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gersohn des ehrwuͤrdigen Herzogs von Gramntant und Schwa⸗ ger des Herzogs von Guiche.“
Ein Korrespondent des Courier theilt demselben seine An⸗
sichten uͤber den letzten Militair-Aufstand in Madrid mit und bemerkt in dieser Hinsicht unter Anderem: „Seit der Herzog von Wellington, Sir Robert Peel, der Graf von Aberdeen und Sir Edward Knatchbull dazu berufen wurden, Englands Ge— schicke ö. leiten, ist von Seiten der Spanischen Agenten des neuen Koͤnigin zur Annahme einer ruͤckgaͤngigen Politik zu bewegen, die Ofalia's, Zea Bermudez und Burgos wieder ans Ruder zu bringen und auf diese Weise die Gunst der Tories fuͤr die neue Ordnung der Dinge in Spanien zu gewinnen. Martinez de la Rosa und Toreno, die Beide den sehnsuͤchtigen Wunsch hegen, ihre Gebieterin, die Koͤnigin-Regentin, von den Tories anerkannt zu sehen, und die Beide zu je— dem Opfer bereit sind, um zu ihrem Ziel zu gelangen, haben diesen Agenten Gehoͤr geliehen, haben die Moͤglichkeit in Erwaͤgung gezogen, den General Llauder los zu werden, ihn nach Catalonien zuruͤckzusenden und wieder zu gemaͤßigten Maͤn⸗ nern und gemaͤßigten Maßregeln zuruͤckzukehren, und haben dies Alles zu offen gethan, als daß es dem General Llauder und den ihm ergebenen Truppen haͤtte entgehen koͤnnen. So fuͤhrte der Wunsch der Koͤnigin⸗Regentin, Martinez de la Rosa's und To— renos, den Tories zu gefallen und ihre Billigung zu erlangen, zu einem Militair-Aufstande in der Hauptstadt und zu bekla— genswerthem Blutvergießen. Wahrscheinlich wird nun die Köoͤ— nigin den General Llauder beauftragen, ein neues Ministerium zu bilden und es aus entschlosseneren, eisrigeren und ihaͤtige⸗ ren Männern zusammenzusetzen, als Martinez und selbst Toreno sind. (Man vergleiche hiermit die Nachschrift zu dem gestrigen Blatte der St. Ztg., wo die entgegengesetzte Meinung in Bezug auf den wahrscheinlich bevorstehenden Mi⸗ nisterwechsel in Madrid geäußert wird. Dies ist die Antwort der Spanischen Armee auf die Versuche der Spanischen Agen⸗ ten des Englischen Ministeriums, die Koͤnigin und ihre Regie— rung zu einem sogenannten gemäßigten Toryismus zuruͤckzufüh⸗ ren. Jene Empörung ist um so ernsthafter und bedenklicher, als sie von den Truppen der Stadt⸗Miliz nicht unterdrückt wurde, und wenn die Koͤnigin-Regentin es versucht haͤtte, Ge⸗ walt statt Milde anzuwenden, so waͤre sie vermuthlich entthront und ihre junge Tochter unter die Obhut einer von dem Volke ernannten Regentschaft gestellt worden. Dieses Ereigniß kann eine Lehre fuͤr die Koͤnigin⸗Regentin seyn. Sie hatte viei— leicht zu glauben angefangen, daß die Spanier das, was um sie vorginge, mit gleichguͤltigen Augen ansaͤhen, und daß, weil die Emeuten und Aufsstaͤnde abgenommen hatten, Apathie an die Stelle von Energie und Lauigkeit an die Stelle des Eifers ge— treten sey. Dies war aber ein sehr großer Irrthum von ihrer Seite, und sie muß ihn jetzt einsehen. Es zeigt sich, daß es un⸗ moͤglich ist, in Spanien eine justé-milieu⸗Regierung oder Ver— waltung zu begruͤnden. Spanien muß entweder zu Don Carlos uruͤckkehren oder auf der Bahn der Revolution fortschreiten. Die Armee selbst, die nichts thun, als gehorchen soll, hat es sich herausgenommen, ein Urtheil abzugeben. Sobald dies aber erst der Fall ist, — und daß es so steht, wird durch solche Revolten, wie die vom 18ten, zur Genuͤge bewiesen, — so bleibt einer Regierung nichts Anderes uͤbrig, als vorwärts zu schreiten oder sich stuͤrzen zu lassen.“
Der Courier selbst aͤußert sich in derselben Beziehung fol⸗ gendermaßen: „Vielleicht glaubt man, daß Aufstaͤnde, durch Karlistische Emissarien angestiftet und unterstuͤtzt, das Mittel en, einer Partei in Spanien den Sieg zu verschaffen. Solche
ersuche werden aber, sie moͤgen nun im Namen des Don Carlos oder in dem der Verfassung von Cadix unternommen werden, gleich verderblich fuͤr die Sache der Freiheit daselbst seyn. Bis jetzt jedoch sind wir uͤber die Beweggruͤnde der Meu, terer und uͤber den Beistand, auf den sie rechnen mochten, noch u sehr im Dunkeln, als daß wir uns uͤber die Ursachen des ufruhrs oder seiner wahrscheinlichen Folgen schon ein Urtheil bilden konnten, wiewohl der allen Empdreen gewährte Pardon und freie Abzug, insofern ein Mangel an Vertrauen zu der Stadt- Miliz der Grund dazu gewesen zu seyn scheint, keine gute Vorbedeutung fuͤr die jetzige Spanische Regierung ist.“
Deut sch land.
