1835 / 40 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Davis, Morrison und RNobinson, welche in der hoͤfli⸗ chen Sprache des himmlischen Reichs „Englische Teufel“ genannt werden, nach Canton gekommen zu seyn. Dies wurde als ein verwegenes Unternehmen und den Chinesischen Gesetzen zuwider betrachtet. Die Verwegenheit Sr. Herrlich keit muß, nach ihrer Ansicht, unermeßlich geworden seyn, als er ein Haus in Canton in Besitz nahm und erklärte, daß er nicht wieder nach Macao zuruͤckkehren werde. verneur und die Hong-Kaufleute ersuchten ihn dringend, zurüͤck⸗ zukehren, allein er beharrte bei seiner Weigerung. Auf seinen e weigerten sich auch die in Canton wohnenden Engländer, einer Versammlung beizuwohnen, wozu sie von den Hong⸗ Kaufleuten aufgefordert wurden. Die Angelegenheiten blieben in diesem ungew ssen Zustande bis zum Abgange der letzten Nachrichten. Aber wir freuen uns, daß der Herausgeber der doretgen Zeitung seinen Bericht uͤber diese Angelegenheiten da— mit schließt, daß er die Ueberzeugung auespricht, der Chinesische Gouverneur werde nachgeben, und der einzige Weg, ihn zur Vernunft zu bringen, sey ein fees und unbzugsames Benehmen. Lord Napter glaubt, daß die Anw jenheit von zwe Engleswen Krieasschiffen von Nutzen seyn werde, und wir ks nen daher annehmen, daß die angekuͤndigte Untervrecheng er Handels-Ver— bindung nur von kurzer Dauer syn wirs. Wir müssen jedoch bemerken, daß Lord Napier den Beistand eines Mannes versoren hat, der ihm gerade jetzt von te hoͤchsten Wichtigk it seyn mußte. Doktor Morrison, der berühmte Gelehrte, welcher bei Lord Napter's Aukunft zu Macao das Amt eines Chineßschen Seere— tairs und Dollmetschers übernommen und Se. Herrlichkeit nach Canton begleitet hatte, ist an 1. August gestorben. Seine terbliche Hülle würde von Lord Napier und allen Britischen 6 in Canton bis an den Fluß vegleitet, von wo sie nach Macao gebracht, und dort beerdigt ward. „So wurde“, bemerkt das Canton Register, „seinem Vaö— terlande und seiner Familie ein Mann entrissen, den beide in gleichem Grade ehrten und liebten. Sein Eifer und seine Lehe kann Beiden nicht ersetzt werden. Das Erlernen der Chinesischen Sprache ist jetzt, nachdem er zuerst die Schwierigkeiten fuͤr Eng⸗ laͤnder hinweogeräumt, ein leichtes Unternehmen, und es wird jetzt ohne Zweifel nicht an Kennern des Chinesischen mangeln; aber wann werden wir wieder einen Mann finden, der so ge— diegene Kenntnisse bejäße und in den Chinesischen Vethaͤltnissen so bewandert wäre?“

Obigem Bericht fuͤgt der Courier folgende Betrachtungen hinzu: „Wir wissen noch nicht genug uber den Streit n en Lord Napier und den Chinesischen Behörden, unt uns ein bestimmtes Urtheil daruͤber bilden zu koͤn— nen. Der Schein ist indeß ohne Zweifel sehr gegen Se. Herrlichkeit. Die Chinesen erlauben selten den Fremden, sich zu einer andern Zeit, als wenn die Schifffahrt offen ist, in Canton aufzuhalten; eben so wenig gestatten sie ohne zuvor ein— geholte Erlaubniß, daß Personen, die ein öffentliches Amt beklei— den, uͤber Macao hinaus vordringen durfen. Allein es scheint, daß Lord Napier dies unbeachtet ließ, und im Vertrauen auf die Englischen Krteasschiffe in der todten Jahreszeit direkt nach Can— ton segelte! Es ist kaum zu glauben, daß Jemand ohne In— struetionen so handeln wurde, doch ist es auch kaum glaublich, daß er zu solchem Verfahren instruirt gewesen sey. Wenn wir z. B. festgesetzt haͤtten, daß alle fremden Gesandten, Botschafter c., welche nach England kommen, auf der Insel Wight verweilen sollten, bis sie die Erlaubniß erhielten, nach London zu kommen, was wurden wir davon denken, wenn ein Franzoͤsischer oder Amertkanischer Gesandter, gegen diese Bestimmungen, gerades Weges die Themse hinauf bis Black wall segelte, und auf die deshalb an ihn ergan— genen Vorstellungen ein Geschwader beorderte, um seine Unver— schaͤmtheit durch Gewalt zu unterstützen? Die Chinesen sind

vielleicht nicht im Stande, sich dem Lord Napier zu widersetzen, aber ist dies eine Enischuüldigung fur sein Benehmen? Wenn auf dem Canton-Flusse die Macht das Recht bestimmt, warum soll dies nicht auch auf der Themse der Fall seyn? Wir hoffen, daß diese offenbar sehr aͤrgerliche Angelegenheit ohne Verzug ernstlich wird in Erwägung gezogen werden. Wenn Lord Ra— er nicht seine i überschritten hat, so konnen die⸗ felben nicht schnell genug zuruͤckgen ommen werden.“ .

Berichte aus Buenos -Ayxrxes sprechen von einer beab— sichtigten Expedition gegen den Diktater von Paraguay, Dr. Francia, die zum Zweck haben soll, diesen . noͤthigen, daß er

der een n schen Republik seine Häfen öffne und sich ihrer Confoͤderation anschließe. Nieder lande.

ö dem Haag, J3. Febr. Einer heute erschienenen aͤrzt⸗ . . werden keine Bulletins mehr über das Befinden S7. Königl. Heheit des Prinzen von Ora— nien ausgegeben werden. . K Franzoͤsische Floͤtist Herr Drouet giebt setzt Konzerte in Breda. ;

Schweden und Norwegen.

1 Stockholm, 30. Jan. Vorgestern, als am Karlztage,

gaben Se. Majestär den Rittern des Ordens Karls Xlll., nach, vdem das gewöhnliche Ordenskapitel gehalten worden war, ein großes Festmahl. An demselben Tage ließ der Kronprinz jedem Armen in der Hauptstadt, der oͤffentliche Unterstuͤtzungen genießt,

8 Shilling, und an beduͤrftige Seeleute die Summe von 200 RNdr. Banco auszahlen. Außerdem wurden 50 arme Kinder auf Kosten Sr. Königl. Hoheit neu betleidet. 63

Am Geurtstage des Königs (26sten d. M.) ließen Ihre Majestaͤt die Königin an eine große Anzahl „verschamter Armen“ der Hauotstadt Unterstuͤtzungen verabreichen. Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten gab ane diesem Tage dem diptoma— tischen Corp, den Rittern des Sęraphinen-Ordens, den Met gliedern des Schwedischen und Narwegischen Staats, Rathes und anderen hohen Beamten ein glänzendes Diner. Der Reichs⸗-Raih hat die nöthigen Summen zur Unter=

haltung eines Blinden⸗ und Taubstummen⸗Instituts bewilligt.

