1835 / 78 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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fuͤr den Antrag dagegen

se daß derselbe mit einer Majoritaͤt von .. Stimmen verworfen wurde. Den Schluß der Sitzung, die bis nach 1 Uhr dauerte, fuͤllten Angelegenheiten von bloß loialem

Interesse aus.

Oberhaus. Sitzung vom 11. März. Graf Spen— er nahm seinen Sitz ein und leistete den uͤblichen Eid. Dann Überreichten der Graf von Mulgrave und der Herzog von Richmond mehrere Bittschriften, die zum Theil Eine Milde— rung der Bestimmungen uͤber die Arbeit in den Fabriken, zum

Thell eine Beruͤcksichtigung der Noth der ackerbautreibenden Klasse zum Zweck hatten. vom 11. März. In dieser

Unterhaus. Sitzun Sitzung wurden meist nur Angelegenheiten von' dͤrtlichem In— leresse verhandelt. Zu Anfange derselben ward in Folge der Erhebung von Sir C. M. Sutton zum Pair ein neues Wahl— Ausschreiben fuͤr die Universitaͤt Cambridge verordnet. Sir R. Peel wuͤnschte J wissen, ob das ehrenwerthe Mitglied fuͤr Middlesex am naͤchsten Freitag seinen angekuͤndigten wichtigen Antrag in Vetreff der Subsidien, Bewilligung in der Form einer Instruction an den Ausschuß anbringen wolle, ehe der Sprecher den Stuhl verlasse, oder ob es mit der Motion erst im Aus— schusse selbst hervorzutreten gedenke, nachdem die Veranschlagun—⸗ gen fuͤr die Marine wuͤrden vorgelegt worden seyn, worauf Herr Hume antwortete, daß seiner Ansicht nach der Antrag im Ausschusse selbst gestellt werden muͤsse, weil derselbe ja nicht eine gaͤnzliche Verweigerung, sondern bloß eine Beschraͤnkung der Subsidien auf 3. Zeit bezwecke. Ein Antrag des Herrn Ewart, daß das Haus sich nach 11 Uhr in keine neue Diskus— sionen mehr einlassen solle, wurde, selbst nachdem statt der eilsten die zwoͤlfte Stunde gesetzt war, mit 130 gegen 65 Stimmen verworfen. Herr Poulter fand sich bewogen, eine Bill zur besseren Beobachtung des Sabbaths einzubringen, wogegen Herr Warburton bemerkte, daß ein solchts Gefetz nur dahin fuͤh⸗ ren wuͤrde, die echte Feier des Sabbaths zu gefährden, denn durch Parlaments-Akten konne man das Volk nicht religiös ma⸗ chen. Herr Poulter erhielt ubrigens die Erlaubniß, die Bill zur ersten Lesung zu bringen.

Oberhaus. Sitzung vom 12. März. Der Herzog von Gordon uͤberreichte einige Petitionen von Schotiischen Kirchspielen, worin um Unterstützung der Kirche gebeten wird. Dann wurden einige Bills von rein lokalem Interesse vorge— nommen.

Unterhaus. Sitzung vom 12. März. Mehrere Ir— ländisch? Mitglieder beschwerten sich wieder uͤber Gewaltthaten, welche sich die Orangisten in Irland erlaubt haben sollen; die Regterung verhieß durch den Secretair fuͤr Irland, Sir H. Hardinge, strenge Untersuchung. Der Oberst Leith Hay beantragte die Vorlegung einer Depesche des Kolonial⸗Departe⸗ ments an den Gouberneur von Britiss⸗Guiana vom 29. No— vember v. J. und erklaͤrte seine Absicht, darauf einen Antrag in Bezug auf die Vereinigung so vieler Ministerien in einer Person während der Diktatur des Herzogs von Wellington, vor Ankunft des Sir R. Peel, begruͤnden zu wollen. Herr Hume erhob sich hierauf und sagte:

„Der sehr ehrenwerthe Baronet gegenuͤber richtete gestern eine Frage an mich in Betreff des von mir ängekuͤndigten Antrags, die

Bewilligung der er ffn im Ausschusse auf drei Monate zu be⸗ schraͤnken, und ich ertheilte ihm eine bedingte Antwort auf seine

Frage, ob ich die Motion morgen vorzubringen gedachte. Ich kann jetzt dem sehr ebrenwerthen Baronet sagen, daß ich, nachdem ich diejenigen zu Rathe gezogen, von denen ich glaubte, daß sie die Motion unterstüͤtzen wurden, mit Bedauern gefunden habe, daß sie mir darin nicht beistimmen, diese Frage fuͤr entscheidend genug zu halten, um unseren Mangel an Vertrauen in das jetzige Minlste⸗ rium darzuthun, und ich fehe mich daher leider genbthigt, die Mo⸗ tion zurückzunehmen (triumphirender Belfall von den Ministeriel⸗ len), aber ich thue es nur, um spaͤter eine andere Motion vorzu⸗ schlagen, die auf eine entschiedene Weise zeigen soll, daß das Haus kein Vertrauen zu den Ministern Sr. Majestaͤt hat.“ (Beifahk von der Opposition und von den ministeriellen Baͤnken, von letzteren mit Gelaͤchter untermischt.)

Sir Robert Peel erwiederte hierauf:

„Ist dies die Motion, welche Sie seit länger als einer Woche so feierlich ankuüͤndigten? (Lauter und anhaltender Beifall.. Ist

dies, jch wiederhole es, die Motion, die Sie schon vor einer Woche ankündigen zu muͤssen glaubten?“ (Erneuerter Beifall) Ich fragte den ehrenwerthen Herrn gestern Abend, ob er seinen Vorschlag zur Beschraͤnkung der Subsidien, seiner Ankuͤndi. gung gemaͤß, einbringen wolle, und der ehrenwerthe Herr fagt jetzt, er habe mir eine bedingte Antwort gegeben. Diese bebingis Antwort war, daß die Motlon entweder durch ihn selbst oder durch ein anderes Mitglied bestimmt eingebracht werden würde. (Hört, hoͤrt! Zur Ordnung!) Es entstand durch einige Mitglieder, welche in das Haus stuͤrmten, eine augenblickliche Verwirrung, und eins derselben, wie es heißt Herr Barron, erhob sich und sagte: „Ich weiß nicht, wovon die Rede ist, es liegt dem Hause keine Frage vor!! „Ich richte eine Frage an das ehrenwerthe Mitglied fuͤr Middleser“, fuhr Sir Robert Peel fort, „die Frage ist naͤmlich, ob das andere ehrenwerthe Mitglied, welches die Stelle des eh⸗ renwerthen Herrn morgen eingenommen haben würde, auch die Absicht, eine Jil f , der Subsidien vorzuschlagen, gufge⸗ geben hat, (Beifall und Gelächter von den ministeriellen Baͤnken) und ob die für die Darlegung des Mangels an Vertrauen in die Minister Sr. Majestaͤt entscheidendere Motion, von welcher der ehrenwerthe Herr sprach, morgen eingebracht werden wird.“ err Hume entgegnete:

„Ich antworte, daß sie, was mich betrifft, morgen nicht einge— bracht werden wird. (Beifall von der ministeriellen Seite.. Ich muß bemerken, daß, als ich fruͤher die Meinung aussprach, die Äb—⸗ stimmung uber die Adresse beweise, daß das Haus kein Vertragen zu dem jetzigen Ministerium habe, der sehr ehrenwerthe Ba ronet das Amendement nicht in diesem Lichte zu betrachten schien. (Hoͤrt, hoͤrt!! Ich glaubte, daß eine Bewilligung der Subsidien auf nur drei Monaté gleichbedeutend sey mit einem Vo⸗ tum des Nicht⸗Vertrauens auf die Minister; allein einige ehren⸗ werthe Freunde erinnerten mich, daß der sehr ehrenwerthe Baronet auch wieder sagen konnte: „Dles ist kein Beweis von Mangel an Vertrauen auf die Verwaltung“; und aus diesem Grunde, damit eine Beschraͤnkung der Subsidien nicht für eine i m e n, Mei⸗ nungs⸗Acußerung des Hauses angesehen werden sollte, habe ich mei⸗ nen Vorsatz geandert. Ich habe es gethan, weil ich die Nothwen⸗ digkeit einsehr, eine Hohen einzubringen, deren Worte keines Miß⸗ verstaͤndnisses fähig sind. (Beifall.) Ich habe nur noch hinzuzufuͤ⸗ gen, daß, soviel ö weiß, keine andere Person morgen die von mir angekündigte Motton zur Beschraͤnkung der Subsidien einbringen wird.“ (Beifall von der ministeriellen Seite.)

Hierauf erwiederte Sir Robert Peel: ;

„Der ehrenwerthe Herr sagt, weder er, noch so viel ihm be= kannk fonst Jemand, werde die erwähnte Motlon einbringen, weil man sie für nicht entscheldend genug halten möchte hinsichtlich der Meinung des Hauses über das jetzige Ministerium. Doch fuͤgt er hinzu, daß er dafür eine andere Motion, die nicht mißgedentet iwer= den' könne und die den Mangel an Vertrauen zu den Ministern aufs

bestinimteste darthun wurde, einbringen wolle. Soll dies etwa mor⸗

gen geschehen? (Herr Hume: „Nein, morgen nicht.“ Nicht?

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Dann verstehe ich den ehrenwerthen Herrn so, daß es nicht seine Absicht ist, seine neue Motlon, welche den Mangel des Ver⸗ trauens auf die Minister beweisen soll, morgen einzubringen; und da dies der Fall ist, so habe ich den ehrenwerthen Herrn nur noch zu fragen, ob es, nachdem er und die anderen beschlossen ha⸗ ben, eine solche Motion einzubringen, nicht angemessen ist, daß der ehrenwerthe Herr keine Zeit verliere, den Tag dazu festzusetzen.“ (Lauter Beifall.)

Herr Hume sagte hierauf noch: „Ich kann den sehr eh⸗ renwerthen Baronet versichern, daß, wenn es auf mich ankommt, der erste passende Augenblick dazu bestimmt werden soll.“ (Bei⸗ fall von beiden Seiten des Hauses.) Hiermit schloß diese zwar kurze, aber fuͤr das Ministerium sehr wichtige Debatte.

London, 13. Maͤrz. Der Konig nahm vorgestern im St.

James-Palast eine Adresse der hohen Geistlichkeit entgegen und

hielt dann ein Lever, bei welchem der Neapolitanische Gesandte, Graf von Ludolf, Sr. Maj. ein Schreiben seines Souverains, der bisherige Bayerische Gesandte, Graf von Jenison⸗Wallworth, sein Abberufungs⸗Schreiben und der mit einer speziellen und temporairen Mission am hiesigen Hofe beauftragte Bayerische Gesandte, Herr von Fladt, sein Kreditiv uͤberreichte. Gestern Nachmittag reisten Ihre Majestaͤten nach Schloß Windsor ab. Die Köoͤnigin ist von ihrer Unpaͤßlichkeit wieder genesen.

Der neue Tuͤrkische Botschafter, Nuri⸗Efendi, und der neue Bayerische Gesandte am hiesigen Hofe, Herr von Fladt, sind hier angekommen. Der Vorgaͤnger des Letzteren, Graf von Jenison⸗ Wallworth, reist heute von hier ab; er hat den Auftrag, dem Koͤnige von Griechenland in Athen am 1. Juni im Namen des Koͤnigs von Bayern zur Erreichung seiner Großjaͤhrigkeit und zur Üebernahme der Regierung Gluͤck zu wuͤnschen und sich dann als Gesandter nach Paris zu begeben.

In der heutigen Stzung des Unterhauses fragte Lord John Russell, wann der Bericht der Irlaͤndischen Kirchen⸗ Kommission fertig seyn werde? Er habe zwar, fuͤgte er hinzu, seine Motion in Bezug auf die Irlaͤndische Kirche zum 23sten d. angekuͤndigt, allein er wolle jenen Bericht abwarten. Sir H. nr, antwortete, die Kommissarien hätten gesagt, Ende Maͤrz oder Anfangs April wuͤrden sie ihre Arbeiten been⸗ digt haben. Lord John Russell bemerkte noch, er werde bei seiner Motion auf den Namen⸗Aufruf der Mitglieder und dann darauf antragen, daß das Haus sich in einen Ausschuß uͤber den Zustand der Irlaͤndischen Kirche verwandle. Herr Black— burn erwiederte auf eine an ihn gerichtete Frage, daß der Be⸗ richt der Kommission uͤber die Corporationen im Druck sey und er ihn die naͤchste Woche vorlegen zu koͤnnen hoffe. Der Kanz— ler der Schatzkammer antwortete Herrn Hume, er werde das Finanz Budget moͤglichst bald vorlegen. Doch koͤnnten die Veranschlagungen nicht eher vollkommen entworfen werden, als bis das Finanz-⸗Jahr, welches bis zum 5. April dauert, zu Ende sey. Als sodann beantragt wurde, daß das Haus sich in den Subsidien⸗Ausschuß verwandeln solle, trat Herr Shiel mit der Motion auf, es solle vorerst eine Abschrift der Ernennung eines Botschafters am Hofe von St. Petersburg vorgelegt werden.

