1835 / 108 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

err Moyne, der sich nach Paris begeben ö um sich 2 dem geg se elbl ah Verhaltungs⸗Befe le zu erbitten, wird jetzt ein aͤhnliches Requisitorium bei dem dortigen Königl. di ge or einreichen und den Vorsteher des Rouener Advo⸗ katenstandes, Herrn Séênard, vorladen lassen. ;

Die von dem Praͤsidenten des Pairshofes ex ossieio er— nannten Advokaten kamen gestern zusammen, um das nunmehr von ihnen zu befolgende Verfahten in Ueberlegung zu ziehen. Sie beschlossen einstimmig, sich den Ausspruch des Disciplinar— Rathes zur Richtschnur zu nehmen und dies dem Praͤsidenten des Pairshofes, ein jeder fuͤr sich, schriftlich anzuzeigen. Zu— gleich wurde eine Dank-Adresse an den Disciplinar⸗-Nath abge⸗ faßt und genehmigt. Der Disciplinar⸗Rath des Advokaten⸗

ndes von Nantes soll jetzt ebenfalls gegen die Verordnung vom D. März protestirt haben. 2 3

Im Palaste Luxembourg, jedoch nicht in dem neuerbauten Saale, sondern in der Wohnung des Groß⸗Referendars, brach gestern fruͤh Feuer aus, das jedoch bald wieder geloͤscht wurde.

Der Moniteur bricht heute endlich sein Stillschweigen uͤber die neuesten Ereignisse in Algier. „Mehrere Zeitungen“, sagt das amtliche Blatt, „haben, ohne Zweifel auf den Grund von Privat-Korrespondenzen, uͤber das, was sich jüͤngst in Algier zugetragen, die uͤbertriebensten Geruͤchte verbreitet. Die Nach. richten, welche die Regiepung von dem Grafen Drouet d Erlon erhalten, reichen bis zum 29. Marz. Nachdem die westlichen Staͤmme sich jenseits des Flusses Chiffa zusammengerottet, brach der General- Lieutenant Rapatel am Abend des 2sten, an der Spitze des 19ten leichten Regiments, zweier Zugren⸗ Com⸗ pagnieen, zweier Schwadronen der Afrikanischen Jaͤger, einer Schwadron Spahis und mit einigen Geschuͤtzen aus dem Lager vön Buffarick auf, um jene Haufen zu zerstreuen. Am folgen⸗ den Tage war er nach , und schrieb dem Grafen d Erlon Folgendes: „„Ich befand mich heute Morgen an der Chiffa; die Jäger und die Spahis waren schon mit Ta— zes⸗Anbrüch uͤber diesen Fluß hinaus und chargirten den Feind, der keinen Augenblick Stand hielt und einige Todte und Ber wundete bei diesem Angriffe verlor, der uns weiter als 2 Meilen enseits des Flusses fuͤhrte. Auf dem Ruͤckmarsche folgte uns der Feind eine Lieue diesseits der Chiffa, floh aber, sobald wir ihn aufs neüe chargirten; er ist in einige Hinterhalte gerathen, die ich ihm hatte legen lassen, und hat etwa 660 Todte vↄder Verwun/ dete gehabt. Wir haben keinen einzigen Todten. Der Graf d Erlon hatte dem General Rapatel empfohlen, nur einen Hand, streich gegen die versammelten Staͤmme i unternehmen. Die Trüppen im Lager von Erlon sind gedeckt und in vollkommener Sicherheit, und diejenigen, die man zu ihrer Verstärkung heran— gezogen hatte, haben den Befehl erhalten, in ihre resp. Kanton— nirtungs⸗Quartiere zurückzukehren.“ e n ern,

Ber Courrier frangäls sagt: „Man meldet, daß ein contrerevolutionnairer Insurrections / Versuch in Saragossa ge⸗ macht worden ist. Der Bischof und der Klerus standen an der Spitze der Bewegung; allein die Behörden, von einigen Trup— pen unterstuͤtzt, behielten die Oberhand. Nach den Geruͤchten, die im Umlaufe sind, waͤren sechs oder sieben Möoͤnche nach der Einnahme eines Klosters, das erstuͤrmt werden mußte, erschossen worden.

Großbritanien und Irland.

Parlaments. Verhandlungen. Oberhaus. Sitzung

vom 19. April. Nach Ueberreichung mehrerer Petitionen, wor⸗ in um Ber ii ne , a Gunsten der Kirche in Schottland ge— beten wird, beantragte der Herzog von Wellington die zweite Le— sung der Aufruhr⸗Bill. Lord Teynh am ergriff diese Gelegen⸗ heil, unn die Hoffnung auszusprechen, daß, wenn irgend ein neuer Kodex fuͤr die Disciplin der Armee entworfen werden sollte, die körperlichen Zuͤchtigungen daraus entfernt werden wuͤrden; auch wünschte er die constitutionnellen Streitkraͤfte des Landes, die Miliz, auf einen besseren Fuß gesetzt zu sehen. Der Herzog von Wellington sagte, dieser Gegenstand sey an einem anderen Ort zur Sprache gekommen; aber während der Zeit, wo der edle Ford (Teynham) ein Mitglied jenes Hauses gewesen, sey er dort nie vorgebracht worden (hört, hört!); die Sache liege jetzt einer von Sr. Majestaͤt ernannten Kommüission zur ÜUntersuchung vor, und es scheine ihm daher ganz unndthig, daß der edle Lord in irgend einer Weise darauf aufmerksam mache. ( Hort, hort! Lord Teynham bezeigte sein Erstaunen daruber, wie der edle Herzog dazu komme, ihm einen solchen Verweis zu geben, da er nur beiläufig auf den 2 hingedeutet habe. Die Aufruhr⸗-Bill wurde sodann zum zweitenmal verlesen und, da die gewohnliche Geschaͤfts-Ord— nung suspendirt worden, auch noch durch den Ausschuß gebracht. Die dritte Lesung derselben ist auf morgen angesetzt. Dasselbe geschah auch mit der Aufruhr, Bill fuͤr die Marine. Hierauf erhob sich der Graf von Malmesbury und sagte, er habe eine ziemliche Anzahl von Bittschriften zu uͤberreichen, die in diesem Augenblick wohl die ernstliche Beruͤcksichtigung Ihrer Herrlichkei⸗ ten verdienten; die erste sey von vielen Einwohnern der Stadt Portsmouth unterzeichnet, welche erklärten, daß sie zwar 6 alle constitutionnelle Rechte und Privilegien mit ihren katholischen Mitbuͤrgern theilen wollten, daß sie sich aber zugleich gegen jede Maßregel aussprechen muͤßten, die dazu geeignet waͤre, die Si urge und die Interessen der herrschenden Kirche in Eng— land und Irland irgendwie zu gefährden; sie baten daher Ihre Herrlichkeiten aufs ernstlichste, sich jeder in m, zu widersetzen, welche die Rechte der Kirche von England umstürzen konnte oder auf die Beraubung der protestantischen Kirche in Irland berech⸗ net sey; viele von den Bittstellern, meinte der Redner, wichen zwar in ihren politischen Ansichten uͤber andere Dinge sehr von einander ab, aber in diesem Punkt stimmten sie alle uͤberein und seyen entschlossen, die Rechte der herrschenden Kirche rein und

