1835 / 104 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Tue, 14 Apr 1835 18:00:01 GMT) scan diff

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deren Erlassung es durch seine

Lord Ponsonby, am 7. Maͤrz ihren Ruͤckweg von Vurla ange— Ein Korre⸗

zu verpflanzen. Die Tim es behauptet, daß, aller Wahrscheinlichkeit ach, die Behoͤrden in der Kolonie durch ihr Verfahren gegen die Kaf— fern selbst Schuld an den Unruhen seyen, und fordert das Kolonial—⸗ Amt auf, eine strenge Untersuchung der Sache einzuleiten. Die— sem Blatt zufolge, fallen der Regierung jene 7600 Menschen in der Cap Kolonie hinsichtlich ihres Unterhaltes zur Last, da sie durch die Pluͤnderungen der feindlichen Horden all ihr Hab und Gut verloren haben. Die vom Major Cox kommandirte Trup— pen⸗Macht soll 400 Mann stark seyn und das Freiwilligen⸗orps bereits 4 Compagnieen Infanterie, eine Compagnie Scharfschuͤtzen und eine Schwadron Kavallerie zaͤhlen.

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Bruͤssel, 7. April. Der Koͤnig hat am 2ten d. M. eine Verfuͤgung unterzeichnet, durch welche 19tz0 Individuen zu In— hahorn des eisernen Kreuzes ernannt werden.

Der Herzog von Bassano ist hierselbst angekommen.

Deutsch land.

Hamburg, 10 April. (Ham b. Korr.) Nach der Aus— h. von Reisenden aus London, die Westend sehr spaͤt in der Nacht verlassen, wollte man um diese Zeit daselbst erfahren ha— ben, daß das Ministerium in Folge der Unterhaus-Sitzung am Dlenstage noch spaͤt Abends aufgelbst worden sey. (Andere Nach⸗ richten bestaͤtigen diese Anzeige, und zwar mit dem Hinzufuͤgen, daß der Koͤnig am 8. d. M. zum Grafen Grey geschickt habe, um denselben mit der Bildung eines neuen Ministeriums zu be— auftragen.)

Desfsau, 4. April. Se. Durchlaucht der Herzog haben, in Erwaͤgung, daß die Zahl der Feuersbruͤnste im hiesigen Lande sich seit einiger Zeit auf eine auffallende Weise und zum gro— Fßen Nachtheile der Brand⸗Kasse und saͤmmtlicher dabei betheilig⸗ ten Haus- und Gebaͤude-Besitzer vermehrt hat, daß bei mehreren dieser Braͤnde die dringendsten Anzeigen absichtlicher Brandstif⸗ tung erhoben worden sind, daß es aber bis jetzt, aller angewand⸗ ten Muhe ungeachtet, noch nicht gelungen ist, ihre Urheber zu entdecken oder sie der That so weit zu uͤberfuͤhren, daß die volle gesetzliche Strafe auf sie hätte angewendet werden koͤnnen, ver⸗ fuͤgt: daß derjenige, welcher einen Brandstifter dergestalt den Ge— richten des Orts, wo die Feuersbrunst gewesen, anzeigt, daß er Här Untersuchung gezogen und in Folge derselben in die gesetz, Uiche Strafe verurtheilt werden kann, und zwar, so lange als möͤglich und als es der Gang der Untersuchung gestattet, unter Verschweigung seines Namens, jedesmal eine Belohnung von 100 Thalern erhalten solle.

Karlsruhe, 6. April. In der vierten oͤffentlichen Sitzung der zweiten Kammer raͤumte der Alters-Praͤsident von Tscheppe

mit wenigen herzlichen Worten den Praͤsidentenstuhl dem Abg.

Mittermater ein, der eine Anrede an die Versammlung hielt, in welcher er sagte: „Meine Herren und Freunde! Ihr Vertrauen hat mich wieder für würdig gehalten, die Geschaͤfte dieser Kammer waͤhrend des ge⸗ enwaͤrtigen Landtages zu leiten; die Huld Sr. Königl. Hoheit hat hre Wahl bestaͤtigt. Ich erkenne ganz den Werth derselben als tien Ausfluß Ihres Verirauens und Ihres Wohlwollens, und wuͤn⸗ sche nur, daß wahrend des Laufes dieses Landtages nie ein Gefuͤhl dert Reue Sie beschleiche, mich gewahlt zu haben. Jeder neue Land⸗ tag, meine Herren, befestigt auch mit neuen Wurzeln das constitu⸗ tisnnelle Leben, vermehrt die Klarheit der Begriffe des Volks uͤber

daß Verhältniß der Regierung und der Staͤnde, ergaͤnzt und erwei⸗

tert die Verfassung, und begründet die Liche der Buͤrger zu dersel⸗ ben. Jeder von uns fuͤhlt die Heiligkeit der Aufgabe, die uns be— ruft, durch unser Wirken das Gefühl des Werthes der constitution⸗ neten Monarchie immer mehr zu befestigen. Darin liegt aber die grsße Bedeutung dieser Regierungsform, daß sie das Band des Ver⸗ trauens zwischen Regierung und Volk fester schlingt, daß sie durch bie auf dauerhafte Garantiten gegründete Liebe der Buͤrger der Re⸗ ierung selbst neue Staͤrke giebt, daß sie durch die Köntrolle des Krenn Ge hann, durch die waltende Oeffentlichkeit die Ueberzeu⸗ gung der Buͤrger von der Zweckmäßigkeit der Verwaltung und der krgangenen Verfuͤgungen begründet. Die Regierung erfahrt bei dieser Form rein und ungetruͤbt durch das Organ der Vertreter des Volks die Wuͤnsche, Ansichten und Bedurfnisse desselben. Durch ein Zusammenwirken von e, n, und Standen bei den Gesetzen wird es erst möglich, daß alle Verbhaͤltnisse, alle Beduͤrfnisse gründlich ab⸗ gewogen werden, und freudig gehorcht das Volk den Gesetzen, zu ertreter selbst mitgewirkt hat. Sie

