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8 die Preußischen Staaten.
Allgemeiner Anzeiger fur
Bekanntmachungen. Sekanntm achung.
Das zum Domainen⸗Amte Kruschwitz gehbrige, 9 Meilen von der Departements⸗-Stadt Bromberg, und 38 Meilen von der Kreis⸗Stadt Inowraelgw, z Meile von dem Königl. . Staͤdtchen Ra⸗ ziejewo entfernte, auf dem döͤstlichen Ufer des Goplo⸗ Sees gelegene Vorwerk Kicko, soll der hoheren Be⸗ stimmüng gemäß von Trinitatis d. J. ab alternative im Ganzen und auch in einzelnen daraus zu bilden den Etablissements bͤffentlich zur Veräußerung ausge⸗ boten werden, wozu der Termin auf
den 10. April c.
vor dem Departements⸗Rath Herrn Regierungs⸗Rath
Jachmann im Vorwerkshause zu Kicko anberaumt ist.
Bei der Verdußerung im Ganzen werden saͤmmt⸗
liche vorhandenen Gebäude mit verkauft, und gehb⸗
ren zum Vorwerke nachfolgende Laͤndereien, als: 33 Morg. 16 QMRuth. Acker 2ter Klasse, 127 73 wᷓ ter ⸗ 203 2Ater
8 zeiaͤhriges Land,
11 Gaͤrte,
62 Wiesen von verschiedener Qualitaͤt,
Huͤtung,
als der beim Vorwerk blei⸗ bende, suͤdlich von dem ihn durchschneidenden Graben gelegene An⸗ theil des Sees,
an Hof⸗ und Baustellen,
unhrauchbares Land,
3 14
1 172 9 13 è— 1358 D
107 Morg 159 URuth. . Der fesistehende zur Domainen⸗Kasse zu entrich⸗ tende Kanon betragt 70 Toölr. inel. 22 Thlr. 18 sgr Gold, außerdem wird der Acquicent verpflichtet sein, die vorhandenen Saaten und Bestellungskosten, er= stere nach den Marktpreisen der Kreis⸗Stadt Ino⸗ wraelaw mit einem Rüctschlage von 8 pCt. fur die Markt⸗-Transport Kosten und letztere nach den hier üblichen oekonomischen Satzen zu bezahlen, und die gesetzmaͤßige Grundsteuer, deren fuͤr jetzt festgestellter Betrag im Lizitations⸗-Termine nachrichtlich bekannt
gemacht wird, an die Kreis⸗-Kasse zu entrichten.
Die Lizitation wird auf das Erbstandsgeld gerich- tet sein.
Beim Verkauf im Einzeln werden dagegen fol— gende Etablissements zur Veraͤußerung ausgeboten: Nr. J. Mit 1 Wohnhau⸗ gliche Domainen· Minimum se, 1 Scheune, 1 Schaf⸗ che. Rente. d. Kaufgeldes. stall und dem Æ Theil M. UR. Thl. Thl. sar. des Sees 156 77 36 1186 25 Nr. IJ. ohne Gebaͤude 97 98 20 A8 20 Nr. III. * 98 36 18 140 Nr. IV. * 98 125 17 41 Nr. V. 103 32 18 A5 — und die zur Kreis-Kasse fließende gesetzliche Grund⸗ steuer den Erwerblustigen im Lizitations⸗Termin eben⸗ falls nachrichtlich bekännt gemacht werden,
Die Ausbietung erfolgt in beiden Faͤllen unter Vorbehalt der Genehmigung des Königl. Finanz⸗ Ministerit, ber Meistbietende ist aber an sein Gebot gebunden. ; ö
Nachgebote werden nicht angenommen, wenn das Minimum des Kaufgeldes erreicht ist.
Die Veraͤußerung des Vorwerks im Ganzen erfolgt zu Erbpachtsrechten, die im Wege der Dismembrä⸗ tion aber zum vollen Eigenthuni. Die Acquirenten der einzelnen Etablissements werden verpflichtet sein, selbige binnen 3 Jahren mit den erforderlichen Ge⸗ baäͤuden, mindestens einem Wohnhause, einer Scheune und einem Stall zu bebauen.
Zur Sicherheit der Gebote und statt besonderer Caution müͤssen die Erwerber sogleich im Lizitations⸗ Termin, den einjaͤhrigen Zins, die Grundsteuer und die Haͤlfte des Kaufgeldes einzahlen, die andere Haͤlfte des Kaufgeldes und der Werth der Saaten, wird dagegen bei der Uebergabe, welche vor dem 1. Juli e. stattfinden soll, entrichtet, widrigenfalls die Uebergabe verweigert, das Grunpstuͤck anderweitig gusgeboten, und der im Termin eingezahlte Betrag dem Fiscus verfallen wird. ;
Im Falle des Verkaufs in einzelnen Etablissements, werden auch die vorhandenen Vorwerks-Gebaͤude zur Veräußerung und zwar zum Abbrechen ausgeboten werden, wofuͤr das Kaufgeld gleich im Lizitations⸗ Termin erlegt werden muß. Die uͤbrigen dieser Veraͤußerung zum Grunde zu legenden Bedingungen können in unser Registratur und bei den Donainen⸗ Rentäͤmtern Inowraelaw und Strzelno zu jeder Zeit eingesehen werden, auch werden sie im Lizitations⸗ Termine den Erwerblustigen bekannt gemacht.
Bromberg, den 7. Januar 1838.
Königl. Regierung. Abtheilung für direkte Steuern re.
16
Avertissement.
Die im Preuß Stargardtschen Kreise belegenen abcsigen Guͤter Zalenze Nr. zi sind mit Ausschluß des Vorwerks Charlotten * anderweitigen noth⸗ wendigen Subhastation gestellt, und der Bietungs⸗ Termin ist auf . den 27. Zuni 1835, Vormittags um 10 uhr, vor dem Deputirten Herrn Ober⸗ Landesgerichts⸗ Assessor Hering hierselbst angesetzt worden.
