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Corporations· Neform anbetreffe, sagte der Minister, so werde er diesem Gegenstande seine vollste und redlichste Ausmerksam⸗ keit schenken. (Wir verweisen unsere Leser in Betreff des In⸗ halts der Rede Sir R. Peel's heute einstweilen auf das unten folgende Schreiben aus London und behalten uns eine ausfuͤhr⸗ lichere Mittheilung aus derselben vor.) Herr Spring Rice fragte darauf den Premier⸗Minister, ob das Ministerlum die in der vorigen Session ernannte Kommission zur Untersuchung der Ausgoben, welche das in den Englischen Kolonieen befindliche Milrtair verursache, in ihren Arbeiten wolle fortfahren lassen, was Sir R. Peel bejahte. Auf eine andere Frage dagegen, welche Herr Hume dem Kanzler der Schatzkammer vorlegte, näm⸗ lich ob die Minister zu bleiben gedaͤchten, wenn sie auch im Unterhause fortwährend die Masoritaͤt gegen sich haͤtten, wollte derselbe nicht ant⸗ worten, indem er sagte, daß dieser Frage eine bloße Voraus sen⸗ zung zu Grunde liege; er berief sich auf seine obige Erklarung, daß er nicht geglaubt habe, sich vor einer so geringen Majoritaͤt, wie die von 7 Stimmen sey, zuruͤckziehen zu muͤssen, ohne dem Hause vorher die in der Thron, Rede angekuͤndigten Maßregeln vorgelegt zu haben. Einiges Aufsehen erregte es, als Sir Ro⸗ bert Peel darauf den Antrag machte, daß das Haus Herrn Bernal, ein entschiedenes Oppositions-Mitglied, der bisher den Vorsitz in den Subsidien-Ausschuͤssen gefuͤhrt, wieder zu diesem Posten ernennen mochte, wobei sich der Mini—⸗ ster jedoch gegen jede falsche Auslegung dieses Vorschla— 6e verwahrte, indem er versicherte, er mache densel en bloß, weil er von der strengen Unparteilichkeit des genannten Mitgliedes fest uͤberzeugt sey. Der Sprecher trat . unter allgemeinem Applaus seinen Sitz an Herrn
ernal ab, und das Haus genehmigte im Ausschusse ohne Qppo—⸗ sition den Antrag des Kanzlers der Schatzkammer, Sr. Maj.
langte um 2 Uhr in Begleitung von mehr als 100 Mitgliedern — hol Sandon und Morpeth, der
dem Lord Stanley, dem Sir James Graham und deren An—
sche, aber lelder unbegründete Folgerungen. Sir R. Peel ist 1. Ta e nach jener Rn ben nn, nicht beim Koͤnige gewesen; eulen Whigs moͤgen also ihre Hoffnun
GSelbst Graf Howick, der Sohn des Grafen Grey, der zwar
desten Erwartungen hegte; nüt gegen bie drei Stagts,Steretaire den Herzog von W
Bruder des beruͤhmten Admirals, im 78sten ters mit Tode abgegangen.
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Hrn. Goulburn ließ er sich in eine heftige Polemik ein. In der Rede, welche Herr O Connell in derselben Sitzung hielt, ist besonders aufgefallen, daß er, so sehr er auch im Ganzen gegen ein Tory⸗ Ministerium sprach, doch mit der Ernennung des Sir E. Sug den, den er das Auge der jetzigen Regierung, aber nicht das „Barbaren⸗Auge“, nannte, zum Lord-⸗Kanzler von Irland zufrie
ben schien, und daß er meinte, die jetzigen Minister muͤßten nicht
alle mit einem Mal, sondern nach und nach verdraͤngt werden. Auch erklaͤrte er, daß er die Frage uͤber die Aufhebung der Union fuͤr jetzt suspendiren und sie sogar ganz wolle fallen lassen, wenn drei große Maßregeln, die Ausdehnung der Wirkungen der Re⸗ form⸗Bill auf Irland, die Reduction der Anglikanischen Kirche in Irland und eine durchgreifende Corporations⸗ Reform, aus- geführt wurden und sich in ihren Folgen als solche bewaͤhrten,
welche die Aufloͤsung der Union nicht noͤthig machten.
Am Sonnabend ist der Graf Relson, Herzog von Bronti 6 ! ; ihr! seines Al⸗
Graf Grey wird erst gegen Ende dieser Woche in London erwartet, ö er eine nk un des Herzogs von Bedford nach Wo— burn vorgenommen hat.
Der Globe meldet die Ankunft des Dichters William Wordsworth in London.
In der vergangenen Nacht um 12 Uhr brach in der großen Stuhl-Fabrik von Taprell und Holland ein Feuer aus, das erst um 4 Uhr Morgens gedaͤmpft wurde. Vier Vorderhaͤuser sind gaͤnzlich zerstoͤrt und von mehreren Hintergebaͤuden ist nichts äbrig geblieben, als die Mauern und einige verbrannte Balken. Im Ganzen sind zwoͤlf bis siebenzehn Häuser mehr oder weni— ger beschaͤdigt.
Aus NewYork sind Zeitungen vom 11. v. M. hier ein⸗ gegangen, aus welchen hervorgeht, daß das Reprasentanten⸗Haus sich mit den Ansichten des Praͤsidenten in Betreff der Franzosi⸗ schen Angelegenheit mehr in Uebereinstimmung zeigt, als der
Senat.
— — London, 3. Maäͤrz. Am Sonnabend uͤberreichte das
Unterhaus dem Köoͤnige seine Adresse mit der von der Mehrheit
gegen den Willen der Minister vorgenommenen Veraͤnderung.
