1835 / 115 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Pflicht, wie es Unser aufrichtiger Wunsch ist, vollkommen zu er— fuͤllen. Die Nothwendigkeit erheischt es jedoch, Ew. Majestät zu erklaͤren, daß Wir von dem Augenblick an, wo Wir Unserem verehrten Vater seinem Willen gemaͤß auf dem Throne folgten, von Seiten Ihres General-Konsuls (Herrn Warrington) gegen Unsere Absicht, dem Lande den Frieden zu geben ünd Unsere Autoritaͤt fest zu begruͤnden, allen nur erdenklichen Wi— derstand erfuhren. Es hat sich derselbe bis zur Ankunft Ihres Gluͤckwunschschreibens stets von Uns entfernt gehalten. Obgleich Wir dies sehr schwer empfanden, so glaubten Wir doch, daß er, nachdem Wir ihn nach dem Wunsch Ew. Majestaͤt empfangen hatten, Ew. Majestaͤt gehorchen und in Folge Ihrer Königlichen Befehle sein Benehmen andern werde. Er faͤhrt aber im Ge—

gentheil fort, sich eben so wie fruͤher zu benehmen, widersetzt sich

Unserem beiderseitigen Vortheil und Allem, was auf die Beru— higung des Landes und auf das Gluͤck des Volkes abzweckt, und zeigt sich in dem Licht eines volligen Widersachers und erklaͤrten Feindes Unserer Person. Dies noͤthigt Uns, Ew. Majestaͤt einen Theil Unseres Briefwechsels mit ihm vorzulegen, der die Wahrheit Unserer Klagen bezeugen wird. Wir ersuchen Ew. Majestaͤt demnach im Namen der Menschlichkeit und der Hochherzigkeit, die Ihren Charakter auszeichnet, eine unpartetische Untersuchung Unserer Beschwerden anzuordnen. Wenn Ew. Mazjestaͤt diesen Konsul abberufen und einen anderen, der des Vertrauens Ew. Majestaͤt auf diesem Posten wuͤrdig waͤre, an seine Stelle ernennen wollten, so wuͤrden Wir und Unser Volk Ihnen dafuͤr sehr dankbar seyn, denn in seinem gegen— waͤrtigen, wie uͤberhaupt in seinem ganzen Benehmen, . Wir die Unmoͤglichkeit, Unsere beiderseitigen Wuͤnsche durch ihn verwirklicht zu sehen, auch können wir mit ihm keinen— falls in irgend einer Beziehung verbleiben. So stark auch die Ausdruͤcke erscheinen mogen, in welche Unser diesfaͤlliges Gesuch an Ew. Majestät gekleidet ist, so war doch die Sache zu dringend, als daß Wir Ihnen etwas haͤtten verhehlen duͤrfen. Wir bitten Ew. Majestaͤt, diesen Anruf an Ihre Menschenliebe, Gerechtigkeit und Seelengroͤße nach Unseren Wuͤnschen zu beant—⸗ worten, und sind uͤberzeugt, daß Sie Unser feuriges Verlangen erfuͤllen werden.“

Niederlande.

Amsterd am 19. April. Die Nachricht, daß das Eng⸗ lische Ministerium der Opposition das Feld geraͤumt habe, gelangte mit dem Anfange voriger Woche hierber und verwischte, da dieselbe von hoöͤheren Hud ine en begleitet war, den nachtheiligen Eindruck, den die mit juͤngst vorheriger Englischer Post erhaltenen Berichte am hiesigen Fonds-Markte gemacht hatten. Von den Holländischen Staats-Papieren waren Integrale auf 535 pCt. zu⸗ ruͤckgegangen; in Folge mehrerer Auftrage erholten sie sich aber bis 385 pCt., Kanz⸗Billets gingen von 253 Fl. bis 2518 Fl. und Zproe, wirkliche Schuld von 101g auf 1015 pCt. Die Preise der Russischen und Oesterreichischen Fonds wechselten verhaälinißmaͤßig bei stets gear mnßeg uUmsatz. In Preußischen Praͤmien-Scheinen fand einiger Handel statt, da solche aber staͤrker wie gewohnlich ausgebo— ten wurden, wich der Preis bis 114 Fl. zuruͤck. Von den Spani—⸗ schen Schuid⸗Dokumenten behaupteten sich die Cortes-Obligatio⸗ nen und die spree. Perpetuellen so ziemlich, aufgeschobene Schuld hat sich aber in Folge der niedrigeren Notirungen aus Belgien auf

den hoheren Stand nicht erhalten koͤnnen, sondern ging von 231 wieder auf 226 pCt. zurück; dagegen zeigte sich anhaltend Frage nach Coupons von Cortes⸗-Obliggtionen fuͤr Englische Rechnung, wodurch dieselben bis 33 vCt gestlegen sind. Die Suͤd⸗Amerika⸗ nischen Obligationen sind bei festen Preisen geblieben; selbst besser⸗ ten sich Coluͤmbische noch um z pCt. und wurden zu 31 pCt. ab⸗ genommen. Auch Griechische Obligationen waren zu Anfang der Woche wieder einmal begehrt; einige Posten wurden zu 22 pCt. verhandelt, spaͤter trat aber 0 rn hnliche Geschaͤftslosigkeit wie⸗ der ein. Im Geld-Course ist keine Veraͤnderung ju bemerken. Am gestrigen Getraide⸗Markt war es ein wenig lebhafter, wie in 1etäzter Zeit, obgleich der meiste Handel wieder nur durch Verbrau⸗ cher herheigefuͤhrt wurde; dieselven bezahlten fuͤr 130pfuͤnd. neuen weißbunten Polnischen Weizen 223 Fl.; bei kleinen Partieen wur— den abgenommen 182pfuͤnd. alter Femminer. Weijen zu 175 Fl; alter 130pfͤnd. Rostocker zu 168 Fl.; 126pfuͤnd. geringer dito zu 150 Fi. j26pfuͤnd., neuer Pocrlstco&r Weizen zu 150 Fl 120pfüͤnd. alter Preußischer Roggen zu 118 Fl.; 120pfuͤnd alter Stettiner dito zu 138 FJ. Neuer Sspfuͤnd. feiner Hafer galt 193 Fl.; alter 8zpfuͤnd. dito 92 Fl.; Sopfuͤnd. neuer dicker Hafer 80 Fl. .