Die Tare, nach welcher der Werth der genannten Güter erei Charlotten 58,129 Thlr. 23 sgr. 2. pf. ve⸗ traͤzt, der neueste Hypotheken⸗Schein, und die Ver kau s⸗Vedingungen sind ubrigens jederzeit in der hiesigen Ober Landesgerichts⸗Registratur einzusehen
Zugleich werden hiermit alle eiwanigen unbekann⸗ ten Real Praäͤtendenten, deren Ansprüche der Ein⸗ traqung in pas Hypoth ken⸗Buch beduͤrfen, zu dem gedachten Termine Behufs Anmeldung und Be⸗ fheinigung ihrer Ansprüche unter der Warnung vor⸗ geladen, daß die Ausbleivenden mit ihren etwänigen Real Anspeüchen werden praͤeludirt und ihnen des⸗ halb ewiges Stillschweigen wird auferlegt werden
Namentlich werden zu dem Termine zur Wahr⸗ nehmang ihrer Gerecht lame:
a) die unbetan ten Erben der Babara, verehe lichen Hauptinann v. Manteuffel, gebornen v Lebinska;
b) die aucctannten Erben der Helena Antonie
t
Franziska, verwittweten v. Erzerierska, gebor⸗ nen v. Lebinska, hierdurch , Marienwerder, den 7. November 1832. Civil ⸗Senat des Koͤniglichen Ober⸗ Landesgerichts. ;
Edietal⸗- Citation.
Auf den Antrag der vraͤsumtiven gesetzlichen Er⸗ ben des aus Wuͤrben gebürtigen Mousquetier Ignatz Thamm im vormaligen Infanterie ⸗Regiment J Heinrich von Preußen, laden wir nicht nur den be⸗ sagten Ignatz Thamm, welcher in seinem Geburts— Ort beurlaubt gewesen, und im Fruͤhjahr 1800 zur Revue nach seiner Garnison K ö . in der Neumark gegangen, jedoch in letzterer nicht ange⸗ kommen, sondern vielmehr muthmaßlich bei dem zu jener Zeit stattgefundenen großen Wasser verunglückt ist, sondern auch seine etwanigen unbekannten Erben hiermit vor, sich in dem auf
den 12. September 1838, Vormittags 10 Uhr, anberaumten Termin in der Gerichts-Kanzlei zu Wuͤrben einzufinden, oder bis zu dem besagten Ter⸗ min uͤber ihr Leben und ihren Aufenthalt schriftlich Nachricht zu geben, widrigenfalls der bemerkte Ver⸗ n durch Erkenntniß fuͤr todt erklaͤrt, und sein n circa 139 Thlr. bestehendes Vermögen den bekann⸗
ten gesetzlichen Erben ertradirt werden wird.
Schweidnitz, den 16 November 1851. ;
Das Graäflich von der Goltz'sche Gerichts— Amt der Herrschaft Wuͤrben.
Ankündigung Ausgeklagter Schuldenhalber soll: 1) das Erbzins⸗ und Hintersaͤttlergut zu Waldau unter 10, geschaͤtzt auf 7769 Thlr. AÆsgr. 8 pf. 2) ein besonderes Stuͤck Feld in dasiger Flur von . . Ruthen, geschaͤtzt auf 1218 Thlr. 20 sgr. 8 pf. öffentlich verkauft werden. Zahl⸗ und besitzfaͤhige Kaͤufer werden geladen, dazu auf den 16 April 1835, Morgens 10 Uhr, an Gerichtsstelle in Droyßig zu erscheinen, ihre Ge⸗ bote zu thun, und wenn fon kein Hinderniß ob— waltet, des Zuschlags an den Bestbietenden gewaͤrtig zu sein. Auf unbekannte, dingliche Rechte, Anspruch⸗ machende Personen haben sich laͤngstens im Termine zu melden, indem außerdem Verlust ihrer Anspruͤche eintritt. Die Schaͤtzurkunde kann taglich in der Re⸗ gistratur des Gerichts eingesehen werden. Droyßig, den 18. September 1833. Fuͤrstlich Keußisches Gericht der Herr⸗ schaft Droyßig.
Anzeige, däs pharmaceutisehe Institut in Berlin betretkend.
Die fortwährend steigende erkreuliche Theilnahme des Publikums an dem unter meiner Leitung ste- ienden pharmaceutischen Institute hat mich bewo-w gen, Behuls der nothwendig tzewordenen Eriei- ferung desselhien dus früher von dein Geh, Rath Herimbstaedt bewohnte, für chemische Lwecke eigends erbaute Haus käuflich zu acquiriren. In Folge dessen ist es nicht nur möglich geworden einige wünschenswerthe verbesserte Einrichtungen trelfen. sandern auch eine grölsere Anzahl von Mel- dungen als bisher berücksichtigen zu käͤnnen. Ich zeige dalier hiermit ergebenst an, dals Pharmaceu- ten, welche Behufs ihrer Studien und Staats-Prü- sung Ostern 1838 sich nach Berlin begeben wol- len, in dem luslitute freundliche Aufnahme finden können, und werde gern auf portal'reie Briele die näheren, anerkannt billigen Bedingungen mit- heilen. Professor Lindes.
Literarische Anzeigen. An ze i g e- Sammlung von Zeichnungen darstellend die Ilaupt: Affütagen der Land-Ariillerie, mit ihrem Aufriss, allen Einzelnheiten und den Normirungen ihrer Bimensionen und Gewichte, zum Feld- ünd Festungs - Gebrauch, wo sich keine Konstruktions-
Jabellen vorfinden.
Feld- Artillerie,
Gebirgs-Artillerie,
Belag erungs - Artillerie,
Eestungs- und Küsten- Artillerie,
Geschütze auf ihren Affütagen; alchst Aufriss aller Artillerie -Leugwagen, der Mu- nitions · Wagen, Batterie - Karren, Feldschmieden. Lavette der 8 zölligen Haubitzs, des 19 z5igen Morliers mit Kleiner Tragweite, des 8 z6ölligen Mor- tiers, des Steinböllers u. s. w.
Durch dis hinzugefügten Namen und Zahlen-Nor- mircungen vereinigt diese Summlung alle Vortheile des Textes und der Zeichnung.