Es waren nur wenige ministerielle Mitglieder dabei zugegen, jedoch an 200 von der Opposition.
Aber das Merkwuͤrdigste dabei war, daß, obgleich Se. Majestaͤt die Adresse mit Wohl—
wollen und Achtung gegen die Vertreter der Nation auf dem
Throne empfing, diese, statt wie es schicklich ist und sonst zu ge—
schehen pflegte, in eleganten Karossen und im Hofkleide zu er⸗ . ., des Sprechers Wagen zwei Mann hoch Arm in Arm nachmarschirten und sich in Ueberroͤcken und in Stiefeln vor
dem Monarchen einfanden. 2 den König geben ließen, ist mild und wuͤrdevoll; es wird darin
Die Antwort, welche die Minister
bedauert, daß das Unterhaus die Aufloͤsung des Parlaments nicht in demselben Lichte ansaͤhe, wie der Konig, indessen auch
die Versicherung hinzugesetzt, daß der Fortgang der erforderli⸗
en Reformen dadurch nicht gehindert werden solle. Man hatte i daß die Minister am Freitag Abend noch eine Abstim— mung uber das Amendement versuchen wuͤrden, aber Sir Ro— bert hielt es fuͤr rathsam, solches nicht zu thun, indem es sich, wie er sagte, nach naͤherer Erkundigung ergeben habe, daß die Entscheidung des Hauses nichts Zufaͤlliges, sondern die wohl—
überlegte Stimme der Mehrheit sey, welche ein anderer Versuch nicht aͤndern wuͤrde. Dessenungeachtet gab er jedoch gestern Abend
den Entschluß des Ministerums kund, darum nicht zu resigniren, weil es jene Entscheidung zwar nicht als einen Beweis des Zu⸗ trauens, aber auch nicht als ein Votum des Mißtrauens, jon⸗ dern bloß als einen Unterschied der Ansicht uͤber einen einzigen administrativen Schritt ansehe. Es werde im Gegentheil fort⸗ fahren, nach einander die Maßregeln zu entwickeln, die es fuͤr erforderlich halte, und hoffe dadurch, bald das Vertrauen der Mehrheit zu gewinnen. Auch weit entfernt, die ausgestreuten Drohungen, das Parlament so oft aufzulösen, bis eine Tory— Mehrheit erlangt sey, veranlaßt zu haben, versicherte er, daß der Gegenstand nie im Ministerium zur Sprache gekommen sey. Was er sonst in Hinsicht auf die zu erwartenden Reformen sagte, mußte alle gemäßigten Männer befriedigen; nur daß er in Hinsicht auf die Kirche von Irland einen Grundsatz aufge— stelll, den, wie ich fuͤrchte, weder er, noch irgend ein anderer Minister wird behaupten koͤnnen, namlich, daß das Einkommen der dortigen Kirche zu keinen anderen Zwecken verwandt werden sollte, als fuͤr diese Kirche selbst, und er nicht einmal erklaͤren wollte, ob er den Unterricht der Jugend in den Lehren dieser Kirche mit zu diesen Zwecken zähle. Außerdem versprach er, die Vorschlaͤge ber von der vorigen Regierung eingesetzten Kommis⸗ sion aufs Ernstlichste zu beruͤcksichtigen, so lange solche jenem Grundsatz nicht widerstritten. Da nun eben diese Kommission von den Tories in der vorigen Session und von den protestan—⸗ tischen Versammlungen in Irland im letzten Sommer als etwas Ungeheueres, ja Unchristliches verschrieen wurde, so duͤrfen die Whigs sich einigermaßen mit dieser Ehren-Erklaͤrung troͤsten, so wie die praktische Anerkennung des Nutzens der Corporations⸗ Kommission ein Triumph fuͤr sie war. Aber das ist noch nicht Alles: Sir Henry Hardinge, der jetzige Secretair fuͤr Irland, sagte, daß die jetzige Reglerung nicht nur das so fuͤrchterlich verschrieene Unterrichts System, wodurch protestantische und ka⸗ tholische Kinder eine und dieselbe Schule besuchen koͤnnen, bei⸗ zubehalten, sondern sogar einen großeren jährlichen Beitrag zu verlangen gedenke, um dasselbe noch auszudehnen. Ebenso sagte der neue Secretair der Kolonieen, daß er, in dem Sinne der vorigen verfahrend, statt, wie die Pflanzer auf Jamaika es ge⸗ wollt, Friedensrichter zur Schlichtung der Streitigkeiten zwischen Weißen und Negern aus ihrer Mitte * waͤhlen, eine großere Anzahl Beamten von England aus hin ber geschickt habe. Al⸗ les dieses muß echte Tories zu Klagen veranlassen, waͤhrend die Opposition das alte Lied wiederholt, es sey dies alles nur Spie⸗
gelfechterei. Selg ien.
