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statt des Herrn von Humieres zum Erzbischof von Avignon; der Abbé von Hercé, Pfarrer zu Laval, statt des Herrn von La Motte-Vauvert zum Bischof von Vannes, und der Abbé von Jerphanion, Groß,Vikar von Bourges, an die Stelle des Herrn Dupönt zum Bischof von St. Diez. Endlich der Abbé Thi— bault, Kanonikus an der Kirche zu Ü. L. F. zu Paris, an die Stelle des Herrn Fournier zum Bischof von Montpellier. ĩ Man will toissen, daß die General-Conseils, die gewoͤhnlich schon in den Monaten Juni oder Juli zusammenkommen, sich diesmal wegen des großen Prozesses erst im August oder Sep— tember versammeln wurden. Eine große Menge von Pairs sind naͤmlich Mitglieder jener Conseils, und diese koͤnnten sich nicht an den Ort ihrer Bestimmung begeben, wenn der Prozeß, in dem sie das Richteramt ausuͤben, noch nicht beendigt waͤre. . Heute beginnt der Dr. Leo Simon aufs neue seine seit ei— niger Zeit unterbrochen gewesenen offentlichen Vorlesungen uͤber
homoͤopathische Heilkunde.
Großbritanien und Irland.
London, 8. Mai. Vorgestern war Lever im St. James Palast, bei welcher Gelgenheit der Konig die Adresse der Uni— versität Cambridge entgegennahm und darauf Folgendes erwie— derte: „Mit Genugthuung empfange Ich den Ausdruck Ihrer heißen und unveraͤnderlichen Anhaͤnglichkeit an Meine Person und Regierung und baue mit Vertrauen darauf. In Bezug auf die große Frage, deren Sie erwähnen, werde Ich aufs an— gelegentlichste das Gutachten Meiner verantwortlichen Minister und des großen im Parlamente versammesten Raths der Na— tion entgegennehmen. Ich kann nicht zweifeln, daß die von ihnen empfohlenen Maßregeln darauf berechnet seyn werden, die unversehrte Erhaltung der Kirche zu sichern und jede ihr drohende Gefahr abzuwenden.“ . hatte der Mexikanische Gesandte, Herr Garro, seine Abschieds-Audienz bei Sr. Maj., und der Griechische Gesandte, Herr Trikupis, über— reichte dem Koͤnige ein Schreiben seines Sonverains. Der Her— zog von Buccleuch, der Bischof von Winchester, der Bischof von Ephin, Sir James Graham, der Erzbischof von York, der Erz— bischof ven Armagh, der Graf von Falmonth und mehrere an— der: Personen hatten dann die Ehre, Sr. Maj. zahlreiche Adres— sen zu uͤberreichen, in denen die Entlassung der vorigen Minister bedauert und um Schutz fuͤr die herrschende Kirche gebeten wird. Eine zu Gunsten des jetzigen Ministeriums an den Koͤnig ge— richtete Adresse der Einwohner von Elgin wurde vom Oberst Leith Hay uͤberreicht.
Voörgestern zeigte Graf Shaftesbury in einer kurzen Sitzung des Oberhauses an, daß Se. Majestaͤt fuͤr die Zeit, so lange das große Siegel in den Haͤnden einer Kommission bliebe, den Oberrichter Lord Denman zum Praͤsidenten, und ihn, den Gra⸗ fen von Shaftesbury, zum Vice-Praͤsidenten des Oberhauses ernannt habe.
Lord John Russell arbeitete heute fruͤh im Departement des Innern, nachdem er daselbst, nach seiner Ruͤckkehr von Devon— shire, die Besuche der Kabinets-Minister empfangen hatte. Mor— gen fruͤh um 11 Uhr soll im auswärtigen Amte ein Kabinets— Rath gehalten werden.
Heute fruͤh gab der Kanzler der Schatzkammer einer Depu— tation, die aus Mitgliedern der Londoner Gesellschaften zur Ver— breitung nuͤtzlicher Kenntnisse bestand, worunter die Herren Birk— beck, Grote, Bowring, Hume und Roebuck, eine zweistuͤndige Audienz. Es handelte sich um die Aufhebung des Zeitungs— Stempels.