Quer-Folio 18 Blatt, mit Franzäsischem Titel.
Subscriptions . Preis 67 Thlr.
Die Französischè Artillerie, die eine so grosse Rolle in den Kriegen des Kaiserreichs gespielt hat. war dennoch sehr unvollkommen; die Erfahrungen dieser Kriege haben die Bedingungen kennen ge- lehrt, denen die verschiedenen Arkillerie- Systeme entsprechen müssen, und es schienen die Ensländer zuerst ein rationelles Materielle einzusühren; Frank- reich lestele die Studien seiner Olfiziere in die Bahn der Vervollkommnungen, verwendete zu die- sem Lweecke hunderte von Millionen und ist mit einiger Nachahmung der Englischen Artillerie, nach der Meinung der 6ffiziere wiser Vöster zur Voll- kommenheit gelangt. Frankreichs Materielle ent- sprieht jetzt allen Bedingungen und kostet ein Drit- zeil weniger als das frühere, ja als alle bekannte. Auch hat die Kriegs-Verwalthng dahin gestreht, dals Niemand es im Zusammenhunge mittheilen könne, und die Veröffentlichung eines Hests Leich- nungen verhoten, welches mit grosser Genauigkeit as nene System und seine Einzelheiten vorsinn= licht. — Dä wir uns dennoch ein Exemplar zu ver- schalfen wulsten, so übergeben wir es Europa als
verständlich, welches auch ihre Sprache seyn möge, da es Leichnungen sind, die dem Auge alse Details der Geschütze und Lavetten vorführen, für die Di- mensionen, nach Mètres und Milliméters, für das Gewicht nach Kilogrammen und Milligrammen, fest. gestellt, obgleich überdies ein Mausstab vorhanden . alle Verhältnisse genau in S dargestellt sind. Kurz es sind Konstruktions- Tabellen mit grölster Sorgfalt ausgesührt. Die Subscription ist bis Ende Februar eröffnet. Der Ladenpreis wird 10 Thlr. seyn. Dormann und Steverwald im Haag.
In Berlin nehmen Duncker und Humblot Bestellungen an.
Die zweite Lieferung der
Carlsruher Pracht⸗-⸗Bibel. Mit einer Vorrede vom Prälat. Dr. Hüffel. Subseriptions⸗Preis à Lieferung 10 sgr. ist so eben an alle Buchhandlungen versandt worden.
Gleich der ersten Lieferung sind auch bei dieser jwei nicht minder ausgezeichnete Stahlstiche:
Jesus zu Emaus, nach Appiani und
Innere Ansicht von Jerusalem beigegeben, die sicher jeden Anforderungen des Kunst—⸗ kenners genuͤgen werden.
Das Ürtheil der Zeitung fuͤr die elegante Welt 1834 Nr. 249, eine der geachtesten deutschen Zeit schriften, uͤber unser Unternehmen, erlauben wir uns hier mitzutheilen:
„Der kaum vor wenigen Monaten ausgegebenen Ankündigung folgt heul schon die 18te Lirferunzg eines Werkes, dessen Erscheinen wir mit freudiger Erwartung enigegensahen, da ein Name, abgesehen von allem Uebrigen, schon hinlünglich bürgte, jedem Kunstlreund und Kenner zu den schönsten Hof- nuntzen zu berechtigen.
err W. Creuzhauer in Karlsruhe, dessen aul— opfernde Bemühungen und Sinn in That für wahre
unst nicht allein von Allen in den ausgezeichneten Leistungen seines Ateliers rühmlichst anerkannt sind, sondern dessen regem Eifer für Kunst und Leben Deutschland auch die Hervorrufung und Entwicke- lung so manchen Talentes, das ohne seine Anre- gun in der Alltäglichkeit des gewöhnlichen Lebens untergegangen wäre, dankt, überbietet hier alles Frühere.
Lwei Blätter. das h. Grab zu Jerusalem, so wie das h. Abendmahl nach L. da Vinci, bilden den so schönen Anfang und Eingang, obgleich ihnen in der Reihenfolge des nicht minder mit typographischer Schönheit ausgestatteten Textes eine spätere Stelle zukommt.
Wir freuen uns um so mehr, nun des Beweises
ewiss zu seyn, dass es nicht mehr Englands Künstler allein sind, welche Herrliches zu fördern vermögen, obgleieh von dem ersteren der beiden Blätter nur des Druckes Ehre Herrn Creuzbauer gebührt, indem dasselbe jenseit des Canals seine Eutstehung erhielt.
Mehr lserüber zu sagen, werden uns die folgen- den Lieferungen reichlichen Stoff bieten. Dieses unser vorläufiges Urtheil glaubten wir aber um so weniger zurückhalten zu dürfen, da Unternehmen äihnesnder Art es wagen, mit nur etwas zu vollem Munde, eine Coneurrenz auszuposaunen, die hier als solche nieht Statt finden Bann, den Nichtken- ner beider jedoch leicht zu Missgrisfen verleiten könnte. Mögen alle Pracht=, Plennig-, Pathen-, Al- tar und Atflachtshbihélu zusammen nur Ein Blatt aufweisen, das obenerwähnten gleich kommt, daun Wohl ihren Unternehmern!“
Leipzig, den 30. Januar 1855.
Expedition der Carlsruher Bibel. W. Creuzbauer. Bestellungen werden angenommen in der Nicolaischen Buchhandlung in Berlin (Bruͤderstraße Nr. 13), Stettin und Elbing.
Es ist so eben neu erschienen und bei J. G. Heubner, Buchhaͤndler in Wien, am Bauernmarkt Rr. Foo, in Commission zu haben: .