Der Courier lobt die Rede, welche Sir R. Peel in der Sitzung des Unterhauses vom 19ten d. gegen die Aufhebung der Malz⸗Steuer gehalten, als klar und zufriedenstellend, in⸗ dem derselbe eben das behauptet habe, was schon fruͤher Lord Althorp bei einer ahnlichen Gelegenheit gesagt, naͤmlich, daß man eine Steuer von solcher Bedeutung nur gegen eine nicht wuͤn⸗ schenswerthe Vermoͤgens⸗Steuer aufgeben koͤnnte. Dieses Blatt hebt ferner hervor, daß die Minister sich bei dieser Debatte ge⸗ rade von einigen Oppositions-⸗Mitgliedern, und besonders von Mitgliedern des vorigen Ministeriums, von denen der Standard sich nicht gescheut habe, zu behaupten, sie wuͤrden bei dieser Ge⸗ legenheit gegen ihre Ueberzeugung fuͤr die Aufhebung der Malz⸗ Steuer stimmen, nur um das Ministerium zu vernich— ten, namentlich von den Herren Spring Rice und P. Thomson, so wie von Lord John Russell, der kraͤftig—⸗ sten Unterstuͤtzung zu erfreuen gehabt hätten, waͤhrend freilich die meisten radikalen Mitglieder, wie die Herren Hume, O'Connell, Roebuck und Andere sich diesmal von den eigentli—⸗ chen Whigs trennten und gegen die Minister stimmten. „Sir E. Knatchbull“, fährt das genannte Blatt fort, „Herr A. Ba— ring, Lord Lowther, Lord Stormont und Oberst Perceval, die nicht nur fruͤher die verschiedenen Motionen des Sir W. In⸗ gilby wegen Aufhebung der Malz Steuer unterstuͤtzt, sondern

sich auch zum Theil bei den letzten Wahlen, nur um sich die

Waͤhler geneigt zu machen, zur Unterstuͤtzung der Motion des Marquis von Chandos ausdruͤcklich verpflichtet hatten, alle diese Herren stimmten nun, da sie den Sturz des Ministeriums vor sich sahen, wenn mit ihrer Huͤlfe der Antrag genehmigt wuͤrde, mit der Majoritaͤt und gaben Ueberzeugung und Versprechungen auf, um sich auf ihren Posten zu erhalten. Sir E. Knatchbull und Hr. Baring gaben sich sogar die Muͤhe, ihr Benehmen zu entschuldigen, in— dem sie behaupteten, es sey, als die fruͤheren Anträge auf Ab— schaffung der Malzsteuer gemacht worden, ein Ueberschuß der Einnahme vorhanden gewesen, der dem Ertrage der Steuer gleich gekommen, waͤhrend jetzt der Ueberschuß nur 250,000 Pfd. betrage.“

Die ministeriellen Blaͤtter geben als Grund der von Herrn Hume in der gestrigen . des Unterhauses gemachten An⸗ zeige, daß er auf seinem Antrage in Betreff der Subsidien⸗Ve— willigung nicht weiter bestehen wolle, die Furcht an, daß dieser Antrag verworfen werden mochte. Der Courier dagegen sagt, die Zuruͤcknahme der Motion sey in einer gestern stattgehabten Versammlung der Oppositions⸗Mitglieder aller Nuͤancen beschlos⸗ sen worden, und Herr Hume habe es fuͤr zweckmaͤßig erachtet, sich diesem Beschlusse zu fuͤgen. Man sey von der Ansicht aus— gegangen, daß es den Interessen der Reform nicht gemaͤß seyn würde, eine Abstimmung uͤber irgend eine die Existenz des Mi— nisteriums in sich schließende Frage hervorzurufen, bevor nicht das Schicksal der zum 23sten angesetzten Motlon des Lord John Russell entschieden sey, welche bekanntlich dahin gehen soll, „daß der Ueberschuß der Einnahmen der herrschenden Kirche von Ir— land nicht ausschließlich zu Zwecken verwendet werde, welche mit den Grundsaͤtzen der Anglikanischen Kirche in Verbindung stehen.“ Dies sey, wie schon oft genug ausgesprochen worden, die große allwichtige Frage, von deren Beantwortung es abhaͤnge, ob das System der Neformer oder das der Orangisten und Hoch⸗ kirchenmaͤnner die Oberhand behalten solle. Was die eben er— waͤhnte Versammlung der Opposition betrifft, so heißt es, daß die groͤßte Einigkeit in derselben geherrscht habe, und daß nicht nur Herr Hume, sondern auch die Mitglieder des vorigen Mi—⸗ nister ums uͤnd die Haͤupter der Irlaͤndischen Partei sich fuͤr die Beschluͤsse der Versammlung erklaͤrt haͤtten. Sollten die Mini— ster, auch wenn die Irlaͤndische Kirchenfrage gegen sie entschieden wuͤrde, dennoch ihre Aemter behalten wollen, so will dann, wie es heißt, die Opposition einen direkten Schritt thun, um das Mißtrauen des Unterhauses gegen dieselben kund zu thun.

Im heutigen Boͤrsenbericht der Times heißt es: „In den Fonds zeigte sich heute eine guͤnstige Reaction; nicht so sehr

wegen der Zuruͤcknahme des war, da sein unerfreuliches . ließ, als wegen der klugen Gewandtheit, die man in dem

nehmen der Minister wahrzunehmen glaubte, deren Coalm] mit den gemäßigten Whigs man auf die Laͤnge nicht fuͤr un wahl scheinlich hielt, was auf den Staats-Kredit die guͤnstigste Wen

kung äußern wuͤrde.“

In einer Versaknmlung der Waͤhler von Marylebone g vorgestrigen Tage wurde folgender Beschluß gefaßt: „Das mité hat die von e. H. L. Bulwer an die Secretaire Comité's gerichtete Antwort auf das an ihn erlassene Schreib (vergl. das vorgestrige Blatt der St. Ztg.) mit Bedauern g lesen. Das Comité ist der Meinung, daß es in der gegenwů

tigen Krisis von der höͤchsten Wichtigkeit ist, daß die Wahn n

uͤber das Betragen ihrer Repraͤsentanten wachen und dieselbn im Fall sie sich vergessen, an ihre Pflicht erinnern. Die Hern Murphy, Douglas, Fisher, Aldis und Marler sind ernannt, Namen des Comité s die Antwort an Herrn Bulwer abzüs sen.“ Das von den genannten Herren an H. L. Bulwer