werden zugeben, meine Herren, daß jede Idee, während sie, in ih⸗ rem Wesen uͤberall i üs mig wirkend, eine gewisse, darauf ge⸗ baute Einrichtung durchdringt, nach eigenthümlichen Verhaͤltnissen auch in eigenthüͤmlichen Formen und Gestaltungen sich verschieden ausprägt. So tritt auch die Idee der eonstitutionnellen Monarchie in ihrer eigenthümlichen Gestaltung in Deutschland hervor. Im Charakter der Deutschen Treue, der, an streng moralischen Grund⸗ logen festhaltend, Liehe und Anhaͤnglichkeit an den rechtmäßigen Fůͤrsten mit hen ger Achtung der Gesetze bewahrt, überall nur ein würdiges Ziel mit würdigen Mitteln perse gt; überall nur nach ei⸗ ner besonnenen Pruͤfung aͤndert, uͤberall mit Ünterdrüuͤckung kleinlich er Zeidenschaften nür der Wahrheit huldigt, erscheint auch die constitu⸗ tlonnelle Entwickelung in den Deutschen Staaten nicht als ein feindli⸗ ches e n von Parteien, die sich untereinander befehden, nicht als ein eigennüͤtziger Kampf, bei welchem jede Partei ihre Rechte moͤglichst weit auszüdehnen sücht. Es ist hier keine systematisch geschlossene Hpposition, die bloß die Personen ins Auge faßt, und gegen eigene lieberzeugung selbst das Gute bloß darum bekaͤmpft, weil es vom Hegner geboten wird. Die Stande, die in dem Geist der Oppositien im Deutschen Sinne wirken, wissen, daß sie,

aus elner unangenehmen Lage sich zu befreien.

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wohlverstanden, nur eine Aufgabe mit der Staats ⸗Regie⸗ rung haben, mit einer Staats- Regierung / deren Krafte sie nie laͤß⸗ men wollen, die Aufgabe, durch ein Zusammenwirken mit ibr beizutragen zur Begründung der moͤglichst hoͤchsten Stufe des Glucks des Vaterlandes unter gegebenen Verhaͤltnissen, beizutragen zu der freiesten Entwickelung des geistigen Lebens und zur Erwei⸗ terung des Kreises der Mittel, wodurch die materiellen Interessen aller Staͤndeklassen gewahrt sind, beizutragen zur Begrundung von Gesittung, Gefetzes-Herrschaft bürgerlicher Ordnung und Freiheit. Offen und ehrlich kaͤmpfend gegen jedes Unrecht, wo es sich findet / und gegen jeden Mißbrauch, verabscheuend, aber auch jedes ge⸗ setzwidrlge Mittel und gefetzwidrige Bestreben, erkennen die Vertretcr des Volkes das Gute an, wo es ihnen geboten wird, und ihr Streben ist, Eintracht zwischen Regierung und Volk zu erhalten. Eine Versammlung dirser Art ist bescelt von dem Geiste eines wohlverstandenen Vertrauens; selbst durch das Bewußtseyn redlicher Absichten gehoben, ehrt hier jeder auch die Meinung der Andersdenkenden, und hüͤtet sich, da, wo er solche Meinung für irrig oder gefährlich erkennt, und wo er sie bekämpfen muß, schlechte Absichten ünterzulegen oder die Gesinnungen der An⸗ dersdenkenden zu verdaͤchtigen. 3 Vertrauen ehrt und pruͤft die Gründe anzerer Meinungen und die Widerlegung, die es wahlt, ißt nur der Weg der Belehrung, der Würde und des Anstandes. Aber dieses Vertrauen ist kein blindes, kein Vertrausn, das sich selbst nur in Bequemlichkeit wiegt und gerne in einer Selbsitaͤuschung erhaͤlt. Zu unzertrennlicher Begleitung hat dieses Vertrauen Vorsicht, Wahrheiteliebe und Kraft. Bieses Vertrauen sucht nur Wahrheit und spricht sie . aus; es n,. . ö. k es begnügt sich nicht mit dem von dem Augenblick Gebotenen, um e , l . s Dieses Vertrauen schlaͤfert die Kraft nicht in cine sorglose Ruhe ein, es fordert viel⸗ mehr die Kraft auf, nicht eine Kraft, die nur in Uebertreibungen und Phrasen sich gefaͤllt, die nur Aufsehen erregen will, die vielmehr das jenige, was sie als währ anerkennt, auch ohne Menschenfurcht überall ausspricht, die die ihr anvertrauten Interesseit nie verraͤth, nur der eigenen Ueder⸗ zeugung treu bleibt, ohne Naͤcksieht auf die moglichen Folgen uberall nach dieser Ueberzeugung stimmt und handelt. Möge unser Land—⸗ tag, der in solchem Geiste handelt, schoͤne Früchte tragen zum Heil unseres geliehten Vaterlandes. Ueber meine Aufgabe, über meine Vorsctze, meine Herren und Freunde, spreche ich Ihnen nicht; meine Hanbluͤngen liegen offen vor Ihnen. Ich werde der Naͤmliche seyn, und einen freundlichen Erfolg verspreche ich mir dann, wenn Ihr Wohlwollen und Ihr Vertrauen auch dasselbe bleiben. Eine Bltte aber werden Sie mir noch erlauben, ein Bitte, die der Sprecher des Englischen Unterhauses an die Kbniglichen Commissaire nach selner Ernennung richtet. Mit der Bitte namlich wende ich mich an die Männer, die als ein Organ der Regierung ihre Rechte und ihre Interessen auf der Reglerungs⸗Bank vertreten, mit der Bitte wende ich mich an Sie, meine Herren und Freunde, jedem meiner Worte, jeder meiner Handlungen bie beste Deutung, die beste Aus⸗ legung zu geben. Mein Verstand kann oft irren, mein Wille wird immer lauter seyn, meine Absichten werden rein bleiben.“

Hierauf wurde zur Wahl der Vice-Praͤsidenten geschritten; sie fich auf den Abgeordneten Duttlinger mit 29 und den Ab— geordneten Bader mit 27 Stimmen. Nach diesen beiden erhiel⸗ ten von Rotteck 25 und Regenauer 18 Stimmen.

Karlsruhe, 7. April. Heute haben beide Kammern Sr. Koͤnigl. Hoheit dem Großherzoge ihre Dank-A1Adressen als Erwie⸗ derung auf die Thron-Rede uͤberreicht. Die Adresse der zwei— ten Kammer beantwortete der Großherzog mit nachstehenden Worten:

„Ich freue Mich, daß Sie Meine wohlwollenden Absichten of⸗ fen und freimuͤthig anerkannt haben; auf diese Weise konnen und werden wir zu einem erwüͤnschten Ziel gelangen. Ich dankte Ihnen für alles Angenehme und Erfreullche, was Sie Mir in Ihrer Ant= wort ausgedrückt haben. Hinsichtlich Ihrer besonderen Vitte kann Ich nur wiederholen, daß Ich auf die e nm, Gut⸗

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ächten über die Arbeiten der Gesetzgebungs-Kommi— dringen . Ich lasse dem Fleiß und den n f, Einsichten der

letzteren alle nur verdiente Gerechtigkeit sh n, allein es muß Ihnen Allen selbst daran gelegen sehn, daß die , ,, gruͤnd⸗ lich gepruͤft werden, um uns vor jedem Vorwurf so weit mbglich zu bewahren.“

Darmstadt, 9. April. Das heute erschienene Regie— rung s-Blatt enthalt die in XXVlI Abschnitte und 133 Para graphen zerfallende Dienst-Instruction fuͤr die Kreisraͤthe in der Provinz Rheinhessen.

