m , , , . , .
ten, wovon 2 Millionen durch die Direktoren des
und koͤnnen eine Erhohung selbst dann nicht erfah⸗
wohlfeilste Weise fortzusetzen, indem das Eintreffen
Auslandes, Herren Ehinger & Comp., Ban quiers in Basel, in das Ausland gingen. — Es bietet demnach diese Gesellschaft dem Versiche⸗ rungslustigen Garantien dar, die andere Anstalten des Continents selten aufzuweisen vermögen, und die um so hoͤher anzuschlagen sind, als die von ihr über. nommene Gefahr sich nicht auf einen kleinen Naum vereint, sondern in ganz Frankreich, Deutschland, der Schweiz und Italien besindet, und sie nur gegen Feuer versichert, ohne sich See⸗Assekuranzen und an⸗ dern gefaͤhrlichen Unternehmungen zu unterziehen. Die Praͤmlen sind, wo nicht geringer, dach durch⸗ aus jenen der besten Assekuranz-Gese schaften gleich,
ren, wenn die Gesellschaft durch große Branbschaͤden veranlaßt wurde, ungewoͤhnlich bedeutende Verguͤ⸗ 1ungen zu leisten. Leipzig, den . Maͤrz 18233. Schömberg, Weber C Comp..,
Haupt- Agenten des Phönig zu Paris.
Fuͤr Berlin übernimmt Anträge gegen Feuersgefahr
J. L. Blanebois, Friedrichsstraße Nr. 72,
Agent des Phoͤnir in Paris.
Dampfschifffahrt zwischen Stettin und
Copenhagen.
Der fuͤr diese Verbindung zusammengetretene, aus Aetionairs in Berlin, Copenhagen und Stettin ge⸗ bildete Verein wird das demselben zugehörige, nach dem verehrten Namen Ihro Majestar der Königin von Danemark, Dronning Maria, benannte Dampfschiff seine Fahrten am 138. April d. J. begin⸗ nen und dieselben so machen lassen, daß es in 2 Wochen 3 Mal die Hin- und Herreise zuruͤcklůegt, und suͤr den Monat April
am 13ten 6 April von Stettin, 27 sten 15ten 20sten 2Asten und 29sten jede mal 12 Uhr Mittags abgehen wird. Der fernere Linf wird dieselbe Richtschnur befolgen. Die Dauer ver Fahrt ist durchschnittlich auf 22 Stunden anzu—⸗ nehmen, um einen auch bei unguͤnstiger Witterung auzreichenden Satz zu veranschlagen. Das Schiff enthalt 3 elegant eingerichtete Cajuͤten, eine gute Restauration und die moͤglichste Bequemlichkeit fuͤr Vie Passagiere Die Preise der Plaͤtze sind zwischen Sieltin und Copenhagen:
ste Cajuͤte à Person mit 100 n. freier Bagage 12 Thlr. Pr Ct. oder 26 K. B.,
2te Caiüte à Person mit 60 1. freier Bagage 8 Thlr. Pr Et. ober 18 K B.,
Kinder unter 12 Jahren die Halfte. Dienstboten, im (tzzefolge ihrer Herrschaft, 6 Thlr. oder 12 K B., auf dem zweiten Platze:
halbverdeckte und 2 Stck. 12 Thlr. oder 22 X B.,
offene . s. ganz verdeckte un
g ch ern, . à Stck. 16 Thlr. oder 32 R B,
Hund 2 Thlr. oder 2 K B.
Wagaren und Ueberfracht bei schwerem Gute 1 Thle oder 2 . B. 11 6 3 Eentner, leichte Waaren den gleichen Satz p. 23 Cubikfuß.
Die Pasage zwischen Copenhagen und Swine⸗ muͤnde kostet à Person der 1sten Cajuͤte 10 Thlr der 20 K B., — der 2ten Cajuͤte 6 Thlr. oder 12 K B., — Kinder unter 12 Jahren die Halfte.
Das Commissariat des Schiffes ist:
in . dem Herrn W. E. Fiedler, Firma: Fiedler CK Comp,
in Swinemünde dem Herrn F. W. Hintze, Firma J. H. Wentz ell Erbe,
und in Stettin dem Unterzeichneten übertragen worden, welche auch die Spedition der an sie zu adressirenden Guͤter besorgen werden.
Dem reisenden Publiko wird durch diese Anlage Gelegenheit gegeben, mit den von Copenhagen ab. gehenden Dampfbooten Frederik der VI. und Prinz Tarl auch weitere Touren nach Kiel, Luͤbeck, Gothen. barg, Christiania und Hull auf die schnellste und
am April von Copenhagen,
ber Sronning Maria in Copenhagen sich dem Abgange jener Fahrzeuge moͤglichst anschließt, und das zwischen Gothenburg und Hull fahrende Dampf— schiff auch bald nach Ankunft des an jedem Freitag Nachmittags von Copenhagen abgehenden Peinz Carl, in Gothenburg, seine Reise antritt. Stettin, den 8. Maͤrz 188. A. Lemonius.
Ditjenigen Eltern, welche beabsichtigen, ihre Soͤbne einem werufe zu widmen, zu welchem zwar wissen⸗ schaftliche Kenntnisse, aber keine akademischen Stu⸗ bien erforderlich sind, und sie zur geeigneten Vor⸗ bildung der hiesigen staͤdtischen Gewerbschule anver= rauen wollen, ersuche ich, insofern sie sich noch nicht gemeldet haben, die Meldungen bis gegen Ende die⸗ ses Monats, Mittags zwischen 12 und 1 Ubr, gefaͤl ligst zu machen. Bedingung aber ist, daß der Schu cr für PVertig eines Gymnastums reif sei, und ein
utes 3zeugniß habe. gutes 3649 6 h Klöden, Nieder⸗Wallstraße Nr. 12.
mm S tb
Literarische Anzeigen.
Carl Friede Göͤschels, Geheimen Jusiizraths in 4 zerssreute Blatter aus den Hand— und Hälfsaeten et nes Juristen. Zweiter hen
erfcheint zur Ostermesse 1838 im Verlage des Unter⸗ ichneten. — Alle Buchhandlungen nebmen Bestel⸗
keen n an, in Berlin, F Dum mler, Linden Nr. 19,
Huchhandl von Conrad Glaser in Schleusingen.