lassene Schreiben lautet folgendermaßen: „Mein Herr! Duf beiliegenden Beschluß sind wir beauftragt, das mit Ihrem M men unterzeichnete und in die Morning Chronicle um z Times vom 19ten d. M. eingeruͤckte Schreiben zu beantwnm, ein Schreiben, das in einem großen Irrthum und in einem ansn kratischen Geiste abgefaßt ist, der eines Repraͤsentanten un freien und unabhangigen Waͤhlerschaft ganz unwuͤrdig ist. M muͤssen noch erwähnen, daß alle Versammlungen der Resonn

von St. Pancras (einem der Kirchspiele von Marylebone) i

Haͤusern gehalten werden, die den Zeitungs⸗Berichterstattern gaͤnglich sind, da die Thuͤren wahrend der Verhandlungen i verschlossen sind. Hieraus ergiebt sich die Oeffentlichkeit ihn Verhandlungen. Es mußte uns sehr uͤberraschen, daß der m den Secretasren Ihnen uͤbersandte und in einer so klaren Sprut abgefaßte Beschluß Ihnen nicht sollte verstaͤndlich gewesen sa

umeschen Antrages, die fehr wen chicksal sich mit Handen gren

fer verfuͤhren, wenn sie die praktische Thaͤtigkeit und die Ener⸗ des jetztigen Ministeriums dem Geschwäß und der eitlen Ge⸗ ͤstigkeit der Whigs entgegenstellten. Die Kommission, sagt 2s Blatt, sey nichts als eine Erneuerung einer schon durch vokigen Kriegs, Minister Hrn. Ellice angeordneten Untersu, und Begutachtung, deren Zweck nur verfehlt wurde, weil „zie Generale, welche jetzt die Verwaltung des Herres in unden haben, und also die neue Verordnung billigten, naͤmlich DHill, der Herzog von Wellington, Sir George Murray und

ir Henry Hardinge, damals durch ihre Opposition die Whig⸗

sniller gezwungen haͤtten, sich gegen ihre Neigung fuͤr die szeholtung der verhaßten Zuͤchtigungen zu verwenden. Die Veranschlagungen fuͤr die Landmacht sind jetzt auf die n des Unterhauses niedergelegt worden. Die fuͤr den ek⸗ Dienst bis zum 1. März 1836 verlangte Summe beldͤuft b aif 3„239, 077 Pfd., 644060 weniger, als im vorigen Jahre. h scheint uͤbrigens aus diesen Veranschlagungen hervorzugehen, die Armee in jeder Hinsicht so bleiben soll, wie bisher. In GBeranschlagung fuͤr den nicht effektiven Dienst ergiebt sich ih ein Minus von gb, 000 Pfd., im Ganzen also eine Erspar⸗

von 160,000 Pfd. im Vergleich zu dem Armee⸗Budget des

brigen Jahres. Fuͤr den nicht effektiven Dienst werden 2, 587, 736 fh, aiso Job, 00 weniger, als fuͤr den effektiven gefordert.

Lord Exmouth, der Sohn des verstorbenen See-Helden, ist it seinem Bruder, Herrn Pellew, aus Indien zuruͤckgekehrt. Der General Soublette, welcher von Venezuela abgesandt hurde, um mit Spanien wegen der Anerkennung seiner fruͤhe⸗ in Klonieen zu unterhandeln und einen Freundschafts / und handelz-Vertrag mit diesem Lande abzuschließen, ist nach Ports— duch abgegangen, wo er sich auf einem Britischen Kriegsschiffe ach Spanien einschiffen wird. .

Die Nachrichten aus Lissabon reichen bis zum Zten d. M. ziele Aufregung hatte es verursacht, daß Marschall Saldanha, ner der Führer der Opposition, sich dem Ministerium ange⸗

Zeitung meldet in einem

Sie werden bei nochmaliger Durchsicht desselben finden, daß n

uns nicht „uͤber eine Geld-Bewilligung“, sondern nur darth beschwerten, „„daß das Unterhaus sich in einen Subsidien⸗A schuß verwandelte, ohne erst Maßregeln zur Abstellung von d schwerden getroffen zu haben.““ Wir haben kein Vertrauen dem jetzigen Tory⸗Ministerium. Wir glaubten, Sie wn diese Gesinnung mit uns theilen. Bei einem sol Mangel an Vertrauen ist es natuͤrlich, den Ministh

die Mittel zu verweigern, wodurch sie in den Stand gesetzt nt den, ihre den bei den letzten allgemeinen Wahlen so laut auf