Homburg v. d. H., 8. April. Der landgrafliche Kam⸗ merherr und Sber⸗-Stallmeister, Freiherr von Buseck, ist von hier nach Wien abgesandt worden, um Sr. Majestaͤt dem Kai⸗ ser von Oesterreich die Beileidsbezeigungen Sr. hochfuͤrstlichen Durchlaucht des Landgrafen wegen des toͤdtlichen Hintritts Sr. Majestaͤt des Kaisers Franz, so wie die Gluͤckwuͤnsche zu Aller⸗ höoͤchstdessen eigenem Regierungs-Antritte zu uͤberbringen.

Schweiz.

Tessin, 4. April. Der Staats-Rath fordert saͤmmtliche Munizipal-Behoͤrden auf, unverzuͤglich alle in ihren Gemeinden sich aufhaltenden Fremden vorzubescheiden und gegen jeden, der nicht mit den erforderlichen Ausweisen versehen, ohne Aufschub nach bestehenden Gesetzen zu verfahren. Jeder Fremde der es versaͤumen wuͤrde, , Monatsfrist beim Staats⸗Rath um weitere Aufenthalts-Bewilligung einzukommen, soll nach der Strenge des Gesetzes behandelt ünd sein bisheriger Ausweis als fortan unguͤltig betrachtet werden.

Italien.

Parma, 31. Maͤrz. Der Fuͤrst Rudolph Kinsky, außeror, dentlicher Gesandter Sr. Maj. des Kaisers von Oesterreich, ist vorgestern von Ihrer Majestät der Herzogin in einer Privat— Audienz empfangen worden, wo derselbe die Schreiben mit der Anzeige vom Tode des Kaisers Franz und von der Thronbestei⸗ gung des regierenden Kaisers uͤberreichte. Die Herzogin hat dem Fuͤrsten, der seitdem nach Turin abgereist ist, das Großkreuz des

Konstantin⸗-Ordens verliehen.

Florenz, 26. März. Am vorigen Donnerstag hat sich hier ein trauriges Ereigniß zugetragen. In einem Pripat-Theater, in welchem eben etwas uͤber hundert Personen versammelt wa— ren, brach das Parterre und mit demselben fielen saͤmmtliche Zu, schauer von einer Hoͤhe von zwei Stockwerken herunter, weil namlich auch das untere Stockwerk dem Druck nachgegeben hatte. Neun Personen wurden getoͤdtet und 56 mehr oder weniger ver— letzt. Der Großherzog begab sich sogleich an Ort und Stelle, wo er vier Stunden lang verweilte, um den Ungluͤcklichen Huͤlfe u leisten. Die Gesellschaft der Barmherzigen hat seit langer Ln keine so ersprießliche Thaͤtigkeit gehabt, als in dieser verhaͤng⸗ nißvollen Nacht, in der man sich fortwaͤhrend mit Wegraäͤumung des Schuttes beschaͤftigte.

Neapel, 25. Marz. Der Ritter von Drummond hatte am 11Iten d. M. die Ehre, Sr. Majestaͤt dem Koͤnige sein Be—⸗ glaubigungs⸗Schreiben als Geschaͤftstraͤger Sr. Majestaͤt des Kaisers von Brasilien zu uͤberreichen.

Spanien. Madrid, 27. Maͤrz. Die heutige Hof-Zeitung enthalt

Folgendes: „Eine große Anzahl Prokuradoren hat sich vereinigt, um den Volschlag der Kommission zur Pruͤfung des Gesetz⸗Ent—

wurfs uͤber die innere Schuld zu unterstuͤtzen.

Die beredtesten achmittag um 5 Uhr geschieht. Die Constitution des Prinzen

Deputirten sprachen ihre Meinungen aus Sie billigten den Ent, hörte nicht zu den staͤrksten, und er hat offenbar nicht die noͤ—⸗

wurf der Regierung zur Konsolidirung von 3 der Koͤniglichen ge Vales, und es wurde einstimmig beschlossen, daß die Kommisston g sah ihn in jedem Wetter, zu allen

Vorsicht zur Erhaltung seiner Gesundheit beobachtet, denn

an tunden des Tages,

aufgefordert werden solle, hinsichtlich der Punkte, worin sie von 6sst schon vor Tages-Anbruch, von einem Orte zum anderen 1

den Ministern abweicht, sich diesen anzuschließen. Sie wuͤnschen daß der Verkauf der National⸗Guͤter die Grundlage des Gesetzes

bilde.“ 9 41.

Die (gestern erwahnte) Proclamation des Herzogs von Ter, ich an den a, ungehindert daselbst an. Auf seinem Ruͤckwege hatten si

ceira an die Armee lautet folgendermaßen: „Da i

l in Englische Blätter melden aus Porto vom 24. Maͤrz: Am 2östen fruͤh um 7 Uhr wurde der bekannte Pitta Bizerro einem Wagen und mit einer Eskorte von 12 Infanteristen ks seinem Gefaͤngnisse nach dem Hause, wo die Gerichts-Siz= ngen gehalten werden, gebracht. Er kam, weil es noch fruͤ

Gefahren und Beschwerden, welchen die Soldaten jeden Range deß an A00 Personen versammelt, die ihn ergriffen, uͤber den

sich mit unuͤbertrefflicher Ausdauer unterzogen haben, so wie an dem Ruhme, welcher durch das heroische Unternehmen, den leg? in ihm einen Strick um den H timen Thron der Koͤnigin und die Freiheit des Landes wieder, herzustellen, errungen wurde, Theil genommen habe, so kann ich mit Recht erwarten, daß die Generale, Offiziere, Unterofsizier des Thrones, der unz schon so viel Blut und so schwere Opfer gekostet hat, unterstiy zen werden. Was mich betrifft, so werde ich keine Anstrengun gen scheuen und Alles thun, was in meinen Kraͤften steht, un mich des Vertrauens wuͤrdig zu machen, das die Armee schon i Und ich bin uͤhe⸗ zeugt, daß die Armee durch ihre Einigkeit, welche die wit Mutter der Staͤrke ist, und durch ihre gute Mannszucht, wohn, sie schon so viele Beweise gegeben, sich den erlangten Ruf zu er halten und die Achtung ihrer Mitbuͤrger zu erwerben wissen win. n ju trotzen und alle Entbehrungen zu verachten. Diese Scheu

und Soldaten mich bei der Erhaltun

den gefaͤhrlichsten Krisen in mich gesetzt hat.