, , Kopenhagen, 30. Jan. (Alt. Merk.) Mit Verlan— gen sleht man dem Wirtsamkeirs⸗ Plans des nun gewählten Comiesls des Kunst-Vereing entgegen, Die in der letzten Ge—

Versammlung ) gefuhrten Dis kussionen, welche den Austritt . Cemites zur Folge halten, waren sehr hel . . ö ich⸗

ch die Norhwendigkeit der kunstig zu befolgenden , stimmtes ö Die im Lokale des Kunst Ver⸗ eins aufgestellte Arbeit des Professers Heisch, durch welche die Yen f! be wegen der rn , . Art, der Benutzung der Marmor Kirche geiäst worden, bestatigt auß eine aus geeicht nete Weise die Erwartangen, welche man von einem jeden Unternehmen dieses Mannes hegen berechtigt seyn darf. Die Aus sicht, die Meisterwerke Thorwaldsen's und anderer Daͤnischer

Der Gou⸗

66 .

Kuͤnstler in durchaus wuͤrdiger u umgebung vereinigt zu sehen, ist so lockend, daß man gern die Hoffnung der Vermwikk— lichung eines Planes festhält, wodurch eine mit dem Untergang bedrohte Ruine zu einem bleibenden National-Denkmale umge⸗ schaffen werden würde; bestimmt, wie es scheint, der ganzen d ,, . Thaͤtigkeit einen lebendigen begeisternden Aufschwung u verleihen. ö . * Die letzte Nummer deg Faädrelandet enthielt die An— klage des General-Fiskals, Etatsrath Treschow, gegen den Re— dacteur, Prosessor David, und des Letzteren Vertheidigung. In der morgen herauskominenden Nummer wird die Defension, welche der Prekuürator Haagen fuͤr den Angeschuldigten einge— reicht, ihren Platz finden. .

Daß hier eine sehr große Schreibfreiheit herrscht, wird man auswäcts aus den Berichten uber den Inhalt hiesiger Zeitungs— blaͤtter ersehen haben. Die Regierung hatte bei deren Ein— räumang die wohlmeinende Absicht, durch eine solche Maßregel die Aufdeckung von Längeln und Mißbraͤuchen befördern zu helfen und das oͤffentl iche Interesse nach Kräften dem Vaterlande und dessen Zustansen zuzuwenden. Es it aber seltsam, daß selbst vorzualiche Talente, anstatt sich der Betrachtung und Erklarung des Geschehenen und Lebenden im Staate hinzugeben, in ver— meinter Gründlichkeit bet dem todten Begriffe stehen bleiben, und an diesem herumzerren, ohne, zu bedenken, daß das Ge— heimniß des Lebens sich doch auf diese Weise nicht er— fassen lasse. Selche Verwuͤrse treffen ohne Zweifel manche Aufsatze im „Faärrelandet“, und wenn der Professor David in seiner Vertheidigung selber bemerkt, daß mehrere Aeußerungen, worauf in der Anklage Gewicht gelegt wird, auf Danemark selbst nicht bezogen werden könnten, so ist nicht abzusehen, warum dergleichen Entwickelungen gerade in einer Zeitschrife Platz finden mußten, welche sich die Darstellung vaterlandischer Zustände zum Plane gemacht hat. Jedenfalls wird man vor der Hand an— siehen durfen, Auflaͤtze, wie diese, denen des beruͤhmten Moͤser, dessen in der Vertheibigung gedacht wird, an die Seite zu stel— len, indem dieser bei der im prakischen Leben und im Staats— dienste erworbenen unglaublichen Fuͤlle von lokalen Anschauun— gen und seiner Richtung, im Allgemeinen steis das Besondere zu finden, zum Volks-Schriftsteller eben so geeignet seyn mußte, als durch die theorerische Haltung und den trocknen Lehrerton des Fadrelandet die Theilnahme der Leser fuͤr diese Unter— nehmung des Herausgebers geschmaäͤlert wird.

Deutschland.

Muͤnchen, 1. Febr. Wie man vernimmt, wird der Frei— herr von Lerchenfeld seinen Gesandtschafts, Posten in Wien in diesem Monat noch antreten.

In juͤngst verflossener Zeit hat ein Frankfurter Haus zur Hypotheken, und Wechsel-Bank eine Summe von 23 Millionen Gulden subskribiren wollen, wurde aber vor der Hand zuruͤck⸗ gewiesen. Allem Anscheine nach, werden zur Hypotheken, und Wechsel, Bank keine auswaͤrtlgen Sub missionen zugelassen wer— den, denn die bisher beigetretenen und andere Bayerische Kapi— talisten werden den ganzen Fonds zusammen bringen.

Wie man aus sich rer Quelle erfaͤhrt, hat die Regierung dem fruͤher erwaͤhnten Ansinnen des Geheimen Raths von Utz—= schneider, in Betreff der zu beguͤnstigenden Consumtion von Zucker aus Nunkelruͤben, dieser Tage vorerst so weit entsprochen, daß sie die saͤmmtlichen Polizei-Behsrden des Koͤnigreichs an— wies, die Landwirthe zur Absendung eines geeigneten Indivi— duums in die Zucker- Fabrik des Herrn von ützschneider in Gie—⸗ sing bei Munchen zu bewegen, um dort das (énfache Verfahren des Anbaus der Runkeltuͤben, so wie die Zucker-Fabrication selbst, zu erlernen. Herr von Utzschneider hat es uͤbrigens so weit gebracht, daß er aus 100 Centner Ruͤben 6 Centner vor— zuͤglichen Zucker und 6 Centner Melis erzeugt. In Alt-Bapern wird gegenwartig schon sehr viel solcher Zucker verbraucht; au— ßerdem wird der Genuß des Eichel-Kaffee's immer allgemeiner.

