W
— — — — , , 2 ö . e . ;
Weg, auf welchem die Kolonisten etwas von der Regierung erlan⸗ gen köͤnnen, ist, daß sie derselben keine Ruhe lassen. Haben doch die Whigs selbst das Volk von England aufgeregt, um die Reform⸗ Bill durchzubringen. Ich empfehle den Kanadiern dasselbe Verfah⸗ ren, damit sie ihre Reform⸗Bill durchsetzen Der Kampf in Kanada spielt, eben so wie in England, zwischen Tories und Liberalen, doch zum Gluͤck sind die Tories in Kanada weit schwaͤcher als hier.“ Herr Hume sprach die Hoffnung aus, daß der Kanzler Der Schatzkammer jetzt im Stande seyn wuͤrde, dem Hause die Er⸗ nennung des Kommissars anzuzeigen, der sich nach Kanada be—⸗ geben solle, um die Differenzen zwischen dieser Kolonie und dem Mutterlande auszugleichen; Sir R. Peel aber erklaͤrte, daß von dem dazu ausersehenen Individuum noch keine Antwort eingegangen sey, doch hoffe er, daß sie guͤnstig ausfallen werde. Herr Robinson meinte, das ehrenwerthe Mitglied fuͤr Bath C Herr Roebuck) thue zwar, als ob es die Aufregüng in Kanada beschwichtigen wolle, werfe aber durch seine Aufforderung an die dortige Bevölkerung, dem Britischen Parlamente Widerstand zu leisten, einen Feuerbrand in diese Kolonie. Nach dem Schluß dieser Debatte erhob sich der Marquis von Chandos und fragte den Kanzler der Schatzkammer, wann er wohl im Stande seyn wuͤrde, dem Hause seinen Plan zu Gunsten des Ackerbau— Interesses vorzulegen. Als Sir R. Peel aufstand, um hier⸗ auf zu antworten, wurde er von der Opposition mit einem Hort! empfangen, was ihn zu der Aeußerung veranlaßte, es freue ihn sehr, daß er in den ehrenwerthen Herren schon ein solches Gefuͤhl der Genugthuung errege, ehe er noch den Mund oͤffne. (Hort! Er wiederholte sodann, was er schon bei an—
deren Gelegenheiten gesagt, daß er es mit Hinsicht auf alle
Steuer-Herabsetzungen und fiskalischen Anordnungen fuͤr besser halte, sich die vollstaͤndige Darlegung seiner Absichten bis nach Ablauf des Rechnungsjahres vorzubehalten, wo er genauer wuͤrde berechnen konnen, wie viel der Staats dienst erheische, und wie hoch sich der wahrscheinliche Ueberschuß belaufen durfte; das Haus, fuͤgte er hinzu, moͤge sich erinnern, daß er erst im Dezember sein Amt angetreten habe, und wenn es bedenke, wie sehr er seitdem be⸗ schaͤftigt gewesen, so wuͤrde es ihm gewiß Zeit lassen, einige der wichtigsten mit den Finanzen des Landes in Verbindung stehen⸗ den Punkte noch in nahere Erwägung zu ziehen. (Hort, hoͤrt!) In der darauf folgenden (gestern erwähnten) Debatte, welche sich in Folgs der Erklaͤrung des Premier-Ministers, daß der Marquis von Londonderry ganz aus eigener Bewegung, ohne daß er von irgend einem Mitgliede des Ministe⸗ riums direkt oder indirekt darum angegangen worden ware, den ihm bestimmten Botschafter-Posten in St. Pezers— burg aufgegeben habe, von neuem uͤber diesen Gegenstand erhob, ließ sich zuerst Lord J. Russell uͤber den, seiner Be—
hauptung nach, unsicheren Zustand des Ministeriums vernehmen,
welches nichts als eine billige Pruͤfung gefordert habe, bis jetzt aber noch nicht dazu gelangt sey, sich das Vertrauen des Hauses zu erwerben. Außer dem Nachtheile, behauptete er, den ein sol— ches Experiment fuͤr das Land nothwendigerweise herbeifuͤhren muͤsse, ergebe sich nun auch, daß die Praͤrogativen der Krone keinesweges gesichert seyen, wie der vorliegende Fall beweise. Wenn das Ministerium das Vertrauen des Hauses besaͤße, so wuͤrde letzteres nicht die Pflicht gehabt haben, uͤber eine Angelegenheit, welche so bestimmt zu den Befugnissen der Krone gehoͤre, wie die Ernennung der diplomatischen Agenten, eine abweichende Meinung zu aͤußern und da— durch gewissermaßen die Wuͤrde der Krone . gefaͤhrden. Sir Robert Peel erwiederte sehr scharf, die Resignation des Marquis von Londonderry habe zwar in Folge der letzten De— batten in diesem Hause, aber keinesweges in Folge von einer Adresse an die Krone stattgefunden, und das Haus habe demnach seine Mißbilligung auf keine formelle Weise geaͤußert.
„Uebrigens“, fuhr der Minister fort, „koͤnnte sich der Marguis von Londonderry, selbst wenn sich in diesem Hause eine feindliche Majoritaͤt gegen ihn erklaͤrt haͤtte, damit troͤsten, daß es ditsel be ge⸗ wesen ware, welche den Viscount Canterbury vom Sprecherstuh le verdraͤngte. (Beifall.. Mit Beziehung auf die Bemerkung des ed⸗ len Lords, welche Nachtheile es nach sich ziehen muͤsse, daß die Mi⸗ nister das Vertrauen des Hauses nicht besaßen, kann ich nur wün⸗ schen, daß der direkte Antrag, welchen das ehrenwerthe Mitglied fuͤr Middleser (Herr Hume) in Beziehung auf die Entlassung der Minsster angezeigt hatte, je eher, desto lieber gemacht wuͤrde. Es unterliegt keinem Zweifel, daß Jemand, der sich in einer Stellung befindet, wie die meinige, die Folgen zu erwaͤgen berech tigt ist, die eine uͤbercilte Aufgebung des ihm anvertrau⸗ ten Postens haben wurde. Wohl fuͤhle ich, daß es keine geringe Nachtheile oder Niederlagen seyn durfen, die mich berech⸗ tigen, aus dem Dienste des Königs zu treten. (Lauter Beifall.) Will der edle Lord die Verwaltung stuͤrzen, so darf dies nicht durch An⸗ traͤge geschehen, von denen selbst diejenigen, welche sie unterstuͤtzen, sich keinen solchen Erfolg versprechen, sondern durch einen ausdruͤck= lich dahin lautenden Antrag, daß sich eine in groͤßerem Maße das öffentliche Vertrauen besitzende und zur Erfuͤllüng der offentlichen Pflichten geeignetere Verwaltung bilden lasse. Ich kann nur sagen, Faß Niemand sehnlicher, als ich, die unumwundene Erledigung die⸗ ser Frage wuͤnscht.“ (Lauter Beifall.)