unversehrt zu erhalten. Der Graf legte dann noch ähnliche Bitt⸗

chriften von Portsea, Gosvort, Alverstoke, Lymington, Dording⸗ ridde, Warblington, Stockbridge, Titchfield, Havant, Mid dle⸗ marsh, Romsey und Ringwood dem Hause vor; die letzte dar⸗ unter war von 509 achtbaren und in anderen politischen Be⸗ ziehungen vielfach in ihren Ansichten getheilten Personen unter⸗ zeichnet. Der , Derby überreichte eine Bitt schrift von den Spinnern zu Preston gegen die Fabritken-Bill. Vor dem Schluß der Sitzung erklaͤrte noch Lord Brougham, daß er, obgleich er fuͤr den naͤchsten Dienstag eine Motion in Bezug auf das Erziehungswesen angekuͤndigt habe, doch jetzt es fuͤr besser halte, seinen Antrag bis auf den ersten passenden Tag nach den Oster⸗Ferien zu verschleben, weil er nicht glaube, daß am Dien stage Pairs genug anwesend seyn wuͤrden, um eine so wichtige Frage zu verhandeln, und da er auch sehe, daß der vom Unter—

ause zur Untersuchung des Erziehungswesens niedergesetzte Aus⸗ . a gestern bis nach dem Fest vertagt habe.

London, 11. April. Der Herzog von Cumberland beehrte vorgestern eine von dem Lord Mayor gegebene Soirée mit seiner

Ge Jen wart.

gungs-⸗Ministertum, eine Whtigistisch-radikale das Land hereinbringen wuͤrde.

440 Die gestrige Hof-Zeitung meldet bereits die am Sten d. erfolgte Erhebung des Herrn Alexander mar em Pair unter dem Titel eines Baron Ashburnton von Ashburnton in der Grafschaft Devon. 3 James Wilson ist zum Ober⸗Richter und Praͤsidenten des Appellationsgerichts auf der Insel Mauritius ernannt worden.

Im Albion von gestern Abend liest man; „Nach der Un⸗ terredung, welche Graf Grey gestern mit dem Koͤnige hatte, kon⸗ ferirte Se. Herrlichkeit mit mehreren Personen, die zu dem im November vorigen Jahres aufgeloͤsten Whig⸗Ministerium gehoͤrten. Die größte Schwierigkeit macht noch immer die Coalition Lord John Russells und der niederen Whigs mit Herrn O'Connell und die Annahme seiner gegen die Irlaͤndische Kirche gerichteten Pläne. Die Geringfuͤgigkeit selbst des Maximums der Majori— tat der Whig- und Radikalen⸗Partei im Unterhause ist ebenfalls, wie wir hören, der Gegenstand vieler Erdͤrterungen und verhindert gewisse Personen, die sich bisher mit ihrem großen Einfluß in jenem Hause bruͤsteten eine leitende Rolle zu uͤbernehmen. Lord Lansdowne, Lord Melbourne und Lord John Russell hatten heute fruͤh eine Konferenz mit Lord Grey, und spaͤterhin hatte Lord Lansdowne eine Un— terredung mit Sr. Majestät. In diesem Augenblick scheint es viel wahr scheinlicher, daß der Auftrag, ein neues Ministerium zu bilden, dem Lord Lansdowne, als daß er dem Lord Melbourne ertheilt werden wird, aber es stehen jedem Arrangement so viel Schwierigkeiten im Wege, daß wahrscheinlich noch ein paar Tage vergehen duͤrften, ehe die gespannten Erwartungen des Publi⸗ kunis in dieser Hinsicht beruhigt seyn werden. Lord Stanley wird sich gewiß keinem Ministerium anschließen, das nicht bereit ist, geradezu gegen die letzte, von dem Unterhause in Betreff der Irlaͤndischen Kirche. angenommene Resolution zu handeln. Un⸗ terdessen langen ganze Haufen von Adressen in Sir R. Peels Amts, Wohnung an. Es sind ihrer so viel, daß wir heute keine Zeit haben, sie zu klassifizieren oder eine Liste derselben zu gehen. Das Land ist vollig entruͤstet uber das Re⸗ sultat von Lord John Russell's Thorheit und O Connell s Ver⸗ schmitztheit.“ Fast in derselben Weise äußert sich heute die Times; sie weist darauf hin, daß sie schon vor drei Monaten die Schwierigkeiten zu bezeichnen angefangen habe, von denen sich die Whigistisch- radikale Opposition umlagert sehen wurde, wenn es dazu kame, daß sie die Elemente zu einem neuen Mi— nistertum hergeben sollte, und dies zeige sich jetzt nur zu sehr; wenn nicht Herr Joseph Hume und Herr Daniel O'Connell an der Verwaltung Theil erhielten, wurden deren respek— tive Cliquen nicht eben besonders zufrieden seyn mit ei— nem Russellschen Ministerium. Sie macht dann darauf auf—

merksam, wie jetzt die Organe der O Connellschen Faction in

Irland (vergl. den Art. aus dem Dubliner Freeman's Journah

als die Standarte der Freiheit und Resorm gepriesenen Grafen Grey aussttoömten, weil es bekannt sey, daß derselbe die Institu— tionen der Britischen Monarchie liebe. Weiterhin erklaͤrt die Times sich für überzeugt, daß sowohl Lord Grey, als Lord Mel— bourne und Lord Lansdowne nicht so verblendet seyen, um nicht die unvermeidlichen Verheerungen vorherzusehen, die ein Bewe—

