das Verfahren beim Beginn dieser Session nicht sehr ermutbigend war, so hoffte ich dennsch, daß das Vorschlagen von Maßregeln, dee sich auf die Beibehaltung und Vervesserunz der alten Jossitu⸗ tiJonen des L ndes gründeten, der Regierung diejenige Unterfuͤtzung im Unterhause ö daͤrfte, welche es in den Stand jetzen wurde, diese Maßregeln einer vollstaͤndigen und le denschaft losen Berathung zu unterwerfen. Indem ich einige Widerwarti, keiten und Niederlagen ertrug, habe ich in dem aufrichtigen Glauben g handelt, daß ian bei dem gegenwartigen Stange der politiscken Par teien und der Stellung einiger wichtigen off ntlichen F gaen nicht be echtigt sey, ohne hinkeichenden Grund die uͤbernommene Verpflich— lung aufzugeben und einen neuen Minister-Wechsel berbetzuführen. Ich babe auch in der Ueberzeugung gehandelt, daß das Unterbaus ron denselben Ruͤcksichten geleitet werde, so lange es nicht durch enen besonderen Beschluß seinen Mangel an Vertrauen zu dem Mi⸗ nisterium zu erkennen gegeben oder ein wichtiges Prinzip gegen die bekannten Ansichten der Regierung durchzubringen gesucht hat. Ich werde uͤbrigens unter allen Umstaͤnden nie anders als mit der gröͤß— ten Genugthunng auf die Verwaltung eines öffentlichen Amtes zu ruͤckolicken, das mir den stolzen Beweis der Achtung und des Ver— trauens verschaffte, den Sie hlute in meine Haͤnde niedergelegt ha⸗ ben. Ich kann in Wahrheit sagen, daß ich keine andere Belohnung fuͤr die Arbeiten und Opfer, die mit dem oͤffentlichen Leben verbun— den sind, verlange, als die Billigung meines gnaͤdigen Koͤnigs und jenes unbarteiische Urtheil, welches sich oäter über die Motive und Handlungen der Staatsmänner bilden wied, wenn man erst die Er⸗ eignisse aus einer großeren Entfernung und nicht durch eln von Leidenschaften und Interessen, die zur Zeit ihres Eintretens natürlich erregt werden mußten, verdunkeltes Medium erblickt.“
Die Oppositions-Blaͤtter sind sehr erbittert uͤber die Bemuͤ⸗ hungen unter dem großen Handelsstande der City, Adressen an den Koͤnig fuͤr die Beibehaltung der Minister mit den moͤglichst zahlreichen Unterschriften zu Stande zu bringen und in der Ver— sammlung der Bank-Actionaire am heutigen Tage die Wiederer— wählung des jetzigen Gouverneurs Herrn Pattison, bekanntlich eines Liberalen, zu hintertreiben, was jedoch bis zum Abgange der Post nicht zu gelingen schien.
Der Courier fuͤhrte Beschwerde daruͤber, daß Capitain
Rechell, Parlaments-⸗Mitglied fuͤr Brighton, als Stallmeister der Koͤnigin entlassen worden, weil er fuͤr Lord Russell's Motion gestimmt habe. Die Times erklaͤrt sich aber heute ermaͤchtigt, dieser Behauptung zu widersprechen. Der Courier meint in— deß, die an den Capitain gerichtete Aufforderung sey nur spaͤter wieder zuruͤckgenommen worden, aber gewiß sey es, daß man ihm am Freitage zu verstehen gegeben habe, er mochte auf seinen Po—⸗ sten Verzicht leisten. Das genannte Blatt fuͤhrt dagegen an, daß die vorigen Minister dem Kammerherrn der Koͤnigin, Grafen Howe, obgleich derselbe gegen die Reform-⸗-Bill gestimmt, so etwas nicht im entferntesten zugemuthet hätten.
Sir R. Peel hat es sich angelegen seyn lassen, fuͤr die von dem vorigen Ministerium ziemlich hintangesetzten wissenschaftlichen und literarischen Autoritäten Englands zu sorgen; vor kurzem er— theilte er dem Professor Airy eine Pension, und jetzt verlautet, daß er der bekannten Mistreß Somerville eine Pension von 200 Pfund bewilligt, der Mistreß Hemans eine Note von 190 Pfd. zugesandt, ihrem Sohne eine Anstellung zugedacht und dem Schriftsteller Herrn Millman, der eine Geschichte der Juden ge— schrieben, eine Pfruͤnde in Westminster zugewiesen habe.
Die Zeitungen enthalten nun den ausfuͤhrlichen ersten Kom— missions⸗Bericht uͤber die Munizipal-Corporationen in England und Wales.
Der hier befindliche Häuptling der Chippawa⸗Nation wurde kuͤrzlich angeklagt, daß er an ein junges Madchen Hand ange— legt habe; am Sonnabend nun erschien der Sohn des Herzogs von Sussex, Sir Augustus d'Este, mit dem Haͤuptling vor dem Lord⸗Mayor, wo jener eine von ihm aufgesetzte Rechtfertigung, die dem Secretair der Kolonieen vorgelegt werden sollte, eidlich erhärtete. Er gab in dieser Rechtfertigung eine kurze Skizze seines Lebenslaufs und sagte am Schluß derselben: „Ich war noch nicht uͤber vierzehn Tage in London, als ich meines gelieb— ten Weibes beraubt wurde. Mein Herz hatte sich von diesem Gram kaum etwas erholt, als mein eigener Neffe starb. Noch einmal schluͤrfte ich den Trank des Schmerzes, aber viel blieb in dem Becher zuruͤck. Wenige Tage darauf starb ein anderer mei—
ne: Gefahrten; er hat eine Wittwe und fuͤnf Kleine hinterlassen.
Wenn ich nach meinem Vaterlande zuruͤckkehre, was soll ich sa⸗ gen, wenn ich nach ihm gefragt werde? Wer soll Nah— tung fuüuͤr sie , . Wer soll den Boden zu ihrem Lebens⸗Unterhalt bebauen? Mein Herz war durch all diesen Kummer zerknickt. Endlich fing ich an, mich etwas davon zu erholen, da ward ich eines argen Vergehens angeklagt; man sagte, ich haͤtte an ein junges Madchen . angelegt. Die rothen Maͤnner toͤdten ihre Feinde, aber sie suchen nicht einem Maͤd— chen von zartem Alter Schaden zuzufuͤgen. Meine Brust zog sich zusammen, und ich konnte kaum athmen. Die Wunden mei⸗ nes Herzens oͤffneten sich wieder und bluteten von neuem, aber ich hielt mein Haupt aufrecht, meine Blicke begegneten den Blik— ken anderer Menschen ohne Furcht, denn der große Geist, der in Aller Herzen sieht, weiß, daß ich unschuldig bin.“ Sir A. Foster aͤußerte sich dahin, daß es ihm scheine, man habe dem leichtglau⸗ bigen Häuptling grausam mitgespielt.
