahl⸗-System verleiht dem— jenigen Theile des Volkes, dessen Interesse en einer guten Re— gierung mit dem Interesse des Ganzen identtsch ist, eine Ge— walt, die keiner Kontrolle mehr unterworfen ist.“

er Times zufolge, wird Lord Heytesbury uͤbermorgen in . der Direktoren der Ostindischen Compagnie förmlich zum General⸗ Gouverneur von Indien ernannt werden.

Vorĩgen rng, hat die Auction der von Herrn Heber hinterlassenen großen Bibliothek begonnen.

Aus Madrid sind Nachrichten bis zum 15ten d. hier ein⸗ gegangen, die jedoch nichts Wichtiges enthalten; man erwartete

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gleich nach der Bewilligung der noͤthigen Subsidien die Auf— loͤsung der Prokuradoren⸗Kammer.

Am Mittwoch ist das Dampfboot „Meteor“, mit 30, 000 Pfund in Sovereigns an Bord, von Falmouth nach Lissabon ab— gesegelt. Dieses Fahrzeug hat Dampfkessel von neuer Construc— tion, die weit weniger Raum als oie fruͤheren einnehmen, so daß 13 Fuß in der daͤnge des Boots erspart werden.

An der heutigen Boͤrse gingen die Portugiesischen Fonds etwas in die Hoͤhe, was man dem Geruͤcht zuschrieb, daß die Regierung von Portugal im Begriff stehe, eine neue Finanz⸗ Maßregel ins Werk zu setzen.

Von Malta sind Nachrichten bis zum 2ten d. M. hier eingegangen. Der „Talavera“ war am 2hsten, und die „Britannia“ am 2sten von Vurla dort angekommen. Beide Linienschiffe segelten am 1. Januar nach England weiter, wo der Mannschaft, deren Dienstzeit abgelaufen ist, ihr Sold ausge⸗ zahlt werden soll. Der „Talavera“ ist am Dienstage schon in Plymouth angelangt. Die Ruͤckkehr des ganzen Geschwaders von Vurla nach Malta, um dort zu uͤberwintern, hing noch von Berichten ab, die man von Seiten des Britischen Botschafters zu Konstantinopel, Lord Ponsonby, erwartete. Die Nachrichten, welche man in Malta aus der Levante hatte, reichten bis zum 19. Dezember. Der Sultan soll den Befehl zur Abtakelung der Flotte zuruͤckgenommen und fortwaͤhrende Exercitien dersel— ben angeordnet haben. Seit der Nachricht von der durch Ver— mittelung des Nussischen Botschafters, Herrn von Butenieff, bewirkten Beilegung der Zwistigkeiten zwischen der Pforte und Aegypten hatte man in Malta die Kunde erhalten, daß neue Unruhen an der Syrischen Graͤnze Veranlassung gegeben haͤtten, Trup— pen⸗Verstaͤrkungen, namentlich aus Kavallerie bestehend, nach Koniah zu beordern. Die Garnison der Dardanellen Schloͤsser war durch 2509 Mann aus der Hauptstadt verstaͤrkt worden; diese Truppen hatten leider die Pest dort eingeschleppt. Diese Geißel setzte ihre Verheerungen in Konstantinopel fort und hatte auch Bujukdere erreicht. In Galata und Pera waren ebenfalls einige Pestfaͤlle vorgekommen und hatten unter den dort woh⸗ nenden Europaern großen Schrecken verbreltet. Ibrahim Pascha war im Begriff, von Jerusalem nach Tripoli in Shrien abzu⸗ gehen, um sich dort auf dem Dampfboot „Nil“ nach Kahira einzuschiffen, und dem dorthin zusammenberufenen großen Kriegs— rath beizuwohnen. An den Ufern des Nils, zu Damiette und Rosette, waren uber 12,00 Arbeiter an dem Riesen— werk der Aufstauung des Nils beschaͤftigt, und der beruͤhmte Ingenieur Herr Brunell wird von London dort etwartet, um

bei dieser fuͤr Aegypten so wichtigen Unternehmung behuͤlflich zu

seyn. Aus Grtechenland hatte man in Malta die Nachricht, daß der Capitain Sir E. Lyon das wichtige Kommando, welches ihm von der Griechischen Regierung angeboten worden war, abzelehnt habe. e

Nieder lande.

Aus dem Haag, 28. Jan. Das neueste heute fruͤh er— schienene Bulletin uͤber den Gesundheits-Zustand des Prinzen von Oranien lautet:

„Se. Koͤnigl. Hoheit befindet sich in demselben Zustande wie gestern. Bernard. Everard.“

An der Amsterdamer Boͤrse waren heute sehr guͤnstige Nach— richten fuͤr die Sache des Don Carlos in Spanien verbreitet, was einen bedeutenden Fall der Spanischen Papiere verursachte.

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 23. Jan. Der Staats- Ausschuß hat vorgestern mst 19 gegen 15 Stimmen aufs neue sowohl die Königl. Pro—⸗ position zu einer Staats Anleihe, als den modificirten Vorschlag des Bauernstandes in derselben Hinsicht, abgelehnt.

Dänemark.