Verwaltung uͤber

Die Nachricht von der Aufloͤsung des Ministeriums und von der Berufung des Grafen Grey traf am Sten d. in Dublin ein, und das dortige Freem an's Journal, das Haupt⸗Organ der Irlaͤndischen

und Erwartungen der „Evening Post“, heißt es darin, „daß Se. Herrlichkeit an die Spitze der Regierung gestellt werden würde, lassen uns alle eingezogene Nachrichten glauben, daß Lord Grey weder Premier⸗Neinister werden, noch uͤberhaupt mit der neuen Verwaltung in offizielle Verbindung treten wird. Der Wiedereintritt des edlen Grafen wuͤrde fuͤr Irland das Signal zu einem allgemeinen Allarm seyn. Lord Grey ist in Irland ver⸗ haßt. Sein bloßer Name wird von dem unterdruͤckten Volke dieses Landes verabscheut, welches er mit einer eisernen Nuthe beherrschte, und fuͤr das er eben neue Ketten schmiedete, als sein Kabinet sich aufloͤste. Nein, nein; wenn Unterdruͤckung noch fer⸗ ner unser Loos seyn soll, so wollen wir es lieber mit einem offe— nen Feinde zu thun haben. Nahm Lord Grey nicht deshalb seine Entlassung, weil er die Zustimmung der Volks; Repraͤsen⸗ tanten zu den in der Hölle geborenen Klauseln seiner abscheuli— chen Zwangs—⸗Will nicht erlangen konnte? So wie Lord Grey wie— der ans Ruder kommt, wird sich das Band, welches jetzt die verschiedenen Abtheilungen der liberalen Partei zusammen, haͤlt, augenblicklich aufloͤsen, und auf die Eintracht wird furchtbaren Hader solgen. Dasselbe wird der Fall seyn, wenn Lord Melbourne oder irgend ein anderer Whig das Staats ruder erhäͤlt. Das Freeman's Journal spricht n diesem Ball nur die allgemein bekannte 3. jedes einzelnen Individuums seiner Partei aus. Wenn den Whigs ihr Bemuͤhen gelingt, so mogen sie ja nicht erwarten, daß sie lange auf Rosen ruhen wer⸗ den.“ Auch von Dublin ist eine Adresse an den Koͤnig gerichtet worden, die zahlreiche Unterschriften traͤgt, und worin das voll⸗ kommenste Vertrauen zu den letzten Ministern kundgegeben wird.

Der neue Praͤsident der Republik Venezuela ist nicht Dr,. Varjo, sondern General Vargas; seine Wahl wurde am 6. Februar vom dortigen Kongresse bestaͤtigt, und am gten leistete er den uͤblichen Eid. Der in London von Lord . und Señor Montilla . und am 27. Oktober 1834 abge⸗ schlossene Handels Traktat zwischen England und Venezuela wurde um die Mitte des Februar dem Senat jener Republik vorgelegt, von diesem nach einigen Debatten genehmigt und dann der Repraͤsentanten⸗Kammer uͤberwiesen.

Unter den zahlreichen Adressen an den König und Sir R. Peel, welche von Britischen Unterthanen zu Gunsten der Bei— behaltung des Peelschen Ministeriums eingegangen waren, befindet sich auch eine aus Edinburg, obgleich diese Stadt zwei entschie⸗ dene Whigs, Herrn Abercromby und Sir John Campbell, ins Parlament geschickt hat, und eine andere von den in Paris le⸗ benden Engländern. Die Whigs suchen dagegen . auch Adressen aufzubringen, und es sind auch wirklich schon einige in ihrem Sinn an Lord John Russell, als den Führer der bishe⸗ rigen Opposition, angelangt. ö

Die Times zahlt 72 Adressen auf, welche der dnig und Sir R. Peel . des Bestehens des Peelschen Ministe⸗ riums aus verschiedenen Theilen des Königreichs empfangen ha— ben, und worin direkt oder indirekt Anhaͤnglichkeit und Vertrauen zu dieser Verwaltung ausgedruͤckt wurde.

Ein Dubliner Blatt behauptet, daß ungeachtet der Er— klärung, welche Sir R. Peel im Unterhause abgegeben, und wonach den Irlaͤndischen Geistlichen die , der ihnen von dem Whig⸗Ministerium vorgestreckten Mlllion erlassen wer⸗

den sollte, doch in Dublin bereits mehrere Zahlungen auf den

SGeneral⸗Gouverneurs, wonach der bisherige

und der Englischen Destruktiven all ihren Geifer uͤber den einst

adikalen, trat auch sogleich mit einem feindll⸗ chen Artikel gegen Lord Grey hervor. „Trotz aller Hoffnungen

faͤllig gewordenen Theil dieser Anleihe von dem dortigen Ein⸗ nahme⸗Amt eingezogen worden seyen. . .

Mehrere Blatter sprechen von beabsichtigten Reductionen in der Armee, wonach 6 Infanterie⸗Regimenter, vom 9 ästen biz zum 9ysten einschließlich, entlassen und das in Dublin stehende 2ste Infanterie⸗RNegiment nach dem Vorgebirge der guten Hof nung, das 90ste Infanterie⸗Regiment aber nach Ceylon verselt werden sollten. ;

Der mit der Pruͤfung der Plaͤne zum Bau neuer Parla⸗

mentehauser, beauftragte ässchuß soU den Veschluß gefaßt hn 6 halten und Mansvers vornehmen lassen werden.

3 Juni sollen sich Allerhöͤchstem Befehle gemaͤß die sammtli⸗ en um General-⸗Kommando der Herzogthuͤmer gehoͤrigen Trup⸗ n, nämlich, außer der Rendsburger Garnison, das Leib-Regl— unt Kürassiere, das Leib⸗Regiment leichter Dragoner, snteriekeib Regiment der Königin, surgische Jaͤger⸗Lorps bei Rendsburg einfinden.

In einem Artikel in der Kjöbenhavns-Post wird der Funsch ausgesprochen, daß von Seiten der Koͤniglichen Rente⸗ sanmer und der General-Zoll-Kammer die Amts-Vakanzen in

ben, die ihm vorgelegten Projekte ganz aufzugeben und eine all gemeine Konkurrenz unter den Baumeistern zu eroͤffnen.

In den letzten beiden Wochen haben sich sehr viele Aut wanderer in Bristol nach den Vereinigten Staaten und nah Kanada eingeschifft.