Der Orgelmacher Unterholzer, dessen Flug⸗Maschine die offentlichen Blatter schon erwahnt haben, hat nun wirklich die— ser Tage dem hiesigen Magistrat das Anerbieten gemacht, bei dem naͤchsten Oktober-Feste auf unserer Theresien-⸗Wiese fliegen zu wollen. In seiner Eingabe behauptet derselbe, daß er ver— mittelst jener Maschine vom ebenen Boden sich zu jeder beliebi— gen Höhe erheben, jede Wendung zu beiden Seiten vornehmen und sich mit völliger Beherrschung der Luftmasse langsam oder schnell wieder herablassen koͤnne.

Stuttgart, 2. Febr. Heute vor 300 Jahren, also am 2. Februar 1535, wurde in der Hauptkirche zu Stuitgart zum erstenmale das heil. Abendmahl unter beiderlei Gestalten ünd nach dem Ritus der lutherischen Konfession dargereicht. Zur Feier dieses Reformations, Festes wurde heute ein Gottesdienst in dem⸗ selben Gotteshause, in der hiesigen Stiftskirche, gehalten, dem alle städtischen Behoͤrden und eine ungemein zahlreiche Gemeinde beiwohnte. Als ein Beweis des lebhaften religiösen Sinnes der hiesigen Bewohner kann es dienen, daß heute nahe an 800 Peksenen in der Stiftskirche das heil. Abendmahl empfangen haben.

Darmstadt, 3. Febr. Se. Koͤnigl. Hoheit der Großher—

zog haben fuͤr die Dauer des Jahres 1835 folgende Personen

als außerordentliche Mitglieder in den Staats-⸗Rath berufen: 1) den Praͤsidenten, Wirklichen Geheimen Rath von Biegleben, 2) den Praͤsidenten, Wirklrchen Geheimen Raich von Kopp, 3) den zweiten Präͤsidenten, Wirklichen Geheimen Rath von Arens, 4) den Praͤsidenten Weller, 5) den Kanzler der Landes- Univer— sitaͤt Gießen, Dr. Linde, 6) den Geheimen Rath Zimmermann, 7) den Ober⸗Appellationsgerichts⸗ Rath von Groiman, 8) den Ober⸗A Appellationsgerichts Rath von Lindeloff.

Wandsbheck (bei Hamburg), 6. Febr. Der lebhafte Ver— kehr von Reisenden auf der Landstraße von Lubeck nach Ham burg, der besonders durch die Dampfschifffahrt nach St. Peters burg an Bedeutung gewonnen, hatte uns im verwichenen Herbst eine seit laͤngerer Zeit nicht gekannte Plage, nämlich eine zahi— reiche Gaunerbande, zugezogen, die sich das Abschneiden von Neise⸗ Koffern zum Geschäst machte und gelegentlich auch wohl Frachtwagen beraubte. So oft sich die Klagen Lgatuͤber auch wiederholten, so blieben doch die von den hiesigen Aemtern an

estellten Nad forschüngen eine Zit lang vergeblich, bis es der ö der Hamburgischen PHoli,ci gelang, den wahren Thätern auf die Spur zu kommen und die Bande, unter Bei hülfe der hiesigen Behörde, zu zersprengen und zum Theil hier gefangen zu nehmen. Obgleich die Haupt- Anführer derselben,

vermühlich gewarnt, sich kur, vorher davon geinacht hatten, so z 3 46 die unmittelbare Folge die, daß seit jener Zeit die . er

eit unserer Landstraße ungefährdet geblieben ist; dem Vernehmen nach, sind aber auch Jene der mit Eifer gegen sie angestellten Verfolgung nicht entgangen, sondern in diesen Ta⸗ gen, von der Holländischen Graͤnge her, gefaͤnglich in Hamburg

eingebracht worden, wo sie ber verdienten Strafe ni werden. . fe nicht ent

Oest erreich.

Wien, 3. Febr. Nachrichten aus Mähren ufolge, nia dort die Rinder-Pest noch immer auf eine derer * Es giebt dort Herrschaften, die fast ihren ganzen Viehstand loren haben. Man schreibt das diesjährige rasche und h Umsichgreifen der Seuche hauptsaͤchlich dem letzten heißen trockenen Sommer zu.

Aus Bosnien wird geschrieben, daß der daselbst beñng gewesene außerordentliche Kommissarius der Pforte, Essen ) Bujuk Teskeredschi, den in Mostar versammelten Muffelim⸗ nen Großherrlichen Ferman mitgetheilt, worin ihnen die Mn bung eines indessen noch nicht der Zahl nach genau angegch Truppen“ Kontingentes, so wie der Gehorsam gegen die überhaupt, aufs neue eingeschaͤrft wird. Von Mostar hi der genannte Kommissar mit dem Wesir von Bosnten, a Pascha, nach Serajewo begeben. 5

In der Agramer Zeitung liest man: „Ein glaub gr Korrespondent aus Gallacz vom 30. Dezeinher bericht Nachstehendes: „Die Ankunft des Dampfbootes „Argon Gallacz, und dessen gluͤckliche Durchfahrt bei den fuͤr die ea fahrt mit manchen Gefahren verbundenen Orten Isla und eisernen Thor ist ein Ereigniß, an das sich in s besonz e kommerziellem Betrachte unberechenbare Erfolge knuͤpfen.

Fahrt auf der Donau, diesim Europaͤischen Strome, bis nem Aasflusse in das Schwarze Meer ist eröffnet, die dung Wiens und anderer Uferstaͤdte mit den Haͤfen jenes In res, mit Konstantinopel und so ferner ist hergestellt wor den. außerordentliche Duͤrre des letzt verflossenen Sommers, s⸗ auch auf die Main- und Rhein-Schifffahrt störend einwisn der seit Menschengedenken ungewoͤhnlich geringe Wassenn der Donau haben es verursacht, daß wenigstens die Fahn der „Argo“ zwischen Skellé Kladano und Gallacg nicht i in dem betreffenden Tarife festgesetzten Terminen regeln entsprechen ken ten. Indessen, da wohl zu hoffen ist, eine solche Duͤrre nicht bald wiederkehren, und daz n ßere, zur Schifffahrt eingerichtete Dampfboot „Maria Rn thea. mit Anbeginn des Fruͤhjahrs zwischen Kon stantinopel Gallacz segeln, folglich die mittelbare Communication mit V herstellen wird, so ist mit Grund anzunehmen, daß die Dm Dampfschifffahtt nicht nur den hoͤhern Schwung gewinnen,

aufwaͤrts, entgegen stehen.