Es sind Rew Yorker Zeitungen bis zum 12. Maͤrz hier eingegangen. Die Session des Koͤngresses in Washington war am Aten geschlossen worden, nachdem sich das Repräsen—⸗ tanten- Haus in den letzten Tagen noch lebhaft mit der Franzoͤsischen Frage beschaͤftigt hatte. Von den durch Herrn Adams am 7. Februar beantragten Resolutionen wurde die erste, wonach der Traktat uͤber die Entschaͤdigung in Kraft erhalten und auf dessen Erfuͤllung gedrungen werden sollte, unter lautem Jubel des Hauses, in den die Gallerie donnernd einstimmte, angenommen. Die zweite und dritte Resolution nahm Herr Adams zuruͤck, und es wurde dann die des Ausschusses, daß das Haus die Anempfehlung des Praͤsidenten wegen Handels— Beschraͤnkungen oder Repressalien gegen Frankreich nicht weiter in Erwägung ziehen solle, ebenfalls einstimmig angenommen. Der Senat hatte 8ob, 009 Dollars fuͤr Verstärkung der Befestigungen an den Seekuͤsten bewilligt; zu dieser Bill beschloß das Repraͤsentan⸗ ten⸗-Haus auf Herrn Cambreleng's Antrag den Zusatz, daß diese Summe auf 3 Millionen Dollars erhoͤht und daß es der Ein⸗ sicht des Praͤsidenten anheimgestellt werden solle, sie zu verwen⸗ den, mit einer Mehrheit von 20 Stimmen. Der Senat ver— warf den Zusatz; im Repräsentanten-⸗Hause entstand ein Streit baruͤber, und die ganze Bill fiel nun durch, so daß, bei den miß— lichen Verhaͤltnissen zu Frankreich doch keine außerordentliche ge⸗ setzliche Sorge fuͤr die Vertheidigung der Kuͤsten der Vereinigten Staaten getroffen ist.
Nieder lande.
Aus dem Haag, 7. April. In der gestrigen Sitzung der zweiten Kammer wurde das Protokoll der geheinien Sitzung vom Iten d. verlesen, worin der Finanz⸗Minister erklaͤrt ., daß die Regierung durch die Erfahrung von der Nothwendigkeit uͤber— zeugt worden, Schwierigkeiten zu beseitigen, die sich in einigen
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Gegenden in Hinsicht des §. 3. Art. 24. des Gesetzes uͤber die Personal⸗Steuer ergeben; daß diesen Beschwerden vom Mai 1835 an werde begegnet werden und er die Mitglieder ersuche, solche, die sich in ihren Provinzen zeigen wuͤrden, zu seiner Kenntniß zu bringen, damit ihnen wo möglich Gehör gegeben werden kon ne; was die Kammer genehmigt hatte. In der oͤffentlichen Siz⸗ zung erklärte jetzt Herr van Reenen, daß in Folge der mit dem Minister gehaltenen Konferenz und seiner Erklarung die Bethei— ligten annehmen duͤrften, daß die Generalstaaten ihren Klagen Gehoͤr gegeben und solche beseitigt haͤtten, daher er seinen An— trag in dieser Beziehung zuruͤcknehme.
Gestern kam Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz von Oranien aus dem Hauptquartier hier an.
Fuͤrst von Palffi, so wie der Kaiserl. Oesterreichische Ge— schaͤftstraͤger Graf Allegri und der Koͤnigl. Sardinische Geschaͤfts⸗ traͤger, Graf Rossi, sind nach Amsterdam abgegangen.
Dänem ark.
Kopenhagen, 4. April. (Altonaer Merk.) Die erste General-Versammlung der Gesellschaft fuͤr den richtigen Gebrauch der Preßfreiheit war ungemein zahlreich besucht und gewaͤhrte durch die Wichtigkeit des Gegenstandes, wie durch die Lebhaftig— keit der Diskussionen, ein hohes Interesse. Zur desinitiven Sanc— tionirung der Gesetze konnte es indessen wegen mangelnder Zeit nicht kommen und sieht man daher in dieser Beziehung der Zu— sammenkunft der folgenden General-Versammlung mit Verlangen entgegen.
; Am 31. Maͤrz hielt die Koͤnigl. Kunst-Akademie, unter dem Vorsitze Sr. Koͤnigl. Hoheit des Prinzen Christian Frederik, ihre Jahres-Versammlung, welcher Feierlichkeit auch Sr, Koͤnigl. Ho— heit der Prinz Frederik Ferdinand sammt den o, anwesen⸗ den Ehren-Mitgliedern der Akademie beiwohnten. Von dem Se— cretair der Akademie, Professor Ritter Thiele, wurde in dieser Versammlung eine Rede gehalten, in welcher nach einer kurzen Einleitung die wichtigsten Momente hervorgehoben wurden, so sich im vorigen Jahre ereignet haben. Se. Koͤnigliche Hoheit der Prinz Ehristian vertheilte demnaͤchst eigenhaͤndig die den ein⸗ zelnen Kuͤnstlern, Eleven und Lehrlingen bestimmten Praͤmien und Aufmunterungen. — Der Unterricht der Akademie erstreckt sich gegenwartig im Ganzen auf 620 Individuen. — Das verwichene Jahr zeichnete sich durch ein Jubelfest aus, indem der Ober-Bau— meister, Konferenz- Rath Hansen, am 26. Maͤrz 50 Jahre lang Mitglied der Akademie gewesen war.
In einem von der Kiͤbenhavns-Post mitgetheilten Ar— tikel des Grossirers Nathanson, „uͤber die National-Bank mit Ruͤcksicht auf Einziehung der Zettelmasse,“ erklaͤrt sich derselbe dafuͤr, daß, neben einer fortgesetzten Wirksamkeit der Bank nach dieser Seite hin, selbige ihre, nach Abbezahlung der Schuld an den Reserve⸗Fonds, zu ungefaͤhr jahrlich 1,300,000 Rbthlr. an— zuschlagenden disponibeln Mittel, vornehmlich der Errichtung von Filial-⸗Banken zuzuwenden . werbe; vier solcher Banken, namlich 2 in Juͤtland, 1 in Fyen und l in Laaland, scheinen ihm hinzureichen, wobei er es indessen nicht fuͤr zweckmaßig hält, daß Wechsel⸗Geschaͤfte von selbigen vorgenommen werden.