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 14. April. Der verstaͤrkte Staats⸗-Ausschuß war in gehöriger Ordnung zum 10ten d. Vormittags von dem Vorsitzenden in demselben, General⸗Zoll⸗Direktor Posse, einberufen worden, um durch Abstimmung in letzter Instanz verschiedene noch ruͤckstandige Punkte, betreffend das Reichsschüldwesen, zur Entscheidung zu bringen, uͤber welche die Staͤnde bei ungleichen Beschluͤssen stehen geblieben und worunter die wichtigste die Frage wegen des Anlehens des Reichsschuld⸗Comtoirs war, die der Adelsstand bekanntlich in einer Art loͤsen wollen, daß eine aus— waͤrtige Anleihe dadurch unbedingt eingeleitet worden waäͤre, Buͤr⸗ ger⸗ und Bauernstand hingegen so, daß Versuche gemacht werden sollten, das Beduͤrfniß des Comtoirs durch inländische Anleihen zu niedrigen Zinsen anf kurze Kuͤndigungs- und Verfallzeiten zu decken, weicher Ansicht sich denn auch der Priesterstand durch die Erklärung genaͤhert hatte, die er in Folge Einladung des Buͤr— ger- und des Bauernstandes von dem Sinne seines zuerst gefaßten Beschlusses gegeben. Der Ausschuß trat demnach zur bestimm— ten Zeit zusammen, und die Abstimmung uͤber diese Lebensfrage fiel mit 7 gegen 42 Stimmen fuͤr Gutheißung des Beschlusses des Buͤrger-; und des Bauernstandes in Betreff des An— lehens aus, so wie mit großer Mehrheit für Verwei— gerung alles Kapital- Dekorts bei Anleihen des Reichs— schuld⸗ Comtoirs. Vor 12 Uhr Mittags war die Sitzung beendigt und die Mitglieder hatten sich entfernt; die Nachricht ven dem Ausfall verbreitete sich und es schien nun endlich zur Gewißheit uͤber den Punkt in Betreff einer auswaͤrtigen Anleihe, der das Publikum den ganzen Reichstag uͤber in Spannung er— halten hatte, gediehen zu seyn, in der Art namlich, daß bestimmt keine stattfinden werde?). Doch noch vor Abend hatte sich die Sache wieder gewendet, denn in einem, unmittelbar nachdem die Mitglieder des Ausschusses auseinander gegangen, gehaltenen Plenum des Adelsstandes zeigte eben derselbe Graf Posse an: „daß die erwahnte Abstimmung im verstärkten Ausschusse durch Uebereilung geschehen fey, wahrend das Bedenken des Ausschusses in der fraglichen Materie im Bauernstande noch nicht vorgetra— gen und dort noch auf der Tafel liege.“ Dieser Vorgang, so wie andere sehr aͤhnliche in den Ausschuͤssen, verwandte M ate— rien betreffend, laͤßt auf nichts weniger, als die so sehr gewuͤnschte schleunige Beendigung des Reichstags schließen. H

Das Aftonblad freute sich, die Nachricht mittheilen zu koͤnnen, daß der Vorschlag des Gesetz⸗Ausschusses zu einer Wech—

) Nach einem Gerücht im Nya Argus) sollten vorlaͤufige Unterhandlungen uber eine Unleihe schon mit dem Hambroschen Hause in Kopenhagen stattgehabt haben.

A70

sel⸗Ordnung so eben im Adels-, im Priester⸗ und im Buͤrger⸗ s

stande (obwohl hier nur mit drei Stimmen) die Mehrheit fuͤr sich erhalten habe.

Der General⸗Lieutenant Graf Bjöoͤrnstjerna ist zum Mitgliede der Akademie der Wissenschaften gewählt worden.

Aus Christiania wird gemeldet, daß die Arbeiten am Bau der Koͤnigs-Wohnung, die den Winter uͤber aufgehoͤrt, wieder rasch begonnen haben, und daß bis zum Herbst die Fluͤgel⸗Ge—

baͤude unter Dach kommen, das Haupt-Gebaͤude aber bis zur

letzten Etage vollendet werden duͤrfte.

Dänemark.

Kopenhagen, 18. April. (Alt. Merk.) Zufolge eines Plakats der Staats⸗-Schulden⸗Direction vom Aten d. M. ist es von Sr. Majestaͤt dem Koͤnige genehmigt worden, daß unter ge— dachter Direction zwei Inscriptions-Protokolle fuͤr unaufkuͤndbare Staatspapiere, das eine fuͤr baares Silber, das andere fuͤr Sil— ber, eingerichtet werden. Auf besondere Conten werden hier zur Inscription diejenigen Kapitalien von Kollegien, frommen Stif— tungen, Legaten und uͤberhaupt allen das allgemeine Interesse be— treffenden Instituten entgegen genommen, lautend auf Koͤnigliche unaufkuͤndbare Obligationen, deren Renten einem bestimmten blei— benden Zwecke gewidmet sind, und wo demnach von Benutzung der Kapitalien entweder uͤberhaupt nicht, oder doch nur in selte— nen ausnahmsweisen Fällen die Rede ist. Fuͤr die einkassirten Obligationen wird ein Inscriptionsschein ausgestellt, der weder verpfaͤndet, noch transportirt werden kann, und dessen Ausliefe— rung nicht anders, als gegen eigenhaͤndige Quittung im Proto— koll, Seitens der beikommenden Autoritaͤt, vorgenommen wird. Jede Kapital-Verminderung hat die Ausfertigung neuer unauf— kuͤndbarer Obligationen zur Folge, und die Zinszahlung betref— fend, so geschieht diese in zwei sährlichen Terminen an diejenigen, welche sich zur Entgegẽnnahme gehoͤrig legitimirt haben. Durch diese Einrichtung werden die Fonds der Kassen und Stiftungen vor jeder Defraudations-Gefahr gesichert, und ist daher auch eine allgemeine Benutzung derselben mit Sicherheit zu erwarten.

