1835 / 111 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

des Hauses bis zum folgenden Morgen um 19 Uhr. Lord Brougham: „Nein, nein, ich habe ein richterliches Erkenntniß vorzutragen.“ Der Lord-Kanzler: „Die edlen Lords brau— chen nicht zu warten; ich werde hier bleiben.“ Lord Broug⸗ ham: „Der edle Herzog braucht nicht zu bleiben, wenn es ihm nicht beliebt.“ (Gelächter. ) Der Lord verlas darauf sein Erkennt⸗ niß, und das Haus vertagte sich demnächst bis morgen.

Unterhaus. Sitzung vom 13. April. Hr, E, Den— nison brachte den Bericht der zur Pruͤfung der Nechtmaͤßigkeit der Wahl fuͤr Worcester ernannten Koömmissiön ein; dieselbe hatte esunden, daß gegen die Wahl des Herrn John Bailey, eines Konservativen, nichts einzuwenden sey. Sir J. Campbell uäberreichte zwei Bittschriften von Edinburg gegen die Bill in Betreff des Hafens von Leith und trug darauf an, daß diese Petitionen einer Kommission uͤberwiesen werden sollten; der An⸗ trag wurde aber mit 72 gegen 28 Stimmen verworfen. Jetzt erhob sich Sir Robert Peel und sagte: „Herr Sprecher! ich bin von Sr. Majestaͤt benachrichtigt worden, daß Anordn un— gen zur Bildung eines neuen Ministeriums im Gange, aber' noch nicht vollstaͤndig beendigt sind; unter diesen Umstaͤnden zweifle ich nicht, daß derselbe Beweggrund, welcher das Haus neulich bestimmte, in eine Vertagung zu willigen, auch jetzt noch seine Ansichten leiten und daß dies Haus also dem An⸗ trage, den ich zu stellen im Begriff bin, beipflichten wird, namlich daß das Haus sich von heute wieder bis zum näachsten Donnerstag vertage.“ (Hoͤrt, hoͤrt! Der Antrag wurde angenommen. Sir J. Campbell zeigte hierauf an, daß er am Donnerstage eine von 36. als 13,000 Einwoh⸗ nern Edinburgs unterzeichnete Petition überreichen wolle, worin der vom Unterhause in Bezug auf die Verwendung des Irlaͤn— dischen Kirchen⸗Eigenthums angenommene Beschluß vollkommen gebilligt und zugleich gebeten werde, daß man Maßregeln treffen moͤchte, um diesen Beschluß in Ausfuͤhrung zu bringen. uf den Antrag des Sir G. Clerk wurde noch fuͤr die noͤrdliche Abtheilung der Grafschaft Essex, deren Repraͤsentant Herr Alexan— der Baring, der jetzige Lord Ashburnton, war, ein neues Wahl— , . erlassen, und dann vertagte sich das Haus bis Don⸗ nerstag. .

London, 14. April. Der Koͤnig ertheilte gestern dem Frei— herrn von Ompteda und dem Grafen von Wilton Audienz und empfing einen Besuch vom Herzoge von Cumberland. Letzterer beehrte vorgestern ein von dem vorigen General-Advokaten Sir John Beckett gegebenes Diner mit seiner Gegenwart. Das nächste Lever bei Sr. Majestaͤt wird nicht morgen, sondern erst am Mittwoch den 29sten dieses stattfinden.

Sir R. Peel gab gestern Abend in seiner Wohnung zu Whitehall-Gardens ein großes Diner, welchem fast alle die im Unterhause sitzenden Mitglieder seines Ministeriums beiwohnten. Gestern fruͤh arbeitete Sir Robert in Downing⸗Street, wo ihm auch eine Menge Adressen aus verschiedenen Theilen des Lan— des uͤberreicht wurden, darunter eine von den Londoner Sach— waltern.

Der Herzog von Sutherland gab am Sonnabend in seiner Wohnung ein glaͤnzendes Fest, dem der Herzog von Devonsphire, der Graf von Tarlisle, der Graf Grey, Lord Morpeth, Lord Lansdowne und mehrere andere ausgezeichnete Maͤnner nebst ihren Gattinnen beiwohnten.

Der Herzog von Wellington beabsichtigt, die Osterferien in Walmer Castlè zuzubringen und wahrend seines dortigen Aufent— halts, als Obervorsteher der vier Hafen, eine Session zu halten und Anordnungen zur weiteren Verbesserung der Hafenwerke von Dower zu treffen.

Lord Durham ist von seiner Unpäßlichkeit fast ganz wieder gergestellt und will in den naͤchsten Tagen nach London kommen.

Lord John Russell ist gestern wieder nach London zuruͤck— gekehrt; er hatte gleich nach seiner Ankunft eine Konferenz mit dem Marquis von Lansdowne und Lord Melbourne.

Der jetzige Lord Ribblesdale, der aͤlteste Sohn der nunmeh— rigen Gemahlin des Lord John Russell, ist jetzt in seinem achten Jahre und der juͤngste Pair des Koͤnigreichs.

Adressen an den König und an Sir R. Peel treffen fort— waͤhrend aus allen Theilen des Landes ein. Unter anderen von den Bewohnern der Stadt York, die uͤber 2009 Unterschriften traͤgt, von Lincoln, Peterborough, Glasgow, Port Glasgow, Greenock, Hudderssield, Scarborough, Sheffield, Halifax, Brad⸗ ford, Boronghbridge, Gainsborough, Newark, Worcester, Bridge⸗ water, von der Grafschaft Norfolk, Braintree, . Casrhalton, Guildford, Newburh, Cardigan, Suͤd-Lancashire, Falmouth, Calne, Walsall und Exeter. Auch die Universitaͤt Cambridge hat eine Adresse an Se. Majestaͤt gesandt, worin sie sich heftig gegen die Verwendung der Irlandischen Kirchen⸗Ein⸗ Fuͤnfte zu nichtkirchlichen Zwecken ausspricht. Dieser Adresse haben viele . ihre Zustimmung gegeben, waͤhrend Andere es vorzogen, sich aus dem Senat zu entfernen, um sich der Abfassung nicht zu widersetzen.

