1835 / 79 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Wenn die eigenen Freunde des Ministeriums ihm seine Aufgabe, die zu allen Zeilen, aber besonders jetzt eine sehr schwierige sst, noch mehr erschweren und es auf diese Weise in Veriegenheiß. setzen wol⸗ len, so kann es unmdglich die Regierung des Landes führen, und eine Aufloͤsung des jetzigen Kabinets wurde ich fuüͤr den schlimmsten Schlag halten, der das Ackerbau⸗Interesse treffen könnte. (Gelaͤch⸗ ter von der Opposition.. Auch glaube ich, daß die Aussichten auf E leichterung, welche der Ackerbau treibenden Klasse als eine Folge von der Abschaffung dieser Steuer vor Augen gehalten werden, sehr uͤhertrieben sind.“ Unter den uͤbrigen Rednern, welche gegen den Antrag des Marquis von Chandos sprachen, bemerkte man (wie gestern er— waͤhnt) auch den Kriegs⸗Zahlmeister, Sir E. Knatchbull, wel—

cher die Steuer beibehalten wissen wollte, die er im vorigen

Jahre so hestig angefochten hatte, was er, wie der vorige Red ner, damit zu entschuldigen suchte, daß damals ein ansehnlicher Ueberschuß in der oͤffentlichen Einnahme stattgefunden, was jetzt nicht der Fall sey, weshalb er, unbeschadet seiner Konsequenz, nicht fuͤr eine Maßregel stimmen konne, welche den oͤffentlichen Kredit in hohem Grade gefährden wuͤrde. Dies nahm Herr Sopring-Riee wahr, obgleich auch er, wie fruͤher als Mini— stee, gegen die Maßregel stimmte, um auf das schaͤrfste gegen Sir E. Knatchbull und die andern jetzt zu Aemtern gelangten Land⸗Edelleute loszuziehen, die, wie er sagte, auf eine so auffal⸗

lende Weise allen ihren fruͤheren Erklärungen und Handlungen

Hohn gesprochen haͤtten. Er zeigte, daß die Gesinnungen der Waͤhler auf dem Lande durch die vorgebliche Aufhebung der Malzsteuer foͤrmlich hintergangen worden, und daß man die Whigs als Feinde der Pächter bezeichnet habe. Das ganze Geschrei wegen der Malz-Steuer hielt er für das Werk der großen Grund-Eigenthuüͤmer, konnte aber dennoch keine Entschuldigung fuͤr das Benehmen derer finden, die als Staats⸗ männer so ganz ihre Verpflichtungen als Abgeordnete vergaͤßen. Nach ihm sprach Herr A. Baring, der Präsident der Handels— Kammer, der sich ebenfalls zu rechtfertigen suchte, aber nichts weiter anfuͤhrte, als daß die Regierung einer solchen Summe nicht entbehren toͤnne. Auch Herr Hume hielt einen Vortrag, wor— in er zeigte, daß sich der Ausfall leichter decken ließe, als der Kanzler der Schatz Kammer vorgebe, wenn man nur die Aus— gaben fuͤr Heer und Marine (143 Mill. Pfund) und die Civil⸗ Liste, fo wie diplomatische Unkosten, Sinekuren und Pensionen (1, 960, 000 Pfund) ernstlich angreifen wolle. Eine Eigenthums⸗ Steuer däuchte ihm gar nicht so gefaͤhrlich, als eine gewisse Par⸗ sei behaupte. So gebe es ein Gesetz, wonach 10 pCt. voa je—⸗ dem Legat zu Gunsten von Personen, die mit dem Testator nicht blutverwandt waren, an den Staat ge⸗ zahlt werden muͤßten; dagegen sey von dem Vermögen des Her— zogs von Sutherland, welches 240,000 Pfd. jährlich betragen, bei seinem neulichen Ableben kein Heller in die Staatskasse ge— flossen. Einige Verwunderung schien es im Hause zu erregen, daß auch Herr Grote, der als Radikaler bekannt ist, und den Sir J. Graham spoͤttisch nebst den Herren Hume und Harvey als Mitglied des von der Opposition erstrebten neuen Kabinets bezeichnete, sich gegen den Antrag des Marquis von Chandos und mit den von Sir R. Peel dagegen vorgebrachten Argumen⸗ ten vollkommen einverstanden erklärte. (Daß der Antrag mit 350 gegen 192 Stimmen verworfen wurde, ist schon gestern ge⸗ meldet worden. Aus der von den Zeitungen mitgetheilten Stimmliste ergiebt sich, daß bei dieser Frage unter Anderen Sir F. Burdett, Sir J. Campbell, Lord Ebrington, Sir J. Graham, Herr C. Grant, Sir G. Grey, Sir J. Hobhouse, Lord Howick, Sir R. Inglis, Herr Litileton, Dr. Lushington, Herr For Maule, Lord Morpeth, Lord John Russell, Lord Stanley, Lord Stor— mont, Herr Warburton, Oberst Perceval, Herr P. Thompson und drei von den Mitgliedern fuͤr die City, nämlich die Herren Crawford, Pattison und Grote, mit den Ministern stimmten. Gegen die Minister, also fuͤr die Abschaffung der Malzsteuer, stimmten die meisten Irländischen Mitglieder und Radikalen, worunter auch die beiden Bulwer und Gberst Evans, und der vierte Repräsentant der City, Herr Wood.)

London, 13. März. Der Herzog von Sussex wird am 22sten d. im Kensington-Palast mehreren seiner Freunde vom höheren und niederen Adel ein großes Diner geben. Die Ge— sellschaft soll aus 27 Personen bestehen, worunter die Lords Grey, Brougham, Melbourne, Dinorben, Spencer, Holland, Durham und John Russell.

Der Graf Pg di Borgo und Lord Cowley hatten gestern im auswärtigen Amte Unterredungen mit dem Herzoge von Wellington.

Der neu ernannte Geschäftstraͤger am Hofe von St. Pe⸗ tersburg, Herr R. Magennis, ist ein Neffe des Grafen v. En⸗ niskillen und der Graͤfin De Grey. Der Globe sagt, Herr Magennis sey schon der Gesandtschaft des Lord Heytesbury am Russischen Hofe attachirt gewesen.