Herzog von Terceira.“

In einem von der Morning Chronicle mitgetheilten

Hitz Dom Pedro's und mehrere Straßen entlang schleppten,

als banden und ihn in den suß warfen. Die herbeigerufene Kavallerie konnte wegen der ßen Volksmenge dies nicht hindern.“

Turkei.

Das Journal de Smyrne vom 14. Maͤrz giebt unter gr Ueberschrift „Spazierfahrt nach Konstantinopel“ folgende Echilderung der Fahrt mit dem Oesterreichischen Dampfschiffe Raria Dorothea“ von Smyrna nach letztgenannter Hauptstadt: sFoch vor einigen Monaten war eine Reise von Smyrna nach Henstantinopel eine große Angelegenheit, uͤber die man lange mit sich u Rathe ging, und zu welcher man sich nur nothgedrungen wichtiger Interessen wegen, oder aus jener Lust zur Veraͤnde⸗ nun entschloß, die sich darin zu gefallen scheint, den Hindernis⸗

D

rihrte vorzuͤglich von den Schwierigkeiten und Beschwerlichkei⸗

Schreiben aus Lissabon vom 29. Maͤrz wird noch Folgendes mn . welche die Reise zu Lande auf schlechten, an vielen Or—

uͤber den Tod des Herzogs von Leuchtenberg gemeldet: „Der n

aum fahrbaren Wegen, ohne Gasthaͤuser und ohne alle jene

Prinz ging am Montag auf die Jagd, . sehr erhitzt . hequemlichkeiten darbietet, die dem Leben des Reisenden in Eu⸗

und warf unvorsichtiger Weise sogleich ock und We

Dies zog ihm eine Erkaͤltung zu,

tend, bald jedoch einen ernsteren Charakter annahm, wie dies h

e ch. die, zwar anfangs unbedel, Die Reise zu Wasser war voller Unsicherheit, und so langweilig

pa so viel Mannigfaltigkeit und Annehmlichkeiten verleihen.

nd langsam, daß man sie nur hoͤchst ungern und im aͤußersten

diesem Klima immer zu geschehen pflegt, wenn sie vernachläss ble wägte. Man besorgte immer, wenn man auch mit guͤnsti— wird. Gefahr ahnete man jedoch erst vierundzwanzig Stund m Winde von Smyrna absegelte, an der Einfahrt in den vor seinem Tode. Am Freitag Abend zeigten sich Sympton! Fial der Dardanellen wochenlang liegen bleiben zu muͤssen,

einer Entzuͤndung, die in wenigen Stunden so zunahmen, zi Man war indeß noch so weit dann hielen Schiffen der Fall war.

sie Besorgniß erregten.

zie es gewoͤhnlich waͤhrend zwei Drittheilen des Jahres mit Auch ging man nicht leicht nach

entfernt, seinen Zustand fuͤr hoffnungslos zu halten, daß mi Konstantinopel, um sich zu unterhalten öder zu , , son⸗

erst um 12 Uhr, als das Athmen schwierig wurde, zu seinm dern bloß Geschaͤfte halber und wenn es die Not

wendigkeit ge⸗

Beichtvater sandte, um ihm die Sacramente zu reiche bit. Gegenwärtig, Dank der bewunderungswuͤrdigen Erfindung

Um 2 Uhr 290 Minuten Nachmittags verschied er.

Schmerz der Koͤnigin und der Kaiserin schildern zu wolch pischen Smyrna und Konstantinopel, ist Ein am Sterbelager ang st diese Reise nichts als eine Lustfahrt. Die Insel Vurla und

waͤre ein vergebliches Bemuͤhen.

De Fulton's und der Errichtung einer e n, g, Dampfbootfahrt

llles anders. Jetzt

sender Diener sagte mir, daß beide Fuͤrstinnen dem Wahnsmn die Prinzen-Inseln scheinen nur noch wie durch einen Bach ge—

nahe gewesen seyen. Krankheit behandelten, wird, wie dies bei solchen

Den Aerzten, welche den Prinzen in seinn zelegenhei zende Bruͤcke zwischen dem Hermus und dem Bosporus.

rennt, und das Dampfschiff „Maria Dorothea“ ist eine . Die

gewoͤhnlich ist, alle Schuld beigemessen. Der Doktor Almeidin Maria Dorothea“, leicht, schlank, gefaͤllig und bequem gebaut welcher den groͤßten Ruf in Lissabon hat, wurde noch im letz) und mit eben so vieler Eleganz als Luxus ausgestattet, geht und Augenblick herbeigerufen und tadelte die Behandlungsweise M lehrt jede Woche mit einer solchen Genauigkeit ihrer Ankunft

Kranken sehr. Gestern trug man sich einige Stunden lang mit du

Geruͤchte, daß der Prinz vergiftet sey, doch wurde es bald als unbegri det erkannt und nur von dem gemeinen Volke einen Augenblick geglalt

Eine Vergiftung kann keine Braͤune erzeugen, welche den inn beruhigt. gluͤcklichen Ausgang der Krankheit herbeifuͤhrte. Er starb zu“ seinetwegen eine heftige Diskussion in den n sch wieder zur Ruͤckfahrt einschiffen wird, und weil man keine

ner Zeit, wo si

und Abfahrt wieder, daß dies den Reisenden wegen der widri— gen Winde, der Wechselfaͤlle der Fahrt und der Unsicherheit und UÜnregelmaͤßigkeit des launenhaftesten der Elemente vollkommen Man reist mit Freuden ab, weil man weiß, zu wel— cher Zeit man eintreffen, und Tag und Stunde kennt, wo man

mern und in den oͤffentlichen Blaͤttern erhoben hatte, da i Dorkehrung braucht, indem man sicher ist, an Bord alles Noͤ—

einige Tage zuvor das Ober-Kommando der Armee uͤbertrth worden war. Die Macht, welche dies wichtige Amt dem Ih ber desselben verleiht, war unter der absoluten Regierung so deutend, daß es, mit Ausnahme des Marschalls Beresford, ne cher es von 18510 1820 bekleidete, nur n n von Gehl anvertraut wurde. Der alte Herzog von Lafoens, Oheim Donna Maria, bekleidete es bis zu seinem Tode, im Jahre 19 Von dieser Zeit war es bis zum Jahre 1810, wo der Marsch Beresford dazu ernannt wurde, vakant, und nach seiner Ent sung im Jahre 1820 blieb es wieder unbesetzt, bis Dom guel damit bekleidet wurde.“