Die Hannoversche Zeitung theilt in einem Schreiben von den üfern der Maas folgende Betrachtungen uͤber den gegenwartigen Zustand von Belgien mit: „Gerade das Unwaͤgbare und Unmeßbare in Gegenstand und Richtung der offentlichen Meinung ist das Gewichtvollste. In einer genußreichen und da⸗ her gewinngierigen Zeit, wie die unsrige, und besonders in ei⸗ nem wesentlich dem Erwerbfleiße ergebenen Lande, wie das hie⸗ sige, bildet sich die Scale der Zufriedenheit oder Unzufriedenheit in dem Plus oder Minus des Ergebnisses der Jahrschluß⸗-Rech⸗ nungen; allein so guͤnstig auch (mit geringen Ausnahmen in ei⸗ nigen Lokalitäten unseres Landes) dieses Ergebniß sich heraus—⸗ stellt, wie z. B. in der hiesigen Gegend, Dank Dom Miguel, Don Carlos, dem Pascha von Aegypten, und uͤberhaupt der leidigen Kriegs ⸗Besorgniß uͤberall im civilisirten Europa, wodurch der Luͤtticher Waffen- Fabrication in den letzten
als zur geistig⸗sittlichen Wohlgestalt gelangen wird. Ob und wi
ahren uͤberreiches Lebensol zufloß und immer noch zufiteßf Al⸗Bildung — ad colendas Qraecas hingestellt bleibt. Dafuͤr h; ö. kann , in mancher len, ird indessen, freilich seltsam genug, anderweitig gesorgt, daß man von Belgien sogar mehr als je, Boden Kultur und Industrie en Schein des Interesses fuͤr dieses hohe National Beduͤrfniß auf gruͤnend und bluͤhend sich ausweisen, die oͤffentliche Meinung ech erhalte, So ist es, statt auf die Gesetzes⸗Erlassung hinzu⸗ als eine zufriedene bezeichnet werden. Wer diesen Glaube PKirken, klrzlich den Sectionen eingefallen, die plötzliche Aufhebung hegen möchte, und ihn etwa auf die allerdings nicht zu leugnen.; Ker der Universitaͤten mitten im Schuljahre zu verlangen, woge⸗ Thatsache stuͤtzen wollte, daß das Schreien in den Zeitungen auf. in die Regierung sich aber doch straͤubte. Der Ruͤckschritt in gehort hat, der wuͤrde sich in schwerem Irrthume befinden. All in Wissenschaften ist indeß schon so weit gediehen, daß man echt gebildeten, aufgeklaͤrten und deshalb besonnenen Belgier, wenn icht im Stande . durch den Tod der Professoren Gaede zwar sie den Bestand der errungenen nationalen Selbsiständigtz . Asieaur in ttich erledigten Lehrstuͤhle mit befuͤhigten und Unabhaͤngigkeit gesichert sehen, und in dieser Beziehung sih Ränmern zu besetzen; . erlaubt man Abenteurern je der befriedigt finden, — alle diese wahrhaften und alleinigen Inhs. it, hergelaufenen Italiaͤnern unter anderen, sich selbst an den ber der unverfaͤlschten offentlichen Meinung konnen bei unbefan, sniversitaͤten zu , ,,. ernennen. — So steht es mit gener Betrachtung der Gegenwart nicht anders als mit schmerziig, en Anstalten fuͤr die hoͤhere Geistesbildung in unserm Koͤnigreiche. ster Unruhe den Blick auf die Zukunft richten, welche, geht . Darf man sich diesemnach wundern, wenn die oͤffentliche Mei
! de welche nicht, egoistisch, mittelst des Ein mal Eins, son— les so fori, wie es jetzt zor Augen liegt, zu allem , Ehe sangpatriotisch, in der Erkenntniß der bewegenden Kraft des
Heistes und ihrer Wirkung — in dem Ausspruche: „Belgiens gukunft ist gegen alle Gefahr gesichert,“ nur bittere Ironie ver—⸗ himmt, oder ihn als jaͤmmerliches Schiboleth materieller Rechen⸗ inftler betrachtet? Wahrlich, die in Selbstsucht versunkene Gegenwart fuͤhrt uns einer sehr gefahrvollen Zukunft entgegen, ind zwar mit derselben Nothwendigkeit, welche, nach dem Zeug— sisse alle Geschichte, immer und uͤberall Unheil entsprießen läßt aus der Verhoͤhnung des gesunden Menschenverstandes. Und
Jlerzten der Gegenwart und den Geburtshelfern der Zukunft. U von wem sonst als von diesem gehen Fragen aus, wie z. B. fole ja ui Geer als das Schicksal von Generationen in e gende. Welche Beamten hat das Land zu erwarten von den
; ; 7. soß zweijährigem Aufenthalte auf den Universitaͤten befaͤ⸗ Handen! Schlimm ist's, wenn, abgesehen von den Menstn wach zlß z!
. öiaten Juristen? Welche Aerzte von den gleichsam à la vapeur mit Jlesen und jenen guten Cigzhchalttn, s e wier, ei,, ten Doctoren der Medicin?! Und woher wird man n stng
ᷣ en vermögen; no limmer aber, we ,,, . Wil kehrer nehmen, wenn die kommende Generation von einer herein⸗
sie dasselbe zu finden nicht einmal verdienen, sey es aus Wissn ; rechenden Barbarei bedroht ist? Wo aber solche Fragen oder Mah⸗ schaftsmangel, sey es aus Neizungen und, Gesinnungen, du zungen des gesunden Menschenverstandes überhört werden kön—
die sie sich, so zu sagen, selber im Wege stehen. Nun aber zh ; ⸗
es fi, . 6 . Belgien sehr arm ist an wahren un in, da ist ag rn , . , ,. Verhalten — Selbst⸗ männern, und dieser traurige Mangel wird taͤglich fuͤhlbarn ng 6 elch . bstand schon jetzt zwischen Belgien Zu befuͤrchten ist auch, die Zeit sey nicht fern, wo die Geistlichtn m,. 6 ,. . , . wieder im Besitze großer Reichthuͤmer seyn wird, denn alle Mr e, urtellectues! Nertschreitenden znr r viert rh len he; blick eines ruͤckwaͤrts schreitenden Staates, der heute schon tiefer steht, als im Jahre 1815, zu einer Zeit, wo die Nach⸗ lung , , Kultur noch sichtbar und fuͤhlbar
vielen innern Werth aber, ohne diese, eine nationale Selbststin, digkeit dennoch haben koͤnnte, ware gewiß eine muͤßige Unterst, chung. Einige ihatsaͤchliche Belege, die ich aufzuzeichnen beabsichti, werden genügen, es klar zu machen: daß die Unzufriedenheit alsn edlen Belgischen Vaterlandsfreunde keinesweges eine grießgramlig ist, oder gar aus grillenkranker und tadelsuͤchtiger Laune hervorgtz — Die Maͤnner der praktischen Staatsweisheit haben in allen vilisirten Laͤndern den obersten Rang unter den geistig,- sittlin
jeder Annahme solcher . . f 9 Luͤttich ist zur Zeit ein Prozeß anhaͤngig, bei dem es sich um 40, 0003 . . . der e von Luͤttich seinem C r. Was aber, vermoͤge des Naturgeseßes über die Progres⸗ minarium vermachen ließ. — Auch in andern Theilen des . . . t gn . ,
ö ; J f / rfso 1 offnungs⸗ nigreichs zeigen sich Symptome der Unzufriedenheit mit diesn nnen hier n .