jetzt wieder, daß

dern auch regeimäßig vor sich gehen wird. Sehr wünstn werth bleibt immer die Wegräumung jener Naturhindern welche von Moldava bis zum eisernen Thore der Befahn des Flusses auch fuͤr andere Handelsfahrzeuge, besonders sij Indessen, nach der jetzigen log werthen und gemeinnützigen Thätigkeit, und nach den bisher staunenswerthen Resultaten derselben zu schließen, kann n wohl in nicht entfernter Zeit der Verwirklichung jenes Wunstt entgegen sehen. Eben so wuͤnschenswerth ist es, daß bei der die Seefahrzeuge einzig schiffbaren Hauptmündung der Donn Saling genannt, Aushoͤhlungen und Reinigungen im Flußbh bewerkstelligt werden. Die Untiefen und Sandbaͤnke bin große Schwierigkeiten und Zeitverlust den in das Schwa

eer oder aus demselben laufenden Schiffen dar, wel oft ihre halbe Ladung lichten muͤssen, um in das Meer einhz fen zu konnen. Ein dort mit ungefaͤhr 60 Matrosen aufgest ter Russischer Strandwaͤchter leistet, nebst Vidir ung der 6. die nachgesuchte Huͤlfe. Im Laufe dieses Sommers hat m als ein in fruuͤheren Zeiten nicht vorgekommenes Ereigniß, ? Einlaufen zweier Englischen, unmittelbar aus Englischen fen hierher befrachteten Briggs bemerkt. Ihre aus Eisenwan und Quincaillerieen, Tuch, und gedruckten Batmwollen, Fi katen, ferner aus einem Quantum Porter bestandene Kun war meistentheils fuͤr Bukarest bestimmt. Eben so kam im ten Fruͤhjahre eine betraͤchtliche Ladung an Schiffspfosten Szegedin mittelst der Theiß und der Donau hierher, und win von hier nach Marseille verschifft. Es ist kaum zu zweifeln, die uͤberseeische Ausfuhr des in Slavonischen, Kroatischen n Bosnischen Waldungen erzeugten Bauholzes auf dieser Wast straße größere Vortheile als auf dem bis jetzt gewoͤhnlichen darbieten wuͤrde. Seit einigen Tagen herrscht hier eine stin ge Kälte; die Donau ist in so weit gefroren, daß bereits sh gaͤnger daruͤber passiren.“

Schweiz.

Die Neue Zuͤrcher Zeitung sagt: „Man verste r. von Rumigny seinen Gesandschafttspth in der Schweiz nicht verlassen werde. Ueber die Personlich Hrn. von Rumigny's haben wir in der That nie, wenn in uͤber seinen politischen Einfluß, klagen hoͤren. Man kann ne seiner Persoͤnlichkeit die Richtung zuschreiben, welche die Diphm tie des setzigen Franzoöͤsischen Kabinertes im Allgemeinen charabtetsn welches nach der schon von Richelieu befolgten Politik im Ausland) gleichen Grundsaͤtze beguͤnstigt, die es im eigenen Lande mit Gewalt terdruͤckt und offiziös oder durch obsture Werkzeuge das Gig theil von demjenigen betreibt, was die offiziellen Ber iche in erwarten lassen. Im Uebrigen sind wir überzeugt, daß . ven Rumigny wirklich persoͤnlich fuͤr die Schweiz Wohlwaonh empfindet und demselben auch gemäß handelt, so weit es h Interesse Frankreichs gestattet, welches in der Schweiz eine ij same unternehmende Partei will, die eben so mst Antipat gegen die nordischen Maͤchte erfuͤllt, als durch die Nothwendh keit ihrer Lage gezwungen sey, im Falle eines Euron schen Konfliktes faͤr Frankreich Partei zu ergreifen; uff sedoch fordert dieses Franzoͤsische Interesse, daß eine sol Pari sich in dem Maße lenken lasse, daß sie nie geg den Willen Frankreichs oder in einem ungelegenen Zeitpünhh selbst einen Konflikt erzeuge. Dies ist die Aufgabe, welche elne jeden Nachsolger des Herrn von Rumigny gesetzt ware. Gg waͤrtig fällt uns auf, daß neuerdings Deutschs von der Kus des Herold, der in Basel-Lmandschaft das Bürgerrecht erhah hat, Harro Harring, Coremans u. f. f, sich in der Schwes Evidenz setzen, was allerdings zur Beseitigung der obwaltend Mißverstaͤndnisse nicht beitragen kann. Auch glaubt man zu n sen, daß der vorörtliche Regierungs“ . jetzt gesimm wieder fester aufzutreten, und dadurch seiner Antwort. Note den , , , zu geben, wodurch er sich aufs neue den fall der Radikalen erwerben kann.“!

Die Allg. Ztg, schteibt von der Aar vom 28. Janyn

„Der Kanton Bern machte einige Zeit hindurch ein Fewis

Aufsehen, und flöͤtz te denjenigen Besorgnisse ein, welche Etha tung der Ruhe wünschen. Beides war nicht ganz ohne Gr

Dieser lag aber nicht darin, daß man einige taßitale Phra horte und Handweresburschen revolutionnatre ieder sangen, su dern darin, daß bei der in Bern hertschenden Partei mit tan kaler Tendenz Einig keit herrschte. Daz ö war ol

Bedeutung, und das Patriziat ist von der Regierung gaͤngzlich

; [i

1 en. mmnaite Macht gestalten zu wollen.

m geben koͤnnen, wenn es das System des moralischen

Len der ane das fruͤhere System festhalten und der andere da—

6 cht zu sehr die Angriffe der Blätter und das Schicksal des

Foruͤngt. Bern zelchnete sich durch dle Einheit der dortigen er der neuen Ordnung, namentlich vor Zuͤrich, aus, wo Tagblaͤtter den Hang zur Parteisucht offenbarten. Daher alle Radikalen der Schweiz mit großer Hoffnung Sie glaubten,

hon die

oc g den ansehnlichsten Kanton.

uch dasselbe der Verwirklichung ihrer Ideen näher rücken zu t Auch Revolutionnaire anderer Länder bauten Hoffnun— auf Bern, da es das Aussehen hatte, sich als eine revolu— In der That hatte auch elbe dem Stande der Dinge in der Schweiz eine andere

sorrorts mit Kraft festgehalten, die National⸗-HGesinnten aller entone in sich vereinigt, und mit ihnen uͤber Wege und mutel sich verständigt hätte. Allein dazu hatte es Maͤnner n Kopf und Talent und ein kluges, vorsichtiges Handeln be— ut. Beides hat gemangelt, und so sind denn alle radikalen wartungen zu Wasser geworden. Sie mußten schon zu sinden anfangen, als Bern gegen das Ausland nachgiebig rde. Dieses konnte jedoch vielleicht nur voruͤbergehend seyn wd bei veraͤnderten Umstaͤnden sich wieder urnkehren. Aber h hat auch die Parteisucht in Bern Wurzel gefaßt. Die setigen Radikalen haben sich in zwei Theile geschieden, die sich sechselseitig in verschiedenen Blattern bekämpfen, und von de—