Stuttgarter Bilderbibel. Die mit vierunddreißig Abbildungen ge⸗ erte ersse Lieferung der in is bts 20 Lieferungen schrit enden ; 3. . Haus- und Familien⸗-Bilderbibel eder die ganze heisige Schrift alten und neuen Testaments, nach Luthers Uebersetzung, mit 800 iz 36, durch vorzügliche Meister Deutschlands, Englands und Frankreichs gefertigten Holzstichen.
(Verlag des Bibliographischen Instituts)
2
liche Anzeige und nehmen Unterzeich nungen an, um verferiigle Musik, ist im . von J. Has lin
ist so eben in der Enslin'schen Buchhandlung (Ferd. Muller), Breitestraße Nr. 23, angekom⸗ men und in Prenzlau bei Kalbersberg, in Lands— berg bei Wilimsen zu haben. Der höͤchst geringe Subseriptionspreis ist fur jede Lieferung nür 3 s9gr, und innerhalb 15 Monaten wird dieselbe vollstaͤndig erschienen seyn. Wegen ihrer vorzüglichen Ausstat⸗ tung in Papier und Druck und als bei weitem die allerbilligste von allen, jemals in deutscher Sprache edruckten Bibeln mit Abbildungen, darf diese neue ilderbibel allen christlichen Familien-Vaͤtern aufs Waͤrmste empfohlen werden.
20, Lindeu, March 2.
Just received: Baudry's EWditions of: Lady Mortzans Princels and Missionary completo in J Vol. Ifaud's Fylney Hell, 1 Voj. Calis l. ife ok Byron 1 Vol. D Israelis Curiosities of Litteraw ture 8 Series compl. in 8 Vol. onlz 1 Thlr. 260 sgr. each. A. As lier. Also, an entirely new and splendid Edition of
Lord Byrdn's complete Works, illustrated with notes by Sir W. Seott, Heber, Shielley, Morse ete. ete., to which is prefixed the Life of Byron hy John Galt, with a beautiful Por— rait, fas similes ete. in one volume, Imp. Svo. onl) Thlr. 10 s85r.; the same with 6 splendid engravings—, 5 Thlr. 10 sgr.
.
Zweiter Jahrgang von Meyers Univer sum oder die schoͤnsten und merkwuͤrdigsten Ansichten des ganzen Weltalls, mit Beschreibunug.
Der erste Band und Jahrgang des Universums ist vollendet. Sechs Auflagen desselben von der deut⸗ schen, zwei von der polnischen Ausgabe, Uebersetzun⸗ gen in der franzoͤs, ungarischen, hollaͤndischen und schwedischen Sprache liegen vor uns; in Nordame— rika sind zwei Uebersetzungen erschienen und die fran— zoͤsische ward nachgedruckt, Uebertragungen ins Daͤ⸗ nische, Italienische und Spanische werden so eben veranstaltet, vielfaͤltige Nachbildungen sind in Eng land, Frankreich und Deutschland versucht worden. Alles das zusammen genommen giebt einen Erfolg fuͤr das Unternehmen, welches seines Gleichen ver— gebens sucht. — Der Herausgeber ist fern davon, solche Theilnahme seinem Talente zuzurechnen, aber er glaubt, der Geist, der in seinem Werke wehe, sey ein guter Geist, und der Freund der Civilisation duͤrfe sich freuen ob des Universums Verbreitung über den Erdkreis.
Alle, welche dieses schoͤn st e, beliebte ste, un te rh al⸗ tendste und woblfeilste aller Stahlstich⸗ werke noch nicht besitzen, koͤnnen jetzt bei Beginn des zweiten Jahrgangs, ohne Ver⸗ bindlichkeit auch den ersten zu nehmen, als Subseribentzen eintreten. Der Preis ist unveraͤndert ? sgr. Die Lieferungen des zweiten Jahrganges werden alle Monate puͤnkt = lich versendet, worauf jeder geehrte Subseribent be⸗ stimmt rechnen kann. Besteller erhalten das eilfte Exemplar unentgeltlich. — Die Subseription ver⸗ pflichtet nur fuͤr die naͤchsten 16 Lieferungen. Exemplare von der ersten Lieferung des zweiten Jahrgangs liegen bei uns vorraͤthig, eben so com⸗ plette Exemplare des ersten Jahrgangs. — Pro be⸗ stahlstiche und Sub seriptionslisten geben wir Liebhabern gern gratis (wenn dieselben Abnehmer sammeln wollen) und dann das 11te Exemplar frei. Stuhr sche Buchhandlung in Berlin, Schloßplatz Nr. 2.
Schriften fur Nichtaͤrzte. Bei Basse in Quedlinburg ist erschienen und bei 6 . Oehmigke, Burgstraße Nr s, in Berlin zu haben: 5 Sichere Huͤlfe fuͤr alle Diejenigen, welche an Unterleibsbeschwerden und an schlechter Verdauung leiden. Nebst den ndö— thigen Reecpten. Von einem praktischen Arzte Zweite Auflage, Soo. Preis 113 sgr. Rathgeber fuͤr alle Diejenigen, welche an Harnbeschwerden und Harnverhaltung, sowie an den diesen Krankheiten zum Grunde liegen den Ueheln, als Stein und Gꝛieserzeugung, Bla— senentzuͤndung, Blasen krampf, Blasenhaͤmorrhoiden⸗ Anschwellung der Vorsteherdruͤse und Verengerun der Harnroͤhre leiden. Nebst Angabe der Mittel, wodurch diese Krankheiten sicher geheilt werden koͤn—⸗ nen. 8SSoοo. Preis I sgr. z Rathgeber fuͤr alle Diejenigen, welche an
Hämorrhoiden, in ihren verschiedenen Gestalten in geringerem oder boͤherem Grade leiden. Nebst Angabe der Vorsichts
deren gefaͤllige baldige Mittheilung ich bitte. Bonn, im Januar 1835. Eduard Weber.
In der Unterzeichneten ist erschienen und in allen Buchhandlungen, in Berlin bei J. A. List, Burg⸗ straße Nr. 9, zu haben: —
Saäammtliche Werke
von Johann Ladislav Pyrker. Neue, umgearbeitete, durchaus verbesserte, und mit Anmerkungen versehene Ausgabe. . 3 Theile, gr. 80, weiß Druckp., mit Titelvignetten. Preis 3 Thlr. 18 s9r.