Kassel, 3. Febr. In der Versammlung der Staͤnde am 2. Februar erklärte der Vice⸗Praͤsident, daß diese außerordent⸗ liche Sitzung auf Verlangen der Landtags- Kommisston anbe— raumt worden sey, weil Se. Excellenz der Minister des Innern der Staͤnde⸗Versammlung, Namens der Staats⸗Regierung, eine Mittheilung machen werde. — Der Minister des In— nern äußerte sich demnach folgendermaßen: „Seit dem Wiederzusgmmentritt dieser hohen Versammlung hat bereits mehrfach ein Gegenstand deren Verhandlungen ausge— füllt, der, so wie er an sich einer leichten Loͤsung faͤhig erscheinen inoͤchte, guf der anderen Seite eben so wichtig und eingreifend hin⸗ sichtlich der Verhaͤltnisse sich darstellt, auf die er nicht nur zunaͤchst, sondern vorzugsweise mittelbar seine Einwirkung erstreckt, Gerade deshalb nimmt derselbe die Vorsorge der Regierung in hohem Grade in Anspruch, und es ist derselbe Ihrer pflegenden, huͤlfreichen Theil= nahme so gewiß, als dabei die Sicherung der Landstandschaft mit ur Sprache kommt. Von einer allseitigen Verpflichtung muß aber te Rede seyn, wenn es sich davon handelt, Gefahren vorzubeugen, die dem eben beruͤhrten Verhaͤltnisse drohen. Es wuͤrde Verblen⸗ dung senn, leugnen zu wollen, daß, nach dem gegenwartig vorlie⸗ genden Zu stande es nicht möglich feyn würde, an die Stelle ein es etwa abgehen den von Städten gewählten Deputirten die Wahl ei⸗ nes andern zu bewirken, da jetzt fast dberall die Stadtraͤthe fehlen, aus welchen die Wahl -Kommission zu bilden ist, und wenn etwa gar allgemein neue Wahlen vorgensmmen, werden muͤßten, auch die Land-Wahlbezirke sich außer Stande befinden würden, die Wah⸗ len zu volgsehen. Es Lann, wie gesagt, gar nicht zweifelhaft feyn, daß sich ah wechsciseitigen Bemühungen vereinigen müssen, um diesen bedenklichen Zustand aus dem Wege zu raͤunien, und daß da⸗ her, wenn irgend wo, hier Verständigüng noͤthig ist, um den ge—⸗ fetzlichen Ausspruch möglich zu machen. War bisber eine Vereini— ung der g rn gt elungen, 6 kann das Beharren bei entgegen⸗ ger Ansichten sicherlich nicht in der Freude an einem solchen Wlderspruche seinen Grund haben. Die Reglerung will nur des TCandes Bestes befördern; und ein Vertrauen in eine gleiche Gesin⸗ nung dieser Versammlung hier auszusprechen, dazu fordert ja Alles auf, was sich nur in Betracht ziehen laßt. Nur die Sache an sich kann demnach ins Auge gefaßt werden, und nur in der versch iede= nen Ansteht über die Wahl der Mittel zu dem ein en 3wecke kann per Grund der mangelnden Vereinigung liegen. Wie wichtig der hreglerung Aurträg: der Stande - BVersammiung sind, bewei= en fast alle erlassenen Gesetze da sie, mit ganz ünwesent⸗ Iich en 9 . überall ständische Vorschlaͤge enthalten, die von der Reglerung. senctiogse sind, nr darf ich, mich, um bei den neuesten, die erwaͤhnte BVereltwiligkeit der Regierung darlegenden Belspielen stehen zu bleiben nur ai. das wieder vor⸗ gelegie Volks⸗Schulgesetz beziehen, welches fast überall die Annahme
nglischen Ministeriums ein Versuch gemacht worden, die
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staͤndischer Beschluͤsse bekundet. So beabsichtigt die Regierung, in keiner Weise die Bedeutung der Antraͤge der . Versammlung irgend zu verkennen; bei deren ernstlicher Erwägung, und, wenn sie damit sich nicht vereinigen kann, bei Angabe der desfalligen Gründe, findet sie sich in dem Falle einer verfassungsraäͤßigen Verpflichtung. In gleicher Weise verfährt diese hohe Versammlung, wohl erwaͤgend, daß ohne eine Verstaͤndigung in der Gesetzgebung kein Schritt ge⸗ schehen kann. Bei solcher Lage der Verhaͤltnisse schwindet mir jeder Zweifel an dem Gelingen der nur auf einen Zweck, den, das Ange⸗ messenste zu finden, gerichteten Thaͤtig keit. Die bisherige Grund⸗ lage der Verhandlungen uber die Wirksamkeit der aͤlteren Gemeinde— Beamten hat zu keiner Uebereinstimmung gefuhrt. Es ist daher am raͤthlichsten gefunden worden, eben diese Grundlage der Verhandlungen aus dem Wege zu raͤumen, und ich habe deshalb Namens der Re⸗ gierung die desfallsige Gesetzesvorlage fuͤr zuruͤckgezogen zu erklaͤ⸗ ren. Ging die Ansicht der hohen Versammlung nach Maßgabe der stattgehabien Verhandlungen, an die ich nicht weiter erinnern will, dahin, ein jedes 5 der Ausfuͤhrung der Gemeindeordnung zu verhindern, — so stimmt mit dieser Absicht die Regierung vollig uͤberein, und wenn sie uͤber die dermalige Zweckmaͤßigkeit des des—⸗ lalls gewaͤhlten Mittels zu einer nicht eben so beistimmen den Erklaͤ—⸗ rung sich veranlaßt sah, so mußte doch der Zweck des staͤndischen Vorschlags um so mehr erwogen und darauf, wie demselben nachzu⸗ kommen sey, ernstlich Bedacht genommen werden. Der neue Ge⸗ setz Entwurf, den ich hiermit vorzulegen die Ehre habe, enthält das Resultat dieser Erwaͤgung und ist, wie die Regierung zuver— sichtlich glaubt, so eingerichtet, daß sich derselbe die Beistimmung dieser hohen Versammlung versprechen kann. Es mußte auch ferner der lange Zeitraum seit der durch das Gesetz ver⸗ loren gegangenen Amts - Eigenschaft der Gemeinde ⸗Behoͤr⸗ den beachtet und darauf Rücksicht genommen werden, daß wohl hin und wieder ohne gebörige Auffassung der Folgen des Gesetzes zum Besten der Genieinden Handlungen vorgenommen seyn koͤnnten, zu der die gesetzliche Ermaͤchtigung fehlte. Damit auch in dieser Hinsicht Schaden abgewendet werde, worauf eben wohl mehrere Aeußerungen in dieser Versammlung hindeuteten, hat man geglauht, durch das neue Gesetz die verloren gegangene Amts⸗Eigenschaft der Gemeinde-Behörden denselben als beigelegt gewesen zuzusprechen. An Ihnen, meine Herren, ist es nun, durch Eintraͤchtiges Zusammenwirken ein Gesetz zu Stande zu bringen, dessen Nothwendigkeit in dem Umfange der Proposition Niemand lebendiger als ich empfinden kann.“ ; Demnaͤchst uͤberzab der Minister einen Gesetz-Entwurf, die Fristen der Restitutions⸗Gesuche gegen Versaͤumungen von Fri⸗ sten und Terminen betreffend. Der Minister verließ sodann
den Saal. — Auf den Antrag des Vice⸗Praͤsidenten wurde dann
der erstere der beiden Gesetz⸗-Entwuͤrfe dem fuͤr die Gemeinde— Ordnung bestellten Ausschuß, der letztere aber dem Rechtspflege⸗ Ausschuß zur Pruͤfung uͤberwiesen.