In dem (gestern , Schreiben des Koͤnigs von England an den Bey von Tripolis, welches noch von Herm. Spring Nice unterzeichnet ist, der bei Abfertigung desselhen Staats⸗Secretair fuͤr die Kolonieen war, heißt es am Schluß, der Englische General-Konsul in Tripolis, Herr Warringtan werde sich naͤchstens bei dem Bey einstellen und ihm die Freun schafts-Versicherungen des Koͤnigs mündlich uͤberbringen. Hier auf entgegnete der Bey, er muͤsse sich sehr ber Herrn Wart in ton beschweren, der nicht nur fruͤher eine feindliche Stellung 9, gen ihn, den Ali Pascha Karamanli eingenommen und stinen Gegner, den Praͤtendenten, unterstuͤtzt habe, sondern auch ses nach Ueberreichung des Schreibens seines Souverains noch n seiner Opposition und seinem feindseligen Benehmen beharrt. s daß er, der Bey, dringend die Sendung eines anderen Konsut nach Tripolis verlangen muͤsse, als das einzige Mittel, das freun schaftliche Vernehmen zwischen beiden Staaten ungestoͤrt er

alten.

h Kalkutta⸗Zeitungen enthalten eine Bekanntmachung de Britische Konsul jn Löcknau, Herr Mordaunt Rickets, wegen Bestechungen seinet Amtes entsetzt wird, um sowohl der Bevoͤlkerung von Aude, als d Britischen Regierung, die er so schlecht repraͤsentirt habe, Geng thuung zu geben. Dieselben Blaͤtter melden, daß unter dem alf dem Marsche nach Dinapur begriffenen 40. Regimente die Chi lera ausgebrochen ist. Doch waren nur zwei odesffaͤlle vorg tommen. Der Nuab Amir Khan ist gestorben, und sein Syhn ihm gefolgt. Obgleich er fruͤher grausam und blutduͤrstig gen sen war, so zeichnete er sich doch spaͤter durch Milde und Samt muth aus. Nachrichten aus Kabul zufolge, hat Dost Mu hammed, nach seinem Siege uͤber Schah Sudscha, sein Schwehzt in eine Pflugschaar verwandelt und war eifrig bemuͤht, die so nem Lande durch den Krieg geschlagenen Wunden zu heilen Seine Sirdars stehen ihm hierin getreülich bei. In der Schlih, welche die Hoffnungen des Schah Sudscha vernichtete, wum Sudscha ul Mulk, der juͤngste und geliebteste Bruder des Di Muhammed, getoͤdtet, was diesem großen Kummer verursacht. Der besiegte Fuͤrst hat sich in die Gebirge gefluͤchtet.

Mit dem „Charles Grant“ sind Nachrichten vom Vogt birge der guten Hoffnung bis zum 5. Febr. eingegangen. Bezug auf den Kaffern-Krieg enthaͤlt ein dortiges Blatt vem!] Februar Nachstehendes: „Seit der letzten Post ist keine Ruth richt von der Graͤnze eingetroffen. bgleich der Aufstand jg beinahe gedaͤmpft ist, so muß man doch nicht augenblickliche Nu und eben so wenig, wenn der Krieg in das Land des Feinig versetzt wird, immerwährende Siege erwarten. Die Vem⸗ ner der Gegend von Bruintjes Hoogte hatten sich seit mehrnnn Tagen einer vollkommenen Ruhe erfreut, da der Feind nicht z wagt hatte, uͤber den großen Fischstuß zu gehen. . Die in dem kommandirenden ö erlassene Proclamation hat einn sehr heilsamen Erfolg gehabt, da sie der durch ungegruͤndete un Übertriebene Geruͤchte entstandenen Aufregung ein Ende macht Einige Kaffern haben noch den Wald in der Naͤhe von Kan Berg besetzt. Die Aerndten und Gebäude am Mankanzang s nicht zerstoͤrt und einige von den dortigen Bewohnern, die n dem Feinde geflohen waren, bereits zuruͤckgekehrt.

Blätter aus , ., vom 22. Februn enthalten Folgendes: „Wie wir hoͤren, hät das Englische H kethoot bestimmte Befehle zur Eintreibung der Quit⸗Renten h dieser Provinz, so wie eine Depesche uͤberbracht, die dem Vr sammlungs⸗Hause mitgetheilt wurde, und worin jede fernere li terhandlung hinsichtlich der Uebergabe der Territorial⸗ Einknt abgelehnt wird, da das Anerbieten des vorigen Versammlunzt . sich soweit von den Absichten und Erwartungen hr

ritischen Regierung entfernt hätte.“

Ueber den am 23. Dezember v. J. zu Bogota abgeshsts senen Schulden⸗Vergleich der Columbischen Republiken erstjt man, daß von der am 13. Marz 1822 9 Paris kontrahttin Columbischen Anleihe von 2 Millionen P 1 Mill., Venezuela 570,000 Pfd. und Aequator 430, 000 Pz und von der am 15. Mai 1823 in Hamburg abgeschlossenen Alhh zum Betrage von 4,750,000 Pfd. Neu⸗Granada 2, 312, 975, . n nezuela 1318, 395 ünd Aequator 994,579 Pfd. uͤbernimmt. sollen nach und nach Kapital, ruͤckständige alt und wat d Staaten durch neue Kontrakte mit den Inhabern der Obllgath nen denselben noch schuldig werden mochten, abgezahlt und ji jetzt in den Haͤnden der Glaͤubiger befindlichen Bons von d verschiedenen Staaten nach obigem Verhaͤltniß gegen neue, n den einzelnen Staaten auszustellende Bons eingelbͤst und annmn lirt werden. aͤft drei Staaten einen Agenten nach London schicken, der Vernn soll der Republik Aequator, die an der Abschließung desselben h nen Theil genommen, vorgelegt werden, aber ein von letzttt etwa ausgehender Verzug die nn . der beiden ande Abgeerdneten und die Erfuͤllung der von Neu⸗Granada und lr nezuela uͤbernommenen Verpflichtungen nicht verhindern.

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Niederlandͤe. die 3

Aus dem ar 12. April. der auswaͤrtigen Angelegenheiten in einer geheimen Sitzung weiten Kammer der Generalstaaten 3 politische Milch . gemacht, uͤber deren Inhalt jedo kum verlautet. Einige Mitglieder der zweiten Kammer hahe wie man vernimmt, nach dem Minister das Wort genomm h und uͤber seine Mittheilungen sich ausgesprochen. Die Leh len sind uͤbrigens gemacht worden, nachdem in einer offen ich Sitzung die Kammer erklaͤrt hatte, sie konne zu der schließlt⸗ Erwaͤgung der ihr vorliegenden Gesetz-Entwuͤrfe uͤber die ve

Renten Zahlung der National⸗Schuld nicht eher schreiten, als n, sie e r cf, uͤber den Stand der Hoͤllandisch⸗ Belgisch ö.

Angelegenheiten erhalten habe.

Belgien. . ;

Brüssel, 12. April. Die aͤrztlichen Bulletins in Belt

auf das . Ihrer Majestaͤt der Koͤnigin und des neun . bornen Prinzen lauten fortwährend sehr guͤnstig.