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zur allgemein en Anflssung der bestimmten
algebraischen Gleich ungen. Nebst kritisch analytischer Untersuchung der bis jetzt bekannten, und Aufstellung neuer wissenschaftlich⸗ begruͤndeter Au flBsung en, Mit einem Anhange uͤber reine Potenzgleichungen, Normal⸗Potenzen und unbestimmte Analytik. Von Friedrich Graf Hochenegg, K. K. wirkl. Kaͤmmerer, Feldmarschall, Licutenant, wirkl. Obersten und Inhaber des 2osten Linien⸗ Infanterie Regiments. Wien, 1835. Auf Kosten des Verfassers. gr Svo. M] Bogen mit 6 Tabellen Preis 3 Thlr. 10 sgr
Dieses hochwichtige Werk wird mit der Ueberzeu⸗ gung angekuͤndiget, daß es etwas ganz besonderes zur Erweiterung und Vervollkommnung der Erkenntnisse darbietet
Der Gegenstand desselben umfaßt die Grundlage der analytischen Wissenschaften, und somit der ganzen Mathematik: die Gleichungen. Die bis jetzt bekann⸗ ten Methoden dieselben aufzuloͤsen, werden beleuchtet, ihre Mängel und Unvollkommenheiten aufgedeckt, und irrige Ansichten, wenn gleich durch Jahrhun⸗ derte sanctionirt, als solche dargestellt und erwiesen. Hierauf stellt dieses Orig inalwerk (eine Frucht mehrjährigen Studiums) die Grundsaͤtze zur allge⸗ meinen Auflbsung auf, zeigt ihre Anwendung genau, und giebt vieles Neue und. Wahre, das nicht bloß suͤr diesen Zweig, sondern fuͤr die Wissenschaft uͤber⸗ haupt ein echter Gewinn seyn mochte.
Wenn schon der naͤhere Inhalt desselben nur von Kennern gewürdigt werden kann, bleibt es doch aus—⸗
emacht, daß die Wichtigkeit neuer Erfindungen ö Gebiete der relnen Groͤßenlehre, eben so groß, wie ihre Seltenheit ist.
Uebrigens durfte die gruͤndliche und lichtvolle Darstellung der wahren (ots Jetzt gar nicht bekann⸗ ten) Aufloͤsungslebre dem Anfaͤnger eben so brauch⸗ bar, als dem Gelehrten willkommen seyn.
n der Nau ckschen Buchhandlung, a Nr. 1, ist ö bin . u,
handlungen zu beziehen: Geschichte der Deutschen Erster Ban fn 9. öl R 9h : e e de Dritte Abtheilung. gr. Svo. Bo . Ji. in geheftei Preis 5 n
Die numismatische Zeitun welche von Leitzmann redigirt und von Häh! in Weissensee verlegt wird, schreitet ruͤstig vorm und hat in den bis jetzt gelieferten 26 Nun manchen gediegenen Aufsatz, einige Zeichnung! n geliefert; der Jahrgang von 26 Nummern hi. 2 Thlr. 15 sgr., und man kann Beßellungen jun machen, so wie Probeblaͤtter erhalten in der . und Musikalienhandlung von R. Zesch in dj
(Schloßplatz und Breitestr. Ecke) g
G Fincke in Berlin, Spittelmarkt Nr 16, bern. Cüntg, deutsches Reichsarchiv, 2 Bde. eplt. 15 Thlr. Theatrum Europaeum, 2 k Fol. 24 Thlr. Merians Topographien, zz lt. 23 Thlr, auch einzeln. Mylius, Samm, Verorde, eplt. bis isi0, 24 Thlr. Rabe, Samm, vit, 15 Bde. S7. 21 hlg. äb han di deln, . ö 3 ö o,. . fer. Id8s32. gin r. Naturhist. Klasse 20 Thlr. einzelne Jahrg. u. Abhandl. h .
Im Verlag von Carl Heyder in Erlan
im Jahre 1834 erschienen und durch alle .
n zu bekommen, namentlich durch W. Login
in Berlin, Friedrichsstraße Nr. isl:
Anselmi, S., Archiepiscopi Cantuariensis, ( Deus homo? Libri quo. Ad. D. Gabr. Cen ronis editionem Anselmi operum alteram den tzbis accurate excusi. Smäj. Velinpapier. Ph. 20 sgr.
Anselm, Erzbischof von Canterbury, Cur hn homo? oder warum ein Gottmensch? Zwishf spraͤche über die Versohnung der Menschen j Gott. Zur Beherzigung fuͤr alle Christen air Confessionen. Aus dem Latelnischen ühbenth Mit einer kurzen Lebensheschreibung Anselm dem Vorworte. gr Sy. 15 sgr.
Böͤttig er, hr. C. W, die allgemeine Geschith fuͤr Schule und Haus. 6te verm Auflage. ö
10 sgr.
Harless. Prof. G. Ch. Ad., Commentar üher Brier Pauli an die Ephesier. gr. Sro. 211 1688c. Ausgabe auf Velinpapier 3 Thlr. zit
Neubig, Lr. und Prof. A., gruͤndliche Anm sung zur Rechenkunst. Zum Gebrauch in lu nischen und in Gewerbschulen. ate stark pen u. verb. Aufl. Svo. 73 sgr.
Ranke, PDr. Fr. Heinr., untersuchungeun ie den Pentateuch, aus dem Gebiete der höhen
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Schubert, r. G. H. v., Lehrbuch der Nun geschichte, fuͤr Schulen und zum Selbstunterrsz 4 . 9 u e rn Svo. 10g D
upfersammlung hierzu schwarz 1 Thlr. G) malt 1 Thlr 29 sgr. : z — — Erinnerungen an Bernard Overhen , Director am geistlichen Seminar n ehrer der Normalschulc zu Muͤnsser, und Ge org Michgel Wittmann, gewesenen Du tor am geistlichen Seminar und ernannten h eh u n hte Svo. Auf Velinpan rosch. gr.
Seiler, Dr. G. F. Handfibel oder neues Bit stabier⸗ und Lesebuch. Mit der ersten Grund
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Steiger, Prof. Wilh, kleine paulinische Bi is Bdch. Auch unter dem Titel: Der Ih Pault an die Kolosser, Uebersetzung, Erklaͤtmn einleitende und eplkritische Abhandlungen. Soo In einer Ausgabe auf feines Druck in auf Velinpapier.
zug aus dem Leben der Anna Reinhard, 6th iin des Schwelzerischen Reformators Ulti Zwinglt. von Knonau. 2 sgr.
