hinzu daß es jetzt nicht an der Zeit sey, sich uͤber die großen zahl— reichen Schwierigkeiten zu verbreiten, die bei der Zusammensetzung des Kabinets haͤtten uͤberwunden werden muͤssen, sö wenig, als uͤber die Grundlagen, auf welchen die neue Verwaltung gebildet worden, mehr zu sagen, als daß es dieselben Grundsaͤtze der Ne— form und Ersparung seyen, welchen die echten Freunde des Va⸗ terlandes zugethan waͤren, und welche die Mehrheit des Volkes fordere. Was die große Frage in Hinsicht des Kirchenwesens betreffe, welche das Parlament in der letzten Zeit insonderheit beschaͤftigt, so ersuche er Ihre Herrlichkelken, dem Lande ver— sichern zu wollen, daß alle Maßregeln, die dieserhalb entworfen rden, die Forderung der wahren Religiositaͤt im ganzen Koͤ⸗ 1äugreiche zum Ziele haben sollten. Lord Alvanley fragte hier— auf, ob es wahr sey, daß sich der edle Lord bei der Zusammen— setzung seines Kabinets des maͤchtigen Beistandes G'Connell's und seiner Partei bedient habe, da es ihm unmoͤglich scheine, daß biese Individuen dem neuen Ministerium thre Beipflichtung ge— geben haben wuͤrden, ohne in einigen Punkten zufriedengestellt worden zu seyn? Lord Brougham sprach hier dazwischen und a⸗ußerte, daß diese Frage unpassend sey und nicht beantwortet zu werden brauche; allein Lord Melbourne that es dennoch, in— dem er erklärte, daß er nicht offener antworten koͤnne, als wenn er sage, daß er in keinem Stuͤcke mit den Meinungen des Hrn. O Connell uͤbereinstimme, daß er nicht wisse, ob derselbe sein Verfahren gutheiße oder nicht, indem er keine Bemuͤhung irgend einer Art angewendet habe, um sich dessen Beistand zu verschaf⸗ fen, auch nichts gesagt oder gethan, was zu einer solchen An— nahme berechtigen koͤnnte. Er erklaͤrte dann noch, daß er voͤllig bei den Grundsaͤtzen zu beharren gedenke, zu denen er waͤhrend seines vorigen Ministeriums sich bekannt habe. Dem Herzoge von Buckingham war dies nicht genugend; er verlangte dine unumwundene Erklaͤrung von dem Premier⸗-Minister, ob derselbe Maßregeln zur Abhuͤlfe der Beschwerden uͤber das Irlaͤndische Zehnten System und zur Verwendung des Ueberschusses der Kirchen, Einkuͤnste zu andern als kirchlichen Zwecken vor— zuschlagen denke. Lord Melbourne erwiederte, obschon es voreilig seyn wuͤrde, sich hieruͤber schon jetzt im Einzelnen auszulassen, so halte er sich doch fuͤr verpflichtet, sich in diesen Stuͤcken an das System zu halten, welches durch die letzten Nesolutionen des Unterhauses ausgesprochen worden sey. Der Marquis von Londonderry kündigte an, daß er beim Wiederanfange der Sitzungen eine Petition von 60, 00 Pro⸗ testanten aus dem Norden Irlands dem Hause vorlegen werde. Er wolle sich, sagte er, jetzt noch der Untersuchung enthalten, ob Minister, die sich fruͤher nur durch die Mäßigung der konserva— ͤüiven Partei eine Zeitlang hatten erhalten konnen, die Leute waͤ— ren, welche jetzt die Dinge zu einem erwuͤnschten Ausgange fuͤh— ren konnten, so erfreulich es ihm auch immer zu vernehmen ge— wesen, daß der edle Lord sich vorgenommen, O'Connell und dessen Anhaͤnger von dem Rathe des Königs auszuschließen.
Lord Melbourne machte darauf bemerklich, daß er das
Wort ausschließen nicht gebraucht habe und daß es ihm leid thun wuͤrde, wenn er sich dessen bedient haͤtte; er habe weiter nichts gesagt, als daß er zu keinen Mitteln seine Zuflucht genommen, um sich der Unterstuͤtzung des Herrn O'Eon— nell zu vergewissern, und daß er sich in keinen Vergleich mit demselben eingelassen. Der Marquis von Londonderry versetzte, er habe auch weiter nichts sagen wollen, als daß man daraus, daß bͤffentliche Versammlungen und Diners stattgefunden, bei welchen sowohl Herr O'Connell und seine Partei als der edle Staats-Secretair des Innern (Lord Russell) egenwärtig gewe⸗ sen, wohl auf eine Union zwischen I ¶wnnell und dem Mini— sterium haͤtte , ., koͤnnen, und daß er sich daher sehr gluͤck— lich schaͤtze, im Angesicht dieses Hauses und des Landes von Seiten des edlen Viscount das Bestehen einer solchen Union ugnen zu hoͤren. Das Haus vertagte sich sodann bis zum Donnerstag, den 36sten d. M., mit dem Vorbehalt, daß vor dem 12. Mal kein öffentliches Geschaͤft vorgenommen werden soll.
