1835 / 36 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

er sie nicht kenne, und daß, wenn die Amnestie nicht vollstaͤndig sey, er und seine Leute lieber sterben, als sich ergeben wuͤr⸗ den. Nach mehreren fruchtlosen Unterhandlungen bewilligte die Regierung die verlangte Verzeihung, und die rebellischen Bataillone veiließen das Postgebäude unter der Bedingung, daß es ihnen gestattet sey, sich mit der Nord⸗Armee zu verbinden. Die Proceres und Prokuradoren hielten heute Sitzungen. In beiden Kammern würden den Ministern Fragen vorgelegt. In der Prokurgdoren. Kammer richtete sich der Angriff vorzuͤglich gegen den Kriegs. Minister, den man unter anderem beschuldiate, im Kabinet eine fremde Intervention vertheidigt zu haben. Der Minister erwiederte, daß er sie zwar nicht wunsche, doch aber auch ein solches Huͤlfsmittel im Falle der Nothwendttzkeit nicht geradezu verwerfen wolle. Herr Martinez de la Rosa vertheidigte die Regierung und erklaͤrte, daß er sich einer solchen Maßregel stets widersetzen werde. In der Proceres⸗ Kammer wurde der Aufstand einstim— mig gemißbilligt, aber in der Prokuradoren⸗ Kammer fand er beinahe Lobrebner. Der Marquis von Vilurna, Civil⸗Gouver⸗ neur von Madrid, hat eine Proclamation erlassen, worin er jede Versammlung von mehr als drei Personen auf den Straßen oder oͤffentlichen Plaͤtzen verbietet, und die bewaffnete Macht autorisirt, gegen Alle, die sich diesem Befehl widersetzen, Gewalt zu gebrauchen. Alle oͤffentliche Häuser, mit Ausnahme der Theater und Kaffeehaͤuser, muͤssen mit Einbruch der Nacht ge— schlossen werden.“

Der heutigen Ab eja zufolge, sind 550 Soldaten in den Aufstand verwickelt. Dem Capitain Don Luis de Palafox ist der rechte Arm zerschmettert, ein Offizier der Koͤnigl. Garde zu Fuß ist verwundet, drei Soldaten desselben Corps sind getoͤdtet und funfzehn verwundet. Am Anfang der Sitzung der heu— tigen Prokuradoren⸗ Kammer trug Herr Garcia Carrasco darauf an, daß die Kammer sich fuͤr permanent erklaͤren und den Kriegs-Minister vorladen solle, um auf einige Fragen zu ant— worten, die man ihm vorlegen wuͤrde. Während der Abstim⸗ mung uͤber diesen Vorschlag trat der Minister ein, allein die Ab⸗ stimmung wurde dennoch fortgesetzt und der Antrag mit 96 ge— gen 21 Stimmen angenommen. Herr Carras co erklaͤrte seine aufrichtige Anhaͤnglichkeit an den Thron Isabella's II. und an das Königl. Statut und sagte: „Seit der jetzige Kriegs⸗-⸗Mini— ster zur Macht gelangt ist, haben sich Gerüchte verbreitet von heftigen Diskussionen im Kabinet, und daß ein Mitglied desselben eifrig danach strebe, sich solche Personen zu Kollegen zu verschas⸗ fen, die der gegenwaͤrtigen Ordnung der Dinge vollig abgeneigt sind. Es giebt eine Partei, die eine fremde Intervention wuͤnscht, und eine der als Kandidaten fuͤr das Kabi— net erwaͤhnten Personen ist sehr bei einer solchen Inter— vention betheiligt. Ein so zusammengesetztes Kabinet kann nicht von Dauer seyn, es muß aus Maͤnnern bestehen, welche dieselben Ansichten hegen.“ Nachdem der Redner die Minister wegen der Lauigkeit, womit der Krieg im Norden betrieben werde, und wegen Nicht-Absendung der von Mina verlangten Truppen getadelt hatte, ging er zu dem Aufstande des vorigen Tages uͤber und bemerkte, daß der Kriegs-Minister nichts geihan habe, um diese Insubordination zu unterdruͤcken, welche allerdings nicht auffallen koͤnne, wenn die Armee die Nach— richt von einer fremden Intervention als wahr betrachte. Solche Ereignisse muͤsse man vorhersehen und Maßregeln dagegen treffen. Er sey der Meinung, daß die Kammer eine Deputatton an die Koͤnigin sende, um ihr zu erklaren, daß das Ministe— rium in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung nicht ohne Gesahr füuͤr den Thron fortbestehen konne, und man muͤsse zugleich einen Vorschlag in dieser Beziehung machen. Der Kriegs- Minister nahm hierauf das Wort und zählte seine Verdienste seit dem Unabhaängigkeits-Kriege und die Gefahren auf, denen er sich ausgesetzt habe, um das beruuͤhmte Dekret vom 4. Mai in Aussuͤhrung zu bringen. Ee ging dann uͤber auf die Organtsation eines Infanterie⸗Corps, dem die Nat on so viel verdanke, und erinnerte an das, was er in Catalonien gethan, wo er 24.060 Karlisten entwaffnet und 40,000 Urbanos bewaff— net habe, ohne auf die Befehle der Regierung zu warten. Seit— dem er ins Ministerium getreten sey, spraͤchen seine Handlungen für ihn. Seit seinem Eintritt ins Ministerium habe er der Stadt Miliz von Madrid alle moͤgliche Beweise von Achtung und Aufmerksamkeit gegeben. Sie kenne auch das Vertrauen, welches er in sie setze, und er versichere, daß er bereit sey, in der Vertheidigung des Landes Isabella's II. und des Königlichen Statuts mit ihr zu sterben.