Der heutige Courier meldet: „Der sehr ehrenwerthe Herr F. J. Littleton ist zum Pair erhoben worden, und zwar als Ba—⸗ ron Hatherton von Hatherton in der Grafschaft Stafford. Der sehr ehrenwerthe General-⸗Lieutenant, Sir John Byng, hat eben— falls die Pair-⸗Wuͤrde erhalten. Er ist Baron Stafford von Harmondsworth in der Grafschaft Middlesex geworden. Dieser Pair⸗-Titel war fruͤher schon in der Familie der Byngs und wurde waͤhrend des kurzen Ministeriums im Jahre 18066 von Herrn Fox dem damaligen Parlaments-Mitgliede fuͤr Middlesex, Herrn Byng, älteren Bruder des Sir John Byng, angeboten. Die offizielle Anzeige von diesen Pair-Creirungen wird heute Abend in der Hof-Zeitung erscheinen. Der ehrenwerthe Oberst George Anson tritt fuͤr Suͤd-⸗Staffordshire, wo durch die Erhe— bung des Herrn Littleton zum Pair ein Parlamentssitz erledigt ist, als Kandidat auf und hat alle Aussicht auf Erfolg.“
Die Wahl in Suͤd⸗-Devonfhire ist am 4ten beendigt worden und zum Nachtheil des Lord John Russell ausgefallen. Bei der definitiven Abstimmung ergaben sich fuͤr ihn nur 3128 Stim— men, waͤhrend sein Gegner, Herr Parker, deren 3755 und also eine Masoritaͤt von 627 Stimmen fuͤr sich hatte. Letzterer ist demgemaͤß am 7ten von dem Ober⸗-Sheriff der Grafschaft zu de— ren Repräͤsentanten im Parlamente erklaͤrt worden. Die mini— steriellen Blaͤtter suchen ihren Schmerz uͤber diese Niederlage des Vorkaͤmpfers der letzten Opposition durch die Behauptung zu ver— bergen, daß man daraus nicht im entferntesten auf eine Abnahme der Anhaͤnglichkeit an die Grundsaͤtze der Reform im Allgemei— nen zu schließen habe, ja, sie wollen sogar versichern, daß die Majoritaͤt der Konstituenten des Lord Russell keinesweges sein Benehmen waͤhrend der letzten Parlaments-Session mißbillige, und schreibt den Sieg des Herrn Parker nur den groͤßten An— strengungen der Tories zu, die, wie jene Blaͤtter sagen, jedes Mittel angewandt hatten, um ihrem Kandidaten den Sieg zu verschaffen, was ihnen hauptsaͤchlich durch den Beistand der Geist— lichkeit gelungen sey, die es als die Absicht Lord Russell's erklaͤrt habe, den Katholizismus zur herrschenden Religion zu machen. Lord Russell selbst spricht sich in dieser Beziehung in einer nach Beendigung der Wahl an seine fruͤheren Kommiüttenten ge— richteten Adresse folgendermaßen aus:
„Es ist mein Trost“, heißt es in derselben, „daß mir die neber— zeugung bleibt, auf keine Welse von den Grundfaͤtzen abgewichen zu seyn, welche mir , den Anspruch auf Ihre untetstuͤtzung erparben. Beruhigend ist es zugleich fär mich, daß ich es mit den waͤrmsten Gefühlen der Dankbarkeit anerkennen kann, wie kraftige Beweise von Eifer und Achtung ich von den Freunden erlangt babe, deren unhestrittenen Werth und richtiges urteil ich auf das höchste schätze. Den Wirkungen der Einschüchterung und des ungebührenzen Einflusses, der temporgiren Bestürzung schwacher Geister, wel che durch die Erneuerung des Geschreies „tein Papsihum“ verursacht wurde, den ortheilen, welche man sich durch Unwahrhelt und Verleumdung bei ununterrichteten fun erwer= ben wußte, und endlich dem großen Eifer, mit dem meine Gegner die Einregistrirung ihrer Freunde und Untergebenen betrie— ben hatzen, diesem Allen muß mene Niederlage zugeschrichen wer— den. Wenn ich jedoch den auf diese Weise bei einer , . Wahl erlangten Vortheil mit dem langen, kräftigen und populalren, den⸗ noch aber erfolglosen Widerstande vergleiche, welcher den Forderun= gen der Katholiken entgegen gestellt wurde, so kann ich nicht umhin, überzeugt zu werden, daß die Liberalität, die Toleranz und die Wahrheit Wurzel gefaßt haben, und daß unconsitutionnelle Dro— hängen, eng wur telte Porurtheile und fieinliche Verleumdung, welche so erfolgreich gegen mich gewesen sind, vor dem Foꝛtschrel⸗
d4 1 fen politischer Freiheit und der Verbreitung religiöser Toleranz zu— ruckschrecken werden.“ . .
Von mehreren Seiten wird bei dieser Gelegenheit wieder die Nothwendigkeit n, . Abstimmung in Anregung gebracht, so sehr sich auch eine bedeutende Anzahl von Reformern fortwäh⸗ rend dagegen ausspricht, weil sie davon die Untergrabung der Moralitaͤt unter dem Volke im Allgemeinen befuͤrchten. Lord Russell selbst scheint sich noch nicht dafuͤr entschieden zu haben, wie aus einer Antwort hervorgeht, welche er bei seiner Ruͤckkehr von dem Wahlort, einem Herrn in Salisbury ertheilte, welcher sich nebst Anderen, ihn zu bewillkommnen, eingestellt hatte. „My⸗ lord“, sagte dieser, Ihre Niederlage hat mich von der Noth— wendigkeit der geheimen Abstimmung uͤberzeugt“, worauf Lord Russell erwiederte, daß er dessen nicht so gewiß sey. Nach einer Behauptung der Times soll Lord Russell die Absicht haben, sich fuͤr Sir John Byng, der, wie es heißt, zum Pair erhoben ist, als Kandidat in der Grafschaft Middlesex in Vorschlag brin— gen zu lassen, wo dann Sir Robert Peel, der, wie man sagt, die Chiltren Hundreds annehmen wird und sich deshalb einer neuen Wahl unterziehen muͤßte, als sein Gegner auftreten will.