Die Morning Post enthaͤlt folgende Betrachtungen uͤber die jetzige Krise: „Das Land ist endlich, wie wir hoffen, voͤllig erwacht und entschlossen, mit Eifer und Energie die Praͤrogative der Krone und die Freiheiten des Volkes, welche, ausgenommen in den Koͤpfen einer elenden und ruͤcksichtslosen Faction, unzer— trennlich sind, aufrecht zu erhalten. Wir koͤnnen mit gerechtem Stolz auf die unzähligen Adressen, welche stuͤndlich aus allen 3 des Reichs eingehen, hinweisen, um . un, welche Meinung das Englische Volk von den unvergleichlichen Talenten, von der patriotischen Festigkeit und Uneigennuͤtzigkeit desjenigen Staatsmannes hegt, der noch immer der erste verantwortliche Rathgeber des Koͤnigs ist. Aber man muß nicht nachlassen. Der Konig, das Oberhaus, eine Majorität der Repraͤsentanten von England und Wales muͤssen in einem Kampfe unterstuͤtzt werden, dessen ganze Wichtigkeit erst dann gewuͤrdigt werden wird, wenn er durch den Willen der , gegen uns sollte entschieden werden. Wer sollen die Glieder des neuen Ministeriums seyn, wenn es etwa durch die Gnade Daniel O Connell 's zu der Bildung eines solchen kommen sollte? Soll etwa Lord n ,, und Vaux wieder in das Amt eines Lord⸗Kanzlers eingesetzt werden, das er mit eben solcher Ehre fuͤr sich als mit Vortheil für das Land verwaltete oder soll Lord Spencer er— jucht werden, den Glanz seines Genius dem Mischmasch-Mini—⸗ sterium hinzuzufügen? Oder soll Herr Littleton mit seinem neuen Freunde O Connell, alle fruͤhere Zwistigkeiten und Beschuldigun⸗ gen der Falschheit vergessend, sich entschließen, Irland, zum Be⸗ sten der Partel der Anarchie und Unordnung zu regieren? Wo sind die Mitglieder des Gisborne schen Ministeriums, die Grote s, Warburton's und Hume's? Sollen 4 in dem allgemeinen Getuͤmmel uͤbersehen werden? Unmoͤglich! Sollen die Gully's, Duncombe's, Wakley's und Lushington's nicht bei der neuen Vertheilung bedacht werden? Die Zeit wird es lehren. Die Krisis ist da, und wenn Energie und Thaͤtigkeit nicht im Verhaͤlt—

A352 niß zu der Wichtigkeit des Kampfes entwickelt werden, so wird England nur als ein Schatten, oder als ein Warnungszeichen fur andere Nationen fortbestehen. Wenn das Englische Volk, das christliche Voll Englands, nur seine Kraft erkennt und aus— uͤbt, so wird das Land noch zu retten seyn, Sir Robert Peel wird jenen Platz wieder einnehmen, den er auf den einstimmigen

Ruf seines Koͤnigs und seines Vaterlandes geschmuͤckt und geehrt

hat, und er wird dann diejenigen verstaͤndigen und konservativen Reformen ausfuͤhren koͤnnen, deren Werth man erst wuͤrdigen wird, wenn an ihre Stelle unzeitige, unuͤberlegte, gefaͤhrliche Neuerungen die rohen Theorieen von Traͤumern und Betruͤ⸗ gern treten sollten.“

Was die Gestaltung des neuen Ministeriums betrifft, so ist das Einzige, was bis jetzt schon ziemlich gewiß zu seyn scheint, und worin fast alle Blaͤtter uͤbereinstimmen, der Wiedereintritt Lord Melbourne's, als Premier⸗Minister. Die von den ver⸗— schiedenen Zeitungen mitgetheilten Listen der wahrscheinlichen Mit— glieder des neuen Kabinets beruhen noch immer auf bloßen Ge— ruͤchten und Muthmaßungen. Aus den gestrigen Parlaments— Sitzungen ergiebt sich, daß die Voraussetzung, es werde an die⸗ sem Abend die Ernennung Lord Melbourne's offiziell im Ober— und Unterhause angezeigt werden, ungegruͤndet war. Einige Blaͤt⸗ ter meinen nun auch, eine solche Anzeige wuͤrde vorschnell gewe⸗ sen seyn, da der amtliche Charakter eines Premier⸗Ministers nicht eher feststehe, als bis es sich erwiesen habe, daß er auch im

