der Kommission auszuschließen. Es folgten darauf noch einige Debatten, in deren Verlauf es wieder zu Persoͤnlichkeiten zwi⸗ schen Lord Mahon und Herrn Ward kam, und die Motion des Herrn Finn wurde schͤeßlich angenommen und die Kom— mission ernannt. Der Subsidien⸗Ausschuß wurde bis Freitag perschoben, und Herr Hume zeigte an, daß er an diesem Tage darauf antragen werde, die Veranschlagungen fuͤr das Feldzeug⸗ Amt erst noch einer Pruͤfungs⸗Kommiffion zu uͤberweisen. Auf eine Frage desselben Mitgliedes erklärte Sir R. Peel am Schluß der Sitzung, daß Lord Canterbury wegen einer Unpaͤß⸗ lichkeit in seiner Familie, nicht aus öffentlichen Gruͤnden, die ihm übertragene Misslon nach Kanada abgelehnt habe.
London, 24. Maͤrz. Ihre Majestaͤt die Königin ist jetzt von ihrer letzten Unpaͤßlichkeit wieder vollig hergestellt, und auch der . erfreut sich der besten Gesundheit. Der Kinderball, welcher übermorgen zur Feier des Geburtstages des Prinzen Georg von Cambridge stattfinden sollte, ist ubrigens noch aufge⸗ schoben worden. Ihre Majestaͤt werden, der Morning Post ufolge, nicht vor Ende des nächsten Monats ihren dauernden lufenthalt in London nehmen.
Der Standard sagt, es wuͤrden zwar Lord Heytesbury, Sir G. Murray und Graf Jersey als Kandidaten fuͤr den Bot—⸗ schafter⸗Posten in St. Petersburg genannt, und es sey auch sehr moglich, daß einer von diesen Herren diese Stelle erhielte, bis jetzt aber habe das Ministerium noch nichts entschieden, und . a Alles, was in dieser Beziehung verlaute, noch bloßes Berücht.
Die Gemahlin des Viscount Canterbury ist seit einigen Tagen wieder ernstlich unwohl; sie befand sich in der letzten Zeit oͤst rs unpäßlich. Der Viscount hat des halb auch die ihm uͤber— tragene Misslon nach Kanada ablehnen muͤssen (s. Unterhaus); wenigstens wird dies allgemein als Grund seiner Weigerung angegeben, wenn auch die Opposttions-Blaͤtter, namentlich der Courier, andere Ursachen hervorsuchen und den Grund in dem anzeblich unsicheren Zustande des Ministeriums finden wollen.
Daß Sir R. Peel sich in der gestrigen Sitzung des Un— terhauses dem Antrage auf Niedersetzung eines Ausschusses zur Untersuchung des Zustandes der Orangisten⸗Logen in Irland nicht widersetzt hat, ist den Opposttions Blaͤttern etwas unerwartet ge⸗ kemmen; sie meinen natuͤrlich, er habe es nicht gewagt, eine Ab- stimmung daruber zu veranlassen, weil er in keinem wichtigen Punkt uͤber die Majoritaͤt des Hauses gebieten koͤnne und also ben Mantel immer nach dem Winde haͤngen muͤsse.
Die Times meint, die Erprobung der Staͤrke beider Par— teten im Unterhause sey am Freitage bei der Irlaͤndischen Zehn⸗ ren- Frage unnützer Weise und zu ihrem eigenen Ungluͤck von der radikalen Whig⸗-Faction hervorgerufen worden, und letztere habe sich ihre Niederlage, die von schlimmer Vorbedeutung fuͤr si⸗ sey, selbst zuzuschreiben. Fuͤr bemerkenswerth hält dieses Blatt, daß bei jener Debatte die Phalanx der „Kirchen-Eigen⸗ thums. Verwender“ sich um zwei neue Rekruten vermehrt habe, Tord Howick und Heren Spring Riree. „Herr Ward“, sagt die Times, „war unfreundlich genug, dem edlen Lord (Howick) da⸗ za Gluͤck zu wuͤnschen, daß er sich auf diese Weise fuͤr die Ver— wendung der Ueberschuͤsse des Kirchenvermoͤgens in Irland zu anderen als kirchlichen Zwecken verpflichte, und aͤußerte mit schlauem Ernst seine Betruͤbniß daruͤber, daß er in der vorigen Sässion durch eine vorzeitige Darlegung seiner eigenen Ansichten über diese Angelegenheit die Mitwirkung Sr. Herrlichkeit in Anspruch genommen haͤtte, ehe Se. Herrlichkeit noch in der Lage gewesen, die Sache unterstuͤtzen zu koͤnnen.“ Dann stellt die Times ihre Betrachtungen uͤber das Benehmen des Herrn O'Connell an, der bei Gelegenheit dieser Debatte wieder eine der heftigsten Reden gehalten. „Man sollte diesen Mann fragen“, sagt sie, „was er jemals fuͤr das Irlaͤndische Volk, ja sär irgend ein menschliches Wesen, außer fuͤr sich selbst, gethan, kbenn als neulich ein Antrag zu Gunsten der Irlaͤndischen Ar— men⸗Gesetze gemacht wurde, der einzige Antrag, wobei es sich um die Nothleidenden jenes Landes handelte, da sprach O' Con— nell gegen die Einfuͤhrung solcher Armen-Gesetze und meinte, es wäre besser, man uͤberließe es den Irlaͤndischen Armen selbst, fur die Armen zu sorgen, eine Buͤrde, die wenigstens min— der schwer fuͤr sie zu tragen seyn wurde, wenn sie nicht auch noch fuͤr Daniel O Connell sorgen mußten.“
Die Summe, welche von der den Irlaͤndischen Geistlichen im Jahre 1833 zur Entschaͤdigung fuͤr den ausbleibenden Zehn⸗ zen bewilligten Million noch uͤbrig ist und nach dem Vorschlage der Minister zu gleichem Zweck fuͤr die ruͤckstaͤndigen Zehnten des Jahres 1834 verwandt werden soll, duͤrftt zwar, wie die Times meint, da sie nicht viel uͤber 300,000 Pf. betraͤgt, kei⸗ nes weges hiareichen, um die Anspruͤche der Geistlichen zu be⸗ friedigen, doch glaubt dieses Blatt, daß die Letzteren, da sie den Zehnten ohne Blutvergießen nicht einzutreiben vermochten, da⸗ durch doch wenigstens etwas aus ihrer Verlegenheit gerissen wer— den und einige Erleichterung erhalten wurden. .