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Herausgegeben von Gerold Mehh Srvo. Auf Velinpapier. bröst
Bücher- Anzeige. Binnen spaͤtestens 14 Tagen wird von uns gegen portofreie Sinffendung von dtei
folgende hoͤchst icht ce eh d die g ende w e eilun rch die gan Yin ncht franco inden. . ;
Die Getraide⸗-Einmaischung mittelst
Wasserdampfes, (mit einer lithographirten Abbildung) vom Rezi rungs⸗Secretair Gall in Koblenz.
Der als Erfinder des Gallioischen Dampfbth Apparates ruͤhmlichst bekannte Hr. Verfasser beabsig tigt, durch diese Mittheilung die großen Vortht der Getraide⸗Einmaischung mile Wasserdamys zum Gemeingut der resp. Herren Brennerei⸗Besh zu machen, und haben wir uns daher auf sseinl Wunsch zur Versendung dieser Piece durch die Pu
entschlossen.
ain Mittel da; Gleichgerieht zu erholten. Diese Sammlung ist allen Artillerie- Offizieren
—— —
Breslau, den 20. Februar 1835. Rich ter sche Buͤchh. (Weidenstr. Stadt Part
Kritik. Ir. Band. gr. Sro, 1 Thlr. 6 ggr. un
Allgemeine
Preußische Staats-Zeitung.
Amtliche Nachrichten.
Kronik des Tages.
Des Koͤnigs Majestaͤt haben den Regierungs-Raͤthen Bothe in Breslau, Kulau in Posen, Biewald in Oppeln, Rogalli in Bromberg, Schönwald in Merseburg und Esser in Arns— berg, i. Charakter als Geheime Regierungs-Raͤthe zu verlei⸗
eruht. , . X. Koͤnigl. Majestaͤt haben den bisherigen Stadt-DJustiz— Rah Hundrich zum Ober-Landesgerichts-Rath in Magdeburg Alergnaͤdigst zu ernennen geruht.
Der Notariats⸗Kandidat August Rappard ist zum No⸗ tarius im Friedensgerichts-Bezirk Velbert, Landgerichts-Bezirks Elberfeld, mit Anweisung seines Wohnortes in Langenberg, er— nannt worden.
Der bei dem Land- und Stadtgerichte zu Calbe a. d. Saale angestellte Justiz⸗Kommissarius Fuüllner ist zugleich zum No⸗ far in dem Bezirke des Ober-Landesgerichts zu Magdeburg er— nannt worden.
Der bei dem Land- und Stadtgerichte zu Brakel angestellte Justiz⸗Kommissarius Foerster ist zugleich zum Notar in dem Bezirke des Ober Landesgerichts zu Paderborn ernannt worden.
Zeitungs-⸗Nachrichten. Ausland.
Frankreich.
Paris, 5. Maͤrz. Der Marschall Soult und der Graf Se⸗ bastlani hatten heute Vormittag wieder Audienzen beim Koͤnige, aher nicht zusammen, sondern zu verschiedenen Stunden.
Ein hiesiges Abend-Blatt enthaͤlt in einer Nachschrift Folgendes: „Es scheint, trotz der Notiz in dem heutigen Jour— nal des Debats, doch noch nicht Alles fuͤr den Marschall SDoult beendigt, und man versichert, daß die Unterhandlungen fort—
dauern, um ihn zu veranlassen, mit den Doctrinairs in das
Ministerium einzutreten. Denn dies ist, wie gut unterrichtete
Personen wissen wollen, der einzige Vorschlag, der ihm vom Könige gemacht worden.
Man hat ihn durchaus nicht aufge⸗ föcdert, ein Ministerxium nach seinem Gefallen zusammenzusetzen, Mer sich mit Herrn Dupin zu diesem Zwecke zu verstaͤndigen, sondern man hat nur von ihm verlangt, daß er seine alte Ab—
neigung gegen die Herren Guizot und Humann vergesse, und
sie von neuem zu Kollegen annehme. Herr Soult hat anfaͤng— lich sein Erstaunen uͤber einen solchen Vorschlag bezeigt und sich beklagt, daß man ihn von so weit herberufen habe, um ihm ein so wenig annehmbares Anerbieten zu machen. Es scheint indeß,
daß man nicht nachgelassen hat, in ihn zu dringen, und heute
Morgen versicherte man, daß der Marschall nicht mehr so ent— schieden bei seiner Weigerung beharre. Seit der Ruͤckkehr des Marschalls Soult ist von seiner Allianz mit Herrn Dupin gar nicht mehr die Rede gewesen. Der Marschall hat sogar noch nicht eine einzige Zusammenkunft mit dem Praͤsidenten der De— putirten⸗ Kammer gehabt.“
Die Gazette de France faßt die uͤber die ministerielle Kriss, neuerdings in Umlauf gesetzten Geruͤchte auf folgende Weise zusammen: „Die Unmoͤglichkeit, ein Ministerium zü bil— den, war gestern in der Deputirten⸗Kammer der einzige Gegen— stand der Unterhaltung. Der Marquis von Mornay (Soult's Schwiegersohn) versicherte, daß der Marschall vorgestern bei sei⸗ nem ersten Besuche in den Tuilerieen es abgelehnt habe, sich an die Spitze eines neuen Kabinettes zu stellen, daß er aber auf den dringenden Wunsch Ludwig Philipp's, sich mit seinen Freun⸗ den zu berathen, eingewilligt habe, seine definitive Antwort erst in 24 Stunden abzugeben. Gestern Morgen hat ein Schreiben des Marschalls seine vorgestrige muͤndliche Weigerung bestaͤtigt. Man kennt die Gruͤnde dieses Entschlusses noch nicht, glaubt aber, daß der Marschall besonders die Schwierigkeiten geltend gemacht habe, welche aus den Berathungen uͤber das Budget hervorgehen durften. — Herr Sebastiani hat sich, wie man sagt, allen Vorschlaͤgen unzugaͤnglich gezeigt, und soll erklaͤrt ha⸗ ben, daß nichts in der Welt ihn vermoͤgen koͤnne, fuͤr jetzt ein Portefeuille anzunehmen. Der Marschall Soult hat sich, wie man versichert, auch nur fuͤr jetzt geweigert. So