Die Morning Post sagt: „Wir haben Grund, zu glau— ben, daß Lord Douglas, der einzige Sohn des Herzogs von

amilton, im Begriff steht, sich mit einer Tochter des Lord

hrewsbury zu vermahlen, derselben, die von Sr. Majestaͤt dem Könige von Bayern den Fuͤrsten⸗ Titel erhielt. Die Lady ist eine Katholikin. Das Paar befindet sich jetzt in Rom.“

Nach dem neuen Kirchen⸗Reform⸗Plan soll, wie verlautet, das Einkommen des Erzbischofs von Canterbury auf 10,000, das des Erzbischofs von Jork auf 80h09, und das aller anderen Bi—⸗ schoͤfe durch die Bank auf 6600 Pfd. jährlich festgesetzt werden. Auch soll den Kommissarien ein Projekt zur unverzuͤglichen Ab— schaffung der Pluralitaͤten zur Prufung vorgelegt worden seyn.

Lord W. Bentinck ist am 14. Nov. sehr unwohl nach Kal⸗ kutta zuruͤckgekehrt.

Nach Berichten aus Madras vom 14. Dezember hatte sich Mahnd⸗Sing, der Radscha von Dschudpor, zur Unterwer⸗

fung erboten. Der Franzose Allard, Rundschit Sings Ober— Befehlshaber, war mit speziellen Auftragen seines Souverains am 13. November zu Allahabad angekommen, nebst einer Eskorte von 100 Mann, von denen keiner unter 6 Fuß hoch war und jeder einen langen Bart trug.

Ueber den Einfall der Kaffern in die Kap⸗Kolonie berich⸗ tet die Times, daß dteselben 20, 009 Mann stark seyen, Alles verwuͤsteten und die Heerden ins Innere des Landes trieben, von denen auf diese Weise nicht weniger als 30, 000 Stuͤck Rind— vieh, 18,0900 Schase und 1000 Pferde verloren gegangen seyen. Die Ortschaften Salem und Theopolis wurden von den Ein⸗ wohnern verlassen. Den letzten Nachrichten vom 15. Januar zufolge, befanden sich die Kaffern 18 Englische Meilen von Gra⸗ ham's Town; ihr Häuptling Macona bedrohte alle Handeloleute, worunter alle Weißen verstanden werden, mit dem Tode, schonte aber die Missionaire. Das Kriegs- Gesetz war in der Kolonie proklamirt worden. Der Contte⸗ Abmiral Sir Th. B. Capel

war am ö Sir Benjamin urban, mit Truppen, Waffen und Munition

9. Januar in Begleitung des Gouverneurs der Kolonie,

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nach der Algoa⸗Bay abgesegelt, und die ganze disponible Macht hatte Besehl, sich dort zu konzentriren.

Aus Halifax sind Zeitungen vom 22. Febr. eingegangen;

der Gouverneur hatte am 2isten die gesetzgebende Versammlung von Neu⸗Schottland bis zum 13. Mai prorogirt, nachdem er seine Zustimmung zu 46 Bills gegeben. Zeitungen aus St. John's in Neu⸗Braunschweig berichten, daß dort das Gehalt des Sprechers von 150 auf 100 Pfund und das der einzelnen Mitglieder der gesetzgebenden Versammlung von 50 auf 30 Pfd. jaͤhrlich reduzirt worden war. Zeitungen von Prinz Edwards-Insel bis zum 28. Jan. melden, daß die Provinzial⸗Legislatur am 26östen desselben Mo⸗ nats eröffnet und Herr G. Dalrymple zum Sprecher gewahlt worden war. Der Gouerneur sagte in seiner Rede an die Ver— sammlung: „Da Se. Maj. huldreichst die Bill zu genehmigen geruht haben, durch welche die Dauer der gesetzgebenden Ver— sammlung dieser Insel auf 4 Jahre beschraͤnkt wird, so veran⸗ laßte ich die Aufloͤsung des letzten Kolonial-Parlaments. Wenn ich einen Ruͤckblick auf das verflossene Jahr thue, finde tch al— len Grund, Ihnen zu der erfreulichen Vermehrung unserer in⸗ neren Huͤlfsquellen Gluͤck zu wuͤnschen.“

Nachrichten aus Tampico vom 19. Januar zusolge, soll Santana sich keinesweges der Kirchen⸗Pariei so geneigt zeigen, als man erwartet hatte. Diese Nachrichten bestaͤtigen ubrigens den Bruch zwischen Bustamente und Santana, obgleich der Grund nicht angegeben wird.

London, 13. Maͤrz. Die Regierung hat bei der Frage uͤber die Abschaffung der Malz -Steuer einen vollstaͤndi⸗ gen Sieg davongetragen, obgleich die meisten Vertreter der Grafschaften, welche ihren Kommittenten versprochen hatten, ge⸗ gen dieselbe zu stimmen, ihr Wort gehalten. Die Rertung kam ihnen, wie ich Ihnen in meinem letzten Briefe schon andeutete,

von denjenigen Whigs, welche, waͤhrend sie und ihre Partei sich

im Amte befanden, es ebenfalls fuͤr unmoglich erklart hatten, eine solche Summe aufzugeben, ohne eine Vermoͤgen- Steuer an deren Stelle zu setzen, welche am Ende am schwersten auf die Land-Eigenthümer fallen würde. Diejenigen von den Liberalen, welche, wie Hume, die O'Connell's und Andere, damals gegen dies Whig⸗-Ministerium gestimmt hatten, stimmten auch dieses Mal mit vielen Tories gegen das Tory-⸗Ministerium. Die Whigs haben also Sir Robert Peel den Dienst vergolten, den er ihnen im vorigen Jahre bei derselben Frage mit mehreren anderen Tories leistete, und koͤnnen nun eben so gut, wie diese, darauf sich berufen, daß sie ihre politischen Gegner vor dem An⸗ drang ihrer eigenen Freunde gerettet. Die Whigs waren klug genug, es nicht zur Partei- Frage zu machen, obgleich das Benehmen mehrerer Tories sie dazu haͤtte berechtigen konnen, welche sogar bei der letzten Wahl uͤber ihre liberalen Gegner dadurch gesiegt hatten, daß sie den Paͤchtern sagten, die Tories seyen großere Freunde des Landmannes als die Whigs, und daß auf jeden Fall sie selbst fuͤr die Abschaffung jener Steuer stimmen wuͤrden, wahrend sie doch jetzt fuͤr das Gegentheil stim⸗ men mußten, um nicht die Stabilitat des Peel schen Ministeriums zu gefaͤhrden. Hume indessen, die Capitolinische Gans, wie er seit einiger Zeit benannt wird, hat der Opposition alle ihre Freude verdorben, indem er den Tories Gelegenheit verschafft, der oͤf— fentlichen Aufmerksamkeit eine andere Richtung zu geben, und bei der Nation den Glauben zu erregen, daß das Ministerium durch seinen liberalen Gang bereits uͤber das Unterhaus gebieten koͤnne, oder wenigstens was auch offenbar der Fall ist, daß es der Opposition an Einigkert fehlt. Denn, nach— dem Hume auf die Anfrage des Sir Robert noch vorgestern Abend erklaͤrt hatte, daß ganz gewiß heute, wenn die Regierung die Marine⸗Subsidien verlangen wurde, der Vorschlag gemacht werden solle, daß die Bewilligung nur auf drei Monate gemacht werde, mußten er und seine Partei gestern Abend die Schande uͤber sich kommen lassen, die Ankuͤndigung zuruͤckzunehmen, an⸗ geblich, weil man meine, es waͤre besser, einen andern Vorschlag zu machen, welcher den Mangel an Zutrauen deutlicher machen wuͤrde. Als wenn es ein besseres Mittel gaͤbe, diesen zu erken— nen zu geben, als durch das Vorenthalten der Subsidien! Man glaubt deswegen auch nicht, daß irgend etwas Entscheidendes mehr von der Opposition geschehen werde bis zum 23sten d., wo Lord John Russell, das Haupt derselben, den Vorschlag des Herrn Ward vom vorigen Jahre, hinsichtlich der Verwendung des Einkommens der Irlaͤndischen Kirche, wo solches großer als nothwendig befunden, zu anderen Zwecken als fuͤr die Erhaltung dieser Kirche, erneuern wird. Da alle diejenigen, welche, wie Sir F. Burdett und Andere, uͤber die Sprecher-Wahl und die Adresse nicht stimmen wollten, uͤber diese Frage nicht neutral bleiben koͤnnen, so laͤßt sich wenig an dem Siege der Opposition zweifeln; doch werden darum die Minister nicht austreten, son— der sich damit begnuͤgen, daß das Overhaus seine Zustimmun