ö

mn abgehen will. Die letztere, die beiden Bruͤder Schnell von zutzdorf an der Spitze, hat den Regierungs-Rath und großen ah in ihrer Hand; sie kann kaum noch radikal genannt wer— n, und ginge gern gänzlich zum juste - milieu uͤber, wenn sie

In. Hirzel in Zuͤrich furchtete, Durch diese Spaltung vermag also s juste milien zugleich besser hervorzutreten, und den Patri— en, welche durch Reichthum und fruͤhere Gewohnheit immer ch von Bedeutung sind⸗ wird mehr Raum fuͤr ihre Zwecke ben. Unter folchen Verhaͤltnissen ist die durch das Zusam— inhalten vorhanden gewesene Kraft dahin; der Kanton Bern fommt mit sich genug zu thun, und seine Radikalen duͤrfen cht wohl mehr uͤber die Graͤnzen ihres Kantonal-Terrains hin—⸗ ußschauen, sandern muͤssen sich auf dieses beschraͤnken, wenn sie cht in Gefahr kommen wollen, auch hier den Haltpunkt zu lieren. Parteisucht und Uneinigkeit sind die besten Verbuͤn⸗ ken der Gegner der zu regenerirenden Schweiz. Durch die getretene Veraͤnderung im Kanton Bern hat die Regeneration, eiche man noch nicht als vollendet ansieht, und welche ihrer atur nach auf eine größere Concentration der Nationalkraft, auf e Umgestaltung des Bundes-Vertrags, gehen sollte, einen gro⸗ n Stoß erlitten, dessen Ausgleichung nicht so leicht seyn wird.“

IJtalten.

Turin, 2J. Jan. Der Vice⸗Praͤsident des Staats⸗-Raths, darschall von Savoyen und Gouverneur der Division von rin, Graf von Pralungo (Don Ignacio Than di Revel ), gestern hier mit Tode abgegangen.

Rom, 24. Jan. Der Marschall Marmont ist aus Aegyp— zu Genua eingetroffen, wo er Quarantaine hält; nach deren zeendigung wird er hier erwartet, wo schon eine Wohnung fuͤr n in Bereitschaft gehalten wird. General Sebastiani, bishe⸗ Ber Franzdͤsischer Gesandter am Neapolitanischen Hofe, welcher if einem eigens dazu abgeschickten Dampfboote die Reise nach bulon macht, ist durch das schlechte Wetter, welches wir in n letzten Tagen hatten, gezwungen worden, in den Hafen von ivita vecchia einzulaufen, ohne jedoch mit dem Lande in Be— hrung zu treten. Dem Vernehmen nach hat er seine Reise

on wieder fortgesetzt.

Es soll nunmehr fuͤr den vor einigen Monaten in Neapel rstorbenen Italiaͤnischen Schriftsteller und Dichter Giraud ein Ronument errichtet werden; es ist eine Commission ernannt, um

freiwilligen Beiträge in Empfang zu nehmen. Der Karneval ist durch eine heutige Verordnung soͤrmlich ntörisirt, und wird, wie in den fruͤhern Jahren, ohne Aus, ihme, in seinem ganzen Umfange stattftnden. Der Papst hat, mn die Volksfreuden noch zu erhöhen, dem ersten Theater aus ner Privat⸗-Kasse einen Fuschuß von 7000 Skudi bewilligt.

Spanten.

Der Bericht eines Augenzeugen (in der Allgemeinen titung) über die Vorgange in Madrid am 185. Januar, lewohl im Ganzen mit hem fruͤheren Berichte unseres eigenen drrespondenten uͤbereinstimmend, enthaͤlt doch noch manche ue . interessante Details, weshalb wir denselben hier wie⸗ ngeben:

„Madrid, 19. Fan. Vorgestern Abend holte mich ein Freund um mit ihm auf den großen Maskenball im Theater del Prin= u n Der Saal war von Menschen uͤberfuͤllt, und aus n zahlreichen Gruppen, welche sich bildeten, konnte man schlie⸗ däß etwas üngewbhnliches im Werke war. Mehrere Masken üetten mir zu, es sey Zeit, nach Hause zu gehen; eine andere . mir: Ja se acaba la pasteseria u. 3j. Ich ging etwa um übt Morzens in meine dem frohen Posthause schraͤg gegenüber n. Wohnung in der Calle de las Carretas, äls ich kurz 2 uhr durch den Generalmarsch aus meinem Schlafe geweckt urbe, alle Fenster und das Dach des Posthauses von Soldaten be⸗ i Kah, und gleich darauf mehrere Schüfe fallen hörte. Truppen u Art und Milieianos eilten in großer Verwirrung durch die sraßen. Dies bewog mich, auf den“ Platz vor dem Posthause, die uetta del Sol, wo die Hauptstraßen Madrids, die Calle de Alcala, San Geronimo, Carretas, Mayor und Montera zusammenstoßen, 3 das große Posthaus die Ecke des Platzes und der Calle de Car⸗ ä bildet, zu gehen. Hier fah ich den Leichnam des Generals unterac liegen, und erfuhr Folgendes: Eine Abtheilung von 560 ahn des kärzlich von Eadir gekommenen 2ten leichten Regiments m Aragonien hatte unter Leitung zweier Offiziere in der Nacht ä Kaserne verlassen, im Best der Parole den vor dem Posihause fgestell ten Posten überwältigt, die darin liegende Wache, welche g nicht mit ihren Plänen vereinigen wollte, entwaffnet, und dar—

hinter den Gitter- Fenstern und auf dem Bache des Post

es befessigt. Der neuerhannte General⸗Capitain Canterae, von Vorgange unterrichtet, fchickte einen Adjutanten ab, um zu er⸗ eh was jene Truppen beabsichtigten. Biefe aber behielten den Jmntanten gefangen zurück, und schücten heißt es) an die Kö⸗ n-Regentin eine Schrift, in welcher sie Aenderung des Mini⸗ siums und Erwelterung der politischen Freiheit verlangten. Ge Uhr kam der General Canterae ganz aucin, und' redete vor

m Posthaufe den die Rebellen befehligenden Offiger aun. Nach. im Letzterer ihm eine heftige Erwiederung gemacht hatte, rief Can⸗ ae laut, er fey ein schlechter Spanier, und schien ihm die Epau⸗ sten abreißen zu wollen, als in demselben Augenblick fünf dabet hende Soldaten ihre Gewehre auf Canterage n, und ihn t iu Boden streckten. Zwei hinter ihm stehende Soldaten wur⸗ von denselben Kugeln schwer verwundet. Wahrend dieser nchelmord geschah, schwang der eben erwahnte Offizier seinen gen, und rlef aus. „es lebe die Freiheit! es sterben die Faeciosos ! on nun an bildete sich ein größer Volkshaufen guf dem Platze