Die Times eiklaͤrt sich zu der Versicherung ermaͤchtigt, daß Sir E. Sugden sich habe vewegen lassen, Lord⸗Kanzler von Irland 6 bleiben, und daß er noch gar nicht von Dublin hier⸗ her zurückgekehrt sey. „Dieser Entschluß“, sagt sie, „gereicht ihm zu großer Ehre und wird fuͤr den Staatsdienst in Irland pom wesentlichsten Nutzen seyn.“ Der Courier meint, Sir Edward Sugden moͤge nur seine Verzichtleistung auf eine Pen⸗ sion nicht vergessen, im Fall er etwa nach vierzehn Tagen sich doch wieder , muͤßte.
Herrn Ward 's Antrag auf Aussetzung des Subsidien⸗-Aus—⸗ schusses uͤber die Armee⸗Veranschlagungen steht noch immer in dem Journal des Unterhauses verzeichnet; „das ehrenwerthe Mitglied“, sagt der Courier, „hat seine Motion also nicht aufgegeben, sondern sich vorbehalten, nach den Umstaͤnden zu
andeln.“ d Der jetzige Sprecher, Herr Abercromby, hat am Sonnabend mit feiner Familie seine neue Amtswohnung in Carlton-Gardens
ezogen. * Der Courier sagt: „Wir bedauern sehr, daß Mina dem Kriege in Spanien eine so barbarische Wendung gegeben hat. (Vergl. die Proelamation dieses Generals im Artikel Spanien.) Solche Grausamkeiten, wie er androht und bereits ausgeuͤbt hat, darf die Presse nicht in Schutz nehmen, von wem und in wes⸗ sen Namen ste auch geboten werden. Mina und die Navarre⸗ sen sind getheilter Meinung daruͤber, wer Koͤnig von Spanien yn soll; sie moͤgen ihren Zwiespalt, wenn sie wollen, auf dem Schlachtfelde ausfechten, aber die kaltbluͤtige Ermordung von je nem unter 5 Einwohnern von Lecaroz, die doch auch Unter⸗ thanen der Königin von Spanien sind, ist die abscheulichste
ausamkeit. 9 9 der heutigen Boͤrse waren die Fonds etwas gedruͤckt, weil man sich hinsichtlich des Resultats der von Lord John Rus⸗ ell zum nachsten Montag angesetzten Motion in Betreff der Ir⸗ ländischen Kirche in peinlich gespannter Erwartung befindet.
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Niederlande.
Aus dem Haag, vom 24. Marz. Aus Herzogenbusch wird unter dem gestrigen Datum gemeldet, daß eins der Lager und wahrscheinlich das von Rijens in diesem Jahre vermuthlich im Juni bezogen werden wird. Da das aktive Heer durch Beurlaubung der Schuttereien merklich vermindert ist, so wird das Lager wahrscheinlich aus Truppen der drei Infanterie⸗Divi⸗ sionen zusammengesetzt werden.
Schweden und Norwegen.
Stockholm, 20. März. Die heutige Statstidning enthaͤlt nun die amtliche Anzeige, daß Se. Majestaͤt den Staats rath Freiherrn Akerhjelm auf sein Ansuchen von der Vorsitzer⸗ stelle bei der Verwaltung der Gefaͤngnisse und Arbeits-Anstalten in Gnaden entlassen und an seine Stelle den Kriegshofagerichts⸗ rath Liwijn mit dem Titel als General⸗Direktor ernannt haben.
Freiherr L. A. Mannerheim, im Jahre 1809 eines der thaͤ— tigsten Mitglieder in dem damaligen Constitutions- und consti⸗ tuirenden Ausschusse, spaͤter sehr geachteter reichsstaͤndischer Ju⸗ stiz Bevollmächtigter, ist im S6sten Lebensjahre verstorben.
Dänemark.
Kopenhagen, 24. Maͤrz. Nachdem Se. Maj. mittelst Resolution vom 13. Sept. v. J. angeordnet, daß die bisherigen Distrkts-Jaͤgermeister⸗Posten in den Herzogthuͤmern Schleswig und Holstein kuͤnftig eingehen und an deren Statt nur zwei Jägermenster, nämlich einer in jedem Herzegthum, und außerdem ein Ober-⸗Forstbeamter unter der Benenn ing „Ober⸗Forstmeister“, welchem letzteren die Ober⸗Inspection uͤber saͤmmtliche Forsten, sowohl in den genannten beiden Herzogthuͤmern als in Däͤne— mark, unter der Direction der Rente-Kammer, zu uͤbertragen sey, angestellt werden sollten, sind mittelst Resolution vom 10. Februar d. J. noch einige nähere Bestimmungen in dieser Ruͤck, sicht erlassen worden. Zum Ober-Forstmeister ist der bisherige DistriktsJägermeister, Kammerherr und Hof-⸗Jägermeister von Krogh auf Nygaard, und zum Forst- und Jaͤgermeister im Her— zogthum Schleswig der bisherige Ober-Foͤrster, Hof Jaͤgermeisster von Krogh auf Taapdrup, ernannt worden.
Am ten d. ist der Konferenz- Rath und General-Post-Di— rektor und dirigirendes Mitglied der Direction fuͤr die allgemeine Pensions Kasse, E. W. Lange, auf sein Ansuchen, als General— Post-Direktor entlassen, und der Konferenz-Rath und erste , D. Monrad zum General⸗Post-Direktor ernannt worden.
Deu tesch land.
Hamburg, 27. Maͤrz. Die Grafen Joseph und Paul Esterhazy, Kaiserlich Oesterreichische Kaͤmmerer, sind von Wien hier angekommen, und werden, dem Vernehmen nach, weiter nach Kopenhagen reisen, wo der Erstere dein Königlichen Hofe die Notification vom Ableben Sr. Majestaͤt des Kaifers Franz l. uͤberbringen wird.
Es wird den Reisenden zwischen hier und Berlin erfreulich seyn, zu vernehmen, daß nun wirklich mit der Chaussee⸗Anlegung durchs Lauenburgische im April der Anfang gemacht wird. Um das Werk zu foͤrdern, wird bei Bergedorf, Schwarzenbeck und Lauenburg zu gleicher Zeit die Arbeit vorgenommen werden.
Dresden, 18. Maͤrz. Unter den Veraͤnderungin, die in den obersten Verwaltungsstellen bevorstehen, erregt die, wenn auch offiziell noch nicht ausgesprochene, doch als sicher angesehene Beauftragung des rastlos thätigen Finanz⸗Ministers v. Zeschau mit dem Portefeuille des Ministers der auswaͤrtigen Angelegen— heiten, das er zugleich mit uͤhernehmen wird, lebhafte Theil— nahme, da Jedermann uͤberzeugt ist, daß es in keine geschaͤfts— kundigeren Haͤnde gelegt werden koͤnne. Noch ist aber seit Breuers Tod die Stelle eines Buͤreau-Chefs in diesem Mini— sterium nicht besetzt. Man glaubt, daß der General-Adsutant und Obrist von Luͤtzerode, der auch den Prinzen Mitregenten, als dieser dem Kaiser Nikolaus in Berlin seinen Besuch ab stattete, dahin begleitete, wieder zu seiner Mission nach St. Pe— tersburg zuruͤckkehren werde. Der Staats-Minister von Lin— denau ist seit 14 Tagen auf Urlaub in Altenburg, wo er seine Guͤter hat, um als Kammer- Direktor bei den dortigen Land— tags-Verhandlungen gegenwartig zu seyn.