Kopenhagen, 27. Jan. Einer Anzeige in der heutigen politischen Zeitung zufolge, beginnt mit dem Jahre 1835 ein Privilegium fuͤr die Fahrt mit Dampfschiffen und Schmacks zwischen Aaarhuus und Kallundborg. Wer sich zur Unterhal— tung dieser Fahrt verpflichten will, kann zur Anschaffung eines Dampfschiffes eines Darlehns von Seiten der Generaf-Post— Direction gewaͤrtig seyn. Um die Ueberfahrt ganz herzustellen, wird es eines Dampfschiffes von 50 Pferde Kraft, dreier passen- der Schmacks und zweier Fährbote bedürfen. Das Privilegium soll auf 15 Jahre ertheilt werden.

De utsch land.

Leipzig, 28. Jan. (Allg. Ztg.) Unsere Neujahrsmesse ist diesmal schlechter als je gewesen. In der That ist das Be— stehen derselben nur eine Last fuͤr die Auswärtigen, die durch den einmal eingefuͤhrten Geschäftsgang genoͤthigt werden, diese Messe zu besuchen, und doch dabei nur Zeit und Geld verlieren. Ihren gaͤnzlichen Verfall würke das handeltreibende Publikum schwerlich schmerzlich empfinden.

Allmaäͤlig werden nun die Resultate des letzten Landtages wirksam. Leider ist unter diesen vielen Gesetzen kaum eines, bei dem das Volk augenblicklich fuͤhlte, daß eine durchgreifende Verbesserung seiner Lage damit eingetreten sey, oder was doch seine Aufmerksamkeit von andern Betrachtungen auf erfreuliche Weise abzoͤge. Vieles Gleichguͤltige, Vieles, was nur die Be— hoͤrden beruͤhrt, Einiges von sehr zweifelhaftem Nutzen, das Neiste nur Hoffnungen erweckend, deren Eifüllung in sehr fer— ner Zukunft liegt. Manche meinen, da der Landtag einmal so lange gedauert habe, so hatte man ihn wohl noch ein Paar Monate beisammen lassen und ihm nicht die Berathung uͤber Gegenstaͤnde abschneiden sollen, die von allgemeinem Interesse werden mußten. Es wird gefragt, warum man verhaͤlt— nißmäßig unwichtige Sachen, wie die Maͤkler-Ordnung, die Gesinde-⸗ Ordnung, das Gesetz uͤber fleischliche Verbre— chen, zum Anfange des Landtages, wichtige aber, wie die Ge⸗ werbs⸗Gesetze, die Abloͤsung der Bannrechte u. s. w. erst bei dessen Schlusse zur Berathung brachte? Dankenswerthe Resul— tate des Landtags werden immer das Gesetz uͤber Zusammen⸗ legung der Grundstuͤcke und das Heimaths-Gesetz bleiben. Auch das neue Rekrutirungs⸗-Gesetz findet bei manchen Beifall. Von den hiesigen Studirenden sind 35 ausgehoben worden; 16 davon haben sich durch Loosziehung befreit; von den Uebrigen sind Mehrere im Stande, sich Stellvertreter zu verschaffen; fuͤr den Vest ist zu demselben Zweck eine Subseriptién eröffnet worden. Dagegen laßt sich nichts sagen, wohl aber bezweifeln, ob das Unternehmen andere Jahre denselben Fortgang haben werde, den es diesmal zu nehmen scheint. Fuͤr das Militair liegt eine Art von Kränkung darin, daß man es gewissermaßen sum Ehren— punkt macht, keine Studirenden zu den Waffen uͤbergehen zu lassen. Der Nebenzweck des Gesetzes, den uͤbermäßigen Zudrang zum Studiren zu verhuͤten, geht dabei verloren. Man hätte jene Loskaufung nur auf einzelne, besonders ausgezeichnete Fälle beschraͤnken sollen. Freilich, so lange Jeder sich loͤskauft, der nur

irgend die 200 Rthlr. aufbringen kann, ist die Abneigin

Studirenden gegen den an sich weder beschwerlichen, 2 2 Beurlaubungs⸗Systeme stoͤrenden Militaitz erklaͤrlich.

Munchen, 26. Jan. Wir haben aus ganz si e erfahren, daß die Anmeldungen ö. der ,, 3 9 sel⸗Bank die Summe von netio 10 Muͤllonen Gulden he worunter das Haus Eichthal mit 5 Millionen Gulden terzeichnete. Mehreren Kapitalisten ist schon Agio 26 worden, wenn sie ihre angemeldeten Kapitalien abtreten 1

Frankfurt a. M., 25. Jan. Die von unserer Reg mit drei der angesehensten hiesigen Banquiers angeknuͤpsn goziirung der 3zprocentigen Anleihe wird, wie man nicht zweifelt, gluͤcklich zu Stande kommen. .

In der letzten Zeit hat der Waarenzug nach unserer z von allen Seiten sehr zugenommen, und bei unsern Guten fern und Spediteurs zeigt sich mehr Geschaͤftsleben als ö.

Italien.