Die Times vom 28. Jan. enthalt bereits sehr ausfuͤhr⸗ liche Nachrichten über den Aufstand in Madrid am 18. Januar und bemerkt, daß uͤber die Viranlassung dieser Bewegung ver— schiedene Geruͤchte im Umlauf seyen. Einige schrieben sie dem General Quesada zu, der vor einigen Tagen seinen Posten als General-⸗Capitain von Neu-⸗Castilien an den General Canterac abtreten mußte. Andere glaubten, die Karlisten hatten Geld un“ ter die Soldaten vertheilen lassen, um durch den Umsturz der jetzigen Verfassung in Madrid die Ruͤckkehr des Don Carlos zu erleichtern. Noch Andere behaupteten, der Zweck sey gewesen, die Reglerung zu zwingen, alle Truppen, welche sie nach dem Norden senden will, in Madrid zu lassen. Man habe indessen in Madrid keinen Ruf zu Gunsten des Don Carlos gehoͤrt.

Turkei.

Konstantinopel, 8. Jan. (Allg. Ztg.) Das Benehmen des Lords Ponsonby ist etwas räthselhast: einerseits schmollt er mit der Pforte, weil sie seinen Ansichten uber die Russijche Con⸗ vention nicht beitreten will, andererseits ist er wieder sehr zuvor⸗ kommend, und sucht sich ihr auf alle Weise gefällig zu zeigen. So hatte er mehr als gewöhnliche Bereitwilligkeit an den Tag gelegt, um die Rechte des Sultans gegen Mehmed Ali geltend zu machen; nun, da es ihm gelungen, mochte man fast glauben, daß er die bei dieser Gelegenheit gemachten Schritte bedauert, benn seine Aeußerungen verrathen einen heimlichen Groll, und zeigen fein? Unzufriedenheit mit Ter Pferte. Dennoch ver absaumt er wieder nicht, sede Besorgniß zu entfernen, die man hier über die Absichten seines Kabineis hegen konnte; er hat einen Expressen nach Smyrna geschickt, um der dort sta— tiolicenden Englischen Escadre den Befehl zu bringen, nach Mala zur Ueberwinterung zuruͤckzukehren. Man hatte naäͤm— sich allerlei Vermuthungen uber das Verweilen derselben bei Smyrna aufgestellt, und wollte dasselbe mit den neuerdings ver⸗ füchten Anfechtungen gegen die vielfach besprochene Russische Convention in Verbindung bringen. Wahrscheinlich um zu be— weisen, wie wenig gegründet diese Vermuthungen waren, hat er der Flotte Befehl gegeben, sich von Smyrna zu entfernen. Man weiß, daß bei einer früheren Gelegenheit, wo die Engli⸗ shen Kriegeschiffe sich in der Nähe der Dardanellen vor Anker gelegt hatten, Ler Sultan anfragen ließ, was diese Aufstellung be jwecke, und zur Antwort erhielt, sie sey eine Vorsichts, Maß—⸗

reel im Inteiesse der Pforte, und habe nichts Anderes zum gar cer, as ihr schneller Huͤlse zu leisten, falls Ibrahim Pascha

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sich beigehen ließe, die Feindseligkeiten wieder zu beginnen, und keine Notiz von den ihm gemachten Vorstellungen nähme. Hieruͤber ist man aber jetzt vollkommen beruhigt, und ei— nen solchen Vorwand uͤber die Anwesenheit des Geschwaders in diesem Augenblick geltend zu machen, ware nicht statthaft, da er in direktem Widerspruche mit den Versicherungen erschiene, die Lord Ponsonby selbst über die friedlichen Gesinnungen Meh— med Ali's gegeben hat. Der Befehl an den Admiral Rowley konnte demnach kaum umgangen werden. Uebrigens hat Lord Ponsonby bis jetzt noch keine Ruͤckantwort auf die ihm vom Reis-Efendi ertheilte Erwiederung in Bezug auf den freien Durchzug der Russischen Kriegsschiffe durch die Dardanellen ge— geben. Man glaubt auch, daß er sich zu antworten uberhaupt fuͤr jetzt enthalten werde, weil Lord Palmerston, der diese Frage mit so vleler Leidenschaft aufgenommen hatte, nicht mehr dar— über zu verhandeln hat, und der Eintritt der Tories in das Eng— lische Kabinet, wenn auch keine gänzliche Aenderung, doch Mo— dificationen in dessen polttischem System zur Folge haben, und die Beziehungen Englands zu dem Oriente und Rußland sich daher anders gestalten konnten. Dies wuͤrde zugleich das schwan— kende Betragen Lord Ponsonby's erklaren, indem er, uͤber den Geist und die Ansichten seines gegenwartigen Ministeriums nicht ganz unterrichtet, sich auf halbem Wege zu halten sucht. Seit kurzem erst hat die Pforte genaue Kenntniß von den Schritten Mehmed Ali's in London und Paris erhalten, und alle Aktenstuͤcks zu Gesicht bekemmen, die auf dessen Bemuͤhun— gen, sich ven England und Frankreich als unabhangigen Beherr— scher Aegyptens anerkannt zu sehen, Bezug haben. Der Sul— tan soll bei Durchlesung dieser Papiere sehr indignirt gewesen seyn, und mehrmals ausgerufen haben: „Nein, eine solche Hin— terlist, solche Undankbarkeit haͤtte ich nimmermehr von einem Manne erwartet, den ich mit Wohlthaten uͤberhaͤuft habe, der ohne mich, unter der Menge verloren, nie zu Glanz und Wuͤrde gekommen wäre, und der jetzt meine Gunstbezeugungen so schandlich lohnt!“ Allerdings hat der Sultan Recht, uͤber Un— dank zu klagen, allein wenn er den Charakter Mehmeds erst jetzt kennen lernt, nachdem er vor vielen Jahren gewarnt, und ihm schon damals Beweise von dessen Treulosigkeit an die Hand gegeben worden, so hat er es sich selbst zuzuschreiben, wenn er eine Schlange im Busen genaͤhrt hat. Es ist zu spaät, den Fehler wieder gut zu machen, man muß die Dinge nehmen, wie sie sind. Von nun an handelt es sich darum, die Macht des Emporkoͤmmlings auf alle moͤgliche Weise zu beschraͤnken, bis auf Weiteres feine Unterwuͤrfigkeits, Erklarung als wahr— haft gemeint gelten zu lassen, ünd sie sich nach Moͤglichkeit zu Mutze zu machen. Vorerst kommt der versprochene Tribut der Pforte sehr zu statten, und man sieht mit Ungeduld der Ruͤk— kehr des Ottomanischen Commissairs entgegen, der ihn zu erhe— ben nach Alexandrien geschickt worden ist. Die erste Zahlung, welche Mehmed zu leisten hat, beläuft sich auf 21 Millionen Tuͤrkischer Piaster; diese Summe soll bereits in Alexandrien de— ponirt und zur Verfuͤung der Pforte gestellt seyn. Die zweite Zahlung wird beiläufig 12 Millionen Piaster ausmachen, und sol mit Ende Mans berichtigt werden. Eine gleiche Summe hatte Mehmed alsdann jaͤhrlich der Pforte abzutragen. In Syrien herrscht Ruhe. Die Raͤumung Orsa's soll näͤchstens stattfinden. Der neue Ortomanische Botschafter am Londoner Hofe hat seine Reise bereits angetreten. Er wird von einem bedeutenden Gesandtschafts⸗Personal und mehreren jungen Leuten aus angesehenen Familien begleitet, welche sich in England und Frankreich ausbilden sollen.