Die Times enthaͤlt nachstehende Mittheilungen Lissabon vom 239. Maͤrz: „Die Ernennung des verstorhem Prinzen August zum Ober⸗-Befehlshaber der Armee hatte sohtf in der Pairs als in der Deputirten⸗Kammer lebhafte Oppostihn efunden. In ersterer protestirten die Marquis Fronteira ln un und die Grafen Taipa und Da Cunha gegen die Emf⸗ nung, als mit der Charte unvertraͤglich, in letzterer wurde in Amendement des Herrn Passos wegen Ernennung eines Uh⸗ schusses, welcher uͤber die Angelegenheit berichten sollte, ni her

Majoritaͤt von einer Stimme (a5 gegen 44 angenommen. Inn

stellte in dieser Kammer die Frage auf, ob die Koͤnigin uch jemals gestatten wurde, daß ihr Gemahl wegen seiner Handl gen zur Verantwortlichkeit gezogen werde. Herr Barreto gi Jab den Ministern Schuld, daß sie sich durch eine solche Ern nung einen unumschraͤnkten Einfluß auf das Heer e und gleich nach der Schließung der Kammern die Preßsreh unterdruͤcken und den Despotismus einfuͤhren wollten. Die h ., des Prinzen veranlaßte die Entfernung des Herzogh n erceira, der zum Chef des Generalstabes ernannt wurde, in Kriegs⸗Ministerium, welches ad interim Graf Villa Real lll nahm; der Oberst Sarmento wurde General⸗Adjutant und der YM gadier Azedo General⸗Quartiermeister, und auch diese letztere Ern nung erregte wegen des zweideutigen politischen Charakters! Generals einige , , . In der Verwaltung Reichs wird wohl durch den Tod des Prinzen weiter keine aͤnderung herbeigefuͤhrt werden. Die Herren Silva Cara und Freire, so wie der Herzog von Palmella, stehen fortm. rend in der Gunst der Koͤnigin. Das Prinzip des Entscht gungs⸗Gesetzes ist von den Cortes angenommen worden; es n aber die Frage, wer die Entschaͤdigung zu zahlen haben soll, deutende Debatten verursachen. Nach dem jetzigen Plane die Regierung alljährlich 800 Contos (200,000 Pfd.) dazu geben, es hat sich aber eine starke Partei sowohl innerhalb außerhalb der Cortes gebildet, welche die Miguelisten allein Zahlung verpflichten will. Die bisher im Portugiesischen Di befindlich gewesenen fremden Truppen werden nach und nach laffen. Von dem Schottischen uͤnd Irlaͤndischen Regiment nur noch Wenige nicht in ihre Heimath zuruͤckgekehrt. das Englische Regiment, welches zu Elvas starionirt ist vom Obersten Bodgings befehligt wird, will die Re rung noch drei Monate im Dienst behalten. Auf! Ersuͤchen der Koͤnigin und der Kaiserin wird der Arzt im Lissaboner Hafen liegenden Englischen Linienschiffs stings“, Dr. Martin, bei der Leichen-Oeffnung des Prinzen gegen seyn, und man glaubt, daß dies geschehe, um die Gern wegen einer Vergiftung des Prinzen zu beschwichtigen. glaubt, daß die Beisetzung morgen stattfinden wird. Die V rieen und Schiffe werden waͤhrend der Zeit fortfahren, von zu fuͤnf Minuten ihre Kanonen zu loͤsen, wie dies seit ge

thige und selbst Ueberfluͤssige zu finden. Man reist ab, sehr oft it einer gewahlten Gesellschaft, wie zu einer Lustpartie. Im— er ist man der Kuͤste im Angesicht, was wegen der Seekrank— heit beruhigt, einer Krankheit, an der Niemand stirbt, ein na— tuͤrliches Purgativ von einigen Stunden, das mit dem ersten

Tage voruͤber ist. Bald entwickelt sich eine ununterbrochene Gal—

lei von Bildern und Landschaften vor unsern Blicken und ein wechselndes Panorama, das auf jedem Punkte geschichtliche und