Mailand, 22. Jan. Die Akademie der bildenden gn zu Bologna hat den durch sein kolossales Bild, die Zerssin von Pompeji, bekannten Russischen Maler Bruloff, zu Mitgliede ernannt. Der Küͤnstier ist fo eben in! jena en mit Kopirung der heiligen Cäcilia von Raphael beschaͤftig. Kopie ist fr Se. Majestaͤt den Kaiser von Rußland bejm

Der Verfasser des allgemein geschaͤtzten Werkes; degli antichi poboli d' Italia, Mieali (er lebt zu Par hielt von Sr. Majestaͤt dem Kaiser von DOesterreich, alg volle Anerkennung seiner literarischen Verdienste, den der eisernen Krone Zter Klasse. (Derselbe ist bekanntlich vor kurzem durch Verleihung des Rothen Adler ⸗Ordenz Klasse ausgezeichnet worden.)

Unter den vielen Merkwuͤrdigkeiten Italiens verdient Museum von Arbeiten in Elfenbein des Grafen Possenl Fabricano im Kirchenstaate Erwähnung. Es enthaͤlt Schatz von Kunstsachen dieser Art, und gewahrt durch chronologische Ordnung, in der dieselben aufgestelst sind, nen höͤchst interessanten Ueberblick der Fortschrüte dieses &ᷣ zweiges.

Die beruͤhmte Improvisatrice Rosa Taddei findet so i Beifall zu Bologna, daß sie seit vorigem Dezember jeden z tag im großen Theater Akademieen giebt, und selbige auch rend Les Karnevals an gedachten Tagen forisetzen wird.

Die bekannte Schauspielerin Polvaro gab juͤngst im ter S. Cecilia zu Palermo die Rolle der' Medes! In Scene, wo sie ihre Kinder umzubringen droht, und Jason) verhindern will, sprang plotzlich ein Hund aus der Cöulissen fiel den ungetreuen Gatten so wuͤthend an, daß er sich von Buͤhne fluͤchten mußte. Das Trauerspiel ward so zum Lusts Madame Polvaro erhielt hierdurch einen ihr gewiß sehr erh lichen Beweis der Anhaͤnglichkeit ihres Mopses, der in Inn drohender Stellung gegen seine Gebieterin eine Aufforde zur Vertheidigung dieser Letzteren erblickte.

In Ankona war dieser Tage das Geruͤcht verbreitet,

nach Schiffer⸗Nachrichten, die in Korfu angekommen waren,

Großherr ermordet und drei Pascha's, bis zur Grohaͤhrigh des Thronerben, an die Spiße der Regierung gestellt word seyen. Auf das Unzuverlaͤssige dieser Notiz braucht wohl kg hingewiesen zu werden.

Aegypten.

Ueber Mehmed Ali und das Aegyptische Heer enthalt Allgemeine Zeitung in einem Schreiben aus Smyrna 25. Dez. folgende Betrachtungen: „Die Armee Ibrahim ] scha's hat in den letzten Tagen wieder Verstärtungen erhaln Ueberhaupt scheint Mehmed Ali jetzt mehr denn je Ern git Aufmerksamkeit zu schenken, und eine voͤllige Reorganisth mit diesem Lande zu beabsichtigen. Es durfte hierbei eine nn wendige Aufgabe fuͤr ihn seyn, den Syriern Erleichterungen zugestehen, und dadurch das Vertrauen wieder zu gemim das er auf eine so leichtsinnige Weise verscherzt hat. Nl ohne den oͤffentlichen Geist wieder zu versoͤhnen? wird es M med Ali nie gelingen, ruhig uͤher Syrien zu herrschen. nur Gewalt das Mittel, das Land niederzuhalten, wo faͤnz⸗ zuletzt Leute und Geld genug dazu? Der Zug nach Syrien bereits seine besten Kräfte erschöͤpft, und viel größere Am gungen als bisher kann er nicht machen, ohne das Schicksal Ueberreizten zu haben, der die gefuͤhlte Schwache durch . ungewöhnlichen Kraft-Aufwand zu uͤberwinden sucht, h aber in voͤllige Erschlaffung zuruͤcksinkt. Dies könnte leicht Fall mit Mehmed werden, lenkt er nicht bei Zeiten ein. von so manchen Reisenden und fremden Agenten gemachten bachtungen bewahren sich keineswegs, sie hatten keinen richthe Blick, als sie Mehmeds Macht als so bedeutend schildemn daß sie an Zahl und Gewandtheit mit mancher Europfst gleich zu stellen sey, und daraus den Schluß zogen, daß sten Macht der Pforte bei weitem uͤberlegen sey. Diese Anga waren im Durchschnitte sehr uͤbertrieben, und kamen nur sehr unkundigen, der Pforte uͤbelwollenden Personen. WM entfernt, daß Mehmed's Armee mit irgend einer Euroyaͤisch zweiten Ranges sich messen koͤnnte, ist sie bei weitem der ö Sultans nicht mehr gewachsen. Man kennt hier genau Staͤrke der Aegpptischen Streitkraͤfte in Asien, sie belaufen s nicht uͤber 25,0090 Mann regulairer Truppen, und wenn n uͤber die Mittel Mehmed's im Innern seines Landes sich m getaͤuscht hat, so sollte man sich durch den Marschall Marmn daruͤber aufklären lassen. Dieser hat, wie man hört, an ein seiner Freunde hierher geschrieben, sich sehr weitlaͤustig uͤber d Lage Mehmed 's und die Verhaͤltnisse der Aegyptischen Arm ausgesprochen und mit faktischen Gruͤnden bewiesen, daß M med Ali nicht im Stande sey,