In Plymouth ist es bei der Wahl fuͤr Suͤd-⸗Devonshire zu einigen Unruhen gekommen; es mußte eine großere Anzahl von Konstablers vereidigt werden, aber auch dies war nicht hinrei— chend, so daß zuletzt das Militair zu Huͤlf eilen mußte, wodurch die Ruhe hergestellt wurde. Auch in Dublin hat ein gegen Re— dacteure konservativer Zeitungen gerichteter Auflauf stattgefunden. Mehrere Polizeidiener, die der Poͤbel am Einschlagen der Fen⸗ ster in den Bureaus dieser Zeitungen hindern wollten, wurden uͤberwältigt und schwer verletzt.
Die bedeutendsten der noch nicht erwaͤhlten ministeriellen Kandidaten sind der Lord-Advekat von Schottland, Herr Mur— ray, und Lord Morpeth. Der Erstere ist in Leith in Vorschlag gebracht, und hat am ersten Tage der Wahl 718 Stimmen füuͤr sich gehabt, wahrend sein Gegner, der Vice-Admiral Sir David Milne, nur 23 Stimmen zahlte. Da nun die Gesammtzahl der Stimmenden 1549 ist, so muͤßte der Letztere, um noch den Sieg zu gewinnen, zwei Drittheile der übrigen Stimmen fuͤr sich zu erlangen wissen. Man haͤlt daher die Erwählung des Lord-Advokaten fuͤr sicher. Lord Morpeth ist vorgestern in dem westlichen Theile von HYorkshire durch Lord Milton in Vorschla gebracht und als Kandidat angenommen worden. Es hat sich darauf ein Comits gebildet, um ihn durch Subscription fur die noͤthigen Ausgaben bei der Wahl zu entschaͤdigen. Sein Gegner ist Herr Wortley. Von den uͤbrigen ministeriellen Beamten, wesche sich einer Wiedererwaͤhlung unterziehen mußten, ist der Aberst Leith Hay zu Elgin, der General-Fis al fuͤr Irland, Herr O Loghlin, in Dungarvon, und endlich der General-Advokat R. C. Fergusson in Kirckeudbright erwählt worden.
Der Courier spottet über die Bemerkung der „Morning Post“, daß wahrscheinlich Herr Fox Maule und Lord Fordwich die Debatten im Unterhause leiten wuͤrden. „Der Letztere“, sagt der Courier, „ist gar nicht Parlaments-Mitglied, auch ist uͤber— haupt das Geruͤcht nicht gegruͤndet, daß er zum Unter-Secretair im Departement der auswaͤrtigen e g , ernannt worden sey. Ueberdies sind ja Herr Spring Rice, Sir John Hobhouse und andere Minister da, die das Wort im Unterhause fuͤhren koͤnnen.“
Es soll nicht nur gegen Herrn Morgan QTConnell (vergl. den Artikel London im gestrigen Blatte der St. 3.), sondern auch gegen Herrn d Israeli in Folge der zwischen Beiden statt— gefundenen Korrespondenz ein Verhafts⸗Befehl erlassen und Bei—
den fuͤr ihr ruhiges Verhalten Buͤrgschaft abgefordert worden
Im Gemeinde⸗Rath hat wieder eine Debatte uͤber das Be— nehmen des Lord-Mapors stattgefunden, die jedoch zu keinem Resultate fuͤhrte.
Der Globe versichert, daß das Ministerium fuͤr jetzt noch keinen neuen General-Statthalter fuͤr Ostindien an die Stelle des Lord Heytesbury zu ernennen gedenke, sondern daß er erst mit Lord William Bentink daruͤber zu Rathe gehen wolle, der binnen kurzem in England zuruͤck erwartet werde.
Der Contre-Admiral Lewis hat sich in einem Anfall von Wahnsinn erschossen. ;
Herr Joseph Planta, der unter dem vorigen Ministerium Kommissar der Ostindischen Kontrolle war, ist schwer erkrankt.
Der Globe will wissen, daß die Koͤnigin von Portugal auf den ö gemachten Vorschlag, sich mit dem Herzog Maximilian, dem Bruder ihres verstorbenen Gemahls, zu vermaͤhlen, vollkom— men . und daß auch die Schwester des Herzogs, die Her— zogin von Braganza, dieses Buͤndniß billige, daß man aber glaube, die Mutter des Herzogs, die uͤber ihn zu bestimmen habe, da er noch minderjährig sey, duͤrfte sich diesem Plan aus mehreren Gruͤnden widersetzen.