Herr Hume gab zu, daß der ehrenwerthe Baronet einigen Grund habe, sich daruͤber zu beklagen, daß noch kein direktes Votum des Tadels gegen seine Verwaltung ausgesprochen wor— den; er hoffe aber, dieser Beschwerdegrund werde uͤber ein Klei— nes beseitigt werden. (Gelächter. Die Debatte zog sich nun noch eine geraume Zeit in die Laͤnge; vergebens suchte Lord Stanley ihr ein Ende zu machen, indem er behauptete, es liege dem Hause kein Antrag vor. Nachdem der Sprecher ihn darauf aufmerksam gemacht hatte, daß allerdings eine Frage gestellt sey, namlich die, ob das Haus sich in einen Subsidien⸗Ausschuß verwandeln solle, nahm Herr Hume noch einmal das Wort, jedoch ohne sich aus der Bahn, welche die Verhandlung einmal genommen hatte, zu entfernen. Er fowohl als die uͤbrigen Mitglieder der Opposition und ihre Gegner sprachen uͤber Mißtrauen und Vertrauen zu dem Mini— sterlum, und selbst die Resignation des Marquis von London⸗ dercy, welche die Veranlassung zu der Unterredung gegeben hatte, wurde nur als Argument, nicht als Thema benutzt. Unter An— derem fragte Herr Hume die Minister ziemlich hoͤhnisch, wie es denn nun mit dem Ausbruͤten ihrer Eier geworden sey, und in welchen Ausdruͤcken man dem St. Petersburger Hofe die Zu⸗ ruͤcknahme der Ernennung des Marquis v. Londonderry anzeigen wolle. Sir Robert Inglis tadelte den Marquis, daß er sich dem Geschrei des Unterhauses gefuͤgt habe, waͤhrend Sir Henry Hardinge meinte, er habe nicht anders handeln koͤnnen. Letz⸗ tẽter suchte auch die mehr erwaͤhnte Aeußerung desselben über die Polen der Hitze des Augenblicks zuzuschreiben. Endlich, als Sir J. Hobhouse sogar mit der Ansicht hervor— trat, Sir Robert Peel hätte lieber selbst aus dem Ministerium scheiden, als die Resignatin des Marquis von Londonderry an— nehmen sollen, und als Lord John Russell es wiederholte, daß das Haus kein Zutrauen zu dem Ministertum gewinnen könne, da dasselbe die ihm gegoͤnnte Probezeit durchaus nicht zur Vorlegung der versprochenen Reform ⸗ Maßregeln benutze,
336
erklaͤrte Sir Robert Peel, er sey der jetzigen Lage der Dinge uͤberdruͤssig; wenn Herr Hume keinen Tag fuͤr die von ihm an— gezeigte Motion, durch welche der Mangel an Vertrauen zu dem Ministerium ausgesprochen werden solle, finden koͤnne, so wolle er selbst behuͤlflich seyn, eine gelegene Zeit dazu ausfindig zu
machen; uͤbrigens sey er im Begriff, dem Hause morgen eine
Bill wegen Erleichterung der unter den Dissenters zu schließen⸗ den Heirathen und in der naͤchsten Woche eine Bill wegen Um— wandlung der Zehnten in England vorzulegen; auch solle noch im Laufe dieser Woche ein Versuch mit der Loͤsung der Irlaͤn⸗ dischen Zehnten-Frage gemacht werden.
London, 17. Maͤrz. Ehe Ihre Majestaͤten am Donnerstag in Windsor einzogen, war Vormittags eine Abtheilung Londoner Polizei dort angekommen, was eine Anfrage des Mapors von Windsor uͤber den Zweck dieser Maßregel veranlaßte. Die Ant— wort war, der Staats-Secretair des Innern habe es so befoh— len, nachdem er am Abend vorher die anonyme Anzeige erhalten, daß mehrere Personen die schriftliche Verpflichtung eingegangen wären, Ihre Majestaͤten bei dieser Gelegenheit beleidigen zu wollen. Der Mavor wollte darin, daß die Regierung dies ge— glaubt, einen Schimpf fuͤr die Stadt sehen und verlangte, die Polizei solle sich nicht oͤffentlich sehen lassen. Sie blieb auch bis zum Abend im Quartier und wurde dann nach London zuruͤck— geschickt. Eine Aufforderung der Einwohner von Windsor an den Mayor, daß er eine oͤffentliche Versammlung ansetzen mochte, damit die Stadt Ihren Majestaͤten in einer Adresse ihre Treue und Ehrfurcht an den Tag legen und sich gegen jeden unwuͤrdi—
gen Verdacht verwahren koͤnne, erhielt zahlreiche Unterschriften,
und Abends war Windsor auf's glänzendste illuminirt, und es wurden mehrere oͤffentliche Diners gegeben. Die Tim es meint, die Einwohner von Windsor haͤtten den Verdacht ja nicht auf sich zu beziehen brauchen, denn es sey wohl moglich, daß von London aus Ruhestoͤrer haͤtten dahin kommen wollen.
Der Herzog von Cumberland wohnte am Freitag der De— batte uͤber den Marquis von Londonderry im Unterhause von Anfang bis zu Ende bei. Man bemerkte, daß Se. Koͤnigliche Hoheit sich längere Zeit mit Lord John Russell unterhielten.
Graf Pozzo di Borgo empfing am Donnerstag, als er ei—⸗ nem Diner bei Herrn Roihschild beiwohnte, die traurige Nach⸗ richt von dem Tode seiner Nichte. Sie befand sich, wie es heißt, auf der Reise von St. Petersburg hierher, um bei der Russischen Gesandtschaft die Honneurs zu machen, da der Graf unverheirathet ist.
Der Graf Jenison, der vorige außerordentliche Gesandte
und bevollmaͤchtigte Minister des Koͤnigs von Bayern am hiesi⸗ gen Hofe, ist gestern nach Muͤnchen abgereist. . Die dem Unterhause vorgelegten Veranschlagungen fuͤr die Marine ergeben gegen des vorige Jahr eine Verminderung der Ausgaben fuͤr diefen Dienstzweig um 230,000 Pfund. Fuͤr die Besoldung der Matrosen sind g33, 054 Pfd., fuͤr ihre Bekoͤsti gung 339,825 Pfd., fuͤr das Admiralitäͤts-Amt, mit Einschluß der Gehalte der Lords der Admiralität, der Secretaire und Schrelber, 108,844 Pfd., fuͤr die mit dem Marine-Zahl⸗Amt verbundenen Gehalte und Ausgaben 22,183 Pfd. und fuͤr die Gehalte der an den verschiedenen wissenschaftlichen Departements der Marine angestellten Beamten 24,590 Pfd. veranschlagt.