aus zu vertreiben. Er soll Mehmed un Gascon sauvage n

nen, der den Leuten Sand in die Augen zu streuen versih—

und dem es bis jetzt gelungen sey, sie dadurch am Sehen

hindern. Er, Marmont, lasse sich aber nicht so leicht verb er er sehe, daß die ganze Aegyptische Macht auf Sand geb ey, und glücklich genug sey, seine Taschenspteler⸗Künsté durchzuführr Er glaube daher, daß den Syriern bedeutende Konzessionen g macht werden wurden, und daß zur Besprechung hieruͤber Ib him nach Kahira berufen sey. Das Urtheil eines Manne wie Marmont, verdient gewiß Beachtung, und ich glaubte

3 die hieruͤber allgemein verbreiteten Geruͤchte erwähnen muͤssen.

die eroberten Provinzen zu h haupten, wenn es der Pforte im mindesten Ernst sey? ihn da

nur so lange dauern koͤnne, als Mehmed lebe, on

Griechentand.

Athen, 28. Dez. (Muͤnch. pol. Ztg.) Allmaͤlig fangen wir an, in Athen uns heimisch zu fuͤhlen, nachdem das erste Studium der Haäͤusernoth und der Entbehrung so vieler zur

uslichen Einrichtung und zum Schutze gegen die ungewoͤhn⸗ ich strenge Witterung noͤthigen Gegenstände gluͤcklich uͤberstan⸗ den ist. Seit mehreren Tagen sehen wir alle in unserem Ge— sichtekreis liegenden Berge mit Schnee bedeckt, und auch des trundnachbarlichen Hymettus beschneiter Scheitel verkuͤndet des Kinters strenges Regiment. Bei diesem schnellen Wechsel der Ritterung war die Noth doppelt groß, indem noch immer ein jamhafter Theil des Personals der verschiedenen Dikasterien hne Wohnung ist, und Andere in den schlecht konstruirten ätheniensischen Zimmern gegen die unfreundlichen Einfiuͤsse der Pitterung wenig Schutz sinden. Auch giebt es in Athen nur wei Gasthaͤuser, das Franzoͤsische Hotel und das (Italiaäͤnische) Palais Royal, welche dem Fremden eine einigermaßen honnette Unterkunft bieten, und es versteht sich von selbst, daß jene aus hrem Monopol zeitig den moͤglichsten Vortheil zu ziehen suchen. Es ist darum in der That zu verwundern, daß noch kein unter⸗ nehmender Deutscher einen respektablen Gasthof mit Deutscher steinlichkeit und Bequemlichkeit in Athen gegruͤndet hat; an ei— em frequenten Besuche fremder Reisender, deren nun gewiß viele in jedem Jahre nach Athen kommen, wuͤrde es ihm sicher

icht fehlen, und seine Tafel wuͤrde von der großen Schaar unverhei—⸗ acheter Beamten in Athen, die sich jetzt mit Mißbehagen und Un— hien unter das Joch der zwei monopolisirenden Gastwirthe engen, gern heimgesucht werden. Gleich groß ist der Mangel in Gewerbtreibenden jeglicher Art, und es wuͤrden arbeitslustige Handwerker, die zum Ankauf des noͤthigen Materials einige fonds besitzen, gewiß vor Allen in Athen ihre Rechnung finden, po die Konkurrenz der Konsumirenden so groß ist, daß die ar— seitenden Häͤnde kaum hinreichen, um den noͤthigsten Bedarf serbeizuschaffen, und die Arbeits- Preise eine unverhaͤltnißmaͤßige höhe erreicht haben. Da die Naͤhe des Meeres den Transport ines Materials, das man im Auslande um billigere Preise ind in besserer Qualitat ankauft, ungemein beguͤnstigt und er— eichtert, so wuͤrde eine Gesellschaft Deutscher Handwerker, ie, mit dem noͤthigsten Material und einem mäßigen Be— iebs , Kapitale versehen, nach Griechenland auswanderte, icht nur kein gewagtes Spiel treiben, sondern sicher ein chr lukratives Unternehmen beginnen. Diese Art der Ein— zanderung ist es auch, welche die Griechen gern dulden, und, is die inlaändischen Gewerbe und Industrie soͤrdernd und he— end, eher unterstuͤtzen als hintertreiben oder benachtheiligen wür—⸗ en. Die Leichtigkeit und die Liebe, mit welcher der Grieche äche Handthierungen erlernt, und die Fertigkeit, die er darin kurzer Zeit erlangt, geben zugleich die volle Gewißheit, daß se Verpflanzung des Deutschen Gewerbfleißes auf Griechischen zoden fuͤr die rasche Entwickelung und Forderung der Indu— rie 6 Gewerbe dieses Landes von unberechenbarem Vortheil n wuͤrde. Von den Ordens-Verleihungen, die Se. Masestaäͤt der Koͤ⸗ ig, welcher fortwährend der erfreulichsten Gesundheit genießt, n neuerer Zeit vorzunehmen geruhte, werden Sie wohl bereits shört haben. Zu dieser Zahl der Dekorirten gehoͤren, außer den uch bei Ihnen bekannten Namen der Herren Minister von Le— ke und Sthizo und des Admirals Miaulis, unter Anderem zie Herren Staatsrgth von Grandauer, Geheimer Rath von kreuper, Geheimer Rath von Klenze, Ober⸗Post⸗Direktor von lippe, Münz⸗Direktor von Leprieur, Hofrath Thiersch und der BHeneral-Secretair des Armee-Ministeriums, Herr Glockner. Der Letztere, durch seine Tüchtigkeit und Geschäͤftsthaͤtigkeit in Bayern ruͤhmlich bekannt, hat sich durch rege Forderung der ilitgirischen Angelegenheiten Griechenlands volle Anspruͤche auf hen Dank unserer Regierung begruͤndet.