Der Kutter „Osprey“, der am 29sten v. M. Lissabon verließ, ist in Falmouth angekommen und uͤberbringt die Nach— richt von einer theilweisen Veraͤnderung des Portugiesischen Mi— nisteriums. Der Herzog von Palmella und Herr Barreto Fer— raz, Minister der Justiz, scheiden aus und werden durch den Grafen Linhares, einen Schwiegersohn des Ersteren, und Herrn Leitao ersetzt. Die Ursache dieser Veraͤnderung wird nicht ange— geben, jedoch glaubt man, dieselbe werde keine nachtheilige Folgen haben konnen, da die beiden neuen Minister als durchaus tuͤch— tige Maͤnner bekannt sind, und der Herzog von Palmella das Praͤsidium in der Pairs⸗Kammer beibehaͤlt. Die Cortes sind ge— schlossen worden, und Donna Maria hat bei dieser Gelegenheit eine lange Rede vom Thron gehalten. (S. Portugal. 5
In hiesigen Blaͤttern wird gemeldet, es sey am 2ten d. ein nach London bestimmter Courier mit Depeschen von Lord Elliot durch Bayonne gekommen, und den Lord selbst habe man am 4äten dort erwartet; 16 von Zumalacarreguy gefangen genomme— nen Christinos soll durch die Verwendung des Lord Elliot das Leben gerettet worden seyn, und er soll uͤberhaupt gehofft haben, es werde ihm gelingen, zwischen den beiden streitenden Parteien ein Cartel zu Stande zu bringen. Uebrigens schien es sich, nach diesen Nachrichten, zu bestaͤtigen, daß die Arriére⸗Garde des Ge— nerals Valdez in den Amescoas einigen Verlust erlitten, und es hieß sogar, das Gepaͤck des Ober-Befehlshabers und des Gene— rals Cordova sey in die Haäͤnde der Karlisten gefallen.
Kap-Zeitungen vom 22. Februar melden, daß die Kaffern sich jetzt uͤber den Fisch⸗Fluß zuruͤckgezogen und schon in ihrem eignen Gebiete Niederlagen erlitten hatten.
In Macao erscheint jetzt eine Portugiesische Zeitung unter dem Titel „Chronica de Macao.“
Niederlande.
Aus dem Haag, 8. Mai. Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz von Oranien ist heute mit seinen beiden juͤngeren Soͤhnen nach dem Helder abgegangen, um die Fregatte in Augenschein zu neh— men, auf welcher der Prinz Friedrich Heinrich binnen kurzem die Reise nach Westindien unternehmen wird.
seyn.
Der Erbprinz von Oranien hat nach dem Besuche, den Hoͤchstderselbe kuͤrzlich mit der Koͤnigl. Familie in Amsterdam abgestattet, wiederum angefangen, die Vorlesungen auf der Uni—⸗ versitat Leyden zu besuchen. Dem kuͤrzlich im Haag mit großem Beifall aufgetretenen Franzoͤsischen Schauspieler Chollet hat der Erbprinz eine goldene Dose geschenkt.
1 831 n Bruͤssel, 7. Mai. ö r phenson, Erbauer der neuen Eisenbahn, ist zum Ritter des Len, pold⸗Ordens ernannt worden; er ist gestern nach London zuruck, gereist. . Der bekannte Professor Warnköͤnig hat einen Ruf nach Deutschland erhalten. gien fuͤrchtet man, daß er uns verlassen werde.
Der Englische Ingenieur Herr Ste.
Bei seiner schlechten Besoldung in Bel, (
Die gestern in die Grundlage der Meilen-⸗Saͤule der Eisemn bahn niedergelegte Medaille zeigt auf der einen Seite das Por, trait Sr. Majestaͤt des Koͤnigs, von Braemt, und fuͤhrt auf der
Kehrseite folgende Inschrift: „Am 5. Mai 1835, im 4. Jaht: der Regierung Leopolds J., ist durch den Ritter de Theux de Meylandt, Minister des Innern, der Inaugural⸗ Stein zu dem durch das Gesetz vom 1. Mai 1831 dekretirten Eisenbahnen - Srstem gelegt worden. — Simons ung de Ridder, Ingenieurs.“ — Das Protokoll der Inauguration
der Eisenbahn ist durch die Minister des Innern, der Justi .
der Finanzen und des Krieges, durch den Staats-Minister Er,
fen Felix von Merode, die Praͤsidenten des Senats und der Re,
praͤsentanten⸗Kammer und durch die hier akkreditirten Geschaͤft;
traͤger der verschiedenen Maͤchte unterzeichnet worden. — Durch
einen Beschluß des Ministers des Innern sind die Abfahrtsstun den auf der Section der Eisenbahn von Mecheln nach Bruͤsll Von Bruͤssel: um 9 Uhr Mor, gens, um 2 Uhr Nachmittags und um 53 Uhr Abends. — Vo Mecheln: um 10 Uhr Morgens, um A Uhr Nachmittags un Diese Abfahrten werden am 8. Mi
auf folgende Weise festgestellt:
um 63 Uhr Abends. beginnen.