Die Reform-Mitglleder des Unterhauses, welche, wie schon erwahnt, dem Lord John Russell am 28sten d. M ein Diner geben wollen, wobei Lord Morpeth den Vorsitz fuͤhren wird, wurden zu einer Versammlung durch ein Circular eingeladen, das die Herren Denison und Ord, Lord Morpeth und Herr Bannerman unterzeichnet haben, welche die Antragsteller und Unterstuͤtzer der beiden Motionen auf die Sprecher-Wahl und das Amendement zur Adresse waren.
Das Birmingham Journal spricht von einer Erneue— rung der dortigen politischen Union und zeigt an, daß eine Bitt⸗ schrifst, wodurch der Vorstand dieser Union ersucht werden solle, seine Geschaͤfte wieder zu übernehmen, bereits 19600 Unterschrif— ten zahle, die man innerhalb einer Woche bis auf 3000 vermehrt zu sehen hoffen duͤrfe.
Der Limerick Chronicle zufolge, wird Sir Hussey Vi— vian in kurzem sein Kommando in Irland niederlegen, indem seine geschwaͤchte Gesundheit ihm nicht gestattet, den taͤglich schwieriger werdenden Pflichten dieses Amtes vorzustehen.
Sir A. Malet, Schwiegersohn der Lady Brougham, ist wieder zum Secretair bei der Gesandtschaft in Lissabon ernanat und wird sich am 20sten mit seiner Gemahlin einschiffen.
Herr Pitt Adams, Sohn des vorigen Commissairs der Walder und Forsten ist zum Gesandschafts-Secretair in Santa Fe de Bogota ernannt, wodurch die Stelle eines Secretairs im auswärtigen Amte erledigt wird.
Am 10ten d. wurden, wie die Hof-Zeitung anzeigt, fol— gende Personen als neue Assistenten der Armen-Kommissarien vereidigt: Sir E. Parry, der sich fruͤher als Administrator in den Australischen Kolonieen ausgezeichnet hat, und die Advoka— ten Herr R. Hall und Herr R. Earl, welcher Letztere mehrere Jahre hindurch Privat-Secretair des Lord Stanley und dann des Herrn Spring Rice war, als diese Staatsmaͤnner das Ko— lonial⸗Departement bekleideten.
Herr Edward Lytton Bulwer, der beruͤhmte Schriftsteller und Parlaments-Mitglied fuͤr Lincoln, liegt gefaͤhrlich krank danieder und hat daher noch keine Gelegenheit gehabt, seine An— sichten uͤber die gegenwartigen Verhaͤltnisse im Unterhause vor— zutragen.
Die bekannte Graͤfin Blessington soll ernstlich unwohl seyn.
So eben ist hier eine kleine Schrift erschienen, worin der Verfasser, Herr Salomons, die buͤrgerlichen Beschraͤnkungen der Bekenner des mosaischen Glaubens in England einer historischen Pruͤfung unterwirst.
Gestern Abend wurden die Bewohner der Regents-Straße durch einen furchtbaren Knall und das Zerspringen der Fenster—
scheiben, so wie darauf folgendes Huͤlfegeschrei in Schrecken ge⸗
setzt. Die Veranlassung war folgende: Ein Baͤcker hat ein großes unterirdisches Gewoͤlbe, welches sich seit acht bis zehn Tagen auf eine belaͤstigende Weise mit Gas fuͤllte. Da er glaubte, daß die an dem Gewölbe hinlaufenden Gas⸗Roͤhren beschaͤdigt seyen, so wandte er sich an die Gas: Compagnie, wel⸗ che sofort eine Untersuchung veranlaßte. Wahrend indeß die Arbeiter beschaͤftigt waren, die Mauer des Gewoͤlbes zu durch brechen, erfolgte eine ungeheure Explosion, Steine und Erde wurden mit solcher Gewalt umhergeschleudert, daß mehrere Fen⸗ ster auf der gegenuͤberstehenden Seite der Straße zerbrochen wurden und die Voruͤbergehenden kaum ihr Leben retteten. Drei Arbeiter und der Aufseher derselben lagen mit Blut bedeckt, an⸗ scheinend leblos, am Boden; durch die schnell angewandte Huͤlfe wurden sie ins Leben zuruͤckgebracht. Der Hut des einen Ar— beiters wurde an 60 Fuß hoch in die Luft geschleudert. Hoͤchst merkwuͤrdig ist es, daß von den Voruͤbergehenden Niemand ge— toͤdtet ward. Das Haus ist nur leicht beschaͤdigt.
Dem Morning Herald zufolge, haͤtte die Portugie Regierung 4000 Mann zur Disposition der Koͤnigin . . nien gestellt. (Vergl. Spanien.)
Die Times warnt vor zu großen Speculationen in de ausgesetzten und passiven Theil der Spanischen Cortes-Schuh, vor erfolgter Konvertirung der Cortes-Scheine, die vor dem Monat Mai nicht zu erwarten sey.
Die Admiralität soll beabsichtigen, die Trans⸗ Atlantisch Station wieder, wie fruͤher, in zwei Der Vice⸗Admiral, Sir Peter Halket, wird in Westindien, um der Contre⸗Admiral N. Thompson in Nord-Amerika befehligen
Am 30. November v. J. scheiterte ein von Santiago d=
Cuba nach Curagao bestimmtes Spanisches Schiff, „Sever“ ht
an der Kuͤste von Neu; Granada, an der Muͤndung des Mag dalenen⸗ Stroms. Der Capitain und die ganze Mannschaft wur, den gerettet und nach Cartagena gesandt. Das Schiff war am 17ͤten in traurigem Zustande in Rio Hacha eingelaufen, wo ez auf die gastfreundlichste Weise aufgenommen und mit Vorraͤthen aller Art reichlich versehen wurde, so daß es am L2dsten welhz segeln konnte. Dies wird als ein Beweis angesehen von den mi detkehrenden freundschaftlichen Gesinnungen zwischen Suͤd⸗Ame, rika und Spanien, denn die Regierung von Neu⸗Granada hat das Benehmen des Gouverneurs von Rio Hacha vollkommn gebilligt und hinzugefuͤgt, daß, in Folge der eigenthuͤmlihen Lage, worin Spanien und Neu⸗Granada sich jetzt befaͤnden, y wissermaßen eine Art von Waffenstillstand de facto zwischen hi⸗ den Nationen existire.