Gange der Regierung, selbst in dem alten Heimatslande der Pp l e, e rschefe im tieftatholischen Flandern; ganz besonders n . n n. 3. 96 , ö . jedoch in hiesiger Gegend, in welcher das liberale Element nch er dlc fr, rnd tree ,, gh i n e ,
vorherrscht, der Zustand des oͤffentlichen Unterrichts beklagt, desn r ] r Err orschreiten werde, um seine Koͤnigs-Ehre in glaͤnzender Weise Provisorium nun schon mehr als vier Jahre dauert. Die Erth e ig, u e n, glaͤnz se
tung oder Handhabung der Elementarschulen ist völlig dem gu falle uͤberlassen. Die herrlichen Einrichtungen, welche die vor Schweden und Norwegen. Stockholm, 24. Febr. Nachdem setzt der Constitutions⸗
errn Crusenstolpe sind ngabe der Gruͤnde ab⸗
Regierung n a n 6 un , des ,,,, ind zerfallen. Auch die Kollegien und Athenaen, die auf Staats⸗ ⸗ ; 1 ee n n,. sind verwahrlost. Man denkt nicht einmalh Hunschuß ,,,, wischen dem Priesterstande und dem ran, den verstorbenen Studien⸗Direttot Dewen zu erfetzen. In N Krstzenden Erzbischof, 9) sich geweigert hatte, die Preßfreiheits, mur, Tournai, Bruͤgge nimmt die Zahl nc glinge in den hi 96 . t , zu bringen, kraft der ihm manissifch· liberalen Lehr⸗Anstalten jahrlich ab, die Jesuiten⸗Schuln dem h. schuß) . J Fallen zustehenden Befugniß, seine dagegen gedeihen; die Lehrer in den ersteren sind muthlos, ja min nische 1 dah ö 4 3. en hat, ö er sene Weigerung gut—⸗ sucht sie auf alle mögliche Weise niederzudruͤcken, sogar ver ihiig Men, ,, J. . ö. enn aufs neue einen gleich⸗ zu machen. Die erledigten Stellen bleiben meistens unbesez;, in n eschluß aller . taͤnde umgestoßen hat, so bleibt Von dem Studium der philologischen oder der mathewmatischen 9. ür die Staͤnde der Ausweg, einen verstaͤrkten Constitutions⸗ Wissenschaften ist keine Rede mehr, denn fast alle, welche fraͤhet . zu , n, um zu versuchen, wie dieser in der Sache denfelben sich widmeten, mußten, um nicht Hungers zu sterhn k 9 wen, , , des
der Medicin oder der Jurisprudenz sich zuwenden; so z. ch dom Eon stishhn n ge des
einige ganz ausgezeichnete Doctoren der Philosophie, deren einn , wen ions⸗Ausschuß mit
Herr Raulez, vor dem Jahre 1830 Heidelberg, Berlin unn Ven der' Rits dagstidn
Göttingen befucht, und dort verdiente Anerkennung gesumn hät d hei as i — ning, welche durch Todes falle er hat. Wenn nicht einige Stadt⸗Raͤthe sich angelegen i ließen 4. ad * a g ne 3rr . gang . ins Stocken gerathen gute Gymnasien zu haben und zu erhalten, so bliebe uns nicht msch ö ö . g ie ren ummern erschienen. Ihre weiter, als der Möonchs⸗Uanterricht. Es ist aber zu fuͤrchten, daß, wen . . 3 * 6 ö ir schließen unsere Zeitung mit der nicht bald eine gluͤcklichere Wendung eintritt, auch sie unterliezß rng i, . es dle . Reichstags Zeitung in Schweden werden. — An Veklagenswerthesten ist der Zuftand der Uni . D'e 2tusbildung der Publtecitaͤt ist schon so weit gediehen, sitäten. Keine ist in ihrer Integritaͤt verblieben. Wir hahn . ö die den ö einer solchen verdienen will, fuͤr unsere 1000 Studierenden auf denselben nur noch eine n ⸗s . . 1 gen h , . folgen muß; und was iosophische Fakultaͤt, bestehend aus zwei ordentlichen Professoa muß d e f Verhan . der Repräͤsentation? Es und einem außerorbentlichen Profesfor der Philosophie; nam 4g . atton freuen, wenn während des Reichstags die Nach⸗ i, ,, ,, , , ,, ,,,, . die Staats-Anstalten vollkommen zu vernichten, geben sich, n (lernt. Vamit leb , n ,,,.
bei anderer Veranlassung, die Liberalen und die Jesuiten⸗-Beghh stiger abermals die Hand, in der Errichtung der aus den hth Deutschland. annover, 5. Maͤrz. In der Nacht vom Dienstage auf
rogensten Elementen bestehenden sogenannten freien Un versitäten in Bruͤssel und in Mecheln. Die von
ken Mitwoch sind zu Goslar 8 Haͤuser mit ihren Nebengebau— n abgebrannt.