tande sey, ein Kabinet zufammenzubringen. Der Spectator warnt den Lord Melbourne vor den Intriguen seiner Gegner und erinnert ihn, wie es ihm im vorigen Sommer ergangen sey, wo er aufgefordert worden sey, die Regierung ein paar Mo— nate zu fuhren, bis es den Tories angemessen geschienen, ihn zu verdraͤngen. „Man koͤnnte“, sagt dieses Blatt, „jetzt die Absicht haben, sich seiner zu einem ähnlichen Zweck zu bedienen. Es handelt sich darum, die Irlaͤndische Kirchen-Frage los zu wer— den; wenn diese Schwierigkeit uͤberwunden seyn wird, duͤrfte jene Partei einen zweiten Versuch machen, sich des Staatsruders zu bemaͤchtigen, und Lord Melbourne moͤchte vielleicht dem Sir Robert Pee, dem Lord Stanley und allen denen, die sich bereit faͤnden, an einer Regierung des Widerstandes Theil zu nehmen, Platz machen muͤssen.“ Die Morning Chroniele versichert, die ö der Whig⸗-Partei haͤtten sich zuerst bemuͤht, den Gra— fen Grey zur Uebernahme der Bildung des neuen Kabinets zu vermoͤgen; nun habe Se. Herrlichkeit es zwar abgelehnt, einen thaͤtigen Antheil an der kuͤnftigen Verwaltung zu neh⸗ men, aber seinen ehemaligen Kollegen bei der Aufgabe, die er auf ihre Schultern gewaͤlzt, die herzlichste Unterstuͤtzung mit seinen Rathschlaͤgen zugesagt, so daß also die ministeriellen Anordnungen mit seiner vollkonimenen Zustimmung und Billi— gung geschehen wuͤrden. Eben dieses Blatt sagt heute: „Außer Lord e e ne, Ernennung zum Premier⸗Minister scheint noch nichts offiziell fest zu stehen, obgleich es auch so gut als ausge⸗ macht seyn soll, daß Herr Spring Rice Kanzler der Schatz— kammer, Lord John Russell Staats-Secretair fuͤr die aus— waͤrtigen Angelegenheiten, und Lord Palmerston Staats⸗Se— eretair fuͤr die Kolonieen wird. Lord Brougham soll zu seinen Freunden aͤußern, daß er seine Stellung als Lord -Kanzler nicht wieder einnehmen werde; in diesem Fall dürfte wohl Sir J. Camp— bell, der ehemalige General-Prokurator, diesen Posten erhalten. Es ist jedoch noch nichts Definitives festgestellt, dem Publikum aber wird es genuͤgen, wenn es hoͤrt, daß die Sachen unter der Lei⸗ tung der Lords Melbourne und Lansdowne und ihrer Freunde im Unterhause, unterstuͤtzt von dem Rath und der Erfahrung des Grafen Grey, den besten Fortgang haben.“ Das genannte Blatt spricht auch wieder von den Versuchen, welche die Tories machten, im Falle neuer Wahlen die Reformer zu verdraͤngen und namentlich die Wiedererwählung derjenigen Mitglieder des Unterhauses zu verhindern, welche in das neue Ministerium ein⸗ treten wuͤrden; so werde dem Lord John Russell in Devonshire und dem Sir John Hobhouse in Nottingham mit der erbittert— sten Opposition gedroht. Der Albion theilt folgende Liste der neuen Minister mit, die er fuͤr die richtigste haͤlt, und die auch mit den Angaben der WhigBlaͤtter so ziemlich übereinstimmt: Lord Melbourne, Premier- Minister; Herr Bickersteth, Lord⸗-Kanzler; Graf Grey, Praͤsident des Geheimen-Raths; Lord Dun cannon, Staats-Secretair fuͤr das Innere; Lord John Russell, Staats-Secretair fuͤr die auswaͤrtigen Angele— genheiten; Lord Auckland, Staats,Secretair fuͤr die Kolonieen; Herr E. Ellice, erster Lord der Admiralitaͤt; Herr Spring Rice, Kanzler der Schatzkammer; Lord Lans downe, Groß— siegelbewahrer; Herr P. Thomson, Praͤsident der Handels— Kammer; Herr Vernon Smith und Herr Wood, Seeretaire des Schatzamts; Lord Mulgra ve, Lord-Lieutenant von Irland; Sir J. C. Hobhouse, erster Secretair fuͤr Irland; Herr Perrin (ein Katholik) General-Prokurator fuͤr Irland; Herr OLoughlen (Katholik) General-Fiskal fuͤr Irland. „Die vier letzten Ernennungen“, fuͤgt der Albion hinzu, „snd speziell von Herrn O Connell ausgegangen. Einige glauben jedoch, daß Lord Granville, und nicht Lord Mulgrave, nach Irland gehen, Einige, daß Lord Brougham am Ende doch seinen Platz als Lord⸗-Kanzler wieder . werde, Einige, daß Herr Spring Rice nicht unter Lord John Russell im Unterhause dienen wolle, und daß daher Se. Herrlichkeit ins Oberhaus versetzt werden und sich mit dem Posten eines Kanzlers des Herzogthums Lan— caster begnuͤgen wurde. Einige behaupten, Lord Lansdowne werde das Departement des Innern erhalten, Andere aber ver— sichern, O Connell habe es erlaubt, ja, er habe darauf gedrungen, daß Lord Duncannon damit bekleidet werde.“ Der Sun mel— dete gestern in einer zweiten Ausgabe, daß Graf Grey Praͤsident des Geheimen-Raths, Lord Brougham Lord-Kanzler, Sir John Campbell General-Prokurator und Herr Serjeant Wylde General- Fiskal werden wuͤrde; Herrn O Con— nell sey der Posten eines Master of the Rolls fuͤr Irland ange⸗ boten worden, er habe ihn aber . auch heiße es, daß Lord Hill, der Ober-Befehlshaber der Armee, einen Nachfolger erhalten werde. ,n enthalt dieses Blatt weiter nichts Naͤheres, son⸗ dern spricht nur die Vermuthung aus, daß am Donnerstag im Parlament die Zusammensetzung des neuen Kabinets angezeigt und auf neue Wahlausschreiben fuͤr die Mitglieder des Unter— hauses, welche Aemter angenommen haͤtten, angetragen werden wuͤrde. Im Ganzen, meint der Sun, werde wohl Lord Mel⸗ bourne wieder den Beistand seiner fruͤheren Kollegen in An⸗— . nehmen; das meiste Interesse aber errege die Besetzung der Lord-Kanzler-Stelle; diejenigen Staatsmaͤnner, denen es nicht angemessen scheine, mit der Reform in der Ge— , noch weiter zu gehen, wollten den Lord Broug—⸗ am nicht wieder zum Lord-Kanzler und gaͤben vor, daß er oͤheren Orts nicht beliebt sey, dies duͤrfe man aber nicht glau— en, sondern, wenn irgendwo ein Uebelwollen gegen Lord Broug—⸗

an. obwalte, so ruuͤhre es nur von einem hinter dem Thron be—⸗ ndlichen Einfluß her, und Lord Melbourne werde seiner Ver⸗

waltung gewiß nicht die ausgezeichneten Dienste des Lord Broug⸗

am entziehen. Das genannte Blatt glaubt auch, daß bei E auf; uhelfen und die mit diesem Handel beschäftigten n, des neuen Kabinets besonders darauf gezersedl a e, und Seeleute zu beschuͤtzen? Was Kanada hetrifft, 9st allgemein bekannt, daß der Bauholz- Handel der Kolonie

men werden duͤrfte, daß alle Klassen und alle die verschiedenen Interessen der Vritischen Wähler darin repräͤsentirt würden, der Hr Rachtheil als Vortheil bringt, indem er diejenigen, welche Ackerbau nicht minder als Handel und Gewerbe; nach diesen sMimit demselben beschäftigen, an ein gesetzloses und unstaͤtes Grundsatz sey bisher bei der Zusammensetzung der Ministerien hen gewoͤhnt, und sie kaum fuͤr ihre Arbeit entschaͤdigt, waͤhrend sie, noch nicht verfahren worden, und man werde wahrscheinlich dem r größerem Vortheil für fich, fuͤr die Kolonie und das Mut— Lord Melbourne die erste Anwendung desselben verdanken. DM zd, sich mit, dem Ackerbau beschäaͤftigen konnten, Her sinzige Minister-Liste, welche der Stan dard mittheilt, weicht nur darm ige Grund fuͤr den Kanadischen Bauholz-Handel is, . er von der des Albion ab, daß ersteres Blatt Lord Palmerston e groͤßere Anzahl Britischer Schiffe und Seeleute beschaͤftigt als Kolonial-Seeretair, und Lord Holland als Kanzler ö die Auswanderung erleichtert, indem er einen wohlfeilen des Herzogthums Lancaster bezeichnet. Der Standard will noh ancport fur Passagiere der arbeitenden Klasse darbietet. Man nicht daran glauben, daß Lord Melbourne schon erster Lord des Ef indeß hierbei nicht vergessen, um welchen Preis diese Er— Schatzes oder Premier-Minister sey, er meint sogar, dersel Hterung erlangt wird, daß jedes Schiff gut genug ist fuͤr den habe hoch nicht einmal erklart, daß er uͤberhaupt ein Amt aneh, fatholz- Handel, weil das Holz nicht durch das eindringende men werde, sondern spiele nur den Unterhaͤndler und sey mit a. Haser leidet und die Ladung selbst das Schiff flott erhaͤlt, und len Anordnungen beauftragt, sonst aber . die Haupt⸗Autori, H daher ein großer Theil der zu diesem Handel angewendeten tät noch immer auf dem Grafen Grey. Die Wahl des Herrn Scifß so alt, baufällig und verfault ist, daß man, statt uͤber die durch Perrin zum General-Prokurator fur Irland haͤlt der Standar; Hnüntergang so vieler Schiffe dieser Art umgekommenen Menschen fuͤr die schlechteste, die man nur hatte vornehmen koͤnnen. De. erstaunen, sich 4 wundern muß, daß noch ein einziges Courier, nennt duch den Viscount How ick und den Visccun cif Kanada erreicht hat, Die sicher: Ankunft derselben ist sorpeth unter den muthmaßlichen Mitgliedern des neuen M, Hahich der schoͤnen Jahreszeit, worin sie ihre Neisen machen, nisteriums. Eben dieses Blait widerspricht den Behauptungen huschreiben, denn die Mehrzahl derselben ist durchaus unfaͤhig, der Times und der Morning-ost von angeblichen Bedingungen, mischem Wetter zu widerstehen.“ die Herr O' Eonnell dem neuen Ministerium als Preis fuͤr feinen, Jiesige Blätter enthalten Nachrichten aus Lissabon terstuͤtzung gestellt haben sollte, aufs Bestimmteste und versichert, den, m 2. d. M. Die Gesundheit Donna Maria's 39. durch selbe werde die neue Verwaltung nur aus dem Grunde unt, en Gram uͤber den plötzlichen Tod ihres Gemahls sehr gelitten, stutzen, weil er glaube, daß sie die aufrichtige Absicht hen bh iber an, sich wieder zu hessern. Der Sun sagt; „In den werde, Irlands Leiden zu mildern und diesem Lande endlich . pöͤpinzen waren unter der Leitung Miguelistischer Anfuͤhrer ei⸗ rechtigkest widerfahren zu lassen. Auch Herr Warburton, fis ze Unruhen vorgefallen, sie wurden aber augenblicklich von den das genannte Blatt hinzu, der einen so bedeutenden und vn, mnitutionnellen Behoͤrden unterdruͤckt. Das Land befindet sich dienten Einfluß auf den liberalsten Theil unter den Liberalen don, Kin ruhigem Zustande. Im Spectator dagegen iest man: Unterhauses ausübe, habe erklärt, daß er, ohne ein Amt am, Bir haben gus glaubwürdigen Privatbriefen erfahren, daß Dom nehmen, wie Herr O'Connell, das neue Ministerium aus . sguel in Alemtejo zum Könige von Portugal proklamirt wor— Kraͤften unterstuͤtzen wolle. In'ist. Dieser Schritt wurde von seinen Anhaͤngern wahr—