Nachrichten aus O stindien zufolge, war dort Alles ruh. Mahnd-Sing, Radschah von 86 meldet) sich uͤnterworfen. Er verpflichtet sich, den ruͤckstaͤndigen Tribut, so wie die Kosten der seinetwegen unternommenen Fl— stungen zu bezahlen, sich kuͤnftig ehrerbietiger zu betragen ug bestaͤndig ein Truppen Coros unter erfahrenen Anfuͤhrern zu Dis position der Britischen Behoͤrden bereit zu halten. Die ge gen diesen Radschah gebrauchten Truppen sind jetzt gegen i Staͤmme der Schikawatis gesandt, welche vor einiger Zeit m den Graͤnzen Raͤubereien veruͤbten. Der Handel mit Chinn wird wieder mit Lebhaftigkeit betrieben, und es ist nicht der ge ringste Anschein vorhanden, daß die Chinesischen Behoͤrden un wieder belaͤstigen werden. Die Mißhelligkeiten mit China halten i Ostindien und namentlich in Bombay, wo ein so bedeutender Hang mit China getrieben wird, großes Aufsehen erregt. Man st hier jedoch der Meinung, daß England solche Maßregeln, din feiner hohen Stellung in der civilisirten Welt angemessen sim, ergreifen und nicht laͤnger die Beleidigung seiner Unterthann durch die Chinesischen Behoͤrden dulden wird, und hofft, de man den Chinesischen Kaiser noͤthigen werde, (27) das Interest von 300 Millionen Chinesen anzuerkennen und einen auf Gegen seitigkeit gegruͤndeten Vertrag, zum Wohl der Menschheit, ch zuschließen. Die groͤbsten Beleidigungen widerfuhren den Brin schen Schiffen, Imogene“ und „Andromache“, die das Feun der Forts in der Bocca Tigris nicht erwiedern durften und di Beleidigung der Flagge Englands ruhig dulden mußten.
In Macao brach am 5. Nov. auf einigen Boten Feuer aus, das sich nach dem reichen, dicht bevoͤlkerten Chinesischen Stadttheil verbreitete und, außer vielen Bambushuͤtten, l Häͤuser verzehrte.
Zeitungen aus Singapore bis zum 21. November melden aus Tochinchina, daß Saigon von den Insurgenten voͤllig be lagert ist. Die Siamesen ruͤsten eine große Seemacht aus, un die Feindseligkeiten gegen Cochinchina zu erneuern.
Ein Schreiben aus Bahia vom 27. Jan. berichtet von en ner daselbst vorgefallenen sehr ernstlichen Empörung der Meyer. Es war am 24sten um Mitternacht, als sich der Aufruhr dutch Gewehrfeuer ankuͤndigte, mit Tages-Anbruch aber waren die Em, pöͤrer entweder getoͤdtet oder zerstreut; es sollen in der Stadt wou nigstens 70 Neger gefallen und eine Menge verwundet worden seyn. An den folgenden Tagen wurden noch viele festgenommen, wobei es abermals zu Scharmuͤtzeln und Blutvergießen kam. Der Plan der Aufruͤhrer war, alle Häuser ihrer Herren in Bram zu stecken, die Kasernen anzugreifen und sich der Stadt zu hö mächtigen. Wahrscheinlich waren dann alle Schwarzen zu ihnen gestoßen. Von einer Absicht, die Weißen zu ermorden, konnt man jedoch nichts entdecken. Die Stadt Bahia war durch di Ereigniß in große Aufregung versetzt worden, und alle Geschlst stockten. Auf den benachbarten Zucker-Plantagen aber ist Alltj ruhig geblieben.
Die letzten Nachrichten aus NewYork wurden an n
heutigen Boͤrse anfaͤnglich als kriegerisch ausgelegt, allein di Besorgniß und die Wirkung derselben legte sich bald wieder.
— — London, 17. März. Die Stimmen, welche mm laͤngst von einigen Seiten uͤber die Ernennung des Marqus von Londonderrh zum Botschafter am Russischen Hofe vernom men, und welche sogar die Times vermochten, von Zeit zu ze tadelnd gegen die Regierung aufzutreten, obgleich immer mit d Hoffnung, daß man von Seiten derselben nicht darauf bestehrn wuͤrde, sind, seitdem der Herzog von Wellington jene Ernennum im Oberhause bestaͤtigt und erklart hat, der edle Lord warte mu auf die gute Jahreszeit, um abzusegeln, zum foͤrmlichen Sturm. geworden. Am Freitag Abend trug Herr Shiel darauf an, din die Bestallung des edlen Lords dem Unterhause vorgelegt wuͤtde damit dasselbe die Krone ersuchen koͤnne, jene Ernennung, welch fuͤr das Land mit Gefahren verknuͤpft sey, zuruͤckzunehmen. Di befremdete Niemand von Herrn Shiel, weil der Marquis be der Versammlung zu Hillsborough, welche im vorigen Som mer stattgefunden, sich gegen die Anspruͤche der Katholiken hoch feindlich erklaͤrt; eben so wenig von Herrn Hume, der sich i feiner gewohnten knausernden Weise auch uͤber die Kosten elne solchen Gesandtschaft aufhielt. Als aber eben derselbe Lord, wel cher bisher die Minister gewissermaßen mit seinem Schilde ge deckt, naͤmlich Lord Stanley, ferner Herr Cutlar Fergusson, Löt D. Stewart, Sir John Hobhouse, kurz, Maͤnner von allen Schattirungen in der Poliüͤk, sich nach einander erhoben und ihre Gruͤnde gegen jene Ernennung aussprachen und Folgtn darin erblicken wollten, wofuͤr sie die Regierung verantwortlit machten, da schien Sir Robert Peel ebenfalls etwas bedenkl zu werden. Ein Hauptgrund gegen den Marquis war seinz ft und so laut ausgesprochene Anhaͤnglichkeit an das Stablli taͤts⸗ Prinzip; man meinte, ein Mann von seinen Gesinnungen (und man? haͤlt ihn fuͤr zu ehrlich, als daß man glauben sollt, er koͤnne sie so leicht fahren lassen, wie Andere den ihrigen enz sagt haben) sey kein wuͤrdiger Vertreter der Britischen Nation am Russischen Hofe. Sir Robert Peel's Vertheidigung bezog sich mehr auf die ehemaligen Dienste des Mat, quis; besonders beruͤhrte er das ganz und gar nicht, was Lord Stanley gesagt hatte; er meinte vor Allem, m muͤsse es mit Reden im Parlament, besonders bei einem Manne von lebhaftem Temperamente, nicht so genau nehmen. Er er. klärte indessen, die Bestallung sey noch nicht ausgefertigt, köͤnn⸗
Kommando's zu theilen
chudpor, hat (wie bereits g.
hd asselbe, jedes in seiner Weise, besprochen; sie
lt worden ist.