sprochenen Gesinnungen und Wuͤnschen des Volkes feindlit Maßregeln auszufuͤhren. Die Verwandlung des Hauses ine nen Subsidien⸗ Ausschuß ohne Opposition war gleichsam Zugestaͤndniß, daß man das Geld den Haͤnden der Toriet vertrauen wolle. Hier hatte die Pruͤfung der Grundsaͤtze, der große Kampf zwischen den Freunden und Feinden des kes stattfinden sollen. so hätten die Tories sogleich ihres Amis entsetzt werden mist im entgegengesetzten Falle wuͤrden die Augen der Waͤhlerscha die 5 schon erkannt haben. Das Einzelne wart rer Einsicht und Beurtheilung uͤberlassen geblieben, indem sich haͤtten erinnern muͤssen, daß stehende Armeen in Friedn zeiten ungesetzlich sind, und daß die Fesseln der Verderbniß brochen werden sollten. Wenn Sie der Meinung sind, daß Ihrer Wirksamkeit nachtheilig seyn wuͤrde, von Ihren Kon tuenten oͤffentlich Instructionen zu erhalten, so glauben wir, diese Ansicht daher entstanden ist, daß Sie nicht hinreichens it das Amt eines Repraͤsentanten nachgedacht haben, der in Ge nungen und Reden mit seiner Waͤhlerschaft uͤbereinstimmen s Thut er dies nicht, so muß er resigniren. Was Ihre Aeußen betrifft, „daß unser Charakter dadurch herabgesetzt werde muͤssen wir bekennen, daß dies eben so sehr uͤber unser Begn Vermoͤgen geht, wie unser fruͤherer Beschluß uͤber das J gegangen zu seyn scheint. Wenn wir die Kenntniß unsrer R darlegen und dieselben fordern, so kann dies „keine Herabsehh unseres Charakters“ seyn, eben so wenig werden wir dahr „daß wir auf das Benehmen unserer Repraͤsentanten hoͤchste merksam“, und bei Vernachlaͤssigung unseres Interesses le sind, sie zu tadeln, „unseren Charakter herabsetzen.“ Wotih standen unsere Haupt-Beschwerden gegen Sir William Hi Darin, daß er dies Interesse seiner Wäͤhlerschaft vernachla und gegen die Instructionen und Beschwerden seiner stituenten taub war. Bei der Bestimmung seines Nachfts wurde die groͤßte Vorsicht angewendet. Alle Klassen und! teien vereinigten sich, um einen bewährten Mann zu wia der die ganze Kraft seines Geistes zur Vernichtung gemeinfamen Feindes, namlich der Tory⸗Partei al ten wuͤrde. Der Zufall entschied fuͤr Sie; es war nur fall. Und obgleich Sie nicht mit Marylebone in Verbin standen und den Waͤhlern nur durch Ihr Benehmen wih zwei Parlaments⸗Sessionen bekannt waren, so arbeiteten doch Tag und Nacht dahin, Ihre Erwaͤhlung zu sichern. thaten dies, weil wir Sie fuͤr einen ehrlichen Mann und, Vertrauens würdig hielten. Wir haben bis jetzt noch Ursache, unsere Meinung zu aͤndern, auch enthielt der vorhh waͤhnte Beschluß nichts, was selbst der Befangenste als Mangel an Vertrauen haͤtte auslegen koͤnnen. Daß sic Alle als redlich bewährt haben, die es zu seyn schith werden Ihnen die Repraͤsentanten der Hauptstadt bem Der stolze und unredliche Repraͤsentant kann das, er Vorschriften seiner Waͤhler nennt, nicht erttt aber der redliche Repraäͤsentant wird sich um In stru tit seiner Waͤhlerschaft bemuͤhen. Wir bedauern mit Ihnen Korrespondenz; denn da wir es fuͤr unsere Pflicht halten, das Benehmen unserer Repraͤsentanten zu wachen, so w wir loben, wo es Pflicht ist, zu loben, und tadeln, wo wit anlassung dazu sehen, unbetuimert um die angemaßte Wl keit, welche den Parlaments-Mitgliedern durch Bestechum theilt werden mochte. Sollten unsere Repraͤsentanten, inden un sere Ansichten aussprechen, verspottet werden, so mog antworten: „„Ich repraäͤsentire eine Waͤhlerschaft von Al Seelen, die den Interessen ihres Landes aufrichtig ergeben wenn ich aufhoͤre, zu sprechen, zu denken und zu wuͤnschen sie, so werde ich, als ein Mann von Ehre, das mir uͤhertta Amt nieder legen.““ Eine solche Sprache wuͤrde den Rep tanten bald Achtung bei dem Volke und auch Wichtigkeit in Unterhause verschaffen. Wir sind u. s. w.“

Die Hof⸗Zeitung vom 10ten d. enthalt eine Verotd des Koͤnigs, durch welche eine aus sechs Individuen, won drei Generale, bestehende Kommission ernannt wird, um die jetzt bei der Land⸗-Armee uͤblichen Strafen und daruͤbe

berichten, ob es zweckmaͤßig sey, die koͤrperlichen Zuͤchtigunge S

zuschaffen, auch Veränderungen und Modificationen in den gen Strafen in Vorschlag zu bringen. Der Mor! Herald fuͤhrt die Einsetzung dieser Kommission als einen weis an, wie ungerecht die Tory⸗Blaͤtter gegen die vorigen

Waͤre der Ausgang sieg reich gewesn

hlosen und zum Botschafter in Paris ernannt worden war. uch einer seiner Freunde, der Oberst Pizarro, der noch irlich heftig von den Ministern verfolgt wurde, und gen sie in Opposition stand, scheint durch ein Amt gewonnen seyn und das Ministerium auf diese Weise an parlamentari⸗ her Kraft gewonnen zu haben; doch konnte der Herzog von halmella die Einwilligung der Deputirten⸗Kammer in die oben pähnte Ernennung des Marquis von Saldanha nach einer lan⸗ mund heftigen Debatte nur mit 55 gegen 37 Stimmen erlan— n. (Vergl. den Artikel Portu gal.)

In Quebek herrscht noch immer große Unruhe. Es war ine Jroße Ver sammlung der constitutionnellen Association gehal⸗ n worden, die eine Bittschrift an den König beliebte, in wel⸗ her der unsichere Zustand der Kolonie ausfuͤhrlich auseinander⸗ ssetͤzt werden soll.

Aus Canton sind Nachrichten vom 5. November v. J. ser eingegangen; man erfaͤhrt daraus, daß die Hong-Kaufleute n Britischen Kaufleuten ein merkwuͤrdiges Aktenstuͤck zugefer⸗ gt haben. Es wird in demselben die Wahl eines temporairen öder Aufsehers fuͤr die Britischen Angelegenheiten zwar fuͤr noͤ⸗ gg erklärt, zugleich aber festgesetzt, daß derselbe ein Kaufmann, hie fruher, nicht aber ein Regierungs⸗Beamter seyn muͤsse.

Die letzten hier eingetroffenen Nachrichten aus NewYork, hom 183ten v. M., lauten wieder sehr guͤnstig fuͤr die Aufrecht⸗ HMltung der freundschaftlichen Verhaͤltnisse n en Frankreich

ind den Vereinigten Staaten. (S. den Artikel Nord⸗Am erika.) Un der hiesigen Boöͤrse hat man ausgerechnet, daß das Schiff, beches die Nachricht nach den Vereinigten Staaten bringt, daß tem Gesandten in Paris, Herrn Livingston, seine Paͤsse ange⸗ bten worden, und welches den Franzoͤsischen Gesandten in Wa⸗ hington, Herrn Serrurter, zuruͤckholen soll, eben im Begriff ge⸗ hesen seyn muͤsse, in New-⸗York einzulaufen, als die obigen Nach⸗ ichtnn von dort abgingen.

Niederlande.

Aus dem Haag, 13. Maͤrz. Die zweite Klasse des Koͤ—

gl. Niederlaͤndischen Instituts für Kuͤnste und Wissenschaften liel heute in Amsterdam ihre seierliche oͤffentliche Versammlung, hei welcher Gelegenheit der Vorsitzer bemerkte, daß das Institut eit seiner letzten offentlichen Versammlung den Verlust einer ganz ungewöhnlich großen Anzahl von Mitgliedern zu betrauern habe. Es befinden sich darunter die fuͤr ß Literatur nd Wissenschaft ganz besonders thaͤtig und wirksam gewesenen herren Willem Bilderdyk, Jakobus Koning und Jonas Daniel Meyer. Unter den neu aufgenommenen Mitgliedern werden die Herren Collot d'Escury und J. van Lennep bemerkt. Die Thäͤngkeit des Instituts, von welcher der Secretair eine Ueber— icht . in jeder Beziehung ausgebreitet und nuͤtzlich dewesen. ß

Der bekannte Libry⸗Bagnano soll damit umgehen, in Rot—⸗ eram ein Handelsblad zu begruͤnden, das mit dem Amster⸗ amschen konkurriren soll. Bei dem geringen Kredite jedoch, den eser Publizist jetzt auch in Holland genießt, duͤrfte seine Un⸗ ernehmung leicht fehlschlagen.