Unterhaus. Sitzung vom 18. April. Nach einer kurzen Debatte uͤber einige die Offiziere der Ostindischen Com— pagnie betreffenden Angelegenheiten betrat Sir Robert Peel um 4 Uhr das Haus und ging zuerst nach den Ministerbaͤnken, begab sich aber sogleich auf die Oppositions-Seite des Hauses, wo er seinen Sitz einnahm. Sobald diejenigen Mitglieder, wel⸗ che die Verwaltung des sehr ehrenwerthen Baronets unterstuͤtzt haben und noch auf der ministeriellen Seite des Hauses saßen, dies wahrnahmen, verließen sie allmaͤlig ihre Plaͤtze und setzten sich auf die Oppositions-Baͤnke. Hiernach bot das Haus etwa eine halbe Stunde lang einen merkwuͤrdigen Anblick dar. Die Minister⸗Baͤnke und die unmittelbar hinter denselben befindlichen Plaͤtze waren leer, wahrend man auf der Oppositions⸗-Seite Mit— glieder aller Parteien erblickte, deren einige sich unterhlelten, an⸗ dere allein saßen und noch andere uͤber den ungewoͤhnlichen Anblick des Hauses ihre Bemerkungen machten. Lord Stanley war nicht zugegen, aber Sir J. Graham stand an der Barre und unterhielt sich mit einigen konservativen Mitgliedern. Einige Mitglieder, welche seit dem Anfang der Session auf den von Lord Stanley und seinen Freunden eingenommenen Banken saßen, blieben auf ihren Sitzen, und mehrere Konservative, wor— unter der Marquis von Chandos und Sir R. Inglis, schlossen sich ihnen an. Herr O Connell, seine Soͤhne und die zu seiner Partei gehbrenden Irländischen Mitglieder nahmen ihre gewöhn— lichen Sitze auf der Oppositions-Seite ein und blieben dort bis zum Eintritt der neuen ministeriellen Partei. Um 57 Uhr trat Herr Baring mit einer großen Anzahl Mitglieder der alten Whig— Partei ein, worauf das Haus sogleich in Bewegung gerieth. Hr. O Connell und eine große Zahl Reformer nahmen nun ihre Sitze auf den ministeriellen Bänken ein. Hr. O'Connell, Hr. Tooke und mehrere Mitglieder der ultra⸗liberalen Partei setzten sich auf die Minister⸗Bank. Nach einigen Minuten war die Ordnung wie— der hergestellt. Obgleich während der Zeit, wo das Haus ver, tagt war, Verzeichnisse des neuen Ministeriums sehr angelegent— lich verbreitet wurden, so waren die Mitglieder doch aͤußerst ge⸗ spannt auf die offizielle Anzeige von der Minister⸗Bank. Herr Baring trug auf die Erlassung folgender neuer Wahl-Aus, schreiben an: Fuͤr die suͤdliche Abtheilung von Devonshire, an die Stelle des Lord John Russell; fuͤr die Stadt Cambridge, an die Stelle des Herrn Spring Rice; fuͤr die noͤrdliche Ab— heilung von Northumberland, an die Stelle des Lord Howick; fuͤr die Stadt Nottingham, an die Stelle des Sir John Hob—
ouse; fuͤr Manchester, an die Stelle des Herrn Poulett . r die Stadt Edinbürg, an die Stelle des Sir John Eampbell; fuͤr 1 und Falmouth, an die Stelle von R. M. Rolfe; für Kirkcudbright an die Stelle des Herrn Cutlar Fergusson;
A474
des Herrn Serjeant Perrin; fuͤr Dungarvon, an die Stelle des Herrn O Loghlen; fuͤr Clackmannanshire, an die Stelle des Ad- mirals Adam. Nach der Verlesung dieser Wahl- Ausschreiben trug Herr Baring darauf an, daß sich das Haus bis zum Montag vertagen sollte, an welchem Tage er dann eine fernere Vertagung bis zum 12. Mai beantragen wolle. Herr Hume erwiederte, er hoffe, die ministeriellen Arrangements seyen voll— staͤndig getroffen, und es werde keine Verzögerung der Geschaͤfte mehr stattfinden. Die Antwort des Herrn Baring konnte nicht deutlich verstanden werden, doch glaubte man, daß sie bejahend gewesen sey. Das Haus vertagte sich hierauf.
Unterhaus. Sitzung vom 20. April. In dieser Siz⸗ ung entspann sich noch eine ziemlich lebhafte Debatte uͤber die Zertagung des Hauses. Oberst Sibthorp hatte naͤmlich ange⸗ zeigt, daß er wider den Antrag des Herrn Baring, die Siz— zungen bis zum 12. Mai zu suspendiren, protestiren wolle. Letz terer begruͤndete seinen Antrag darauf, daß die neuen Wahlen, z. B. die seines edlen Freundes, des Lords Morpeth, nothwendig erst entschieden senn mußten, ehe das Haus mit den gewohnlichen Geschaͤften fortschreiten koͤnnte. Oberst Sibthorp erwiederte in einer sehr leidenschaftlichen, haͤufig durch das Gelächter des Hau⸗ ses unterbrochenen Rede, daß die Herren nicht Tage, daß sie Monate noͤthig haben würden, ehe sie vorbereitet seyn koͤnnten, diesem Hause die Stirn zu bieten, und schloß damit, daß er die feurige Hoffnung aussprach, der Himmel werde das Land bald von einer solchen Bande befreien. (Gelaͤchter.) Hr. O Connell, auf ben Sberst Sibthorp insonderheit an⸗ gespielt hatte, antwortete ihm sehr gut gelaunt, indem er ihm fuͤr seine wohlgemeinten Spaͤße dankte. Herr Sinclair ließ sich dann noch ungefahr in demselben Sinne, wie Oberst Sib⸗
Raths; Lord Auckland, erster Lord der
fuͤr Totneß, an die Stelle von Lord Seymour; fuͤr Newport, an die Stelle des Herrn Ord; fuͤr Stirling, an die Stelle des Lord Dalmeny; fuͤr Elgin, an die Stelle des Obersten Hay; fuͤr Leith, an die Stelle des Herrn J. A. Murray; fuͤr Dundee,
thorp, vernehmen. Der Marquis von Chandos kuͤndigte zum 18. Mai vor dem Subsidien-Ausschusse einen Antrag uͤber die Noth der ackerbautreibenden Klasse an, und Herr Shiel einen Antrag, daß, wenn kuͤnftig ein kirchlicher Benesiciar in Irland ernannt werde, dies nicht mehr so angesehen werßen solle, als ob derselbe ein Geld-Interesse an der Pfruͤnde habe, wofuͤr er bei der etwanigen Aufhebung derselben entschaͤdigt werden muͤsse— Sir R. Inglis erklärte in Bezug auf diese letztere Ankundi— gung, er werde in diesem Fall als Amendement darauf antragen, daß der Eid, welchen das geehrte Mitglied bei seinem Eintritt ins Parlament geleistet, verlesen werde. (Großer Beifall von der jetzigen Opposition. Das Haus vertagte sich darauf bis zum 13. Mai. ö .