politische Erinnerungen weckt. Zuerst zeigt sich Phoccea, dessen

Namen so eng mit jenem von Marseille verknuͤpft ist, weil seine Bewohner, von Harpagus, Statthalter des Cyrus, belagert, statt scch zu ergeben, mit ihren Weibern und Kindern und ihren Reich— thuͤmern sich einschifften, und an den Kuͤsten Galliens angelangt, ; Marseille landeten, das sie, der Sage nach, gruͤndeten, weil fe dessen Macht und Umfang erweiterten. Dann enthuͤllt sich dem Reisenden Metelin mit seinen waldigen und mit Weinreben und Olivenbäumen bedeckten Bergen. Es ist das alte Lesbos, bas Geburtsland der gend, des Dichters Alkäus und des Reoners Aeschines. Die „Maria Dorothea“ strebt immer vor— paͤrts und bald ist man bei dem Vorgebirge Lectum, jetzt Cap Baba, nicht weit von den Ruinen von Assos, wo man zur Linken ineiniger Entfernung in der See die Insel Lemnos, erblickt, ; o beruͤhmt in der Griechischen Mythe durch den Sturz Vulkans, und die Verlas⸗ senheit Philoktets. Die ersten Bewohner dieser Insel im Alterthume waren Thracier. Die heutigen Einwohner, deren Zahl nicht uͤber 6000 betragt, sind in 75 Doͤrfern zerstreut, bauen Baumwolle, del, Seide, und treiben Handel mittelst der Kuͤstenfahrt. Fer— ner erscheint Tenedos, das alte Leukophys. Hier landete Paris nach der Entfuͤhrung der Helena, und hierher fuͤhrten die Grie⸗ chen ihre Flotten, als sie sich anstellten, als wollten sie die Be⸗ lagerung von Troja aufheben. Run setzt der Reisende uͤber die Gewẽsser des Skamander und des Simois, die dem Berge Ida entquellen, und sich bei dem Vorgebirge Sigaäͤa, Tenedos gegen— ber, ins Meer stuͤrzen. Diese beiden Berghoͤhen, nicht weit von einander entfernt, bilden die Graͤber des Ajax und Patro⸗ us. Mit einiger Aufmerksamkeit, und mittelst des guten Fern— rohrs des Schiffs, Capitains erblickt man oberhalb des Zusam⸗ menflusses des Skamander und des Simois, zwischen dem Berge Ida und dem Vorgebirge Sigaͤa ein verfallenes Dorf, Bonnar⸗ Bachi genannt; hier stand einst die Stadt des Dardaͤnus, des ros und Ilus, und diese war das beruͤhmte Troja, von dem jetzt nichts nehr uͤbrig ist, als die Staͤtte, der schoͤne Himmel und Homers Ge— nge. Schon ist man an dem ersten Schlosse von Asien voruͤber, und befindet sich am ersten Haltpunkte; man ist in den Darda— nellen. Waͤhrend das Schiff einige Augenblicke anhält, um Briefe und Packete abzugeben und neue Reisende aufzunehmen, hat man Zeit, diese furchtbaren Festungswerke, von Mahomed ll. errichtet, und mit Recht die Schluͤssel von Konstantinopel genannt, zu bewundern. Die „Maria Dorothea“ setzt ihren räschen Lauf fort; man schwimmt auf dem Hellespont wie zwischen einer langen Hpern— ecoration; bei jedem Schwung des Schiffes tritt eine neue Schoͤnheit hervor, die das Auge uͤberrascht, entdeckt der Blick ein neues Dorf, einen interessanten Punkt aus dem Alterthume. nweit der Ruinen von Abydos und dem alten Arisba, an der chmalsten Stelle der Meerenge, erkennt man den Platz, wo der olze Xerxes die See zu peitschen befahl, weil ein Sturm seine

hisbr eee zerstoͤrte, die er zum Uebergang seiner Armee aus Asien nach Europa hatte herstellen lassen. Diese Strecke der Fahrt war urz. Da liegt Gallipoli, die ansehnlichste der Staͤdte am Hel— lespont. Man verweilt hier beinahe eine Stunde; dann noch

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e Man laͤßt Lampsacus zur Rechten, und faͤhrt in den Propontis ein, dessen Wogen uns nach Konstantinopel tragen, während man volle Muße hat, die Insel Marmara und an den Kuͤsten Rodosto und Erekli das alte Heraklea zu betrach⸗ ten. Diese Stadt dort am Abhange eines lachenden Huͤgels

einmal zur See.

ist Scutari, Chrysopolis; dieser Thurm am hervorsprin— . Felsen, der ins Meer auslaͤuft, ist der Thurm eanders; dieser Palast gegenuͤber, mit diesen reizenden Gaͤrten, von dreifachen Mauern umfangen, ist das Se— rail; dies Gewaͤsser, das im vollen Sinne des Wortes von Tau—⸗ senden eleganter Fahrzeuge mit einem Walde von Masten bedeckt, gepfluͤgt wird, ist der Bosporus; diese Gebirge, woran die Haͤuser aufeinander gehaͤuft scheinen, diese Myriade von Mina— rets ist Konstantinopel; man ist angelangt. Nach dem ersten Augenblicke der Bewunderung wendet man sich um und schaut ruͤckwaͤrts, gleichsam um sich zu versichern, daß man Smyrna am entgegengesetzten Horizont nicht mehr sieht; die Fahrt ist ziemlich weit, allein das Doppelrad der „Maria Dorothea“ spot⸗ tet der Entfernungen, und zwar ohne daß diese erstaunliche Schnelligkeit im mindesten Schrecken erregen darf; die Zeit ist vorbei, wo die Kessel sprangen und man aͤrndtet jetzt bloß die Vortheile der Wunder der Dampfkraft. Einige Tage reichen hin, um Alles, was Konstantinopel Sehenswuͤrdiges besitzt, im Großen zu besichtigen; die suͤßen Wasser, die Prinzen -Inseln, die reizenden Ufer des Bosporus ꝛc. Man schifft sich wieder ein, und nach sechsunddreißig Stunden ist man wieder daheim, zu Smyrna, so wenig ermuͤdet, so munter, als waͤre man nicht aus der Stadt gewesen. Endlich haben die Frauen nicht noͤthig, sich mit Schachteln und vielem Gepaͤck zu befassen; sie sind si⸗— cher, zu Pera in dem Magazin der Mlle. Boulanger ein voll— staͤndiges Sortiment der elegantesten und neuesten Mode-AUrtikel 1 finden, die direkt aus den besten Ateliers von Paris an— ommen.

Inland.

Berlin, 13. April. Gestern Vormittag erfolgte zu Tegel bei Berlin die feierliche Bestattung des am 8. d. M. mit Tode abgegangenen Geheimen Staats-Ministers Freiherrn Wilhelm von Humboldt. Se. Koͤnigl. . der Prinz Wilhelm, Bruder Sr. Majestaͤt des Koͤnigs, mehrere hohe Militairs und Staats-Beamten, so wie eine große Menge von Gelehrten und Kuͤnstlern, die mit dem Verstorbenen in näherer Beruͤhrung ge— standen, hatten sich zu dieser Feier in dem dortigen Schlosse ein— gefunden, von wo der Zug sich gegen 11 Uhr nach dem herr— lichen Denkmale, das der Entschlafene im Schloßgarten uͤber der Gruft seiner ihm vor mehreren Jahren vorausgegangenen Ge— mahlin hat errichten lassen, und neben welcher auch er dereinst u ruhen wuͤnschte, in Bewegung setzte. Dem mit 4 fern bespannten schwarz umflorten offenen Leichenwagen folgten der Bruder, die Kinder und Kindeskinder des Verstorbe⸗ nen; ihnen reiheten sich die uͤbrigen Anwesenden an, und den Beschluß des ganzen Zuges machte die Dorfgemeinde, die, durch den Hintritt ihn. Gutsherrn tief bekuͤmmert, ihre Liebe und An— haͤnglichkeit fuͤr ihn wenigstens noch dadurch bekunden wollte, daß sie ihn unter Anstimmung eines geistlichen Liedes bis zu sei— ner letzten Nuhestaͤtte geleitete. Hier angelangt, wurde der Sarg auf ein Geruͤst gestellt, worauf der Konsistorial-Rath Dr. Hoß— bach dem Verstorbenen eine Gedaͤchtniß-Rede hielt, in welcher er dessen Verdienste um Staat und Wissenschaft, so wie seine Vor⸗ zuͤge im geselligen Umgange in wenigen, aber ergreifenden Wor— ten hervorhob. Der Sarg wurde sodann langsam in die Gruft gesenkt, wo der Dahingeschiedene, seinem eigenen Wunsche gemaͤß, in freier Erde, nicht in einem ausgemauerten Gewoͤlbe ruht.