Dem Standard wird aus Exeter vom loten d. geschi. Keinich auf die Nachricht vom Tode des Prinzen August ge— ben: „Im Fall Lord John Russell ein Amt übernimmt, hahn Han; man darf jedoch nicht glauben, daß sich die Aussichten wir einen der heftigsten Wahlkaͤmpfe zu erwarten. Die Konse, Dom Miguel's dadurch verbessern werden. Waren die Tories in vativen haben Herrn E. Parker crsucht, als Kandidat aussun, Rnhlnd am Ruder geblieben, so hatte er sich vielleicht mehr ten, und“ dieser Herr hat eingewilligt. Seine Freunde biet) Hofnungen machen konnen.“ alles Moͤgliche zu seinen Gunsten auf; Lord Roll laͤßt eine Sith seriptionsliste zirkuliren, an deren Spitze er selbst mit 100 p . Herr Parker wird auch den Grafen Morley und desfn

nhang fuͤr sich haben. Er ist ein Neffe des edlen Grafen, Die Konservativen hoffen ganz fest, daß sie den Lord Russtl verdraͤngen werden. Auch Exeter wird immer mehr konservath und im Fall einer neuen Wahl fuͤr diese Stadt wird Herr C Saunders, ein wohlhabender Banquier, als Parlaments- Kand⸗ dat auftreten.“ ö

Man spricht in Gesellschaften viel von einer Antwort, Ri O Connell einem Manne in St. Jamesstreet gegeben haben sol „Ich bitte“, sagte dieser Mann, „welches Amt werden Sie dem neuen Ministerium erhalten?“ „Ich hoffe“, antwortnh O Connell, „das Privilegium, uͤber die Straße gehen zu koͤnnen ohne solchen Fragen ausgesetzt zu seyn. Sie werden mich m sechzig Irlaͤndischen Mitgliedern auf die ministerielle Seite du Hauses uͤbergehen und unseren Sitz hinter den Ministern eh nehmen sehen, ohne daß wir deshalb Bedingungen gemacht ten, sondern es geschieht nur, weil wir glauben, daß die nell Minister Willens sind, unserem Vaterlande Gerechtigkeit wier fahren zu lassen.“

In einem Privatschreiben aus Dublin vom gten d. hej es: „Die Aufregung, welche Lord J. Russell's Motion hij hervorgebracht hat, uͤbertrifft selbst die, welche bei Gelegenhe der Debatten uͤber die Reform-Bill hier herrschte. Alle Ptitz stanten, mit denen ich gesprochen habe, freuen sich von Herp uber den Erfolg jener Motion. Leute von r g nl! Sinn sind uͤberzeugt, daß der Protestantismus bei der votgh schlagenen Veranderung in Irland sich allmaͤlig mehr verbrein wird. Die Geistlichen werden sich auf ihren Pfarren aufhalten es wird reichlich fuͤr sie gesorgt seyn, und in schoͤnem christlicht Wetteifer mit der Geistlichkeit anderer Sekten werden sie endlt ihre Amtspflichten redlich erfuͤllen. In einigen Theilen un Raphoe, von wo ich so eben zuruͤckkehre, sind schon jetzt, in Vergleich gegen fruͤhere Zeiten, die protestantischen Kirchen zin lich gefuͤllt und die Gemeinden zahlreich.“

Zum Gebrauch des Parlaments ist folgender Nachweis llt die Zahl und den Tonnen-Gehalt der Schiffe, welche wäͤhtm der beiden Jahrez die mit dem 5. Januar 1834 und dem Ih nuar 1835 endigen, von und nach den Britischen Kolonieen ib fremden Laͤndern in den Haͤfen Großbritaniens ein- und alhs . rirt haben. Ungeachtet der Klagen der Schiffseigner fu n Zahl und der Tonnen-Gehalt der Schiffe sich sowohl ih dun Handel mit unseren Kolonien, als mit fremden Laͤndern biz dig vermehrt. Die ganze Zahl der von den Britischen Kolohien in Großbritanien eingelaufenen Schiffe betraͤgt im Jahre lo 1582 mit einem Tonnen-Gehalte von 981,75 Tonnen; im Ih 1835 dagegen 4920 Schiffe von 1,015,885 Tonnen. Von nm Auslande find im Jahre 1834 6107 Schiffe von 16018, 555 d nen, im Jahre 1835 6758 Schiffe von 1,092,607 Tonnen ih gelaufen. Die Zahl der Schiffe, welche nach den Kolonieen ik egangen sind, betrug im Jahre 1831 4352 Schiffe von IJby nl Tonnen, und im Jahre 1835 4392 Schiffe von 761, 220 Tonnct Nach dem Auslande liefen im Jahre 1834 5192 Schiffe o S78, 375 Tonnen, und im Jahre 1835 5342 Schiffe von gyhbh Tonnen aus. Ein aͤhnlicher Nachweis ist fuͤr die Schiffe schienen, welche waͤhrend 5 Jahren, bis zum 5. Jan. 1835, in In dischen Haͤfen ein⸗ und ausklarirt haben und worin die Schiffe, welt uͤberhaupt von und nach Irlaͤndischen Haͤfen handeln, von denk unterschieden sind, die bloß zwischen Großbritanien und Itlm Handel treiben. Es erhellt . daß der auswaͤrtige der Kuͤsten⸗Handel Irlands sich wahrend der angegebenen wenig veraͤndert, der Handels-Verkehr mit Großbritanien 3. gen ununterbrochen zugenommen hat, und zwar um 1528 Schi von 227,753 Tonnen, die eingelaufen sind, was eine Vermehtu um etwa 10 pCt. an Schiffen und 15 pCt. an Tonnen,Geh! ergiebt. Die ausgelaufenen Shift haben sich um 1311 b S8ö, 965 Tonnen vermehrt; dies betragt etwa 15 pCt. fuͤr d echt h und 17 pCt. fuͤr den Tonnen -Gehalt. J