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es lebe Ffabella II. es lebe das 2te leichte R= iment!“ Die Zu⸗ schauer der höheren Klassen aber befragten 60 einander 3 wat alles diefes bedeute, und welche Maßregeln die Regierung er⸗ greifen werde. Allgemein behauptete man, es sey unter den Regi⸗ mentern der Garde eine Karlistische Verschwoͤrung im Werke, und jene Truppen hätten sich im Posthause befestigt, un gegen die Garde zu fechten. Uum 9 uhr stellte sich der General Bellido, Gouverneur von Madrid, zu Pferde auf dem Platze ein, ließ den Leichnam Fan terae's wegbringen und redete die Truppen des 2ten Regiments an. Diese antworteten mit dem Rufe; Fes lebe die Freiheit! 3 lebe Ifa= bell Il.“ Bellido entfernte sich, ließ alle Truppen der Garnison und

vorrücken, und gab, in Folge der vom Kriegs-Minister Llauder ihm er⸗

der selbst ruͤckte mit den Garden und der Artillerie in der Calle Manor vor. Sobald die im Posthause und dem daneben liegenden Kloster S. Felipe sich befindllchen Truppen ihn bemerkten, * gaben sie eine allgemeine Salve, welche durch ein lebhaftes Kartaͤtschen⸗ und Peloton⸗ Feuer erwiedert wurde. Da ich mich auf dem Platze mitten in dem Kugelregen befand, und mehrere Leute fallen sah, so, suchte ich eine zuflucht in dem Eckhause der Calle Montera und Alcalg, wo mir der Beßsitzer des im ersten Stockwerke befindlichen Lese⸗Kabinettes wohlwollend die Thür öffnete, Anstatt aber hier Sicherheit zu finden, waren wir im bestaͤndigen Bereiche der Kugeln, welche aus dem Posthause, der Calle Aleala, spaͤter aus der Calle Mon⸗ tern, und vorzuͤglich aus der Calle Mayor gbgeschossen wurden, und nicht selten ihre Richtung durch unsere Fenster nahmen. Bei jeder De⸗ charge erscholl von Seiten der im Posthause befindlichen Truppen der Ruf: „Es lebe die Freiheit!“ in welchen ein Haufen des niedrig⸗ sten Poͤbels, der seit Anfang des Gefechtes mit großer Verwegen⸗ heit am Ausgange der Calle Montera verweilte, ein stimmte. Ich konnte bemerken, daß die Rebellen nur auf die Truppen der Gakbe, welche aus der Calle Mayor und Alcala debouchiren wollten, feuerten, und dagegen die in der Carrera de S. Geronimo auf⸗= , der Linie, welche nicht schossen, verschonten. die Milieia Urbanag, welche die Calle de Carretas einnahm, ver— hielt sich neutral, schien mit den Truppen im Posthause zu har⸗ moniren, und besetzte endlich alle Fenster der an der Puerta del Sol befindlichen Eckhäͤuser, mit Ausnahme des unsrigen, wel⸗ ches wir von innen barrikadirt hatten. Gleich zu Anfang des Gefechtes schossen die im Kloster S. Felipe befindlichen Rebellen die Kanoniere nieder, und zogen sich darauf in das Posthaus, welches anz massiv und mit großen Hoͤfen versehen ist, zuruͤck. Das Schie⸗ 39 dauerte mit der groͤßten Heftigkeit und fast ohne Unterbrechung von 11 bis 1 Uhr fort, Um diese Zeit wurde es eingestellt, und ich sah einen Ofizier der Garde, ein weißes Tuch in der Hand und von einem Trompeter begleitet, aus der Calle Mayor angesprengt kommen. Die Rebellen riefen ihm zu, zu halten, und schsckten ei⸗ nige Leute an ihn ab. Nachdem er mit diesen geredet, ließ man ihn passiren, die Häͤuser offneten sich wieder, und eine Menge Generale und Stabs⸗Offiziere fand sich auf der Puerta del Sol ein, ohne angegriffen zu werden. Diese Gelegenheit benutzte ich, um, von einem mir bekannten Offizter eskortirt, in meine Wohnung in der Calle de Carretas zu i,, Diese Straße war von Milicianos und den Grenadieren der Garde besetzt. Jene waren offenbar ge= . die Rebellen nicht feindlich gesinnt, da sie ihnen durch die Fen⸗ er Brot und Wein unter dem gegenseitigen Ausrufe: „Es lebe die Milieia Urbang! Es lebe die Frelheit!“ zureichten. Nun erfuhr ich, daß vom Palaste aus an die Rebellen die Aufforderung ergangen war, sich zu ergeben, diese aber erklart hatten, nur mit dem Gene= ,, nicht aber mit dem Kriegs-Minister unterhandeln zu wollen. daß die Linien⸗Regimenter erklart haͤtten, nicht auf ihre Kamera— den schießen zu wollen, daß man der Garden nicht versichert sey, und daß die Milieia Urbana offenbar mit den Rebellen harmo⸗ nire. Dieses giebt man als den Grund an, welcher die Köni⸗ gin und das Ministerium bewogen habe, den General Sola mit dem Versprechen einer Amnestle an die Rebellen abzuschicken, wenn sie das Posthaus verlassen, und die Mörder Canterac's aus- liefern wollten. Dieses verweigerten sie aber, und so wurde ihnen dann Abzug mit klingendem Spiele gestattet, unter der Bedingung, sich nach Alcovendas Lerste Post von hier) zu begeben, und von dort nach Navarra gegen die Karlisten zu marschiren. In der That hat⸗ ten wir um 3 ühr das seltsame Schauspiel, unter dem lautesten Jubel des Volkes, und unter dem Singen der Hymne Riego's, mit Fah⸗ nen und klingendem Spiele, die Rebellen, von dem Regimente der Grenagdiere zu Pferde begleitet, aus Madrid marschiren zu sehen. Die uͤbrigen Tritppen der Garnison gingen darauf in ihre Quar— tiere zuruͤck, eine Proclamation wurde k und bis auf die⸗ sen Augenblick den 19ten, drei Uhr Nachmittags) sind in der Stadt keine weiteren Unruhen vorgefallen. Ich erfahre aber so eben, daß der General Sola, der sich gegen die Koͤnigin verpflichtet hatte, die Truppen in Alcovendas zum Niederlegen der Waffen zu bewegen, jetzt dorthin geeilt ist, diese aber in ihrem Ungehorsam beharren. Von Seiten der Garnison und der Zuschauer ist eine (bis jetzt nicht genau ermittelte) Anzahl von Menschen getbdtet und ver— wundet worden. Als eines der ersten Opfer fiel, von vier Kugeln durchbohrt, an der Ecke der Calle de Alcala vor meinen Augen der Brigadier Zamora, Lieutenant der Koͤnigin. Unmittelbar neben dem Franzdͤsischen Botschafter, welcher sich in derselben Straße zu mei⸗ nem nicht geringen Schrecken befand, wurde, ein Buͤrger durch die Schulter geschoffen. Was waͤhrend des er gen Tages im Palaste und Ministerium vorging, kann man noch nicht mit Sicherheit er⸗ fahren; die Regierung schickte Nachmittags einen Courier nach Paris ab, welcher keine fremden Depeschen mitnehmen durfte, und erst diesen Abend geht der erste Französische Courier ab. Allgemein er= wartete man ar kun uf von Seiten der Regierung in der heuti⸗ en „Gazeta“ zu erhalten, und findet nun darin keine Sylbe. Die⸗ 6 Stillschweigen redet fast noch lauter als die Begebenhei⸗ ten selbst. Ich habe Ihnen nun treu berichtet, was ich ge— sehen habe; nun erzähle ich, was man mir über den gehei⸗ men Zusammenhang dieser seltsamen Begebenheit berichtet. Es sollen geheime Gesellschaften und Logen in der Armee bestehen, von denen der Sturz des gegenwaͤrtigen Ministeriums und die Proklamirung einer der Constitütion von 1812 ahnlichen Verfassung beabsichtigt wird. Zwei oder drei Offiziere des zweiten leichten Re= giments enn. sich an die Spitze des Komplottes, versicherten sich