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ern vorge

r! in. derselben geschah durch den Ober kel-Superintendenten Dr. Genßler. stende und Staats-Beamte, so wie die den Prinzen waren bei der feierlichen Handlung zugegen. Muͤnchen, 13. April. euchtenberg wollte sich im Laufe des kuͤnftigen vnats mit der Prinzessin Theodolinde nach Florenz begeben. Am 9ten d. M. ist der in nach Athen von hier abgegangen. n Dampfboot finden, welches die Englische Regierung fuͤr jene säse zu seiner freien Verfugung gestellt hat. hid der Graf erst nach Korfü gehen, mbei Einsetzung des neuen Lorb-Ober-Commisfairs beizuwoh⸗ mn, und nach einem Aufenthalte von fuͤnf seise nach Korinth fortsetzen, Negara und Eleusis zu vollenden. ten und auch Zeitungen

herzogin von L

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Zur Besorgung dieser Geschaͤfte wird jeder M . ed

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noch nichts im Publ il

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Einige Blaͤtter nin Loͤwen zwisch

Deutsch land.

Kiel, 8. April.

n, daß Se. Majestaͤt der Koͤnig im Juni d.

sichen und uͤber die

ren Verwaltugs⸗Kre

Iamlei geschieht, oͤffentlich bekannt ! , der sich befaͤhigt glaubt, sich auch darum bewer—

n köoͤnne.

Dres den, 10. April. Leiten schon geaͤußerte Bedenken, daß Sachsen nicht reich genug in solchen geschichtlichen Kunst⸗ t rundung eines eigenen Vereins zu ihrer Erhaltung rechtfertigen simin, hat mehrere Freunde Saͤchsischer Alterthüͤmer nicht ab- chaten, ihr Gluͤck zu versuchen. nn, auf ihre Hand aufzusuchen, erhalten, das Dunkle na Wichtige abzubilden. fn, der sich sogar Statuten güituten ist, daß man durch Bereitwilligkeit um oben erwähnten nme sich der Sächsischen historisch und kuͤnstlerisch wichtigen Denkmaͤler anzunehmen, ) Batrags zur Kasse von zwei Thalern ohne bird, daß man das Recht dadurch erlangt, bei immlungen mitzustimmen, sletlaggen, den die Abbildung eines Denkmals, das die Auf⸗ nerksamkeit der Gesellschaft ar der erste Jahrestag dieser jungen Stiftung und der damals mngelegte erste Jahres-Bericht ist jetzt gedruckt in den Haͤnden er Mitglieder. Koburg, 13. April. erliche Confirmation der beiden Sohne unseres H [. Ernst und Albert, stattgefunden. r. Jacobi hatte die Konfirmanden vorbereitet

der Tuͤrkischen Gr

orden ist.

Frankfurt a. M., 13. April. Der Kaiserl. Oesterreichische sundestags⸗Prasidial Gäsandte, Graf h heute von hier nach Wien abgereist.

o e st enden ch.

Wien, 8. April.

zue vom Obersten Evans ge ie ausweichend beantwortete Frage: un wirklich, wie in den Zeitungen zu lesen, die en ind Unabhängigkeit der Fuͤrstenthümer Moldau und Wallä— hel anerkannt habe eine Unabhaͤngigkeit, d. St. Neu⸗Ghinbn iz von Konstantinopel sanctionirt sch? eichische Beobachter: „Durch den huhland und der Ottomanischen Pforte, der am 14. Sept. 1829 Adrianopel (nicht zu

i ö 6. gien er BHallachei betri

nrat⸗Al griff.

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ihrer Rechte zu

tats ist und als sol ie die Krankheit

tt auch das Trauerg les, wur gaben statt der

leite, und das Regiment des Verewigten och⸗ und dutschmeister⸗ genoß ; .

hef und begleitenden em Ordens

enbette empfa Wohl des Ordens, ich soll auch Großmeisterthum be

haben von einem ernstlichen Zwiste berichtet, en den dasigen Studirenden und den Buͤr— fallen seyn soll; der nlaßt, den ganzen Vorfall fuͤr etwas hoͤchst Unbedeutendes zu

klaͤren.

V., der die Fuͤrstenthuͤmer Moldau und noch in der in diesem Artikel Betreff dieser Fuͤrstenthuͤmer selben sanctionirt, wie Oberst ben erwaͤhnte Artikel V. lautet folgendermaßen: „„Da sich die ent ner ö und ann, Unter die Soucerainetaͤt der hohen Pforte gestellt haben Rußland sich für ihren h J zt, daß sie alle Privilegien. durch ihre Capitulatlonen n Reichen geschlossenen Traktate, oder durch die zu verschiede— eiten erlassenen Chattischerifs eingeraͤumt worden sind, be— : Demzufolge werden ultus, einer volltolnmenen Sicherheit, einer unabhaͤngigen Ra nhäldministration und einer vollen usatz-Klauseln zu den fruͤheren Gestern hat der Minssu . erachtet worden, um diesen beiden Provinzen den

he enthalten, welche ein integrirender Theil des gegenwaͤrtigen

ohlthaͤter auf dem letzten Gange zu folgen. In Trauerwagen sah man die Kostuͤm mit dem weißen Mantel; und neben tichenwagen wurden zwei Fahnen, eine weiße mit schwar— eine schwarze 1 weißem Kreuze getragen.

l der Erzherzog seinem

bereits der Erzherzog Ludwig

Monite ur findet sich jetzt ver⸗

In Rendsburg ist die Anzeige eingegan—

* diese Stadt dann dort versammelten Truppen Special⸗ Zum

das In⸗ das Schleswigsche und Lauen—

isen, eben so wie es von der Daͤnischen

gemacht werden moͤchten, da—

(Leipz. Ztg.) Das von manchen

enkmaͤlern sey, welche die Be—⸗

Sie traten zusammen, beschlos⸗ das Gefundene, wenn es lohne, * erlaͤutern, und wo moglich immer

o entstand im Winter 1834 ein Ver schrieb. Der Haupt-Inhalt der

und durch Einzahlung eines jahrlichen eiteres Mitglied den Monats ⸗Ver⸗ und jaͤhrlich einen gedruckten Bericht

anzog, begleite. Am 10. Marz d. J.