er vorige Lord⸗A1Abnvokat für Schottland, Sir W. Rae, am Sonnabend von hier nach Schottland abgereist.

Die von Herrn Baring eingebrachte Bill, wonach das ib Kanada eingefuͤhrte Schiffsbauholz aus den Ostsee⸗Provinzen h dem aus den Ostsee⸗Haäͤfen direkt eingefuͤhrten einem gleichen 3

London, 11. April. Der Ruͤcktritt Peel's von der hitung des Britischen Kabinets ist eben so allgemein ein Ge— znstand des innigen Bedauerns, wie von mehr als Europaͤischer Pichtigkeit. Man kann wohl mit keinen besseren Zeugnissen ab— zchen, naͤchst dem des reinen Gewissens, als die Zuschriften der acht⸗ harsten Einwohner der Stadt und des Landes fuͤr sein Verbleiben sind; und es sollte wohl nicht schwer halten, auch in anderen Großstaͤdten ußerhalb England eben so zahlreiche Unterschriften, wie in der (it, aufzubringen. Ja selbst Peel s heftigste Widersacher such⸗ en in den letzten Verhandlungen ihn gern fuͤr sich zu gewinnen. Daß er in aller Hinsicht Stand hielt bis aufs Aeußerste, ist eben sine groͤßte Ehre. Ein Ehrenmann aber ist er im vollsten Einne des Wortes, und eben damit ein echter Englaͤnder. Schon us den bloßen gedruckten Reden, ohne die Wirkung des leben— bigen Vortrages und persoͤnlichen Ausdrucks, fuͤhlt man tief be— zegt das innige Wohlmeinen eines Mannes, der das Wohl und Veh seines Landes in liebevollem Herzen tragt, und der dabei musgeruͤstet ist mit allen Kenntnissen und Einsichten der Ver fas— sung und Geschichte und aller Verhaͤltnisse desselben, um auf der Stelle mit Ueberlegenheit Rede zu stehen, wie mit richtigem Takt und Schlag das Wahre zu treffen, mit Geist und Heiter— keit Angriffe aller Art abzuschlagen, und uͤberall mit männlich offener Rede sich unumwunden auszusprechen. Den Schreiber dieses uͤberraschte es, gerade in diesen Tagen auf ein Zeugniß zu treffen, welches aus fruͤher Jugend schon eine solche herrliche Erscheinung des gereiften Mannes verkuͤndigte, so wie es zugleich die fernere bedeutende Wirksamkeit desselben weissagt. Lord Byron, der in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts peels Genosse auf der Schule zu Harrow, und dann als Pair in der Opposition war, vermerkt uͤber ihn in seinem Gedenkbuche, welches sein Freund Thomas Moore in seiner Lebens-Beschrei— bung anfuͤhrt (Bd. 1, Th. 1, S. 72), folgende bedeutsame Vorte: ) „Peel, der Redner und Staatsmann, er war es, ist es und wird es seyn, war mit mir in derselben Klasse. Wir standen auf einem guten Fuße mit einander, sein Bruder aber war mein genauer Freund. Wir alle, lehrer und Schuͤler, setzten große Hoffnungen af Peel, und er hat uns nicht betrogen. In gelehrtem Wissen war er mir bei weitem uͤberlegen, in der Deckamation und Action stellte man mich ihm wenigstens an die Seite. Als Schuͤler war ich außer der Schule be— staͤndig in Haͤndel verwickelt, er nie; in der Schule wußte er seine Lection immer, ich selten.“ Trefflich wird man hierbei an Luther's Spruch erinnert: „Lern' jeder seine Lection, So wird es wohl im Hause stahn.“

Peel hat ihn jetzt mehr als je im Unterhause bewahrt, wo er zugleich so Manchem eine derbe Lection geben mußte, welche der nicht vergessen wird. Traurig und tragisch aber ist es, zu erleben, wie auch hier Parteiwuth und blinde Leidenschaft die aͤußersten wider⸗ sprechenden Enden zuni unseligen Zerstoͤrungsbunde verschlingt; gleichwie in Frankreich die Repuͤblikaner und Ultra's aller Farben m den wahren Volks- und Biedermann Périer zu ode hetzten; wie in Belgien Ultraliberale und Katholiken sich jum muthwilligen Umsturze verbuͤndeten: so sind eben solche Be⸗ fandtheile, noch mit aristokratischen Whigs versetzt, zur Opposi— tion im Unterhause zusammengeknetet. Von Anfang her hat denn auch diese Opposition sich demgemaͤß erwiesen, kompakt in leidenschaftlicher Feindseligkeit, in heftigen tumultuarischen Auf— kegungen, Mißreden und Schimpfen; und hinwieder in unbe— kimmten Allgemeinheiten bei den gemeinsamen parlamenta— aschen Schritten. Peel's wiederhsste sffentliche Aufforde— rung, sich geradezu gegen sein Ministerium zu erklären oder ihm die Geld -Mittel zur Verwaltung zu verwei⸗ gern, wurden, nach einigen ohnmaͤchtigen Versuchen, nur durch indirekte Wendungen erwiedert, deren Wirkung gewiß war.! Man erinnere sich der Reden, welche der Graf Durham und der Lord Russell, voll Ambition, zu ihren Wählern gegen Peel s Ministerium fuͤhrten, und in welchem dieses bald dem Schooß— unde verglichen wird, der bei dem Englischen Löwen eingesperrt worden, bald in beliebten Hundegleichnissen dem Hunde des Pariser Stiefelputzers, der ihn abgerichtet, den Leuten die Stiefeln zu beschmutzen, damit er sie wieder putzen koͤnnte: unterworfen werden soll, veranlaßt den Sun zu folgenden 9 3 inzwischen denjenigen selber, die dem Koͤnige die bekleckste trachtungen: „Diese Bill veranlaßt uns wieder zu der all Adresse uͤberbrachten, sehr noͤthig gewesen waͤre, Und dage— Frage, oh es zweckmäßiger sey, dem Britischen Käufer eines gen halte man nun Peel's wuͤrdige und gewichtige Zuschriften wichtigen Artikels, als Schiffsbauholz ist, einen so hohen 3 ,. aufzulegen, oder sich des in Kanada gewachsenen, von schlechten . Wir hatten bereits fruͤher einmal Gelegenheit, dieser Worte Vr een hen zu bedienen, um dem Bauholz-Handel in jen der Staats-Zeitung zu erwähnen.