Ir Theil entbaͤlt Tunisias, 2r Theil: Rudolph von Habsburg, ar Theil: Perlen der heiligen Vorzeit. Der ehrwuͤrdige Kirchen fuͤrst Ungarn s, der in dem
ersten dieser Helden-Gedichte die Eroberung von Tu—
nis durch Karl Y, und im zweiten die Thaten Ru dolph's von Habsburg in homerischer Weise und
Versart besungen hat, gehört zu den seltenen Saͤn—
gern, deren Leben und Dichtung durch ein wunder⸗
bares Schicksal verbunden sind. In dieser, wie in manch anderer Beziehung gleicht Pyrker dem edlen portugiesischen Dichter Camoens. Er hat nicht die romantische Form des Tasso, sondern die elassische
habt, welche sich fuͤr kriegerische Darstellung und epische Landschafts-Gemaͤlde, als die musterhafteste darbietet. In so ferne wird er mit Recht der erste jeht lebende epische Dichter Deutschlands genannt Die „Perlen der heiligen Vorzeit“, deren Inhalt folgender ist: Abraham. (Verheißung). Mo ses. (Gott, Erlöͤsung, Auferstehung). Samuel (Gericht) Helias (Glaube, Liebe, Hoffnung). Elisa. (Tod, Unsterblichkeit Mackabaͤer. Trost, Hingebung, Sieg) sind in dieser neuesten Auflage bedeutend vermehrt worden, und hat dieses vortreff— liche Werk, dessen Classieitaͤt in allen Landen Deut⸗ scher Zunge und so weit, als aͤchte Religiositaͤt und Froͤmmigkeit wohnt, laͤngst anerkannt ist, durch diese Vermehrung, eine wo moglich noch hoͤhere Vollen dung erhalten. Stuttgart, im Februar 1833. J. G. Cotta'sche Buchhandlung.
An das ürztliche Publikum! Bei Unterzeichnetem erscheint mit Anfang d. J.: Bibliothek von Vorlesungen der vorzüg— lichsten und berühmtesten Lehrec des Auslaudes, über lledizin, Chirurgie und Ge. hurtshülle, bearbeitet oder redigirt von Dr. F. J. Behrend et., in wohlfeilen Lieferungen, 6 Bogen Median. l0 sgr, und lade ich zur Subscription auf dies ganz neue hoͤchst wichtige wissenschaftliche Unternehmen, das ich zwar nicht Pfennig⸗Ausgabe benennen will, welches sich aber durch Wohlfeilheit und eleganten Druck vortheilhaft auszeichnen wird, ein. Eine aus⸗ fuͤhrlichere Anzeige davon ist in allen Buchhandlun—⸗ gen zu bekommen. Leipzig, im Januar 1835. Ch. E. Kollmann.
Classische Alterthumskunde.
Unter alleu Erscheinungen der neueren Leit auf dein fruchtharen Gebiete der gesammten Alter- thums wissenschaft nimmt unstreitig einen höehst bedeutenden Platz ein, das in meinem Verlage er- schienene:
Corpus Grammaticorum latinorum veterum, colle- git, auxit, receusuit ae potiorem lectionis varie- tatem adiecit Frieder. Lindemannus. Amzj. III Tomi.
Tom. J. Donatus, Probus, Eutychius, Arusianus Meszius, Maximus Vietorius, Asperus, Phocas. 151 Bog.] Charta impr. 3 Ihlr. 73 sg.
. Charta angl. A hlr. 185 sr.
Tom. II Pauli Diaconi excerpta et Sexti Pom-
peii Festi Fragmenta. (107 Bog. ] . Charta impr. 8 Fulr. 109 Sgr. Charte angl. 12 Thlr. 114 388r.
Tom III. Isidori Hispalensis Episeopi et) mosqc— giarum Libros XV‚. Accedunt Tabula fres la- pidi juseriptae. IS9 Bog. ]
Chara impr. 8 Thlr. 22 sgr. Charta angl. S Lhlr. — — ;
Sämmtliche Grammatiker sind nach Handschriften aus allen zugänglielien Bibliotheken des In- und Auslandoas berichtigt. Wie viel dadureli für jeden Theil der Alterthams wissenschaft gewonnen worden sei, bedarf keiner Auseinandersetzung, zumal da das diesseitige holkie Ministerinm des luneru in Auet— kennugtz der Wichitigkeit dieses Unternelnnens er- leichternde fand bor, und ein hohes Ministerium
maaßregeln, um sich vor dieser so allgemein verbrei⸗ teten Krankheit zu schuͤtzen, und mit besonderer Ruͤck⸗ sicht auf die damit verwandten Uebel, als beschwer⸗ liche Verdauung, Verstopfung der Eingeweide des Unterleibes und Hypochondrie Von hr. Fr. Rich⸗
ter. Sv. Preis 18 sgr.
Ankündigung. Friedrich Schlegel's Philosophische Vorlesungen aus den Jahren 1801 — 1866.
Nebst Fragmenten aus den Jahren 1795 1820, vor⸗ zuͤglich philosophisch-theologischen Inhalts. Herausgegeben von J 8 Windischmann.
In zwei Bänden. gr. Sv. ;
Die hier angekuͤndigten nachgelasfenen Werke Frie⸗ drichs von Schlegel werden im Laufe dieses Jah⸗ res in zwei Baͤnden, jeder ungefaͤhr zwei und drei⸗ sig Bogen stark, in meinem Verlage erscheinen. zahlreiche Theilnahme fuͤr diese ausgezeichneten Schrif⸗ ten hoffend und wüuͤnschend, bin ich gern bereit, die e, . Verbreitung derselben durch einen bei schbner dußerer Ausstaltung dennoch maͤßigen Preis
legenhieiten zu Berlin diese Sammlung zu Erfüllunz Seiner hohen und weisen Lwecke für brauchbar und werthvoll unerkannt hat. Unablässig wird an dem grossen Werke unter der umsichtigen Leitung des séhiurfsinnigéen IIrn. Directors Lindemunn fort- gearheilet, und namentlich wird Nonius Marcel linus aus kranzüsischen Handschriften, deren Be- natzung durch hesoudere Gunst der jenseitigen Re- giernng gewährt worden ist, und welche von dem rühmliehizt hekannten deutschen Philologen Dr. Fr Duebner in Paris mit unermüqd tem Eifer verglichen werden, in einer längst ersehnten kritisch berieli- tigten Ausgabe erscheinen. Der Druck des nächslen Bandes wird hald beginnen und ank die kussere Aus- stattung verspreche ich alle Sorglalt zu verwenden. Leipzig, im Januar 1835 B. G. Teubner.