Regierung an den alten Universitäͤten angestellten M
fessoren, deren ein Drittheil in Nicht⸗Aktivitaͤt ist, s am Brgunschweig, 1. Maäͤrz. Der von der Regierung der Btande⸗Versammlung vorgelegte Gesetz⸗Entwurf uͤber die Lan
chen sich, wenn sie koͤnnen, durch den Verkauf von Diplomen als eobrand-Versicherungs⸗Gesellschaft ist von letzterer seit ihrem
an die Unwissendsten, zu entschaͤdigen, daher gerade die Unik sitaten vorzugsweise besucht sind, wo sich die schwaͤchsten Lisp bes
Wiederzusammentritte berathen, und sind die Verhandlungen
aruͤber in den letzten Sitzungen beendigt worden.
befinden. So waren z. B. im vorigen Jahre zu Löwen n Muͤnchen, 1. März. Der Landrath des Rheinkreises hatte
als 100 Studirende in einer Facultẽ des Selencrs, die dor n
nicht existirt, waͤhrend die treffliche Anstalt dieser Art in Lit n seinem Protokolle an den Konig die Bitte ausgesprochen, daß zon der beabsichtigten Ueberweisung des Unterrichts in den ka—
nicht die Hälfte hatte. Daß man sich, wie es scheint, sth⸗ fuͤrchtet, den e, , , , . . e in
Beguͤnstigung zuzuwenden, klingt frei eltsam, ist aber Wa Holisch⸗
heit, so daß einer derselben, Hr. v. Neiffenberg, erst vor kurz . . 6. n , n, e in der Emancipgtion hervorgehoben hat, wie man in Belgin fübschted fuͤr jenen andrath der Wille des Koͤnigs erklart, daß e, , , , n, , ,, ,, 6 bezuͤglich der Uebertragung des Unterrichtes an die Bomint muntern, pielmehr zlllgs anwendet ihngn entgegen zu artet anerinden bes den Könlglichen auf un besttcstben, Regierungt⸗ im Gegensatze zu Frankreich, wo den Maͤnnern, welche ö. 9 ehe sch geändtnden er engel e e enden, err Gebieten der Wissenschaft glänzen, und der geistigen Bildun po nnr chan n re be ndl nd denen g eben det, aufdluhen den. Ce chlechtz ihr Leben wehrn. Ehr Reich Berlequng des Cassationshofes von Muͤnchen nach Rhein⸗Bayern inet uns seg ich! Wer dr hlt A ner enn n gu heil wer den,. in Folge gegeben. In Bezug auf einen anderen Antra g. kat aber König Leopold ein, so hochsebldeter und, zeistteigsemndrrrheb stthet sich Li seneind Aoschscdmnckh' Fängen. Fuͤrst, nicht daran gedacht, seinen Orden einem Gelehrten . Pir töunell eins icht law onen Fd fler d' m. 36
Lande zu verleihen, und doch sind mehrere derselben, wie Band . Herren Quetelet, Warnktoͤnig, von Reissenbecg, im Vesitz an aner, . ö . ,
,, , n, ,, , , , n, sltnisse und aus väterlicher Fürsorge für das Wohl des Landes
Uebrigens ist die Große des Verfalls selbst von der Regieruns 3 wie sie 63 das Projet t loi de l'ins truelio offenen Verfuͤgungen schon dermal abzuaͤndern, behalten Uns
kelmehr weitere Verfugung in der Hoffnung vor publique bewiesen, welches 6 bereits im Juli v. J. den ö. ii Den Urn ter! 36 9 . ce j ö. . In. mern vorgelegt hat; wenn aber auch dieser Gesetzes-Vors⸗ Lr That nach auf ihre bishrrigen Bette bungen ver hren wir in der That Guies und Heilsames enthaäͤlt, so war das Min ie Jugend aller Lander der Ausbildung fuͤr ihren . en Be⸗ rium doch bisher weit davon entfernt, die oͤffentliche Verhandlus uf zu entruͤcken und selbe zu einem . verdi is
in den Kammern 2 6. än n ö. ö gan, pläne zu ersehen.“ erischer Session erwartete Erörterung oß moglich, jedoch taum Das Königliche Staats-Ministe nan
scheinlich. Das Vetreten des Weges, der von dem Zeugen ) Bücksicht der , . ,, guten Willens, bis 36 dessen Darlegung in That und Wah bie in der Bekanntmachung vom 17. Juni 1831 angeordnet fährt, hat fur die über uns walten de Siagtz,- Weisheit keine g Peschtäntung der Annahme? ausn artiger Neün;? Sorten unn? . . 3 Gere m iss e e gen nn wuthanen der Vereinsstaaten, in welchen dieselben 6 lichen e uf haben, aufzuheben und die Königl. General / Zoll ⸗Ad—
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ministration zu ermaͤchtigen, von nun an bei Entrichtung der Zoll⸗Abgaben an saͤmmilichen Zoll⸗Erhebungsstellen die groͤbere Muͤnz⸗Gorte aller Vereinsstaaten nach der Cle lone Terri. welche der Bekanntmachung vom 17. Juni v. J. beigefuͤgt ist, annehmen zu lassen, ohne ÜUnterschied, ob der Zollpflichtige ein Inlaͤnder oder ein Unterthan der uͤbrigen Vereinsstaaten, oder der Angehörige eines Siaates sey, welcher dem Zoll⸗Verein nicht beigetreten ist
Stuttgart, 2. Maͤrz. Der Fuͤrst von Hohenlohe⸗Oerin⸗ gen duͤrfte in der naͤchsten der m un n . wie⸗ der die Praͤsidenten⸗Stelle in der ersten Kammer bekleiden, in— dem derselbe im Begriff ist, mit seiner Familie nach seinen Be— sitzungen in Schlesien abzureisen und bereits sein gewöhnliches Hotel hier in der Stadt aufgegeben hat.