Mit dem Stettiner Dampfboot sind am verwichenen Mitt— woch 11 Reisende dorthin abgegangen. Im Interesse unserer Stadt ist sehr zu wuͤnschen, daß die neue Einrichtung, wodurch der Verkehr mit dem oͤstlichen Deutschland so außerordentlich er— leichtert wird, sich halte und die Belebung des Handels ferner— hin befoͤrdern helfe. In der Dänischen Wochenschrift fin— det sich hieruͤber ein Aufsatz, der, wie alle, welche in diesem wohl redigirten Blatte aufgenommen werden, die Aufmerksamkeit der Leser im hohen Grade in Anspruch nimmt. Die Frage wegen Herstellung anderweitiger Communicationen Kopenhagen's mit sonstigen It! fen mittelst wohl eingerichteter Packetboͤte ist dadurch aufs neue in Anregung gekommen und in oͤffentlichen Blaͤttern besprochen worden. Zur Zeit existirt eine solche Packet— fahrt nur nach Kiel und Luͤbeck hin. Daß sie nach anderen Or— ten sich nicht halten koͤnne, glaubt der Verfasser eines in die Ko— penhagener Post eingeruͤckten Artikels in den Belaͤstigungen suchen

zu muͤssen, womit uͤberhaupt der hiesige Transit-Verkehr bebuͤrdet

sey. Unter diesen wird der unverhaͤltnißmaͤßig hohen Schiffs— Abgaben gedacht und die Hoffnung ausgesprochen, daß bei der bevorstehenden Neform im Zollwesen, ruͤcksichtlich jener Abgaben, gleichfalls eine Veraͤnderung eintrete. Der bereits fruͤher von dem Comité der Grossirer-Societät gestellte Antrag wegen ange⸗ messener Verminderung der Schiffs-Abgaben fuͤr jedes Mal, daß ein und dasselbe Schiff im Verlauf des Jahres unsern Hafen besucht, wird aufs neue mit dem Hinzufuͤgen hervorgehoben, wie in einer Maßregel dieser Art das passendste Mittel zur Einrich— tung wie zur Aufrechthaltung einer Packetbootfahrt nach den Ost— see⸗Haͤfen zu liegen scheine.

In einem Aufsatze des Blattes Dagen sucht ein Anhaͤnger der bisher in Beziehung auf Leitung der Angelegenheiten der Asiatischen Compagnie befolgten Grundsatze den Sturm zu be— schwoͤren, welcher, mit jeder General-Versammlung heftiger wer— dend, den Untergang der jetzigen Verwaltung zu verkuͤnden scheint.

Ueber das von dem Secretair Lauggaard errichtete orthopaͤ— dische Institut enthalt die Zeitung Dag en einen Aufsatz, wor— aus man ersieht, daß jenes mit vieler Sachkunde und großen Kosten zu Stande gebrachte Institut einen gedeihlichen Fortgang findet.

Die Dänische Wochenschrift enthaͤlt eine Abhandlung uͤber die Nothwendigkeit der Einrichtung von Asylen oder Pfle— geschulen fuͤr kleine Kinder, deren Zweck darin bestehen wuͤrde, denjenigen Kindern, welche ohne Pflege heranwachsen, eine Hei— math und Erziehung zu verschaffen, gecignet, sie zu nuͤtzlichen Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft herxanzubilden. Ein erfreulicher Anfang zu solchen Einrichtungen ist bereits bei uns gemacht, theils durch die im Jahre 1828 errichtete „Pflegeschule fuͤr kleine Kinder“, welche deren gegenwaͤrtig 1090 zaͤhlt, theils durch das im folgenden Jahr eroͤffnete Asyl fuͤr Kinder, deren Aeltern sich mit ihrer Wartung und Erziehung nicht beschaͤftigen koͤnnen. Bei der großen Menge ganz verwahrloster Kinder, wie man solche vom zartesten Alter an, bettelnd auf den Straßen sich herumtreiben sieht, scheint die Ausfuͤhrung jener Idee nach einem moͤglichst umfassenden Plane in hohem Grade wuͤns chenswerth.

Deutschland.

Hamburg, 22. April. Zu der am 2isten d. stattfindenden Jubelfeier der 50jhrigen Regierung Sr. Koͤnigl. Hoheit des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin geht heute der Königl. Preußische Gesandte, Herr von Haäͤnlein, von hler nach Ludwigs— lust ab, wohin der Koͤnigl. Schwedische und Norwegische Ge— sandte, Herr Commandeur Signeul, schon abgereist ist.

Zur Begluͤckwuͤnschung Sr. Königl. Hoheit des Großher— zogs von Seiten des hiesigen Senats ist Herr Senator Jenisch nach Ludwigslust abgereist. Von Seiten des Senats zu Lubeck ist zu dem Ende Herr Syndikus Dr. Buchholtz und von Seiten des Senats zu Bremen Herr Senator Pavenstaäͤdt dorthin ab— geordnet.