Deutsch land.
Hannover, 9. April. Heute fruͤh verkuͤndigte Musik von den Kirch⸗Thuͤrmen Hannovers die Feier des Geburtstages Ih— rer Majestaͤt der Koͤnigin. Mittags erscholl das Gelaͤute aller Glocken, und auf dem Waterloo⸗Platze war Parade der gesamm⸗ ten Garnison, wobei die Kanonen geloͤst wurden. Um 3 Uhr empfing Se. Koͤnigliche Hoheit der Vice-Koͤnig im Palais die Gluͤckwuͤnsche des Hofes, der Gesandten, der Civil- und Mili— tair⸗Behorden, und einer Deputation beider Staͤnde⸗-Kammern. Bei den Ministern Graf Alten und von Schulte fanden Verei— nigungen zur Tafel statt, und auf dem Schuͤtzenhause hatte eine zahlreiche Gesellschaft aus allen Staͤnden sich zu einem festlichen Mahle versammelt. Heute Abend wird im Königlichen Schlosse zu Herrenhausen Cour und Ball seyn.
Die am 31. Maͤrz d. J. geschlossene dritte Kunstausstellung
hat sehr bedeutende Nesultate geliefert, die fuͤr den Kunstsinn der Hannoveraner das ruͤhmlichste Zeugniß, fuͤr das fernere Ge— deihen des Kunstvereins aber die erfreulichste Buͤrgschaft geben. Der Katalog zaͤhlte 50s Nummern, davon waren 377 verkaͤuflich. Von diesen wurden 115 Nummern verkauft zum Betrage von etwa 11,960 Rthlr. Courant. An Entreegeldern kamen, einschließ— lich des Verkaufs von 2537 Katalogen, 2356 Rthlr. 14 gGr. auf, wovon 273 Rthlr 4 gGr., die Einnahme der drei letzten Tage, den Armen zugeflossen sind. Permanente Karten waren 793 ausgegeben. Diese Resultate sind in jeder Hinsicht bedeuten⸗ der, als die der beiden fruͤheren Ausstellungen. Die Bibel⸗Gesellschaft fuͤr das Koͤnigreich Hannover hat in den 20 Jahren ihres Bestehens 45,156 vollständige Bibeln, 6579 Neue Testamente und 127 Hebraͤische Bibeln verbreitet. Am ,, i Jahres 1834 blieb ihr noch ein Kassen-Vorrath von 6 üthlr.
Gotha, 9. April. Se. Durchlaucht der regierende Her— zog, der seit dem 28. Dezember v. J. hier residirte, ist nach Ko⸗ burg zuruͤckgekehrt, wohin auch die Herzoge Alexander und Ernst von Wuͤrttemberg, der Fuͤrst und die Fuͤrstin von Leiningen und der Fuͤrst und die Fuͤrstin von Reuß⸗-Schleiz abgereist sind. Die Herzogin wird noch so lange hier verweilen, bis sie sich von ih— rer letzten Krankheit ganz erholt hat. Das Hof-Theater-Perso⸗ nal, die Kapelle und die zum Hofstaate gehoͤrigen Beamten wer— den Ihren Durchlauchten ebenfalls nach Koburg folgen.
Teipz ig . S. April. Mit dem 3bsten d. M. wird auch der seit dem Ende des zwoͤlften Jahrhunderts hier bestehende, als Spruch-Kollegium beruͤhmwte Schoppen stuhl aufgelöͤst. Mit der Geschichte desselben ist der Name vieler beruͤhmten Deutschen Rechtsgelehrten auf das Innigste verbunden.
Dessau, 6. April. Unsere een; gelegene Residenz hat sich zu Pfingsten d. J. eines schoͤnen Kunstfestes zu erfreuen. Es wird naͤmlich durch den Elb⸗Musik-Verein ein großes Musikfest veranstaltet werden, welches unter dem besonderen Schutze Sr. Hochfuͤrstl. Durchlaucht des regierenden Herzogs zu Anhalt⸗-Des⸗— sau, unter der Leitung des Hof -Kapellmeisters Hr. Schneider und unter dem Beistande der ausgezeichnetsten Musiker und Saͤnger eine vorzuͤgliche Leistung erwarten laͤßt.
Oesterre ich.
Wien, 7. April. Der Oesterreichische Beobachter meldet: „Se. Majestaͤt der Koͤnig der Franzosen haben Ihrem Botschafter am Kaiserlich Oesterreichischen Hofe, Grafen von Saint-Aulaire, der sich auf Urlaub in Paris befand, auf die da— selbst eingetroffene Nachricht von dem Ableben Sr. Majestaͤt des Kaisers Franz J. sogleich den Auftrag zu ertheilen geruht, die Beileids⸗Bezeigungen seines Souverains uͤber dieses hoͤchstbetruͤ—⸗ bende Ereigniß, so wie die Gluͤckwuͤnsche zur Thronbesteigung Sr. jetzt regierenden Majestaͤt des Kaisers und Koͤnigs Ferdi— nand J. nach Wien zu uͤberbringen, welches Auftrages sich der
Botschafter in einer ihm von Sr. Majestaͤt dem the ten 7 . ö. ö . erhel Se. Majestaͤt der Kaiser haben dem Prinzen Wil Preußen Königl. Hoheit (Sohn Sr. Majestaͤt en 3 1 Großkreuz des Stephans -Ordens verliehen, dessen Insign e Hoͤchstdemselben bei seiner Anwesenheit in Wien von Sr H Selb! 2 . V— Se. Majestaͤt der Kaiser haben die erledigte Stelle eß Buͤrgermeisters der Stadt Wien dem bisherigen Geschaftẽ der Abtheilung des Magistrats in schweren Polizei Ulebertretinr gen, K. K. Rath und Magistrats-⸗NRath Anton) von Lech mi dem Charakter eines K. K. Regierungs⸗-Rathes verliehen. . Sonntag den sten d. M. beim Einbruche der Nacht wur der Leichnam Sr. Kaiserl. Hoheit des Erzherzogs Anton Viet Großmeisters des Deutschen Ordens im . Oesterreic⸗ im Stillen in die Hofburg-Pfarrkiche uͤberbracht, wo dessen z fentliche Ausstellung gestektn, den Cten d. M. fruͤh sialg un Hierauf wurde Nachmittags um 2 Uhr das Herz des Höchß verblichenen in der Loretto-Kapelle der Augustiner⸗Hofkirche 9 unmittelbar darauf wurden die Eingeweide in der Gruft zů Gi Stephan auf, die herkoͤmmliche Weise beigesetzt. Um 6 Uhr Abends endlich ging das Leichenbegaͤngniß mit dem uͤblichen Gy praͤnge vor sich. Die Leiche wurde aus der Hofburg⸗Pfarrkitte in die Kapuzinerkirche am neuen Markte aͤberbracht, daselbst sn Beiseyn Sr. K. K. Majestaͤt und der uͤbrigen hoͤchsten Familiengliehe wire guch, des versammelten Hofstaates eingesegnet, und dann der Gruft beigesetzt. — Die Hoftrauer wird von gestern, z dem Begraͤbnißtage, angefangen durch sechs Wochen, und zwar zugleich mit der fuͤr weiland