Am 6ten Nachmittags erhielt die Garnison von Loͤwen B. Das Geruͤcht wan ten sich Zusammenrottungen laͤngs der Eisen Dieses Gerücht war zum Gluͤck grundlos, un
fehl, sich bereit ö. Aufbruche zu halten. verbreitet, es sol
bahn bilden. nichts Aehnliches hatte zu Bruͤssel verlautet.
Deutsch lan d. Hannover, 9. Mai.
Die seit langerer Zeit mit dem Her. n, se in und Aera der Restauration dieses Königreiches zu verewigen.“
zogthume Braunschweig gefuͤhrten Verhandlungen uͤber eine Ven einigung desselben und des Koͤnigreichs Hannover zu einem gu. meinschaftlichen Systeme der Zoͤlle und Verbrauchs-Steuern, sind, nachdem die beiderseitigen Staͤnde-Versammlungen ihre Zustim— . mung erklaͤrt haben, nunmehr dahin . daß in der naͤh
sten Woche die desfallsigen Gesetze und erscheinen konnen.
erordnungen werden
viel zum Gluůcke Meiner Unterthanen beizutragen, als es in Melnen Kräften selt. Auf das wohl Seiner treuen Böhmen ist die ian pesbäterlicht Sorge des verewigten Monarchen zu allen Zeiten vor⸗ zuͤglich gerichtet gewesen, und Ich denke und fuͤhle auch in dieser Betiehung ganz wie der höͤchstsclige Katser— liebrigens bleibe Ich Ihnen und den Boͤhmischen Standen mit Huld und Gnade gewogen.“
Die Deputation begab sich hierauf zu Ihrer Majestät der Kaiserin, wo der Oberste Kanzler ebenfalls eine Anrede hielt, mec von Allerhoͤchstderselben auf das Huldreichste beantwortet wurde.
Portugal.
Lissabon, 29. April. Am 22sten v. M. wurde die Ses⸗ sion der Cortes geschlossen. Die Koͤnigin hielt bei dieser Gele ihn , .
„Würdige Pairs des Koͤnigreichs, Meine Herren Deputirte de Portugiesischen Nation!“ n , d e, .
Fliebergus schmerzlich ist es sürr mich, Sie daran zu erinnern, deß ein unglückliches Ereigniß neuerdings abermals ch! Herz und das der Natign mit Tenuer erfüllt hat, indem es uns eines hoch— herigen Fuͤrsien beraubte, der, ein Muster jeder Tugend, gaͤnzlich de hohen Meinung entsprach, welche Mein erhabener Vater, glor⸗ reichen Andenkens, von ihm hegte. Aber ungeachtet Meiner fefen und noch frischen Betruͤbniß bin Ich doch an diefem letzten Tage der Session des gegenwartigen Jahres, nachdem so viele und so ge⸗ wichtige, Begenstaͤne Ihrer Erwägung vorgelegen, Ihnen eine große Anstrengung schuldig, naͤmlich die, in Person zu kommen, um Ihnen Giuͤck zu wuͤnschen wegen der Bewelse, welche Sie von Ihtem Wunsche, den constitutionnellen Thron zu befestigen, darleg⸗ ien, dadurch, daß Sie Maßregeln des heilsamsten und durchgreifend⸗ sien Nutzens angenommen haben. Die Gesetze, welche Sie zu Meiner Koͤniglichen Sanctlon in Vorschlag gebracht ha— ben, und welche die Geundsaͤtze feststellen, die für nzthig erach⸗ tet werden, um die Reform der Justiz-Verfassung im Köͤnig⸗ reiche du schzuführen, so wie fur den neuen Sejimal⸗Münzfuß des Reiches, wie auch für die richtigere und beffer geordneie Erhebung der decima (Einkommen- Steuer) und der damit in Verbindung stehenden Steuern, und endlich andere Gesetze über eine Menge von
Gegenstaͤnden, welche Ihrer Äufmerksamkeit werth waren, sind so vtele Beweise ihrer Einsicht und Vaterlandzsliebe. Doch muß Ich
noch besonders erwähnen nicht nur des Gesetzes uber die Entschaͤ⸗ digungen, bei welchem Sie einsichtsvoll die den Benachtheiligten gebuͤhrende Gerechtigkeit mit dem Frieden und der Ruhe, welche bas gesammte Land erheischt, zu vereinigen wußten, fondern auch der Hauptmaßnahme wegen des Verkaufs des National⸗Eigenthums, welche, große Reichthüumer erschafend, die ersten Quelsen des Ge⸗ deihens erdͤffnend und die Institutionen befestigend, weiche so reich⸗ liche Fruͤchte tragen, schon an und, fuͤr sich genügen wuͤrde, die
„Die Zutrauen aussprechenden Abstimmungen, welche Meiner Regierung zu Theil geworden sind, un sie in den Stand zu setzen, wichtig: Verbesserungen vorzunehmen, sind nicht weniger Meiner pesonderen Dankbarkeit werth. Die Verzbgerungen in der Srgani— sation der Justiz- und Verwaltungs-Behbrden, der Zwiespalt zwi⸗ schn den alten und neuen Gesetzen, so wie der Konflikt zwischen
den alten Behörden und denen kraft der Charte eingesetzten, konnte
Dem Vernehmen nach, soll auch in diesen Tagen ein Ver
ag wegen des Postwesens zwischen unserer und der Braun! Me J trag weg Po stwes zwisch s . nicht erwartet werden, daß Uebel, deren Existenz sich von fo vielen
. Jahren und selbst Jahrhunderten herschrelben, in wenigen Mona— Hamburg, 9. Mai. Auf das von Herrn Eduard Wil
schweigischen Regierung abgeschlossen seyn.