In Berlin zu beziehen dureh W. Logier, Frie- drichissirusse No. 161.
Neueste Composition von Johann Strauls. Erinnerung an Berlin. Walzer,
möͤglichst zu erleichtern, ünd setze solchen demnach fuͤr die bis zum Erscheinen des ersten Bandes Unter— zeichnenden auf 13 Thaler für das gedruckte Alpha⸗ bet auf vorzüglichem Druckpapier, und 243 Thaler auf ganz feinem Velinpapier, fest. Der spaͤtere La⸗ denpreis wird uͤber funf Thaler fuͤr beide Baͤnde in der Ausgabe auf Druckpapier zu stehen kommen. Alle Buchhandlungen (in Berlin F. Dü mmler,
no rial-⸗Sttav= Format, Velinpapier. Stuttgart, . ler- sche Buchhandlung.
lhrer Königlichen Hoheit der durchlauchtigsten Frau u 8 Prinzessin Wilhelm von Prenfsen. gebornen Herzagin von Sachsen-Weimar,
783 Werk. Original-Ausgahe. Vorstehende neueste, von so viclen Seiten mit Verlangen erwartete, und zum Andenken en des
unter den Linden Nr. 19) vertheilen eine ausfuͤhr⸗
heliebten Componisten Aufenthalt in Berlin von iim
sischen Staats) so ehen in nachstehenden erschienen und bei letzterem zu haben:
Händen. 2) Pianoforte und Violine. linen und Beass. Flöte werden in wenigen Tagen ebenfalls zu halte sein.
des Homer gewahlt, und auf das Gluͤcklichste gehand⸗ f
wenigen Monaten vollstaͤndig
gen zu haben (in Berlin bei Charlottenstraße Nr. 29.):
der geistliclten, Lnterrichis- und Medicinal! - Ange-
in tielster Ehrfurcht gewidmet von Joh. Strauls. J
don den Klussichten auf das nachste Schur- Jahr.
er in Wien und in dem des nt erz eichnete als Mitrerleger für den Umfang des ganzen brenn Ausgaba
Für das Pianoforte allein. Pr. 18 r Für das ganze Orehester. Pr. 1 Thlr. 20 ger Die ärigen Ausgaben, als:; 1) Pianosorie dn 3) Für 3 n
A) Für Guifarre. 5) Für ein
T. Trautwein in Berlin, Breitestrasse No. 8.
In der Buch- und. Mustkalien handlung von g Zesch in Berlin (Schloßplatz⸗ und Breitestr. Ech ist so eben erschienen: . Spiegel des Berliner Volksgeistes misch-poetisch bearbeitet zum Deklamiren qhn ur seenischen Darstellung in fröhlichen Gel. schaften. 18 Heft. Preis 12 sgr. Das originelle Wesen des Berliner Volkelehm
welches seit mehreren Jahren das Interesse der .
bildeten in Anspruch nimmt, duͤrfte durch diesen g
trag zur Charakteristik der niedern Volksklasse
bedeutend erhoht werden; indem diese Scenen seum, ch neu und sowohl durch komische und anziehn
Behandlung wee durch treuen Abdruck der Fm, 9 höͤchst treffend und helustigend sind. ;
Bel. Er H. Schroder in Berltn, Kbnigssn ö
Nr. 37, ist eben e men und noch zum Sn
seriptions-Preise zu haben: Sammlung saͤmmtl. seit 1803 erschienenn Gesetze u. s. w.
Ir Band. Subs⸗Preis 1 Thlr. 10 sgr Naumin
bei Zimmermann. Das Ganze wird aus 4 Baͤnden bestehen, di geliefert werden.
Allgemeine
Pteunßischt Staats- Zeitung.
———
M 77. — 2 1
—— — ———
Amtliche Nachrichten.
Kronik des Tages.
Se. Majestaͤt der Konig haben den beiden Adjutanten des Kaiserl. Russischen Vice⸗Admirals und General-⸗Adjutanten Fuͤr⸗ en Mentzikoff, dem Capitain Wesselago und Lieutenant von Glasenapp, ferner dem Commandeur des Kriegs-Dampfschiffs Ischora“, Capitain Achlestischeff, den Lieutenants Pawel
6 7
. Golot o ff und Fedor Antonteff von der Marine, desglei—
en dem Commandeur des Luggers „Oranienbaum“, Lieutenant Murawieff, den St. Johanniter⸗Orden; dem General ⸗Stabs⸗
. n unn Kollegienrath Dr. Lange den Rothen Adler-Orden
dritter Klasse; dem Lieutenant Akuloff von der 5ten See⸗Equi— page, so wie dem Unter-Lieutenant Rogosin und Faͤhndrich Schtschetinin, vom Corps der Kriegs-Steuermaͤnner, den Rothen Adler-Orden vierter Klasse zu verleihen Feruht. Se. Majestaͤt der Koͤnig haben den Kaiserl. Russischen See— Kadetten Skolkoff und Ogilwy, den Unteroffizieren Fedor Apdeeff, Andrei Parschin, Iwan Malutin, Alexan— der Orlofsky, Semen Wasiliew und Fedor Schilofsky, so wie dem Feld- Chirurgus Peter Joukoff, saͤmmtlich von der Mannschaft des Kriegs-Dampfschiffs „Ischora“, das Allge—
eine Ehrenzeichen zu verleihen geruht.
So eben ist erschienen und in allen Buchhandin Ed. Branden but
Der Fromme.