Se. Majestaͤt den Kaiser Franz he stehenden Hoftrauer getragen. . Der Senat der freien Stadt und des Gebiets von Kraken hat Herrn Friedrich Ludwig Westenholz zu seinem Geschaͤftetij ger am hiesigen ee ernannt, und derselbe hat am 31. Min bereits das diesfallsige Beglaubigungs⸗Schreiben Sr. Durchlauch dem Fuͤrsten von Metternich, Haus, Hof- und Staats / Kanye uͤberreicht. Unser beruͤhmter Orientalist, der Ritter Joseph von Ham mer, hat eben durch einen sogenannten Partezettel ( Todten / Iy zeige durch den naͤchsten Verwandten) bekannt gemacht, daß ihn die kuͤrzlich verstorbene Graͤfin Purgstall in Steiermark, mit seinen Kindern zu ihrem Universal-Erben eingesetzt hat, woduth er in den Besitz der Herrschaft Hainfeld gelangt. Damit ist nin die alte Familie der Purgstall ganz erloschen. Der letzte Gif von Purgstall, ein wahrer Kosmopolit, mit einer edlen Schotij vermaͤhlt, starb schon 1821 und Herr von Hammer hat ihm in einer nur an Freunde vertheilten Denkschrift (in Wien, bei Stral splendid gedruckt) ein schoͤnes Denkmal gesetzt, worin sich alt Auszuͤge aus dessen Reise⸗Tagebuͤchern befinden. Die Herrscha⸗ ist durch schlechte Bewirthschaftung der Waldungen zwar jetzt in Werthe sehr gesunken, aber vieles kann besser eingerichtet unp einträglicher gemacht werden. .
Schweiz.
: ; Folgendes Kabinets-Schreiben Sr. Majestaͤt des Kaiseh Ferdinand ist den Staͤnden mitgetheilt . ᷑ „An unfere lieben und guten Freunde die ho ch acht⸗ bgren Eidgenossen der 22 Kantone. Hochachtbarer, vielgeliebier Freund! Nachdem es der Vorsehun gefallen, Meines innigst gellebien Herrn Vaters, Kaiser Fran von Oesterreich Majestaͤt, heute Nacht ein Viertel vor Uhr in il besse res Leben abzurufen, so verweile Ich nicht, Sie von disen höͤchst betruͤbenden Trauerfall und von Meinem dem zufolge fim gefundenen Regierungs-A1Antritt zu benachrichtigen. Die allgemej Verebrung, welche Mein nunmehr in Gott ruhender Herr Baß, Seiner ausgezeichneten Tugenden und vortrefflichen Eig enschastun wegen, genoß, und die Zunkigung, welche Er während Seinch lan, gen Regterungsdauer der Schweißerischen Eidgenossenschaft stets he⸗ wiesen, lassen Mich nicht zweifeln, daß dieselde dessen Verlust ehen so schmerzlich fühlen werde, als er Mich mit der tiefsten Betruhnij ertuͤllt. Als Erbe der Gesinnungen des durch lauch tig sien Versuh benen für die Schweizerische Eidgenossenschaft rechne Ich eben s auf die Fortdauer derjenigen, welche Sie demselben jederzeit gewin met, und verbleibe mit aufrichtiger Freundschaft und Achtung Gegeben Wien, 2. Maͤrz 1835 (gez.) Ferdinand.“ Der Verort hat, seiner Anzeige zufolge, diese durch Hem
von Bombelles aus Zuͤrich ihm Übersandte Zuschrift auf die vn
bindlichste und den Umstaͤnden angemessenste Weise erwiedert.
Italien.
Rom, 28. Maͤrz. (Allg. Zeit.) Einiges Aufsehen in regt es hier, in dem so eben erschlenenen Staats- Kalenbet Hin Lauradio als Gesandten fuͤr Portugal aufgefuͤhrt zu sehen. M er Dom Miguel s Geschaͤftstraͤger, und dieser, nach hiesigen lh sicht, noch Koͤnig von Portugal ist, so sollte bie An führ unn di ses Namens eigentlich nichts Auffallendes haben. Abet nin schließt daraus, daß die gehoffte baldige Anerkennung der Kin gin Donna Maria noch lange nicht erfolgen duͤrfte, wenn vnn , . aus nicht Schritte geschehen, die eine Annaͤherung moglich machen. Das ieh r g, dortige Verfahren gegen di
Kirchen- Eigenthum, gegen die Geistlichkeit und die Ver weigerm
der bisher bestandenen Bestäͤtigungs-Gebuhren kränken den Päy lichen Stuhl hoͤchlich und sind nicht . hier Vertrauen 3 line Regierung einzufloͤßen, die sich trotz aller Gegenvor ellungen an Eingriffe erlaubt. Daß den Regierungen der . ischen Halbinss doch etwas an einer Anerkennung von Seiten des Kirchen⸗Oberhaupt liegt, sieht man aus den wiederholt eingehenden Anfsuchen, welch aber der hiesige Hof, bevor seinen Beschwerden abgeholfen wird, nith entsprechen kann. Der bekannte Karlistische Schriftsteller Rubichon welcher sich seit laͤngerer Zeit hier aufhält und eigentlich duch seine Schriften Ursache war, daß die lzanca romnna den jeher Interessenten, und nicht einer anderen Franzoͤsischen 3 gf uͤbergeben wurde, tritt in einer kürzlich erschienenen Schr gegen die Bank auf und sucht zu beweisen, daß eine lange Forth dauer derselben eine Unmöglichkeit sey, da sie monatlich übe, 10, 009 Scudi zusetze. Wenn gleich in diefer Schrift manch. Wahrheiten enthalten sind, und das Publikum m Allgem nen kein Vertrauen auf das Gelingen dieser Anstalt seh so scheint doch jetzt die Antwortschrift des Präsidenten der Ba das Gegentheil zu beweisen. — Briefe und Ieisende aus Ren pel beschreiben den Ausbruch des Vesuvs am 13ten und 14ten d. M. als ein praͤchtiges Schauspiel. Bei Resina waren 4 Nachmittag des ersten Tages die Brunnen versiegt, und ih Abend erfolgten einige heftige Erdstoͤße, welche den Vesuv um den Monte Somma in ihren Grundfesten zu erschuͤttern schis nen. Die hierauf erfolgten Ausbruͤche hatten bis vor einige Tagen keinen Schaden verursacht, da keine Lavastroͤme sich en ossen und die ausgeworfenen Steine und Asche meist in de rater zuruͤckfielen. Man sieht indessen diese leichten Ausbruch nur als Vorläufer groͤßerer Erscheinungen an, und viele scha lustige Fremde machten sich gleich nach Eingang der Kunde vo hier auf den Weg nach Neapel.