helm Berkemeyer uͤbergebene Patent, nach welchem derselbe zun General-Konsul der Argentinischen Republik hierselbst ernannt worden, hat der Senat denselben in solcher Eigenschaft anerkannt. J
Oesterreich.
Wien, 8. Mai. Am Aten d. M, begab sich eine zahlreiche
Deputation der Staͤnde des Koͤnigreichs Boͤhmen aus dem Ge—
Hofburg, um Sr. Majestaͤt dem Kaiser und Koͤnig die Gefuͤhle des tiefen Schmerzes uͤber den erfolgten Hintritt des hoͤchstseligen Monarchen und zugleich die Gluͤckwuͤnsche zur. Allerhöchsten Thronbesteigung ehrerbietigst auszudruͤcken. Der Oberste Kanz
ler, Graf von Mittrowsky, welcher wegen Dienstes-Verhinderung lu Gunsten der Charte und Meiner Regierung ausspricht, machte
des Oberst⸗Burggrafen, Grafen von Chotek, als oberster Landet Offizier im Koͤnigreiche Boͤhmen, die Deputation anfuͤhrte, hielt nachfolgende Rede:
„Allerdurchlauchtigster Kaiser und Kbnlg! Allergnaͤdigster Herr!
Mit Gefuͤhlen . Stande Bdͤhmens dem Throne Eurer geheiligten Majestaͤt; auch Böhmen empfindet, wie jedes dem Kaiscrlichen Secpter unterwor—
vaters, dessen Weisheit und Milde so viel Segen und Wohlfahrt
.
dem guten Rufe der eonstitutio nuellen Prinzipien und der Wohlsahrt Meines Volks nicht anders als sehr verderhlich seyn. Es konnte
ten abgestellt seyn sollten, aber, den Zustand der Dinge wöürdi⸗ gend, haben Sie in Ihrer Weisheit die Regierung“ mit der Machtvollkommenheit ausgestattet, eine allgemein? fie ch! Auf⸗ nahme des Landes zu veranstalten, Communtcatlonen im Innern zu erdssnen und zu erleichtern, den dᷣffentlichen Unterricht zu Verbessern, eine neue Territorial-⸗Eintheilung des Landes vorzunehmen und end⸗ lich die Verwaltung des Landes in ihren verschiedenen Beziehungen zu ordnen. Ich bin überzeugt, daß ihr Vertrauen nicht übel ange—
vandt ist, und daß binnen kürzem, wenn die aus der Charte herflie⸗
. ö. . . 5. kenden bedeutenden Vortheile verwirklicht sind, das Portu iesische baue der Vöhmischen Hof, Kanzler im feierlichen Zuge nach der Volk es praktisch fuuͤhlen wird, daß unsere i ,. 1 bloße
Theorieen sind.“
„Vet Gelegenheit des ungluͤcklichen und trauervollen Ereignis—
Es das wir als beklagen, verfuchten einige verleitete ober böswillige Indivißuen, unter dem Vorwande großen Eifers, die Ruhe dieser
hauptstadt zu stoͤren; aber die oᷣff⸗ntliche Meinung, welche sich ganz des Einschreiten der Behörde zur Wiederhersteilung der allgemeinen
Nuhr fast unndthig. Ruhe heerscht durch das ganze Künigrcich, so
nie in unseren uͤberseeischen Provinzen,
zweifacher Art naben sich' die Abgcorbneten det (cuben, daß die Zeit nicht fehr fern ist, in der alle Meine unter⸗
uͤber alle seine Unterthanen brachte, und unter dessen väterlicher: Herrschaft Böhmens Woblstand, trotz den Stuͤrmen der Zeit, zu .