Eine Erbauungsschrift fuͤr wahre Christen aller Cn fessio nen. A Bd (Mit dem Erschelnen des aten Bbchns, tritt der, ;
chn., vo., sauber geheftet 2 7 sst denpreis von 1 Thlr. 15 sgr. ein)
Einladung zur Su bs eription an das gebildete, insbesondere naturhistorisehe Publihm In unterzeichnetem Verlage erschien so chen ihQ erste Lieserung der: Lethaea geognostica, oder
Abbildung und Besehreibung
der für die Gebirgs- Formationen bezeichnendsten
ersteinerungen von Dr. H., G. Bronn, ;
. Prolessor an der Universitst zu Heidelberg, Vier bis fünk Lieferungen, mit 27 — 30 Jieinäruer tafeln in 410 und ungesühr 26 Bogen Text in Sy, nebst mehreren Tabellen. Preis 1 LThlr. S gr. Mn
Liefernng.
Dieses für den Geognosten., Geologem, Physiker, den Astronomen und Gesechicht́ forscher, den Zoologen und Botaniker ehenq interessante als wichtige naturhistorische Weil lassen wir zur Erleichterung der Ansehaßssung i Lieserangen zu einem Preise erscheinen, di zewiss äusserst billig zu nennen ist, wenn man be lenkt, dass auf jeder der 6 Tafeln, welche ein Lieserung bilden, 20 — 20 Figuren (von Wagnen meist nach der Natur gezeichnet) abgebildet ain uud dals der auf feinstes Velin pa pier in gr. 8 zedruckte Text mit den Tabellèn iffers Ef 2u zogen pr. Lieferung steigt. — Der Name des Mn llerausgebers üherkebt uns jeder weitern Anpnt sung. Wir hemerken daher nur noch, dals das We his Michaelis 1835 vollständig in den Händen de rerp. Suhscrihenten ist, dals aber, in Betracht del Wohlfeilhkeit und der mit grossem Kosten-All wand verknüpften Ausstattung desselben, der Sri seriptions. Préis nur his Ende dieses Jallres he . stelit, und dass mit dem 1. Januar 1835 der höhen!
Freis von 2, Fl. 12 Kr. oder 1 Thlrw. 8 gr. für ein
Lielarung eintritt.
Alle Buchhandlungen des In- und Auslandes, Berlin die von C. F. Plahn (Jägerstrasse No. z) nehmen Suhseription darauf an, woselbst auch ou. , , Ankündigungen unentgeltlich zu haben sind. —
Stultgart, im Okibr. 183.
E. Schweizerbart's Verlagshandluns
Bei Duncker & Humblot, Franzbsische St. Nr. 20 ., ist so eben erschienen und in kl Bucht handlungen zu haben:
Ueber den gegenwartigen Stand der Me— rin os- Sch gaf⸗Zu cht, mit einer kurzen Ueber sicht der Einfuͤhrung und Verbreitung derselben, besonders im noͤrdlichen Europa. ebst eintt kurzen Darstellung des gegenwaͤrtigen Ganges des Woll-⸗Handels. Von FJ. M. Wagner. geheftet. 26 sgr.
„Der durch anderweitige Schriften berelts vor ⸗ theilhaft bekannte Verfasser, legt in obigem Weilt die Resultate seiner vieljdhrigen Erfabrungen Übe Ragçen, Woll⸗-Art und Leitung der Zucht über di Ernaͤhrung, die aͤußeren Einrichtungen einer Sch ferei und die Bestimmung der Paarung dar, gin sodann eine Uebersicht der bekanntesten Merfngt⸗ Schdfereien im nördlichen Deutschland, und elne
Ertrags Vergleichung zwischen hoch⸗ und mittelmaͤßi veredelten Schaafen, und handelt von den weitern Aussichten für die Vortheile der Merinos. Schaaf zucht, den Bedingungen der besten Nutzung eine
Merino Heerde, dein ungefaͤbren Verbalten der Me rinos⸗Wollzucht in Europa und den in Preußen er zielten Woll⸗Gattungen. Zuletzt spricht er von den Grundlagen der Wollpreise, von dem Wollmarkte im Jahr 1881, von den jetzigen Klassen der Kaͤufer und
Die Schrift, als das Werk eines erfahrenen Ptaktt⸗ kers verdient die Beachtung jedes Schaafzuͤchters und Wollhaͤndlers“ (Lit. Ztg. 1825. Nr. J15
inisteriellen
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben den bisherigen Regierungs— Assesor, Schloßhauptmann Grafen Friedrich von Arnim, zum Regierungs⸗Rath zu ernennen geruht.
Der Referendarius Friedrich Alexander Ferdinand Dietz sch ist auf Grund der bestandenen dritten Pruͤfung zum Advokat-Anwalt bei dem Landgerichte zu Trier bestellt worden.
Im Bezirke der Koͤnigl. Regierung zu Koln ist der bisherige Vikar zu Lendersdorf, Johann
Nalhias Schwieren, zum Pfarrer zu Keldenich ernannt worden;
zu Magdeburg ist zu der erledigten zweiten evangelischen
Predigerstelle in Beetzendorf, Groß, und Klein⸗-Gischau und
tapen, der Prediger Herrmann Ferdinand Hildebrand
. in Neuendorf berufen; der Kandidat des Predigtamts, Gott— hold Benjamin Stöͤcker, zum zweiten evangelischen Predi—
ger in Wegeleben erwählt; dem Kompastor Kayser in Neu— Haldensleben die erledigte evangelische Pfarrstelle in Bahrendorf verliehen, und die erledigte Kaplaneistelle an der katholischen Pfarr⸗-Kirche in Hamersleben dem Kaplan Bernhard Cor— des in Adersleben uͤbertragen worden;
zu Stettin ist der bisherige Prediger in Leopoldshagen, Berger, zum Pastor in Steinmocker, der Kandidat des Pre— digtamts, Riemer, zum Pastor in Koͤpitz, und der bisherige Prediger in Coelpin, Taubert, zum Pastor Adjunctus in Re— genwalde ernannt worden.
Das den Kaufleuten Hoffmann und Barandon zu Stettin unter dem 25. Januar 1831 fuͤr den Zeitraum von acht Jahren im ganzen Umfang des Preußischen Staats ertheilte Patent auf die alleinige Anfertigung und Benutzung einer durch Zeichnung und Beschreibung erlaͤuterten, fuͤr neu und eigenthuͤmlich erkannten Vorrichtung, um Luft in Fluͤs— sigkeiten zur Bewirkung des Verdampfens zu leiten, ohne Jemand in der Anwendung bekannter Verfah— rungsweisen zu behindern,
st um Sechs Jahre vom 25. Januar 1839, mit welchem Tage
s ablaufen wuͤrde, also bis zum 25. Januar 1845, verlaͤngert
worden.