A53

und Zusicherungen an seine Wahlmaͤnner von Tamworth, wie im Parlamente, wo er am Ende selbst alle Verantwortlichkeit vor sei⸗ nem Antritt auf sich nahm und trotz aller Verdaͤchtigungen sich auf das persoͤnliche Vertrauen berufen durfte, welches sich voll⸗

guͤltig bewaͤhrt hat und durch die zusammengetrommelte geringe

Ueberstimmung nicht getaͤuscht ist, obwohl er zuletzt auch hierin die Macht ⸗Vollkommenheit des Hauses, als solches, uͤber sich , anerkannte. Auf jeden Fall ist Peel's Abgang mit mehr rde und Ehre begleitet, als seiner Gegner Auftreten, und er darf sich getroͤsten, daß nicht nur der Edlen und Besten . Wuͤnsche ihm nachfolgen, sondern daß er auch die wahre

olksstimme fuͤr sich hat, wie sich sogar bei seiner ,. nach der Abdankung auf erheiternde Weise kund gab. enn eine so unbedeutende „factidse und tyrannische“ Mehrzahl (wie er sel⸗ ber sie mit Recht nannte), bei so in sich widerwärtiger Zusam— mensetzung, wie diejenige, welche sich an den Schweif (tail) des schon einmal von Peel so schlagend an den Shylokischen Daniels⸗ spruch gemahnten Daniel J. und seiner Repealer (jetzt nur Re⸗ peeler) festklammern muß, ist so angethan, daß sie die Englisch⸗ maͤnner nicht taͤuschen kann. Und der Scheideweg ist an einer Stelle, wo die von den Segnungen der Reformation mehr noch als ein anderes Volk durchdrungenen Alt-Englaͤnder uͤber den Bund ihrer politischen Reformer mit den Irlaͤndischen Katholiken sich besinnen werden. Wie bedauernswuͤrdig auch seit Jahrhunderten schon der Zustand der elenden Irlaͤnder seyn mag, so viel ist ausgemacht, daß bei gleich vermoͤgenden Irlaͤndern ein ungeheurer Un— terschied der Zustaͤnde obwaltet, zu Gunsten der Nichtkatholischen. Und die Entscheidung der Frage uͤber Verwandlung des Kirchen— guts in Staatsgut und Verwendung desselben zum Unterricht, ohne Ruͤcksicht auf Religion , dort schon die Owen 'schen Anstalten mit einem Tanz⸗-Kultus darbieten), wird auf der einen Seite, wie es scheint, fuͤr Irland eben keinen er— klecklichen Ueberschuß ergeben, greift auf der anderen Seite aber so tief in die Bedeutung der protestantischen Staats-Kirche, im Gegensatze des katholischen Kirchenstaates im Staate, uͤber— aupt in die heul Verhaͤltnisse von Staat und Kirche der Christen⸗ eit, daß zumal im altchristlichen England, im Einklange mit der bekann⸗ ten entschiedenen Erklaͤrung des wahrhaft Koͤniglichen Oberhauptes, die Scheu, an diesen Grundsaͤulen des ganzen Baues zu ruͤtteln (dessen Sturz noch weiter nachdroͤhnen wuͤrde, als jener der Ba⸗ stille und der Gallikanischen Kirche), beide vielmehr befestigen wird. Vermuthlich wird also die so bunt zusammengeflogene Opposition ihr viel beschrieenes Ei und wenn die durch sich selber fuͤr einzig erklaͤrte Kapitolinische Gans auch alle ihre Schwe— stern zu Huͤlfe riefe nicht ausbruͤten koͤnnen, und zum eige— nen Gluͤcke, weil es fuͤr sie selber ein Kuckucks-Ei seyn moͤchte. Eine große Schwierigkeit, in die rechte Bahn wieder einzulenken, liegt freilich in der, wie es scheint, etwas uͤbertrie⸗ benen Parlaments⸗Reform: namentlich sind die zehnpfuͤndigen Mieths-Waͤhler ein schweres Grundgewicht fuͤr die Radikal— Destruktors und Levellers. Die beste Buͤrgschaft fuͤr die guͤtliche Aufloͤsung solcher Schwierigkeiten und fuͤr eine ver— soͤhnliche Ausgleichung beruht sicher in dem guten gesun⸗ den Sinne des wahren Englischen Volkes, welches sein Wohl und Heil richtig versteht und kraͤftig ergreift, bei seinem uͤberwie⸗ genden Wohlbehagen den Zwist um Macht und Herrschaft worauf es bei der Opposition gegenwartig doch nur, und zwar nach verschiedenen Enden, hinauslaͤuft ruhig und ohne gewaltsamen Andrang verlaufen laͤßt, seines endli⸗ chen Vortheils versichert. So kann es nicht fehlen, Sir R. Peel, ausgestattet mit allen reichen und schoͤnen Gaben des Geistes und , wie mit den wuͤnschenswerthesten Gluͤcks⸗ guͤtern des Lebens und des Hauses, edel, frei und umnnbhaͤngig, Freund und Beschuͤtzer der Kunst und Wissenschaft, der als Staatsmann schon so viel Treffliches geleistet und noch mehr, nicht bloß mit Worten, verheißen hat, er wird, berufen zur hoͤch⸗ sten Stelle am . im vollen Vertrauen seines Koͤnigl. . der feste Grundpfeiler desselben und immer mehr ein Mann des Volkes im besten Sinne seyn, wie er urspruͤnglich aus demselben hervorgegangen ist.

Deutschland.