stimmt also alle Welt darin uͤberein, kein Portefeuille anzunehmen; sogar Herr Dupin, der seine Unzufriedenheit nicht verbirgt, und aus allen Kraͤften gegen jede 3 die man ihm unterlegt, protestirt. Seine Unzufriedenheit hat sich sogar in Zorn verwandelt, als er erfuhr, daß man den Herzog von Broglie, wie fruͤher die Herren Soult und Sebastiani, nach Paris zuruͤck—⸗ berufen habe. Sobald der Name des Herrn von Broglie in ber Kammer ausgesprochen wurde, erwachte der alte Widerwille von Neuem, und das Oberhaupt der Doctrinairs fand selbst in den ministeriellen Reihen sehr leidenschaftliche Gegner, die ganz laut erklärten, daß eine solche Wahl der Versammlung foͤrmlich Trotz bieten hieße. Man ging sogar so weit, zu sagen, daß, wenn das doctrinaire Kabinet wieder erschiene, eine Adresse vorgeschla⸗ gen werden wuͤrde, worin man erklaͤren wollte, daß es weder das Vertrauen der Kammer, noch das der Nation besitze.“
Die . unter den Neuesten Nacheichten erwahnte) Koͤnigliche Verordnung in Betreff der Denkschrift des Bischofs von Moulins wird im Wesentlichen folgendermaßen motivirt: In Betracht, daß die Seminarien, obgleich als religidse In— stitute unter die unmittelbare Verwaltung der Bischöfe gesiellt, doch, wie alle oͤffentliche Institute, zu denen auch sie gerechnet werden, der obersten Aufsicht der Regierung unterworfen sind, so wie sie auch deren Schutz genießen; — in Erwaͤgung, daß die Regierung nicht allein das Recht, sondern auch die Ver— pflichtung hat, die zur Erhaltung und sichern Verwendung der Fonds jener Institute nothwendigen Maßregeln vorzuschreiben,
Schritten beizutreten; — in Betracht, daß, wenn es einem
ihm der Gatte ins Ohr: „Aber was faͤllt Ihnen ein, mein lie—
wehrs
Berlin, Freitag den 13 ten Marz
I z J J ? e 2 . 2 a .
e — — — 22 3
und uͤber die Ausfuͤhrung dieser Maßregeln zu wachen; — in Betracht, daß, wenn die Bischoͤfe Unsers Koͤnigreichs, gleichwie alle uͤbrigen Buͤrger, bei Uns gegen die von Unseren Ministern aus—⸗ gegangenen Verfügungen Beschwerde fuͤhren koͤnnen, es doch einem Bischofe nicht erlaubt ist, in einer gedruckten, und an alle Bischoͤfe des Koͤnigreichs versandten Denkschrift dieselben aufzufordern, seinen
Bischofe zusteht, Uns Veraͤnderungen oder Verbesserungen in der Verwaltung der geistlichen Institute vorzuschlagen, ihm doch nicht gestattet ist, die anderen Bischoͤfe des Koͤnigreichs zum Ungehorsam gegen die in Kraft befindlichen Gesetze und Anord— nungen aufzufordern; — in Betracht, daß der Bischof von Moulins in der erwaͤhnten Denkschrift die Unserer Regierung gesetzlich zustehende Gewalt uͤber die oͤffentlichen Institute und uͤber die zeitliche Verwaltung der Guͤter geistlicher Institute ver⸗ kannt hat; in Betracht endlich, daß jene Denkschrift an mehre— ren Stellen eben so ungerechte als die oͤffentliche Verwaltung und die Bischoͤfe des Koͤnigreichs beleidigende Beschuldigungen enthalt, indem sie heimliche, durch Mittel der Verfuͤhrung oder der Ge— walt entrissene Zugestaͤndnisse voraussetzt — wird die besagte Denkschrift konfiszirt.“ —
Ein bekannter hiesiger Banquier bemerkte, als er von dem letzten Balle in der Oper zu Hause kam, daß ihm drei Dinge fehlten: seine Frau, sein Kassirer und seine Kasse. An den bei— den ersten Gegenstaͤnden schien ihm sehr wenig gelegen, desto empfindlicher aber war ihm der Verlust des drilten. Aus eini— gen eiligst eingezogenen Erkundigungen erraͤth er die Spur der Fluͤchtlinge; er nimmt Postpferde, und eilt nach Havre, wo er mitten in der Nacht ankommt. In dem Gasthofe erkundigt er sich sogleich nach allen Fremden, und erfahrt, daß, durch ein seltsames Zusammentreffen, die beiden Personen, welche er sucht, das Zimmer dicht neben ihm bewohnen, und daß sie am folgenden Morgen nach den Vereinigten Staaten abreisen wollen. Er verliert keine Zeit, erbittet sich die Gegenwart des Wirthes und noch eines Zeugen, und laͤßt sich nach dem Zimmer der beiden Fluͤchtlinge fuͤhren. Bei dem Ge⸗ raͤusch, welches an der Thuͤr entsteht, vermuthet der Kassirer sogleich die Gegenwart seines Herrn; er offnet, stuͤrzt sich ihm zu Fuͤßen, und bittet ihn, diejenige zu verschonen, welche in dem anstoßenden Kabinette schlummeré. Mit leiser Stimme fluͤstert
ber Friedrich; ich komme ja nicht meiner Frau, sondern nur meiner Kasse halber!“ Friedrich laͤuft sogleich nach dem Schreib— tische, holt sein Portefeuille hervor und giebt es seinem Herrn. Dieser nimmt es, untersucht es und giebt dann dem Kassirer 10,0990 Fr. mit den Worten; „Mein lieber Freund, dies ist fuͤr den Dienst, den Sie mir leisten, indem Sie mich von einer Frau befreien, welche ihre Pflichten so ganz vergessen konnte. Sie konnen morgen nach New-HYork abreisen.“ Ganz Paris lacht uͤber diese Geschichte, und billigt das Verfahren des be⸗ trogenen Ehemannes, der diesesmal die Lacher auf seiner Seite hat.