Posthaus Lohne daß, die Truppen gewußt zu haben scheinen, was man mit ihnen beabsichtigte) und glaubten, des Beistan des der uübri⸗ gen Linien⸗Regimenter und der Milicia Urbang versichert zu seyn; als sie aber gewahr wurden, daß die Garden sich vertheidigten, die Linie sich nicht fuͤr sie erklaͤrte, die Mittelklasse des Volkes aber ohne alle Sympathie fuͤr sie blieb, so entschlossen sie sich, von der ihnen angeßzotenen Amnestie Gebrauch zu machen. Zu bewundern ist es, wle sie, von nur zwei Offizieren (ind, wie man sagt, einem Civi⸗ irn geleitet, mit großer Gescicklichkeit und Unerschrocken⸗ heit ihre freilich sehr fein Position zu vertheidigen wußten. Von der groͤßten Wichtigkeit ist der 1Instand, daß auch nicht ein einziges Mal, selbst nicht von Seiten der Garden, ein Ausruf

u Gunsten des Praͤtendenten gehört wurde. Ein urthesl aber die . und das Benehmen des Mnisteriums zu fallen, kann ich mich enthalten, wo die Begebenheiten so laut reden. Subaltern⸗ Ofttztere konspiriren und verfuͤhren die Halfte des Regiments, ohne daß die . eine Ahnung öavon haben; 83390 Mann ermorden ei⸗ nen General, und schreiben einer Regierung Bedingungen vor, wel⸗ che 19,009 Mann auf dem Platze zur Verfügung hat; diese gestattet den Rebellen ehrenvollen Abzug, und schickt sie Iz. zur Strafe, nch Navarra, wie auf die Galceren. Was wir unter esner sol⸗ hen r gsirung noch zu erwarten haben, steht dahin. Niemand weiß sich zu sagn, wer jetzt regiert, wissen Stimme im Ministerium enn scheidet, und gh nicht, durch das ze nn. Beispiel aufgemuntert, ein anderes Regent ebenfalls seinen Willen ertrotzen, das Leben der

le del Sol), und rief von Zeit zu Zeit im Verein mit den re⸗ lischen La m Hes lebe i den es lebe die Constitution!

*

Bürger gefabrden, und die Straßen Madribs ? mit Riu! anfüllen

die Milicia Urbang in den zur Puerta del Sol fuͤhrenden Straßen i Uubersandt:

theilten Instruetionen, den Befehl, das Posthaus anzugreifen. Llau⸗

Dieser, so wie Solg, soll der Königin vorgestellt haben,

der knterofsfiziere, fuhrten einen Theil des Regiments gegen das

werde. Und wo ist der Mann, der in dieser Anarchie die Zägel zt

lelten vermag? Befragt man einen . über die e .

haf agen ee dic 23 pasteleria! Die , . diesen eterogen

Magen ist sie aber etwa un re ihn ,, ,

Vereinigte Staaten von Nord Amerika..

Washington, . Jan. Der Praäsident hat dem Hause der Repräsentanten gestern folgenden Bericht des Staats. Secre— tairs Forsyth in Betreff der Sränz⸗Streitigkeiten zwi⸗ schen den Vereinigten Staaten und Großbritanien

„Washington, 5. Januar.

In Folge des Beschlusses des Nepräsentanten“ Hauses vom 27. Dez., worin dasselbe von dem Praͤsidenten, falls es mit dem oͤffentlichen Interesse vereinbar sey, die Vorlegung der wischen der Regierung der Vereinigten Staaten und der von jzroßbri⸗ tanien in Betreff der Gränz-Streitigkesten stattgefundenen Mit⸗ theilungen, sowie Auskunft äber die Ausubung der Juri diction ven Seiten der Britischen Behörden der Provinz Reu-Braun— schweig uber das streitige Gebiet von Maine verlangte, hat der Staats Secretair die Ehre, anzuzeigen, daß das Departement hinsichtlich der Jurisdiction uber das streitige Gebiet nichts be⸗ sitzß was dem Hause nicht schon vorgelegt worden waͤre. Was die, nach Verwersung des schiedsrichterlichen Ausspruchs des Kö— nigs der Niederlande, wieder aufgenommenen Unterhandlungen mit Großbritanien wegen der Gränz⸗-Streitigkeiten betrifft, so ist es Sache des Praͤsidenten, zu entscheiden, ob es mit dem öf⸗ fentlichen Interesse vereinbar ist, die zwischen beiden Regierun⸗ gen uͤber diesen Gegenstand stattgefundenen Mittheilungen dem Hause vorzulegen. For sy th.“