London, 21. April. Das neue Ministerlum ist nun definitiv konstituirt. Am Sonnabend um halb 2 Uhr kam der Konig von Windsor nach der Stadt und hielt um 2 Uhr im St. James⸗Palast eine Geheime⸗Raths⸗Versammlung, in wel⸗ cher die Mitglieder des vorigen Ministeriums ihre Amtssiegel in die Haͤnde Sr. Masestaͤt niederlegten. Sir Robert Peel und der Herzog von Wellington blieben nicht uber zehn Minuten im Palast. Als sie sich entfernten, wurden sie, wie der Courier sagt, vom Volke mit einigem Applaus begleitet. Lord Melbourne soll bei seiner Ankunft im Palast von der versammelten Menge mit großem Beifall empfangen worden seyn. Nachdem der Koͤ— nig daruf dem Grafen von Wilton und dem Lord Hill Audienz ertheilt hatte, fand eine neue Geheime⸗Raths⸗Versammlung statt, welcher Viscount Melbourne, der Marquis von? Lans— downe, Viscount Duncannon, Lord John Russell, Viscount Palmerston, Herr Charles Grant, Sir John Hobhouse, Herr Poulett Thomson, Lord Auckland, Lord Holland, der Graf von Mulgrave und Herr Spring Rice bei— wohnten. Es wurden sodann die Vereidigungen der einzelnen Mitglieder des neuen Kabinets vorgenommen, und um halb 6 Uhr begab sich der Koͤnig wieder nach Windsoͤr. Se. Majestaͤt werden nicht vor Donnerstag in London zurück erwartet. Das Ministerium besteht nun, nach der von den heutigen Zeitungen gegebenen Liste, aus folgenden Mitgliedern: 1) Mitglieder, die im Kabinet Sitz und Stimme haben: Lord Melbourne, erster Lord des Schatzes; Lord Lansdowne, Praͤsident des Geheimen⸗ j Admiralitaͤt; Lord Holland, Kanzler des Herzogthums Lancaster; Lord Dun“, annon, erster Kommissar der Forsten und Waldungen und Großsiegelbewahrer; Lord John Russell, Staats-Secretair des Innern; Lord Palmerston, Staats-Secretair der auswär— tigen Angelegenheiten; Herr Charles Grant, Kolonial-Secre— tair; Sir J Hobhouse, Praͤsident der Ostindischen Kontrolle; Lord Howick, Kriegs-Secretair; Herr Poulett Thom son, Praͤsident der Handels-Kammer; Herr Spring Rice, Kanzler der Schatzkammer. 2) Mitglieder, welche nicht Kabinets-Minister sind: Graf Mülgrave, Lord-Lieutenant von Irland; Lord Plunkett, Lord-Kanzler von Irland; Viscount Morpeth, erster Secretair fuͤr Irland; Marquis von To—¶ nyngham, General-Postmeister; Marquis von Wellesle y, Lord⸗Kammerherr; Herzog von Argyle, Lord-Steward; Graf von Albemarle, Ober? Stallmeister; Sir H. Parnell, Ge— neral- Zahlmeister der Armeen und Schatzmelster der Marine; Herr Labouchere, Vice-Praͤsident der Handels- Kammer und Muͤnzmeister; Lord Seymour, Herr Steuart und Herr QOrd, Lords des Schatzes; Lord Dalmeny, Sir Willkam Parker, Capitain Elliot und Sir T. Troõubridge, Lords der Admiralitaͤt; Herr Baring und Herr Stanleh, Secre— taire des Schatzamts; Herr Charles Wood, Secretasr der Admiralitaͤt; Herr Robert Gordon und Herr Vernon Smith, Secretaire der Ostindischen Kontrolle; Herr R. E. Fergusson, General⸗-Advokat; Oberst Leith Hay, Secretair des Feldzeugamts; Sir Rufane Donkin, General? Inspek— tor des Feldzeugamts; Herr Fox Male, Unter, Se— cretair im Departement des Innern; Sir G. Grey, Unter-Secretair im Kolonial-⸗Departement; Sir J. E ampbell, GenerglProökurator; Herr Rolfe, General-Fiskal; Herr Mur“ ray, Lord-Advokat fuͤr Schottland; Herr Cuninghame, Ge— neral- Fiskal fuͤr Schottland; Herr Perrin, General-Pröokura— tor fuͤr Irland; Herr O' Loughlen, General-Fiskal fuͤr Ir⸗ land; Herr Joung, Privat-Secretair des Lord Melbourne; Herr Charles Gore, Privat-Secretair des Lord John Rus⸗ sell, und Herr George Arbuthnot, Privat-Scecretair des Herrn E. IJ. Stanley. Ueber die Besetzung des Lord-⸗Kanzler— Amts ist noch nichts Desinitives angeordnet; nur so viel scheint gewiß, daß Lord Brougham diesen Posten nicht wieder erhalten wird. Das große Siegel befindet sich noch in Haͤnden des bis—⸗ herigen , . Lyndhurst, in dessen Wohnung denn auch Sir J. Campbell als General-Prokurator vereidigt worden ist. Auf den Listen des neuen Ministeriums sindet sich der Titel ei⸗ nes Lord-Kanzlers gar nicht, und man zweifelt nicht daran, daß dieses Amt in seiner bisherigen Bedeutung abgeschafft werden wird. Das Praͤsidium im obersten Reichsgericht, dem Kanzlei⸗ Gerichtshofe, wird naͤmlich von dem Praͤsidium im Oberhause und dem Justiz-Ministerium getrennt, das große Siegel aber
In den Blaͤttern von gestern und Sonnabend wurde von Minto als General-Postmeister genannt; doch diese Ernennung nicht bestaͤtigt zu haben.
Man wundert sich, weder den Namen des Grafen Spe 6 den des Herrn Ellice auf der Liste der neuen Vin
nden.
Die Times hebt besonders hervor, daß man weder Grafen Grey, noch Lord Stanley, noch Sir James Eee dem neuen Ministerium erblicke. Eben dieses Blatt behau Lord Brougham sey ganz von der Verwaltung ausgfschlo⸗ und Herr Ellice habe seiner Kraͤnklichkeit wegen nicht in 3. binet intreten wollen. ö
Der Courier glaubt, daß auch die Herren . Henry Lytton Bulwer Anstellungen . der . . erhalten werden. Die Times macht die Bemerkung, binet die aristokratischen Elemente uͤberwiegend seyen, und he e net dies als ein charakteristisches Merkmal der Gesnnun ; Whigs. Aus einem Artikel der MoWrning Ehrdniehe sch fast hervorzuleuchten, daß diese Ansicht der Times nicht unri ist, denn jenes Blatt demonstrirt dem Standard vor, daß! Macht der Konservativen mehr in der Aristokratie zweiten zin ges, die der Whigs aber in der Aristokratie ersten gg ges liege, denn wenn man das Einkommen der Mit s der des Oberhauses etwa zu 3 Millionen Pfund Eu veranschlage, so kaͤme ungefaͤhr die Haͤlfte dieses 6 kommens auf ein Dutzend Whigs vom hohen Adel, naͤmlich j die Herzoge von Devonshire, Bedford, Cleveland, Norfolk. h therland, den Marquis von Westminster, den Grafen Fiwilln den Grafen von Derby und vielleicht noch vier andere Hm die konservative Partei aber umfasse einen großen Theil dez meren Adels, Personen, die ihr Auskommen hauptsaͤchlich dn Anstellungen in der Kirche, in den Kolonieen, in der Armee n Marine und in der Diplomatie faͤnden. —
Die fremden Botschafter und Gesandten versammelten gestern Nachmittags im auswaͤrtigen Amte und wurden Lord Palmerston, als Staats-Secretair fuͤr die auswaͤrtigen gelegenheiten, introduzirt. Ihre Excellenzen erschienen in vil Kostm. Es waren die Botschafter von Oesterreich, Nusp und Frankreich, die Gesandten von Preußen, Sardinien, Nh Wuͤrttemberg, Hannover, Belgien, Buenos Ayres, den Rn landen, Daͤnemark, Mexiko, Portugal, Brasilien, Griechensn Spanien und Sachsen, die außerordentlichen Gesandten der I) kei und Bayerns, die Geschaͤftstraͤger der Vereinigten Stn und Bayerns anwesend. Einige Mitglieder des diplomanjtz Corps besuchten später auch den Premier⸗Minister Lord zh bourne in seiner Amtswohnung.