zu dem Beschlusse verweigere. Ihre Hoffnung beruht darauf, daß sie durch die guten Maßregeln, welche sie sich beeilen wer— den, in Hinsicht auf alle andere Gegenstande hinter einander dem Parlamente vorzulegen, die Masse der Waͤhler, besonders in England und Schottland, fuͤr sich gewinnen, und dann eine neue Wahl wagen koͤnnen, von der sie eine Mehrheit erwarten, die sie bei ihrer Ansicht wegen der Unverletzlichkeit jenes Kirchengu— tes unterstuͤtze. Es bleibt freilich dann immer die Frage, ob man sich darum mit den Irländischen Katholiken wird in einen Buͤr⸗ gerkrieg einlassen wollen, und die Mordthaten, welche bestaͤndig auf beiden Seiten in Irland veruͤbt worden, koͤnnen gewisser— maßen schon als Anfang eines solchen Krieges betrachtet werden. Die Minister scheinen indessen keine unmittelbaren Besorgnisse

der Art zu hegen, indem sie nicht nur keine Vermehrung der

Truppen, sondern auch eine Verminderung in den Kosten der Erhaltung derselben vorschlagen. Um jedoch die Truppen, wie auch das Publikum gewissermaßen schadlos zu halten, haben sie so eben eine Kommission ernannt, welche untersuchen soll, ob die koͤrperlichen Zuͤchtigungen beim Heere nicht abgeschafft werden koͤnnen, ohne die Mannszucht zu gefaͤhrden.

Niederlande.

Amsterdam, 11. Maͤrz. Der Handel in Staats⸗Pa⸗ pieren war wahrend dieser Woche nicht so lebhaft, wie es in den vorherigen der Fall gewesen ist; auch haben die Course im Allge⸗ meinen keine bedeutende Abwechselungen erfahren. Nach Ankunft der juͤngsten Englischen Post, welche etwas niedrigere Notirungen mitbrachte, stellie sich einige Flauhelt an r ge Böͤrse ein, ünd wurden sowohl Hollaͤndische als Russische und Sesterreichische Fonds stark ausgeboten; fur Integrale und Kanzbillets fanden sich indeß noch immer Kaͤufer, wodurch deren Preise sich am besten erhielten;

die Aetien der biesigen Handels⸗Gesellschaft haben sich wegen beson⸗

ders günstigen Ablaufs der kurzlich ,, bedeutenden Kaffee⸗ Auetionrn don js auf jozz pCt. gesteür. Von den Sesterreichi⸗ schen Fonds haben die proc. Metalliques und die neuen Loose auf die Nachricht, daß der Tod des Kaisers Nichts im Regierungs⸗ Systeme veraͤndere, den vorherigen Stand wieder eingenommen;

doch, wie schon bemerkt, theilten sie in den juͤngsten Dagen die g

genieine Flauhcit; dies war auch besonders der Fall mit Spanisch, Tortes⸗Obligationen, wovon nach Ankunft der letzten Post von En

don mehrere Jarticen zu Markte kamen, und niedriger abgelns

wurden, so daß dieselben von 18 auf 17 pCt. gingen; 3proc. Hu

petuelle blieben 77 pCt. Fuͤr die aufgeschobene Spanische Schi

sind im Laufe dieser Woche bedeutende Auftrage von Al ntwerpen i

gegangen, wodurch deren Preis von 166 allmaäͤlig bis 173 pCt. g) brächt wurde. Unter den Süd⸗Amerikanischen Fonds waren rh lianische wieder lebhafter begehrt und stiegen pCt.; die ti preishaltend ohne erheblichen Umsatz: die Geld⸗Course sind ohn Veraͤnderung geblieben. —=Am juͤngsten Getraidemarkt waren len schoͤne Sorten Weizen vorhanden, wodurch der Absatz an Verhran cher nicht lebhaft wurde; diese zahlten fuͤr 131 pfünd. bunten Poln schen 2063 Fl; fuͤr 128 pfuͤnd geringeren dito 178 Fl.; fuͤr 123 pfün rothen Koͤnigsberger, geringe Sorte, 148 Fl; fuͤr 130 pfüͤnd. M stocker 168 Fl; für eine Partie 121 pfuͤnd. Anklamer Weizen sin 150 Fl. angelegt. Mit Roggen blieb es im vorigen Preis⸗Verhäh niß; einige Zuführen von neuer Waare konnten aber die letzten Conn nicht erlangen. Man hat 120pfünd. schöͤnen Rigaer zu 168 Fi. in 129 pfünd. Rheinischen Roggen zu 146 Fl. verkauft. Hafer erh sich bei gutem Umfatz im Preise und galt beiPartieen 78 77. 78pfhm Futterhafer 78. so. 8I Fl.; 75. 83 pfünd. dicker 76. 86 Fl.; Sapfähn. feiner 95 Fl. .