n theilt die
P oretig nn
Lissabon, 29. Marz. Ein Supplement der Hof-Zei—
ng enthaͤlt nachstehenden Armee-Befehl des Herzogs v. Terceira: „Hauptquartier San Joa da Pra a, 28. Maͤrz.
Indem ich die traurige Pflicht erfuͤlle, der Armee das viel
uh eingetretene ungluͤckliche Ere gniß des tief betrauerten shleßens Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Dom Augusto zu ver⸗ undigen, theile ich ihr zugleich mit, welche außerordentliche Ehre
re Allergetreuste Majestat mir dadurch erzeigt hat, daß mir lch das nachstehende Dekret das Ober-Kommando der Armee terimistisch Übertragen worden ist.“
(Hier folgt eine kurze Anrede des . an die Armee nd seine Unterschrift. . Das Königliche Delret zur Ernennung Is Herzo s von Terceira lautet folgendermaßen: :
„Geehrter Herzog von Terceira, Pair des Koͤnigreiches, Farschall der Armee, und Cousin, Ich, die Königin, gruͤße Euch! da durch den ungluͤcklichen und unerwarteten Tod des Prinzen dom Augusto, Meines geliebten und wuͤrdigen Gemahls, der Gott ruhen moͤge, das Ober-Kommando der Armee erledigt Ind es nothwendig ist, diese wichtige Stelle so bald als moͤglich pieder zu besetzen, und da Ich wuͤnsche, der Armee fuͤr ihre susgezeichneten Dienste einen Beweis Meiner Hochschaͤtzung zu chen, so uͤbertrage Ich, durch ein Dekret vom heutigen Tage, Ihnen, als dem aͤltesten General, interimistisch das genannte Fömmando, indem Ich, bei Ihren Kenntnissen, Ihrem Eifer und Patriotismus und bei der Theilnahme an der Wohlfahrt und der Freiheit der Nation, woyon Sie, an der Spitze der Portugiesischen Truppen, so mannigfache Beweise gegeben haben, bas Vertrauen hege, daß Sie diesem ehrenvollen und wichtigen oten treu vorstehen werden. Ich theile Ihnen dies mit, Um sch danach zu achten. Geschrieben im Palast Necessidades, den 5. Marz 1835. Die Köͤnigin.
Graf von Villa Real. An den Herzog von Terceira, Pair des Königreichs und Marschall der Armee.“
Ihre Majestaͤt die Koͤnigin hat, zum Zeichen ihres Schmer— tz uͤber das Ableben ihres erhabenen Gemahls, eine dreimonat— iche tiefe Trauer und eben so lange halbe Trauer anbefohlen.
— Der Morning Herald enthaͤlt folgendes Schreiben us Lissabon vom 29. März. „Ich erfahre so eben den Tod kes Prinzen August! Alles ist Schrecken und Bestuͤrzung. Er lit seit einigen Tagen an Halsschmerzen, und er soll an der Braͤune gestorben seyn. Wie ich hoͤre, ist sein Koͤrper stark an— gescwollen, und Manche äußern, er sey vergiftet. Der Prinz arb um 2 Uhr Nachmittags. Es gehen verschiedene Geruͤchte ben einer hier entdeckten Verschwoͤrung; ein Offizier von Rang soll verhaftet seyn. Wenn man den Koͤrper nicht durch fremde Aerzte untersuchen laßt, so wird Jedermann m eine Vergiftung glauben. Ich sah nie einen solchen Echrecken auf allen Gesichtern. Am vorigen Sonntag wohnte tr noch, voͤllig gesund, einem Pferderennen auf dem Campo grande bei, Und noch am Dienstag sah man ihn zu Pferde in der Naäͤhe des Palastes. Die Hauptstadt ist in großer Aufre— gung. — Die Deputirten-⸗Kammer hielt gerade eine Sitzung, al der . starb. Herr Carvalho setzte die Mitglieder hier— von in Kenntniß, worauf beide Seiten des Hauses, sowohl die ministeriellen Mitglieder, als die Opposition, sich verpflichteten, die Regierung der Königin sowohl gegen die Anhänger des Dom Niguel als gegen die Anarchisten zu unterstuͤtzen. . urz, es herrschte zer beste Geist und das vollkommenste Vertrauen, und bie erste Wir⸗ ung dieses ungluͤcklichen Ereignisses war die enge Verbindung aller parteien, und man hegt nicht die geringste Furcht vor Unruhen in den Provinzen. Lissabon und Porto kann man als die poli— tischen Mittelpunkte fuͤr Portugal ansehen, die in allem den Ton mgeben. Die Armee ist von allen Miguelisten gesaͤubert und dem constitutionnellen System ergeben. Sie hat alle festen Plaͤtze besetzt, und sollte irgendwo ein Versuch gemacht werden, die oͤf⸗ fentliche Ruhe zu stoͤren, so wird er sogleich unterdruͤckt werden. So hat der General Schwalbach die Miguelisten bei Villa vigosa, welche in Alrandol den Dom Miguel proklamirten, gaͤnzlich auf⸗ grieben. Zu Porto sind 14 Bataillone Freiwillige bereit, uͤber⸗ gl hin zu marschiren, wo man ihrer Dienste bedarf. Außerdem sind linen⸗Truppen genug im Norden, um diesen Theil des Koͤnig⸗ techs in Ordnung zu halten. Die beiden Fremden-Regimenter de Obersten Dobgins und Borro werden im Dienst behalten keen. Die Regierung hat Kavallerie-⸗Pferde und Maulthiere fir die Artillerie im Ueberfluß. Da die Anhänger des Dom Nizuel sehr zerstreut sind, so koͤnnen sie sich nirgends vereinigen, ohne daß die Regierung im Stande ware, eine überlegene Macht ihnen entgegenzustellen, und ehe Dom Miguel die Nachricht von dem Tode des Prinzen August erhalt und Anstalten zu einem Angriffe auf Portugal treffen kann, werden die ausgedehnte⸗ sten ünd wirksamsten Maßregeln zur Vertheidigung getroffen n. — Da die Hof -Zeltung uber die Krankheit des Prinzen nichts gemeldét haite, und Dom Pedro ein Dutzend Mal todt gesagt wurde, ehe er wirklich starb, so wollte das Volk der Nachricht von dem Tode des Prinzen durchaus keinen Glau— ben schenken. Der Verlust der Kaiserin ist unersetzlich, der der