Der in der obigen Sitzung vorgelegte neue Entwurf eines Gesetzes, die einstweilige Bekleidung der Gemeinde⸗Aemter durch die bis zum Schlusse des Jahres 1834 in Wirksamkeit gewese— nen Gemeinde⸗Beamten betreffend, ist folgenden Inhalts:
„Von Gottes Gnaden Wir Friedrich Wilhelm ꝛzc. ꝛc. erlassen, nach Anhoͤrung Unseres Gesammt⸗ Staats- Ministeriumg und mit Zustimmung der getreuen Landstaͤnde, folgendes Gesetz: Die bei der Verkuͤndigung der Gemeinde⸗Ordnung vorhanden gewefenen Ge⸗ meinde⸗Beamten sollen uͤberall, wo nicht die nach diesem Gesetze neu zu wählenden Gemeinde⸗Beamten in ihr Amt schon eingetreten sind, zu dem Zwecke wieder in Dienstthaͤtigkeit treten, um die theils hinsichtlich der Wahlen der neuen Gemeinde⸗Beamten den Orts— Vorstaͤnden durch die Gemeinde⸗Ordnung auferlegten Verrichtungen vorzunehmen, theils aber auch sonstige zur Gemeinde⸗Verwaltung ge⸗ höͤrige Geschaͤfte in so weit zu besorgen, als solche ohne Nachtheil fuͤr die Gemeinden nicht bis zum Dienst-Eintritt der neuen Beamten aufgescho⸗ ben bleiben koͤnnen, auch nicht die Wirksamkeit des in Folge der Gemeinde⸗ Ordnung neu eintretenden Gemeinde⸗Ausschusses gesetzlich erfordern. Die einstweiligen Ortsvorstaͤnde haben daher, so weit dieses nicht geschehen ist, die Wahlen der neuen Gemeinde- Behoͤrden unverweilt einzuleiten und in thunlichst kurzer Frist vollfüͤhren zu lassen, und werden wegen jedes deshalbigen Verzugs insbesondere fuͤr verant⸗ wortlich erklaͤrt Auch wird den betreffenden Behoͤrden zur beson⸗ deren Pflicht gemacht, alle auf die Wahlen und den Dienstantritt der neuen Gemeinde⸗Behoͤrden bezuͤglichen Geschaͤfte mit vorzugs⸗ weiser Befoͤrderung vorzunehmen. Bie nach diesem Gesetz den bei der Verkuͤndigung der Gemeinde⸗Ordnung vorhanden gewesenen Ge⸗ meinde⸗ Beamten wieder zukommende Eigenschaft als solche soll, ruͤcksichtlich der von ihnen etwa inzwischen vorgenommenen Amts⸗ handlungen, als denselben von dem Anfange dieses Jahres an bei⸗
gelegt betrachtet werden.“ ;
Kassel, 29. Jan. (Schw. Merk.) Der Kampf zwischen dem Ministerium und der Staͤnde-⸗Versammlung wegen Voll— ziehung der verabredeten Gemeinde⸗Ordnung scheint einen stets ernsteren Charakter anzunehmen, indem keiner der beiden Theile Geneigtheit zur Nachgiebigkeit an den Tag legt, und es laͤßt sich nicht sagen, wie dieser Zwiespalt noch endigen wird. An vielen Orten aber, wo die fruͤheren Gemeinde? Beamten ihre Verrichtungen eingestellt haben, sind Unordnungen zu besorgen, wenn nicht an deren Stelle die neuen Beamten in Wirkfamkeit treten. Die Staͤnde⸗Versammlung hat in der Sitzung vom 28. Januar wieder einen neuen, von ihrem Praͤsidenten in dieser Sache gemachten vermittelnden Vorschlag (wie bereits gemelden) mit nur 20 gegen 19 Stimmen verworfen.
— — Weimar, 3. Febr. Die Tage des Februars kehren jetzt wieder, in welchen unsere Stadt und das Land aufs neue erwuͤnschte Gelegenheit haben, die Empfindungen an den Tag zu legen, welche jeden Weimaraner gegen sein Hohes Fuͤrsten— haus beseelen, dem er die Ruhe, die verbreitete Zufriedenheit und die große Ordnung, die in allen Verwaltungszweigen des Landes herrschen, verdankt. Das erste Fest dieses Monats feier⸗ ten wir gestern, namlich das Geburtsfest unseres Großherzogs. Durch die Anwesenheit Ihrer Durchlauchten des Herzogs und der Prinzessin Marie von Sachsen-Altenburg, Ihrer Hoheit
der Prinzessin Paul von Wuͤrttemberg, Sr. Durchlaucht des
Erbprinzen von Schwarzburg-Sondershausen, se wie des Kai— serl. Oesterreichischen Gesandten, Grafen von Colloredo, mehre— rer Koͤnigl., Preußischen Generale und hoͤherer Offiziere aus Erfurt, welche sich hierher begeben hatten, um dem allverehrten Fuͤrsten ihre Gluͤckwuͤnsche darzubringen, wurde die Feier dieses Tages noch erhoht. Abends im Theater, dessen Raume ge— draͤngt voll waren, wurden Se. Koͤnigl. Hoheit mit jenen Zei⸗ chen der Liebe und Freude empfangen, welche zu geben die Lan⸗ des⸗-Einwohner so gern jede Gelegenheit ergreifen. Man gab neu: „Die drei Wuͤnsche“, Oper von Raupach und Lowe, welche von dem Ober-Intendanten, Ober⸗Marschall von Spie— gel, sinnig, kunstreich und dem Tage angemessen in die Scene gesetzt war. Heute vereinigt ein Ball die zahlreichen Gäste und die naͤchsten Umgebungen des Großherzogl. Hauses im Residenz- Schlosse. — Se. Koͤnigl. Hoheit der Erdgroßherzog ist auf sei—⸗ ner Reise nach Italien gluͤcklich in Pisa eingetroffen und wird vermuthlich jetzt in Rom seyn. — Seit dem Anschluß unseres Landes an den Deutschen Verband hat sich auch hier ein Gewerbe, Verein gebildet, der bereits einen ziemlichen Ümfang erlangt hat, und dessen Wirkung und Einfluß ersprießlich zu werden allen Anschein hat. — Se. Königl. Hoheit der Groß⸗ herzog haben den Legations⸗Rath Karl Panse auf den Vor⸗
schiag. des Hber, Konsistortums zum Professor der Geschicht. im Gymnasium ernannt und den Schuͤtze (aus Magdeburg) den
Deutschen Literatur am hiesigen bekannten Gelehrten Dr. St. Charakter als Hofrath ertheilt.
Meiningen, 27. Jan. Ihre Koͤnigl. Hoheit di fuͤrstin von Hessen ist in Begleitung ihrer en bar,
zessin Karoline von Kassel zum Besuch Ihrer zweiten Tochin,
unserer Herzogin, hier eingetroffen und in dem erzogl. Schiss
abgetreten. Wie man hoͤrt, wird die Fuͤrstin die ganze Fa
Zeit hier zubringen, um sich mit eigenen Augen von 3 Gesundheits-Zustande der Herzogin, die jetzt außer aller Gestjst ist, zu überzeugen.