einer so seltenen Hoͤhe stleg. schen Herrscher, die Nachwelt, wird ihn den gefelertesten Regenten, in deren Handen je das Ruder eines Staates lag, an die Seine sel=— len, uns aber ist der Trost geblieben, daß Eure Masestaͤt, der ar⸗ lauchte Erbe der Tugenden des vercwigten Monarchen, auch der Erbe seines Thrones und Reiches sind, und daß die Liebe, mit wilO cher der Unvergeßliche Seine Unterthanen umtaßte, und die er ihnen im Augenblicke des Scheidens als ein heiliges Vermaͤchtniß hinterließ, in der Brust Ew. Maj fortlebt. — Eingedenk dieser Liehe und des Em= schlusses Ew. Maj, im Sinne und Geiste Allerhöchstihres erhabenen Vaters fert zu regieren, richtet auch Böhmen, welches mit Freude und Stolz auf seine Vergangenheit zuruͤcksieht, getrost seinen Blit in die zukunft und hofft, daß unter dem segenreichen Scepter En, Miajestaͤt guch fernerhin Böhmens Ackerau gedeihen, die Wissen—⸗ schaft bluͤhen, die Kunst sich entfalten wird. — Bon solchens Hof⸗= nungen beseelt, erlaubt sich die gegenwartige Deputation, die ehret⸗ bigtigsten Gluckwuüͤnsche zur Thrénbesteigung Ew. geheiligten M' jestaͤt, im Namen aller getreuen Böhmen zu Fuͤßen zu legen, mit der allerunterthaͤnigsten Bitte, Allerhöchstdseselzen wollen die Wort Ihrer treugehorsamsten Stande als den Ausdruck der Empfindung der ganzen Nation allergnaͤdigst aufzunehmen geruhen, welche mit Sehn sucht an den Zeitpunkt denkt, wo ihr das Glück zu Theil werden wird, ihren geliebten Köͤnig zur Kroͤnung und zum Empfange der Huldigung in ihrer Mitte zu erblicken. Bis zu dieser feierlichen Handlung gi— ruhen Eure Majestaͤt e . bier die Versicherung gn aͤbigst auf⸗ zunehmen, daß auch kunftighin, wie sie es bisher gewohnt wartet und bewiesen haben, die getreuen Böhmen in allen Lagen und Ver, haͤltnissen bereit seyn werden, für ihren allergnaäͤdigsten König Blut und Leben anffuopfern und ihr gesammtes Daseyn mit Begeisterunß Seinem Dienste zu weihen. Die gegenwartigen Abgeordneten eh⸗ lauben sich ih Schlusse im Namen ihrer Kommittenten noch di alleruntertbäͤnnigste Bitte, daß Eure Majestaͤt den von Seiner höchst⸗
seligen Majestaͤt bestäͤtigten altherkdmmlichen Rechten und Freihei, im erwerben werden.“
ten der treugeborsamsten Stande Alerhöchstibren Schutz auch ft.
nerhin gnaͤdigsi und huibvsll angezeihen laͤffen, und empfebien s in tiefster Ed ful ch und unterthäͤnigkeit Eurer K. K. Majestät Huld und Gnade.“ ;
Se. Majestaͤt antworteten hierauf:
„Ich danke den Böhmischen Standen fur die treuen und an— hänglichen Gesinnungen, die sie auch bei dieser Gelegenheit an den Tag legen, und freue Mich, daß sie den Erwartungen entsprechen die Ich immer von der so oft bewiesenen Anhaͤnglichkelt der Bbh⸗ men an Mein Haus gehegt habe. Der Verlust, den Böhmen wi wir Alle, in der Peison Meines höchstsesigen Vaters erlitten, ss groß und unaussprechlich, aber es ist Mein fester Entschluß, in
Die unparteiische Richterin der ird⸗
Ausgaben zu vermindern.
und Ich habe Grund, zu thanen jedes Vorurtheil des Parteigeistes von sich entfernen, die
Charte allein als ihr Wahrzeichen ausehen und stch in jeder Hinsicht der Hochherzigkeit und Guͤte des unsterblichen Befreiers würdig zei⸗
fene Land, innig und tief den Hintritt seines heißgeliebten Landes⸗ gn werdend
Meine Verhaͤltnisse zu den fremden Maͤchten uͤnd Meinen Verbuͤndeten befinden sich auf dem freundschaftlichsßten Fuße, und ich werde nicht ermangeln, alle mit der National ⸗ Ehre ver⸗ traͤgliche Mittel anzuwenden, um passende Verbindungen mit den anderen fremden Staaten einzuleiten, wobei Ich Meine besondere Aufmerksamkelt auf diejenigen richten werde, von denen wir mögli⸗ cherweise großere Handels-Vortheile erlangen können.“
„Meine Herrez Deputirten der Portuͤgiesischen Nation!“ „„Die Mannigfaltigkeit Ihrer Geschaͤfte hat Ihnen nicht erlaubt, über das Budget fuͤr das gegenwaͤrtige Jahr zu beratbschlagen; des⸗ senungt achtet werden die jetzigen Steuern fortdauernd erhoben wer— den, in Gemaͤßheit der Vorschrift des Art. 137 der Chartt, und Sie kännen sich darauf verlaffen, daß die Re ierung Alles, was in ihrer Macht steht, thun wird, um die Einkünfte zu vermehren und dle Unser Kredit, sowohl im Inlande, als in Auslande, steht auf der hohen Stufe der Blüthe, die von der
Treue zu erwarten Fanb, mit der wir unsere rechtmäßigen Verpflich⸗ unngen und Vertrage beobachten, so wie von dem geraden und offe—
Seinem Geiste die Regierung fortzusetzen und mit Gottes Hülfe so .