Munchen, 22. Maͤrz. In Fuͤrth ist vor einigen Tagen der ehemalige Koͤnigl. Preuß. Professor A. Wolfsohn, als Ori— entalist und gelehrter Exeget, so wie als Herausgeber der Zeit— schrist „der Sammler,“ sehr geachtet, im 79sten Jahre seines Alters mit Tode abgegangen. .
Augsburg, 24. März. Der Marschall Marmont hat an die Redaction der Allgemeinen Zeitung folgende Zuschrift gerichtet: „Malta, 22. Febr. Eben las ich in verschiedenen Journalen einen Artikel uͤber Aegypten und meine Ansichten daruͤber, wie es scheint aus Ihrem Blatte gezogen. Ich weiß nicht, wer sich damit beschaͤftigte, jene Geruͤchte zu verbreiten, aber ich erklaͤre Ihnen, daß ich die in jenem Artikel mir gelie— henen Ansichten foͤrmlich desavouire, besonders die beleidigenden Ausdruͤcke gegen Mehmed Ali. Ich ersuche Sie, dieses Schrei— ben in Ihr Blatt einruͤcken zu wollen, und erwarte es von Ih— rer Unparteilichkeit. Empfangen Sie ꝛc. Marschall, Herzog von Ragusa.“
Stuttgart, 24. März. Der Franzoͤsische Botschafter am Kaiserl. Oesterreichischen Hofe, Graf von Sainte⸗Aulaite, ist gestern Abend auf seiner Reise von Paris nach Wien hier ein— getroffen und nach wenigen Stunden wieder abgereist.
Oester reich.
Wien, 24. Maͤrz. (Amtlicher Artikel der Wiener Zeitun⸗ gen.) Die auf dem gegenwaͤrtigen Reichstage versammelten Üüngarischen Stände, von Sr. Kaiserl. Koͤnigl. Apostolischen Majestäͤt mittelst Königl. Reskripts vom 2. März d. J. von dem höͤchst betruͤbenden Hintritte weiland Sr. Majestät des Kaisers und Königs Franz des Ersten glorreichen Angedenkens, so wie davon, daß nunmehr Allerhoͤchstdieselben den Thron be— stiegen und die Regierung auch in dem Koͤnigreiche Ungarn und den dazu gehörigen Nebenlaͤndern uͤbernommen haben, unterrich— tet — beschlossen alsobald, in dankbarer Erinnerung der vaͤter⸗ lichen Huld und Gnade, welche der verewigte Monarch der ge— treuen Ungarischen Nation im Laufe Seiner glorreichen Regie⸗ rung erwiesen hat, Sr. Majestaͤt dem jetzt regierenden Kaiser, ihrem beretts gekroͤnten Koͤnige, ihre ehrfurchtsvolle Huldigung allerunterthaͤnigst darzubringen und zu diesem Ende eine feier— liche Deputation an das Allerhoͤchste Hoflager zu senden, welche an den Stufen des Allerhoͤchsten Thrones ihren tiefen Schmerz uͤber den Verlust ihres vaͤterlichen Herrn und Koͤnigs Franz J.
und die Aeußerungen ihrer unwandelbaren Treue und Ergeben⸗
heit ausdrucken sollte. — Am 23sten Maͤrz d. J. ist dieser Deputation die Gnade zu Theil geworden, sich ihrer ehrenvollen Sendung zu entledigen. Nachdem sich die Mitglieder derselben in dem Ge⸗
Lebehochs bei dem fuͤr das Wohl Sr. Majestaͤt des jetzt regt,
baͤude der Koͤniglich Ungarischen Hof⸗-Kanzlei versammelt hatten begab sie sich, vor 11 Uhr Vormittags im feierlichen Zuge ii die K. K. Hofburg, wo sie mit dem uͤblichen Ceremoniell empfan⸗ gen wurde. — Bei Sr. Majestät dem Kaiser und Konig vor. gelassen, hielt der Patriarch, Erzbischof von Erlau, als Sprecher der Deputation, an den Stufen des Thrones eine gehaltvoll dem Auftrage der Deputation entsprechende Rede, in Lateinischi Sprache, welche von Sr. K. K. Apostolischen Masjestaͤt mit Won, ten der Huld und Gnade in derselben Sprache beantworte wurde. — Von hier begab sich die gesammte Reichs⸗Deputatian zu Ihrer Majestaͤt der Kaiserin-Koͤnigin, um auch Allerhoͤchs⸗ derselben ihre tiefe Ehrfurcht zu bezeigen. Ihre Masestaäͤt ger ruhten, die Rede des vorgedachten Patriarchen-Erzbischofs gůi⸗ digst aufzunehmen und in Lateinischer Sprache huld voll zu er wiedern. — Endlich verfuͤgte sich die Reichs-⸗Deputation zu Sr Kaiserlichen Hoheit dem Herrn Erzherzog Franz Karl, dann aber zu Ihren Kaiserlichen Hoheiten den uͤbrigen hier anwesen den und bei Sr. Kaiserlichen Hoheit dem Herrn Erzher, zoge Karl versammelten Erzherzogen, um die Gefuͤhle 5 rer Ehrfurcht und ihrer treuen Ergebenheit an das Ast Durchlauchtigste Erzhaus auszudrucken. Sie wurde uͤberall m Beweisen von Huld empfangen und entlassen, sodann aber mj einem feierlichen Mahle bei Hofe bewirthet, wobei sich das 6j fuͤhl des tiefsten Schmerzes uber den Verlust des den Henn] aller Ungarn unvergeglichen Monarchen durch die wahrend in! ganzen Dauer des Mahles beobachtete ehrerbietige Stille au,.
sprach, die nur durch den enthusiastischen Zuruf des innigen
renden Kaisers und Königs und des gesammten erlauchten Ki serhauses ausgebrachten Toast unterbrochen wurde. — Es a nicht bloß in dem Auftrage, sondern auch in den persoͤnlicht Wuͤnschen der Deputation, auch bei Ihrer Majestaͤt der Kasso rin⸗Mutter vorgelassen zu werden. Allerhoͤchstdieselben von den
Verluste, welchen Sie kuͤrzlich erlitten haben, und dessen Erxhn—
9 w erselben.
andnehmen dieser verderblichen Umtriebe kann zwar die Großher⸗ uglich Badische Regierung auf fremhem Gebiete nicht erheben, sie fat aber mit Sorgfalt die dͤußern Erscheinungen und Wirkungen zerselben im Nachbarland beobachtet, und die ibrer Kenntniß des gahren Zustandes zu Grunde liegenden Thatsachen beruhen auf der ptorietaͤt dieser letztern und zum Theil auf der in einzelnen An⸗ zrdnungen Schwelzerischer Behörden selbst liegenden Anerkennung (Schluß folgt.)