Vorgestern und gestern hat hier die erzogs, der er Hofpredi⸗ und die Ein⸗ Hofprediger und Ge— Sehr viele angesehene ohen Verwandten der

Der O

Ihre Königl. Hoheit die Frau

Graf von Jennison zu seiner Mis— Derselbe wird in Ancona

Mit demseiben um dort den Feierlichkei⸗

bis sechs Tagen die um sie von dort zu Lande uͤber Aus Griechenland fehlen sind in den letzten drei z doch vernehmen wr uͤber Triest, daß, mit Raͤuberbanden im Peloponnes und ze, die bffentliche Nuhe nicht unterbrochen

von Muͤnch⸗Bellinghaufen,

In ö auf die im Englischen Unter—

tellte, von Seiten der Minister „Ob die Englische Regie⸗ elbststaͤndig⸗

die durch den Ver— bemerkt der Oester⸗ Friedens Traktat zwischen

Konstanttnopel) unterzeichnet wurde, ist

erwahnten Se⸗ die Unabhaͤngigkeit Evans zu glauben scheint; der

Wallachei in Folge einer Capitu—

Wohlstand verbürgt hat, so wird fest⸗ und Freiheiten, welche ihnen ent— oder durch die zwischen den bei—

sie der freien Ausuͤbung ihres

Handels Freiheit genießen. Stipulationen, welche fuͤr

sichern, sind in der beiliegenden Separat⸗

cher betrachtet werden soll.““

welche den Erzherzog Anton hinraffte, epraͤnge die groͤßte Aehnlichkeit mit jenem Ungarischen Garde die Husa—

die traurige Auszeichnung, seinem gelieb⸗

Deuischen Herren,

Noch auf dem Neffen, dem Kaiser,

und bat ihn um dessen Beibehaltung;

der seltensten war,

AMA

Der Kaiserlich Russische General Major Alex. Jermolow, Großkreuz und Ritter mehrerer Orden, Eigenthuͤmer mehrerer

errschaften in Nieder⸗Oesterreich u. s w., ist hier, 80 . alt, mit Tode abgegangen.

8 n ne . Neuchatel, 9. April. Es hat sich hier ein Comité . um dem verstorbenen Maler Leopold Robert, einem ge⸗ Ernen Neuchateller, ein Denkmal zu errichten. Die Herren Maximilian ünd Louis von Meuron? so wie Herr Eduard von Pourtalis sind bereit, Beitraͤge dafuͤr anzunehmen.

Spanien.

Madrid, 4. April. (Journ. des Débats.) Eine Koͤ— nigliche Verordnung fordert die Garde dü⸗Corps auf, mit dem Range eines Seconde⸗Lieutenants in die Nord⸗Armee einzutreten. Etwa dreißig haben dieser Aufforderung schon Folge geleistet. Der Minister des Innern hat durch ein Cirkular die igt und

oͤffentliche Arbeiten, als Anlegung von

Provinzen aufgefordert, Straßen, Kanälen, Bruͤcken u. s. w. zu unternehmen um der u geben, etwas ö verdienen, und

aͤrmeren Klasse Gelegenheit

dadurch zu verhindern, daß sie durch Armut und Arbeits losig⸗ keit in die Haͤnde der Uebelgesinnten geraͤth. Die Verhand⸗ Cortes-Sitzungen waren nur von oͤrtlichem

lungen in den letzten Interesse. Sie betrafen die Besoldungen der nicht in Aktivität befindlichen Beamten.

Andere ß ranz sische Blatter melden aus Madrid vom. April: „Die Columbischen Generale Soubler und O'Leary sind gestern mit Vollmachten zur Unterhandlung uͤber die Unabhaͤn⸗ . der Republik Colümbien hier angekommen, und hatten eute eine Audienz bei dem Conseils-Praͤstdenten. Die egie⸗ rung hat von den Befehlshabern der Provinzen sehr guͤnstige Nachrichten uͤber den Fortgang der Rekrutirung fuͤr die Armer erhalten. Alle, die zum Dienst herufen wurden, haben sich mit der groͤßten Bereitwilligkeit gestellt und zeigen vielen Eifer und Muth. Der Befehl, welcher den Scldaten das Singen pa⸗ triotischer Lieder verbietet, hat in Malaga zu ernstlichen Unruhen Anlaß gegeben. Er wurde daselbst bekannt gemacht, als die Beer— digung eines Miliz-Soldaten stattfand. Da die Mufiker, welche dem Zuge voran gingen, Niego's Hymne spielten, so ließ ihnen der Gouverneur dies durch einen Adjutan⸗ ten untersagen. Als diesem Befehle nicht Folge geleistet wurde, schritt die bewaffnete Macht ein, es entstand ein Streit und der Gouverneur war so bestuͤrzt, daß er die Stadt verließ. Da Malaga auf diese Weise ohne eine Behörde war, so wurde eine provisorische Junta gebildet und das Volk verlangte die Wiederherstellung der Constitution von 1812. Die neue Junta bestand indeß glůuͤcklicherweise aus gemaͤßigten Maͤnnern, die einen neuen, der Königin ergebenen Gouverneur erwaͤhlten. Durch diese energische Maßregel wurden die Karlisten, welche schon ihre Proklamationen zu verbreiten anfingen, gezwungen, ihre Anschlaͤge aufzugeben und die Ruhe wurde wieder ergestellt. Am 17ten v. M. erhielt der General Lopez von Don Louis O Donnell, , ,, der Kavallerie des Don Carlos, die Aufforderung, sich mit einer gleichen Anzahl nur mit Saäͤbeln Bewaffneter zum Kampfe zu stellen. ihm, er werde sich einfinden und zwar ger als sein Gegner. Es ist hier nen, worin die Zahl der Opfer der Inquisition angegeben ist. Hiernach wurden unter Torquemada 105, B35, unter Tisneros ol, 167, unter Diego Perez 34, 952 Personen und in der Zeit vor diesen drei Inquisitoren 3, 412, A5 Personen hingerichtet. 500,000 Familien wurden auf diese Weise durch die Inquisition