Man schreibt aus Posen unterm Sten d. M.: „Die neue Einrichtung der Justiz⸗Behoͤrden im Großherzogthum Posen nach der Allerhoͤchsten Verordnung vom 16. Juni v. J. beginnt mit raschen Schritten ins Leben zu treten. Bekanntlich soll kuͤnf⸗ tig die Rechtspflege im Großherzogthum durch folgende Behoͤr— den, deren Ressort-Verhaͤltnisse in der gedachten Allerhoͤchsten Verordnung genau bestimmt sind, non ich 1) durch 2 Ober⸗ Landes⸗Gerichte fuͤr die Regierungs⸗Bezirke Posen und Brom⸗ berg, 2) durch 26 Land- und Stadt-Gerichte, wovon ein jedes einen landraͤthlichen Kreis zugetheilt erhalt, 3) durch 4 Inqui— sitoriate, h durch ein Ober-Appellations⸗-Gericht fuͤr die ganze Provinz, 5) durch das Geheime-Ober-Tribunal zu Berlin, und 6) durch die geistlichen Gerichte, in deren Einrichtung nichts 6 worden ist, verwaltet werden. Hiernach sind, was die and- und Stadt -Gerichte betrifft, diejenigen zu Bromberg, Schoͤnlanke, Wollstein, Rawicz, Ostrowo und Rogasen bereits am 1. April d. J. eingefuͤhrt worden. Am 14. . erfolgt die Einfuͤhrung des Land, und Stadt-Gerichts zu Schrimm, am 27sten die des Land- und Stadt-Gerichts zu Inowraclaw, am 29sten die der Land- und Stadt-⸗-Gerichte zu Grätz und Birn⸗ baum, endlich am 1. Mai die der Land und Stadt⸗Gerichte zu Kosten und Wreschen. Die Einfuͤhrung der uͤbrigen 14 Land—⸗ und Stadt⸗Gerichte soll allmaͤlig folgen.“

In C , bei Lublinitz im Reg. Bez. Oppeln entstand am 36sten v. M. in der Schaͤferei, worin sich 550 Schafe befanden, Feuer, wodurch nicht allein die Schaͤferei und saͤmmtliche Schafe, sondern auch noch eine Scheune und einige Freibauer- und Haͤusler⸗Stellen ein Raub der Flammen wurden. Das Feuer griff so schnell um sich, daß die Bewohner nichts von ihrem Mobiliar retten konnten.

In die Haͤfen zu Stolpmuͤnde und Ruͤgenwalder— muͤnde (Pommern) liefen im Monat Maͤrz 6 Schiffe ein und 16 Schiffe gingen von dort in See. Aus dem erstgenannten Hafen wurden 73 Schock Klappholz und 154 Ctr. Delkuchen nach Hull, und aus dem letzteren Hafen 262 Klafter Brennholz und Zäl Ctr, graue Leinwand nach Kopenhagen, so wie 238 Ctr. Rappkuchen, 1039 Stuͤck Klappholz und 77 Ctr. Leinwand nach inlaͤndischen Seeplaͤtzen ausgefuͤhrt.

Laut Nachrichten aus Stralsund ist der Haͤringsfang an der Ostseekuͤste, wahrscheinlich in Folge der anhaliend stuͤrmi⸗ schen Witterung, bis jetzt so wenig belohnend gewesen, daß durch die bisher gewonnene Ausbeute noch nicht einmal die Ausruͤstungs⸗ kosten gedeckt seyn sollen, zumal bei dem durch die bedeutende Einfuhr des maͤßig besteuerten auslaͤndischen, in der Regel besse⸗ ren Haͤrings sehr veringerten Absatze des inlaͤndischen Kuͤstenhaͤ—⸗ rings, der Preis desselben so gefallen ist, daß das Wall (80 Stuck) fuͤr 6 Pfennige verkauft wurde. Dies hat einen Kauf— mann zu * (Insel Ruͤgen) veranlaßt, einen Versuch zu machen, aus Haͤringen Thran zu sieden, der so gut ausgefallen ist und ein so vortheilhaftes Resultat geliefert hat, daß die Un— ternehmung bei der beabsichtigten groͤßern Ausdehnung, sowohl fuͤr das Interesse der Fischer als auch in Ruͤcksicht auf die Ver— ringerung oder das zan c Aufhoͤren des fuͤr fremden Thran i hh gehenden Geldes von Wichtigkeit zu werden ver— pricht.

Nachrichten aus Koblenz zufolge, hat sich am Morgen

des 6. April gleich oberhalb des Laubaches eine Felsenmasse von einem Berge losgerissen; dieselbe zerschlug einen Weinberg und zertruͤmmerte und bedeckte einen 33. der laͤngs des Rheins lau⸗ fenden Chaussee. Die herabgefallene Steinmasse wird auf unge⸗ faͤhr 100 Ruthen geschaͤtzt.

Meteor ologische Beobachtung. 18335. P Morgens Nachmitt. Abend́ Nach einmaliger 12. April. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

Luftdruck 337, , gar . ö. n ,, Quellwärme 6,9 R. Luftwaͤrme 4 2,70 R. 4 7360 R. Æ 8,5 3 R. ne n, IH R. 2, o R. 4 1,7 RF. Flußwärme 6, s 9 R.

Dunstsaͤttg ss pCt. M pCt. 71 pCt. Bodenwätme d, 9 R. Wolkenzug NW. Niederschlag O, o 00 Rh.

Tagesmlittel: 337, 8e... 5,0 R.. O, 39 R. . . 67 pCt.

Berliner Börse. Den 13. April 1835.

Amtl. Fonds- und Geld-Gours-Jettel. (Pre fe. Cour. r l . 77 in.

10075 1005 1Ostpr. Pfandbr. A 1023 998 985 homm. do. 4

65 655 Kur- u. Neum. do.; A 10535

1007 1007 Schlesische do. A -

Rkst. C. u. ZL. Sch. d. K- u. N. 797

St. Schuld- Sch. Er. Engl. Obl. 30. Präm. Sch. d. Seeh. Kurm. Obl. m. I. C. Neum. Int. Sch.do. Berl. Stadt - Obl. Königsb. do.