Zeitungs-RNachrichten. Aus land.
Frankreich.
Deputirten⸗ Kammer. Sitzung vom 11. Marz. Der Andrang zu der letzten Sitzung der Deputirten⸗ Kammer am vorigen Sonnabend war nichts im Vergleiche zu dem, der heute schon vom fruͤhen Morgen an stattfand. ? Der Palast Bourbon war von dem aͤußern Gitter bis zu den oͤffentlichen Tribunen hinauf von einer doppelten Reihe Neugieriger gleich— sim belagert, die sich fuͤr die von dem Grafen von Sade ange— luͤndigten Interpellationen an die Minister einen guten Platz chern wollten. Auch die Deputirten fanden sich ungewoͤhnlich zeitig und in großer Anzahl ein. Von den Ministern erschienen Puerst die Herren Humann und Duchatel; spaͤterhin kamen aber ähh noch die Herren Guizot und Thiers. Bevor die Sitzung ethsnet wurde, bildeten sich in allen Theilen des Saales ein— zelne Gruppen, die sich auf das Lebhafteste unterhielten. Auf der rechten Seite bemerkte man die Legitimisten in einer ziem⸗ sic ruhigen Haltung, auf der linken dagegen mehrere Müͤglie⸗ der der uiberalen Partei, die auf das Höchste entruͤstet zu seyn
“ sbienen; den Prässbentenstuhl hatte Herr Fupin inne. Gegen 1 Uhr
hestieg Herr von Sade die Rednerbühne und hoß min folgenden orten an: „Ich komme nicht, um mit den Herren Ministern ine lange Controverse anzuknuͤpfen; vielmehr werde ich mich darauf beschraͤnken, einige wenige Fragen an sie zu richten. ach der Zusicherung, die mir am vorigen Sonnabend gemachi n, hatte ich meine Interpellationen bis auf heute augge— etzt jetzt denke ich aber, Daß die Kammer gegen sich selbst ver⸗ koßen würde, wenn fie noch länger schwiege Ich glaube ubti, dens, jene Fragen um so eher an das Kabinet richten zu kön— nen, als auf den Minister, Listen, die bisher in der Stadt im mlauf gewesen, kein einziges Hppositions- Mitglied sigurirt, mnthin die Partei, zu der ich gehöre, als voͤllig uneigennuͤtzig rscheint. Wenn wir aber bloß uneigennuͤtzige Zuschauer der Krisis sind, in der sich das Land bereits seit
Berlin, M
ittwoch den 18ten Maͤrz
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laͤnger als 14 Tagen befindet, so schmerzt uns deshalb ni
minder die Rolle, die Frankreich 9 unseren ; . den Augen des Auslandes spielt. Ich frage daher die Herren Minister, was die Ursache dieser betruͤbenden Krisis ist, und wie lange sie noch dauern soll, denn die Feinde unserer Institutionen reiben sich die Haͤnde und freuen sich uͤber unsere Verlegenheit.“ Im weiteren Verlaufe seiner Rede sprach Herr von Sade die Meinung aus, daß die Wahl-Kammer den beiden andern Staats Gewalten als Leiterin dienen muͤsse, — eine Be— hauptung, die in den Reihen der Opposition großen Beifall fand, von den Centris aber mit Stillschweigen aufgenommen wurde. Er untersuchte darauf die verschiedenen Mittel, die der Kammer zu Gebote staͤnden, um dem gegenwaͤrtigen Zustande ein Ende zu machen, und bezeichnete als folche: I) eine moti⸗ virte Tagesordnung; 2) die Verwerfung irgend einer wichtigen Proposition der Minister; 3) eine Adresse an den Koͤnig. „Sie haben zu Anfang dieser Session“, fuͤgte der Redner hinzu, „eine Adresse votirt, wodurch die jetzigen Minister gewisser⸗ maßen gebrandmarkt wurden (lebhafte Protestation im Cen⸗ trum, Beifall zur Linken); wenn man nun den Sinn dieser Adresse absichtlich verkannt hat, darf man sich da noch wundern, daß die Regierungs⸗ Maschine in ihrem Gange gestoͤrt ist? Im Uebrigen trete ich das Wort an die Minister ab und erwarte ven ihnen einige Aufschluͤsse.“ — Herr Guizot, der sich hier— naͤchst vernehmen ließ, erklärte zuvörderst, daß, wenn er am vo— rigen Sonnabend die nahe bevorstehende Zusammensetzung eines Ministeriums angekündigt habe, er weit entfernt gewesen sey, zu glauben, daß dieses Resultat auch heute noch nicht erlangt seyn wuͤrde. Unmoͤglich konne man die jetzigen Minister fuͤr die Wahl ihrer Nachfolger verantwortlich machen; (Herr Mauguin verlangt das Wort) ohne Zweifel werde man sich erinnern, daß bei Erdffnung der gegenwartigen Session er und seine Kollegen mehr als irgend Jemand dem Grundsatze gehuldigt haͤtten, daß das Ministerium stets aus der parlamentarischen Majoritaͤt her⸗ vorgehen muͤsse. Was dagegen die direkte Einmischung der Kam⸗ mer bei der Bildung eines Kabinets betreffe, so koͤnne er eine solche nicht anders als einen Eingriff in die Koͤnigliche Prärogative, als eine Stoͤrung der Verhaltnisse wischen den großen Staatsköͤrpern betrachten. „Was uns beit) so schloß der Minister, „so befinden wir uns nur noch auf der Minister⸗ Bank, um die offentlichen Angelegenheiten nicht ohne Leiter zu lassen; den ministeriellen Combinationen sind wir dagegen durch⸗ aus fremd geblieben. Die Rathschlaͤge, die wir ertheilt, sind erfolglos gewesen, und eine Einmischung der Kammer wuͤrde die Schwierigkeiten nur vermehren.