Aus Hannover ist die Nachricht eingetroffen, daß der Beschluß der Hannoverschen Regierung, die Eisenbahn betreffend, definitiv so ausgefallen ist, wie gestern angedeutet wurde. Die Eisenbahn-Anlage wird gestattet unter der Bedingung, daß die Bahn nicht auf Hamburgischem Gebiet ausmuͤnde. Das hiesige Eisenbahn-Comité hat deswegen auf uͤbermorgen eine oͤffentliche . angesetzt, um die hierauf bezuͤglichen Beschluͤsse zu assen.

Hannover, 20. April. In der Sitzung der zweiten Kam— mer am 11Iten d. erklärte Kammer⸗-Konsulent Klenze, bei dem gro— ßen Interesse, welches die Eisenbahn-Angelegenheit errege, glaube er, der Kammer die Anzeige schuldig zu seyn, daß auch die Stadt Nienburg, welche er zu vertreten die Ehre habe, beim K. Mi— nisterium eine gegen diese Anlage gerichtete Petition uͤbergeben habe. Da die Petition sehr schaͤtzbaͤre Materialien und Berech⸗ nungen enthalte, so bitte er um Erlaubniß, eine Abschrift davon zur Ansicht im Secretariate niederlegen zu duͤrfen. Hierauf er⸗

wiederte Landes ⸗Konsulent v. werde, so koͤnne er mit einem Eisenbahn aufwarten.

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Moldau und Wallachei.

bruar: „Die Regierung unseres milden und gerechten Negemn schreitet mit sichern Schritten der Verbesserung entgegen. N bereits stattgefundenen Veraͤnderungen im Departement des J nern, der Finanzen und den uͤbrigen Zweigen der Staats, waltungs⸗Behoͤrden beweisen, daß der Fuͤrst die tauglichsten Mi ner zu waͤhlen weiß. Der Groß-Vornik Prinz Michael Ghst Bruder unsers Fuͤrsten verwaltet das Departement hh Innern, und der Hetman Villara, der auch Mitarbeiter des nenn Gesetzbuches war, das der Schatzkammer. Die vor drei Jahtz durch unsern jetzigen Fuͤrsten als damaligen General dens ben neu organisirten Truppen, die aus drei Regimentern fanterie und einem Regimente Kavallerie bestehen, belebt i tuͤchtiger militairischer Geist. Der Oberbefehl uͤber dieselt

1

renden Fuͤrsten, anvertraut. Als Chef des Schul- und Unn richtswesens ist Herr Pogenax, der seine Bildung in der pl technischen Schule in Paris erhielt, angestellt, und wir sch mit besonderer Freude, welche große Fortschritte unter der s tung dieses thätigen und kenntnißreichen Mannes die Jun , Hauptstadt und der Provinzial-Staͤdte in der Bihinn macht.

Feldwirthschaft uͤberhaupt beabsichtigt und bald einen sichte Fuͤrst Michael Ghika.“

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika, Washington, 17. Maͤrz.

mission, welche mit Untersuchung der gegen in Betreff des Attentats auf den Praͤsidenten erhobenen (fihn bereits erwahnten) Beschuldigungen beauftragt war, den Beth ab und erklärte, daß Alles angewendet worden sey, um diese !! gelegenheit aufzuklären, daß die Kommission aber nichts habe an sinden koͤnnen, was diesen Verdacht rechtfertige, weshalb sie in die Annahme des Beschlusses antrage, daß in Hinsicht der Am

nicht ein Schatten von Verdacht auf dem ehrenwerthen Gen Poindexter ruhe. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommn.

Bei einem oͤffentlichen Diner, welches vor kurzem dem Ko nator fuͤr Louisiang, Herrn Gayarre, in New-Orleans ght wurde, hielt derselbe eine lange Nede, worin er sich fuͤt inen treuen Anhänger der Politik des Generals Jackson erkläͤtt ind 9 folgender Aeußerung uͤber die Angelegenheit mit Fumkreih chloß: welche sich unserem National-Wohlstande noch entgegenstelu

Frankreich, unserem alten Verbuͤndeten, ein unfreundliches sehen. Fuͤr alte, vor fuͤnfundzwanzig Jahren Beleidigungen verweigert es noch immer die Genught während doch das hohe Ehrgefuͤhl der nen haͤtte zur Pflicht machen sollen, das ihren besn Freunden zugefuͤgt; Unrecht wieder gut zu machen. Win unsere Regierung Zwangs-Maßregeln ergreifen und ein Krit ausbrechen sollte, so wollen wir Amerikaner von Franzoͤssht Abkunft das edle Beispiel jener Anglo-Amerikaner nachahme als sie sich Britischer Unterdruͤckung widersetzten und Brltist Waffen und Britische Tapferkeit besiegten. Wir wollen o Franzosen zeigen, daß wir ihre echte Nachkommen sind, und nn wir mit ihrer Sprache und ihren Sitten auch ihre Tapfethh und ihren ritterlichen Stolz, dessen sie sich so sehr rühmen, geen haben, und der nicht den geringsten Schein einer Beleidigun

hinweggeraͤumt hatten, gewannen leider unsere Verhaltnisse 6 ĩ i

ugefh in, Franzosen es d

Deutsche Blaͤtter melden aus Bucharest vom A. 9

wurde dem Groß-Spatar Konstantin Ghika, Bruder des ri aj Herr Sey

niner Indivi ch gemacht habe,

Auf Veranlasung und unter dem besondern Schutz in Efeknäger, seres Fuͤrsten bildete sich hier seit kurzem eine oͤkonomische O Mer doch g

sellschaft, welche die Emporbringung de ebaue nehmen, daß die Wirkung nach außen hin len schaft. h . , 6 von außen als von innen belebt werden. Weihe es zu nennen,