bnigin ist zwar auch groß, indeß wird sie, eine fechzchnjährige
ittwe, die ein Koͤnigreich zur Aussteuer hat, wohl mit der Zeit drost ünd einen anderen Gemahl finden, wenn auch nicht mit allen den glenzenden Eigenschaften, welche den Herzog von Leuch tenberg auszeichneten. Er war jung, schön, liebenswuͤrdig, talent— pol, teich, unabhangig von liberalen Gesinnungen und der Ab— kimnling eines Helden. Außerdem war er der erste Gegenstand der Neigung der Königin. Die Leiche wird in der Königlichen Umilien⸗Gruft in der Kirche San Vincente da Fora an der EGeite Dom Pedros in Porto beigesetzt werden.“
Die Korrespondenzen der Times und des Courier er— nhnen nichts von einer Vergiftung des Prinzen August. Auch derspricht der Korrespondent des letzteren Blattes der fruͤher pom Morning Herald mitgetheilten Nachricht, daß die Köͤ— nizin sich in gesegüeten Leibes Umstanden befinde.“
Griechenland.
Ueber die letzten archgologischen Nachgrabungen in Athen . Allgemeine Zeitung folgendes Schreiben aus then vom 4. Marz mit: „Die Nachgrabungen auf der Burg,
rt am Unterbau des Parthenon, werden mu Eifer fortgesetzt. ‚. hat 'auf der Westseite, zwischen der ersten und zweiten
. ule, bis auf den urspruͤnglichen Felsenboden der Akropolis n gchauen, um die Tiefe des Fundaments kennen zu lernen, . n gebannt uber diese Tiefe, welche hier nicht weni⸗ ö. 5,50 Meter betraͤgt. Eben so bewundernswerth ist die
. e . und reinliche Zusammenfuͤgung dieses Unterbaues . söh lichem Muschelkaltstein „einem trefflichen Material, wie ef 3. in Griechenland fast uͤberall findet. Bereits ist man er genannten Seite bis an die Mitte des Tempels vorge⸗
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ruͤckt, wo eine aus ungleichen Marmorstuͤcken gebildete und der Zeit, wo der Parthenon als eine Marienkirche diente, an— gehoͤrende Treppe zum Vorschein kam. Die Menge der gefun⸗ denen Stuͤcke von Bildhauer-Arbeit und Inschriften ist groß; das vorzuglichste ist das rechte Bein zu dem in einem fruͤhe— ren Bericht erwähnten Torso, den man nach Leake's Vorgang, wiewohl ziemlich willkürlich, einen Mars genannt hat. Das Bein, von hoher Schoͤnheit, ist bis auf einen Theil des Knies wohl erhalten, besser als der Leib der Statue; seine Rich— tung zeigt, daß der Gott auf der Ferse sitzend dargestellt war. Von einer der beiden bekleideten weiblichen Gestalten, welche bei Leak als Latona und Vesta bezeichnet sind, hat man den groͤßten Theil der nach innen gewandten Seite gefunden, deren Ärbeit jedoch, weil diese Seite dem Beschauer abgewandt war, nicht von großer Vollendung ist. Von der großen mannlichen Mittelfigur sey es nun Jupiter oder Neptun, hat sich die Brust bis an den Nabel vollkommen erhalten gefunden. Von den Pferden der Biga mehrere Bruchstüͤcke der Hinterschenkel von unuͤbertrefflicher Schoͤnheit. Unter den uͤbrigen Bruchstuͤcken sind noch viele sehr schoͤne, namentlich einige Fragmente von Koͤpfen, die aber wohl nicht zu den Statuen des Giebelfeldes gehoͤren mochten. Von einer der Metopen der Suͤdseite ist ein sehr gut erhaltener Centaurenkopf ausge⸗ graben worden, mit luͤstern verzogenem Munde, wie er fuͤr eine solche wild sinnliche, halbthierische Natur sich ziemen mag. Auf dieser Suͤdseite ist die Nachgrabung ebenfalls schon bedeutend fortge— schritten, aber nur laͤngs der Mauer, da sie sich hier dem Tempel nicht eher nähern darf, als bis die schweren Saͤulen und Architravstuͤcke weggeraͤumt sind, wozu wir jedoch die Ma— schinen bald erwarten. Erst dann ist auf dieser Seite reiche, sehr reiche Ausbeute zu hoffen. Mit der Wiederherstellung des Tempels ist auch schöͤn ein kleiner Anfang gemacht, indem wir auf der Nordseite mehrere der Platten vom Fußboden der Cella, die unter den Truͤmmern lagen, wieder an ihre Stelle gelegt haben. Aber die Fortbewegung so schwerer Massen geht, bei unvollkommenen Werkzeugen, bis jetzt nur langsam von statten.“
Vereinigte Staaten von Nord-Amerika. Washington, 3. Marz. Die Buͤrger von Salem in Mas⸗— sachusetts wollen dem Kongreß eine Bittschrift uͤberreichen, worin sie ihn ersuchen, im Falle Frankreich auf seiner Weigerung, den Traktat zu erfuͤllen, beharren sollte, diesem Lande nicht den Krieg zu erklaͤren, sondern statt dessen allen Verkehr mit demselben ab—
zubrechen. Hierdurch, meinen sie, wuͤrde in weit kuͤrzerer Zeit
ein besseres Resultat herbeigefuͤhrt werden, als dies durch die glaͤnzendsten Triumphe des gluͤcklichsten Krieges moöͤglich sey.