Munchen, 31. Jan. (Nuͤrnb. Korr.) Ihre Maseht⸗ die Koͤnigin-Wittwe befindet sich, zum Troste der Arn n Bedraͤngten, wieder besser. — Der am Mittwoch den 2dsten stattgehabte Kammerball, auf welchem beinahe alle auswirtign Gesandten zugegen waren, war außerordentlich glaͤn zend. Mehrere sehr reiche Privaten haben sich bereits vereinigt, un wollen ein großes Kapital zu dem Zwecke vorschießen, den klein besoldeten Staatsdienern und sonstigen Kanzlei Individuen an ein Drittel Besoldungs-Abzuͤge und Monatscheine Vorschis zu machen; dies waͤre das einzige probate Mittel, um die hy dra des graͤßlichsten Wuchers, der der Ruin der bravsten in wackersten Familien ist, zu ersticken. Die Statuten und die zenzgesuche hierzu werden demnaͤchst der Königl. Regin übergeben werden, und bei derselben ohne Zweifel die erwůuns⸗ Bestaͤtigung erhalten. Vier junge Geometer von der hiesigen Steuer Kataster jn mission haben dieser Tage von der Griech ischen Regierung ein Ruf nach Athen mit einem jährlichen Gehalte von g00 Fl. n einem Reisegelde von 250 Fl. erhalten und denselben auch s reitwillig angenommen. Von der großen Anzahl der hiesijn Geometer, denen sich nach der baldigen Beendigung der Vn messung Bayerns schlechte Aussichten darbieten, wollen sich meisten nach Griechenland begeben, welches zum Behufe eln neuen Steuer-Regulirung in feinem ganzen Umfange ausgem sen werden soll.
Muͤnchen, 1. Febr. Das Bayerische Reg ie rung Blatt enthalt folgende Koͤnigl. Verordnung: „Ludwig, in Gottes Gnaden König von Bayern 2c. Nachdem mit der vn Uns und von saͤmmtlichen Mitgliedern des Deutschen Bunn ertheilten Zustimmung in der 35sten Sitzung der Bundes- Vn sammlung vom 13. Nov. v. J. nachstehender Beschluß gest worden ist: „„Da sich ergeben hat, daß die im Artikel 2h Bundes⸗-Akte enthaltene Bestimmung wegen Verschickung he
Akten auf eine Deutsche Fakultaͤt oder an einen Schppenstus
zur Abfassung des End-⸗Urtheils zum Theil auch auf Pohssh und Kriminal⸗-Erkenntnisse ausgedehnt worden ist, eine ö. Auslegung aber nicht im Sinne jenes Artikels liegt, so⸗ klaͤrt die Bundes-Versammlung, daß der gedachte Artikel 12 Bundesakte nur auf Civilstreitigkeiten Anwendung Ffinzn konne,““ so haben Wir nach Vernehmung Unseres Gesamm Ministeriums beschlossen, und verordnen hierdurch zur vollstin⸗ digen Erreichung des durch obigen Bundesbeschluß heab sichtigin Zweckes, daß die bei den Juristen-Fakultaͤten Ünserer Landez Universitaͤten nach den organischen Normen (jedoch mit geseh licher Ausnahme aller inlaͤndischen Rechtssachen) zur Zeit not bestehenden Spruchkollegien sich kuͤnftig uberhaupt der Annahme von Akten in Kriminal- und Polizeisachen aus den Staqunn und Gebieten des Deutschen Bundes enthalten sollen, was zu Nachachtung hiermit oͤffentlich bekannt gemacht wird. Muͤnchth, am 29. Januar 1835. Ludwig.“ .
Der Bavperische Landbote schreibt: „Der Nachricht i Beziehung auf die Leuchtenbergische Gemaͤlde⸗Gallerie und R bliothek konnen wir auf das bestimmteste widersprechen. Es s und kann vielmehr gar nicht die Rede von einer Transportirun nach Portugal seyn, da diese Kunstschaͤtze einen Theil des Leut tenbergischen Familien- Fideikommisses bilden, welches nach on Bestimmungen des Ehevertrags zwischen Herzog August un Donna Maria nicht auf die aus dieser Ehe hervorgehenden Kh der vererbt. Die Bewohner Muͤnchens, so wie die diese ö denzstadt besuchenden Fremden werden sich daher des Besuchn . er ausgezeichneten Gemaͤlde⸗Sammlung noch ferner erfrehh
nnen.“
Aschaffenb urg, 2. Febr. Aus Orb hat man die traut Nachricht von einem dort vorgefallenen hoͤchst beklagenswertsh Ereignisse erhalten. Am 31. Jan. Abends zwischen 6 und 71 ward naͤmlich der Königl. Landgerichts-Aktuar Roͤsch, als er st aus dem Landgerichts-Gebaͤude nach Hause begab, unterwe in der Stadt selbst meuchelmoͤrderisch erschossen. Es scheint boshafteste Rache wegen strenger Pflichterfuͤllung diese verrucht w zu haben. Die gerichtliche Untersuchung ist beresf eingeleitet. ö
Wiesbaden, 1. Febr. Zufolge des juͤngst erschieneng Verordnungsblattes haben in dem Herzogthume mehrere Vn aͤnderungen und Besoͤrderungen, namentlich unter den Herz CTivil- und Hof / Dienern, stattgefunden. So ist unter Anden der bisherige Kaͤmmerer, Oberst- Lieutenant und Fluͤgel-Adjutmm Baron von Breidbach-Buͤrresheim, zum Ober⸗Stallmeister, bt Major Baron von Bose zum Hofmarschall, der Geheime Legs tions- Rath von Fabinius zum Geheimen Rath, der Kammh⸗ junker von Marschall zum Assessor, und der Hof⸗Commisstt Dreßler zum Geheimen Hofrath ꝛc. c. ernannt worden. Au hat der bisherige Domherr Bausch nach erlangter Paͤpstlicht Confirmation die landesherrliche Bestaͤtigung als Bischof vnn Limburg erhalten.
Spanien.