Den letzten Nachrichten aus Java zufolge, laßt es sich die zortige Verwaltung sehr angelegen seyn, die Stadt Batavia so viel als moͤglich zu verschoͤnern. So ist unterm 18. Oktober b. J. eine Verordnung ergangen, wonach jeder Hausbesitzer ein Trottoir, so wie vor seinem Hause eine Einfriedigung von Holz der Mauerwerk anlegen soll. Es ist ferner das Nähere uͤber ie Anlegung von Waaren⸗Magazinen bestimmt worden u. dgl. m.

Dänemark.

„Kopenhagen, 9. Maͤrz. Aus einer Bekanntmachung Sr. ktellenß des Ober⸗-Kammerhern von Hauch, als Praͤsidenten det Gesellschaft fuͤr Foͤrderung der Daͤnischen Literatur, ersieht man, daß dieselbe seit ihrer Entstehung durch die wachsende hellnhme einfluß- und kenntnißreicher Manner einen erfreuli— then Fortgang gehabt hat. Mit Ruͤcksicht hierauf ist daher auch ne Veraͤnderung der Gesetze fuͤr noͤthig erachtet worden, im Wesentlichen darin bestehend, daß die Angelegenheiten des Ver⸗ ins fortan durch diefen selbst, statt durch Repraͤsentanten ver— waltet werden, zu welchem Zwecke auch in Zukunft an die Stelle iner General⸗Versammlung 3 bis 4 treten sollen. Die erste eneral⸗Versammlung, nach Maßgabe der neuen Organisation, and am verwichenen Dienstag statt, bei welcher Gelegenheit die Gesetze diskutirt und paffende Reden gehalten wurden.

De utsch land.

. Dresden, 14. Marz. Der Minister der auswaͤr⸗ gen Angelegenheiten, General⸗Major von Minckwitz, ist, von . Mas. dem Koͤnig beauftragt, am 10ten d. M. nach Wien er i So eben ist das Ite, 5te und 6te Stuͤck des Ge⸗ ö und Verordnungs⸗Blattes ausgegeben worden, und enthalt ersteres das revidirte Militair⸗Strafgesetzbuch vom 14. Februar

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d. J. und das letztere eine Verordnung, die Vorbereitung eines neuen Grundsteuer⸗Systems betreffend, vom 7. Maͤrz d. J.

Braunschweig, 16. Marz. Die Deutsche National⸗ rivat⸗ Schreiben aus Grainburg an der Donau vom 27. Febr.. „Vor kurzem ereignete sich in dem benachbarten Ungarn ein sonderbarer Fall. Bei einer kuͤrjlich gehaltenen Baͤrenjagd wurde mit vieler Muͤhe eine alte böͤse Bärin erlegt, und kaum, daß es geschehen, stuͤrzte ein zwoͤlf⸗ jaͤhriges ganz verwildertes Madchen aus dem Dickicht, und warf sich mit graͤßlichem Gebruͤll uͤber den todten Baͤren her. Nach vielen Versuchen mit geworfenen Seilen und Schlingen, gelingt es endlich, diese kleine Bestie auch zu fangen, und nach kurzen Nachforschungen wurde es bald gewiß, daß es einer Bauerfrau gehoͤre, die vor 12 Jahren ihr Kind verloren, ohne je seitdem eine Spur davon gefunden zu haben. Eine Gräfin Erdoͤdi hat dieses Anfangs nur Wurzeln, Honig und rohes Fleisch fressende Geschoͤpf zu sich genommen, und man ist sehr begierig darauf, wenn Besinnung und Kultur sich bei ihr einfindet, ob dann auch Gedaächtniß und Begriffe ihres vorigen Lebens erwachen, und man daruͤber einigen Aufschluß erhaͤlt.“

Oesterreich.

Wien, 11. März. Der Oesterreichische Beobachter enthalt folgenden amtlichen Artikel: „Auf die zu Berlin einge⸗ troffene Nachricht von dem Ableben Sr. Majestaͤt des Kaisers Franz J. haben Se. Majestaͤt der Koͤnig, Hoͤchstwelcher, so wie der gesammte Hof, durch dieses hoͤchst betruͤbende Ereigniß in die tiefste Trauer versetzt wurden, Ihrem zweitgebornen Sohne, dem Prinzen Wilhelm Koͤnigl. Hoheit, sogleich den Auftrag zu ertheilen geruht, die Beileidsbezeigungen Seines Koͤniglichen Vaters, so wie die Gluͤckwuͤnsche zur Thronbesteigung Sr. jetzt regierenden Majestaͤt des Kaisers und Koͤnigs Ferdinand J., nach Wien zu uͤberbringen. Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz Wilhelm sind gestern nach 10 Uhr Abends hier angekommen und in der K. K. Hofburg abgestiegen. Se. Majestaͤt der Koͤnig von Preu⸗ ßen haben, gegen das bestehende Reglement, eine vierwoͤchentliche Hof⸗Trauer angeordnet und zugleich befohlen, daß das gesammte Preußische Heer die Trauer trage. Die Hof Theater bleiben auf Befehl des Koͤnigs drei Tage lang verschlossen, und in Potsdam wird ein feierlicher Trauer⸗-Gottesdienst gehalten wer⸗ den, zu dem sich das zu Berlin in Garnison liegende Regiment „Kaiser Franz“ begeben wird, welches der hoͤchsten Willens— Meinung Sr. Majestaͤt des Koͤnigs zufolge, den Namen seines Erlauchten Inhabers fuͤr immerwaͤhrende Zeiten tragen soll.“

Portugal.