Lord John Russell hat eine Adresse an seine frihn Konstituenten in Devonshire erlassen, worin er die Grun darlegt, von denen er sich bei seiner Opposition gegen das wh Ministerium habe leiten lassen, und, an die Politik des vnn
es scheint i
Melbourneschen Ministeriums anknuͤpfend, auseinandersetzt, n che Grundsatze er in Uebereinstimmung mit jener als Minz der neuen Verwaltung befolgen werde. Folgendes sind dien sentlichsten Stellen aus diesem Dokument:
, Der Bericht der Kommissarien über die Munizipal-Cunn tionen hat die Meinung des Unterhauses hinreichend bestaͤtigt. ) Erfahrung hat es deutlich erwiesen, daß Corporationen, die sich sss erwaäͤhlen, zu Verletzungen des Vertrauens, zu Verkehrungz Gerechtigkeit, zum Mißbrauch milder Stiftungen und zu polsjtzu Umtrieben fuͤhren und den Gemeinden zum Nachtheil gereicht jn Feren Besten sie bestimmt sisid. Das beste Mettel gegen diele sh⸗ ist nach meiner Meinung, die Annahme des Prinzips der frernghh wie s in unsern alten Gesktzen enthalten und in der Reform- Atte göstellt ist. Hieruͤber waren Lord Stanley und alle Mitglieder Greyschen Kabinets völlig Einer Meinung. Das vorige Minsfih beschraͤnkte sich dagegen auf eine unbestimmte Erklaͤrung seiner g reitwilligkeit, den Bericht in Betrachtung zu ziehen und Mißhmh che abzuschaffen. Wir erklaͤrten ferner, daß wir allen wohlbegt— deten Beschwerden der protestantischen Dissenters abzuhelfen wuͤst ten. In Uebereinstimmung mit dieser Erklaͤrung stimmte ich eine Adresse an den König, wegen Verleihung eines Freibriefe ß die Londoner Universitaͤt, wo der gewissenhafie Diffenter die inn mischen Grade erwerben koͤnnte, den Mitgliedern der herrschenden treff‚der Heirathen der Dissenters hat Sir Robert Peel einé'nf berale und gerechte Prinzipien gegründete Bill eingkbracht; aha fürchte, daß, wenn sie in der gegenwartigen Gestalt angenohm wird, die protestantischen Dissenters fuͤhlen werden, daß die zwisth ibnen und den Bekennern der Anglikanischen Kirche gezogent ij sie in der offentlichen Achtung herabsetzen muß. Einige Abaͤnden⸗
Kirche ertheilt werden.
Einführung einer Civil-Registrirunq' der Geburten, Todes fall i Heirathen wurde die beste und sicherste Loͤsung fuͤr alle Schtit— keiten darbieten. Die Aufregungen, zu denen die Kirchen-Elunn bestaͤndig Veranlassung geben, machen 'es auf alle Weise wum werth. eine Abgabe abzuschaffen, die zugleich eine Beschpah fuͤr die Dissenters und ein Nachtheil' fuͤr die Kirche Hinsichtlich der Englischen Kirche hat Sir Robert Peel keinen n stand genommen, offen zu erklaren, daß er die anerkannten M brauche derselben abzustellen beabsichtige. Die von mir im Ithr 832, vor Ihnen ausgesprochene Meinung, daß die Einkuͤnfte jn Englischen Kirche nicht zu groß seyen, daß sie aber gleichmäͤßszt vertheilt werden müßten, scheint nicht langer bestritten zu' wetki Dieses Prinzip muß mit Vorsicht angewendet werden, aber es il nicht durch den geheimen Wunsch geschwächt werden, den Keim Mißbrduche aufrecht zu erhalten, welche wir zerstbren zu wollen! haupten. In Betreff der Irlaͤndischen Kirche verhalt es sich gi anders. Ich verweigerte meinen Beistand zur Errichtung perpetuihs KLirchspiels Sinekuren, wo Woche für Woche und Jaht st Jabr der Geistliche und sein Schreiber die ganze Gemeinde bilzg Abgeschen, von der allgemeinen Ungerechtigkeit Und offenbaren gi surditat dieses Systems, ist es leicht darzuthun, daß bie Belbell, zung dieser kirchlichen Sinekuren das Frlaͤndische Volk aufreizt, n Ansehen der Britischen Krone im Auslande verringert und det nn testantischen Religion, die es besßrdern soll, zum Rachtheil gerelht Lassen Sie uns zu diesen Uebeln noch hinzufügen, daß das“ geg waͤrtige System nur durch eine große Militair⸗ Macht aufrecht balten werden kann, die, im Falle eines auswäͤrtsgen Krieges, mol wendig sehr vermehrt werden mußte. Eine so schlechte Politit, 6 druͤckend fuͤr England der Gesellschaft stoͤrt und der
.
ö
6 3
r
4. ltd, Religion, welcher ste zu dienen vo giebt, nachtheilig ist, kann durch keine — empfohl und durch kein Talent lange aufrecht erhalten werden. An . Stelle dieses Systems schlug ich vor, die überschüͤsstgen Einküns der herrschenden Kirche, nachdem für die Bedtrsnfffe der I, glieder der Kirche gesorgt worden, zu dem Ünterricht aller Kli des Volks, ohne unterschied der Religion, zu verwenden. Ich häth den Zweck, die armen und industrißsen Klaffen zu belehren, daß * bei den Einnahmen der Kirche ein Interesse hatten; ihnen vermit—
menschen und Sinn fuͤr ihre Pflichten gegen den Staat inf ßen, und endlich ihren Geist für große Wahrheiten empfaͤngli und ihre Herzen der Regierung, der sie unterthan sind, geneigt ö machen. Dann könnte die protestantische Kirche in der That he fen, ihren Einfluß zu erweitern, denn man wuͤrde sie nach
an die Stelle von Sir Henry Parnell; fuͤr Cashel, an die Stelle
vorlaͤufig dreien Kommissarien uͤbergeben werden.