vertilgt.“ J vrenses berichtet Nachstehendes

General Lopez antwortete mit hundert Mann weni⸗ so eben ein Werk erschie⸗

ie Sentinelle des aus Irun vom 4. April: „Nachdem die Karlisten den Thurm an dem Gebirgspasse, wo die Christinos am folgenden Tage ei— nen Wachtposten errichten wollten, angezuͤndet hatten, kamen sie vorgestern und fuͤhrten acht Personen hinweg, welche die von dem Kommandanten zur Einsammlung' der ö dieser Stadt ernannte Kommission bildeten. Man sagt, daß sich wei Karlisten-Bataillone in Lesaca und der Umgegend befinden. , welcher seit gestern Morgen in Ogarzun ist, das er befestigen zu wollen scheint, befahl den Kapuzinern des Klosters Renterta, sich nach St. Sebastian zu begeben, wo sie Paͤsse er⸗ 6 wurden. Das Kloster wird von Soldaten besetzt. - Wir ören aus Saragossa, daß Carnicer, da er keine ortschritte in Ober Aragonien machen konnte, sich nach Valencta be— geben wollte, jedoch kaum die Graͤnze erreicht hatte, als er angegriffen und in die Flucht geschlagen wurde. E hatte, heißt es, 50 Todte und es sind Truppen zu seiner Verfol⸗ gung abgeschickt worden. Die Behörden von Cartagena ha⸗ en bekannt gemacht, daß, zufolge einer Koͤniglichen Verordnung, allen Schiffen, welche in die Häfen des Könt reichs Murcia ein⸗ laufen, um daselbst Ladung einzunehmen, die äh. von 2 pCt. der Fracht erlassen ist, und daß die Capitaine dieser Schiffe sich ö. ihre Makler wahlen koͤnnen. Die Einkuͤnfte der genannten bgaben wurden vor etwa hundert ö der Famile Arata, wegen der Dienste, welche fie der Sache Philipps V. geleistet hatte, verliehen.“

Portugal.

Lissabon, 1. April. (Journ. des Dabats.) Das Protokoll uͤber die Oeffnung der Leiche des Prinzen August geht sehr ins Detail. Es ist von vierundzwanzig . unterzeich⸗ net, worunter einige Wuͤrdentraͤger des Reichs oder Palast⸗ Beamte, der Marquis von Santa Iria, Thomas de Mello Breyner, Agostinho José Freire, der Graf von Bemposta (Neffe des Herrn Hyde de Neuville), Aerzte und Chirurgen. Unter den fremden Aerzten bemerkt man Herrn Martin, Wundarzt des Britischen Schiffes „Hastings“, drei andere Englische Chirurgen, Herrn Launay, aus Paris, und Herrn Layreze, Ober⸗Wundarzt der Franzoͤsischen Brigg „Palinuré.“ Sammiliche Aerzte stimm⸗ ten darin überein, daß der Prinz an der Braune (angina crupa- lis) gestorben sey.

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Berlin, 17. April. Der Pfarrer Czygan zu Klein-Je⸗ rutten, im Ortelsburger Kreise des Negierungs⸗ Bezirks Rö⸗ nigsberg, beging am 15ten v. M. sein zo jaͤhriges Dienst⸗Jubi⸗ laͤum. Nachdem der Jubilar am fruͤhen Morgen die Gluͤck, wuͤnsche seiner Verwanden, Freunde und Bekannten empfangen, begann um 9 Uhr die religidse Feier, die insofern gewiß eine als alle kirchlichen Handlungen von Kindern des Jubilars versehen wurden., So ertheilte die Weihe dem Vater dessen aͤltester Sohn, Superintendent zu Oletzko; den Kanzelvortrag hielt der zweite Sohn, Prediger zu Sensburg,

zum Nachfolger stimmt seyn.

und die Liturgie trug der Schwiegersohn, Pfarrer Strozky zu Loͤtzen vor; ja aͤußerdem wohnte noch ein zweiter Schwieger sohn, Pfarrer

Joswig zu Czychen, der Feierlichkeit bet, welcher gluͤckwuͤnschende Worte vom Altare ich Se. Majestaͤt der König hatte dem Jubelgreise den Nothen Adler, Srden lter Klasse zu verleihen ge⸗ ruht, welcher ihm, so wie die von der Königl. Regierung und dem en Konsistorium an ihn gesandten Glückwunschschreiben, von dem Superintendenten der Didcese, Brachvogel, vor Erthei⸗ lung der Weihe, uͤberreicht wurden. Für den folgenden Tag war in der Kreisstadt Ortelsburg ein großes Festmahl veranstaltet worden, zu welchem der Jubilar in einem sechsspaͤnnigen Wagen von Klein-Jerutten abgeholt wurde. . uͤberreichte der Pfar⸗ rer Nikolaisky dem Gefeierten im Ramen der ganzen Gesell⸗ schaft unter passender Anrede eine geschmackvoll verzierte Pracht⸗ bibel. Ein Ball beschloß die Feier des Tages.

Das Prorektorat der Universitaͤt zu Königs berg ist am 12ten d. M. auf den Professor Dr. Sanio, das Dekanat in der theologischen Fakultät auf den Konsistorial-Rath, Professor Hr.

aͤhler, in der juristischen auf den Tribunals Rach, Professor Ur. Schweikart, in der medizinischen auf den Medizinal⸗Rath,

rofessor Lr. Burdach, und in der philofophischen auf den Pro⸗ essor Dr. Meyer uͤbergegangen.

Zu Muhlhausen im Regierungs-Bezirk Erfurt haben mehrere dort und in der Nachbarschaft wohnende Frauen zum Vortheil einer daselbst zu errichtenden Kleinkinder-Schule den Verkauf weiblicher Arbeiten veranstaltet, wodurch ein Erlös von 173 Rthlrn. aufgekommen ist.

m

Königliches Schausptel.