ĩ ö ir ; R d Die allgemeine Kunstlehre, die auch auf die wohlthatigen Einfluß Zusuͤben wird. Praäsident derselben isf g 3 , inn, n, n, J unsere Buͤbne hat Meister in dieser Manier (wie ohne Zweifel sie auch jede Buͤhne hat), und wir wollen uns iu ihrer Entschuldigung nicht verhehlen, daß das Publikum in In der Sitzung des Cn Raff gar nicht geneigt zu seyn pflegt, die Kunst nur als zweite nats vom 2. Marz stattete Herr Smith im Namen der Kr Ratur anzuschauen; wie Goethe's Vorspiel zum „Faust“ Herrn Poinden sagt: w

men: Manieristen.

ur Entschuldigung, . sercotypen Rechtfertigung dienen. n Kuͤnstler, der nur innerhalb seiner Rolle lebt und webt, und

„In demselben Augenblicke, wo wir alle Hinderns

A April.

issenschaften der aufgeklaͤrten Briten.“ Der Nuab . Exemplare an mehrere Personen von Rang

lesen i

Berlin, ö g eingege

anseati

J J gin jz Norwegis

he, l reußische, zusammen

berhaupt 61,337 Normal-Lasten; davon waren 586 Schiff Lasten verschiedener Waaren beladen und ötz Schiffe von

9M2l; glb Esten beballastet.

faͤhigkeit von

642 Schi Schiffe mit

*

König Seydelmann's

jomt uͤbrigens gar nicht gesagt werden soll, nder reden . eine m Blatte erschopft werden koͤnng; aa wie der geschichtliche Cromwell durch die tausend Blaͤtter,

liches Schauspiel.

Cromwell verdiente ein eigenes Blatt,

daß der Charakter sei⸗ so we⸗ die

. Leben und Thun zu Buͤchern angeschwollen sind, und

ur unser Votum,

ie Kritik ist kein Gerichtshof; h Votum positiv auszusprechen und zu behaupten wissen delmann den Cromwell nicht etwa nur richtig ist eben nicht schwer, sondern auch, so weit sich das dualitaͤt thun laͤßt, das unwandelbare Wesen und

hie unaufhörlich wandelbaren Variationen der Erscheinung des We⸗

ufgefaßt, das

ns in ein Ganzes

tums noch nicht;

aͤre Entweihung.

wenig er durch die Trilogie Raupach's dramatisch erschöͤpft wor⸗ en i6. Wir begnügen uns im Allgemeinen mit dem Votum denn eine Sentenz wollen wir hier, wie immer, geben;

aber dessenungeachtet muß man auch

gebracht und das Ganze uns begreif⸗

Aber auch dies erschoͤpft den Begriff unseres es giebt nicht etwa nur unter dem Mittelgut der Schauspieler, sondern auch unter den reicher begabten, solche

die entweder gar nicht innerhalb ihrer Rollen leben, leich sich außerhalb derselben begeben, sobald sie wahr⸗

fehlt; kurz, die

ollt ihr gefallen, Laßt gte j mit allen ihren Chbren,

Vernunft, Verstand, Empfindung, Leidenschaft, Doch merkt euch wohl, nicht ohne Narrheit hören.

legenheit, welche der Kommission zur Pruͤfung uͤbertragen si ssch auch im geringsten nicht darum kuͤmmert, ö s , J et spricht . von Außen aufgenommen wird. Objektivität, das Ziel aller Kunst, wo allein der Gegenstand uns anschaulich gemacht werden soll. In der Schauspielkunst waͤre dles im strengsten Sinne durchaus unmöglich; de den Geist, und ohne den Koͤrper könnten wir den Geist gar nicht empfangen, und wohl zu merken, einen Korper, den wir uns nicht nach Belieben formen und verschreiben koͤnnen. Aber daß ein Schau⸗ spieler, der auf den Namen Künstler Anspruch macht, sich nur durch als solcher beglaubigen kann, Ganjen sich unabhängig vom, dußeren Beifall erhält (der un⸗ villkürlich hervorgebrachte Beifall in allen Ehren), das wird man ohne Weiteres zugeben. t e die Herrn Seydelmann vor so vielen seiner Kunstgenossen auszeich⸗ net, laßt sich zwar durch langes tuͤchtiges Kunstleben immer mehr befestigen, aber schlechterdings nicht anders als durch die Weihe

er Natur gewinnen.

Eo mag auch das den Manjeristen in der levendigsten aller Kuͤnste wie wir indeß doch hoffen wollen,

nicht zur Genug, Herr Seydelmann ist

wie dasjenige, was Dgs ist die

denn der Korper traͤgt

wenn er wenigstens im

Diese Eigenschaft des wahren Kuͤnstlers,

Und so haben wir denn auch in der Dar—

sellung des Crom well das Genie des Kuͤnstlers erkannt. Erom⸗ well, in seiner angebornen imperatorischen Geisteskraft, war uns auch in allen den krummen und Schleichwegen, durch welche er sich die ußere Anerkennung derselben erwerben muß, gleich in der ersten Scene des ersten Akts klar. Es bedarf der Erwähnung nicht, daß auch bei dieser Vorstellung der Gast von einem vollen hause mit lebhastem Beifall empfangen und begleitet wurde.

w

Meteorologische Beobachtung.

1835. Morgens

d ür.

Nach einmaliger Beobachtung.

Nachmitt. Abends

2 Uhr. 10 Uhr.

duldet. Wir wollen ihnen zeigen, daß wir keine Bastarde, kel

alte Gallische und Normannische Blut fließt, das wir fuͤr n; Vertheidigung unseres Vaterlandes und fuͤr den Ruhm unsen gesternten Banners stets zu vergießen bereit sind.“

Die nach Frankreich abgesandte (und bereits daselbst ang kommene) Fregatte „Constitütion“ ist, der Evening Post,h 16. das Flaggen-Schiff Nelson's in der Schlacht bel Trafaln gewesen.