Der K. K. Hesterreichische Gesandte, Herr Prokesch von Dsten ist vor einigen Tagen hier eingetroffen.

Das Journal Ethniks theiit eine Königliche Verordnung nul6 Artikeln mit. Dieselbe befiehlt die un verweilte Organisation Der ordentlichen Gerichte im ganzen Koͤnigreiche, und enthaͤlt hierüber folgende naͤhere Bestimmungen. Es werden eingesetzt: Ehn Gerichte erster Instanz, also eins fuͤr jeden Kreis; drei andgerichte, zwei Appellations-Gerichte, ein Cassationshof. Die Berichte erster Instanz haben ihren Sitz: das für Argolis und sorinth in Nauplia; suͤr Arkadien in Tripolis (Tripolitza); fuͤr lchasa und Elis in Patras; fuͤr Lakonien in Sparta; für die hlladen in Syra; fuͤr Attika und Böͤotien in Athen; fuͤr Eu⸗ da in Chalkis; fur Phokis und Lokris in Amphiffa; fur Aeto⸗ in und Akarnanien in Missolunghi; fuͤr Messenien in Nylos povisorisch. Die Handels Gerichte haben ihren Sitz in Sy— , Patras und Nauplia. Der Sitz der Appellations⸗ Gerichte fein Athen und Tripolis, und der des Cassations⸗Hofes in hen. An dem Tage, an welchem der Anfang der gerichtlichen Arbeiten verkündet wird, wird auch die Bekanntmachung der herspnal⸗ Ernennungen ersolgen, und an gleichem Tage werden ie in Nauplia, Missolonghi und Chalkis seither bestandenen Ge⸗— schtehöse ihre Arbeiten einstellen. Die Friedens, Gerichte haben topisorisch in ihrem seitherigen Zustande zu verbleiben, und es vird die Zahl, der Sitz und das Verfahren derselben durch eine esondere Verordnung demnaͤchst definitio geregelt werden.

So wie man vernimmt, hat das Ministerium des Kultus ns, Unterrichts den lange ersehnten Plan zur Errichtung der hellenischen Schulen, hegentschaft nunmehr vorgelegt, und diese demselben die Geneh⸗ nigung ertheilt. Ich werde Ihnen nach seiner Veroffentlichung, ne wohl bald erfolgen wird, die Grundzuͤge desselben mittheilen. s' viel uͤber die projektirte Organisation verlautet, ist sie eine sächbildung des Deutschen Schulwesens, und es hatte sich zu lesem Behufe das Kultus ⸗Ministerium in den Besitz sammtlicher deutscher Schulplaͤne und Schul, Organifatlonen gesetzt. Ob diese machblldung glücklich und mit den Bedürfniffen der Ratlon und ken dermaligen Hiülfsmitteln im Einklange ist, darüber wird ie nächste Folgezeit auftlären. t

Der Deuisch-Griechischen Zeitung, deren baldiges Erschei⸗ n letzthin gemeldet wurde, sollen sich sehr ehrenwerthe Maän⸗ let als Mitarbeiter angeschlossen haben, so daß sie auch in lite⸗ arischer und artistische Beziehung eine interessante Ausbeute n gewähren verspricht.

Die nächtlichen Wanderer in den mit Schutt und Truͤm⸗ nern reichlich versehenen Straßen Athens sind nun bald von r Furcht des Halsbrechens befreit. Auf Befehl der Regierung ud an jeder Straßenecke ein Pfahl aufgestellt, welcher, außer ner Tafel mit der Benennung der Straße, mit einer Laterne ehen ist; die Straßen⸗Beleuchtung ist in Athen wegen des nüchten Zustandes der Straßen in“ der That eines der drin,

ndsten Vedurfnisse. nen sich hier nächtliche Diebstahle, die,

e Seit kurzem erei r Ehre des Volkes ey es gesagt, seither zu den Seltenheiten

der Gymnasien und der Universitaͤt der

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gehoͤrten. In ber öffentlichen Meinung sind die in Masse sich hier aufhaltenden Malteser, welche der arbeitenden und dienen— den Klasse angehoren, dieser Diebstaͤhle verdaͤchtig. Die in der That sehr brauchbare Gendarmerie giebt sich alle Muͤhe, der Thaͤter habhaft zu werden.