Großbritanien und Irland.
Parlaments-Verhandlungen. Unterhaus. Siz— n, n, 4. März. (Nachtrag.) Nachdem Herr O Dwyer auf Vorlegung einiger neuerdings von dem General- Lieutenant Sir Hussey Vyvyan an die in Irland stehenden Truppen erlas⸗ senen Befehle (deren Inhalt bereits im vorgestrigen und gestri— gen Blatte der Staats-Ztg. naͤher bezeichnet worden) angetra⸗ gen hatte, verwahrte er sich gegen die Meinung, als wolle er damit dem Charakter des Ober Befehlshabers in Irland zu nahe treten, und versicherte vielmehr, daß er uͤberzeugt sey, dieser tapfere Offizier habe bei Ertheilung jener Befehle die menschen—⸗ freundlichste und wohlwollendste Absicht gehabt und Menschenle⸗ ben schonen wollen, wo es irgend moͤglich sey. In diesem
unkt stimmten uͤberhaupt die Mitglieder aller Parteien berein, die sich im Laufe dieser Debatte noch verneh— men ließen; sie lobten saͤmmtlich das humane Benehmen Sir Hussey Vyvyan's, und Sir R. Peel erklaͤrte namentlich, es habe ihn bei Uebernahme seines Amtes außerordentlich ge— freut, daß dieser Offizier eingewilligt habe, den Ober-Befehl uͤber die Truppen in Irland beizubehalten, denn er habe gefuͤhlt, daß dies von großem Vortheil fuͤr den Staatsdienst und eine Buͤrgschaft fuͤr die besonnene und einsichtige Leitung der Mili— tairmacht in Irland seyn muͤßte. Herr O Dwyer meinte je— doch, wenn ein solcher Befehl in der That erlassen worden, so sey es noͤthig, demselben die groͤßtmoͤgliche Publizttaͤt zu geben, damit das Volk wisse, was die Folge von einer Kollision mit dem Militair seyn wuͤrde. Sir H. Hardinge (der Secretair fuͤr Irland) erwiederte, daß, wenn der Antrag des eh— renwerthen Herrn sich auf einen Befehl beziehe, wonach das Militair inskuͤnftige bei der Eintreibung des Zehnten nicht mehr ohne spezielle Ordre des Lord-Lieutenants und des Ober— befehlshabers Beistand leisten solle, so stehe der Vorlegung des⸗ selben nichts entgegen, da es ein Cirkular⸗Befehl sey; wenn der Antragsteller aber eine von Sir Hussey Vyvyan an die Regi— ments⸗Commandeure erlassene Instruction meine, so konne die⸗ selbe, als confidentiell, dem Hause nicht vorgelegt werden, weil dadurch ein sehr ungeziemendes Präcedenz⸗Beispiel aufgestellt werden wuͤrde. Was die Vorfaͤlle bei der Zehnten⸗Erhebung zu Rathcormac anbetrifft, so widersprach Sir H. Hardinge der Be⸗ hauptung des Herrn O'Dwyer, daß das Militair im Stande gewesen seyn wuͤrde, das Landvolk ohne Gebrauch des Feuerge— ö zerstreuen; er verwies ihn auf die von dem Coro— ner aufgenommenen Zeugen ⸗Aussagen, aus denen hervorgehe, daß die Offiziere erst alles Moͤgliche i, . haͤtten, um die Widerspenstigen mit dem Bajonnett zur Ordnung zu bringen, ehe sie hatten Feuer geben lassen. Herr H. Grattan wollte in dem neuen Befehl, daß kuͤnftig nicht mehr uͤber die Kopfe des Volks hinweggefeuert werden solle, nichts Anderes finden, als daß das Militair, wenn es mit den Irlaͤndischen Landleu— ten in Kollision komme, so viele als moglich erschießen moͤchte.
(Nein, nein! von den Ministerbaͤnken.) Er behauptete, es seyen
72 Mann zu Rathcormac gewesen, und es sey dreimal gefeuert worden; von 42 Schuͤssen haͤtten 18 getroffen, denn 9 Leute seyen getoͤdtet und 9 verwundet worden.
„Waͤren die Tories nicht ans Ruder gekommen“, fuhr der Red⸗ ner fort, „so wuͤrden diese traurigen Auftritte nicht stattgefunden haben, denn es kam dazu nur, weil die Angreifenden wußten, daß sie von parteiischen Geschworenen und von einer Torn Regierung ohne Weiteres wuͤrden freigesprochen werden. Was nuͤtzt der neue
Befehl, wie kann er Blutvergießen verhindern, wenn er nicht be⸗—
kannt gemacht wird? Es muͤßte nicht nur in diesem Hause, son⸗ dern in jedem Kirchspiel, in jeder Stadt in Irland publizirt wer⸗ den, daß ein solcher Befehl vorhanden ist. Wenn von Horse⸗Guards aus Befehle erlassen werden, die das Militair deshalb beloben, weil es den Vorschriften der bei der Erhebung der Zehnten interessirten Klerikal⸗Magistrats⸗Personen Folge geleistet hat, so muß dle Regie ⸗ rung verhaßt werden.“
Der General Sir C. Dalbiac fand sich durch diese Aeu⸗ ßerungen zu folgender Erwiederung veranlaßt:
„In Faͤllen, wo das Militair aufgefordert wird, aufruͤhrerische Zusammentottungen zu unterdrücken, muß das Volk immer wissen, daß es sich unvermeidlicher Gefahr aussetzt, wenn es nach der Ver⸗— lesung der Aufruhr⸗Akte und des Befehls von Seiten der Magi⸗ strats-Personen an das Militair, seine Pflicht zu thun, noch auf dem Platze verbleibt. Keine militairische Pflicht ist so peinlich, so kritisch, so traurig und schwer, als die Pflicht, Unruhen zu unter drucken, da die Truppen sich in dem Fall sehen, ihren Mituntertha⸗ nen, vielleicht sogar theuren Verwandten, das Leben nehmen zu mus⸗ sen. (Hoͤrt, hoͤrt) Aber die erste Pflicht des Britischen Soldaten ist Gehorsam, und ich behaupte, daß er den Befehlen der Civil⸗Be⸗ böͤrden eben so strengen Gehorsam schuldig ist, als seinen eigenen Offizieren. Ich zweifle nicht, daß der Zweck des neuen Befehls nur ver ist, sogleich mit entschiedener Entschlossenheit zu handeln, denn dies ist in solchen Fallen immer das heilsamst: Verfahren. Der Gebrauch, bei aufruͤhrerischen Versammlungen uͤber die Köpfe des Landvolhs hinwegzufeuern, hat gewiß in 9 Faͤllen unter 10 mehr unheil als Gutes ef fteg⸗ der Unschuldige hat dadurch gelitten, statt daß der Schuldige bestraft werden sollte. (Hoͤrt, hört!) So war es am 29. Oktober 1831 in Bristol, wo die traurigen Ereignisse nur durch mißverstandene Milde herbeigefüͤhrt wurden. Hätte man damals die Truppen gleich ernstlich gegen den Poͤbel verfahren lassen, so waͤre die Sache wahrscheinlich mit einem halben Dutzend Köpfen ab⸗ . gewesen, statt daß so eine noch nicht ermittelte Zahl von
chlachtopfern siel“ (Hort, hoͤrt!)