— — Madrid, 20. Jan. Nachdem ich Ihnen in mil nem letzten Schreiben einen Bericht uͤber die blutigen und str die Wurde unserer Regierung nicht sonderlich ehrenvoll abgelmm fenen Ereignisse des vorgestrigen Tages mitgetheilt, sey es m auch verstattet, Sie auf einen anderen Schauplatz, naͤmlich den unseres Gebirgskrieges, der sich jedoch der Hauptstadt sehs immer mehr zu naͤhern scheint, zu fuuͤhren. Es uͤegt das Sch ben eines Reisenden vor mir, welcher sich eben in V aufhaͤlt, und dessen Inhalt mit den Berichten unserer Hof⸗ h tung nichts weniger als übereinstimmend ist. „Gestern Abend heißt es in diesem Schreiben, das vom Gten d. M. datirt „traf hier der General Caratala sowohl mit seiner eigenen 2 vision als mit der von Biscaya ein. Diese Truppen haben m den vom General Zumalacarreguy selbst befehligten Nayvarres und zwar unter den Augen des Don Carlos, ein blutiges E fecht zu bestehen gehabt, welches in dem Geburtsorte Zuma! carreguy's stattfand. Der Ort heißt Horamaesteguy, und i ungefähr eine Stunde von Villareal und Zamaraga bei Vin franca entfernt, wo die Navarresen sich acht Tage lang aug
und l bald
ltorl Hieß 12 fuͤhrte nnen und 10060 Seeleute unmittelbar, und mit denen, die
ebens auf einen Angriff der Christinos gewartet 4 ö alf jenes Zusammentreffen bei dem ge⸗ n 5rte statt, wo zwei Tage lang ein moͤrderisches ö unterhalten wurde. Das Ende davon war, daß tchristin os auf schmachvolle Weise die Flucht ergrif⸗ von den Navarresen bis nach Vergarg verfolgt . Das Regiment Cordova allein hat 13 Offiziere ver⸗ . Corps des Generals Jaureguy buͤßte, außer vielen n und Verwundeten, zwei Offiziere und eine sehr große Hl Soldaten ein, die von den Karlisten zu Gefangenen ge⸗ ü wurden. Am schlimmsten ist es dem Corps des Generals arteto ergangen, das sich, nachdem seinem Anfuͤhrer ein vunter dem Leihe erschossen und mehrere Offiziere verwun⸗ orden waren, foͤrmlich aufgelöͤst hat. Die Navarresen be⸗ J. len sich mit gefaͤlltem Bajonnet der Kanonen, so daß Ca—⸗ ug weder aus noch ein wußte. Der Letztere wird jetzt, vielleicht mit Unrecht, als ein Feigling bezeichnet, besonders er nicht einmal den Muth gehabt hat, sich allein von Ver⸗ nach Vitoria zu begeben, und sich vielmehr von den trau— Ueberresten seines ganzen Corps, die etwa noch aus ohh Mann bestehen, hierher hat begleiten lassen. Don Car— s setzt an der Spitze von 12 Bataillonen unter dem Be⸗ umalacarreguy's, denen sich nun auch noch Villalobos und rind mit ihrer ganzen Kavallerie angeschlossen haben. Die u- Garde wird von Villareal und Ibarrola kommandirt. mand, der diese Truppen am Zten d. in der Naͤhe von gas gesehen hat, versichert, daß sie große Vorraͤthe von sin mit sich fuͤhren.“ . Türkei.
Lonstantinopel, 19. Jan. Nach langer Pause ist heute zer einnal ein Blatt des hoͤchst unregelmäßig erscheinenden zniteur Ottoman ausgegeben worden. Es enthält neben en Dingen, die bereits vor laͤngerer Zeit von der Tekw eim i fass gemeldet worden, unter Anderm Folgendes; „Der main Ricolas Chiefala aus Zante hat uns uin die Aufnahme nachstehenden Artikels ersucht. Der Fuͤrst von Serbien hatte Ubsicht, eine Korvette von 28 Kanonen erbauen zu lassen, sie Sr. Hoheit dem Sultan zu uͤberreichen. Der Capitain zsala übernahm die Ausführung dieser Arbeit, und verpflich⸗ sch zugleich, die Korvette unbeschaͤdigt nach Konstantinopel bringen. Er hatte bereits zu Brif-Palanca in Serbien ein rst anlegen lassen, als anderweitige Anerbietungen, welche heilhafter schienen, von dem Fuͤrsten angenommen wurden. neuen Unternehmer, denen es an den noͤthigen Kenntnissen le, um die unvermeidlichen Schwierigkeiten zu uͤberwinden, sten bald das Werk aufgeben, indem sie vorschuͤtzten, die au habe nicht Wasser genug fuͤr eine Korvette. Der Capitain ffala hat jedoch zu seiner Rechtfertigung eine Denkschrift be⸗ 6 gemacht, worin er erklart, daß die von den Erbauern an— benen Hindernisse gar nicht existiren, oder wenigstens leicht äberwinden seyen. Er versichert, daß nicht nur eine Korvette, ern auch eine Fregatte in Brif⸗Palanca vom Stapel laufen ehne Gefahr die Donau hinunter nach Konstantinopel ge⸗ zt werden koͤnnte. Zum Beweise fuͤhrt er die wohlbekannte ztsache an, daß er eine unter seiner Leitung zu Semendria sute Brigg uber Riffe, wo die Wassertiefe nicht uͤber 5 — 6 ß betrug, gluͤcklich nach Widdin, und von dort, mit Getraide den, nach Galatz gebracht habe. Nun wuͤrde aber die auf em Werft jenseit der Gerdap-Felsen erbaute Korvette, die nur Fuß tief geht, mit weit geringerer Schwierigkeit die Fahrt Konstantinopel machen konnen. Er giebt ferner die billigen 9 ehrenwerthen Bedingungen an, unter denen er den Bau rnommen habe, und widerlegt zuletzt noch die nachtheiligen ruͤchte, welche sich uͤber ihn verbreitet haben.“
Ein junger Franzoͤsischer Arzt, Namens Cholet, welcher sich November hier aufhielt, hat sich wahrend der Zeit eifrig der Pest, die damals ziemlich heftig wuͤthete, beschaͤftigt. ging in das Griechische Hospital, wo sich etwa 60 Pest— nie befanden, verweilte mehrere Stunden unter ihnen und ersuchte sogar den Puls mehrerer Kranken. Herr Cholet l bei seiner Ankunft in Frankreich die Resultate seiner Beob⸗ tungen bekannt machen.
O st indien.
Kalkutta-Zeitungen vom Ende Septembers melden: s geht das Geruͤcht, daß in My sore Unruhen ausgebrochen en, und daß das Z5ste und 48ste Regiment eingeborner In⸗ terie, die auf dem Marsche waren, deshalb Halt-⸗Befehl em⸗ ingen haͤtten. Im Bezirke von Vixigapatam ist durch das iedererscheinen des bekannten Rebellen Palkarow mit einer inde von 609 Mann die Ruhe gestoͤrt worden; 4 Compagnieen ker Major Tolson sind gegen ihn auf dem Marsche; die Doͤr⸗ hat er vergebens auf feine Seite zu ,, gefucht. Die Uppen von Gude haben das Britische Gebiet verletzt und in zwshewra ein schreckliches Blutbad angerichtet. Als die Bri— chen Behörden mit hiniänglicher Macht dort erschienen, fanden lber 130 Leichen auf den Straßen liegen; viele andere waren in luß geworfen worden, und 15 Verwundete hatte man le— ndig gespießft. Man glaubt, daß die Britische Regierung diese Fuel streng raͤchen werde. Aus China erfährt man, daß ein sttand der Berg-⸗Bewohner von dem gegen sie abgeschickten tiserlichen General gluͤcklich gedaͤmpft worden war. Zu den len Veraͤnderungen, welche die Erloͤschung des Monopols der sindischen Compagnie herbeigefuͤhrt hat, gehoͤrt auch die Er— bniß der bisher verbotenen Ausfuhr von Salpeter nach China.“
Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.