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

Washing ton, 25. Dezember. In der Senats ⸗Siz⸗ Lung vom 16ten Dezember wurde der Antrag des Herrn Tipton, die Schiffbaͤrkeit des Wabash - Flusses zu verbes⸗ sern, in Berathung gezogen. Der Antragsteller sagte in dieser Beziehung: „Es handelt sich hier um eine Wasser⸗ Verbindung zwischen New-York und New. Orleans. Jork, Kanal wird den Hudson- mit dem Erie-⸗ See bot Buffalo, der Wabash⸗ und Erie⸗Kanal vermittelst des Miami⸗Flusses den Erie⸗See mit dem Wabash bei oder in der Nähe der Stadt Lafayette verbinden. Der Wabash und Erie⸗Kanai ist äber 200 Eng⸗ lische Meilen lang, wovon 80 Meilen in dem Staate Ohio und 130 in

dem Staate Indiana liegen. In letzterem Staate sind 35 Meilen die⸗

ses Kanals bereits fertig und werden im näͤchsten Fruͤhjahr mit Was⸗ ser gefuͤllt und eine andere Strecke von 40 M. wird im naͤchsten Herbst vollendet werden. Auch der Staat Ohio wird ohne Zweifel diesem Beispiele folgen und so das ganze Werk in brei Jahren been⸗ digt seyn. Von der Einmuͤndung des Kanals bei Tafayette den Wabash abwärts bis zu den Stromschnellen bei Whiteriver, wo die Strom-Verbesserungen ausgefuͤhrt werden sollen, ist eine Strecke von 300 Engl. Meilen, die fast das ganze Jahr mit Dampfboͤten befahren werden kann, und von diesen Stromschnel⸗ len bis zum Ohio betragt die Entfernung 1066 Engl. Meilen, die ebenfalls schiffbar sind. Durch Verbesserung dieser Strom— schnellen und die Vollendung des Kanals wird die beste und kuͤrzeste Wasser-Verbindung zwischen New-York und New-OSr— leans, welche durch diesen Kontinent moͤglich ist, eroͤffnet.n Der Antrag wurde ohne Abstimmung angenommen.

In der Sitzung des Repraäͤsentanten⸗Hauses vom 9. Dez. trug Herr Chilton darauf an, diejenigen Veteranen, welche von dem Ende des Britischen Krieges im Jahre 1783 bis zum Vertrag von Greenville im Jahre 1795 die Westgraͤnze gegen die Einfälle und Metzeleien eines rohen Feindes verthei⸗ digten, aus dem offentlichen Schatze zu unterstuͤtzen, damit sie in ihren letzten Augenblicken noch die Ueberzeugung gewonnen, daß „Republiken nicht immer undankbar sind““. Der Antrag wurde genehmigt. Hierauf erhob sich . Ma son und erinnerte das Haus, daß es in der vorigen Session eine Botschaft des Praͤ⸗ sidenten erhalten habe, worin derseibe die Geschenke des Kaisers von Marokko, einen Lowen und zwei Pferde, zur Disposition des Kongresses stellte. Die Kommission fuͤr die auswaͤr⸗ tigen Angelegenheiten, welcher diese Botschaft uͤbergeben wurde, schlug vor, die Geschenke zum Besten des Schatzes zu verkau⸗ fen, allein die exekutive Gewalt glaubte, es sey dazu eine Kon⸗ greß⸗Akte noͤthig, und er trage daher darauf an, die Botschaft noch einmal an die genannte Kommission zu senden. Zur Ver— meidung ahnlicher Fälle seyen schon an die auswaͤrtigen Agenten Instructionen gesandt, wonach sie unter keiner Bedingung, we— der fuͤr die Regierung, noch fuͤr sich, Geschenke von fremden Maͤchten annehmen durften. Es wurde hierauf der Beschluß gefaßt, daß die in der vorigen Session an das Repräsentanten⸗ Haus gerichtete Botschaft des Praͤsidenten in Betreff eines Ge⸗ schenkes, welches der Konsul der Vereinigten Staaten zu Tan⸗ ger von dem Kaiser von Marokko empfangen habe, der Kom— mission fuͤr die auswaͤrtigen Angelegenheiten noch einmal über— wiesen werden solle, um ein Gesetz ber den Verkauf des Lowen und der beiden Pferde vorzuschlagen. Auch solle die Kommission zugleich uͤber die zweckmaßigste Verwendung anderer Geschenke, welche den Regierungs-Beamten gemacht und als verfassungs⸗ widrig in dem Bureau des Staats-Secretairs deponirt worden seyen, entscheiden. .

Berliner Börse. Den 2. Februnr 1835.

Amtl. Fonds- und Geld. Cours. Zettel, (rena. Cour. , , e,, e, ,,,, ee

10603 100 1981pr. Pfandbr. A 101 971 IFomm. do. 63 100.

St. Schuld · Sch. Pr. Engl. Obl. 30. Prim. Sch. d. Sech. RKurm. Obl. m. l. C. Neum. Int. Sch. do. Berl. Stadt - Obl. 1005 Königsb. do. Elbing. do. Danz. do. in Th. Westpr. Efandbr. Grosshz. Pos. do.

106 Schlesische do. 10665 Rkst. C. d. K. u. N. L. · Sch. d. K. u. X.

Holl. vollw. Duk. Neue do.