2 2 —
b nicht vorgelegt werden. Uebrigens sey die Ernennung der sandten das Vorrecht des Koͤnigs, und keine Entscheidung des lerhauses wuͤrde ihn bewegen, dem Monarchen die Widerru—⸗ einer solchen anzurathen. Er wuͤrde dieses natuͤrlich einem echfolger uͤberlassen haben. Aber Jeder sah voraus, daß nach ser Debatte der Marquis nicht als Gesandter nach St. Pe— burg gehen konne, und daß er wahrscheinlich durch eigenes signiren die Minister aus der Verlegenheit reißen wurde; hielt es die Times suͤr angemessen, gestern dem Sir Ro⸗ r zu drohen, daß sein Ministerium zu Grunde gehen muͤsse, n er bet jener Ernennung beharrte. Auch wurde gestern Ind schon im Oberhause vom Marquis von Londonderry und im Unterhause von Sir Robert angekuͤndigt, daß der fo seine Resignation eingesendet. Dieser Triumph hat das nisterium geschwacht, indem es sich von Lord John Russell zahl als von Journalen, die es bisher unterstuͤtz, Vorwürfe
ß machen lassen, daß es durch eine unbedachtsame, ruͤcksichts⸗
Wahl das Unterhaus gezwungen, unmittelbar in die chte der Krone einzugreifen, um ein vermeintlich groͤßeres bel abzuwenden. Hoffentlich werden die Maßregeln, welche E schnell hinter einander entwickelt werden sollen, von der Art n, diesen unangenehmen Vorfall vergessen zu machen. Das sjte Gluͤck jedoch fuͤr das Fortbestehen der jetzigen Verwal⸗— ng ist die Unmoͤglichkeit einer fortwaͤhrenden Verbindung un— der Opposition, deren Zerfallenheit sich taglich mehr offen— irt; denn unter solchen Umstaͤnden kann Sir Robert Peel ih— in gelegentlichen Zusammenwirken, wenn es auch noch so be— hwerlich faͤllt, dessenungeachtet furchtlos entgegentreten.
Deutsch land.
Rostock, 16. Maͤrz. Vorgestern feierte der Großherzog— he General-Chirurgus und Professor an der hiesigen Univer— it, Herr Josephi, sein 50 jaͤhriges Doktor-Jubilaͤum, bei wel— fr Gelegenheit demselben von nah und von fern sehr schmeichel— ste Auszeichnungen zu Theil wurden. Unter Anderen hat rr Geheimerath und Professor Link zu Berlin ein Programm: miquitales botanicaé Rostochienses, eingesandt und Herr theme Medizinaltath Professor von Vogel eine Abhandlung sber den Einfluß der Farben auf die Salubrität der Luft“ dem ibelgreise zu Ehren drucken lassen. Die Aerzte Rostocks uͤber— chten dem Jubilar einen in Berlin gearbeiteten sehr geschmack— len silbernen Pokal.
Hamburg, 20. Maͤrz. Herr Vignoles, welcher bekannt— h mit der Untersuchung der, auf die Hamburg-Hannoversche senbahn bezuͤglichen Lokal-Verhaͤltnisse beauftragt ist, war we⸗ mehrerer dringenden Geschaͤfte, welche seine Aufmerksamkeit England und Irland erforderten, genoͤthigt, am 16. Maͤrz ich London zuruͤckzukehren. Kurz vor seiner Abreise erhielt er ch von dem Comité zur Anlage einer Eisenbahn zwischen Dres— mund Leipzig die ehrenvolle Einladung, die Richtungen, uͤber che man daselbst berathet, persoͤnlich in Augenschein zu neh— en, und sein Urtheil daruͤber abzugeben. Es war Herrn Vig— lz nicht moglich, diese Einladung fuͤr jetzt anzunehmen, aber hat sich anheischig gemacht, dem Comité alle Aufklaͤrungen zu bin, welche nach Darstellung des Sach-Verhaͤltnisses irgend lefich mitgetheilt werden konnten, und sollte seine persoͤnliche nwesenheit fuͤr unumgaͤnglich noͤthig gehalten werden, so werde falls die Maßregeln fuͤr die Eisenbahn ö Hannover d Hamburg bis dahin hinlaͤnglich vorgeruͤckt waͤren, Dresden nichsten August besuchen. — Herrn Vignoles, der auf seiner usse von Hannover nach England hier eingetroffen ist, wurde sern auf Veranstaltung des Hamburg-Altonaischen Eisenbahn⸗ mité ein oͤffentliches Mittagsmahl in Hotel zum großen wil—
Mann gegeben.
Kassel, 17. März. Der bekannte Dr. Schreiber hat tern als Bevollmächtigter der Westphaͤlischen Domainenkaͤufer „Kurhessen eine Eingabe bei der Siände-Versammlung einge— cht, die auch als Manuskript zum Zweck der Vertheilung un— psammtliche Mitglieder des Landtags hier gedruckt worden ist. die schließt mit der Bitte: „Hohe Staͤnde⸗Versammlung wolle chgeneigt Ihre Verwendung zu Gunsten der ungluͤcklichen homainenkaͤufer bei der hohen Staats-Regierung dahin eintreten ssen, daß diese ermächtigt werden, hinsichtlich der Befriedigung er Domainenkaͤufer bloß dieselbe Methode und das naͤmliche berfahren zu befolgen, welche bei der Befriedigung derjenigen luthessichen Staatsbuͤrger, welche Cessionarien Kurhessischer HtaatzKapitalien waren, beobachtet worden sind, und diese An— legenheit so gluͤcklich zu einem definitiven Ziele gefuͤhrt haben.“
Stuttgart, 18. Marz. Heute wurde in der hiesigen ka— dlschen Kirche ein feierlicher Trauer⸗-Gottesdienst fuͤr den höͤchsi⸗ ligen Kaiser von Oesterreich durch die Oesterreichische Gesandt— tft am hiesigen Hofe veranstaltet. Die Kirche war schwarz slleidet und mit Kerzen beleuchtet. Auf einem Trauer beruͤste vor dem Altare war der Katafalk errichtet und t allegorischen Figuren und Inschriften umgeben. Die konen des Hoͤchstseligen Kaisers lagen auf dem Sarge und
beiden Seiten. An der Vorderseite des Katafalks war der hure Wahlspruch des Kaisers: Justitia regnorum fundamentum,
lesen. Im Hintergrunde waren die Wappenschilde aufgehängt. der Bischof von Rottenburg, der sich zu dieser Feierlichkeit hier⸗ t begeben hatte, verrichtete das Todten⸗Amt. Mozarts Requiem wurde von einer ausgewaͤhlten Kapelle aufgefuͤhrt. Se. Königl. sheit der Prinz Friedrich, der Prinz v. Monfort, der Graf