. 1 a n d. Berlin, 3. Febr. In der gestrigen Versammlung des wissenschaftlichen Kunst-Vereins hielt der Direktor der Akademie der Kuͤnste, Herr r. Schadow, einen Vortrag uͤber die Schädelbildung der verschledenen Menschen-Racen und legte die von ihm angefertigten Zeichnungen, die er demnaäͤchst in ei— nem ausführlichen Werke bekannt machen wird, der Gesellschaft vor. Von dem fleißigen Sammler von Alterthüͤmern, Herrn Burckhardt in Berlin, waren der Geselschaft ein Jagd- und Trinkhorn von Elfenbein mit Byzantinischer Verzierung, welches sich in fruͤherer Zeit über dem Grabmal eines Kaisers in Syrien befand, und eine seltene Medaille mit A. Duͤrers Bildniß in erhabener Arbeit zur Begutachtung eingesendet, welche dahin ausfiel, daß beide Gegenstaͤnde fuͤr die Kunst-Geschichte von hohem Jateresse seyen. Zum korcespondirenden Mitgliede wurde Here van Chys in Leyden, und zum ordentlichen Mit— aliede der Baurath und Schloß-Baumeisler Herr Stieler in Berlin ernannt. Herr Professer Fr. Tieck wurde suͤr das laufende Jahr zum vorsitzenden Direktor, Herr Hofrath Pr. Foͤrster zum Secretair gewählt. Dem zoologischen Museum der Universität Breslau

ist kürzlich eine glänzene Bereicherung zu Theil geworden. Der

Kaufmann Samuei Scholz, welcher wahrend seines 12jährigen Aufenthalts in Valparaiso eine bedeutende Sammlung in Chili einheimischer Thiere angelegt hatte, hat diese ganze Sammlung dem gedachten Museum geschenkt. Es besteht dieselbe aus nahe an vierhundert Vögeln, worunter sehr viele seltene und meh— rere bisher noch ganz unbekannte Arten, z. B. ein prächtiger großer weiblicher Condor, zwei wunderschöne Flamingos und zwei sehr seltene schwarzkoͤpfige Schwäne. Außerdem enthalt sie an suͤnftehalbhundert Insekten und einige seltene Reptilten und Conchylien; unter letztern zwei ausgezeichnet schoͤne Exemplare 3. echten Venusmuschel. Alle Gegenstaͤnde sind sehr gut er— alten. ; Den amtlichen Ermittelungen zufolge, sind im Jahre 1834 in der Stadt Magdeburg, mit Einschluß des Militairs, überhaupt 529 Paar getraut worden, und 1699 Kinder (853 Knaben und 8ä6 Mädchen), worunter 216 uneheliche, geboren. Todtgeboren wurden 54 Knaben und 41 Mädchen. Gestorben sind 821 Personen mannlichen und 739 Personen weibtichen Ge— schlechts, zusammen 1560 Personen, von welchen 3 ein Alter von g0 Jahren und daruber erreichten. Es sind hiernach 139 Personen mehr geboren als gestorben. Die Bevoͤlkerung der Stadt betragt nach der neuesten Zahlung, die Garnison nicht mitgerechnet, 41, 501 Seelen.

Kunst⸗Nachrichten.

Die Ausgrabungen von Pompeji fahren fort, an schoͤnen und merkwürdigen Wandmalereien ergiebig zu seyn. Das vorzuͤglich ste Kunstwerk dieser Art, dessen Entdeckung man den leyten Monaten verdankt, ist eine 25 Fuß hohe stehende Leda, welche den Schwan

liebkost; dieses Gemälde soll alle seit den letzten vier Jahren in

Pompeji ans Licht getretene 4hnliche Werke in Zeichnung und Far⸗ benpracht uͤbertreffen. Es befindet sich in der sogengnnten Casi de' Capitelsi eolorato auf der Straße der Fortuna. In einem benach⸗ barten Hause, welches nach einem dort gefundenen Bilde das Haus des Daͤdalus zu heißen pflegt, befindet sich eine großere Composition, welche bei untergeordneten Kunstwerth durch hr sehr reiche und merkwuͤrdige Darstellung Auer Augen auf sich zieht. Es ist das

figurenreiche Bild einer Jagd, welche gegen Eber und Buͤffll⸗—

tet ist, und nach einer aus dem Orient mehrfach berichteten mit Huͤlfe gezaͤhmter Löwen und Tiger gefuhrt wird. Mit

dauern vernehmen wir zugleich mit diesen ünd aͤhnlichen inter

ten Notizen, daß die Sorgfalt, die man solchen kostbaren und .

gaͤnglichen üeberresten des bildenden Alterthums schuldig ist, .