Verdiensten und nicht nach ihren Forderungen beurtheilen“
Hheschaft
daß in dem neuen *
kr cines General-Lieutenants der herigen Kriegs-Gerichts-Rath Petsch zum General- Auditeur er—
ibertragen.
er Epoche wuͤrdiges Gebaͤude soll errichtet werden. ; Vernehmen nach wird der Hauptbau mit den zu ihm gehoͤrigen
j Oyrf 5 ö 1 6 ; d ö , amt, OHesterreichischen Besatzung, unter Theilnahme des Koͤnigl. Preu— un, Fishen Offizier Corps, der' beiderseitigen Militair⸗Beamten, aller
ivil- und geistlichen Autoritaͤten und vieler Personen aus der
ligen Kaisers Franz nur durch einen feierlichen Gottesdienst und
gen in der Bill konnen diesen Mangel vielleicht heben, abet R Ledeum in der Pererg-⸗Kirche.
haltenen Konsistorium den Dr. Peter Leopold Kaiser, Großher—
dung des Fuͤrsten von Schoͤnburg nach Paris, von seinem Sou— drain den Auftrag erhalten hatte, die Beileidsbezeigungen uͤber das
wn Seiten Sr. Majestät des Koͤnigs von Wuͤrttemberg der Ge— nral-⸗Major Fuͤrst von Hohenlohe⸗Kirchberg, außerordentlicher Gesandter und bevollmaͤchtigter Minister am Kaiserl. Russischen
zwön Braunschweig der Geheime Rath und Staals,Mlnister Graf und blutgierig in Irland sst, die den Fried v
telst religibsen und meralischen Unterrichts Liebe zu ihren eh. d
gewarnt und es gelang ihnen, sich zu retten.
n ziemlich starke Risse
Die aus Madrid hier eingegangene Nachricht von der An⸗ hme des ministeriellen Gesetz-Entwurfs in Betreff der inneren „huld von Seiten der Prokuradoren⸗ Kammer hat an der hie⸗ n Boͤrse guͤnstig auf die Spanischen Fonds gewirkt. 3 Fonds haben sich an der higligen Boͤrse nach der Be—
werdung der Liste des neuen Ministeriums fest erhalten, Ii wurden wenig Geschaͤfte gemacht. Die Speculationen in Iimerikanischen Papieren waͤhren fort und bilden das Haupt⸗ „öäft am Geldmarkte, doch zeigt sich jetzt schon etwas weniger
s . J Nachrichten aus Montreal bis zum 17. Maͤrz zufolge, me eher im Parlament von nr ale in „höchsten Verwirrung. Das Versammlungs⸗Haus hatte vom Ftatthalter 18, 990 Pfund zur Zahlung der RNuͤckstände und igen Beduͤrfnisse des Hauses selbst verlangt; Lord Aylmer aber gerte mit der Erklaͤrung, ob er sie zahlen wolle, so daß das haus sich im bankerotten Zustande befand und mit 63 egen Stimmen beschloß, bei seinem Verlangen, den Statthalter enich anzuklagen, zu verharren. Die Ernennung des Herrn Foebuck zum , n, in England war vom gesetzgeben— . e verworfen worden.
ö ö. 5 wird aus Cartagena (Neu⸗ Granada) mm 234. Februar berichtet, daß General Flores im Staate sasuator die Liberalen vollig geschlagen habe. Es hatte nun sen Anschein, als wolle sich Neu⸗-Granada in den Streit mischen, mes sollen schon Truppen von Bogota nach Popayan mar⸗
ren.
Die
auflust.
arten
BD elg te n.
Bruͤssel, 20. April. Der Gesundheitszustand Ihrer Maj. mr Königin und des neugebornen Prinzen ist von der Art, daß ine neuen Bulletins ausgegeben werden sollen. ;
Der Moniteur publizirt auf einem Supplement von 26 Letten das Verzeichniß der neuen Ritter des eisernen Kreuzes 18 der Motive saͤmmtlicher Verleihungen.
De utschla⸗nd.
Dresden, 22. April. Ihre Königliche Hoheit die Kron— sinzessin von Preußen sind gestern Abends hier angekommen dim Königlichen Schlosse abgestiegen.
In Folge der beschlossenen veraͤnderten Organisation der ober⸗ sen Militair-Gerichts-Behoͤrde, haben Se. Koͤnigl, Majestaͤt und 6 Prinzen, Mitregenten Koͤnigl, Hoheit dem bisherigen Praͤsi⸗ ten des General⸗Kriegs⸗-Gerichts-⸗Kollegiums, General-Major m Wolan, bei dessen Versetzung in Ruhestand, als Anerken— ung seiner 36jährigen Dienstleistung in der Armee, den Charak—
Infanterie beigelegt; den bis⸗
—
nt, und demselben das Direktorium des Ober-Kriegs-Gerichts
Munchen, 17. April. (Allg. Ztg.) Se. Majestaͤt haben heschlossen, daß in der Ludwigs ⸗ Straße jenseits der Ludwigs⸗ Kirche, der Universität ein neues, ihren Beduͤrfnissen vollkommen henuͤgendes, und zugleich als ein Monument der Architektur die⸗
Sicherem
hebaͤuden fuͤr das Georgianum und andere Zwecke einen eige— n Platz bilden, dessen Mitte ein Obelisk zieren, und welcher urch eine Allee mit den schoͤnen und dort nahen Anlagen des inglischen Gartens in Verbindung stehen wird. Die Ludwigs— sraße bekommt dadurch einen sehr bedeutsamen Schluß, und da uch der großen Bibliothek gegenuͤber ein oͤffentliches Gebaͤude, in Erziehungs⸗Institut fuͤr Fräulein, kommen wird, auch die uͤbri⸗ hen Bauplaͤtze jener Gegenden schon großentheils in Beschlag ge— onmen sind, und bei der Verlegung der Universität dahin bald lle sich fuͤllen werden, so darf man der Vollendung jener glaͤn— zendsten Straße von Muͤnchen in wenigen Jahren entgegen sehen. herr Professor Gärtner, der Erbauer der Ludwigs-Kirche und der Bibliothek, ist mit der Ausfuͤhrung dieser saͤmmtlichen Ge— bäude beauftragt. .
Mainz, 20. April. Heute wurde von Seiten der K. K.