6 Lihelm von Wurttemberg, viele Minister, hoͤchste Staats-, Mi—
kur- und Hof-Beamten, mehrere Gesandten und eine so zahl— iche Versammlung, als die Kirche nur immer fassen konnte, vhnten der Feier bei, bei welcher allgemeine Ruͤhrung herrschte. l Karlsruhe, 17. Maͤrz. Die Karlsruher Zeitung ent— lt folgenden Artikel: „Mehrere Schweizer Blaͤtter haben sich (; dem von der Badenschen Regierung ergangenen Verbot des Banderns der Handwerks-Gesellen in der Schwei beschaͤftigt,
he der ferner ö! Schreiben des gegenwartigen Vororts an die Badische Re— erung zur oͤffentlichen Kunde gebracht, in welchem sich er— erer uͤber dieses Verbot beschwert. Der Gegenstand ist un— allen Gesichtspunkten betrachtet worden, nur nicht unter
chem richtigen, weicher besonders in dem Schreiben des Vor—
s theils dem Auge entruͤckt, theils vor demselben verdun— 3 Wir wollen versuchen, den gegenwaͤrtigen hunde der Dinge klar zu machen, und damit zugleich den chweizerblaͤttern fuͤr jetzt und fuͤr alle Zukunft antworten. [ns allerdings unserer Regierung schwer angekommen seyn, ö . wuͤrde ihr auch in Zukunft gleich schwer angehen, mit ei⸗ ö erartigen Maßregel, und wenn diese nicht zum Zwecke fuͤh—⸗ sollte, mit weiteren Maßregeln gegen die Schweiz voran— geen, gegen die Schweiz, mit der wir einen taͤglichen, un⸗ 353 aten Verkehr unterhalten, mit welcher unsere Vorfahren seit
elen Jahrhunderten, in gluͤcklichen und ungluͤcklichen Tagen, und wi stets in friedlichen ünd freundschaftlichen Verhaͤltnissen ge⸗
en sind, in welchen wir nur Beweise des Wohlwollens zu geben und
337 zu empfangen das Gluͤck hatten, gegen ein Land, dessen Interessen wir auch in der neuesten Zeit zu vertreten uns zur Pflicht gemacht haben, und die wir wirklich nach unsern Kraͤften zu wahren su— chen. Wenn aber die Schweiz, statt sich als eine Freistaͤtte zu betrachten, wozu ihr das Recht Niemand streitig macht, und nie gemacht hat, auf welcher religioͤse und politische, mit Recht oder Unrecht verfolgte Fluͤchtlinge unter dem Schutz der dortigen Ge— setze, und so lange sie nach solchen ruhig leben, unangefochten sich aufhalten konnen, sich dagegen zum Tummeiplatz oͤffnet fuͤr alle politische Abenteuerer von ganz Europa, die nicht bloß in der Absicht dieses Land uͤberschwemmen, um daselbst unangefochten zu leben, sondern um zugleich ihre zur Zerstoͤrung fuͤhrenden Ent— wuͤrfe auszuspinnen, und gefahrlos, allem Voͤlkerrecht spottend, die Faͤden der Verschwoͤrung nach allen Seiten hin auszudeh— nen, wenn die Schweiz sich zum Feuerheerd hergiebt, auf wel— chem die Waffen gegen Deutschland geschmiedet werden; wenn sie sich theilweise in ein revolutionnaires Erziehungshaus umwan⸗ delt, in welchem, was bei weitem das Verderblichste ist, die in der Regel am wenigsten politisch ausgebildete Menschen-Klasse, die mit dem Begriff der Freiheit nur zu leicht die Vorstel— lung von Befriedigung sinnlicher Genuͤsse ohne vorhergegangene Muͤhe und Anstrengung, und die Uebung roher Gewalt ohne nachfolgende Strafe verwechselt, taglich von politischen Aben⸗ teurern ungestraft unterrichtet und gelehrt werden darf, daß
solch ein wilder Zustand derjenige sen, der um jeden Preis er
strebt, und noͤthigenfalls mit den Waffen in der Hand erkaͤmpft werden muͤsse; wenn Deutschland, und zunaͤchst wir, die wir der Schweiz unsere Jugend anvertrauen, in der Hoffnung, daß sie dereinst als tuͤchtige Handwerker zuruͤckkehren werde, nur politi— sche Taugenichtse von da zuruͤckempfangen sollen, zerfallen mit sich selbst und ihrem Stand, ihren Aeltern zum Kummer, ihren Ge— meinden zur Last, in ihrem Vaterlande ein fortwucherndes re— volutionnaires Element; wenn Deutschland und zunaͤchst wir je⸗ den Tag Gefahr laufen muͤssen, von dieser Seite angefallen, insurgirt und gepluͤndert zu werden; wenn dieses alles unleugbare Wahrheiten sind, und die Schweiz, die so dringend an sie ergangenen Aufforderun⸗ gen, diesen gerechten Besorgnissen mit gemeinsamer Hand ein Ende zu machen, unter dem unerweisbaren Vorwand zuruͤckweist, daß ganz andere Absichten unter diesen Anforderungen verborgen seyen, als die so klar und deutlich darin ausgedruͤckten, daß man ihre National⸗Souveränetaät antasten, daß man sie an der fried⸗ lichen Fortbildung ihrer vielleicht mancher heilsamen Reform be— duͤrftigen Verfassung hindern wolle, woran uͤberall kein Mensch gedacht hat, eben so wenig als sich uberhaupt in die innern An— gelegenheiten der Schweiz zu mischen, so kann sie es einem, zwar minder maͤchtigen, aber gewiß einem ihrer aͤltesten Freunde und treuesten Nachbarn nicht verdenken, wenn er, obgleich mit schwe—⸗ rem Herzen und nur einer beklagenswerthen Nothwendigkeit ge— horchend, sich von ihr wendet, und Maßregeln gegen sie ergreift . Schutze Deutschlands und seiner selbst, und um nicht einen heil der lebenden Geschlechter in der Bluͤthe vergiften zu las⸗— sen, Maßregeln, welche die Schweiz, in Ruͤckerinnerung alter Freundschaft, nie haͤtte hervorrufen sollen, oder die jetzt wenig⸗ stens durch gemeinsames Zusammenwirken zu beseitigen sie jeden Augenblick in der Macht hat. Wir glauben verstaͤnd⸗ lich gesprochen zu haben.“ Ihre Königl. Hoheit die verwittwete Frau Herzogin Hen— riette von Wuͤrttemberg, Mutter Ihrer Hoheit der Frau Mark— graͤfin Wilhelm, ist von Stuttgart gestern hier eingetroffen.
Ftalien.