Strenge, mit welcher man ihre Benutzung bewacht, fortwährgh

rästig vorwärts, und liefern, wenn auch in etwas manierirten Zeich

Allgemeine

6 6ts⸗

nachsteht. Indeß gehen die bekannten Hefte des Museo Borbonjen ; 1 l n ! ꝛ]

nungen stark verkleinerten Maßstabs, manche schaͤtzbare Abbssdun jener neu entdeckten, und von Tag zu Tage neuer Berei trun gewaärtigen Denkmaͤler; in größerer Voll taͤndigkelt steht die 6 kanntmächung jener, wie der ähnlichen früher entdeckten, Wen Gemaͤlde dem Vernehmen nach noch immer von Herrn Pros

Zahn zu erwarten, welcher mit seltenen Verguͤnstigungen san Aufenthalt zu Neapel und Pompeji hauptsaͤchlich zu Durchzeich;—— gen und sonstigen Kopieen der Pompejanischen Wandgemälde u

nutzen fortfaͤhrt. . . Aus Ru vo in Apulien wurde bereits vor mehreren Monat, ; ;

Amtliche Nachrichten.

Kronik des Tages.

die Entdeckung eines Grabmals mit Grlechischen Wandmalerehn berichtet, deren genauerer Beschreibung wir entgegen sehen.

Des Koͤnigs Masestaͤt haben in Folge der neuen Justiz— Organisation im Großherzogthum Posen zu Mitgliedern d

1835. 2. Februar.

Meteorologische Beobachtung. Morgens Nachmitt. Abends Nach einmallge 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung 7) 99 . ; ; 2 es Ober⸗Appellationsgerichts zu Posen: . . . . . 2 k 9 die Ober Appellationsgerichts- und Geheimen Justiz⸗Raͤthe Thaupunkt . o M PBlußwarme 1, R. Böck und Wolff, den Landgerichts-Direktor und Geheimen Dunstsaͤttg. Boden wärme ,o ng Justz⸗ Rath Dr. Hevelke, den Ober⸗Appellationsgerichts⸗ Rath Thomas zyk, den Ober⸗Landesgerichts⸗ Rath Gad, die Ober— Rypelntionsgerichts Näthe, Lehmgnn und von Kurcew ski, gi Ober- Landesgerichts Raͤthe Coͤst er und Born, den Ober⸗ ö Ippellationsgerichts⸗ Rath von Topolski, den Ober-Landes— Berliner Börse. zerichts Rath Metz ke, den Ober⸗Appellationsgerichts Rath Den 3. Februar 1835. Hausleutner, den Ober Landesgerichts-Rath Meyer und

. g n bisherigen Landgerichts Rath Fischer; Amtl. Fonds. und Gelii- Gurs Jettel, (Preufa. Cu * . un , zu Posen: ; ,,,, ,, D,, n Ober-Appellationsgerichts, Rath Fromholz, den Ober— e r Se. d . 6 , r . 2 Nkandesgerichts- Rath Ebm ey er, den Ober⸗Appellatiensgerichts⸗ ö. . ö,. , . 2 n Rath von Chelmick i, die bis herigen Landgerichts-Raͤthe Gàde rim. Bei. d. Sec. Kur- u. Reum. do. A l066! ] md Culslem ann, den Justiz-Rath Lette und die bisherigen Kurm. Obl. m. I. C. Behseriscke! do, Eb os] * EÜmdgerichts / Näthe von Forest ier und Roͤscher; Neum. Int. Sch. do. ikst. C. d. E. n. X. * des Ober-Landesgerichts zu Bromberg: Berl. Stadt - Obl. 2X. · Sch. d. K. u. X. 1 en Landgerichts⸗Direktor, Geheimen Justiz⸗ Rath Dr. Neig e⸗ Kõnigzsb. do. aur, den bisherigen Landgerichts-Rath Krause, den Land— Elbing. do. kloll. vollw. uk. ü = md Stadtgerichts Direktor und Kreis-Justiz-⸗Rath Roseno, . . . 1 . do. 1 ien Justiz⸗Rath Flessing und den bisherigen Landgerichts— , ,, k n ah von Kurnatowski . a, 1 zu bestimmen und resp. zu ernennen Allergnäͤdigst geruht, Wechsel- Cours Pr eng (in Des Königs Majestät haben den bisherigen Justiz-Rath . ( Fr, s Amẽsterdum 1414

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ziegfried zum Ober-⸗Landesgerichts⸗Rath und Mitgliede des ber Landesgerichts zu Marienwerder zu ernennen geruht. Se. Majestät haben geruht, dem Direktor der Akademie des bandbaues zu Moegelin, Gutsbesitzer Tha er, den Eharakter ei— ze Landes /⸗Oekonomte⸗ Raths Allergnädtgst zu verleihen und das zaruͤber ausgefertigte Patent Allerhoͤchstselbst zu vollziehen. Des Koͤnigs Majestaͤt haben geruht, dem bisherigen Ober— a ämntmann Lezius zu Frankenfelde den Charakter eines Amts— Ralhs Allergnädigst zu verleihen und das daruͤber sprechende

hatent Allerhoͤchstselbst zu vollziehen.

h. Angekommen: Se. Durchlaucht der Großherzogl. Hessi— 6 sche General⸗ Major, außerordentliche Gesandte und bevollmaͤch—⸗ ae Minister am hiesigen Hofe, Fürst August zu Sayn, Wittgenstein⸗Berleburg, von Darmstadt.