Ftalten.
Parma, 15. Maͤrz. Ihre Masestaͤt die Frau Eiben e nn Narie Luise, Herzogin von Parma ꝛc., haben auf die Nachricht von dem hoͤchstbetruͤbenden Todesfall Ihres erlauchten und in— igstgeliebten Vaters Sr. Maj. des Kaisers Franz ., vom 7. D. M. angefangen, eine sechsmonatliche Hostrauer angeordnet. Am 9. haben Ihre Maj. mit Ihrem gesammten Hofstaate den Vigilien, und am 10. den feierlichen Exequien beigewohnt, die in der Hof⸗Kapelle gehalten wurden.
Neapel, 11. März. Die Nachricht von dem Ableben Sr. Maj. des Kaisers Franz ist hier vorgestern durch einen Courier angelangt. Der Koͤnigl. Hof, von diesem Ereignisse auf das Schmerglichste betroffen, hat auf vier Monate Trauer ange— legt.
Spanien.
Madrid, 13. Maͤrz. (Journal des Débats.) In
der Sitzung der Prokuradoren-Kammer vom 12ten legte der
Minister des Innern folgenden Zusatz-Artikel zu dem Gesetz⸗ Entwurf uber die Organisirung der Stadt-Miliz vor: „Da der gegenwärtige Zustand sich in die Länge zieht und damit die kinien⸗ Truppen zur Unterwerfung der insurgirten Provinzen verwendet werden konnen, so ist die Regierung ermaͤchtigt, uͤberall,
wo sie es fuͤr zweckmaͤßig halt, die Stadt-Miliz unter die Be—
sehle der Militair-Behorden zu stellen.“ Dieser Artikel wurde der betreffenden Kommission überwiesen und dann die Diskus—
nerung die Deputation auf, eine, schmerzliche Weise ermun son der Budgets der verschiedenen Ministerien fortgesetzt.
haͤtte, zu tief ergriffen, haben indessen den Enpfang der Deyn tation verbeten, ihr jedoch die Aeußerungen Ihres Dankes um Ihrer Huld ausdruͤcken lassen.
Der Hofrath und Direktor der Staatsraths-Kanzlei, Vn cenz Pittrich, der heute sein 50jaͤhriges Dienst-Jubilaͤum felrn, hat von Sr. Maj. dem Kaiser das Ritterkreuz des Leopold-⸗Mn dens erhalten.
Der Kaiserl. Leibarzt, Edler von Raimann, ist zum Wu lichen Hofrathe ernannt worden.
Im Königreiche Boͤhmen sind im vorjgen Jahre 160 3j Kinder geboren worden; es starben 122,171 Personen. Getran wurden 31,970 Paare.
Schweiz.
Von Baden ist an den Regierungs-Nath von Bern eüst Antworts-Note eingelaufen; sie lautet, wie solgt:
„In einer unter dem sten d. M. an den unterzeichneten Grtöß⸗ herzogl, Badischen Staats⸗Minister der auswaͤrtigen Angelegenhez— ten gefaͤlligst gerichteten Note haben JJ. EE. die HH. Schulthelß und Regierungs- Rath des eidgendssischen Vororts Bern ihr Be fremden daruͤber ausgedruckt, daß die Verordnung des Großherzagl Ministeriums des Innern vom 14. Februar, in Betreff des Wan= derns der Handwerks⸗Gesellen in die Schweiz und deren Aufen— halts daselbst, ohne vorgaͤngige Erkundigung bei den Schweizen, schen Behörden über die Richtigkeit der sie moͤtivirenden Thatsachen, erlaßsen worden sey, und zugleich die Erwartung ausgesprochen, daf die Großherzogl. Regierung sich bewogen finden werde, di- getraf⸗ fenen Maßregeln, als nach dorté iger Versicherung auf ungi= gründeten Voraussetzungen beruhend, wieder zuruͤckzunehmen 3 doch wesentlich zu modifiziren. Hochdieselben haben sich fernt bei dieser Veranlassung durch angeblich aus zuverlaäͤssiger Quel erhaltene Kunde von außerordentlichen Militair⸗Anstakten, wil— che Großherzogl. Badischer Seits laͤngs der Schweizer-Gräͤne etroffen seyn sollen, in den Fall gesetzt erachtet, über den
weck derselben eine unumwundene Erklarung zu verlangen. Ih= dem der Unterzeichnete zuporderst dieser letzten Aufforderung ent⸗ spricht, darf er bei JJ. EE. den Herrn Schultheiß und Regie rungt⸗ Rath des eidgendssischen Vororts Bern im Vertrauen auf ihre rich tige Beurtheilung der Verhaͤltnisse, jedenfalls die Ueberzeugung vob— aussetzen, daß von keinen diesseits getroffenen Anstalten die Ren seyn konne, welche etwas Anderes, als eine noͤthig befundene Sicht stellung des Großherzogthums zum Gegenstand hatten; er entstcht jedoch nicht, hierauf weiter ergebenst zu bemerken: daß zur Zeit qht in dieser Beziehung getroffene Maßregeln lediglich in einigen vt sorglichen Anordnungen bestehen, um nbthigenfalls ohne Zeitverlut milttairische Hüͤlfe aus den dermaligen Garnison-Plaͤtzen der Grof herzoglichen Truppen auf entferntere Punkte der Landesgräͤnze ver— bringen zu konnen. Was sofort die vorerwaͤhnte Verordnung vnn 14. Februar d. J. betrifft, so wird durch dieselbe im Wesenilichtt nur die fruͤhere unterm 9. Oktober v. J. hinsichtlich des Aufen halts der Badischen Handwerks-Gesellen im Kanton Bern erlassej und dem damaligen hohen Vorort durch den Großherzoglichen M' nister⸗Residenten bei der Eidgenossenschaft zur Kenntniß gebracht Verordnung, vermoͤge der dem Großherzoglichen Minißterium zͤtz Innern im Aten Artikel derselben eventuell ertheilten Ermaͤchtigum auf die ganze Schweiz ausgedehnt, und der Unterzeichnete könn
sich daher, — den von JJ. ECE. den HH. Schultheiß und Regierung