Der Englische Globe enthaͤlt folgende Nachrichten aus Lissabon vom 2. Marz: „In der Deputirten⸗ Kammer fand eine lange Debatte statt uͤber die Ernennung des Generals Sal⸗ danha zum Gesandten in Paris. Die Deputirten beschaͤftigten sich ferner mit mehreren wichtigen Maßregeln, namentlich mit der Abschaffung der Todesstrafe, ausgenommen in wenigen Faͤl⸗ len, mit der Verheirathung der Geistlichen, mit der Erleichte⸗ rung der Naturalisirung von Auslaͤndern und mit der Entschaͤ—⸗ digung derjenigen Patrioten, die unter Dom Miguel's Regie⸗ rung Verluste erlitten haben. Die Bittschrift wegen Aufloͤsung der Cortes wurde am 27. und 28. Febr. diskutirt. Saldanha, welcher sie mit unterzeichnete, wollte, obgleich er sich jetzt den Ministern angeschlossen hat, sich das Ansehen von Bestaͤndigkeit geben, und unterstuͤtzte den Antrag. Dagegen bekannte Herr J. B. de Soza, auch einer von den 31 Unterzeichnern, ganz offen, er habe sich uͤberzeugt, daß er im Irrthum gewesen sey, und er suchte dies dadurch wieder gut zu machen, daß er gegen die Auf⸗ loͤsung stimmte. Der Vorschlag wurde verworfen. Bei Gele— genheit der Debatte uͤber Saldanha's Ernennung kam es auch ur Sprache, daß einige Personen sich am 2ästen in einem Wein⸗ hann versammelt und Dom Miguel ein Lebehoch gebracht häͤt— ten. Es ergab sich indeß, daß diese Personen vollig betrunken gewesen waren und durchaus nichts gegen die bestehende Ordnung der Dinge im Sinne hatten. Das ganze Land ist ruhig, und da das Ministerium vollkommen das oͤffentliche Vertrauen besitzt, . seine Maßregeln saͤmmtlich mit Leichtigkeit ausge⸗

gt..

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

New⸗York, 18. Febr. Herr J. Q. Adams, der be— kanntlich früher die verzoͤgerte Bericht-Erstattung uͤber den auf Frankreich bezuͤglichen Punkt in der Botschaft des Praͤsidenten zu beschleunigen suchte, hat eine sehr friedliche Rede im Reprä⸗ fentanten-Hau se gehalten, in welcher er äußerte, er uͤber— nehme die Verantwortlichkeit dafuͤr, daß weder der Senat, noch das Repraͤsentanten⸗Haus eine Maßregel treffen wuͤrden, die zum Kriege mit Frankreich fuͤhren koͤnnte. Er sage dies, fuͤgte er hinzu, um das Publikum uͤber diesen Gegenstand zu be— ruhigen.

Der Daily Advertiser theilt eine Depesche des Herrn Livingston vom 22. Nov. v. J. mit, deren Inhalt bereits den Franzoͤsischen Blaͤttern zu vielfachen Bemerkungen Veranlassung gegeben hat. Sie lautet, wie folgt:

„Ich erwarte eine Entscheidung in unseren Angelegenheiten nicht dor der Mitte des Januar. Ein Grund des Verzuges ist die Erwartung, daß die Botschaft des Praͤsidenten vor der Diskussion uber den Traktat ankommen und etwas enthalten werde, woraus auf eine entschiedene Ansicht des Volkes in dieser Angelegenheit ge⸗ schlossen werden könnte. Es ist dies nicht bloße Vermuthung, ich weiß, daß es sich so verhaͤlt, und ich wiederhole nun nach einer ge⸗ nauen Kenntniß aller Umstaͤnde, was ich mehr als einmal in mei— nen früheren Bepeschen als meine feste Ueberzeugung ausgesprochen habe, daß der gemäßigte Ton unserer Regierung bei der ersten Kund⸗ werdung der Verwerfung des Traktats von Einigen der Indifferenz oder der ueberzeugung des Praͤsidenten, daß er bei Beantragung ft , Maßregeln nicht durch das Volk unterstuͤtzt werden wuͤrde, von Änderen dem Bewußtseyn zugeschrieben wurde, daß uns die Convention mehr bewilligt habe, als wir zu fordern berechtigt ge⸗ wesen seyen.“

Inland.

Berlin, 18. Maͤrz. Nachrichten aus We sel zufolge, ist das Monument, das dem Andenken der im J. 1809 auf Napoleon's Be⸗ fehl daselbst erschossenen 11 Preußischen Offiziere errichtet werden soll, nunmehr an Ort und Stelle eingetroffen und bereits in der Aufstellung begriffen; die Enthuͤllung und Einweihung desselben

soll am 31. Maͤrz, als am Jahrestage des Einzugs der Ver—

buͤndeten in Paris im Jahre 1814, stattfinden.

Ueber das Armenwesen in der Stadt Halle meldet man von dort Folgendes: „In den Sommer-Monaten des vorigen Jahres haben hier etwa 700, in den Winter⸗Monaten 731 Per— sonen regelmaͤßige Unterstuͤtzungen zum Gesammt-Betrage von 10,501 Rthlr. erhalten. An außerordentlichen Unterstuͤtungen wurden in baarem Gelde I60 Rthlr., fuͤr Bekleidungs⸗Gegen⸗ staͤnde 403 Rthlr., an durchreisende Handwerker 22 Rthlr., an

Pflege⸗Gelder fuͤr verwaiste Kinber 2055 Rthlr. gewährt. Au⸗ ßerdem wurden fuͤr das Aufgreifen von Bettlern 37 Rthlr. Praͤ⸗ mien gezahlt, und an die dasige ambulatorische Klinik äg0 Rthlr. Medizin ⸗Gelder und 109 Rihlr. fuͤr den Arzt verab folgt. Die Gesammt⸗/ Ausgabe der Armen⸗Kasse betrug nach Abzug einiger nicht dahin gehörigen Pensionen und des Zuschusses fuͤr das Zwangs-Arbeitshaus 15,398 Rthlr., wozu aus der Kaͤn merei 13,075 Rthlr. hergegeben werden mußten.“

Im verwichenen Jahre wurden auf der linken Rhein⸗ seite des Regierungs⸗ Bezirks Koblenz 53 Wolfe getoͤdtet, naͤmlich: 1 alte Wölfin, 3 alte Woͤlfe, 3 junge Wolfe und 46 Nestwölfe. Die meisten davon kommen auf die Kreise Adenau und Cochem. Saͤmmtliche Praͤmien fuͤr die Vertilgung dieser Raubthiere betrugen 242 Thaler.

Die nachstehenden drei Bekanntmachungen werden auf An⸗ suchen der Kaiserl. Russischen Gesandtschaft am hiesigen Hofe hiermit zur allgemeinen Kenntniß gebracht:

Bekanntmachung.

Die in Podolien errichtete Gouvernements Liquidations⸗Kom⸗ mission macht, nachdem sie nachträglich neuere Nachrichten uͤber das dem Lieutenant der ehemaligen Polnischen Armee Theodor Mayatrzewski und Edelmann Arcadie Hike zugehorige gegenwaͤr⸗ tig definitiv konfiszirte Vermoͤgen erhalten . auf Grundlage der am 28. Juni 1832 Allerhoͤchst bestaͤtigten Vorschrift, Folgen⸗ des hiermit oͤffentlich bekannt: .