Abgereist: Der Kammerherr, Geheime Legations- Rath, außerordentliche Gesandte und bevollmaͤchtigte Minister am Koͤ— niglich Großbritanischen Hofe, Freiherr von Buͤlow, nach London. . .

Antwerpen, 28. Januar. ;

33 2. Gdepharã =. Wins. 18 Cortes zn Frankfurt a. M., 31. Junuar. 3 e i t un g 8 ö N a ch ri ch t en. Aus landde.

Oesterr. 33 Metall. 101 1901. 43 9831. v3. Rußland.

13 213 2118 Bank- Actien 1874. 1572. Lurt. 90 ig Loose zu 19 G. 218) Preuss. Prüm. -Sch. 625 623. An. 955. —. Holl. 57 Ohlig. v. 1832 98. 716. HPoln. Loose 709 8z Span. Rente A —. 33 5 perp. 257 —. läaris, 28. Januar. ö. ; 39 d 7 ;23 X 684 St. Petersburg, 28. Jan. Se. Majestaͤt der Kaiser 2 id g. ö i haben dem Geheimen Rath und Senator Besobrasoff den Weißen * Ldler-Orden verliehen Und den General-Adjutanten, Baren Geismar, an die Stelle des General⸗Adjutanten Krassowski J., der Kraͤnklichkeits halber auch von seinen anderen Functionen auf ein Jahr lang beurlaubt ist, zum Commandeur des 6ten Infan— terie⸗Corps ernannt.

Die Wirklichen Staatsraͤthe Degay, Direktor im Justiz— Ministerium, Poludenski, Ehren⸗Vormund des Pupillen Raths in Moskau, Schukoff, Civil-Gouverneur von Tschernigoff, Mo⸗ hilewski, Eivil⸗ Gouverneur von Poltawa, Peschtschuroff, Civil⸗ Gauverneur von Pskoff, und von Schroͤder, Civil-Gouverneur von Witebsk, sind zu Geheimen Raͤthen befoͤrdert,

; g 2 Etat 3 , , der . und n n uzzo auspiel in 5 Abth., nach einer alten Novelle, om Corps der Wege⸗Communicationen ist unterm 29. Nevem— geh d J . ber v. J. von Sr. Majestaͤt bestaͤtigt worden. Dieses Corps . n, . wird demgemäß nun aus 3 General. Lieutenants, 18 General—⸗ Königsädtisches Theater. Nrijoren, 23 Obersten, 31 Oberst⸗Lieutenants, àß Majoren und Mittwoch, 4. Febr. Zum erstenmale wiederholt: Eh Capitainen bestehen. . hat er es doch gut gemacht! Lustspiel in 3 Akten, nach Der Oberst Pazowski !, Commandeur der in Abchasien Englischen Idee fuͤr die Deutsche Buͤhne bearbeitet von A stehenden Truppen, ist zum General-Masor ernannt worden, Hlerauf: Der Hagelschlag, Lustspiel in 1 Akt, von A. vom Da der Russische General⸗ Konsul in Triest, wirkliche Donnerstag? 5. Febr. Maria Tudor, Drama in 3 Staatsrath Coronelli, am 28. Oktober v. J. mit Tode abgegan— nach dem Franz. des Victor Hugo, von M. Tenellt. n ist, so haben Se. Majestaͤt den bisherigen Nussischen Vice⸗ nach Regen Urmhpäßlichteit der? Bile. Hähnel kann die ] Konsul dastibst, Grafen Cassini, zum Könsus ernannt, „Norma“ nicht gegeben werden. Die bereiis geloͤsten Der Hofrath Komowski hat fuͤr die Sr. Majestaͤt uͤber⸗ bleiben zur heutigen Vorstellung guͤltig, oder kann der Or reichte, von ihm ins Nussische uͤbersetzte Geschichte der alten und dafur bis 6 Uhr Abends in Empfang genommen werden. heuen Literatur von Friedrich von Schlegel von Sr. Masjestaͤt dem Kaiser, als Anerkennung seines Verdtenstes, eine goldene Tabatire zum Geschenk erhalten.

Die Gesammtzahl der Ehrenbürger ist seit dem Manifest bom 22. April 1832, durch welches diese Klasse von Buͤrgern ins Da⸗ seyn gerufen wurde, bis auf 352 herangewachsen. Davon be— finden sich 53 im St. Petersburgischen, 85 im Mos kauischen

ouvernement, 17 in Liefland und die uͤbrigen in anderen Pro—

vinzen des Reichs. 8 Der , ern h g. sich . * 1 *zthlr. ; Hafer 22 Sgr 6pPf.; Erbsen 1 Rthlr. A ege von Moskau bis Kiew (uͤber Tula) und von St. Pe— . 366 6 nr 17 Bal f pf i ö tersburg bis Kauen (uͤber Duͤnahurg), gegen Leistung der ge— Sonnabend, den 31. Januar 1860. setznäßigen Zahlungen, der Postpferde zu bedienen, und man

Das Schock Stroh 8 Rthlr., auch 6 Rthlr.; der CM sieht daher der baldigen Einrichtung der Diligencen auf den be— Heu 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf, auch 18 Sgr. sagten Post⸗Coursen entgegen.

dito 140 lamburg ĩ RKFurr dito ĩ London Paris Wien in 20 Xr Augsburg.... Breslau Leipzig

3 Woch Kurz

Petershurg Warschau

s wärti ge Börsen. Amster dam, 29. Januar. Niederl. wirkl. Fehuld S8. S8 do. 10043. Aust. Schuld in Kanz-Bill. 28. AE Amort. 98. 3148 7819. Kuss. 99. CGeath go. Preuss. Prüm. - Scheine 1123. do A3 Aul. 100. Span. d 38 273.