Rath des eidgenbssischen Vororts Bern genommenen Standpunkt ih Organ der eidgenbssischen Gesammtheit festhaltend, mit Bezugnahm auf die damals stattgefun denen Erdrterungen, — gegenwaͤrtig wohl uf die Erklaͤrung beschraͤnken, daß seither auch in andern Theilen da Schweiz Wahrnehmungen aͤhnlicher Art wie jene, welche die erst Anordnung veranlaßt hatten, gemacht worden seyen, und daß diestt Umstand sowohl, als die erkannte Unmöglichkeit, einzelne Kanton ferner auszuscheiden ohne die Wirksamkeit der getroffenen Maßrege zü gefährden, die nunmehrige Ausdehnung derselben nöthig gemich habe; indessen ist Alles, was sich auf die in neuerer Zꝛit eingetretene beklagenswerthe Störung der alten freundnachbarlichen Verhaͤltnist zwischen dem Großherzogthum Baden und der Schwelzerischen Eid= genossenschaft bezieht, auch für die Großherzogl. Regierung ein zu ernster und wichtiger Gegenstand, als daß nicht die gegebene Veranlassung ergriffen werden sollte, um einige weitere Bt⸗ merkungen beizufügen. Schon lange mußte eine, planmaͤßige Beah⸗
beitung und Verführung der in der Schweiz befindlichen Beutschen e
Handwerker durch die in diesem Lande vereinten revoluttonnagiren Abenteurer, und das Unwesen der daselbst zu solchem Zweck gestifte— ten Vereine und veranstalteten offentlichen Versammlungen, wodur diese Individuen mit Abziehung von ihrem Beruf, in einer unng⸗ türlichen politischen Aufregung erhalten, und denfelben Grundsaͤtz
eingepraͤgt werden, welche mit der in ihrem Vaterland bestehenden,
überhaupt mit jeder gesetzlichen Ordnung unvertraͤglich sind, un welche sie bei der Rückkehr in die Heimath, selbst' verdorben füt ihre Bestimmung zu nützlichen Buͤrgern, als fortwirkendes revolu⸗ tionnaires Element in die Masse des Volkes verbreiten sollen, die Aufmerksamkeit der Großherzoglich Badischen, fo wie anderer benachbarter Regierungen in Änsprüch nehmen, und sie nach vergeb— lichen Versuchen, in der Schweiz selbst eine durchgreifende Absteliung dieses Uebels zu erwirken, um so mehr zu Maßregeln gegen desse
Ausbreitung bestimmen, als jene irre geleiteten Handwerker von ih⸗
ren Verfuͤhrern selbst zu gewaltthaͤtigen, ohne Scheu betriebenen, und wenn gleich unsinnigen, doch die Sicherheit der angraͤnzenden Stgaten taͤglich bedrohen den Unternehmungen mißbraucht werden wollen. Amtliche Belege uͤher das Forthestehen und uͤher das lieber⸗
.
ien Klasse als Beute versprechen. Hung der Cortes erlassenen Gesetze machen die Partei der Abso⸗
n dungen 231;
Das Eco del Comercio macht einige Bemerkungen uͤber den Eintritt der drei neuen Minister, Medrano, Dehesa und Valdez, in das Kabinet. Ungeachtet der Erklaͤrung von Mar—
nnez de la Rosa, in der Sitzung vom 9ten, daß die Ernennung
des General Valdez nichts in dem bisherigen Gange der Regie— rung aͤndern werde, glaubt dies Blatt dennoch, daß diese Mo— bisiirung des Kabinets vortheilhaft fuͤr die fortschreitenden In— stiutionen seyn werde, und daß dies ein erstes, den Forderungen der oͤffentlichen Meinung gemachtes Zugestaͤndniß sey. Die Nachricht von der Ernennung des Fuͤrsten von Aglona um General-Inspecteur der Kavallerse hat sich nicht bestäͤtigt. agegen behaupten gut unterrichtete Personen, daß Rodil die Ge—
neral-Inspection der Infanterie an die Stelle des Generals Balanzat, der zur Kriegs⸗Kemmission des General⸗Conseils ver—
setzt wird, erhalten werde. Der Brigadier Don Valentin Ferraz ist zum Feldmarschall und General⸗-Inspecteur der Kavallerie er— nannt worden. Das General-Kommando der Garde⸗-Kavallerie und der Generalstab der Armee sind aufgehoben. Der General Mina hat am 14. Maͤrz aus seinem Haupt—⸗ Quartier zu Narbarle folgende Proclamation erlassen: „Navarresen! Als ich das Amt eines Vice-Koͤnigs von Navarra und das Kommando der Armee uͤbernahm, sagte ich Euch, daß ich enen lebhaften Antheil naͤhme an dem, was Ihr leidet, und daß ih, als Navarrese, das Elend beklagte, welches das Land meiner Geburt betroffen hat. Ich bot Euch Frieden, wenn Ihr, gehorsam siner Stimme, den Uneinigkeiten enisagtet, welche von weren genährt werden, die sich selbst auf Kosten Eures Blutes zu berei⸗ ern suchen, und drohte Euch zuletzt mit einer furchtbaren Zuͤchti= zung, wenn Ihr in Eurer Blindheit beharrtet. Leider ist dies der Fall ge⸗ zesen, und von heute an beginnt erst der Krieg in Navarra. Far Gn fe⸗ earoz hat Ihre Majestaͤt un d das Land verrathen und bffentlich die Feinde,
zelche es quaͤlen, beschüͤtzt, indem es bis heute, gegen die bestehenden
m Waffen und Munition der Insurgenten verborgen hat. Seine Bewohner flohen bei der Annaäͤhexung unserer Truppen, und beigerten sich, nach der an sie ergangenen Aufforderung, die Be— wegungen des Feindes mitzutheilen. Lecaroz ist heute in Flammen zugegangen, und von seinen Bewohnern ist zur Strafe fuͤr ihr Ver⸗ gehen immer der fuͤnfte Mann erschossen. Dasselbe Schicksal erwar⸗
tt die ganze Bevölkerung und einen jeden Einzelnen, welcher dem.