In Philadelphia hat sich ein Kuͤnstler⸗-Verein zur Best derung der schoͤnen Kuͤnste und zur Unterstuͤtzung der aͤrraeno Kuͤnstler und ihrer Familien gebildet. Es ist dies der erste e ein dieser Art in Amerika.

Das im vorigen Jahre bei Boston zerstoͤrte Kloster der ll sulinerinnen wird nicht wieder aufgebaut! Die Nonnen werde sich nach Florida begeben.

Der Nuab Igbal⸗ud⸗Daulah, ein Fuͤrst aus der Koͤniglich Familie von Aude, hat im vorigen Jahre in Kalkutta ein We herausgegeben, das den Titel fuͤhrt: „Igbal,i⸗Farung oder Vn

itscher Wohlstand, eine kurze Darstellung der Sitten, Gebraͤuch

entartete Nachkommen sind, sondern daß in unseren Adern & Luftdruck luftwaͤrme

Dunsssaͤtt

ö 1 ; Wind .... Vollen zug

82. 38. =. Cortes M)

337, 5 3 war. 4 5 0 R. 3, 1 9 R. S0 pCt. reanig. NDO.

haupunkt

Quellwärme 6, 8 ? R. Flußwärme 7,5 ? R. Bodenwärme 5,“ 9 R. Ausdünst. 0, O8 9 Rh. Niederschlag , o 1 Rh.

337, 239 Par. 337, 6 Par. 4 46 0 R. 1,0 0 R. 62 pCt. heiter. NDO.

Tagesmittel: 337,86 P. .. 5,79 R. . . 1,10 R. .. 71 pCt.

Auswärtige Börsen.

A

Niederl. wirkl. Schuld db y.

83

msterdam, 20. April. Kunz - Bill. —. Paris, 18. April.

dz Rente pr. Compt. 107. 89. fin Cour. 107. 90. 3 8 pr. eompt. tin Cour. 82. 10. 88 Neap. Span. Rente Asz;. 33 do. 31. Ausg. Span. Schuld 22. . Holl. 243 87. 50.

pr. compt. 98. 90.

Span. 3 3 31.

fin cour.

MI

Berliner Börse. Den 25. April 1835. Amtl. Eonds. und Geld-Gours- Zettel. (Hrerssu. Coeur.

I, ,, men I, re, feng.

St.. Schuld- Sch. Ostpr. Pfandbr. A si0oiz siol r. Engl. Obl. 30. homm. do. A 107 106 Prüm. Sch. d. Seeh. Kur- u. Neum. do. A 1027 Kurm. Obl. m.l.C. Schlesische do. A Neum.lInt.Sch.do. RksSt. C. u. Z. Sch. Berl. Stadt - Obl. d. K.- u. N. Königsb. do. Elbing. do. Danz. do. in Th. Westpr. Pfundbr. Grosshz. Pos. do.

1064

79 Gold al marco Neue Duk. ... 183 briedrichsd'or .. 133 13. Dis conto 3 4

216 215

D 0 ,

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x , Preuse. Cour. Him ef.] Geld.

n, n, ir 114 1413 127 151 151 6 26 vor

6 25

Augsburg

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Leipzig

Frankfurt a. M. WX. hetershurg

Warschau

1033

1031 103 z0 *.

1060 hI. 136 Fl. 160 RbI.

Königliche Schauspiele.

Sonntag, 26. April. Im Opernhause: Der Maurer, Oper in 3 Abth., mit Tanz. Musik von Auber. Die Solotaͤnzer des Köoͤnigl. Hof ⸗Theaters zu Madrid, Hr. Font, Hr. Campruvi, Mad. Dubinnon und Dlle. Serral, werden hierin zum Letzten male folgende Spanische National⸗Taͤnze ausfuͤhren: 1) Las Bo— leras Robadas, in Andalusischer Tracht; 2) Las Corraleras de Sevilla, im Spanischen National⸗-Kostuͤm.

Im Schauspielhause; 1) La seconde représentalion de: La fille de l'avare, vandeville nouveau en actes, par Mr. Fayard et P. Duport. 2) La f&ille de Dominique, vaude vile nouveau en 1 acte.

In Potsdam: Die Einfalt vom Lande, Lustspiel in 4 Abth., vom Dr. C. Töpfer. Im zweiten Akt des Lustspiels: Solotanz, gesetzt von P. Taglioni, ausgefuͤhrt von den Damen Amiot, Gal— ster, Taglioni und den Herren Taglioni, Roͤhnisch und Brue. Zum Schluß des Stuͤcks: Solotanz aus der Oper: Ali Baba, Musik von Cherubini. 12 Pas de six, ausgefuͤhrt von den Da— men Galster, Bethge, Schubart, Schulz, Wandt und Hrn. Stullmuͤller. 2) Pas de trois, ausgefuhrt von Dlle. Amiot,

ad. Tagliont und Herrn Taglioni.

Montag, 27. April. Im Schauspielhause: Der Essighaͤnd⸗ ler, Drama in 2 Abth. (Neu einstudirt. Hr. Seydelmann: Vater Dominique, als Gastrolle. Hierauf: Die Zerstreuten, Posse in 1 Akt, von Kotzebue. Und: Der Ahnenstolz in der Kuͤche, Posse in 1 Akt, nach dem Franz., von Lembert. (Hr. Seydelmann: Vatel, als Gastrolle.)

Königstädtisches Theater.