Schwerin, 17. April. Nachstehendes ist das Programm zu den nahe bevorstehenden Hof⸗Festlichkeiten:

„Am 23. April ist für die Allerhöchsten uud Hoͤchsten Herrschaf⸗ ten Abend⸗Versammlung und Tafel im Schlosse, fur alle uͤbrigen Fremden aber, welche an diesem Tage nicht bei Hofe erscheinen, wird nach dem Schauspiele Restauration in dem Saale des Erdgeschosses des Großherzoglichen Schlosses seyn. Am 24. April wird die Feier des Tages durch große Militair-Reveille und 101, Kanonenschüͤsse verküͤndet. Um 9 uhr findet die Gratulation des Großherzoglichen Hauses und der anwesenden Hohen Fuͤrstlichen Herrschaften statt. Hierauf erfolgt die Audienz fuͤr die etwa besonders zu dieser Feier ans Hoflager geschickten Gesandten, welche mit dem gewöhnlichen Ceremoniel durch die dienstthuenden Kammerherren eingefuhrt werden; demnaͤchst nehmen Se. Königl. Hoh. der Großherzog die Gluͤckwünsche der Landes⸗ Deputation entgegen und empfangen endlich die anwesenden, beim Groß⸗ herzoglichen Hofe akkreditirten Gesandten, welche Letztere ihren Rang nach dem Alter ihrer Kreditive bei jeder Gelegenheit beobachten. Bei allen diesen Audienzen befinden sich die Minister, Ober⸗Chargen, Stabs⸗Offizlere und Hof-Kavaliere im Vorzimmer Sr. Köͤnigli⸗ chen Hoheit des Großherzogs Alsdann beginnt die allgemeine Cour im goldenen Saale. Saͤmmtliche, sowohl fremde äls ein⸗ heimische Herren stellen sich im Kreise auf, und Se. Königliche Ho⸗ heit der Großherzog machen zur Entgegennahme der allerunterthaͤ⸗ nigsten Gluͤckwuͤnsche die Ronde. Nachdem Se. Koͤnigliche Hoheit der Großherzog ÄAllerhoͤchstsich aus dem goldenen Saale in Ihre Gemaͤcher zuruͤckgezogen haben, begeben sich saͤmmtliche Anwesende in die anstoßenden Zimmer, worauf. der golLdene Saal zur kirchlichen Feier eingerichtet wird. Wenn dieses geschehen ist, wird es Sr Koͤ—⸗ niglichen Hoheit dem Großherzoge dürch den Hofmarschall gemel⸗ det, welchemnaͤchst sich Allerhöchstdieselben unter Vortretung des Hofstaates und der beiden Marschaͤlle mit, den Staͤben dorthin begeben. Die Adjutanten folgen unmittelbar hinter Sr. Koͤniglichen Hoheit dem Großherzoge, dann die Prinzen des Großherzoglichen Hauses mit ihren Adjutanten. Sobald Se. Koͤnigl. Hoheit der Großherzog in den goldenen Saal treten, er⸗ scheinen von der andern Seite die übrigen Allerhoͤchsten und Höch⸗ sten Herrschaften, die fremden Gesandten, die Landtags⸗Deputation zc. Von der Gallerie hergb praͤludirt die Kapelle so lange, bis Se. Köͤ⸗ nigl. Hohest der Großherzog auf dem, dem Altar gegenüber aufge⸗ stellten Armsessel Sich niedergelassen, auch die Hohe Versammlung den, durch die eigends fuͤr diesen Tag ernannten Ceremonienmeister angewiesenen Platz eingenommen hat. Die Marschaͤlle stellen sich rechts und links neben den Altar, Sr. Koͤnigl. Hoheit dem Groß⸗ herzoge gegenuͤber, die Adjutanten aber und die Aufwartung stehen hinter dem Sessel Sr. Köͤnigl Hoheit des Großberzogs. Der Ober⸗ Hofprediger erwartet Se. Königl. Hoheit den Großherzog vor dem Ältar, haͤlt nach beendigtem Praͤludium, eine Rede mit Gebet und stimmt, nach ertheiltem Segen, das Te Deum an, welches die Ka⸗ pelle ausführt. Waͤhrend desselben erfolgen auf ein gegebenes Zeichen 21 Kanonenschuͤsse. Nach Beendigung der kirchlichen Feier ziehen Se. Königliche Hoheit der Großherzog Sich mit Allerhoͤchstihrem Gefolge unter Vortretung des Hofstaats und der beiden Marschaͤlle nach Ihren Gemaͤchern zuruͤck; die Allerhoͤchsten und Hoͤchsten Herr⸗

schaften hegeben Sich durch die Thuͤre rechts nach Ihren Zimmern und die uͤbrigen Fremden entfernen sich durch dieselde Thür. Zur Mittags ⸗Tafel versammelt sich der Hof um 21 uhr, faͤmmtliche Damen, fremde Gesandten, die Landes⸗-Deputatlon und die ubrigen Fremden in den Zimmern rechts, am goldenen Saale, alle in Groß⸗ herzoglichen Diensten stehenden Herren vom Hofe, Militair und Ci⸗ vile aber im Vorzimmer Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs. Wenn Allerhoͤchstdieselben Sich von Ihren Zimmern durch den gol⸗ denen Sagal ngch dem weißen Audienz⸗Zimmer begeben, um daselbst die Gluͤckwuͤnsche der Damen entgegen zu nehmen, machen die Her⸗ ren, wie gewohnlich, Cortège. Sobald dem Hof-Marschall gemeldet ist, daß faͤmmtliche Tafeln servirt worden, begeben sich die beiden Marschäͤlle, mit den Staͤben, in die Audienz, üm Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzoge dieses anzuzeigen. Unter Vortretung des Hofes und der Marschaäͤlle verfügen Se Koͤnigl. Hoheit der Groß⸗ herzog Sich mit den Allerhoͤchsten und Hoͤchsten Herrschaften, wie auch mit den zur Fürstlichen Tafel angesagten Damen und Herren zur großen Galla⸗Tafel in den goldenen Saal. Die Marschaͤlle mit dem ganzen Hofe stellen sich Sr. Königl. Hoheit dem Großherzoge gegenüber auf und verbleiben daselbst so lange, bis sie von Aller— höchst Denselben entlassen werden. Sodann begeben sich die zum Marschalliren ernannten Kammerherren an die bestimmten Tafeln mit den dazu angesagten Herren und Damen. Bei der Fuͤrstlichen Tafel wird die Tafelmusik seyn. Wenn die Gesundheit Sr, Königl. Hoheit des Großherzogs ausgebracht wird, erschallen Trompeten und Pauken, und es erfolgt eine Salve von 21 Kanonenschuͤssen. An den übrigen Tafeln wird zu gleicher Zeit auf diesen Toast getrunken. Nach aufgehobener Tafel begeben sich Se. Königliche Hoheit der Großherzog, die Allerhoͤchstin und Höchsten Herrschaften und die saͤmmtlichen anwesenden Herren und Damen in die weiße Audienz und die daran stoßenden Zimmer, wo der Kaffee servirt wird. Nachdem Se. Königl. Hoh. der Großherzog und die Allerhöͤchsten und Höͤchsten , . Sich zuruͤckgezogen haben, wird der ganze Hof entlassen,