Beispiel von Lecgroz folgt, und ich werde eine verbrecherische, hart⸗ ückige und schimpflichs Empörung durch die Gewalt der Waffen austotten, wenn Ihr Euch nicht mir verbindet, so lange ich noch ge⸗ neigt bin, Euch zu verzeihen. Navarresen! erinnert Euch, daß ich mene Versprechungen zu erfuͤllen weiß. Mina.“
Die Abeja sucht darzuthun, daß die vorzuͤglichsten Wohl— theten der Freiheit den Spaniern durch die Regierung der Kö— migin gesichert seyen, und daß die Nation ihre Aufmerksamkeit nicht von der wirklichen Gefahr, das heißt von dem Aufstande in Navarra, abwenden solle. „Die Barbaren des Nordens“, heißt es in diesem Blatte, „welche das Roͤmische Reich verwuͤste— en, und uͤberall die Fackel des Lichts zerstoͤrten, sind dem süd— ichen Europa nicht verderblicher geworden, als es fuͤr uns eine nvasion der fanatischen Navarresen seyn wuͤrde, wenn es ihnen Klingen sollte, ihren blutduͤrstigen Praͤtendenten (!) auf den hron von Spanien zu setzen. Die Absolutisten verzei⸗ hen nicht; die Grausamkeit ist bei ihnen eine Beglei— hrrin der Unwissenheit. (Man vergleiche hiermit die Pro— clmation des Generals Mina.) Sie gewinnen fuͤr ihre
ache den Pöbel der am wenigsten aufgeklaͤrten Provinzen; le schmeicheln dem Elende und der Grobheit der untersten Klas⸗— n, indem sie ihnen die Pluͤnderung der reichen und unterrich— Alle seit der Wiedervereini—⸗
uutisten zittern. Unsere Wiedergeburt ist ein Verbrechen fuͤr die nrtei, da sie zu gleicher Zeit ihre lebhaftesten Interessen an— Rift. Seyd daher auf Eurer Hut! Lasset uns den furchtbaren . des Feuers, welches in Navarra brennt, und dessen Fun— in uͤberall hinfliegen, nicht aus den Augen verlieren. Dort nlssen wir unsere Freiheit erobern, wo sie taͤglich in Gefahr ist, lange die absoluͤtistische Rebellion sich in dieser drohenden tellung erhalt.“ „Das Boletin oficial de Vizegja, welches in Bilbao
ch ürscheint, enthalt bei Gelegenhelt der Fasten und' des in dieser
Beit statisindenden Gottesdienstes einen Artikel, um die Einwoh— ner vor den treulosen Rathschlaͤgen gewisser Geistlichen zu war⸗ M die unter dem Siegel der Beichte sie zu uͤberreden fuchten, (mmit den Insurgenten zu verbinden, oder die, wie es schon beschehen sey, denjenigen Lie Absolution verweigerten, welche kei⸗ gen Eifer für die Sache des Don Carlos zeigten. 6. Die real audiencia von Madrid (eine Art von Assisen-⸗Ge— . zaͤhlt in ihrem offiziellen Bericht folgende im Jahre 1834 adrid begangene Verbrechen auf: Mordthaten 35; Verwun— Diebstahl und Betrug 210; Aufruhr 121, Falsch⸗ . 2; Schmaͤhschriften 18; Verfaͤlschungen von Unterschrif⸗ uus Widersetzlichkeit gegen Gerichts-Personen 19; Nothzucht ö. hebruch 113; Tragen verbotener Waffen 12; Herumtreiben verdaͤchtiges Benehmen 149; Beleidigungen 237; Verschwö—
gefeiert.
lungen von Verordnungen,
361
rung 69; Selbstmorde 3; Unenthaltsamkeit 3; Brandstiftungen 10; Gotteslaͤsterungen 16; Entweichen aus dem Gefaͤngnisse 8.
Türkei.
Belgrad, 20. Febr. In Kragujewacz, der Residenz des Fuͤrsten von Serbien, wurde am 2ten (14ten) d. M. eine glaͤn⸗ zende Haupt⸗National⸗Versammlung (Sirjetenska Supschtina) An diesem Tage, als einem großen Feste der Griechl— schen Kirche, ging der Fuͤrst Milosch mit seiner saͤmmtlichen Familie, allen Bischoͤfen, seiner Hof⸗Suite und dem ganzen versammelten Volke, etwa 10,000 Kẽpfe zaͤhlend, fruͤh vor Son⸗ nen⸗Aufgang in die Kirche, wo nach abgehaltener Liturgie der Metropolit Peter das, Veni sancte“ zur bevorstehenden Haupt— Versammlung anstimmte. Darauf ging der Fuͤrst mit der ganzen Versammlung auf seine, bei der Kirche gelegene Wiese, in deren Mitte ein Altan errichtet war, welchen der Fuͤrst mit seiner Fa— milie, den Bischoͤfen und allen National-Herichts-Raͤthen bestieg und von wo herab er eine Rede an das Volk hielt.
Smyrna, 21. Febr. Im Journal de Smyrne liest man: „Die ploͤtzliche Ruͤckkehr der Englischen Eskadre giebt fort⸗ während zu mancherlei Vermuthungen Anlaß. Wir glauben, daß Admiral Rowley nur auf eine uͤůbertriebene Nachricht von dem unruhigen Zustande, in welchem sich Konstantinopel nach Entdeckung der Verschwoͤrung im verflossenen Monate befinden, und wodurch seine Gegenwart an diesen Kuͤsten noͤthig werden konnte, Malta verlassen hat. Ein Umstand scheint zu zeigen, daß Admiral Rowley selbst diese Besorgnisse nicht theilte: er hatte Gesundheitswaͤchter von Malta an Bord genommen, um ohne neue Quarantaine mit seiner Flotte nach dieser Insel zu— ruͤckkehren zu koͤnnen. Jetzt scheint er indessen seinen Aufent— halt bei Vurla verlaͤngern zu wollen, da er seit zwei Tagen mit dem Lande zu kommuniziren angefangen hat. Die Brigg „Chil⸗ ders“ soll mit Depeschen nach Alexandrien geschickt worden seyn. — Der Befehlshaber der Franzoͤsischen Station ist mit dem Li— nienschiffe „die Stadt Marseille“ und der Fregatte „Arthemise“ am 18ten d. nach Vurla gesegelt.“
Griechenland.