VWashington, 2. Jan. In der Sitzung des Repraͤ—⸗— ntanten-Hauses vom 10. Dezember legte Herr Pearce „ Petition don John N. Reynolds vor, der kuͤrzlich von ei⸗ Untersuchungs, Reise in dem Stillen Meere und an der Nord⸗ k Kuͤste Amerikas s zuruͤckgekehrt ist, und den Vorschlag macht, Eypedition zur Aufnahme der Inseln und Riffe in jenem tan und an jener Kuͤste auszurüsten. Die Petition wurde n der gesetzgebenden Versammlüng von Rhode⸗Fsland empfoh— , Und Herr Pearer bemerkte, daß die Legislaturen der uͤbri⸗
Staaten, sowie die Kaufleute und Handels, Kammern in ctößeren Städten der Union, sich gewiß dem Antrage an— hießen wurden. Um die Wichtigkeit des Gegenstandes zu zei⸗
Herr Pearce an, daß der Wenn an; jetzt 132, 000
mittelbarer Beziehung damit stehen, wohl 170, 0900 Tonnen 8 13000 Seelcute, also ein Zehntheil der ganzen Marine der
d linigten Staaten beschäftige. Das in diesem Geschaͤfte stek⸗
erlust an den auf keiner Karte verzeichneten Inseln uud Riffen
völlig den Kosten, welche die Ausrüstung einer Expedition Aufnahme der Inseln und Riffe verursache, gleich. Herr
mehr eine Aufforderung zur ausfuͤhrlichen Darstellung dieses
Kapital betrage 1 Millionen Dollars, und der jährliche
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Lolumbien sich mit der Frage beschaͤftige, ob es nicht zweckmaͤßig sey, die Verhaftung wegen Schulden abzuschaffen. „Der Staat, dem ich angehöͤre (Loulsiana)“, bemerkte der Redner, „hat —= ich bin stolz, es zu sagen — die Verhaftung wegen Schulden seit zwoͤlf Jahren unbedingt abgeschafft; und es sind, seitdem dies Gesetz besteht, Millionen von den Schuldnern bezahlt wor⸗ den, und dies humane System hat sich wohlthätiger fuͤr die Glaͤubiger und für die Schuldner gezeigt, als das fruͤhere bar⸗ barische Zwangs- System. Dies System wird vornehmlich für den Distrikt Columbien, wo jahrlich eine so große Anzahl unse⸗ rer Mithuͤrger ihrer Geschaͤfte wegen zusammenstroͤnt, von dem groͤßten Nutzen seyn. Man lese nur die Berichte der Gefaͤng⸗ niß- Gesellschaft, und man wird erstaunen uͤber die Größe des menschlichen Elends, welches aus dem grausamen Gebrauche der Einkerkerung wegen Schulden entsteht. Ich hoffe daher, die Kommission wird darauf antragen, das Besetz entweder ganz oder wenigstens fuͤr Summen unter 50 Dollars abzuschaffen.“ Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Hierauf machte Herr M. Kinley den Antrag, den Werth aller offentlichen Ländereien auf 75 Cents fuͤr den Acre herabzusetzen; ferner alle Laͤndereien, die zum Verkauf ausgeboten worden sind und laͤnger als 5 und weniger als 10 Jahre unverkauft blieben, auf 50 Cents per Acre; alle Laͤndereien, die, nachdem sie zum Verkanf ausgeboten, laͤnger als 10 und weniger als 15 Jahre un⸗ verkauft blieben, auf 25 Cents fuͤr den Aere; alle Ländereien, die mehr als 15 und weniger als 20 Jahre unverkauft blieben, auf 12 Cents per Acre; alle Laͤndereien, die in mehr als 20 und in weniger als 25 Jahren nicht verkauft werden, auf 69 Cents per Acre herabzusetzen, und alle Laͤndereien, die laͤnger als 25 Jahre unverkauft liegen bleiben, fuͤr Eigenthum des Staates, worin sie liegen, zu erklaͤren, und allen Personen, welche auf öͤf⸗ fentlichen Landereien wohnen und einen Theil dersilben ein oder mehrere Jahre hindurch angebaut haben, das Recht des Vorkaufs und zwar fuͤr ein Viertel des in der obigen Klassifizirung ange— gebenen Werthes zu gestatten. Der Antrag wurde einer Kom⸗ mission uͤberwiesen.
— Die Times enthaͤlt Briefe aus New ⸗ York vom 31. Dezember, in denen von großen militairischen Anstalten die Rede ist, die in den Vereinigten Staaten getroffen wuͤrden; in 6 Wo⸗ chen, heißt es darin, sollten saͤmmtliche Kriegsschiffe segelfertig seyn;7 Schiffe von 74 Kanonen waͤren bereits ausgeruͤstet, an 5 anderen von gleicher Groͤße werde noch gearbeitet, und außer⸗ dem sollten auch noch 16 Fregatten von 44 Kanonen fertig wer⸗ den; sollte die Franzoͤsische Regierung, wird schließlich bemerkt, sich weigern, die stipulirte Endschäͤdigungs⸗ Summe zu zahlen, so wuͤrden die Vereinigten Staaten ihr unverzuͤglich den Krieg er⸗
klaͤren. Fnland.