„In der gestrigen Senats - Sttz ung stattete Herr Clay, im Namen der Kommission fuͤr die auswärtigen Angele⸗ genheiten, uͤber den Theil der Botschaft des Praͤsidenten, wel— cher die Franzoͤsischen Angelegenheiten betrifft, einen Bericht ab, welcher damit schloß, daß es für jetzt sehr unz weckm ig sey, ein Gesetz anzunehmen, welches den Praͤsidenten ermäch— tigte, Repressalien gegen Franzoͤsisches Eigenthum zu gebrauchen, fuͤr den Fall, daß die Franzoͤsischen Kammern wäh⸗— rend ihrer jetzigen Session keine Anstalten trafen, um die in dem Vertrage vom Jahre 1831 bestimmte Entschädigung an die Ver einigten Staaten zu zahlen. Die Verlesung dleses Berichte waͤhrte anderthalb Stunden. Herr Tallmadge erklärte sich ge⸗ gen einige Stellen des Berichts, und Herr Poindexter trug dar— auf an, 2 G, 009 Exemplare des Berichts drucken zu las⸗— sen. Dieser letztere Antrag wurde mit 26 Stimmen gegen 19 angenommen.

Amerikanische Blätter enthalten fortwaͤhrend Dis— kussionen und Betrachtungen uͤber die gegenseitige Stellung der Vereinigten Staaten und Frankreichs. Der New York Eom⸗ mereial Advertiser meldet auf die Autoritaͤt des Phila⸗ delphia Intelligencer, daß in dem Ausschuß fuͤr die aus—

waͤrtigen Angelegenheiten im Repräsentanten⸗Hause die

Frage, ob eine Bill, gemäß der Empfehlung des Praͤsidenten, um zu Repressalien gegen Frankreich zu ermächti⸗ gen, eingebracht werden solle, mit einer Majoritaͤt von 6 Stim- men verworfen worden sey.

Die Frage uͤber die neue Praͤsidenten⸗Wahl kommt setzt immer lebhafter zur Sprache. Die Kandidaten sind der Rich, ter White aus Tennessee, Herr van Buren und der Richter John M'Lean aus Ohio, einer der Richter des hoͤchsten Ge— richtshofes in den Vereinigten Staaten.

Inland.

Berlin, 8. Febr. Am 1sten d. M. wurde zu Stargard in Pommern die Dienst“Jubelfeier des dortigen Postmeisters, Obersten von Beyer, begangen. Zahlreiche Freunde und fruͤhere Waffengefahrten des würdigen Veteranen hatten sich zu diesem Feste eingefunden, das am Vorabende mit einem Fackeb uge ein⸗ geleitet wurde. Am Morgen des 1. Febr. erfolgte die egluͤck⸗ wuͤnschung des Jubilars, wobei dieser aus den Haͤnden des von dem Koͤnigl. General⸗Post⸗Amte abgeordneten Postmeisters zu Stolpe, Majors von Kleist, ein Allerhoͤchstes Kabinets/ Schreiben empfing, mittelst dessen Se. Maj. der König ihm als Aner kennt niß seiner langjaͤhrigen Dienste ben Rothen Abler⸗Orden dritter Klasse zu ertheilen, und zugleich seinem Vaterherzen durch Ver⸗ leihun einer Stiftsstelle an seine juͤngere unverheirathete Toch⸗ ter die huldreichste Beruhigung . gewähren geruhten. Hiernaͤchst uͤberreichte der Herr General- Lieutenant von Zepelin, Comman⸗ deur der dritten Division, dem Jubilar ein in den gnaͤdigsten Ausdrucken abgefaßtes eigenhaͤndiges Schreiben Sr. R. Höheit des Kronprinzen, begleitet von Höchstdessen Buͤste in Bronze und von zwei Gemälden, das Aeußere und Innere der Kirche zu Labiczyn darstellend, durch deren ruhm volle Vertheidigung im Jahre 1794 der Jubilar feine militai⸗ rische Laufbahn eroͤffnet hatte. Die Stadt Stargard, in deren Mauern der Oberst von Beyer seit 20 Jahren lebt, hul⸗ digte ihm durch die Ueberreichung des Ehren ⸗Buͤrgerbriefes. Nachdem der Jubilar in der St. Johannis Kirche denn Gottes— dienste beigewohnt, und demnaͤchst durch die Herren Generale von Zepelin und von RuͤchelKleist zur Parade gesuͤhrt worden, erfolgte das Festmahl, bei welchem der Gefeierte den ihm so eben von den Beamten seines Post⸗ Verwaltungs Bezirks uͤber⸗ reichten Pokal dadurch einweihte, daß er mit dan kerfůülltem Her⸗ zen Sr. Majestͤt dem Koͤnige ein Lebehoch brachte, Hierauf gab der General-Lieutenant von Ruͤchel-Kleist in dem Sinne der ganzen Versammlung die ehrerbletigsten Wunsche für das Wohl Sr. Königlichen Hoheit des Kronpritzen zu erkennen. Der General-Löeütenant von Zepelin begrsßte sodann den Ju⸗ bilar mit einem kräftigen Toast, an welchen sich eine militairi sche Darstellung anschloß. Auf ein gegebenes Zeichen rollte ein Vorhang auf, und man erblickte eine Scene aus der Ver— theidigung des Reformaten, Klosters Lablelyn am 29. September 1794. Zugleich trat ein Deputirter des in Bromßerg garniso⸗ nirenden Fuͤsilier⸗Bataillons 14ten Infanterie ⸗Regiments, der Premier, Lieutenant Westphal, hervor und uͤberreschte deim Ju— bilar eine aus der Mauer der Klosterkirche zu Labic yon entnoöm. mene, von dieser Stadt den Offizieren des Fuͤstlter, Bataillons geschenkte Kanonenkugel. Die innere Bewegung der Anwesen— den wurde hierdurch auf den höͤchsten Punkt gesteigert, und wie aus einem Munde erscholl der Nuf: Gott erhalte den Konig! „Gewiß“, so schreibt man von dort, „war es ein schoͤnes, be⸗ deutungsvolles Zeichen, daß eine gewaltige Regung, den tiessten Sinn jener Darstellung ergreifend, die Gem ther unw . dersteh⸗ lich dahin zog, von wo die Segnungen unseres Volkes ausge⸗ hen, 4 dem Throne unserer Firsten.“

Die am Schlusse des verslossenen Jahres gefertigten sta⸗ listischen Tabellen des Negierungs Bezirks Stettin ergeben mit Ausschluß des bei den Fahnen stehenden Militairs ein? Bevolke=

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