Darmstadt, 3. März. (O. P. A. 3.) Die gestern be— gonnene Buͤrgermeister⸗Wahl erregt diesmal ganz besondere Auf⸗ merksamkeit und Bewegung unter den Buͤrgern. Herr E. E. Hoffmann, der bei den Landstands, Wahlen so gaͤnzlich durchge— fallen ist, setzt Alles daran, wenigstens unter die drei Kandida—⸗ ten zum Buͤrgermeister⸗ Amt zu kommen, wenn auch voraussicht— lich er am allerwenigsten zum Buͤrgermeister ernannt werden duͤrfte. Um jenen Zweck zu erreichen, ließ Herr E. E. Hoff mann auf eine ihn betreffende kurze Anfuͤhrung in einem Arii—⸗ kel der Allgemeinen Zeitung (der Thatsache naͤmlich, daß er nicht um Landstande gewaͤhlt worden sey) in jenem Blatte eine sehr ange Erwiederung erscheinen, welche kurz vor dem Beginn der Buͤrgermeister Wahl in dem Frankfurter Journal ebenfalls noch erschien Doch nicht zufrieden damit, erschienen bald lithogra— phirte Schreiben von Herrn E. E. Hoffmann, worin er die Buͤrger zu sich einlud in Betreff der Burgermeister⸗ Wahl; Zet— tel waren beigefuͤgt, auf welchen der bescheidne Mann oben an stand als Kandidat, unter ihm die Herren Jaup (pensionirter Geheimer Staatsrath) und Kahlert (Tuchhaͤndler). Dies brachte denn auch die Gegenpartei, welche das Interesst der Stadt im Auge hat, in Bewegung. Heute erschien eine gedruckte Erwie— derung 3 E. E. Hoffmann, betitelt: Wohlgemeinte Worte mehrerer Buͤrger an ihre Mitbuͤrger.“ Sie machen darin auf jene Umtriebe und die Bescheidenheit des Herrn E. E. Hoff⸗ mann, der wie gewoͤhnlich unberufener Weise alle Welt bevor munden wolle, aufmerksam. Sie warnen vor den schlimmen Folgen, welche solche Umtriebe dem Wohle der Stadt bringen koͤnnten und fordern alle Buͤrger auf, dieses wohl zu bedenken, nicht muüͤßig ju bleiben, vielmehr ihre Stimmen abzugeben, aber nur solchen Maͤnnern, welche sie nach freier eigener ueber— zeugung des Buͤrgermeister-⸗Amtes fuͤr tuͤchtig und wuͤrdig hal— ten. Gie meinen, daß dazu diejenigen am allerwenigsten tau— gen, die, wie Herr E. E. Hoffmann, mit Dreistigkeit sich selbst anbieten. Eben so unklug und dem Interesse der Stadt schnur⸗ stracks entgegen scheint es ihnen, Männer zu Kandidaten vorzu— schlagen, welche sich als Gegner der Regierung beurkundet ha— ben, und denen diese kein Vertrauen schenken kynne. — Man ist auf den Ausgang dieser Kampfe sehr gespannt. Möge sie ö verstandige Sinn der Buͤrger klug zum Besten der Stadt enden!
Oester reich.
Prag, 4. Mäaͤrz. In der hiesigen Zeitung liest man: „Die uns vom 24. bis 26. Februar , , ich. ten uͤber die Krankheit unseres Kaisers und Koͤnigs lauteten fo befriedigend, daß wir uns der Hoffnung seiner baldigen Wieder genesung ruhig hingeben konnten. Allein bald darauf zeigte es sich, daß das kostbare Leben des besten Fuͤrsten und Landes vaters mit banger Ahnung nach Stunden gezahlt werde. Die geringe Jeff une zu welcher die Nachricht veranlaßte, daß der Zustand
r. Majestaͤt am Abende des 28sten beruhigender war, als am 2sten, wurde durch eine nachträgliche Bekanntmachung des selben Tages sehr in Zweifel gestellt, und durch die heute eingetroffene höchst schmerzliche Anzeige gaͤnzlich vernichtet. Der geliebte Kaiser, mit dem unsere . alt geworden, den unsere Kinder mit Liebe und Ehrfurcht nennen, hat sein irdisches Daseyn in der Nacht vom 1. auf den 2. Maͤrz um 123 Uhr vollendet. Als der Verewigte vor zwei Jahren durch die festlich geschmuͤckten Gassen Prags einen Triumph-DZug hielt, wie sich dessen nur der wahre Landesvater erfreuen kann, brach die Sonne durch schweres Gewoͤlke, und enthuͤllte uns ein Schauspiel, dessen ruͤhrendes Andenken unsere Kinder bis in die spaͤtesten Tage aufbewahren werden. Am 3. Maͤrz verfin⸗ sterte sich der Himmel fast zu derselben Zeit, als unsere Hoff— nung schwand. Das treue, liebevolle Herz des gerechtesten, in allen Stuͤrmen der Zeit unerschuͤtterlich biederen Fuͤrsten hat zu schlagen aufgehört. In einem Alter von 67 Jahren seinen ireuen Millionen noch immer zu fruͤh entrissen, hat sich der verewigte Monarch nicht nur in den Thraͤnen der Voͤlker, die er vaͤterlich liebte und lenkte, sondern auch in der Achtung von ganz Europa ein bleibendes Denkmal seines frommen friedlichen Waltens errich⸗ tet. Dem Gluͤcke seiner Volker und dem Frieden Europas war jede Stunde seines theuren Lebens geweiht; unter schwieri⸗ geren Verhaͤltnissen hat noch kein Fuͤrst einen Thron bestiegen und behauptet, als er; keiner der Fuͤrstenpflicht so schmerzliche Opfer gebracht. Sein ehrwuͤrdiges offenes Antlitz entwaffnete den Feind und gewann sich alle biederen Herzen. Unferen Schmerz kann nur die Gewißheit lindern, daß das Erbtheil der Habsburger, naͤmlich Froͤmmigkeit, Gerechtigkeit und Milde, von dem Verewigten durch eine dreiundvierzigjährige Regierung ma⸗ kellos erhalten, auf seinen erlauchten Sohn und Nachfolger uͤber⸗ gegangen ist.“.