Span. 53 A.

53 Rente 107. A5. 323. 33 273. Ausg. Span. Schuld 15.

Königliche Schauspiele. Mittwoch, 4. Febr. Im Schauspielhause: Die Gescht Schausplel in 1 Akt, von Gothe. (Dlle. Klara Stich: riane, als Gastrolle. Hierauf: Der Hirsch, Schausplel j Abth., nach dem Duca di Sabbionela, von C. Blum. Der“ graͤne Domino, Lustsptel in 1 Att, von Theodor Kin (Dlle. Bertha Stich: Pauline, Dlle. Klara Stich: Matle⸗ Gastrollen. ) Billets zum Parquet und den Parquet, Logen sind!

mehr zu haben. ; Donnerstag, 5. Febr. Im Schauspielhause: Corong

Markt Preise vom Getraide. Berlin den 2. Februgr 1835. Zu Lande—

Weißen 1 Rthir 22 Sgr. 6 Pf., auch! 15 Sgr; große Gerstt 1 Rthir. 6 Sgr. 3 Pf; kleine 8e Rthlre 6 Sgr. 3 Pf., auch 1 Rthlr; Hafer 26 Sgr. 3 Yi. 21 Sgr. 3 Pf. ; Erbsen 1 Rhlr. 25 Sgr., auch 1 Rthlr 23 Sg

Fu Wafer: Welfen (weißer) 2 Nihlr., auch 1 Ith Sgr? und I Rthlr. I5 Sgr.; Roggen 1 RNthlVr. 13 Sgt.! auch 1 Rthlr 15 Sgr ; große Gerste 1 Rthlc. 6 Sgr. 3 Pf

Zur Befoͤrderung der . in der Krimm soll es

Redacteur GY ].

versuchs weise 3 Jahre lang erlaubt seyn, Kameele von dort durch Darn? bel a. 8. Han

die Häfen des Schwarzen und Asowschen Meeres und der Do—

eit ung.

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nau und uͤber die Bessarabische Landgraͤnze ins Ausland aus—

zufuͤhren, gegen einen Zoll von 2 Silber-Rubeln fuͤr jedes Kameel.

Qdessa, 13. Jan. Seit drei Tagen ist die hiesige Rhede vom Eise wieder frei, und auch das in den beiden Hafen noch uͤbrige Eis ist schon mit Wasser bedeckt. Es find vorgestern und gestern 9 befrachtete Fahrzeuge von Konstantinopel hier ange— kommen.

Das hiesige Journal enthaͤlt eine Uebersicht uͤber den Handel von Odessa im verflossenen Jahre, worin namentlich daruͤber Klage gefuͤhrt wird, daß der Getraide- Handel in Folge des Mißwachses in den suͤdlichen Provinzen von Rußland noch immer darnieder liegt, auf den doch Odessa's Wohlstand sich hauptsaͤchlich gruͤnde.

Am 3ten d. hat sich die Donau mit Eis bedeckt, und ist die Schifffahrt auf derselben unterbrochen worden.

Frankreich.

Paris, 28. Jan. Der Moniteur enthält eine Koͤnigliche Verordnung vom 22. Jan., nach welcher die zur Deportation und Einkerkerung verurtheilten Personen in die Citadelle Doul⸗ lens im Departement der Somme eingesperrt werden sollen.

Das Journal des Débats enthielt gestern einen Artikel uͤber das Russisch⸗Franzoͤsische Liquidations-Geschäft, worin sich folgende ungeschickte Aeußerung befand: „Das Beste, was in dieser Sache geschehen kann, ist, daß man sich gegenseitig quittirt, und daß Frankreich unter der Bedingung auf seine Reclamatio—⸗ nen verzichtet, daß Rußland dasselbe thue. Hier unsere Gruͤnde: einmal sind wir uͤberzeugt, daß, wenn nach einer jahrelangen Li— quidation Rußland sich als unser Schuldner erweisen sollte, es uns nicht bezahlen wuͤrde; zweitens aber sind wir noch mehr uͤberzeugt, daß, wenn wir etwas schuldig seyn sollten, kein Mini— sterium es wagen wuͤrde, der Kammer den Vorschlag zu machen, an Rußland, als den Repraͤsentanten und Erben Polens, auch nur einen Sou an Entschaͤdigung zu zahlen.“ Daß eine solche Meinungs⸗Aeußerung nicht ungerügt bleiben konnte, ließ sich voraussehen. Im heutigen Renovateur llest man Folgen⸗ des: „Also wenn man Euch schuldig ist, wollt Ihr Euch nicht bezahlen lassen, und wenn Ihr schuldig seyd, wollt Ihr nicht bezahlen? So etwas schaͤmt Ihr Euch nicht zu drucken? Was sind denn in Euren Augen Treue, Rechtlichkeit, Ehre? was die Heiligkeit der Vertrage? Wie ist es moͤglich, daß man sich mit einem so entschiedenen Cynismus uͤber Alles, was dem Men— schen theuer ist, hinwegsetzen kann! Wenn Ihr versichert, Ruß— land werde Euch nicht bezahlen, so ist dies ein Schimpf fuͤr eine Regierung, um deren Allianz Ihr Euch doch bewerbet. Zugleich aber auch ist es ein Gestaͤndniß Eurer eigenen Ohnmacht. Wenn Rußland Euch eine rechtmäßige Forderung nicht bezahlen wollte, so waͤre dies ungerecht und unredlich von seiner Seite; aber es waͤre eben so schwach und feigherzig von Euch, wenn Ihr dar— auf verzichtetet.“