Florenz, 13. Marz. Die Nachricht von dem Ableben Sr. Majestaͤt des Kaisers von Oesterreich hat hier sowohl bei Hofe, als bei allen Klassen des Publikums den schmerzlichsten Eindruck erzeugt. Man war gewohnt, in diesem tugendhaften Monarchen das Familien⸗-Oberhaupt unseres angebeteten Regen⸗ tenhauses und einen eingeborenen Florentiner zu verehren und zu lieben. Seine persoͤnliche Anwesenheit in Florenz im Jahre i819 hatte dieses Band der Verehrung und Liebe noch fester geknuͤpft, die Betruͤbniß uͤber seinen Verlust ist demnach allge—⸗ mein. Se. Kaiserl. Königl. Hoheit der Großherzog haben so— gleich eine zwoͤlfwoͤchentliche Hoftrauer angeordnet, die Schau— spiele wurden fuͤr acht Tage eingestellt, und am 14ten d. M. sollte in der Hof⸗Pfarrkirche ein feierlicher Trauer⸗Gottesdienst abgehalten werden. .
Rom, 7. Maͤrz. (Allg. Ztg.) Mit Brasilien hat sich über die Bestaͤtigung des Bischofs von Rio-Janeiro ein ernster Streit erhoben, den man von hier aus gern ohne Aufsehen beigelegt hätte, wenn es sich mit den Grundsaͤtzen der Kirche haͤtte vereinbaren lassen. Die dortige Regierung hat einen Mann zum Bischof wählen lassen, der in einer Schrift das Coͤlibat angegriffen, und dem daher die Roͤmische Kurie es zur Pflicht gemacht hatte, diese seine Ansicht zu widerrufen, bevor man ihn in seinem Posten bestaͤtigen konne. Bisher ist dieses nicht geschehen, und der bisherige Geschaͤftstraͤger Brasiliens, der in dieser Unterhandlung hier nichts ausrichten konnte, wurde durch Hrn. La Rocha ersetzt, welcher sich nun auf demselben Punkte befindet, wie sein Vorgaͤnger, und vermuthlich am Ende von seiner Regierung abberufen werden wird. Herr La Rocha, als Diplomat bekannt, hat sich das Vertrauen der Regierung waͤh— rend seines hiesigen Aufenthalts erworben, und seine Entfernung wuͤrde die Unterhandlungen nur noch mehr erschweren. Er hat einen Courier in der Person des Herrn de Sodré, der durch eine kuͤrzlich gehabte Schlaͤgerei die Aufmerksamkeit des Publi— kums auf sich gezogen hatte, abgeschickt, um kein Mittel unver— sucht zu lassen, diese Differenz zu einem guͤnstigen Resultate zu bringen. Man erwartet in kurzer Zeit die Bekanntmachung einer Schrift, woraus man den ganzen Hergang näher kennen lernen wird.
Der versoͤhnliche Sinn Gregors XVI. hat sich wieder durch eine Handlung der Gnade bewaͤhrt. Viele huͤlfsbeduͤrftige Per— sonen in den Provinzen, welche in den unruhigen Jahren sich hatten irre leiten lassen, verloren deshalb ihre bis dahin von der Regierung bezogenen Pensionen. Durch ihre gegenwaͤrtige Reue geruͤhrt, befahl Se. Heil., diese Leute, in Ruͤcksicht ihrer fruͤ— heren Verdienste fuͤr den Staat, jener Unterstuͤtzung wieder theil— haft werden zu lassen. Man bedauert zu hoͤren, daß dieses Werk der Versoͤhnung bei einem großen Theile der hoͤhern Geistlichkeit Widerspruch findet, welchen man aber, eben so wie die Oppo⸗ sition gegen die vor Kurzem gemeldete Saͤkularisirung der Ge— richte, zu beseitigen hofft.
Die Fremden verlassen uns gegenwärtig in großer Zahl. Zu gleicher Zeit werden aber auch die Landstraßen wieder un sicher, welches unter den Reisenden nicht geringen Schrecken ver— breitet hat. Diese Straßenraͤuber sind indessen mit denen der fruͤhern Jahre nicht zu vergleichen, und es ist hinlaͤnglich, wenn die Reisenden sich in Karavanen von mehrern Wagen zusammen thun; bisher wurde noch keine solche angefallen. Die Regie—
rung hat Truppen zu Sicherung der Straßen ausgeschickt. Ün⸗
ter den Abreisenden befindet sich auch der Erbgroßherzog von Sachsen⸗Weimar, der bis Ostern Neapel besuchen wird.
Spanten.
Madrid, 28. Febr. (Allg. Ztg.) Der gestern hier an gekommene neue Kriegs⸗Minister, Don Geronimo Valdes, hatt
die ihm zugeschickte Ernennung abgelehnt, es war aber an ihn der Befehl ergangen, sich unverweilt hier einzufinden. Er hat demnach von den Valencianern Abschied genommen, und ist mit der Diligence hierher gereist. Bis Ocana wurde er von Ort zu Ort durch Urbanos freiwillig eskortirt. Noch vor seiner Abreise von Valencia hatte er Gelegenheit, seine Gesinnungen zu erpro— ben. Seine Feinde hatten ein schriftliches Pasquill . ihn an⸗ geheftet, in welchem ihm Feigheit und Tyrannei vorgeworfen wurde; er ließ es abnehmen, schrieb sein Imprimatur darunter und ließ es durch den Druck verbreiten. Es steht nun zu erwar⸗ ten, ob es dem neuen Kriegs-Minister gelingen wird, richtigere und erfolgreichere Maßregeln aufzufinden, als seine Vorgaͤnger. Diejenigen Spanier, welche fuͤr eine großere politische Freiheit ge— stimmt sind, als das Estatuto des Hrn. Martinez de la Rosa ge— wahrt, glauben, ihn zu den Ihrigen zaͤhlen zu können. Llauder soll noch bei seiner Abreise von hier der verwittw. Königin den Rath gegeben haben, unter keiner Bedingung Valdes in das Mini— sterium treten zu lassen. Valdes wird in dem Estamento nicht glaͤnzen, da er keine Rednergaben besitzt; aber der Abgang der— selben wird ihn, hoffe ich, in den Stand setzen, seinem Lande besser zu nutzen, als die großen Sprecher des Tages; er wird ihnen kurz heraus sagen: ihr seyd Egoisten! Wenn es moͤglich seyn wird, eine Uebereinstimmung der Ansichten zwischen Val— des und Toreno herbeizufuͤhren, so mochte wohl Herr Martinez de la Rosa sein Portefeuille nicht lange mehr behalten; man sagt, daß er bereits, um seine Gesundheit wieder herzustellen, um Urlaub auf drei Monate nachgesucht habe. Es heißt, daß