Unter der Rubrik Muͤnchen giebt die Allg. Zeitung Auszuͤge aus Griechischen Zeitungen, unter andern aus dem noch in Nauplia erscheinenden Sotir vom Anfange dieses Jahres. Mit Bezug auf dieses Blatt heißt es: „Nr. 2. ist mit persoͤn— licher Vertheidigung des Herrn N. Skuphos gegen General Pisa angefuͤllt, dann mit allgemeinen Betrachtungen uͤber Staats—⸗ Oekonomie und Preß⸗Freiheit. Unter den Notizen steht: „Durch Koͤniglichen Befehl wurden die Herren Monarchides und Bal— tinos zu außerordentlichen Kommissarien fuͤr Akarnanien und Aetolien ernannt, um den Zustand dieser Provinzen zu untersu— chen. Zugleich werden sie als Nomarchen functioniren und un⸗ mittelbar an die Regentschaft berichten.“ — Der Nomarch von Lakonien, Herr Palamides, ist eben so wie Herr Christides sei— nes Amtes entlassen (Beide sind Freunde von Koletti; Christi⸗ des war in Perachore sein Staats! Secretair und spaͤ— ter unter ihm Minister des Innern). Da beides nicht durch regentschaftliche, vom Minister des Innern (Koletti) kontrasignirte Entschließungen, sondern durch unmittelbare Signate der Regentschaft selbst, mit Umgehung des Ministers geschehen, so äußert daruͤber der Sotir vom 5. Februar un— ter anderm, indem er sich an die Mitglieder der Regent— schaft wendet: „Durchblättern wir die unermeßlichen Samm⸗ mit welchen die hohe Regent— schaft Hellas ausgestattet hat, von der Stunde, wo sie gluͤck— lich den Boden von Hellas betrat, so finden wir nach Ar— tikel g der Koͤniglichen Verordnung vom 3. April 1833, daß die Staats- Secretaire verantwortlich sind. Ihr aber entlas— set zwei Nomarchen ihres Amtes, Hrn. Palamides und Herrn Christides. Ihr habt ihre Absetzung fuͤr noͤthig gehalten und sie befohlen. Ihr habt daran recht gut gethan, wenn euch je—⸗ mand sagt, daß ihr dazu kein Recht gehabt. Zu derselben Zeit ernennt ihr außerordentliche Kommissarien in zwei andere Kreise und schickt ihnen ihre Dekrete unmittelbar zu, ohne daß ihr bedachtet, ob in Hellas nicht auch ein armes Ministerium besteht, welches eure Gesetze fuͤr verant— wortlich in allen Sachen der Verwaltung erklären. Dies Excellenzen! vergeben Sie uns, ist nicht recht, nein! nach dem Gesetze ist es ganz und gar nicht recht. Sie können nicht zu—˖ gleich Regenten und Minister seyn. Auch wissen wir nicht, ob wir uns in unserer Unwissenheit betruͤgen; denn unser Verstand sagt uns, daß auch der Befehl, den Sie Ihren außerordentli— chen Kommissarien gegeben haben, daß sie mit Ihren Excellen⸗ zen unmittelbar korrespondiren sollen, ebenfalls ein nicht sehr ge⸗ setzlicher Befehl sey. Wenn die K. Regentschaft allein und un— mittelbar verfährt, und ihrerseits die Minister uͤbergeht, so moͤge sie es nicht ungnaͤdig nehmen, wenn wir, ihren Fußtapfen fol— gend, die Minister unsererseits auch uͤbergehen und uns mit aller Ehrerbietung unmittelbar an Sie wenden. Denn an Einen haben wir auf jeden Fall das Recht uns zu wenden, und das Recht will nicht, daß dieser der Unschuldige sey.“
nl gn d.
Berlin, 29. Maͤrz. Gestern Abend um 10) Uhr ist der Wirkliche Geheime Staats- und Kabinets-Minister, Graf von Bernstorff, an den Folgen eines Schlagflusses, der ihn am 18ten d. M. betroffen hatte, hlerselbst mit Tode abgegangen. Der Koͤnig hat in ihm wiederum einen seiner treuesten und bewaͤhr— testen Diener in einer der hoͤchsten Stellungen des Staats ver— loren, dessen segensreiche Wirksamkeit die Geschichte zu wuͤrdi— gen wissen wird. Seine wahrhaft edle und liebenswuͤrdige Per— soͤnlichkeit bleibt allen Denen unvergeßlich, die jemals naͤher oder entfernter mit ihm in Beruͤhrung zu kommen das Gluͤck hatten. Einen Nekrolog dieses in jeder Beziehung ausgezeichneten Staats mannes behalten wir uns vor.
— Der Dr. med. Kortum zu Stolberg bei Achen beging am 19ten d. M. sein funfzigsähriges Doktor-Jubilaͤum. Zur Anordnung der Festlichkeit'n dieses Tages hatte sich ein beson— deres Comité gebildet. Nachdem am Vorabend das Gelaͤute der Glocken die Feier verkuͤndigt, versammelten sich am Festtage selbst die Orts-Behoͤrden, die Geistlichkeit, die Kaufmannschaft und die uͤbrigen Theilnehmer in einem der dortigen Gasthoͤfe, von wo aus sich die ganze Versammlung in einem festlichen Zuge nach der Wohnung des Jubilars in Bewegung setzte, um ihm ihren Gluͤckwunsch darzubringen. Der Buͤrgermeister Michels uͤberreichte dem Jubelgreise eine stark vergoldete Ehren-Vase, und der aus Achen eingetroffene Regierungs- und Medizinal— Nath Dr. Zitterland ein in den ehrenvollsten Ausdruͤcken abgefaßtes Schreiben der Koͤnigl. Regierung zu Achen und des Königl. Medizinal⸗ Kolleglums zu Koblenz. Von Goͤttingen ging das erneuerte Doktor⸗ Diplom fuͤr den Jubilar ein. Gegen Mittag trafen der Regie—
rungs⸗Praͤsient Graf von Arnim, und der Vice⸗-Praͤsident von Mallinckrodt aus Achen ein, und geleiteten den Jubilar, nach⸗ dem sie ihm ihren persoͤnlichen Gluͤckwunsch dargebracht, nach dem oberwaͤhnten Gasthofe, in dessen schoͤn geschmuͤcktem Saale ein Festmahl fuͤr 140 Perfonen veranstaltet worden war. An dem fuͤr den Jubilar bestimmten Platze stand ein ihm von den Bewohnern Stolbergs verehrter prachtvoller Sessel. Hierher gefuͤhrt hielt der Pastor von Alpen eine auf die Feier des Ta⸗ ges bezuͤgliche Rede, worauf der RegierungsPraͤsident, Graf von Arnim, dem Gefeierten das nachstehende Schreiben überreichte:
„Es ist durch die Koͤnigl. Regierung zu Achen zu meiner Kenntniß gelangt, daß Ew. Wohlgeboren am 19. Marz Ihr 50jaäͤhriges Doktor⸗Jubiläum feiern werden. Ich habe mich ver⸗ pflichtet gehalten, Sr. Majestat dem Könige von diesem selte nen Feste Anzeige zu machen, und Allerhoͤchstdieselben haben, in Rlck— sicht auf Ihre stets bewiesene ruͤhmliche Thätigkeit, durch wache Sie in einem so langen Zeitraume sowohl als Arzt wie als Schriftsteller mit dem gluͤcklichsten Erfolge gewirkt haben, Ihnen mittelst Allerhoͤchster Kabinets⸗ Ordre vom 22sten d. M. den Rothen Adler-OSrden dritter Klasse Allergnaäͤdigst zu verlüihen geruht, dessen Insignien Ihnen mit Gegenwaͤrtigem einge eicht werden. Ich freue mich aufrichtig, Ihnen zu diesem ausge zeich⸗ neten Beweise der Allerhöoͤchsten Huld und Gnade Gluͤck zu wuͤn— schen und Ihnen meine Theilnahme an dem erlebten Jubiläum ausdruͤcken zu konnen. Empfangen Ew. Wohlgeboren zugleich mit dem herzlichsten Wunsche fuͤr Ihr ferneres Wohlergehen die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung.