Dem Constitutionne! geben die Ereignisse in Madrid zu folgenden Betrachtungen Anlaß: „Die Haltung der Stadt— Miliz scheint sehr ungewiß gewesen zu seyn; sie hat sich sogar, wie man versichert, geweigert, Feuer zu geben, und man kann nicht daran zweifeln, daß ein mehr oder weniger großer Theil jener Miliz und der Einwohnerschaft mit den Insurgenten sym— pathisirte, oder wenigstens durchaus nicht geneigt war, gegen dieselben zu marschiren. Der beste Beweis suͤr diese Behaup⸗— tung ist das traurige Abkommen, dem man sich unterworfen hat, indem man den Aufruͤhrern vollkommene Amnestie mit den krie⸗ gerischen Ehren bewilligte. Wenn auch in den offiziellen Berichten gesagt wird, daß man den Aufruͤhrern auf ihre in— staͤndigsten Bitten Pardon gewaͤhrt habe, so steht es doch nicht weniger fest, daß im Gegentheil sie es gewesen, die die Bedin— gungen vorgeschrieben, und eine Amnestie gefordert, aber nicht als Gnade erlangt haben. Wir brauchen nicht erst besonders auf die ernsten Folgen aufmerksam zu machen, die aus jener Thatsache in einem Lande entstehen koͤnnen, wo die militairi⸗ schen Insurrectionen immer eine so große Rolle gespielt haben. Wenn wir von der Anhaͤnglichkeit der Spanischen Armee an die Sache der Koͤnigin weniger uͤberzeugt waͤren, wenn wir den Geist der Disziplin und die Geduld des Spanischen Soldaten weniger genau kennten, so mußten wir fuͤrchten, daß die Armee in jenem unseligen Abkommen eine dem Aufruhr gegebene Er— muihigung erblickte. Die Nothwendigkeit, und eine dringende gebieterische Nothwendigkeit kann allein das Betragen des Mi⸗ nisteriums entschuldigen; aber diese Nothwendigkeit muß es be— weisen, und bis dahin muß die oͤffentliche Meinung sich haupt— saͤchlich an den verantwortlichen Minister, d. h. an Llauder hal— ten, der, den glaubwuͤrdigsten Zeugnissen zufolge, in dieser gan— zen Sache eben so viel Ungeschicktheit als Unerfahrenheit gezeigt hat. Nach der Sitzung, die in der Prokuradoren-Kammer stattgefunden hat, ist leicht vorauszusehen, daß Llauder nicht mehr lange Zeit am Ruder bleiben wirs. Die schon vorher gegen ihn vorhandene Opposition wird furchtbare Argumente aus den blu— tigen Unordnungen vom 18tend. schoͤpfen, und es ist nicht wahr⸗ scheinlich, daß Llauder in dlesen Kämpfen von seinen Kollegen sehr lebhaft unterstuͤtzt werden wird, die er selbst, wie man sagt, aus dem Conseil hat vertreiben wollen.“

Die Gazette de France sagt in ihrem Berichte aus Na⸗ varra: „Die Christinos verbreiten das Geruͤcht, daß eine von Lorenzo befehligte Kolonne die Karlisten bei Salvatierra oder Estella geschlagen haͤtte, und daß Iturralde getoͤdtet worden sey. Diese Nachricht ist selbst nach der Aussage des Spanischen Konsuls voͤllig ungegruͤndet. Sie konnen ihr daher kuͤhn wider— sprechen. Die Angelegenheiten gehen fortwährend sehr gut in Navarra. Die Armee Christina's ist der Entmuthigung und der Indisciplin preisgegeben..

Der Herausgeber des „National“, Herr Rouen, und der Herausgeber der „Estafette“, Herr Bouls, sind gestern . eines fuͤr die Person des Koͤnigs beleidigenden Zeitungs-Artikels

von dem hiesigen Assisenhofe in contumaciam, sener zu 2jähriger

Berlin, Donnerstag den 5tn Februar

Haft und einer Geldbuße von 10,000 Fr., dieser zu der Halfte dieser Strafe verurtheilt worden.

In einem Privatschreiben aus Navarra heißt es: „Don Zabala, General Intendant der Armee des Don Carlos, ist durch Sagastibelza ersetzt worden. Dieser Chef genießt jetzt in Folge seines Benehmens im Bastan⸗Thal die gane Gunst Zumalagat⸗ reguy's. Sein Bataillon, das so viele Anstrengungen und An. griffe gegen Elisondo gemacht hat, ist unter die unmittelbaren Befehle des Ober⸗Generals der Karlisten⸗Armee berufen worden. Iturralde ist nicht ganz in Ungnade gefallen, aber man ist mit ihm unzufrieden. Man beklagt sich, daß er den mehrmals er⸗ waͤhnten Transport nach Pampelona durchgelassen habe, ohne den Versuch zu machen, sich dessen zu bemeistern. Sarasa hat das Kommando seines Bataillons verloren, und ist nach Zugar⸗ ramurdi verbannt worden.“

Nach der Sentinelle des Pyrenses ist Herr Etchever⸗ ria, Bruder des Praͤsidenten der Funta von Navarra, der seit einiger Zeit in den Gefaͤngnissen von Bordeaux verhaftet war, nach dem Innern Frankreichs gebracht worden.

Großbritanien und Irland.

London, 28. Januar. Folgendes sind, dem Courier zu⸗ folge, diejenigen Mitglieder der jetzigen Verwaltung, die bei den Parlaments⸗Wahlen durchgefallen sind: Sir Charles Rowley, Sir George Cockburn und der Ritter von Kerry, 3 Maurice Fitzgerald, alle drei Lords der Admiralitaͤt; Herr G. Dawson, Secretair der Admiralitaͤt; Sir George Mur⸗ ray, General⸗Feldzeugmeister; Sir Edward Owen, Secretair des Feldzeug⸗Amts; Herr Planta und Sir A. Grant, Mit⸗ glieder des Ostindischen Bureau s; Lord Tullamore, Kammer⸗ herr. Diesen fuͤgt jenes Blatt noch Herrn Stuart Wortley und Lord Eliot hinzu, welche fuͤr den Fall ihrer Erwaͤhlung zu Un— ter⸗Staats⸗Sectretairen designirt gewesen seyn sollen.