Italten.
6 . 21. Febr. (Allg. Ztg.) Dom Miguel lebt hier sehr zuruͤ gezogen; seine Abreise scheint auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Finanz ⸗Umstände dieses Fuͤrsten sollen nicht so glaͤnzend seyn, als man bel seiner Ankunft glaubte. Sein Minister Marquis Lavradio hat einen Palast gemiethet, welches auf einen längeren Aufenthalt deutet. — Der Adjutant des be— kannten Prinzen Canosa, Herr Bignardi, ist von der Regierung uͤber die Graͤnze geschickt worden, weil er, wie man sagt, in ei⸗ nem Anfall von Wahnsinn, einer sich hier aufhaltenden Prin⸗ zessin mit einer Pistole gedroht hat. — Der bisherige Delegat von Ravenna, Graf Codronchi, befindet sich gegenwärtig hier; weder Regierung noch Volk sollen mit seiner Verwaltung zufrie⸗ den gewesen seyn. Seine Functionen sind einstweilen einem Monsignore uͤbertragen. — Im naͤchsten Monat duͤrfte endlich die schon lange aufgeschobene Erhebung von mehreren Praͤlaten zu Kardinälen erfolgen. Man nennt schon viele Kandidaten, worunter der . ,, von Genug als bestimmt bezeichnet wird. — Herr E. Ellice (im Melbourne'schen Ministerium Staats- Segretair des Krleges) ist von Neapel hier eingetrof⸗ fen, er setzt morgen seine Reise nach London fort.
Griechenland.
Athen, 7. Februar. Die Ausfuͤhrung des von Herrn von Klenze revidirten Stadtplanes geht nun ohne Unterbrechung vor sh, und die auf ihm bezeichneten Hauptstraßen sind gröͤß⸗ tentheils abgesteckt — Se. Maj. der Konig ist nach Nauplia abgereist, um den Tag seiner Ankunft in Griechenland an der Stelle zu feiern, wo er den Griechischen Boden betreten hat.
Das Königreich zählt jetzt folgende Zeitblaͤtter: 1) Sotir, Griechisch und Franzoͤsisch, fruher offizielles Blatt, dann seit den Zerwuͤrfnissen der Regentschaft Parteiblatt fuͤr die Ausge⸗ tretenen, nun im Interesse von Koletti, eigentlicher Redacteur: Skrufio mit Beihnlfe einiger St. Simonisten. 2) Athene, ein Oppositionsblatt, Griechisch, Redacteur: Anthoniades. 3) Epoche, Oppositionsblatt, fuͤr abso ute Monarchie, Griechisch und wean f. ch Ethnike, oder National, Griechisch und Franzoͤsisch, welcher manchmal offizielle Nachrichten der Regentschaft enthaͤlt. Außerdem erscheint 5) eine theologische Zeitschrift: die evangelische Posaune, 6) eines fuͤr die un— kegelmäßigen Truppen, 7 das Regierungsblatt, Griechisch und Deuisch, 8) der Ephoros fuͤrs Militair, als Oppositions⸗ blatt gegen die Europäͤische Heeres-Disciplin.
Brasilien.