Berlin, 6. Febr. Wir kommen noch einmal auf die Feier des Dienst⸗Jubilaͤums des Herrn Geheimen Staatsraths von Staegemann zuruͤck und glauben, in die sen Blättern um so
freudigen Ereignisses zu haben, als der Gefeierte bekanntlich auch ein Begruͤnder und im Jahre 1819 der erste Herausgeber der Preußischen Staats-Zeitung war. Gestern fand hieselbst das zu Ehren des Jubilars angeordnete große Festmahl im Ja— gorschen Saale statt. An 2566 Personen nahmen an demselden Theil, worunter Se. Hoheit der Herzog Karl von Mecklenburg, die Herren Geheimen Staats-Minister, der Herr Fuͤrst Sui— kowski, mehrere der Herren Generale, die hoͤheren Civil⸗Beam⸗ ten, so wie eine zahreiche Menge von Freunden und Verehrern des Jubilars. Die Ruͤckwand des Saales war in geschmack— voller Weise mit Blumen und anderen Gewaͤchsen geschmuͤckt, in deren Mitte die sehr ähnliche Buͤste des Jubilars prangte, die Herr Professor Rauch fuͤr dieses Fest besonders angefertigt und dem Gefeierten als eine Huldigung dargebracht hatte. Der Ju— bilar wurde aus seiner Wohnung von Ihren Excellenzen dem Herrn Geheimen Staats, Minister von Beyme und dem Herrn wirklichen Geheimen Rath Rother abgeholt, und bald nach sei— nem Erscheinen setzte die Gesellschaft sich unter Trompetenklang zu Tische. Zur Rechten des Jubilars nahm Se. Hoheit der Her— zog Karl von Mecklenburg, zu seiner Linken der Herr Geheime Staats-⸗Minister von Beyme, als der Aelteste seiner Jugend freunde, Platz. Der Letztere brachte, bald nachdem das Mahl begonnen, die Gesundheit Sr. Maj des Königs aus, in welchen Toast alle Anwesende mit dem lautesten Jubel einstimmten, und worauf das Volkslied, die letzte Strophe von der gan⸗ zen Versammlung stehend, gesungen wurde. Der zweite Toast galt Sr. Koͤnigl. Hoheit dem , und dem gesamm⸗ ten Koöͤnigl. Hause, und wurde von Sr. Durchlaucht dem Fuͤrsten Sulkowski ausgebracht. Nachdem hiernaͤchst ein von Chamisso gedichtetes und von Rungenhagen in Musik gesetztes Jubilar⸗Lied vorgetragen worden, trat Hr. Hofrath Dr. Foͤrster, von den Ordnern des Festes hierzu beauftragt, hinter den Sitz des Herrn Jubilars und uͤberreichte ihm im Namen der Gesell⸗ schaft mit einer sinnigen Anrede in Versen einen aus den selten⸗ sten Blumen gewundenen Kranz. Nuninehr erhob sich Se. Hoh. der Herzog Karl und brachte die Gesundheit des Gefeierten mit folgenden Worten aus:
Der Becher, den ich freudig jetzt erhebe, er ist dem biedern Preußen⸗Freund gebracht! Oh! daß uns alle stets der Geist umschwebe der heute noch aus seinem Auge lacht!
es ist der Geist der gluͤhend heißen Liebe fuͤr seigen Konig, fuͤr sein Vaterland!
Was dieser Genius schafft, es hat Bestand; er sorgte wohl, daß ewig gruͤnend bliebe der Kranz den wirkend seine Hand gewunden, denn Geist und Herz sind stets in ihm verb unden.
So wirkt, den er beseelt, in jedem Werke, sein Herz veredelt nur des Geistes Staͤrke, und beide dringen in des Liedes Klang noch weiter als sein thätig Wirken drang.
Sein Lied ist Muth wenn die Gefahren draͤngen; es weckt das Hochgefuͤhl bei Sieges lu st; es stählt die Treue in des Kriegers Brust, es ehrt den Ruhm mit seinen reinsten Klaͤngen; es weiht dem Schmerz die sanften Wehmuihszähren. —
Dem Dichter, dem so manches Lied gelungen das er zu Preußens Ehr' und Ruhm gesungen, den wir als StaatsUmann wie als Dichter ehren, Ihm toͤne fe der frohe nn, die eignen Werke sind sein Lobgesang!!
Zu welchem hohen Grade von Begeisterung die ganze Ver— sammlung durch diese Worte angeregt wurde, und mit welcher
ohn son trug darauf an, daß die Kommisston far den Disfrit⸗
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Während der Tafel wurden 7 Lieder, die in einem besondern Heste abgedruckt und mit mehreren dem Jubilar gewidmeten Gebich⸗ ten von Chamisso, von Eichendorff, Dr. Foͤrster, Dr. Gedicke, Professor Pudor, Dr. Stieglitz und Friedrich Schultz, jedem Couverte beigelegt waren, von den zu diesem Mahle eingeladenen Koͤniglichen Saͤngern, und mehreren anderen Gesangkundi⸗ gen vorgetragen.
Den Reihen dieser Gesaͤnge eroͤffnete das bekanntlich von dem Jubilar seibst gedichtete vortreff— liche LZied: „Wenn Preußens Sohn an benedeiten Tagen 2c. ꝛc.“ das, wie immer, alle Gemuͤther auf das seb— hafteste bewegte, und zu der freudigsten Aufwallung hinriß. Das Mahl, das in den Pausen zwischen den vorgetragenen Liedern auch noch durch Instrumental⸗Musik gewuͤrzt wurde, dauerte bis spaͤt in den Abend hinein, und gleich wie sich im ganzen Laufe desselben uͤberall sichtbar die froͤhlichste Stimmung kund gab, also verließ auch gewiß ein Jrber die Gesellschaft mit dem innigsten Wunsche, daß dem hochverdienten Staatsmanne und gefeierten Dichter dieser Tag noch recht oft im ungetruͤbten Genusse sei⸗ ner geistigen und körperlichen Kräfte wiederkehren moͤge.
— Gestern beging auch der bei der Abtheilung fuͤr die Armee⸗A Angelegenheiten des Allgemeinen Kriegs-Departements angestellte Geheime expedirende Secretair und Kalkulator, Kriegs⸗ rath Sineck, sein 50jͤhriges Dienst-Jubilaͤum. Der Jubilar wurde am Vormittag in den im Geschaäfts-Lokale des Koͤnigl. Kriegs Ministeriums versammelten Kreis saͤmmtlicher Beamten gefuͤhrt, wo zunaͤchst der Herr Departements-Direktor, General— Lieutenant von Schoeler, demselben nach einer feierlichen Anrede die Insignien des ihm von Sr. Majestaͤt dem Koͤnige verliehe⸗ nen Rothen Adler-Ordens dritter Klasse mit der Schleife und zugleich eine von Sr. Excellenz eigenhaͤndig gefertigte Abschrift der das Verdienst des Jubilars in den gnaͤdigsten Ausdruͤcken anerkennenden Allerhöͤchsten Kabinets- Ordre uͤbergeben wurden. Eine silberne geschmackvoll gearbeitete Schale und zwei Alabaster⸗ Vasen, dem len von seinen Vorgesetzten und Kollegen zum dauernden Andenken verehrt, waren zwischen Blumen und Ge⸗ dichten im Saale aufgestellt. In den herzlichen Gluͤckwuͤnschen von allen Seiten sprach sich auf die unverkennbarste Weise die allgemeine Achtung und Anhaͤnglichkeit aus, welche der Jubilar sich durch eine langjährige musterhafte Berufstreue erworben hat. Se. Excellenz der Herr Kriegs-Minister ehrte denseiben noch besonders durch die Einladung zu einem großen Mittags⸗ mahle, bei welchem Sr. Majestaͤt, unserem Allergnaͤdigsten Koöͤ⸗ nige, aus voller Seele ein begeistertes Lebehoch gebracht wurde. —
Gartenbau ⸗Verein.