Dürgerklasse, der Geburtstag Sr. Majestaͤt des Kaisers Ferdi⸗ umd von Hesterreich zum erstenmale gefeiert, aber in Ruͤcksicht Af die noch andauernde Trauer uͤber das Hinscheiden des hoͤchst—
Der Papst Gregor XI. hat in dem am 6ten d. M. abge—
zogl. Ober⸗Schulrath, Dekan und Stadt⸗-Pfarrer in Darmstadt, als Bischof von Mainz praͤkonisirt.
Oesterreich. Wien, 21. April. Die hiesigen Zeitungen melden: Der Vicomte de Rohan-Chabot, Ehren⸗Adjutant Sr. Majestaͤt des Königs der Franzosen, welcher, in Erwiederung der Sen—
lbleben Sr. Maj. des Kaisers Franz J., so wie die Gluͤckwuͤn⸗ he zur Thronbesteigung St. jetztregierenden Majestaͤt des Kai— at und Koͤnigs Ferdinand J. nach Wien zu uͤberbringen, ist vor einigen Tagen hier eingetroffen. — Mit gleichen Auftraͤgen sind
Hofe, von Seiten Sr. Koͤnigl. Hoheit des Großherzogs von Necklenburg-Strelitz der Wirkl. Geh. Kammerrath Freiherr von amptz, von Seiten Sr. Koͤnigl. Hoheit des Großher ogs von icklenburg-⸗Schwerin der General⸗Major und General⸗-A1djutant zn Boddien, von Seiten Sr. Durchlaucht des Herzogs Wilhelm
van Veltheim und von Seiten Sr. Durchlaucht des Landgrafen on Hessen-⸗Homburg der Kammerherr und Ober-Stallmeister dreihẽrr von Dußeck hier angelangt.“
Schweiz.
Neuchatel, 18. April. Herr Alphons von Sandoz ist zum Köoͤnigl. Salz⸗-Administrator ernannt worden. Am 16ten Abends um 9! Uhr stuͤrzte der Felsen an der Straße von Neuchatel nach Serritres, in der Naͤhe von Evole, Reiner Lange von hundert Fuß auf die Straße herab und be— eckte sie mit seinen Truͤmmern. Zwei dort befindliche Personen wurden noch bei Zeiten durch das Herabfallen einiger Steine ᷣ Der Fall des Fel⸗ ns hat den der oberen Straße hach sich ziehen müßsen, die hat.“ Die innere Beschaffenheit des Feisens,
475
ben allmaͤlig abzutragen, um einem ahnlichen Ereigniß vorzubeu— gen. Die untere Straße duͤrfte einige Zeit gesperrt bleiben. Jia ien
Modena, 7. April. Die heutigen Blätter enthalten Ur— theilsspruͤche eines Kriegsgerichts gegen Dr. Vincent Poli, gewe⸗ senen Polizei⸗Direktor, Dominico Ferrari, einen Arzt, 76 Jahre alt, und Francisco Malvoli, fruͤher Unter-Lieutenant bei den Jaͤ⸗ gern, welche des Hochverraths schuldig erfunden worden waren, als Mitschuldige bei der Verschwoͤrung des bereits verurtheilten Advokaten Mattioli Bertachini gegen die Regierung des Herzogs und als verdächtig, Mitglieder der Giovine Italia gewösen zu seyn. Dr. Poli wurde zu 15jähriger Galeerenstrafe, Ferrari und Malvoli wurden zum Tode veturtheilt. Der Herzog bestaͤtigte die gegen Poli ausgesprochene Strafe und verwandelte die Strafe Ferrari's in sechsjaͤhrige Einsperrung, die Malvoli's in zwoͤlfjaͤhrige Galeerenstrafe.
Rom, 11. April. Heute starb hier der Kardinal Francesco Canale im 7lIsten Jahre seines Alters. Er war erst im Juni vori— gen Jahres vom Papste zu dieser Wuͤrde, mit dem Titel von S. Clemente, erhoben worden.
Mit der Banca romana, welche nach dem Muster der Bank in Paris errichtet wurde, scheint es keinen erfreulichen Fortgang zu haben. Die ersten Vorsteher dieser Anstalt wollten diesem Etablissement eine so großartige Einrichtung geben, daß man vor— aussetzen mußte, sie hatten Millionen zu ihrer Verfuͤgung. Sie scheinen sich aber verrechnet und ihre wirklichen Mittel bedeu— tend uͤberschritten zu haben. Es giebt Leute, welche versichern, daß durch die bisher gemachten Operationen mehr als ein Vier— theil des anfaͤnglichen Kapitals verloren gegangen sey. Durch mehrere sonderbar berechnete Operationen soll schon der Fall ein— getreten seyn, daß gar kein Geld in der Kasse war. Da man aber den Geldmangel nicht eingestehen wollte, so wurden alle an— gebotenen Geschaͤfte als nicht solid zuruͤckgewiesen und dadurch dem allgemeinen Kredit unendlich geschadet. Auch der angekuͤndigte herabgesetzte Zinsfuß ist dem Handel eher nachtheilig als vortheil— haft geworden. Die Regierung, die gewiß Alles thut, um die Anstalt zu unterstuͤtzen, weil sie, gut eingerichtet, fuͤr das Allge— meine von großem Nutzen seyn wuͤrde, nimmt die Noten der Bank bei den oͤffentlichen Kassen an Zahlungsstatt an, aber das Publi— kum scheint kein rechtes Vertrauen in dieselben zu setzen, und so kommt es, daß man deren selten sieht. Sonderbar ist aber noch, daß diese Bank unserer Regierung Vorschlaͤge machte, fuͤr sie eine Anleihe unterhandeln zu wollen, ob man gleich bisher an keine solche gedacht hatte, vielmehr unser thaͤtiger Tesoriere Mon signor Tosti Alles anwendet, um die fruͤher kontrahirten Schul— den nach und nach zu tilgen. Ein solches Anerbieten konnte nicht angenommen werden, und man versichert jetzt, die Bank sey ih— rer Aufloͤsung nahe.
.