In einem hiesigen Blatte wird der Mord-Anfall auf den Praͤsidenten „die Pulver-Posse zu Washington“ genannt, und den Freunden des Praͤsidenten zuͤgeschrieben, um die Theilnahme 9 Volks fuͤr ihn zu erregen, und es gegen seine Feinde zu er—
ittern.
Die in Boston bestehende Gesellschaft zum Fange wilder Thiere in Afrika hat Nachrichten aus der Capstadt erhalten. Von der Partei, die zur Jagd der Giraffe abgegangen ist, hat man seit langerer Zeit nichts gehoͤrt. Die 40 Jaͤger, welche sich nach dem Rhinozeros⸗Distrikt begeben haben, litten viel von der Duͤrre und dem Mangel an Lebensmitteln fuͤr sich und ihre Pferde. Eine dritte Gesellschaft ist schon im Besitz von 4 Leoparden, 2 Quag- ga's und 1 Gnu. Eine vierte Gesellschaft begleitet den Doktor Smith in das Innere von Afrika und hat mit ihm den Kompas— Berg erstiegen, den er zu 7400 Fuß uͤber der Meeresflaͤche an— giebt. Die Jäger hatten einige seltene Quadrupeden und meh— rere schoͤne Vogel gefangen. ;
Meteorologische Beobachtung. 1838. Morgens Nachmitt. Abends Nach einmaliger 11. pril. 6 ür. * ühr. 0 uhr. ] Bent achtang,
Luftdruck. 874, s7 Par. 833, 6s Par. z36,3 o“ Var Quellwärme 6, 29 R. Luftwaͤrme 4 3.25 R. 4 8,6 9 R. 4. A, 0 0 R. n n , Thaupunkt 4 CO, 70 R 1, 05. . j, 0 dt Blußwarmt 6, 0 R. Dunstsaͤttg S1 pCt Sà pCt. Bodenwärme 6, 09 R. z Lusdunst. 0, 79 Rh.
Wetter.. halbheiter. Wind .... NW.
5 Niederschlag ), os 6 Rh. 9, R. . . 70 pCt.
.
Wolkenzug Tagesmittel: 338,6 3“ ...
Aus würtige Börsen. Amsterdam, 7. April.
Niederl. wirl'l. Schuld 36. 3 du. lier. Ausz. Schuld 11. kKaun- Bill. 2 3. Iz Amart. 95s. 3, 3 809. Russ? 284. Oestrrr 99. Preuss. Uräm. Beheiue 1155. du. Az Anl. —. Spun. R)3 Aut. 3 3 30.
Antwerpen, 6. April.
Span. 53 A0. 33 22. Lipusl. T2. Cartes 482.
Darmst. 27.
Coup. 274.
Hamburg, 10. April.
Enzl. Russ. 106. Hope in Cert. S0. 18303. han 140. än. — Hort. 91.
London, 7. April.
Cons. 38 Oz. Bel. 193]. Spun. Cartes 66. An v. 184323 Sz 8 hrümie. Ausg. Spin. Schuld zz. Ziusl. 13. Giriech 38. liull. 2583 355. 55 109. Hartug. 95 z. Engl. Russ. 108. Bras. v6. Columb. v. 1824 A4. Mex. 53. Feru 35. Chili 362.
Wien, 7. Aprit. 59 Met. 1012
1 A8§8 9865. Bank- Actien 13213. Neue Aul. —. 26 de i 2mm
Königliche Schauspiele.
Montag, 13. April. Im Schauspielhause: Der Roman, Lustspiel in 1 Akt, nach dem Franz., von E. Angely. Hierauf: Die heiden Klingsberge, Lustspiel in 4 Abth., von Kotzebuc. (Hr. Seydelmann: Klingsberg Vater, als Gastrolle.) ;
Dienstag, 14. April. Im Opernhause: Der Zweikampf, Oper in 3 Abth., mit Tanz. Mustk von Herold. (Dlle. Ste— phan; Margarethe, als Gastrolle.) Die Solotaͤnzer des Koͤnigl. Hoftheaters zu Madrid, Hr. Font, Hr. Campruvi, Mad. Du⸗ binnon und Dlle. Serral, werden hierin Spanische National⸗ Taͤnze ausfuͤhren.
Im Schauspielhause: Franzoͤsische Vorstellung.
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Ko Tusik ardinischen Hof⸗Thea⸗ 9
Thlr. ꝛc.
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Neueste
. Paris, 6. April. Vorgestern Abend wurden der Kaiserl Oesterreichische Botschafter und der Fuͤrst Alfred von gdm fe
von dem Koͤnige empfangen. Gestern Mittag musterten Se.
Preussg. Präm. . Scheine
Najestaͤt in Begleitung des Herzogs von Orleans und an der Spitze eines zahlreichen Generalstabes das 6te Linten-Infanterle—⸗ Regiment und das 7te Kuͤrassier-Regiment, die im Hofe der Tuilerieen und auf dem Caroussel-⸗Platze aufgestellt waren. Nach der Revue wurde das Offizier-Corps dem Könige vorgestellt.
Der Minister- Rath war gestern Mittag bei dem Herzoge von Broglie versammelt.
Der Marschall Maison — so heißt es hier, — werde zwischen dem sten und 19ten d. M. St. Petersburg verlassen, und gegen den 25sten in Paris eintreffen. /
Der heutige Moniteur enthalt die beiden Koͤniglichen Ver— ordnungen, wodurch der Pair, Herr von Gasparin, zum Unter⸗ Staats-Secretair im Ministerium des Innern, und statt seiner der bisherige Direktor in diesem Ministerium, Herr Rivet, zum Praͤfekten des Rhone-Departements ernannt wird.
Der Praͤsident der Pairs-Kammer hat an sammtliche Mit— glieder dieser Kammer ein Rundschreiben erlassen, worin er sie auffordert, sich zum 1. Mai in Paris einzufinden.