1 E 2 = 8 . 8 21

Elbing. do. 99 Gold al marco 216 215 Danz. do. in Th. 39 NVeus Duk ... 18 Westpr. Pfandbr. 1021 1015 Friedrichsd' or., 13 15 Grosshꝝz. Pos. do. 1066 102 Disconto. .... 1 3 4

Auswärtige Börsen. Amsterdam, 8. April. Niederl. wirkl. Schuld S5 ß 5. 58 do. 102. Ausg. Schuld 1 Kanz- Bill. 25 53. M3 Amort. 954. 353 795. Russ. 983. GOesterr. 99! Preuss. Präm. Scheine 1153. do. AZ Anl. —. Span. S3 A9.

33 30. Antwerpen, 7. April. Span. 53 A4. Guebhard A8. Linsl. 2363. Cortes 493. Coup. 30. Belg. 102. Darmst. 263. Wien, 8. April. 53 Met. 10153. A8 95.

Königliche Schau spiele.

Dienstag, 14. April. Im Opernhause: Der Zweikampf, Oper in 3 AÄbth., mit Tanz. Musik von Herold. (Dlle. Ste—⸗ phan: Margarethe, als Gastrolle Die Solotaͤnzer des Koͤnigl. Hoftheaters zu Madrid, Hr. Font, Hr. Campruvi, Mad. Du⸗ bͤnnon und Dlle. Serral, werden hierin folgende Spanische Na—⸗ tional⸗Taͤnze ausfuͤhren: 1) Las Manchegas de la Pia, Spani⸗- scher Hof⸗Tanz; 2) El Zapateado, mit Tambourin und Castag⸗ netten, im Zigeuner⸗Kostuͤm.

Im Schauspielhause: 1) Folbert, ou: Le Mari de la Can- tatrice, vaudeville en 1 acte. 2) Une heure de mariage, cow médie en 1 acte. 3) L'humoriste, vaudeville en I acte.

Mittwoch, 15. April. Im Schauspielhause: Die Schwe⸗ stern, Lustspiel in 1 Akt, nach dem Franz., von L. Angely. Hier—⸗ auf: Der reisende Student, musikalisches Quodlibet in 2 Abth.

Anfang dieser Vorstellung: 7 Uhr.

Donnerstag, 16. April. Im Schauspielhause: Nathan der Weise. (Herr Seydelmann: Nathan, als Gastrolle.)

Köoͤnigstädtisches Theater.

Dienstag, 14. April. Julerl die Putzmacherin, parodirende Posse mit Gesang, in 2 Akten, von Meisl. Musik von A. Muͤller. (Dlle. Burghardt wird, von 6 Krankheit herge⸗ stellt, hierin wieder auftreten. Vorher: Die Ehrendame, Lust⸗ spiel in 1 Akt, von A. Cosmar.

Mittwoch, 15. April. Auf hohes Begehren: Die Reise auf gemeinschaftliche Kosten, Posse in 5 Akten, von L. Angely. Vorher: Philipp, Drama in 1 Akt, von Friedr. Genée. ö

Die zu der Posse „Alle fuͤr Eine und Einer fuͤr Alle“ be⸗ reits gekauften Billets bleiben zur heutigen Vorstellung guͤltig, oder kann der Betrag dafuͤr bis 6 Uhr Abends in Empfang ge— nommen werden.

Donnerstag, 16. April. (In , Sprache): Die Familien Capuleti und Montecchi, Oper in 4 Akten. Musik von Bellini. (Dlle. Vial, vom Königl. Sardinischen Hof ⸗Theater zu Turin: Giulietta, als vierte Gastrolle.)

Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen und im Balkon des ersten Ranges 1 Rthlr. ꝛc.

a ser 2 0 mmm, Neueste Nachrichten.

Paris, 7. April. Der Koͤnig ertheilte gestern dem Praͤsi⸗ denten der Deputir ten, Kammer Audienz und gab dann ein Di— ner, zu welchem der Oesterreichische Botschafttt, Graf von Ap— pony, und seine Gemahlin, der Fuͤrst Alfred von Schoͤnburg, der Graf Rudolph v. Appony und einige andere bei der Oester⸗ reichischen Gesandtschaft attachirte Herren und der Herzog von Broglie nebst seiner Gemahlin eingeladen waren.

In der Pairs-Kamm er wurden heute, nach Erledigung mehrerer Gesetz-Entwuͤrfe von oͤrtlichem Interesse, die Berathun“ gen uͤber das Munizipal-ꝛGesetz fortgesetzt; man glaubt, daß sie hb morgen zum Schlusse kommen werden.

in der gestrigen Sitzung der Deputirten-Kammer, die dem Antrage einer Unterstuͤtzung fuͤr die Stadt Lyon gewid—⸗ met war, behauptete Herr Thiers bis zum Schlusse der Siz— zung die Nednerbuͤhne; er sprach laͤnger als 1 Stunde uͤber lauter groͤßtentheils bereits bekannte Ereignisse während der vor— jaͤhrigen Unruhen in Loon. Sehr anziehend war seine Darstel⸗ lung der Art und Weise, wie die Lyoner ihre Stadt gegen das Militair vertheidigten; er sagte naͤmlich: „Der vorige Redner (Herr von Laboulie) mißt uns die Schuld bei, daß so große Ver⸗ heerungen in Lyon angerichtet worden. Hierin thut man uns aber sehr Unrecht; die Schuld trifft vielmehr diejenigen, die sich am Tage vor der Schlacht einbildeten, daß die ganze Einwoh⸗ nerschaft mit ihnen gemeinschaftliche Sache machen wuͤrde, und die, als sie am folgenden Morgen ihren Irrthum erkannten, zum Meuchelmord ihre Zuflucht nahmen, indem sie sich auf den Dächern und in den Kellern postirten und von hier aus auf das Militair feuerten. Nicht, daß ich den Aufruͤhrern den Muth absprechen mag; der Krieg aber, den sie fuͤhrten, war, es sey mir er— laubt, es zu sagen, nicht eben gefahrvoll, während das Mili—⸗ tair bei hellem Tage, auf offener Straße, in der Uniform und mit dem Tornister auf dem Ruͤcken vorgehen mußte.“ Als

Herr Garnier-PagLs bei diesen Worten äußerte, daß der