“ — Jetzt ergriff Herr Mau⸗ guin das Wort und sagte: „Die Kammer bestndet sich in einer so seltsamen Lage, daß es uͤberfluͤssig seyn wuͤrde, dieselbe beson⸗ ders hervorzuheben: dem Anscheine nach giebt es ein Mini—⸗ sterium, in der That aber giebt es keins.“ — Herr Guizot: „Ich bitte den Redner um dle Erlaubniß, ihn zu unterbrechen: ich habe bloß gesagt, daß die ministeriellen Combinationen bis: her ohne Resultat gewesen, nicht aber, daß in diesem Augenblick nicht neue im Werke waͤren.“ — Herr Mauguin: „Dies gilt gleich viel: immer muß es Jedermann einleuchten, daß wir gegenwartig kein Ministerium haben, denn ich sehe keinen Conseils⸗-Praͤsidenten, sondern bloß 7 Minister. Bei einer sol⸗ chen Desorganisation der Verwaltung kann der Handel nicht ge⸗ deihen; uͤberdies stroͤmen alle Praͤfekten der Hauptstadt zu, waͤh⸗ rend in demselben Augenblicke, wo ein großer Souverain mit Tode abgeht, der Gesandte bei demselben sich in Paris befindet. Solche Dinge muͤssen die Verwaltung nothwendig erschuͤttern. Seit fast 3 Wochen befinden wir uns, um bloßer Privat⸗Inter⸗ essen und erbaͤrmlicher Intriguen willen, ohne Ministerium. Es giebt ein ganz einfaches Mittel, diesem Zustande ein Ende zu machen: die Minister mogen foͤrmlich ihre Entlassung einreichen, etzt gleich einreichen; es ist dies der einzige verfassungsmaͤßige Weg, aus aller Verlegenheit herauszukommen. (Anhaltende Bewe⸗ gung; Zeichen der Unschluͤssigkeit auf der Ministerbank.) Wenn Ihr faktisch nicht mehr Minister seyd, so sagt uns offen, warum Ihr es nicht mehr seyd. Die Kammer wird nachher schon diejenigen Maßregeln zu ergreifen wissen, welche die Klugheit und die eigene Wuͤrde ihr anrathen.“ — Herr Thiers, der dem Herrn Mauguin auf der Rednerbuͤhne folgte, hielt die gegenwartige Lage fuͤr ganz einfach und verfassungsmaͤßig, was großes Gelaͤchter in den Rei⸗ hen der Opposition erregte. Es sey die Pflicht der Minister, bemerkte er, fuͤr die Abmachung der kurrenten Geschaͤfte auf ih⸗ rem Posten zu bleiben; auch sey die Verwaltung keineswegs ins Stocken gerathen, und so lange er und seine Eollegen am Ru— der waren, blieben sie auch fuͤr alle oͤffentliche Angelegenheiten verantwortlich. Andererseits duͤrfe man aber auch nicht außer Acht lassen, wie schwierig es bei der gegenwartigen Ministerial⸗ Combination sey, solche Maͤnner zu finden und einander zu naͤhern, die zugleich allen Nuancen der Majoritaͤt in der Kammer genuͤg⸗ ten. „Bis gestern“, fagte der Minister hinzu, „sind wir jeder Combination fremd geblieben, und auch noch in dem Augenblicke, wo ich zu Ihnen rede, ist dies der Fall.“ — Nach Herrn Thiers naͤherte sich Herr Odilon-Barrot der Rednerb hne; er wurde indessen von Herrn Gauguier zuruͤckgehalten, der zuvor einige Worte, die sein Gewissen ihm 'ingaͤbe, zu sagen wuͤnschte. Er behauptete zunaͤchst, daß die zu Anfang der Session beschlossene motivirte Tages-Ordnung das National⸗Ge— fuͤhl verletzt habe, — eine Aeußerung, die er wieder zuruͤcknahm, als von mehreren Seiten der Ruf zur Ordnung 'erscholl. — „Die Minister“, fuhr er fort, „müssen endlich wissen, daß es nicht hinreicht, ein gesticktes Kleid zu tragen und alle Monat eine Gehalts, Quittung zu schreiben. (Gelaͤchter) Wenn die Steuerpflichtigen bezahlen sollen, so lachen ssie nicht. (Neues Gelächter Die Minister muͤssen die Juli⸗Regierung bei dem Volke beliebt zu machen suchen; der Tonseils. Prästbent muß von der Rednerbuuͤhne herab ein System entwickeln, das ge⸗ eignet ist, uns den Frieden mit allen Nationen zu erhalten. Freilich laͤßt ein solches System sich nicht improvisiren; man braucht dazu vielleicht 10 bis 15 Sessionen.“ Als hei die— sen Worten abermals ein lautes Gelaͤchter ausbrach, rief
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Herr Gauguier im Unmuthe:; „Meine Kollegen zerarbeiten sich in der Regel unndͤthigerweise!““ ) Der Praͤfident: „Ich muß dem Redner bemerklich machen, daß diefer Ausdruck nichts we⸗ niger als parlamentarisch ist. Wenn man hier die Rednerbuͤhne besteigt, so muß man sich auch auf die Hoͤhe der gepflogenen Verhandlungen zu erheben wissen, wenn auch nicht dem Gedan⸗ ken, doch wenigstens dem Worte nach.“ (Beifall.) Herr Gau⸗ guier erwiederte zu seiner Rechtfertigung, daß, wenn er nicht unaufhoͤrlich unterbrochen worden waͤre, er andere Formen ge⸗ waͤhlt haben wuͤrde. Er schloß mit der Bemerkung, daß, in⸗ sofern seine Meinung irgend ein Gewicht in der Versamm⸗ lung haben sollte (man lacht), er für eine Amnestie stim—= men wuͤrde. — Nach diesem belustigenden Vortrage ergriff Herr Odilon⸗ Barrot das Wort. Er bewies zunaͤchst, daß es ein Ministerium de tacto nicht mehr gebe, da die Zei— tungen und die oͤffentliche Stimme, nicht bloß in Frankreich, sondern in ganz Europa, solches verkuͤndigt haͤtten, ohne daß sie Luͤgen gestraft worden waͤren. Er bemerkte, daß feit dem Jahre 1830 alle Ministerial⸗Combinationen schwer zu Stande gekom⸗ men waͤren, und daß diese Schwierigkeiten mit jedem Jahre zunähmen. „Hieran“, sagte er, „ist ein Uebel schuld, das mit der Wurzel ausgerottet werden sollte.