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 10. Marz. Ihre Majestaͤt die Köonign, so wie ihre Koͤniglichen Hoheiten der Kronprinz und die Kröprin— zessin, wohnten vorgestern einer großen Schlittenpartie hen, nit welcher dieselben Mittags im Lustschlosse Haga eintrafen, m Abends ein Ball gegeben wurde. I

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben den Grafen Fr. Posse zm Landshoͤfding von Malmoͤhns-Laͤn ernannt. (

Deutsch land.

Hannover, 16. Maͤrz. In der Residenz⸗ Stadt Hann ver sind im Jahre 1834 958 Kinder (514 Knaben und Maäͤdchen) geboren, worunter 12 todtgeborne, 443 Kinder sin confirmirt, 194 Ehepaare copulirt und 780 Menschen sind g

storben, 8 weniger als im Jahre 1833.

Die jetzt zur Vorbereitung der schließlichen Entscheidung geh hene Frage, uͤber die Rathsamkeit der Anlage einer Eisenbahn nn Hannover nach Harburg, ward auch in einer kaufm ännischa Ver sammlung, in Beziehung des vielseitigen Interesses, das s diesem Gewerbstande darbietet, verhandelt. Auf die von da Ingenieur Herrn Vignoles bezeigte Bereitwilligkeit, sowohl Ergebniß der bisher zur Ausmittelung der zweckmaͤßigsten tung der Eisenbahn angestellten Untersuchungen, als auch ß von den Unternehmern zur Ausfuͤhrung des Projekts gefaßmn neueren Beschluͤsse, dem Handelsstande mitzutheilen, fand in zu hiesigen Boöͤrsenhause eine Versammlung der verschiedenen kat maͤnnischen Behoͤrden und mehrerer Speditions- und handeltz benden Mitglieder statt. Hr. Vignoles bemerkte dabei Umm Anderm: „Durch die Ueberlassung der jetzt sast werthlosen Haiden s⸗ Vorrichtung der Eisenbahn duͤrfte auch ein erheblicher Fortschritt weitern Kultur dieser Gegenden eingeleitet werden, da fuͤr seh Englische Meile, zu Wahrnehmung der Aufsicht und sonstigt Besorgungen, eine Aufseher⸗Wohnung, versehen mit kleinz Garten und Brunnen, erforderlich sey. Diese Bauten wuͤrd⸗ bald mehrere Ansiedelungen zur Folge haben, wodurch denn jetzt dem Reisenden in ermuͤdender Gede erscheinende Gegend i freundliches Ansehen gewinnen werde.“ Besonders anziehen fuͤr die Versammlung waren noch verschiedene Mittheilungen d Hrn. Vignoles, wie namentlich die Erklaͤrung, daß die Volle dung des Werkes in der kurzen Zeit von 15 bis 18 Mongtth zu Stande gebracht, und demnachst auch der Trangport i einer großen Schnelligkeit beschafft werden koͤnne. Die e schleunigung der Befoͤrderung werde durch die Fortschrit der Erfindungen und die Anwendung der Dampfwagen j einem noch vor wenigen Jahren nicht erwarteten Verhaͤltniss bewirkt. So habe er selbst zur Erforschung der hoͤchst moͤglich Schnelligkeit, die mittelst Dampfmaschinen zu erreichen sn mochte, Versuche angestellt, und, wenn auch als alleiniger Thi nehnier des anscheinend bedenklichen Experiments, ermittelt, d die Distanz von 60 Englischen Meilen in einer Stunde zutst gelegt werden koͤnne. Es wuͤrde demnach im gewoͤhnlichen 8 triebe die Reise von Hannover nach Harburg in 3 h Stunden beendigt seyn. Einer Auseinandersetzung a Vortheile, die eine solche beschleunigte Communication di Publikum gewaͤhre, mochte es nicht beduͤrfen; so ni ferner auch nicht verkannt werden konne, daß dul die Ausfuͤhrung des diesseitigen Planes die rivalisiren Belgischen Beschluͤsse, und die anderweitig zur Gewinnung l Transito eingeleiteten Entwuͤrfe unschaͤdlich gestellt wuͤrden. Die Versammlung fand durch diesen, allgemeine Aufmerksamkl gewinnenden Vortrag manche der bisher von dem Projekte hegte abweichende Ansicht berichtigt, und erkannte bie Greßn tigkeit des Unternehmens, mit dem auch die Aussicht, eine ditth Eisenbahn nach Bremen zu erreichen, dargeboten sey, mit du Wunsche an, daß die jetzt sich zeigende, vielleicht nicht wiederls rende Gelegenheit durch fremde Geldmittel ein so kostspielih⸗ und wichtiges Werk beschafft zu sehen, die wohl verdiente Pl fung und Beruͤcksichtigung der Landes⸗Behoͤrden finden moͤge

Hamburg, 17. Marz. Selten ist das Wetter (helle Nacht Wind und Fluth) der Dampf⸗Schifffahrt so guͤnstig gewesn als den gestern hier angekommenen Dampfboͤten; das London Dampfschiff machte die Reise von Stadt zu Stadt in 54, M Huller in 42 und eins von Goole in 44 Stunden; das Dam schiff von Havre („Hambourg“, Capitain Balladier) holte dn Huller auf der Elbe ein, kam ihm zuvor und legte, wie betet erwähnt, seine ganze Fahrt in 52 Stunden zuruͤck. Dasselbe gestern den 16ten um 3 Uhr angekommen und uͤberbringt Nit richten aus Paris vom 13ten Nachmittags; in 3 mal 246 Slln den ist noch nie zuvor eine Nachricht aus Paris hierher gelang

Muͤnch en, 14. Marz. Das Regierungs-Blatt⸗

hält eine Allerhoͤchste Verordnung, die Gruͤndung von Un

stuͤtzungen fuͤr Kinder von Mitgliedern des Militair-Max /) seph⸗Ordens betreffend. In Betracht des erfreulichen, dug zweckmäßige Verwaltung begruͤndeten Vermoͤgensstandes die Ordens sollen acht Kinder, deren Vaͤter zu einer der drei Ku sen des Ordens gehören oder zu ihren Lebzeiten gehört halo jedes eine Unterstuͤtzung von 360 Fl. jaͤhrlich aus der Orde Rente erhalten. Der Vermoͤgenstheil, auf dessen Zinsen di Beitrage gegruͤndet werden, wird mit den Rechten einer we thaͤtigen Stiftung versehen und jederzeit als unverletzlich erh ten werden. Die Unterstuͤtzung koͤnnen sowohl Sohne als Tit ter der Ordens-Mitglieder erhalten. Soͤhne erhalten sie zum 25sten Lebensjahre, wenn sie nicht fruͤher eine Versorgu oder Anstellung erlangen. Als volle Versorgung im Milita dienste gilt die Anstellung als Unter, Lieutenant. Mit derselb hoͤrt der ganze Genuß, und mit der Ernennung zum Jun oder einer anderen nicht mehr eintragenden Stelle der hal

Fett besetzte, übrigens normale

Genuß auf. Söhne, welche wegen physischer Gebrechen erwerbs— nnfaͤhig af r. dieselbe bis zu ihrer Verehelichung oder sonstigen Ver—⸗ sorgung⸗ außerdem aber lebenslaͤnglich.