Sonntag, 26. April. Zum erstenmale: Das boͤse Haus, hi— storisch⸗romantisches Schauspiel in 8 Akten, von Joseph Frei— herrn von Auffenberg.

Lontag, 27. April. Auf hoͤchsten Befehl: (In Italiaͤni— scher Sprache): Die Familien Capuleti und Montecchi, Oper in * Akten. Musik von Bellini. (Dlle. Vial, vom Königl. Sar— dinischen Hof-⸗Theater zu Turin: Giulietta, als Gastrolle.)

Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen und im Balkon des ersten Ranges 1 Rthlr. ꝛc.

Dienstag, 28. April. Julerl, die Putzmacherin, parodirende Posse mit Gesang in 2 Akten. Vorher: Die Ehrendame, Lust, spiel in 1 Akt, von A. Cosmar.

Neueste Nachrichten.

Paris, 19. April. Gestern fuͤhrte der Konig den Vorsitz in einem Minister-Rathe und ertheilte dann dem Praͤsidenten der Deputixten-⸗Kammer und dem Marschall Gérard Audienz. Der Gesetz-Entwurf in Betreff der Nord-Ameri— kanischen Schuldforderung ist noch in der gestrigen Sitzung der Deputirten-Kammer angenommen wor— den. Nachdem naͤmlich der interimistische Kriegs-Minister die Behauptung des Herrn von Rancs zuruͤckgewiesen, daß der in der Botschaft des Präsidenten Jackson enthaltene drohende Ton ihm von Herrn Livingston selbst anempfohlen worden sey, bestieg auch noch der Confeils-Präsident die Rednerbuͤhne, um die Erklärung abzugeben, daß die Absichten der Franzoͤsischen Regierung stets mit dem (gestern erwahnten) Amendement der Herren Leyraud und Valazé uͤbereingestimmt haͤtten, und daß er sich sonach der Annahme dieses Amendements nicht widersetze. Als es darauf zur Abstimmung kam, ging das Amendement mit großer Stimmenmehrheit durch. Es bildet den zweiten Satz des sunten folgenden) Isten Artikels, der nach einer wenig erheblichen De⸗ batte ebenfalls unverandert angenommen wurde. Die beiden folgenden Artikel fanden keinen erheblichen Widerspruch, und das ganze Gesetz wurde zuletzt bei der Kugelwahl mit 289 gegen 137, also mit der bedeutenden Majorität von 152 Stimmen ge— nehm igt. Merkwuͤrdig genug bestand die Versammlung genau wieder aus derselben Anzahl von Deputirten, die Tages zuvor bei der Abstimmung uͤber das Bignon sche Amendement zugegen gewesen war. Der Gesetz-Entwurf lautet also. Artikel 1. Der Finanz⸗-Minister wird ermaͤchtigt, die noͤthigen Vorkehrun⸗ gen zu 6 um die Artikel 1 und 2 des am 4. Juli 1831 zwischen dem Koͤnige der Franzosen und den Vereinigten Staa— ten unterzeichneten Traktats, wovon die Ratifications-Urkunden am 2. Februar 1832 in Washington ausgewechselt worden sind, und wonach Frankreich eine Summe von 25 Millionen Fran— ken zu zahlen hat, in Ausfuͤhrung zu bringen. Die in . des gegenwaͤrtigen Gesetzes zu leistenden Zahlungen Fkoͤn— nen nur stattfinden, nachdem die Französtsche Regierung zufriedenstellende Erklaͤrungen uͤber die Botschaft des Praͤsidenten der Union vom 2. Dezember 1834 erhalten hat. Art. 2. Die

Summe von 1,500,000 Fr., welche die Regierung der Vereinig⸗ ten Staaten in jährlichen Terminen zu zahlen sich verpflichtet hat, um den von Frankreich, sey es in dem Interesse von Pri⸗ vaten, oder in dem des Staatsschatzes, angebrachten Reclamatio⸗ nen zu genuͤgen, soll in dem Maße, als sie eingeht, auf dem Budget in Einnahme gestellt werden. Zugleich wird dem Finanz- Minister ein Kredit bis zum Betrage der gedachten Summe er— oͤffnet, um damit die von Franzoͤsischen Buͤrgern liquidirten For⸗ derungen zu befriedigen. Art. 3. Eine mittelst Königl. Ver— ordnung zu ernennende Kommission soll sich unentgelt⸗ lich der Prufung und Wuͤrdigung aller bei der Regie— rung anzubringenden Reclamatlonen unterziehen und die Summe der 1,500,000 Franken unter die Anspruchberechtig⸗ ten vertheilen, noͤthigen Falls pro rata. Jede Reclamation muß, wenn sie nicht verfallen soll, bis zum 1. Januar 1837 angebracht werden. Die Anspruchberechtigten koͤnnen von den Entscheidungen der Kommission in den fuͤr Streitsachen gesetzlich geltenden Formen und Fristen an den Staats-Rath appelliren. Dieselbe Befugniß hat der Finanz-Minister. Den Kammern ist alljaͤhrlich von den auf jene 1,500,000 Fr. effektuirten Zahlungen Bericht abzustatten. Bleibt ein Theil dieser Summe uͤbrig, so fließt er in den Staats-Schatz.“ Noch ist in Bezug auf den zu dem 1sten Artikel gemachten Zusatz zu bemerken, daß der Conseils-Praͤsident sich vor der Annahme desselben ausdruͤcklich anheischig machte, falls in der nächsten Session irgend ein Mit— glied der Kammer das Ministerium befragen sollte, ob es die erwaͤhnte Ehren-Erklaͤrung von der Nord⸗Amerikanischen Regie⸗ rung auch wirklich erhalten, alle gewuͤnschte Aufschluͤsse hieruͤber unweigerlich zu ertheilen.