es Abends versammelt sich der Hof um 77 Uyr in den Nebenzim⸗ mern der weißen Audienz zur Abend⸗ Cour, wo Spiel und Souper seyn wird. Vor der Abendtafel werden Se. Königliche Hoheit der Großherzog die devotesten Gluͤckwuͤnsche der Ludwigsluster Einwoh⸗ ner, welche sich im Fackelzuge nach dem Großherzoglichen Schlosse begeben, huldvollst entgegen nehmen. Am Abende findet auch freies Theater und eine Illumination auf dem Kirchenplatze statt. —=An diesem Tage erscheinen die Herren in Galg, die Ardens⸗Ritter mit dem Bande uͤber dem Kleide; die fuͤrstlichen Damen und deren Suite erscheinen bei der kirchlichen Feier en demie parure, des Mit- tags und Abends aber, wie saͤmmtliche Damen, n Moldaven. Am folgenden Tage, den 25. April, ist große Mittagstafel an ver⸗ schiedenen Tafeln, des Abends Hofball und Abendtafel. Die Her⸗ ren erscheinen in Gala, die Ordens⸗Ritter mit dem Bande unter dem Kleide, die Damen in runden Kleidern Am 26. April verfugen sich die Allerhöͤchsten und Höͤchsten Herrschaften, so wie die Fremden, einzeln in die Kirche, wo feierlicher Got⸗ tesdienst gehalten und ein Tedeum gesungen werden wird. Vor der i, ist allgemeine Cour bei den anwesenden Aller⸗ höchsten und Höoͤchsten fremden Herrschaften, wenn solche nach ge⸗ schehener Anfrage angenommen werden sollte. Hierbei erscheinen die Herren in Galla, die Ordensritter mit dem Bande ü ber dem Kleide und die Damen in Moldaven. Sollten aber die Allerhoͤchsten und Hoöͤchsten Herrschaften keine Cour annehmen, so koͤnnen an diesem Tage die Damen in runden Kleidern so wie die Ordens⸗ ritter mit dem Bande unter dem Kleide erscheinen, und es fallen dann auch die Marschallstaͤbe weg. Nach der Cour versammelt sich der Hof in den unteren Cour-⸗Zimmern und im Vorzimmer Sr. Koͤnigl. Hobeit des Großherzogs, wie am 24. April. Abends wird Schauspiel seyn, wohin sich der Hof begiebt und nach dem Theater Abend-Tafel stattfinden. Am 27. April wird Mittags-Tafel seyn und Abenoͤs Se. Hoheit der Herzog Gustav eine Fete geben. Des Mittags erscheinen die Herren in gestickter Uniform, die Damen in runden Kleidern, des Abends die Herren im Frack, die Damen in Ball kleidern“

Kassel, 14. April. (Schwäb. Merk.) Der permanente Ausschuß, der nach der Entlassung der Stände-Versammlung hier zurückgeblieben ist, um nach Vorschrift der Verfassung das staͤndische Interesse in Abwesenheit der Staͤnde wahrzunehmen, so wie die ihm nach der jedesmal besonders zu ertheilenden In— struetion weiter obliegenden Geschaͤfte im Namen der Staͤnde zu berichtigen, besteht aus dem Ober-Buͤrgermeister der hiesigen Stadt, Schomburg, Praͤsidenten der letzten Staͤnde-Versamm— lung, und den Abgeordneten Schwarzenberg, Wippermann, von Heidwolf und von Bodenhausen, wovon die drei Ersteren stets hier anwesend bleiben werden. Der Ausschuß ist also wieder beinahe der naͤmliche, wie der vorige, indem bloß an die Stelle des Herrn von Baumbach, der aus der Stände-Versammlung getreten, Herr von Bodenhausen erwaͤhlt wurde. Eine Haupt- Attribution des Ausschusses, die Vollziehung des Landtags -Abschiedes zu kontrolliren, faͤllt indessen diesmal weg, weil es zu keinem Landtags-Abschiede gekommen ist. Der Ausschuß ist sogleich in Function getreten und hat Herrn Schomburg abermals zum Praͤsidenten erwaͤhlt. In Be— treff der Hessen Rotenburgischen Streit-A Angelegenheit hat die Staände-Versammlung den Ausschuß ermächtigt, Namens der Landstaͤnde geeigneten Falls die Einwilligung in die Entscheidung der in rechtlicher Beziehung zwischen Landes⸗-Herrschaft und Staat entstandenen Differenzen durch ein Kompromiß zu ertheilen, und Behufs Einwirkung dieser kompromissarischen Entscheidung allent⸗ halben das landstaͤndische Interesse wahrzunehmen; auch in Ruͤcksicht auf das Erloͤschen des Fuͤrstlich Rotenburgischen Manns— stammes bei der Niederkunft der verwittweten Langraͤfin rnit einem Posthumus im Namen der Landstaͤnde alle zulaͤssigen Mit⸗ tel anzuwenden, um die Rechte des Staates auf die Rotenbur— ger Quart, als integrirenden Theil von Kurhessen, zu wahren.

Kassel, 18. April. Se. Koͤnigl. Hoheit der Kurfürst trifft mit seinem Hofstaate am 1. Mai von Baden wieder auf dem Schlosse Philippsruhe ein, und gedenkt, dort den groͤßten Theil des Som— mers zuzubringen. Wahrend des letzten Aufenthalts des Kur— fuͤrsten in Philippsruhe hatte der von Kassel daselbst eingetroffene Ministerialrath Wöhler mehrere Konferenzen mit Sr. Koͤnigl. Hoheit, die, wie man versichert, die Hessen-Rotenburgische Erb— schafts-Angelegenheit betrafen. Der Kurfuͤrst hat, wie man hort, als Chef des regierenden Hauses, seine Zustimmung zu der An— sicht gegeben, die am Kurprinzlichen Hofe geltend gemacht wor— den ist, wonach die Domainen der Rotenburger Quart als dem Fideikommiß-Hausvermoͤgen des Kurhauses angefallen betrachtet werden, und einwilligt, daß der Kurprinz-Mitregent die erforder— lichen Maßregeln ergreife, um sich Namens des Kurhauses in deren Besitz zu setzen.

Darmstadt, 18. April. Se. Koͤnigl. Hoheit der Groß— herzog haben zu Landtags-Kommissarien bei den Staͤnden fuͤr die Bauer des bevorstehenden Landtages die Regierungs-Raͤthe von Bechtold und Dr. Breidenbach ernannt.

Frankfurt a. M., 18. April. Es war im Laufe dieser Woche viel Lebhaftigkeit im Effekten⸗Handel. Am ,,, . waren die Umsaͤtze in den Oesterreichischen und Hollaͤndischen Fonds, die in Folge des Mangels an Stuͤcken in natara und auf höhere Notirung von auswaͤrts fast taͤglich mehr anzogen. Hauptsächlich fehlten die proc. Metalliques; man konnte sie auch nicht wohl in i en, haben, woraus sich das Stelgen um so mehr erklart. luf Ende Mal stehen die 5 und A4proe. Metalliques R pCt. niedri- ger als pr. Cassa. Die Frage nach Hollaͤndischen Papieren war erst gegen Mitte der Woche zu bemerken und erstreckte sich meist nur