Münchener Blätter melden: „Auf Allerhoöͤchsten Befehl

fudet heute Sonnabend den 14. Dl um 11 Uhr in der Kö⸗

nial. Hof⸗Kirche zum heiligen Kajetan hierselbst das feierliche Re—⸗ quiem fuͤr Se. Kaiserl. Koͤnigl. Apostolische Majestaͤt Kaiser Franz J. von Oesterreich statt. JJ. KK. Maßjestäten und IJ. FF. Hoheiten wohnen der Trauer Feierlichkeit im Oratorium bei. In der Kirche werden den Mitgliedern des diplomatischen Corps besondere Plaͤtze angewiesen; die hofbefaähigten Herren nehmen die dem Trauer, Geruͤst rechts stehenden, die hofbefaͤhig⸗ en Damen die demselben links stehenden Stuͤhle ein. Die Damen nehmen zu dem Trauer-Kleide einen uͤber das Gesicht sallenden schwarzen Schleier; die Herren erscheinen dabei nach Vorschrift der gegenwartigen Hoftrauer⸗Anordnung.“

Se. Koͤnigl. Hoheit der Kronprinz wird gegen Ende dieses Monats von Wien zurückerwartet.

Das „Buch der Freiheit oder Geist des 19ten Jahrhun⸗— derts“, das „Vade mecum fuͤr Katholiken, welchn ihre Augen um Sehen brauchen wollen“, und „Gesunder Menschenverstand sber die Kunst, Voͤlker zu begluͤcken“, wurden hier konfiszirt, und die „Congreve'schen papiernen Fidibus“ verboten.

Der Vorstand der Königl. Griechischen Werbe- und Oeko— nomie⸗Kommission, Major Auer, macht bekannt, daß die Wer⸗ bung fuͤr den Koͤnigl. Griechischen Militair-Dienst in Bayern vermige Allerhoͤchsten Befehls, d. d. Athen, 4. Febr. (23. Jan.) 1835, geschlossen sey.

Stuttgart, 14. Maͤrz. In dem hier erscheinenden Deu t—

schen Courier liest man: „Wie man von den verschiedensten Seiten versichert, wird Se. Durchlaucht der Fuͤrst von Hohen—

soheehringen binnen kurzem auf langere Zeit Stuttgart ver— lafsen, um einige Jahre auf seinen Guͤtern in Schlesien zuzu— bringen, so wie der Herr Fuͤrst das Hotel, das er in Stuttgart bewohnt, bereits gekuͤndigt haben soll. Da aber im Laufe dieses und des kommenden Jahres zwei Landtage abzuhalten sind, so wird die Stelle eines Praͤsidenten der Kammer der Standes⸗-Her—⸗ tin zu besetzen seyn. Auf diesen Landtagen werden vorzugsweise Ni Abloͤsungs-Gesetze (ein Zweig der Gesetzgebung, in wel—

dem Wuͤrttemberg hinter vielen andern Deutschen Staaten

und besonders gegen das Nachbarland Baden weit zuruͤck it) berathen und hoffentlich auch verabschiedet werden, und es ist somit von großer Wichtigkeit, daß die erledigt wer— dende Stelle eines Praͤsidenten der Pairs-Kammer im Interesse

des Landes und nicht in dem ausschließlichen einer Corporation

hesetzt werde. Wir glauben sagen zu durfen, daß die Wuͤnsche des Publikums nicht weiter gehen, als einen Mann im Sinne der Regierung auf den Praͤsidenten-Stuhl der ersten Kam⸗ mer erhoben zu sehen, d. h. einen Mann, welcher bei den ein— gebrachten oder einzubringenden Gesetz Entwuͤrfen nicht nur das momentane Intereffe seiner Standes-Genossen, sondern auch die Beruͤrfnisse der Zeit und die wahrscheinliche oder doch moͤgliche Zukunft ins Auge faßt. Es waͤre genug, wenn nur ein Mann hieju bestimmt wuͤrde, der wie der Herzog von Wellington und die vernuͤnftigern Englischen Tories sagte: „Gerade im Konser— vativSystem und fuͤr den Zweck der Erhaltung sind Konzessio⸗ nen bis auf einen gewissen Grad noͤthig.“ Es brauchte kein Whig zu seyn, es koͤnnte ein Tory seyn aber nur ein ver—

nünftiger, kein High Tory.“

Oesterre ich.

Wien, 10. Maͤrz. Folgendes ist das Protokoll uͤber die Eroͤffnung der Leiche Sr. Majestät des hoͤchstseligen Kaisers Franz J., welche am 3. Marz 1835 in Gegenwart der K. K. eibaͤrzte Freiherrn von Stifft und Edler von Raimann und der uͤbrigen unterzeichneten Aerzte vorgenommen worden ist:

„Der am Ruͤcken mit den gewohnlichen Todtenflecken versehene Koͤrper war wohl gebaut und gut genaͤhrt, an keinem Theile zeigte sich irgend eine Spur einer waͤsserigen Ansammlung, Unter den allgemeinen Bedeckungen der Brust und des Unterleibs fand man Felt angesammelt, welches in der Bauchgegend uͤber einen Zoll dick war. Die gesaͤttigt rothen Muskeln waren hinlaͤnglich stark ent⸗ wickelt und die Zwischenräume derselben mit einem fettreichen Zell⸗ gewebe erfuͤllt. Der knoͤcherne Brustkorb war 1 Schuh breit und? Poll lang, die Rippen waren mehr flach als gebogen, ihre Knorpeln waren faͤst durchgehends verkuoͤchert. Die Lüngen waren mit einer Ftttschichte bedeckt. Die blaͤulich grau gefaͤrbte Lunge war nach vorne mit einer duͤnnen Lymphschichte überzogen, und so wie ihre Lappen unter einander, durch ausgeschwitzte Lymphe stellenweise an das Rippenfell angeheftet, nach ruͤckwaͤrts aber in ihrer ganzen Länge so fest mit diesem verwachsen, daß man die Trennung, beson⸗ derß an der Spitze der Lungen, nicht ohne i n der Lungen selbst bewerkstelligen konnte. Der obere Lappe dieser Lunge war in seiner Substanz voll von ergossener, geronnener Lymphe, dadurch fur die Luft unwegsam und hart anzufuͤhlen, die untern Lappen mit ei⸗ ner theils serdfen, theils blutigen Fluͤssigkeit angefuͤllt. Die linke mißfürbige Lunge war in ihrem ganzen Umfange durch ausge⸗ schwitzte Lymphe und zum Theil schon gebildete falsche Membranen an die Rippenwand angeheftet, an ihrer Oberflache mit einer dicken Lage geronnener Lymphe bedeckt, und diese stellenweise mit vielen Blutpunkten versehen. Von den unter einander verwachsenen Lap⸗ pen war der untere, von Blut und Lymphe angefuͤllt, fest, der obere von ausgetretener geronnener Lhmphe ganz durchdrungen, art und fuͤr die Respiration unwegsam. In der linken Brusthöble and man bei drei Unzen blutigen Serums. Der nach Außen mit Herzbeutel enthielt zwei Quentchen

blutigen Serums, das gleichfalls mit Fett desetz te, muskuldse Herz

war weich, die innere Haut der linken Herzkammer war dunkelrotyh

. ünd stellenwelse von strotzenden Blutgefäßen durchdrungen entzündet), es war darin beilaͤufig eine Unze geronnenen, schwar⸗ zen, mit einer Lymphschichte überzogenen Blutes enthalten; die techte Herzkammer und Vorkammer waren ebenfalls in ihrer inne⸗ rin Fläche dunkelroth gefaͤrbt und mit von Blut strotzenden Kapil⸗ lürgefäßen versehen (entzündet), sie enthielten einen bei zwei Un⸗ je schweren, schwarzen, an seiner Oberflache mit einer dicken äynphschichte uͤberzogenen Blutpfropf, dessen Arme in die nahe liegenden großen Gefäße reichten, deren Hohlen roͤßtentheils da⸗ durch ausgefüllt waren. Die innere Flaͤche der Aorta und Lun= genschlagader war in der Raͤhe des Herzens duhkelroth, in ihrem weitern Verlaufe zinnoberroth gefaͤrbt Centzuͤnde t). Die Aorta enthielt überdies an mehreren Stellen beginnende und wirkliche Verknoͤcherungen. Das Netz war nach Oben verschoben, und so wie das Gekröse fetireich. Alle Unterleibs Eingeweide waren nor⸗ mal. Die mit Fett umgebene hre gn. Aorta enthielt viel Blut⸗ Gerinsel, war an ihrer innern Oberflaͤche stark gerbthet (entzündet) und mit Knochenplatten und knöchernen Erhabenheiten besäet. Die

Schadelhaube, so wie die harte Hirnhaut waren fest mit dem Schaͤ⸗

deldache verwachsen, die Gefaͤße der weichen Hirnhaut mit Blut uͤberfuͤllt. Das Gehirn selbst war . geformt, groß, blutreich, an seiner Oberstaͤche mit ungewöhnlich zahlreichen Windungen, und mit einer reichlichen Menge grauer Sunstanz versehen. Alle in den Seitenkammern und in der oͤritten Gehirnhöhle liegenden Gehirn⸗ thelle waren durchgehends höͤchst regelmäßig und gusgczeich net schön eformt, und augnehmend stark entwickelt. Das kleine Gehirn ent⸗ prach dem großen in jeder Beziehung. Aus diesem Befunde er⸗

sind, behalten die Unterstuͤtzung lebenslänglich. Tochter

k

3231 giebt sich, daß Se. Majestaͤt an einer Entzündung der Lungen, des Herzens und der großen Blutgefaͤtze gelitten haben, welche so heftig und ausgedehnt war, daß der Erfahrung zufolge eine Heilung der⸗ selben nicht erreicht werden konnte. (unterz.) Frhr. v. Stifft. Edler v. Raim ann ic.“

Wien, 13. März. Se. Majestaͤt der Kaiser haben dem Hofrath und Protokollfuͤhrer der Staats- Konferenz, von Ger— vay, in Anerkennung der ausgezeichneten Dienste, welche derselbe Allerhoͤchstderen Person und dem Staate geleistet, das Ritter⸗ Kreuz des Stephans-Ordens verliehen.

Ftalien.

Turin, 9. Marz. Die Nachricht von dem Tode Seiner

Masestät des Kaisers Franz ist hier am vorigen Sonnabend ein—

gegangen. Der Koͤnigl. Hof hat auf vier Wochen Trauer an⸗ gelegt, und gestern ist, wegen dieses Anlasses, die gewohnliche Tour bei Ihren Majestaͤten ausgesetzt gewesen.

Rom, 5. Maͤrz. Der Karneval ist ohne Storung, aber sehr lebhaft und geraͤuschvoll voruͤber gegangen, und der Papst hat seine Zufriedenheit mit dem Betragen der Roͤmer der Stadt— Obrigkeit in schmeichelhaften Ausdruͤcken zu erkennen gegeben. Die erschienene Fasten⸗Verordnung ist sehr nachsichtig, da die Regierung, bei der Theurung des Oels, dem Volke alle Erleich— . durch Substituirung andrer Lebensmittel zu verschaffen ucht.

Der durch seine großen Sprachkenntnisse bekannte Mon— signore Metzofanti, Bibliothekar des Vatikans, ist bei der Con— gregazioue dell' nudice angestellt worden.

So wie im Monat Januar die Deutschen Bildhauer Dan necker in Stuttgart und Schaller in Wien zu Ehren⸗Mitgliedern der Akademie von St. Lucca ernannt wurden, so ist gegenwaͤr— tig dieselbe Auszeichnung dem Herrn Karl Vernet, Vater von Horace⸗Vernet, zu Theil geworden.

Das Testament des verstorbenen Kardinals Albani ist schon seit einiger Zeit das Gespraͤch des Publikums; es haben sich Gegner gefunden, die es angreifen wollten, und unsre Rechts— gelehrten hofften schon auf einen einträglichen Prozeß. Indessen soll man hoͤhern Orts beschlossen haben, alle Mittel anzuwenden, um einen guͤtlichen Vergleich zu Stande zu bringen.