Der Sprecher rief hier den Redner zur Ordnung und ermahnte ihn, sich nicht von dem Gegenstande zu entfernen, der dem Hause zur Berathung vorliege, und General Dalbiae mußte daher von einer weiteren Schilderung der bekannten Vorfalls zu Bristol abstehen. Herr Littleton (der ehemalige GSecretair fuͤr Irland) stimmte damit uͤberein, daß das blinde Feuern nur groͤßeres Unheil zur Folge habe, und erklaͤrte sich (wie spaͤter auch Lord J. Russell, der den Mittelweg vorschlug, daß man den Inhalt des mehrerwaͤhnten Befehls auf eine andere Weise, etwa durch eine Proclamation, dem Volke bekannt machen solle, worauf die Minister auch einzugehen schienen) gegen den An⸗ trag des Herrn O Dwyer, welcher Letztere denn auch nach der von Sir R. Peel gegebenen Versicherung, daß das Ministe⸗ rium die Verantwortlichkeit fuͤr den von Sir Hussey Vyvpan erlassenen confidentiellen Befehl ubernehmen wolle, nicht weiter auf seiner Motion bestand.
Der Köoͤnig hielt vorgestern ein Lever el⸗Ordens; in letzterem wurde Lord
London, 6. . und ein Kapitel des Dist Mansfield mit diesem Orden bekleidet; bei ersterem wurden die beiden Tuͤrkischen Offiziere, Asmi Bey und Achmed Efendi, Sr.
Majestaͤt vorgestellt. Dem Vernehmen nach, wird der Koͤnig den neuen Palast zu Pimlico am 28. Mai beziehen und bei die⸗ ser Gelegenheit einen großen Ball geben.
Der Herzog von Neweastle hatte dieser Tage eine Audienz beim Könige; der Globe scheint zu glauben, daß der Herzog sich auch um einen Posten in der Verwaltung bewerbe; der Sohn des Herzogs, der Graf von Lincoln, ist bekanntlich schon Mit— 13 des Ministeriums, er bekleidet die Stelle eines Lords des
atzes.
* Morning Advertiser erwiedert auf die Aeußerun⸗ gen der ministeriellen Blaͤtter, daß die Kraft der Opposition be⸗ reits gebrochen sey, Folgendes: „Die Ansicht, als ob deshalb, weil Lord John Ruffell und die Reformer des Unterhauses das Haus am Montag Abend in einen Subsidien⸗ Ausschuß uͤber⸗ gehen ließen, die Sache der Reform uͤber Bord geworfen sey und nun weiter keine Opposition gegen die Schein -Reform— Verwaltung erhoben werden wuͤrde, ist sehr irrig. Das Haus mag sich immerhin in einen Subsidien⸗Ausschuß verwandeln, daraus folgt noch nicht, daß die Subsidien auf ein ganzes Jahr bewilligt werden muͤssen; im Gegentheil, wir haben allen Grund, zu glauben, daß keine Subsidie von dem Hause laͤnger als auf 3 Monate bewilligt werden wird.“
Das TLentral⸗Comits von Westminster hielt vorgestern Abend im Britischen Hotel eine Versammlung, um zu berathschlagen, welche Maßregeln nunmehr zur Erlangung der Abschaffung der Fenster⸗Steuer zu ergreifen seyen, nachdem Sir R. Peel sich geweigert, der an ihn abgesandten Deputation einen Aufschiuß uͤber das Verfahren zu geben, welches er in Bezug auf diese
teuer zu beobachten gedenke. (S. Nr. 64 der Staats Ztg.)
err Walker sagte, der Minister habe die Deputation außerst hoͤflich herein und hinauskomplimentirt, aber das sey auch Al⸗ les gewesen, denn Gruͤnde habe derselbe gar nicht angeführt; die Unwissenheit des Premier⸗Ministers in Betreff der esteue⸗ rung des Landes sey in der That merkwuͤrdig, denn wenn man sich in den ersten besten Schneider⸗ oder Kraͤmerladen begebe, so koͤnne man dort besser uͤber diesen Gegenstand unterrichtet wer— den, als bei dem Kanzler der Schatzkammer. Hr. Waller fuͤhrte darauf mehrere Fragen an, die Sir R. Peel der Deputation vorgelegt habe, und aus denen, wie der Redner behauptete, her⸗ vorgehe, daß der Minister mit der Sache gaͤnzlich unbekannt fey. Einer von der Deputation meinte, Sir R. Peel habe bloß so unwissend gethan, und es sey dies ein neuer Beweis von seiner bekannten Verstellungskunst; jedenfalls beweise der Empfang, welcher der Deputation zu Theil geworden, daß man keine Zei