Die Depuͤtirten-Kammer beschaͤftigte sich in ihrer heu— tigen Sitzung, nachdem zwei Kommissions-Berichte auf das Bu— reau niedergelegt worden, mit dem Gesetz-Entwurfe uber die Majorate. Saͤmmtliche von der Pairs-Kammer in diesem Ge— setz⸗Entwurfe vorgenommene Aenderungen wurden ohne Weite⸗ res angenommen, und der ganze Entwurf ging zuletzt mit 214* gegen 57 Stimmen durch. Dasselbe geschah mit dem Gesetze, wodurch ein Zuschuß von 1,406,660 Fr. zu den diesjährigen Mi— litair⸗ Pensionen verlangt wird; auch dieser wurde ohne irgend eine Debatte mit 216 gegen 27 Stimmen genehmigt. — An der Tagesordnung war jetzt die Berathung uber die von meh— reren Deputirten des Rhone-Departements beantragte Ent— schaͤdigung der Stadt Lyon, — ein Antrag, fur dessen Verwerfung die mit der Pruͤfung desselben beauftragt gewesene Kommission gestimmt hat. Herr Jay wollte zwar elne Summe von 1ů 260,006 Fr. bewilligen, jedoch nicht als eine Entschädigung, da die Stadt auf eine solche keinen Anspruch habe, sondern als eine Unterstuͤtzung. Herr Fulchiron, einer der Lnoner Depu— tirten, sprach sich mit großer Waͤrme fuͤr die Annahme der von ihm und seinen Kollegen herruͤhrenden Proposition aus. Er wurde von dem Grafen Delaborde unterstuͤtzt, wahrend Herr Anisson-⸗Duperron den Antrag bekämpfte uͤnd sich darauf be— rief, daß die Einwohner der Vendee mit demselben Rechte An— spruͤche an den Staat wuͤrden machen koͤnnen. Hr. v. Laboulie meinte dagegen, daß, da die Mißgriffe der Regierung allein daran Schuld waͤren, daß die Stadt Lyon waͤhrend der letzten Unruhen so viel gelitten, es auch nicht mehr als billig sey, daß diese Stadt eine angemessene Entschaͤdigung erhalte. Der Mi— nister des Innern, der sich durch diese Acußerung bewogen fand, die Rednerbuͤhne zu besteigen, suchte die der Regierung gemachten Vorwuͤrfe zuruͤckzuweisen, und hatte bei dem Schlusse dieses Berichts seinen Vortrag noch nicht beendigt.
Die Kommission, die sich mit der Eroͤrterung der Frage, ob die Herren Sebastiani und Laurence sich einer neuen Wahl zu unterwerfen haͤtten, beschaͤftigen soll, ist in folgender Weise zu— sammengesetzt worden: den Herren Hervs, Dufaure, Salvandy, Jaubert, Leroy⸗Myon, Charlemagne, Reynard, Bugeaud und Malleville.
Diesen Nachmittag nach zwei Uhr hat der Disziplinar-Rath des Advokaten⸗Standes eine Sitzung gehalten, um uͤber die Frage zu entscheiden, ob ein Advokat verbunden sey, vor einem excep— tionnellen Gerichtshofe, wie z. B. dem Pairshofe, die Verthei— digung eines Gefangenen ex ofücio zu übernehmen. Die Ver⸗ sammlung war zahlreich. Um 4 Ühr war das Resultat der Konferenz noch nicht bekannt. Wie man jetzt erfaͤhrt, wollen auch in andern Städten, z. B. in Rouen, die Disziplinar-Naͤ—= the des Advokaten-Standes zusammentreten, um Uber dieselbe Frage ihre Ansicht auszusprechen.
Der „Reénovateur“ ist gestern abermals in Beschlag genom⸗ men worden.
Der Moniteur meldet von der Spanischen Graͤnze Fol— gendes: „Lord Elliot und der Oberst-Lieutenant Gurwoobd sind am 4ten in Bayonne angekommen und haben dem Don Carlos einen Boten zugeschickt, dessen Ruͤckkehr sie abwarten, um sich in dessen Hauptquartier zu begeben. — Am 2gsten und 3usten ha— ben zwei Treffen zwischen Zumalacarregun und dem General ÄUl— dama an der Spitze von 16 Bataillonen stattgefunden. Das erste hat bei Arrouiz stattgehabt, das zweite bei Villamajor. In beiden ist der Vortheil den Christinos verblieben. Das Geruͤcht geht, daß General Lopez in dem zweiten geblieben sey. — Gur— rea steht in der Umgegend von Pampelona met 6 Bataillonen. — Es ist wieder ein Garde⸗Bataillon von Aragonien gekommen.“
Gestern fruͤh ist bei der Spanischen Gesandtschaft ein Schrei— ben Mina's eingetroffen, das die Nachricht von der baldigen Ankunft des Kriegs-Ministers Valdez im Hauptquartier zu Vit— toria bestaͤtigt Mina selbst scheint dessen Anwesenheit verlangt zu haben. Die Starke der Spanischen Nord-A1rniee soll nach einem Monat auf 50,0090 Mann gebracht werden, und die eine Halfte unter Mina's Befehlen bleiben, die andere aber von Valdez befehligt werden. Diese beiden Armee-Corps sollen zu— sammen operiren, um alle Communicationen zwischen den einza nen Abtheilungen der Insurgenten zu unterbrechen und diese so zu vernichten.
dach der „Sentinelle des Pyrences“ vom 2ten d. waͤren wieder mehrere Dorfer in der Gegend von Zugarramurdi nieder— gebrannt worden.
Auf außerordentlichem Wege sind hier Nachrichten aus Ma— drid vom ten d. eingegangen. Das Ministerium hat in der Prokuradoren-Kanmer eine Niederlage erlitten. Der Bericht der Bittschriften-Kommission ist mit 85 Stimmen gegen 31 an— genommen worden. Die Minister scheinen sich indeß nicht zu⸗ ruͤckziehen zu wollen.
— Heute schloß 5proc. Rente pr. Compt. 107. 30. sin cour. 1067. 70. 3proc. sr. cuiht 8I. 5. sin canr. 81. 25. proc. Neap. pr. comet. 97. 9c in Cour. 98. 15. 5proc. Span. à83. 3 proc. 303. Ausg. Schuld 22. Cortes 493. 21proc. Holl. 57.
9. April. Oesterr. Sproc. Metall. 102. 1915. 4proc. 96 36. 9ö6 . 2Iproc. 56 z. B. proc. 2413. 216 9. Bank⸗Actien 1604. 1662. Part.-Obl. LAuz. 1401. Loose u 100 G. 2121. Br. Preuß. Praͤm. Sch. G53. 65. do. 4proc. Anl. 97]. G. Holl. oproc. Obl. von 1832 19013. 10013. Poln. Loose 707. 704. 5proc. Span. Rente 471. 477. 3proc. do. perp. 283. 28.
Frankfurt a. M.,
Redacteur Corte.
inn
Gedruckt hei A. W. Hahn.
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