Dem Eourier zufolge sind nunmehr die Resultate saͤmmt⸗ licher Wahlen, mit Ausnahme von 6, bekannt. Von 6562 Mit⸗ gliedern schreiben die Reformer, nach dem bekannten Grundsatze, daß sie Alle, die in der vorigen Session mit den Whigs gestimmt, als die Ihrigen ansehen, sich 40 zu. Noch sind die Wahlen fuͤr die Grafschaft Roß und fuͤr die Orkney Inseln nicht bekannt; auch für die Grafschaften Wexford und Mayo in Irland sind noch Mitglieder zu ernennen, doch sollen die Reformer an dlesen Orten sichere Aussicht auf Erfolg haben. Im Ganzen haben die Schottischen Burgflecken und Staͤbte, deren Waͤhlerschaft eigent⸗ lich erst durch die Reformbill ins Leben gerufen ist, eine sehr enischiedene Opposition gegen die Minister an den Tag gelegt, obgleich die Oppositions⸗-Blaͤtter behaupten, daß man es von Seiten der Tories an Mitteln aller Art nicht habe fehlen lassen, um den Reformern den Sieg zu erschweren: ein Vorwurf, den indessen die Tories ihren Gegnern zuruͤckgeben. In Hoch⸗Schott⸗ land soll der Herzog v. Gordon, einer der maͤchtigsten Aristokraten des Landes, Alles aufgeboten haben, um den Obersten Leith Hey, eines der angesehensten Mitglieder der liberalen Partei, zu verdraͤngen, aber alle seine Bemuͤhungen mißlangen. Unter den letzten Irlaͤndischen Wahlen ist noch die fuͤr Kerry zu erwaͤhnen, auf welche die Re⸗ gierung besonderes Gewicht gelegt, weil sich daselbst Hr. Fitzge— rald, einer der Lords der Admiralität, gemeldet hatte, welcher den Titel eines Ritters von Kerry fuͤhrt, indem sein Haus seit Jahrhunderten große Besitzthuͤmer in jener Grafschaft hatte, die von seinen Vorfahren ohne Ausnahme im Unterhause repraäsen⸗ tirt wurde. Er ist indessen von John O'Connell, Sohn des Agitators, und Hrn. Mullins, ebenfalls einem Anti⸗Unionisten, verdrangt worden. Außer ihm und Sir G. Murray sind noch 9 andere hohe Ministerial⸗Beamte durch die Wahlen vom Un⸗ terhause ausgeschlossen, und man glaubt daher, daß die Minister sich genothigt sehen werden, mehrere Unter-⸗Staats-Secretair⸗ Posten durch andere Personen zu besetzen, die Sitz im Parla⸗ mente haben, um die Veranschlagungen der einzelnen Verwal⸗ tungszweige vertheidigen zu konnen.

wei den Irlaͤndischen Wahlen ist es, wie schon erwahnt, sehr unruhig hergegangen. Die Bevoͤlkerung des platten Landes steht allenihalben unter den Waffen, nicht aus Widersetzlichkeit gegen die Behoͤrden, sondern aus Parteigeist. Die blutigsten Händel fanden unter den verschiedenen Parteien statt. Aus Ar— magh, der Residenz des Primas von Irland, 25 Stunden von Dublin, schreibt man, daß zwischen dieser Stadt und Mop Handlungen des Vandalismus in den Doͤrfern begangen worden. Zu Anahag-Bog wurden mehrere Haͤuser verheert und ein—⸗ eaͤschert; eine Person soll dabei ermordet worden seyn. Die rtillerie von Charlemont und die Besatzung von Ar— magh haben Befehl erhalten, sich nach den umliegenden Städten zu begeben, um wahrend der Wahlen dort zu bleiben. Zu Anahag“ Bog scheint die katholische Par⸗ tei die Oberhand zu haben. Die Nachrichten von Charlemont geben eine traurige Vorstellung von dem Zustande des Landes. Da die Bewohner der Flecken und Land-Gemeinden Anahag, Kilmore, Knock-County und Tullyguinigan horten, daß einige den Obersten Verner, welcher sich von Armagh nach Tullygui— nignan begab, begleitende Personen gegen Katholiken Unfug be— gangen hatten, kamen sie des Abends, mit Flinten, Sicheln und Schaufeln bewaffnet, zusammen und griffen alle diejenigen an, welche sie auf der Straße von Charlemont trafen und fuͤr Pro⸗ testanten hielten. Die Protestanten und Orangisten vereinio zen sich ihrerseits, so daß man die groͤßten Erzesse befuͤrch tete. Auf mehreren Punkten haben Feuersbruͤnste stattgesunden. In Bel fast sind sogar mehrere Haͤuser heruntergerissen worden, und die Protestanten haben eine katholische Kapelle demzmürt. Als Zeichen der den Konservativen guͤnsigen Stimmung des Landes fuͤhren die ministeriellen Blatter, außer dem bei den Wah⸗ len im Vergleich zu dem vorigen Parlamente erlangten Zuwachs von 103 Mitgliedern, die starke Gpposition an, welche die kon⸗ servativen Kandidaten bei einzelnen Wahlen den Radikalen, zum Beispiel den Herren Hume und O Connell, entgegenzustellen ver⸗ mochten, und dann das Durchfallen einiger Repealer in Irland,

wie der Herren O Connor und N. O'Connell, einiger angesehener

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