1) Daß alle Kreditoren des gedachten Theodor Mayarzewski und AÄreadie Hike, ohne den Termin zu ihrer Befriedigung ab⸗ zuwarten, sofort ihre Forderungen mit Beibringung aller zu denselben gehörigen Akten, Dokumente, Beweise und Pfand Verschreibüngen einzureichen haben, und zwar diejenigen, welche in Rußland und dem Königreich Polen wohnen, innerhalb h Monaten, diejenigen aber, welche sich im Auslande befinden, späaͤtestens binnen 12 Monaten, gerechnet von dem Tage des Er⸗ scheinens der ersten gedruckten Publication in einer der oͤffentli⸗ chen Zeitungen beider Russischen Hauptstaͤdte, in einer der War⸗ schauer Zeitungen oder dem Lithauischen Courier. Wobei noch bemerkt wird, daß nur diejenigen unbestrittenen und nicht durch Pfandrecht gesicherten Schuld ⸗Dokumente in die allgemeine Schul⸗ denmasse, als zur Befriedigung geeignet, aufgenommen werden koͤnnen, welche bis zum Anfange des Aufruhrs in Rußland aus⸗ gefertigt worden sind; diejenigen aber, welche im Koͤnigreich Po— len oder im Auslande ausgefertigt wurden, werden gaͤnzlich ab—

gewiesen werden.

2) Haben sowohl Privat-Personen als Kirchen, Kloͤster, Lehr- und Wohlthaͤtigkeits-Anstalten, so wie die Kollegia allge⸗ meiner Fuͤrsorge ihre Anforderungen an gedachte konfiszirte Guͤter innerhalb 6 Monaten anzumelden.

3) Die Schuldner des Theodor Mayarzewski und Arcadie Hike, deren Zahlungs⸗Verbindlichkeit bereits eingetreten ist, ha⸗ ben sofort die schuldige Zahlung zu leisten, die Uebrigen aber binnen dem festgesetzten Termin von 6 Monaten ihre Schuld— Verpflichtung dieser Kommission anzuzeigen.

4) Alle diejenigen, welche von vorgedachten Personen be⸗ wegliches Vermoͤgen, Kapitalien oder was immer fuͤr Dokumente, oder sonst denselben zugehorige Kredit⸗Billets und Obligationen in Handen haben, sollen solche saͤmmtlich in dem Zeitraum von 6 Monaten ebenfalls dieser Kommission einreichen, und derselben zugleich von allen auf diesen Guͤtern zu Gunsten der fruͤheren Eigenthuͤmer haftenden Gerechtsamen Anzeige machen.

5) Die Gouvernements⸗Confiscations⸗Kommissionen, die Ka⸗ meral⸗Hoͤfe, und uͤbrigen Behoͤrden und 9Obrigkeiten haben im gleichen Zeitraum von 6 Monaten dieser Kommission zu berich⸗ ten: von allen ihnen bekannt gewordenen Schulden genannter Personen, von den von ihnen erwirkten Zahlungen und noch zu erhaltenden Geldern, so wie von deren Forderungen an verschie⸗ dene Privat⸗Personen und Behoͤrden, deren beweglichem und un⸗ beweglichem Vermoͤgen, ihnen zugehoͤrigen Kredit-Billets und Obligationen, und von ihren etwanigen Nutzungsrechten auf Kron oder Privat ⸗Guͤtern.

6) Diejenigen, welche den obgedachten Verpflichtungen nicht nachkommen, setzen sich allen den Folgen und der Verantwor⸗ tung aus, welche durch die allgemeinen Gesetze des Reichs fuͤr die zum Publications⸗Termin unterlassene Anmeldung der Schuld⸗ Forderungen an zahlungsunfaͤhige, nicht zum Handelsstande ge— hoͤrige Personen so wie gleichmaͤßig für Verheimlichung zu⸗ stehender Geldzahlungen, Vermoͤgen, Kapitalien und Dokumente. festgesetzt sind. Den 13. Oktober 1834.

Bekanntmachung.

1834 den 31. Dezember. Die Grodnosche Gouverne⸗ ments / Liquidations⸗Kommission hat vervollstaͤndigende Nachrichten uͤber mehrere Personen erhalten, die amn dem letzten Aufruhr in Polen Theil genommen haben, und deren bewegliches und un— bewegliches Vermoͤgen definitiv zu konfisziren verordnet worden ist, und macht in Folge dessen allen Kreditoren und Schuldnern derselben so wie den Gerichts⸗Behoͤrden und andern Obrigkeiten hiermit oͤffentlich bekannt:

Daß, Kraft der am 28. Juni 1832 uͤber Liquidation der Schulden der Aufruͤhrer Allerxhoͤchst bestaͤtigten Vorschriften, obgenannte Personen und Behoͤrden hierdurch aufgefordert werden, wenn sie sich in Rußland oder dem Koͤnigreich Polen be⸗ finden, innerhalb 6 Monaten, wenn aber im Auslande spaͤtestens binnen 12 Monaten, gerechnet von dem Tage des Erscheinens der ersten gedruckten Publication in einer oͤffentlichen Zeitung, sich in dieser Kommission mit Beibringung ihrer Forderungen, die Schuldner aber mit Abtragung ihrer Schuldverpflichtung unausbleiblich zu melden. Gleichzeitig werden auch die Ge⸗ richts Behörden hiermit angegangen, von allen vor ihnen schwe⸗ benden, gedachte Personen betreffenden Prozessen, diese Kom⸗ mission ebenfalls zum festgesetzten Termin in Kenntniß zu setzen.

Namen s⸗Register derjenigen Personen, welche der Gegenstand dieser Publication sind.

Von unbekannter Abkunft. Kolyszko Tadeusz. Miat— kowski, Oekonom. Sosinowicg, Joseph. Szums ki, Stanis⸗ e , Szyszko, Anton. Eysymont, Stanislaus.; ein

ußler.

Bau ern. Apperowicz, Karl. Apperowiez, Ludwig. Andruszkiewicbz, Anton. Andrzejewski, Roman. Bacule⸗ wicz, Andreas. Baykowski, Lucas. Belka, Jury. Bro— zowskt, Andreas; Bürger. Wysokinski, Gregor. Wasilewski, Johann oder Szarkut. Hryhuc, Andreas. n Karl. Danilecki, Paul. Dziieszko, Stephan. Dubacgewski, Joseph. Zarczynski, Emilian. Zydko, Casimir. Zazule⸗ wicz, Johann. Zawadztig Paul. Kot, Paul. Kuzmicz, Augustin. Kuncewicz, Vincent. Lucaszewicz, Joseph. Lukianowicz, Alexander. Lachowicz, Joseph. Tastowski, Stephan. Markiewicz, Dominic; Buͤrger. Matuszewicgh, Paul. Meleszynski, Adam. Myslennik, Marcus. Mu—