In der 137sten Versammlung des Vereins zur Befoͤrderung des Gartenbaues in den Königl. Preüßischen Staaten am 1. Februar (. wurden vorgetragen: die Aeußerungen des betheiligten Ausschusses auf die eingegangenen Abhandlungen des Herrn Hrofessors van Mons in Loͤwen uͤber zwei neue Eigenschaften des Zauberringes am Birn⸗ baum, des Herrn Paul von Ballus zu Preßburg uͤůber die Erziehung des Weinstocks aus dem Saamen und des Kunst⸗Gaͤrtners Herrn Schmidt zu Groß-Strehlitz in Schlesien uͤber die bei einem Wein⸗ berge in dortiger Gegend angewendete empfehlenswerthe Behand⸗ lung des Weinstocks,. Ferner: der Jahres-Bericht des Kammer⸗ Assessors Herrn Schaͤffer in Pleß über die vorjâhrigen Ergebnisse der Bestrebungen zur Befoͤrderung des Gemuͤsebaues und der Obst⸗ baumzucht in dortiger Gegend; die Vorschlaͤge des Ober-Foͤrsters Herrn von Pfuhl in Hamm zur , Korrespondenz⸗ Blattes zur Forderung des Obstbaues; eine Mittheilung des Kunst⸗ Gaͤrtners Herrn Warszewiczß in Insterburg über die Anwendung eines alten Lehm-Estrichs zur Bereitung vorzüglicher Erde fur solche Gewaͤchse, die einen nahrhaften und gebun enen, aber nicht zu strengen Boden verlangen; die Mittheilungen des Kammer⸗ herrn Herrn von Poser zu Dombsel bei Polnisch Wartenberg, uͤber den vortheilhaften Anbau einiger Turnips-Arten zur Viehfuͤt⸗ terung, über das Pfropfen der Kastanien auf Fagus sylvatica und uͤber die Vertilgung der Schildlaus von Orangerie⸗Baͤumen durch Begießen mit dem Abgange der Kartoffel⸗Brennereien y, Bemerkungen des Kunst- und Handels-Gaͤrtners Herrn Petsch in Neuwied uͤber Cynodon Dactylon; Nachricht uber die große Chry⸗ santhemum⸗Sammlung des Eensors Herrn Rupprecht in Wien; eine Abhandlung des Obergaͤrtners des Kaiserl. botanischen Gartens in . Herrn Faldermann, uͤber den zu Hecken⸗ und Schmuck⸗
nlagen besonders geeigneten Sibirischen Blutdorn (Crataegus san- guinen); Bemerkungen des Lehrers Herrn Goͤrner zu Luckau uͤber den Aurikelbau im freien Lande; den Bericht des Instituts-Gaͤrt⸗ ners Herrn Bouché in Schoͤneberg uͤber die Ergebnisse der Anzucht S6 verschiedener Kohl⸗Arten; Bemerkungen des Hof⸗Gaͤrtners Hrn. Wimmer zu Schlitz im Großherzogthum Hessen, über die Benutzung des Schwedischen Apfels zur Bereitung von Cider, uͤber das Ver— lausen der Rosen, über die Behandlung der ausgezeichneten Melone von Sarepta, uͤber das Verfahren von injäͤhrigen Ananas⸗Pffanzen, starke Fruͤchte zu erziehen und uͤber die Erlangung blauer Horten⸗ sien durch die Anzucht in Moor- Erde unter Beimischung von Eisen⸗Vitriol, als eine Bestaͤtigung fruͤherer ahnlicher Erfaͤhrun⸗ gen; Mittheilungen des Kunst Gärtners Herrn Ney zu Tschilesen bei Herrnstadt uͤber die unguͤnstigen Einwirkungen des vorjaͤhrigen trockenen und heißen Sommers auf die ,, n. in dortiger Ge⸗ gend, als Beitrag zu den aͤhnlichen Erfahrungen in anderen Ge⸗ genden unter Beifuͤgung einer Zeichnung der port vorgekommenen
Prolification einer Röse, aus der an dem verlaͤngerten Stiele drei vollstaͤndige zur Bluthe gekommene Knospen erwüchsen. Vom Hof- Gaͤrtner Herrn F. Fintelmann in Charlottenburg wurden vorge⸗ zeigt: einige reich mit Fruͤchten bedeckte Zweige von zwei im Jahre is2z aus Italien hierher gesandten wilden Oelbaumen (Olea euro. paen), die im vorigen Jahre hier zum erstenmale zur Bluͤthe kamen, mit Angabe der Behandlung der Bäume, so wie einige im vorigen Jahre hier zur Reife gekommene Saamen⸗Schoten von Bignonis radi.
ans. Eingesandt waren von Sr, Durchl. dem Fuͤrsten zu Salm - Dyck ein Exemplar des reichen Verzeichnisses der in dem botanischen Garten
desselben zu Dyck wachsenden Pflanzen (Hlartus Dyckensis); von der
Landwirthschafts⸗Gesellschaft in Steiermark, der 6. Band der neuen
Folge ihrer interessanten Verhandlungen und Aufsaͤtze; von dem
sandwirthschaftlichen Vereine in. Bayern das Heft 11. Jahrgan⸗
ges ihres reichhaltigen neuen Wochenblattes. Von dem Hof⸗Gaͤrt⸗
ner Herrn Hempel hierselbst waren zur Stelle gebracht, sehr gut
konservirte, nicht kammtrockene Weintrauben von Malvasier und
Schöͤnedel, und von dem hiesigen Kunstgäͤrtner Herrn Limprecht
aus seiner reichen Kamellienflor zwei schoͤ̃nn Exemplare von Camel- lia Imperialis und Gloria mundi, die als Ehren-Gaben in der Ver⸗ sammlung verlooset wurden. H —.
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Haupt⸗Momente
neuerer Finanz / und Polizei⸗Gesetzgebung des Auslandes, so weit selbige den Handel betrifft.
XVII.
Berlin, 31. Januar 1835.
Frankteich. Das versprochene neue Douanen a. ist den Kammern bis jetzt noch nicht vorgelegt worden, und auch das zur Le— galisation der vorläufig über den Gegenstand erlassenen Ordonnanzen vorgelegte noch nicht zur öffentlichen Diskussion gelangt. Die verstän⸗ digeren Tagblätter loben das Ministerium, dieses letztere vor allen Dingen eingebracht und dadurch das Seinige gethan zu haben, dem
innigen Wärme ein jeder der Anwesenden auf das Wohl des hoch⸗ . Jubilars trank, bedarf keiner weiteren Erwaͤhnung.
ganz eonstitutionswidrigen Zustande einer über Jahr und Tag verlan=