Durch eine Bekanntmachung werden in Zukunft alle Wirths—⸗ haͤuser hinsichtlich der Reinlichkeit der Zimmer und Betten un— ter die Aufsicht der Polizei gestellt.

China.

Die Allgemeine Zeitung theilt in einem Schreiben aus London nachstehenden Bericht uͤber die Englisch-Chinesischen Streitigkeiten mit: „Je vollstaͤndiger nach und nach die Do— kumente uͤber die Streitigkeiten von Lord Napier mit dem Vice⸗ Koͤnig von Canton ankommen, um sPo mehr erstaunt man uͤber den Grad von sinnloser Insolenz, mit der der Englische Com— missair sich in dieser Sache betragen hat. Die Chinesen haben dabei alle Vortheile auf ihrer Seite behalten; ihre diplomatischen Noten sind mit eben so vieler Logik abgefaßt, als die von Lord Napier mit Mangelan Vernunft und Billigkeit. Wahrend die Engli⸗ schen Fregatten die Forts an der Bocca Tigris beschossen, beschuͤtzten die Chinesen das Eigenthum der Kaufleute in Canton, und haben kei⸗ nen Versuch gemacht, diese auf irgend eine Art fuͤr den Friedensbruch oder den veruͤbten Schaden verantwortlich zu machen; sie haben sich daher civilisirter bewiesen, als die meisten Europaͤischen Staa⸗ ten in ahnlichen Faͤllen. Man vergleiche damit das Betragen der Franzosen gegen die Englischen Individuen, die sich beim Friedensbruch in Frankreich befanden, oder mit dem gegen die neutralen Schiffe, oder mit dem Bombardement von Kopenhagen durch Nelson. Die Sache hat geendigt, wie sie sollte. Lord Napier ab nach und starb aus Aerger, und sein Tod hat ohne allen weifel große Ungluͤcksfaͤlle verhindert, obgleich sehr zweifelhaft ist, daß er hatte seine Fregatten bis an die Mauern von Canton bringen koͤnnen, wie er gedroht hatte. Denn obgleich die Chine— sische Artillerie sehr mittelmäßig ist, so waren doch ihre Verthei⸗ digungs⸗Mittel nicht verächtlich; sie hatten Junken versenkt, und Pfaͤhle in den Fluß gerammt, um ihn fuͤr tiefgehende Schiffe unfahrbar zu machen. Die allgemeine Stimme in Canton und hier ist so sehr gegen dieses gewaltthaͤtige Verfahren, daß an eine Fortsetzung der Feindseligteiten nicht zu denken ist, da diese nur zu einem gaͤnzlichen Verlust des Chinesischen Handels fuͤh— ren koͤnnte, der von so großer Wichtigkeit fuͤr England und Indien ist. Die Compagnie triumphirt natuͤrlich uͤber den schlechten Erfolg des freien Handels, obgleich sie im Grunde die Veranlassung dazu ist, indem die falschen Ideen, die man sich in London von der Macht und Politik von China macht, und welche zu den gewaltthaͤtigen Instructionen fuͤhrten, die Lord Palmerston dem neuen Superintendenten mitgab, von den ewigen Declamationen der Mitglieder der ehemaligen Fak— torei der Compagnie in Canton herkamen. Da die Stellen, welche die Compagnie in der Faktorei zu vergeben hatte, die besten waren, welche zu ihrer Disposition standen, und besonders da das Avancement dabei bloß nach der Anciennetaͤt ging, so ernannten immer die Praäͤsidenten des Direktoriums und die

einflußreichsten seiner Mitglieder ihre Soͤhne, Neffen und

Freunde zu diesen Stellen, junge Leute, welche in der gewissen Erwartung einer großen Carrtere aufgewachsen waren, und sich in China als Kaufleute behandelt sahen, womit sich ihre ari— stokratischen Ideen und das Gefuͤhl ihres Reichthumes und Einflusses schlecht vertrugen. Daher die beständigen Versuche von ihrer Seite, eine groͤßere Handels-Freiheit von China mit Gewalt zu erzwingen, und die Declamationen uͤber die Schwache und Feigheit des Gouvernements. Die Compagnie selbst hat sich diesen kriegerischen Plaͤnen ihrer Faktorei immer widersetzt, und gewußt, die Ruhe zu erhalten oder wieder herzustellen. wenn sie durch die Arroganz ihrer Beamten gestoͤrt worden war. Allein in der Hand von Lord Palmerston, der weder die Erfah— rung noch die Mäßigung der Compagnie besaß, haben diese oft und mit Bitterkeit wiederholten Theorieen ihre Fruͤchte getragen. Die Sache liegt zwar fuͤr den Augenblick nieder, aber die Eifer⸗ sucht der Chinesen und ihre Anhaͤnglichkeit an die alten Formen, welche ihnen diesmal den Sieg verschafft haben, muͤssen natuͤr⸗ lich dadurch noch zunehmen, und sie haben allzuleichte Mittel an der Hand, sich durch Erhöhung der Zoͤlle auf Indische Baum— wolle und großere Strenge gegen die Contrebande von Opium zu raͤchen.“

Literarische Nachrichten.

Italien wie es wirtlich ist. Bericht uͤber eine merk wuͤrdige Reise in den Hesperischen Gefilden, als War⸗ nungsstimme fuͤr Alle, welche sich dahin sehnen⸗ von Gustav Nicolai, Königl. Preuß. Divisions Auditent. Zweite Auflage, mit dem Bildnisse des Verfassers« Leipzig, 66 in der Wigandschen Verlags⸗Expedition. 2 Bde. in 8.