Berlin, T7. Febr. 1835. v. Alten ste in.“
Nachdem der Herr Regierungs-Praͤsident den Jubilar mit dem Orden geschmuͤckt hatte, setzte man sich zur Tafel, bei wel— cher der Jubeigreis unter Bezcugung seines innigsten Dankes fuͤr die ihm erwiesene Allerhöͤchste Gnade den ersten Toast auf das Wohl Sr. Majestaͤt des Koͤnigs ausbrachte, worauf von der ganzen Versammlung das Volkslied angestimmt wurde. Dem Festmahle folgte ein glaͤnzender Ball, den der Herr Regierungs— Praͤsident um 7 Uhr in Person eroͤffnete.
— Se, Majestaͤt der Konig beider Sicilien haben den Kauf— mann und Stadtrath A. Lemonius zu Stettin zu Ihrem Ge— neral⸗Konsul fuͤr dte Preußischen Staaten ernannt, ünd ist der⸗ selbe in dieser Eigenschaft diesseits anerkannt worden.
— Die Schlesische Zeitung berichtet: „In der Graf— schaft Glaz und zwar zu Karlsberg (am Fuße der Heuscheuer) hat man am 253sten v. M. Abends gegen halb 11 Uhr ein Erd— beben wahrgenommen, welches 6 bis 7 Sekunden dauerte. Die Fenster klirrten und die Haͤuser wankten, und obwohl keine ei— gentlichen Erdstoͤße bemerklich waren, so vernahm man dennoch, bei ganz wolkenlosem Himmel und ruhiger Luft, ein gewaltiges Brausen theils uͤber theils unter der Erde, in der Richtung von Ost⸗-Ost⸗Nord nach West⸗-West-⸗Suͤd. Die Erschuͤtterungen waren so heftig, daß es den Bewohnern des dortigen so massiv gebauten Ober-Foͤrsterhauses erschien, als wenn die Keller zusam— menstuͤrzten; stehende Personen wankten; denen, die sich schon zu Bette begeben hatten, schien es, als ob sie herausgeworfen wuͤrden. Leute, die sich auf der Straße befanden, sagen aus, daß die Luft ganz still gewesen, und daß sie nur ein furcht— bares Brausen unter der Erde gehort haͤtten. Die Bewohner von einigen nicht massiv gebauten Hausern haben ein aͤhnliches unterirdisches Brausen und Toben, doch keine so starke Erschuͤt⸗ terung wahrgenommen. Erst zehn Minuten nach diesem Ereig— niß wurde der Barometerstand beachtet, und derselbe war 25“ 4“, — keinesweges fuͤr die Hoͤhe von 2450 Fuß uͤber der Meeresflaͤche sehr tief, — und wankte nicht. Das Thermometer zeigte 4 7. R. Im ersten Augenblicke glaubte man, daß die Erschuͤtterung durch die Abloͤsung irgend eines Felsenstuͤckes der Heuscheuer hervorgebracht sey, aber die genauesten Untersuchun— gen haben gezeigt, daß nicht die geringste Veranderung in den Felsengruppen vorgegangen ist. In dem Dorse Klein⸗Karlsberg, welches hinter der Heuscheuer liegt, hoͤrte man das Brausen so stark, als ob ein gewaltiger Wasserstrom von dem Felsberge herabstuͤrzte. In den Gebirgen der Grafschaft lag noch am 21. Maͤrz theilweise der Schnee 3 bis 4 Fuß, an manchen Stellen, wo ihn der Wind zusammengeweht, wohl an 12 bis 15 Fuß hoch.“
Meteorologische Beobachtung. Morgens Nachmitt. Abends J Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
336, 7 Par. 3d, Par. 337, os Par. Quellwarme 7, 00 R. O0, 0 0 ** 4, * 9 ö 4 CO YR. Flußwärme 3, 8 oO R. — 3.00 R. 4 O, 1 R. — 4,2 0 R. Bodenwärme 3, 8 o pst. m et. oe ret , n,, * halbheiter. heiter. heiter. ö n n NW. NW. NW. Riederschlag G, o 37 N. Bolken zu k Vormittagt Schnen Tagesmittel: 336,8 s!“.« . 1,39 R.. . — 2, «0 R. .. Mittel fuͤr das letzte Mond-Viertel: 338,5 3... — 0,6 990 R. , pCt. 5 NW.
18335. 28. Maͤrz.
Luftdruck. Luftwaͤrme Thaupunkt Dunstsaͤttg. Wetter... Wind ....
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tige Eörgen. Amater dum, 24. Märæ. Niederl. wirkl. Schuld S6. S3 do. 101. Ausg. Sehuld 154
Aus wärti
127. Gesterr.
Span. 33 49.
Kanz - Bill. 255. S8 Amort. 983. 333 808. Russ. 983. got. Hreussz. Präm. - Scheine 117. . do Az Anl. —. 33 293.
Antwerpen, 23. Märæ. Span. 53 85. Cortes Mz. LZinsl. 193.
Hamburg, 27. Mär. Engl. Russ. 106. Hope in Cert. 99. Hreusz. Hräm. Scheine oln. 1414. Din. 75. Port. 90. — London, 23. Märæ.
Cons. 33 92. Belg. —. Span. Cortes 655. Oesterr. v. 1832 Sl3 Prümie. Ausg. Span. Schuld 29. Zins. 173. 17. flGlj. 218 56, 55 105. 1921. Hortug. 9A. 9M. Engl. Russ. 1009. Bras 87. 877. Columb. v. 1821 103. 104. Mex. M]. M. Fern 30.
Wien, 24. Müræ.
53 Met. 10177 A8 956. Bank- Actien 1843. Neue Anl. 59233.
Königliche Schauspeele.
Montag, 309. März. Im, Schauspielhause: Kaiser Feie— drich J., Erster Theil, oder: Friedrich und Mailand, histor iche Tragödie in 5 Aufz. und einem Vorsriele, von E. Raupach. Dlle. B. Stich: Agnola, als Gastrolle.)
Dienstag, 31. Maͤrz. Im Opernhause: Ali-Baba, große Oper in 4 Abth., mit Tanz. Musik von L. Cherubint.
Im Schauspielhause: 1) Une mere, drame vaudeville en 2 actes. 2) L'art de payer ses dettes, vaude ville en 1 acte.
Kö nigstädtisches Theater.
Montag, 39. Maͤrz. Zum erstenmale wiederholt: Die Eh— , n . in in . nach Dupin von A. Eosmar. dierauf auf Begehren: ie Reise auf gemeinschaftliche Kosten. Posse in 5 Akten, von L. , enn nf ,
131.