Der Morning-Herald theilt eine Korrespondenz aus Lissabon vom 3. April mit, welcher zufolge dort am Tage vor— her Unruhen stattgefunden hatten. Das Volk war durch Pla— kate gegen den ohnedies sehr unpopulairen Herzog von Palmella aufgewiegelt worden. In den Plakaten gab man ihm Schuld, den Tod des Herzogs von Leuchtenberg veranlaßt zu haben, er— stens um dadurch der Verantwortung uͤber eine von ihm ver— wendete Summe von 2 Millionen zu entgehen; zweitens um sei⸗ nen Sohn mit der Königin zu vermahlen, und drittens, um, ei— ner Uebereinkunft mit dem Herzog von Wellington gemäß, die Verfassung umzustuͤrzen. Dichte Volkshaufen sammelten sich vor dem Palast des Herzogs von Palmella, dem nur die Entschlossen⸗ heit des Herzogs von Terceira, des Grafen Villa Real und des Visconde de Sarre das Leben rettete. Der Erstere, namlich der Herzog von Terceira, stellte sich den eindringenden Tumultuanten entgegen, redete sie an, entbloͤßte zuletzt seine Brust und rief: „Hier bin ich, toͤdtet mich; ich habe es verdient, weil ich ein solches Volk, wie ihr seyd, frei machte.“ Der Haufen zog sich endlich zuruͤck; spaͤter kamen einige Abtheilungen Linien⸗Truppen hinzu und stellten die Ruhe wieder her. Auch an anderen Stel— len der Stadt wurden hohere Beamten, die man fuͤr Freunde Palmella's hielt, angehalten und insultirt. Uebrigens war die ganze Bewegung nur gegen den Premier-Minister, nicht gegen die Koͤnigin gerichtet. Am Iten berathschlagten die Kammern in geheimer Sitzung uͤber die Thronfolge fuͤr den Fall des unbeerb— ten Absterbens der Koͤnigin und uͤber die Wieder-Vermaͤhlung
Nach einer neuerdings von der Allgemeinen Zeitung mitgetheilten Uebersicht der in,, Griechenlands hat dieselbe im Jahre 1833 einen bedeutend größern Ertrag als im 3 1833 geliefert, Während sie naͤmlich im letztgenannten Jahre nur 702,553 Drachmen 360 Leptar betrug, hät sie sich im Jahre 1831 auf 9,465,410 Drachmen 17 Leptar belaufen. 2
Ueber die Ursache und den Zusammenhang der letzten auf dem Vorgebirge der guten Hoffnung ausgebrochenen Strei⸗= tigkeiten zwischen den Weißen und den Eingebornen (deren theil⸗ weise Beilegung jedoch bereits gemeldet worden ist) giebt ein Be⸗ richt aus London folgende naͤhere Auskunft: „Die unmittel⸗— bare Veranlassung zu dem Kriege war noch nicht bekannt, und man kann kaum hoffen, sie im Augenblicke der Feindseligkeiten zu erfahren, allein das bisherige Betragen der Bauern auf der Graͤnze und der von ihnen in ihr Interesse gebrachten Admini— stration gegen Makomo (der sich an der Spitze von 20,000 Kaffern befindet) und seine Familie erklart leicht die wahren Ur— sachen seines Angriffes. Er ist der aͤlteste Sohn von Gaika, ei⸗ nem von den Englaͤndern anerkannten maͤchtigen Kaffernfuͤrsten auf der noͤrdlichen Graͤnze der Kolonie, und ein Mann von er— probtem Charakter, von Talent und Maͤßigung. Er hatte sich geweigert, den Holländischen Bauern in der großen Empdrung gegen die Englische Regierung betzustehen, und war seit dieser Zeit der Gegenstand ihres besonderen Hasses geworden. Unter der schwachen und willkuͤrlichen Administration von Lord Somerset hatten die Bauern den groͤßten Einfluß auf den Gouverneur und dessen 5 , den Gränz / Kom— mandanten, zu erhalten gewußt, da Lord Somerset sich bei der
Hollaͤndischen Partei popülair zu machen suchte, und so sich zum . ihrer Habsucht und ihres Hasses gegen die Kaffern
6 Vor sechs Jahren wurde daher Makomo befohlen, den Distrikt des Cat-River zu raͤumen, wo er und sein Volk Heer—
den und Ackerbau hatten, und wo er eine Englische Missions—
Anstalt gegruͤndet und beschuͤtzt hatte. Dieser Distrikt wurde
der zu gruͤndenden Hottentotten-Kolonie eingeraͤumt und so weit
wenigstens ein guter Gebrauch von dem ungerechten Besitze ge—
macht. Ein Theil der Nation von Makomo starb elend im Ge—
birge aus Hunger und Kaͤlte; allein man nahm keine Ruͤcksicht
auf seine Klagen, die von den Englischen Missionairen dem Gou⸗
verneur vorgelegt wurden. Der Distrikt am Flusse Chumi wurde damals Makamo und seinem Volke gesichert, und sie ertrugen das Unrecht und die bestaͤndigen Eingriffe der Bauern mit der groͤßten Geduld, wuͤnschten Missionen zu erhalten und in gutem Vernehmen mit der Kolonie zu stehen. Allein im Jahre 1833 erließ der interimistische Gouverneur des Caps, Oberst Wad, einen neuen Befehl, nach welchem Makamo den Distrikt am Chumi eben so zu raͤumen habe. Dieser diktirte einen Brief an den Gouverneur, welcher in der Capstadt gedruckt worden ist, worin er sagt: „„Ich bin mit meinem Volke uͤber den Chumo getrieben worden, ohne daß man mir sagt, worin mein Verbrechen besteht. Wann wer— den wir Ruhe finden? So lange mein Vater lebte, war er Herr des ganzen Landes zwischen dem Fischflusse und dem Keiskamma; aber seitdem er sich geweigert hatte, den aufruͤhrerischen Bauern gegen die Englaͤnder zu helfen, haben diese ihm mehr als die Halfte seines Landes genommen, und doch war er ihr bester Freund. Mein armes Volk fuͤhlt bitter den Verlust seiner Wei— den und seines Kornlandes; das Getreide steht jetzt hoch und wir muͤssen es verlassen. Wenn meine Nation Vieh von den Kolonisten stahl, so habe ich es immer erstattet, und sogar oft, wenn es von andern Staͤmmen gestohlen worden war, und den noch laͤßt man mir und meinem Bruder Tiali kein Land, unser Vieh zu naͤhren. Ich weiß nicht, warum so viele Kommando's in mein Gebiet kommen und unser Vieh wegtreiben und unsere Leute erschießen ohne allen Vorwand. Ich habe den Englaͤndern kein Uebel gethan, und doch bleibt ihr Fuß auf meinem Nacken.““ — Der menschenfreundliche Hauptmann Stockenstrom, der Gruͤnder der Hottentotten-Kolonie am Cat-River, gab in Folge dieser Un— gerechtigkeiten seine Entlassung, aber Makomo erhielt kein Recht. Von dieser Zeit an ging in der Kolonie das Geruͤcht, daß er eine Verbindung aller Kaffernstaͤmme unterhandle, um die Kolonie uͤber den Fischfluß zuruͤckzutreiben. Sey es, daß dies die Erfindung seiner Feinde war, sey es, daß er sein unlaͤugbares Recht der Selbstvertheidigung auszuu— ben gedachte; aber so viel ist gewiß, daß ihn nichts als die un— krtraͤglichste Tyrannei zu einem Kriege gegen die Kolonie brin— gen konnte, nachdem er die furchtbaren her aͤhnlicher Unter⸗ nehmungen mit angesehen hatte. Dennoch hat man ihn dazu
derselben; der Herzog von Leuchtenberg soll sie auf seinem Sterbe— bette gebeten haben, sich mit seinem jungeren Bruder, dem Prin— zen Max, zu vermahlen. Das Resultat der Debatten war am Iten Abends noch nicht bekannt; Stadt und Umgegend waren ruhig. Fruͤheren Angaben von der Schwangerschaft der Koͤnigin wird jetzt aufs bestimmteste widersprochen.