Was in der Nr 219 der Staats⸗ Zeitung vom vorigen Jahre, gleich bei dem ersten Erscheinen dieser Schrift, prophezeiet worden, daß sie großes Aufsehen erregen und zu einer lebhaften Polemik An⸗ laß geben wurde, ist in vollem Maße in Erfüllung gegangen. Das Buch hat die bittersten Kritiken im In- wie im Kuslande erfah—= ren; man hat den Verfaffer der Parteilichkeit bezüchtigt, ihm einen Mangel an Kunstsinn vorgeworfen, ihn als unempfaͤnglich für Na— tur-Schönheiten verschrieen. Bei dem Allem muß das Buch wohl seine Leser gefunden haben, da es jetzt in einer zweiten wesentlich veränderten und verbesserten Auflage erscheint, welcher der Verfasser als eine nicht unintereffante Zugabe, alle fuͤr und wider ihn erschie= nenen Recensionen angehängt, und die er mit Nandglossen begleitet hat, Inspofern es Herrn G. Nicolai bei der Beschreibung feiner Reise hauptsaͤchlich darum zu thun war, Irrthüͤmer und Vorur—= theile zu bekaͤmpfen, verdient sein Streben volle Anerkennung, und auch wir sind weit entfernt, ihm dieselbe vorzuenthalten, wenn gleich wir nebenbei eine kleine Ruͤge nicht unterdrücken können. Es will uns naͤmlich scheinen, daß der Verfasser zuweilen das Un⸗ schoͤne gefiissentlich suche, anstatt darüber hinwegzublicken, und diefe Äbsicht mag seinem Buche gerade die meisten Geg⸗ ner zugezogen haben. Wir reerden hierbei unwillkürlich an fol⸗ gende Anekdote erinnert. Als man einst der Frau von Boufflers erzaͤhlte, daß die Bruͤder h,, XVI. sich ein Vergnuͤgen daraus machten, die Fehler Friedrich's II. aufzuzaͤhlen, erwiederte sie; „Man sollte diesen Herren begreiflich machen, daß Friedrich nicht des wegen, sondern dessenungeachtet ein großer Mann ist.“ Eben so iönnte man vielleicht von Italien behaupten, daß es trotz seiner entschiedenen Maͤngel noch immer ein schoͤnes Land sey, ware es auch bloß deshalb, weil es, als klassischer Boden, so herrliche Erinnerun⸗ gen weckt. Wir nehmen unbedingt Alles als wahr an, was der Verfasser uns von den durren Feldern Italiens, von der schlechten Kost, dem Eigennutze und der Üünreinlichkeit setner Bewohner sagt; wenn er aber hinzufuͤgt, daß diese Unannehmlichkeiten ihn für das Schöne und Merkwürdige, das er, seinem eigenen Gestaͤndnisse hach, dort gesehen, nicht habe entschaͤdigen konnen, so ist dies eine rein subjektive Ansicht, und mancher Ändere koͤnnte dagegen der Mei—⸗ nung seyn, daß seinem Gefuͤhle nach das Schbne reichlichen Ersatze fuͤr die geruͤgten Maͤngel gewaͤhre. Doch Referent will uͤber die⸗ sen Punkt mit dem Verfasser nicht rechten, um so weniger, als das gepriesene Italien fuͤr ihn noch ein unbekanntes Land ist, und er mithin außer Stande ist, Vergleiche anzustellen. Des Verfassers Haupt⸗-Absicht war, gegen den dᷣlinden vergdtternden Enthusias mus, der allerdings in Bezug auf Italien eine hohe Stufe erreicht hat, zu Felde zu ziehen. Äbgbtterei aber ist überall und in jeder Hin⸗ sicht verdammungswuͤrdig, und so sind wir denn dem Verfasser fur fein Buch, dem es schon deshalb, weil es mit Geist und einer an⸗ ziehenden Lebendigkeit geschrieben ist, nie an Lesern fehlen wird, um so mehr unseren Dank schuldig, als sich leider nicht in Abrede stel= len laßt, daß gerade der Deutsche vielleicht mehr als irgend Einer in weiter Ferne das Schone zu suchen pflegt, was ihm oft unendlich schoͤner in der heimatlichen Flur erbluͤht. d.

Meteorologische Beobachtung.

18335. Morgens Nachmitt. Abends Nach einmaliger 18. Maͤrz.. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

n, . 335, war. zb, 6 Par. 337, * har uellarme 7, 0 0 R.

Luftwaäͤrme 4 1,2 R. 4 2,900 R. 4 1,590 R.

Thaupuntt L 0,0 gt , Ge e, = Gs og. sFiufwarme 3, 0 R.

Dunstsaͤttg. 940 pCt. S0 pCt. S2 vCt. Bodenwaͤrme 3, 0 9 R. Ausdünst, O, o 35 Rh.

neblig. trübe. truͤb e. SO. NDO. Wolkenzug . RNiederschlag O. Tagesmittel: 335,92... 1,909 R. .. 0, o R. .. s6 pCt.

55. 8

Berliner Börse. Den 19. März 1834. Amtl. Fonds- und Geld. Cours Zettel. (Hreru ss. Cou.) n n,, ;

aan ane mum m m R :/ St. Schuld · Sch. 1002 Pr. Engl. Obl. 30. 98 Prm. Sch. d. Seeh. 635 Kurm: Obl. m. l. C. 1003 Neum. ut. Sch. do. 1064 Berl. Stadt- Obl. 100; 1002 Königsb. do. 99 ö Elbing. do. c 99ö Danz. do. in Ih. 38 . Westpr. Pfandbr. 1013 Friedrichsd or.. 13. 133 Grossh. Pos. do. 1023 Disconto K Ereiese. C

Brief. Gl. Kur 11a

2 Mt. 1411

Kur 1825 211i. 182!

3 At. 6 207 2 li. SI IM 2 Mt. 101.

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2

Ostpr. Pfandbhr. bomm. do. 106 Kur- u. Neum. do. 106 Schlesische do. Rkst. C. u. Z. Sch. d. K. u. N. .

106 78

Gold al marco Neue Duk. 18

2165 215

6

1017

1027

Wechsel- Cours.

250 EFI. 250 EI. 300 Mb.

Amsterdum dito

Hamburs

dito London Paris Wien in 20 Xr. Augshurg Bre; lau Leipzig.. . . 100 ThlI. Frankfurt a. M. W TZ. . . .... 150 FI. Petersburg 100 Rhl. Warscliau

Auswärtige Börsen.

Amster dam, 1. Märæ. Niederl. wirkl. Schuld 86. 33 do. 101. Ausg. Sehuld 11. Kanz- Bill. 25. M3 Amort. 9893. 333 80. Kuss. 99. Oesterr. 99J. Preuss. Prüm. - Scheine 115. do A8 Anl. Span. S3 383. 33 28. ; g Antwerpen, 13. März. Span. S3 1488. 38 223. Linsl. 16g. Coctes 48. do. Coup. 283. Darmst. 27]. Belg. 1003. Hamburg, 17. Märx. Eungl. Runs. 1055 Hope in Cert. 99. 1283. Holn. 111. Dän. Zl. Port. 89. . Wien, 14. März. E 95nen. Bank- Actien 13383.

Preuss. Präm. - Scheine

53 Met. 1013. Neue Anl. 392.

n Königliche Schauspiele. Freitag, 20. Maͤrz. Im Opernhause: Das Schloß Candra, heroisch romantische Oper in 3 Abth., mit Ballet. Musik von J. Wolfram.