Friodrichsd'or ..

Disconto

4 Kur- u. Neum. do. A 1067 4

38 102 1027

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 28. Januar. Nioderl. wirkl. Schuld Sitz. 58 do. 10019. Ausg. Schuld 113. Kanz-Bill. 2. AE Amort. 95). 313 777. Russ. 983. Oesterr. 29ü6. Preuss. hrüm.-Scheine 1125. do A8 Aul. 1005. Span. 88 A5. 33 272. Antwerpen, 27. Junuar. 33 27. Guebhard AMnr. Zinsl. 15. Corten A14. Hamburg, 31. Januar. Hoße in Cert. 98. Preuss. Främ.-Scheine 124. Portug. S863. Sehatz-Oblig. 98. Wien, 28. Januar. Az 9314. Bank- Actien 1295. Neue Anleihe v.

Span. 58 3.

Poln. 1397. Engl. Kuss. 103.

53 Met. 10053. 1831 O73.

Königliche Schauspiele.

rn sf 3. Febr. Im Opernhause: Robert der Teufel, Oper in 5 Abth., mit Ballets. Musik von J. Meyerbeer.

Preise der Plätze: Ein Platz in den Logen des ersten Ranges 1 Rihlr. 10 Sgr. ꝛc.

Im Schauspielhause: 1) La seconde représentation de: Arwed, on: Les représailles, drame- vaudeville nouveau en 2 actes. 2) Le Portrait de Michel Cervantes, comédie en 3 actes et en prose. .

Mittwoch, 4. Febr. Im Schauspielhause: Die Geschwister, Schauspiel in 1 Akt, von Goͤthe. (Dlle. Klara Stich: Ma— riane, als Gastrolle.) Hierauf: Der Hirsch, Schauspiel in 2 Abth., nach dem Duca di Sabbioneta, von C. Blum. Und: Der gruͤne Domino, Lustspiel in 1 Akt, von Theodor Köoͤrner. Dlle. Bertha Stich: Pauline, Dlle. Kiara Stich: Marie, als

Gastrollen.)

Der New⸗

Die zu dieser Veorstellung eingegangenen Melbungen Et Billets sind beruͤcksichtigt wann! 6 wird ersucht, solche bis Dienstag den Zten d. M. Mittags ? Uhr im Billet, Verkaufs, Bureau abholen zu lassen, widrigenfalls dieselben anderweitig verkauft werden muͤssen.

Billets zum Parquet und den Parquet⸗Logen sind nicht mehr zu haben.

Königstädtisches Theater.

Dlenstag, 3. Febr', Johannes Guttenberg, historisches Qrigingl-Schauspiel in 3 Abth., von Charlotte Birch, Pfeiffer. Erste Abtheilung in 1 Att. Guttenberg zu Straßburg. hn itte Abtheilung, in 3 Akten. Guttenberg zu Mainz. Dritt: At— theilung, in 1 Akt. Guttenberg am Wanderstab. (Mad. Birch— Pfeiffer: Bertha, als Gastrolle.)

Meteorologische Beobachtung. Morgens Nachmitt. Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

—— 3 A0, 87 Par. 8 E12, S1 Par. 342,

1835. 1. Februar.

Luftdruck. Luftwaͤrme Thaupunkt

1 Par Duelhwarme 7, 00 R. 0,6 0 R. 9,9 9 R.. 0, 2 9 R... 33 . 9 . 1 3. ö. 0 R Flußwärme 1,6 R. Dunstsaͤttg. 87 pCt. Sia pCt. 90 pCt. Bodenwärme 1,5 R. trübe. trůbe. trůͤbe. th Niederschlag 0), o 2 0 Rh.

Wetter.. W. SW. W. é E em,, , d , Neueste Nachri

Volkenzug = WS Vw. . ch ten.

Paris, 27. Jan. Gestern arbeitete der Koͤnig mit dem Groß-Siegelbewahrer und mit dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten.

In der gestrigen Sitzung der Deputirten Kammer trat nach Herrn Odilon-Barrot noch der Minister des In— nern zur Vertheidigung des gegenwärtig im Werke befindlichen Liquidations, Geschaͤftes zwischen Rußland und Frankreich auf. Nach einer kurzen Replik des Herrn Odilon-Barrot wurde die Debatte geschlossen, und da nichts zur Abstimmung zu brin⸗ gen war, ging die Kammer zur Tagesordnung uͤber. Das Li⸗ quidations- Geschaͤft mird sonach ruhig seinen Gang gehen. In der heutigen Sitzung protestirte zunaͤchst Herr Eharle— magne gegen die Bemerkung des Moniteur, daß Tags zuvor die Kammer den Vortrag des Ministers des Junern init all— gem einem Beifall aufgenommen habe. Er sey zwar weit entfernt, meinte er, das Lob zu tadeln, das eine Zeitung einem Redner von ihrer Farbe ertheile; in dem vorliegenden Falle aber wurde man aus der Bemerkung des Moniteur leicht schlteßen konnen, daß die Kammer den Argumenten des Ministers beipflichte und die begonnene Unterhandlung gut heiße; die Kammer habe es aber sorgfältig vermieden, sich uͤber diese Unterhandlung selbst auszusprechen, und er protestire daher gegen die Folgerungen, die man etwa aus der Anmerkung des Moniteur ziehen niöochte. Der Praͤ⸗ sident erwiderte hierauf, daß die Zeitungsberichte uͤber die parlamen⸗ tarischen Verhandlungen die Kammer uͤberhaupt nie hinden könnten, daß indessen die Reclamation des Herrn Charlemagne in dem naͤchsten Protokoll verzeichnet werden solle. Den Rest dieser Sitzung fuͤllte die Debatte über den Antrag des Herrn Ganne— ron wegen einer Modisicirung des Handels Gesetzbuches; die⸗ selbe war fuͤr das Ausland von keinem Interesse. Bevor die Versammlung sich trennte, wurde noch beschlossen, am folgenden Tage keine oͤffentliche Sitzung zu halten.