G wt e chen! an d.
Nachstehendes sind einige Auszuͤge aus Griechischen Blättern vom Monat Marz: „Die Angelegenheiten der Grie— chischen Gesandtschaft in Konstantinopel gehen nicht vorwaͤrts. Herr Zographos thut sein Mögliches; aber die Pforte, außer— dem, daß sie uͤberall langsam und zoͤgernd verfährt, ist jetzt noch uͤberdies mit Gegenstaͤnden und Interessen beschaͤftigt, die ihr weit wichtiger sind. — Der außerordentliche Regierungs Com— missair fuͤr Messenien schickte durch einen Courier seine Bestal— lungs-Dekrete nach Tripolitza mit weiteren Befehlen voraus, Dieser kam am Abend mit der Nachricht wieder, daß er bei Kakoreuma von Raͤubern angefallen, und wie seiner Habe, so auch seiner Depeschen beraubt worden sey. Sofort wurden von der Behoͤrde die Obliegenheiten der Gendarmen den regulairen Truppen uͤbertragen. — Der beruͤchtigte Raäͤuber⸗ Hauptmann Carlobunisios ist im Peloponnes wieder aufgetreten. Von Ky— parissia verscheucht, drang er nach Phanari und man glaubt, daß er sich von dort nach Lacedaͤmon ziehen werde. — Die neugewor— benen Soldaten haben in Nauplia Bayersche Offiziere zum Ein— exerzieren, die weder die Sprache, noch die Art der Griechen kennen. Griechische Offiziere, die man in Menge hat, wuͤrden diesen Dienst doch wohl besser versehen. — Eine Kommission wird sich nach Sparta begeben, um die Ursachen der Unruhen und die Beschwerden des Volks gegen den Klerus zu untersuchen. — Das Gesetzbuch des Armenopulos bleibt fuͤr das buͤrgerliche Recht im— Gebrauch. — Wir hoͤren zugleich, daß mehrere Gerichts-Praͤsi⸗ denten der Regierung vorgestellt haben, daß nach der angenom— menen Prozeß⸗Ordnung die Gerichte nicht in Thaͤtigkeit kommen koͤnnten. 37 eben diesem Grunde haben viele Friedensrichter ihren Abschied genommen. — Aus Albanien hoͤren wir, daß Berat in die Haͤnde der Insurgenten gefallen ist. Noch sind die Wohnun— gen in Athen so theuer, daß eine Kammer von sechs Quadrat⸗ Ellen monatlich 10 Drachmen kostet. Gleichwohl wird nicht so
getrieben, und seine eigene Vernichtung und ein unberechenbarer Schaden fuͤr die Kolonie muß die Folge davon seyn. Es ist nicht daran zu denken, daß die Kolonie gedeihen kann, so lange nicht die letzten Reste des Hollaͤndischen Spstems abgeschafft sind und die Kaffern durch gerechte und milde Behandlung zu einem freundschaftlichen Verkehr gebracht werden. Sie sind unter al⸗ len barbarischen Voͤlkern vielleicht das intelligenteste und der Ci— vilisation zugaͤnglichste; ihr allgemeiner Wunsch, Missionen zu erhalten und sich dem Ackerbau zu ergeben, sind Symptome ei— nes Geistes, den man sorgfaͤltig nähren sollte; aber statt dessen handelt man, als ob man keinen anderen Zweck haͤtte, als sie durch Verzweiflung zum Angriffe zu reizen, um sich ihres Lan— des zu bemächtigen. Man kann nicht leugnen, daß seit dem Englischen Besitze der Kolonie viel geschehen und im Allgemei— nen ein milderer Geist in die Verwaltung eingefuͤhrt worden ist; allein noch ist viel zu thun, und es ist zu hoffen, daß dieses neue Ungluͤck wenigstens fuͤr die Zukunft guͤte Folgen haben möchte. Die oͤffentliche Meinung auf dem Kap hat sich, seit die Zahl der Englischen Kolonisten großer geworden ist, sehr gebessert; aber die Regierung sollte ihr vorangehen, ohne sich von der Stim— mung eines großen, aber unaufgeklaͤrten und durch lange Miß— braͤuche verwoͤhnten Theiles der Bevölkerung influenziren zu lassen.“
Mert gh
Mexiko, 12. Februar. (Boͤrsenhalle.) Die oͤffentliche Ruhe ist ungestoͤrt geblieben, und wir haben die beste Hoffnung, daß sie unsauch ferner erhalten bleibt. Santana s Hinneigen zu der Partei der Escoceses und seine Ernennung von Ministern, die jeden, falls nicht zu der Partei der Bewegung gehoͤrten, hatte bei dem Cle⸗ rus die Hoffnung erregt, daß die Regierung in dem gegenwaͤrti—= gen Kongresse die Abschaffung der von der liberalen Partei gege— benen Gesetze verlangen wuͤrde, indessen haben sie sich darin ge⸗ taͤuscht, indem die Regierung fest erklaͤrt hat, daß das Patronat der Mexicanischen Kirche de facto der Nation und nicht dem Pabste zustehe, daß das Gesetz, welches den Zehnten abgeschafft, höͤchst nützlich fuͤr das Land und allgemein vom Volke gebilligt sey, und endlich, daß die kloͤsterlichen Eide ferner nicht bůrger⸗ lich bindend, und es daher Moͤnchen und Nonnen erlaubt seyn solle, ihr Kloster zu verlassen, wann sie wollten. Die Re ierung
viel gebaut, als man bei diesem dringenden Beduͤrfniß erwarten
welche jetzt offen da liegt, macht es noͤthig, den Ueberrest dessel⸗
sollte.“
hat diese Erklaͤrungen auf so festen Grundsatzen gebaut, daß sie nicht