— — Rio Janeiro, 20. Dez. Am 2. Dez, dem Ge⸗ burtstage des Kaisers, der an diesem Tage sein zehntes Jahr erreichte, wurde unter anderen Festlichkeiten, welche gewohnlich bei solchen Gelegenheiten stattfinden, auch die neue Boͤrse in der Hauptstadt feierlich eroͤffnet. Man wird sich wundern, daß in einer der groͤßten und besuchtesten Handelsstaͤdte unseres Erd⸗ balls bisher keine Boͤrse bestanden, und doch war es sos frei⸗ lich ward vor 16 Jahren ein sehr schoͤnes und kostspieliges Ge⸗ baͤude zu ahnlichen Zwecken aufgefuͤhrt; dieses aber war zu ent⸗ legen, um je sehr besucht zu seyn, und seit den darin bei den ersten Volkswahlen im Jahre 1821 veruͤbten Mordihaten stand es ganz verlassen und ist nun mit den ungeheueren Zoll-Gebaͤu⸗ den vereinigt worden. Dem Mangel einer Böͤrse, die fruͤher zuweilen mitten auf der Straße in der brennendsten Hitze as— gehalten wurde, abzuhelfen, raͤumte die Regierung im Februar die in der Hauptstraße gelegenen unteren Räume des Indischen Lagerhauses ein, und ernannte eine Kommission von zwei Bra⸗ silianern, einem Deutschen und einem Schweizer (die Herren Carvalho, Moreira, Theremin und Riedij), um darin durch Beiträge der Kaufleute eine Boöͤrse auszubauen. Diese wurde seitdem hergestellt und sollte durch die hohe Gegenwart des Kai⸗ sers eingeweiht werden. Vierzehn Masten mit den Flaggen der verschiedenen Nation schmuͤckten die Außenseite des Gebaͤudes, zu welchem ein Teppich mit Blumen besaͤet fuͤhrte, der bis zu dem Aussteige⸗Punkte zwischen den Flaggen Brasiliens und Por⸗ tugals reichte. Die Preußische, hier selten gesehene Flagge ent⸗ faltete sich am Eckstein des Vorhofes und der schoͤne Adler brei⸗ tete seine schirmenden Fittiche auch uͤber den fernen Boden Bra⸗ siliens aus. Ein Bataillon der National-Garde gab die Ehren⸗ Wache ab. Um 11 Uhr langten die Staatswagen durch die mit Teppichen behangene, mit Blaͤttern und Blumen bestreute, eine Viertelmeile lange Straße St. Pedro und Rua direita vor dem Gebäude an, wo Se. Majestaͤt in Begleitung der Kaiser⸗ lichen Schwestern mit Jubel empfangen wurden. Die Bau⸗ Kommission und ein Ausschuß der geachtetsten Kaufleute empfin⸗ gen die Kaiserliche Familte, den Vormund und den Hofstaat, und fuͤhrten die Gaͤste bis zu einem erhoͤheten Sitz, in dem sehr geraͤumigen, mit Zimmet⸗ und Nelken⸗Blättern besaͤeten Lese⸗ Saal, in welchem sich einige Damen, die Konsuln verschiedener Nationen, die Mitglieder des diplomatischen Corps und der Hofstaat versammelt hatten. Herr Carvalho hielt darauf eine kurze Anrede an den Kaiser, welche unter Anderm folgende Stel⸗ len enthielt: „Senhor! Die einem constitutionnellen Thron ge⸗— widmeten freiwilligen Huldigungen der Unterthanen sind zwei⸗ felsohne dessen schoͤnster Schmuck und die beste Vorbedeutung, wenn nicht gar die Gewißheit seiner zukunftigen Dauer. — Die Kaufmannschaft begruͤßt heute, Senhor, mit edler und lie⸗ bevoller Begeisterung, gegruͤndet auf die Gnade Eurer Kaiserl. Majestaͤt, bei der Eroͤffnung der Boͤrse zu erscheinen, die Wie⸗ derkehr des merkwuͤrdigen Tages, welcher dem Reiche einen Ame⸗ rikanischen Prinzen gab. — Es lebe der Herr, Dom Pedro l.!“ — Hierauf uͤberreichte die Gattin des Redners den . Blumenstraͤuße, und Herr Theremin, der den inneren Bau ge— leitet und ausgefuͤhrt hatte, den Plan und Aufriß der äußeren Kolonade, welche dies Gebaͤude als eine Zierde dieser Haupt— stadt vollenden wird. — Da die Zeit fuͤr die vielen Sr. Maj. an diesem Tage obliegenden Ceremonien knapp zugemessen war, so erhoben sich Allerhöͤchstdieselben, nahmen die Gedaͤchtnißtafeln und sonstige Einrichtungen in Augenschein und verließen alsbald unter dem Vivatrufe der Menge das nun Jedem offenstehende Gebäude. — Der Kaiser begab sich darauf nach der Schloß⸗ Kirche, um dem Tedeum beizuwohnen, nachher war Gala-Cour. Hier hatten die Waisen der Arsenal-Arbeiter die Ehre, ihrem jungen Kaiser einige selbst gefertigte Militair-Gegenstaͤnde zu Uberreichen. Der Zug dieser Waisen war um so herzergreifen⸗ der, als zwar die Stadt, aber der Kaiser selbst noch nicht wußte, daß auch er eine Waise geworden; die Nachricht des Ab—⸗ lebens von Dom Pedro war mit Bestimmtheit erst Tages zuvor hier angelangt. Nachmittags war große Parade und Corps Aufstellung der saͤmmtlichen sehr zahlreichen National-Garde. Die Kaiserliche Familie kam nicht wie gewohnlich ins Theater. — Graf St. Priest, Franzoͤsischer Botschafter, ist von hier ab⸗ gereist, und ein Herr Laroziöre als Geschaͤftstraͤger zuruͤckgeblie⸗ ben. — Der Englische Admiral lichtete dte Anker, um wahrend der hei⸗ ßen Jahreszeit, die mit einem Male sehr druͤckend geworden, auf der See zu kreuzen und seine Leute zu uͤben. Auch der Franzoͤsische Abmiral soll uns aus denselben Gruͤnden bald ver⸗ lassen. — Die Russische Jagd⸗Korvette „Amerika“ ist seit eini⸗ gen Tagen hier; die Mannschaft derselben . sich durch ihre treffliche Haltung aus. Sie geht nach Neu-Holland. — Das Thermometer in meinem Hause zeigt eben eine Hitze von 25 Grad Réöaumur. .
Inland.
Berlin, 8. März. Die Sitzung der geographischen Ge⸗ sellschaft am Jten d. M. eröffnete Herr Prof. Zeune mit ei—⸗ nem kurzen Netrologe eines verstorbenen Mitgliedes. — Darauf gab Hr. Hr. Minding eine Notiz uͤber die Erz- Production und die Verarbeitung desselben in Schweden im Jahre 1833. — Herr Dr. Mädler trug eine Topographie der Mondlandschaft „Aristarch“ vor und vertheilte eine dazu gehörende metallogra— phische Zeichnung unter die Mitglieder. — Herr Legationsrath v. Olfers las uͤber die geodäͤtischen Vorarbeiten zu einer Karte der Schweiz und gab als Geschenk Eschers Nekrolog Horners. — Herr Professor von der Hagen trug eine Abhandlung über