Carratala an die Stelle des Don Geronimo Valdes zum Ge— neral⸗Capitain von Valencia ernannt worden sey, und daß Cor— dova, welcher noch immer hier ist, das Kommando bei der Nord⸗Armee fuͤr Carratala übernehmen werde. Von dort haben wir eine Zeit lang sehr betruͤbende Nachrichten erhalten. Der zur Verstaͤrkung der Besatzung von Elisondo abgeschtéte Oberst Ocaña stieß am Jten d. auf einen weit uͤberlegenen Feind; er wurde zu einem Treffen gezwungen, in welchem die Truppen Ocana's, nach dessen eigenem Berichte, 2 Bataillons-Chefs, einen Obersten, 3 Offiziere und 20 Soldaten an Todten einbuͤßten; verwundet wurden ihm 5 Offiziere und 54 Soldaten. Die Nach⸗ richt davon bewog Mirsi, am 11ten mit einer bedeutenden Trup⸗ penmacht von Pampelijaa nach Elisondo aufzubrechen; dies ver⸗ anlaßte die Insurgenten, sich zuruͤckzuziehen. Ocaña ruͤckte am 12ten in Elisondo ein, und Mina langte selbst gleich nach ihm dort an. Vor wenigen Tagen hieß es hier, Zumalacarreguy habe Elisondo erstuͤrmt, und die Besatzung niedergemacht; in— dessen sind Briefe Mina's vom 21 sten von dort angelangt, mit der Nachricht, daß er sich wohl befinde, die schlechte Witterung aber alle Operationen unmoͤglich mache. Bereits unter dem 11ten hatte Mina aus Pampelona berichtet, die Witterung sey von der Art, daß, um ihr zu widerstehen, die Menschen von Erz seyn muͤßten, daß die erste Division in dem jammervollsten Zustande angelangt, und der Chef derselben, Don Antonio Seoane, un— tauglich fuͤr den Dienst geworden sey. — Drei Compagnieen des bekannten 2ten leichten Regiments haben bereits Gelegenheit ge— funden, sich auszuzeichnen; sie ruͤckten von Burgos aus gegen die Corps des Arrayo und Villalobo, toͤdteten ihnen uber 10 Mann und zwangen die uͤbrigen zur Flucht. Diese Insurgenten wa— ren mit einer steinernen Kanone versehen, welche sie im Stiche ließen. Ein bekannter Insurgenten⸗Chef, Gregorio Morales, wurde in der Provinz Avila gefangen genommen und erschossen. Am 16. Abends uͤberfiel ein Trupp von 50 Karlisten den Flecken Puerto Lapiche in der Mancha, wurde aber von den, obgleich schlecht bewaffneten Urbanos in die Flucht geschlagen. Merino, welcher am 28. November in die Provinz Segovia eingefallen war, ist am Sten d. uͤber den Duero zuruͤckgegangen. Er hatte uͤber 150 Pferde, und die Truppen der Koͤnigin, welche von allen Seiten gegen ihn an—⸗ ruͤckten, konnten nicht zum Gefecht mit ihm kommen, da er ihnen stets entging. In Loca ließ er den Korregidor erschießen. — In Cadix hat man eine Verschwoͤrung entdeckt. Indem man die bei Alguiras erschienenen Trupps verfolgte, verhaftete man in S. Fernando die beiden Anfuͤhrer derselben; es ergab sich, daß der eine von ihnen, ein vormaliger Kammerdiener des Don Carlos, Na⸗ mens Antonio Lisar, und der andere dessen Bedienter, Namens Salvador Aguilar, war. In Folge der von ihnen gemachten Aussagen wurden in Cadix und der Umgegend mehrere ange— sehene Personen arretirt, wie der Marquis de Guerra in Puerto Real, der Pfarrer von Chiclana, der Kommandant des Cadixer Presidio, Brigadier Don Pedro Maria de Ugarte. Es heißt, daß die Verschwornen auf den Beistand von Loo dortigen Galee— ren⸗Sklaven, unter denen 409 gefangene Insurgenten, zahlten. — Die Ernennung des Herrn Medrand zum Minister des Innern ad interim machte die Wahl eines neuen Vice, Praͤsidenten der Prokuradoren⸗Kammer nothwendig; die meisten Stimmen fielen auf die Herren Marquis de Someruelos, Trueba Cosio, Riva—⸗ herrera und Carrillo de Albornoz; der Erstere erhielt die Bestaͤ⸗ tigung der Koͤnigin. Am 27sten ward die Diskussion uͤber die Wiedereinsetzung der Kaͤufer von Fideikommißguͤtern geschlossen, und jetzt beschaͤftigt sich die Kammer mit der Diskufsion des Gutachtens der Kommission des Innern. Diese hatte fuͤr das hier seit einigen Jahren bestehende Konservatorium der Musik 100,009 Realen bewilligt; bei der Abstimmung aber wurde diese ganze Summe verworfen, und das Institüt muß vermuth— lich eingehen. Dieses geschah vorzuͤglich auf Betrieb des Herrn Trueba Cosipo und ist als eine der Königin persöonlich zugefuͤgte Beleidigung zu betrachten, da sie dieses Institut in hohem Grade beguͤnstigte und jede Woche dort ein Konzert veranstaltete, zu welchem der Hof und die Diplomaten eingeladen wurden. Ih⸗ rerseits trifft die Koͤnigin an ihrem Hofstaate die groͤßten Ein— schraͤnkungen; dabei wird jedem verabschiedeten Diener ausdruͤck—⸗ lich bemerkt, daß die geringen der Koͤnigin von den Cortes be— willigten Geldmittel die Ursache der Dienst-Entlassung seyen. Die Abeja tadelt dieses bitter als eine Aufreizung zum Karlis⸗ mus, und ruͤhmt dagegen das Benehmen des Infanten Don Francisco de Paula, welcher zwar auch mehrere seiner Diener entlaͤßt, ihnen aber Geld-Unterstuͤtzungen gewahrt. Graf To⸗ reno gab am 2bsten einen gläaͤnzenden Ball, auf welchem die ver⸗ wittwete Koͤnigin erschien. J. M. geruhten, das ihr, dem Esta⸗ tuto zufolge, zustehende Veto diesmal auch auf die ihr vorge⸗ legte Liste der Eingeladenen auszudehnen, und mehrere Perfo— nen, unter andern den eben erwaͤhnten Insanten und dessen Gemahlin, Schwester J. M., zu streichen. Vom diplomatischen Corps waren nur die Repraäͤsentanten derjenigen Machte einge= laden, welche die jetzt bestehende Regierung anerkannt haben. Auch die Minister der Marine und der Justiz hatten keine Ein⸗
ladung erhalten. J. M. tanzten mit dem Britischen Gesandten