Die Herzoge von Hrleans und von Nemours beehrten ge⸗ stern ein von dem Praͤsidenten der Pairs Kammer im Palaste Luxembourg gegebenes Diner mit ihrer Gegenwart. Uebermor⸗ . werden sie bei dem Praͤsidenten der Deputirten⸗ Kammer peisen.

Der Moniteur publizirt das Gesetz, wodurch dem Finanz⸗ Minister ein Zuschuß von 195,009 Fr. zu feinem Kredit fuͤr den Dienst der Jahre 1834 und 1835 bewilligt wird, um davon die Pensions- Zahlungen seines Departements zu bestreiten.

Auf außerordentlichem Wege ist heute hier aus Madrid vom 18. Jan. der nachstehende amtliche Bericht eingegan⸗ en: „Einige Detaschemenis des zweiten leichten Infanterie⸗

egiments, verleitet durch treulose Einfluͤsterungen, wonach man den Soldaten eingeredet hatte, daß der Thron Ihrer Masjestaͤt der Koͤnigin sowohl als die Institutionen, welche die Nechte der Nation sichern, in Gefahr waͤren, haben sich am Morgen des heutigen Tages (18ten) empoͤrt und sich durch Ueberrumpelung des Post, Gebäudes beinaͤchtigt. Bei der ersten Kunde von die ser Begebenheit verfuͤgte sich der neue General Capitain Don Jose Canterac an Ort und Stelle, weil er glaubte durch seine bloße Gegenwart dem Unwesen ein Ziel setzen zu koͤnnen; aber seine uͤbermaͤßige Hitze und der Unstand, daß er ohne Bedeckung gekommen, waren Ursache, daß er inmitten der Verwirrung als Opser seines Eifers fie

Ausdünst. 0, o 21

J. Raum war die Regierung von diesem Frevel unterrichtet, als , b. bestimmten Befehl ertheilte, das Gebäude, in welchem di pöͤrer sich verrammelt hatten, einzuschließen und die n5thigen Vorkehrungen zu treffen, um sie durch Gewalt zur U herga.— zu zwingen. Mittlerweile stellten die Truppen der Garnison sich unters Gewehr; alle, sogar einige Compagnicen des obigen Regiments, beobachteten strenge Mannszucht und zeigten sich der Behoͤrde getreu. Die Stadt-Miliz, die Jafanterie und die Kavallerie, entschlossen, die Ordnung und die Gesetze aufrecht zu halten, besetzten verschiedene Punkte. Ueber⸗ all vernahm man in den Straßen dieser heldenmuͤthigen Stadt unzweideutige Worte des Tadels uͤber das Be— tragen der empörten Truppen, und nirgends gab sich im Volke die Absicht kund, den Unfug irgend zu befördern Diese Haltung der Truppen und der Einwohnerschaft reichten hin, daß die verfuͤhrten Soldaten ihren Fehler und die trügerischen Hoff⸗ nungen, womit man ihnen geschmeichelt hatte, einsahen nd dem— gemaͤß sofort den Wunsch zu erkennen gaben, ihre Verzeihung von Ihrer Majestaͤt zu erbitten, indem sie ihr Betragen bereu— ten und sich als Suͤhne und als Beweis, daß sie in ürer Treue gegen den rechtmäßigen Thron niemals gewankt här en, bereit erklaͤrten, unverzuͤglich nach den insurgirten Provinzen abzuge⸗ hen, um gemeinschaftlich mit der dortiger tapfern Armee, die sich mit so großem Ruhm bedecke (), zu kaͤmp⸗ fen. Nachdem Ihre Majestät diese wiederholten Bitten in Ueberlegung gezogen, haben Hoͤchstdieselben, um den Gefuͤh⸗ len Ihres muͤtterlichen Herzens freien Lauf zu lassen, zu befeh⸗ len geruht, daß die verführten Soldaten underzialich nach dein Flecken Aleonvendas auf der Straße nach den nördlichen Pro⸗ vinzen aufbrechen sollen, damit sie ihre loyale Absicht verwirkli⸗ chen und durch ihre Treue und ihre Dienstleistungen das von ihnen begangene schwere Vergehen wieder gut machen koͤnnen, bis zur Instruirung eines Prozesses geschritten werden kann, um die Urheber und Anstifter einer so verbrecherischen Ver fuͤh⸗

Em⸗

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