Herr Seydelm ann hat zu seinen Gastsplelen auch zwei Rollen gewählt, die man nach der gepräuchlschen Theater- Classtfetnrton unter die gemeinsame Rubrik der Böpscwichter zu bringen pflegt, den Dip in „Isidor und Olga“ und den Martnellt in „Emilia Ga⸗ lotti ; sie haben aber nichts Gemeinsames mit einander Der Ossip ist ein gemciner Russe, in der Sklaverei geboren, aber nicht zur Sklaverei; er thut allerdings Böses und hat Gefallen auf zeshen und Unglück Anderer, aber er ist nicht bösartig von Grund aus, er hat nur zu viel Herz; jedoch weil er das volle Maß seiner Gefühle ciner Geliebten zugewendet, die ihm cin? Macht, gegen die er recht⸗ los ist, gewaltsam geraubt hat, lüht er nun Lon Ingrimm und Rache gegen die ganze Kaste der e redeten Dabei hat er einen wahrhaft diabolischen Humor, den sein Zwingherr datum gewaͤhren laßt, Veil gr ihn gleichsöm als einen Hofnarren, einen Lustigimacher ansieht. Es ist nichts Leichtes, die Niedrigkeit der Herkunft und die dadurch zur Gewohnheit gewordenen knechtischen Aeußerungen und Unter⸗ wuͤrfigkeits⸗Bezelgungen gegen Höhere mit der Ueberlegenheit des Geist's zu verbinden, so zu verbinden, daß namentlich 6 Zwing⸗ herr äber ihn niemals ins Klare komnien kann; und noch schwiekf= ger ist es, das Wohlgefallen am Schaden Anderer fo zu modißiziren, daß dadurch dem Zuͤschauer niemals der Gedanke belkommen darf, dicser Mensch sey cine Art von Mephistophele. Referent hat von einem genialen Schauspieler (Devrient) diese letztere Linie nicht ge= nug beobachtet gefunden; es war ihin unmöglich, feine so ent— schiedene Personlichkeit, sich feines Tons und vor allem Andern seines Blicks irgendwo zu veräußern. Von anderen minder genialen Schauspielern ist die erst ere Linie verletzt worden; ganz richtig und mehr als Devrient die Niedrigkeit des gemeinen Russen beach⸗ tend wurden aber die Aeußerungen ihres Humors viel zu stark ac— centuirt und absichtlich; der Hämor vertraͤgt keine scharfen Ac⸗ ente. Herr Seydelmann hat den Ofsip, iwie er 1st und un— seres Erachtens der Dichter ihn gewollt hat, dargestellt, al—= len Einzelnhelten ihr rechtes Gewicht, aber lein Uebergewicht, und solchergestalt wie immer ein Ganzes gegeben. Der Marinelli in Lessing's „Emilia Galotti“ ißt dürchaus herzlos, da er aber vollkommen vie feine Lebensart besitzt, so welß er zu taͤuschen und die Leute glauben zu machen, er sey, wie der artigste und choͤflichste, auch der freundlichste und' wohlgesinntest? Men z Kollistonen und . Ausgang können allein sein? Richtswürdigk-it aller Welt aufdecken. ielleicht möchte man meinen, ein ug. zum Boͤsen geneigte, versuchte Hoͤfling koͤnne gar nicht gehörig dar= , werden, und wenigstens müsse man minder Naturkraft er Darstellung fordern, als den kleinsten der einzelnen Zäge in ihret, conventionnellen Wahrheit, die man nur durch Beobach⸗ tung erlernen kann, verwischen lassen. Und allerdings ist dem saͤhig⸗ sten Schauspieler mit allen den einzelnen Eigenschaften dieses 924 wandten und 6 . Höͤflings, dieses durch lange Uebung im Laster ausgelernten Verfuͤhters, darum noch nicht die Fertigkeit verliehen, gehörig darzustellen, dlese Bereitwilligkeit, womit er zum Diensse eil, die leichte Art, womit er dem Fuͤrsten Schmeicheleien sagt, die Geschmeidigkeit, womit er sich nach jedem Winde drebt, der ieichtt, baämische Wh, womit er über zioptani nn Orsing herfaͤhrt, die allertiefste Verstellungskunst, womit er sich aus den schlimmsten Handeln herguszuwinden und seine wahren Absichten zu verhrtlen weiß, und die Kälte und Gleichgültigkeit, die ihm tum mer Besonnenheit genug uͤbrig läßt, sich in seinen Plaͤnen weder durch die unfreundlichen, fast groben Acußerungen seines Fuͤrsten. noch durch die Vertraulich keiten eines gemeinen Banditen Angelo) irre machen zu lassen. Aber die feinste Beobachtung, ja Marinen selbst, wenn es einen solchen in der Wirklich keit geben sollte, würde ohne die Naturgabe des Talents diefe Perfon auf der Buͤhne weder im Ganzen, hoch im Einzelnen genkgend zu geben im Stande seyn. In iedem Fall aber wird jeder besonnene' zuschauer einraͤumen, daß es bei der ? orstellung eines solchen Höͤflings mehr auf das Nega⸗ tive, mehr auf dasjenige, was man nicht thun muß, ankommt, e doch eben darum auch als Voraussetzung zugeben muͤssen, daß es dem Harstellet an positiver Kraft nicht fehlen dürfe, un! bas Nega⸗ tive nicht als Null, sondern als gemäßigte Kunst erscheinen zu lassen. So war Herr Seydelmann in ehalt und Form. Wir würden Rüber die übrige Darstellung des Trauerspiels Ennlia Galbttz kein Wort wei⸗ ter sagen, wenn üng nicht die neuesse und jängste Darstellerin der Emilis selbst, Dlle, Bertha Stich, dazu noͤthigte. Unverhohlen be— kennt Ref, daß er selbst von ihrer Murter, der fehlte dazu bei aller Kunst das gemäße Naturell auch nicht von Sophie Muller, die in der Ueberschwaͤnglich keit ihrer, Gefuͤhle uͤber das Maß hin ausging, eine so natürlich wahre Emilia gesehen hat; er muß hierbei reiner fleußerung des Dichters selbst geßenken. Eine berühmte Sch auspie⸗ lerin damaliger Zelt hatte bel der ersten Erscheinung der Emilia Galotti geaͤußert, die Rolle der Emilig konne nie gespielt werden, so wie sie gesptelt werden sollte, denn sie erfordere ein ganz junges Maͤdchen, die gleichwohl die voll kommenste Schau splelerin seyn muͤsse, mn dieser Rolle Genüge zu thun. Lessing, dem diese Aeußerung zu Ohren kam, erwiederte darguf⸗ „Die Rolle der Emilia erfordert gar keine Hunst; naiv und natuͤrlich fpielen koͤnne ein junges Maͤdchen ohne alle Anweisung; doch halt“, setzte er hinzu, „die jungen Ac⸗ trigen wollen immer erst agiren, biz' sie endlich natuͤrlich fyrechen und spielen lernen.“ Unsers Erachtens hat nun gerade Dlie. Bertha Stich durch ihre erste blühende Jugend, die Lessing selbst wollte, uns das recht natuͤrliche Bild der Emilsa vor Augen gifahrt, aber, fruͤh so gut geleitet, auch das rechte Kunstgemäße; freilich ein selt⸗ ner glücklicher Verein. Im vollsten Kontrast mit ben vorgenann⸗ ten beiden Personen gab Herr Seydelmann den großartigen, und im böͤchsten Sinne des Wortes, menschlich schoͤnen Charakter Kaiser Friedrichs II. und gab ihn, in seine Indibiduglitaͤt aufge- nommen, auch mit gediegener Durch- und Ausfuͤhrung; dies allein würde den Kuͤnstler, selbst bei wiederstrebendem Naturell, eigen. Aber zwischen widerstrebendem und nicht gaͤnzlich analo⸗ em Naturell ist ein großer Unterschied, und wir muͤssen die⸗ en Unterschied vielleicht noch mebr bei der Kunst des Sch au spielers als bej jeder andern Kunst beachten; denn woher sollten wir wohl

die Vielheit aller angemessenen Naturell= zu den vielen Rollen,