Jetzt, wo der Gesetz-Entwurf uͤber die Nord-Amerikanische Schuldforderung angenommen worden, giebt das Journal des Débats (in einem Artikel, auf den wir morgen zuruͤckkommen werden) dem Herrn Livingston unter den Fuß, daß er wohl thun werde, uͤber den Ausgang dieser Angelegenheit seiner Regierung per soöͤnlich Bericht abzustatten und nach Paris nicht zuruͤckzu— kehren. Uebrigens spricht das genannte Blatt die 1. aus, daß der Traktat uͤber die 25 Millionen, nachdem er in der Deputirten⸗ Kammer mit so großer Majorität durchgegangen, nun auch von der Pairs-Kammer werde genehmigt werden.

Das Franzoͤsische Kabinet soll von der Regierung zu Wa— shington die Zuruͤckberufung des Herrn Livingston verlangt ha— ben, weil dessen offizielle Korrespondenz das Kabinet sehr verletzt hat. rr Serrurier wird ebenfalls durch einen andern Gesand⸗ ten ersetzt werden. Wie verlautet, reist Herr Livingston in vier⸗ zehn Tagen ab.

Nachdem nun die erste Kabinetsfrage fuͤr die Minister guͤn⸗ stig entschieden ist, kommt jetzt die zweite an die Reihe, naͤmlich die Bewilligungen fuͤr die geheimen Ausgaben. Fuͤr diesen Ge⸗ setz⸗Entwurf ist Ein Redner eingeschrieben, naͤmlich Herr Madier de Montjau; gegen . aber haben sich 10 Nedner eingezeichnet, unter denen man die Herren Havin, Salverte, Pages (von der Arriège), Sade, Lamartine und Dupon (von der Eure) bemerkt.

Man versichert, die Amnestie⸗Frage sey im Schlosse der Tuilerieen bejahend entschieden worden; man sey nur noch uͤber den Tag unentschieden, an dem diese Maßregel der Koͤniglichen Milde veroͤffentlicht werden sollte. Es wuͤrde demnach jetzt nur noch ungewiß seyn, ob der Prozeß uͤberhaupt eroͤffnet werden wird, oder nicht; gewiß aber, daß er nicht beendigt werden wuͤrde.

Herr von Lammengis hat erklart, er nehme den Auftrag zur Vertheidigung der April-Angeklagten an. Nach einem Arti— kel des Journal de Paris aber waͤre aus der Erlaubniß, welche der Pairshof den Freunden der Angeklagten gegeben hat, diese im Gefaͤngniß zu besuchen, nicht zu schließen, daß die von ihnen gewaͤhlten Defensoren, auch wenn sie keine Advokaten waͤren, zur oͤffentlichen Vertheidigung zugelassen werden wuͤrden.

Der Advokatenstand in Nanch hat am 16ten d. beschlossen, seine Protestation gegen die Verordnung vom 230. März dem Herrn Philipp Dupin zuzusenden.

Dem Indicateur Bordelais zufolge, hat nun auch der Advokatenstand von Marmande gegen die Verordnung vom 30. Marz, die er ungesetzlich nennt, protestirt. Der von Orleans hat 3 eine Protestation dagegen bekannt gemacht.

Es wird berechnet, daß, wenn alle Truppen-Vewegungen, die in diesem Augenblicke stattfinden, beendigt sind, uͤber hundert tausend Mann ringsum Paris und in dem Bezirk der ersten Militair⸗Division versammelt seyn werden.

Ein neuer Versuch des Professors Royer-Collard, seine Vor⸗ lesung in der medizinischen Schule 7 halten, ist gestern verun⸗ gluͤckt. Die Eleven machten einen solchen Laͤrm, daß die Dokto—⸗ ren Orfila und Royer-Collard sich entfernen mußten; sie hatten Muͤhe, ungeneckt aus dem Gedraͤnge zu entkommen.

Die Lyoner Zeitungen berichten, daß am 13ten d. der Zudrang zu der Kirche St. Vonaventure ungeheuer gewesen sey, um einem Todtenamte zum Gedaͤchtniß der Opfer der Unruhen in Lyon beizuwohnen.

Die verwittwete Herzogin von Crillon ist, achtzig Jahre alt, mit Tode abgegangen.

Die Berichte von der Spanischen Graͤnze sind durch— aus ohne Wichtigkeit. Die Christinos, die Ankunft des Gene— rals Valdez erwartend und durch den krankhaften Zustand Mina's

elahmt, unternehmen keine entscheidende Bewegung. Sie be— schraͤnken sich uͤberall auf die Defensive.

Im Constitutionnel 1 man: „Man theilt uns ein Schreiben aus Melaui-Arich (Aegypten) vom 12 Maͤrz mit. Der Pascha hatte an diesem Tage mit Herrn Mimault, dem Konsul Frankreichs, auf einer dem Letztern gehoͤrigen Barke zu Mittag gespeist. Mehmed Ali zeigte eine Munterkeit, die man fuͤr das Anzeichen einer Verminderung seiner politischen Ver— wickelungen hielt. Dasselbe Schreiben meldet, daß die Pest in der Stadt Alexandrien viel von ihrer Intensitaͤt verlsren hat.“

Frankfurt a. M., 22. April. Oesterr. Sproc. Metall. 10936. 103. 4proc. 97. 973. 21proc. 5713. B. proc. 25. Br. Bank- Actien 1618. 1616. Part. Obl. 141. 140. Loose u 100 G. 213. Br. Preuß. Praͤm. Sch. 653. 65. do. 4proc

nl. . G. Hell. proc. Obl. von 1837 1090. Ä ioo. Poln. . . Br. Sproc. Span. Rente 7. 47. 3proc. do. perp. 29. 28.

Redacteur Cortal.

Gedruckt bei A. E. Hayn.