“ Als der Redner bet die⸗ sen Worten, die man auf den Vorsitz des Königs im Minister⸗ Rathe deutete, lebhaft unterbrochen wurde, sagte er: „Ich er⸗ klaͤre daß es nicht meine Absicht ist, die Krone in diese Debatte hineinzuziehen — ich glaube, die Gedanken der Kammer erra⸗ then zu haben, — aber ich fordere Jeden heraus, uns in un⸗ seren parlamentarischen Annalen eine Kammer aufzuweisen, die der Aufrechthaltung des guten Vernehmens zwischen den drei Staats Gewalten großere Gpfer gebracht hat, als die jetzige. Unsere gegenwartige Lage ist sehr ernster Art, und es giebt meines Er⸗ achtens nur zwei Mittel, ihr ein Ende zu machen: entweder eine Anklage der Minister (Zeichen der Verwunderung in den Cen⸗ tris) oder eine Adresse an den König.“ — Herr Guizot bestieg hierauf noch einmal die Rednerbuͤhne. „Ich habe mich nicht unbedingt geweigert“, aͤußerte er, „auf etwanige Interpellatio⸗ nen der Kammer zu antworten; ein Minister darf indessen die von ihm verlangten Erklaͤrungen nur abgeben, wenn sie ihm der Kammer und dem Lande nuͤtzlich zu seyn scheinen. Unvollstäͤn⸗ dige Aufschluͤsse aber, wie wir sie in diesem Augenblicke nur ge⸗ ben koͤnnten, wuͤrden der Krone und dem Lande eher schaden als nutzen. Der vorige Redner spricht von einer Versetzung der Minister in Anklagestand. Wenn es ihm hiermit Ernst ist, so sind wir gern bereit, uns, dem Lande gegenuber, wegen der seit vier Jahren von uns befolgten Politik zu recht— fertigen. In diesem Falle aber mußte zugleich auch die ganze Majoritaͤt der Kammer mit in Anklagestand versetzt werden, da dieselbe sich unserer Politik beigesellt hat.“ Diese Aeußerung erregte allgemeines Gelaͤchter. Den Vorschlag einer Adresse an den Koͤnig wies der Minister nicht geradezu von der Hand. — Herr Mauguin verlangte jetzt, daß die Inter⸗ pellationen an die Minister abermals vertagt wuͤrden, was einige Verwunderung in der Versammlung erregte und sich nur da⸗ durch erklaren laßt, daß der Antrag auf eine Adresse an den Koͤnig bereits dem Praͤsidenten eingereicht war. Herr Guizot sagte, daß er mit diesem Antrage vollkommen einverstanden 3 woruͤber die Opposition in lautes Gelaͤchter ausbrach. Die be⸗ antragte Vertagung fand keinen weitern Widerspruch. — Es er⸗ hob sich darauf eine kurze Debatte uber die Wiederaufnahme der Geschaͤfte der Kammer. Herr Vien net hielt den Moment fuͤr sehr guͤnstig um uͤber das Gesetz wegen der Verantwort- lichkeit der Minister zu berathschlagen, und wurde dieserhalb derb ausgelacht. Auf den Vorschlag des Praͤsidenten beschloß man, sich am folgenden Tage mit den Sparkassen zu beschaͤfti⸗ gen. Bevor die Versammlüng sich trennte, machte Herr Gi⸗ raud nech Herrn Dupin darauf aufmerksam, daß ein? Propo⸗ sition (ohne Zweifel der Adreß-Entwurf) auf das Bureau nie dergelegt worden sey. Der Praͤsident erwiederte, er wisse dies und kenne seine Pflicht. Die Sitzung wurde um 31 Uhr auf⸗ gehoben, und am folgenden Tage sollte die Pruͤfung der eben erwahnten Proposition in den Bureaus stattfinden.
Paris, 11. Maͤrz. Gestern Vormittag empfing der Koͤnig den den g, von Broglie und arbeitete darauf mit den Min stern des Seewesens und der auswaͤrtigen Angelegenheiten.
Da der Moniteur auch heute noch keine Minister / Ernen⸗ nungen enthaͤlt, so sucht das Publikum sich aus den uͤbrigen oͤf⸗ fentlichen Blaͤttern uͤber den Stand der Dinge zu unterrichten, was indessen um so schwerer haͤlt, als die widersprechendsten Ge⸗ ruͤchte im Umlauf sind. Gewiß scheint nur zu seyn, daß die Deputirten . Kammer eine Adresse an den Koͤnig erlaffen will, um ihm die endliche Beseitigung des gegenwaͤrtigen ungewissen Zu⸗ standes ans Herz zu legen. (S. oben.) Das Journal des Deb ats sagt in dieser Beziehung: „Eine Versammlung mini— sterieller Deputirten hat gestern Nachmittag um 3 Uhr bei Herrn Fulchiron stattgefunden. Obgleich keine oͤffentliche An⸗ zeige gemacht und kein Cirkular erlassen worden war, so bestand die Versammlung doch aus 183 Mitgliedern. Es heißt, man sey uͤbereingekommen, unter den obwaltenden Umstaͤnden eine ehr⸗ erbietige Adresse an den Koͤnig auf das Bureau der Deputirten⸗ Kammer niederzulegen, in der Absicht, dem Könige zu versichern daß er auf dieselbe loyale Mitwirkung rechnen könnt, von denen die fruͤheren Berathungen der Kammern Zeugniß abgelegt haͤt⸗ ten. Wahrscheinlich wird morgen Abend dieselbe Zusammenkunft bei Herrn Ganneron stattfinden. In Bezug auf das Ministe— rium war gestern Abend noch nichts entschieden; wir wollen hof⸗ fen, daß der heutige Tag der sich immer vermehrenden öffent⸗ lichen Besorgniß ein Ende machen werde.“ — Das Journal du Comm erce enthält Folgendes: „Wir haben einige Details uͤber das gesammelt, was sich in der gestern bei Herrn Fulchiron
) Der Redner bediente sich des freilich etwas trivialen Aus⸗ , , collegues parlent comme , ui 223 eg po 56