.
. .
nen Wege, welchen wir einschlagen, um unsere ungeheuren Hulf⸗— quellen nuß bar zu machen.“
„Würdige Pairs des Königreichs, meine Herren Deputirten der Portuglesischen Nation!“
„„Wenn Sie in Ihre Helmath zuruͤckgekehrt sind, so melden Sie, meiner Bitte gemäß, Ihren Konstituenten, daß Sie alle diefe Wahr⸗ heiten von Meinen eigenen Lippen vernommen haben. Unterrichten 9 dieselben durch Ihr, eignes Beispiel in der getreuen Beachtung er Gesetze und der gebührenden Achtung gegen die Behörde, fiö— sen Sie ihnen Abscheu ein gegen Aufruhr und Anarchie, die Tod— finde der Freiheit und die än nittelbaren Vorl4ufer des Rerkerhens ines jeden Landes, richten Sie Ihren Blick auf die 6 . Ihrer PVeisgeit und Vaterlandsliebe, und beobachten Sie se tig allgemeine und örtliche Mangel, damit Sie, wenn Sie wiederum iunmmsien berufen werden zur Ausuͤbung Ihrer hohen Functionen, urch Ihre Talente und Ihre Erfahrung zur Vollendung des großen Werkez der Portugiesischen Restauration beitragen können, wodurch
Hie sich die Segnän gen der Gegenwart unde alter om menden Zel⸗
Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.
l New-York, 8. April. Der hoͤchste Gerichtshof hat end⸗ ch in dem Prozesse, welchen Colin Mitchell und Konsorten ge⸗ zen die Vereinigten Staaten gefuͤhrt, seine Entscheidung abgege— i „Ven diesem Prozesse hing der Besitz von mehr als einer
illiön Acker Landes in Florida ab, welche von einigen Perso⸗
hen, unter dem Vorwande, daß sie ihnen von der Spanischen
gierung abgetreten seyen, in Anspruch genommen wurden. Der
Gerichtshof hat ihre Rechte anerkannt.
Das Haus der Repraͤsentanten des Staates Maine hat, in
bst scharfsich⸗
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Betreff der Graͤnz⸗Streitigkelten mit Großbritanien mit 129 e⸗ en 7 Stimmen folgende Beschluͤsse angenommen. „Da 6 zorschlag des Koͤnigs der Niederlande ein Umgehen ünd nicht eine Entscheidung der ihm vorgelegten Frage ist, so billigen wir die Verwerfung desselben durch den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Da ferner die endliche Feststellung der nordoͤstlichen Graͤnzlinie eine Frage ist, welche das kuͤnftige Gedeihen und die Wohlfahrt dieses Staates betrifft, so soll die exekutive Gewalt, bei der groͤßten Wichtigkeit dieser Angelegenheit ersucht werden, dieselbe schnell und auf eine Weise zu erledigen, welche die Ter— i echte der Bewohner, dem Vertrage von 1783 gemaͤß, Die politische Aufregung in Kanada waͤhrt fort und der Parteigeist hat sich leider zu einem hohen rh . ert. Die constitutionnelle Hesclecañ in Montreal hat ant 1. Mpril eine Versammlung gehalten, um einen Mann zu wahlen, der die In⸗ teressen der Mitglieder dieser Gesellschaft in England vertrete?
2. Die in England so bekannten Handwerker Vereine haben jetzt auch in den Vereinigten Staaten Nachahmung gefunden. So haben sich in New-⸗York seit kurzer Zeit Vereine unter den Tischlern, Buchdruckern, Zimmerleuten, Schuhmachern, Schnei— dern, Hutmachern und anderen Handwerkern gebildet.
Das Polen Comité in Boston hat in den dortigen Blattern einen Bericht abgestattet uber die Verwendung der durch Sub— scription eingegangenen 2750 Dollars. Diese Summe ist er⸗ schoͤpft und es sind noch etwa 150 Dollars Schulden zu bezah⸗ len. Von jenem Gelde sind fuͤr den Unterhalt 1650 Dollars aust⸗ gegeben; fuͤr Kleidung 620 Dollars; fuͤr den Transport der Po— len, namentlich nach New-Orleans, 408; 300 Dollars wurden den Polen in Neiw-Hork uͤbersandt; einzelne Offiziere erhiel⸗ ten 120 Dollars, u. s. w. Die Zahl der unterstuͤtzten Polen belief sich auf 50. 17 wollen sich nach dem Westen begeben und sind, nachdem man sie mit dem Noͤthigen versehen hat, nach New⸗9Hrleans eingeschifft worden; etwa zh sind theils in Boston, theils in der Naͤhe, beschaͤfätigt worden; einige haben sich nach anderen Orten begeben und g sind noch unbeschaͤftigt.
Zeitungen aus New-Orleans enthalten einen langen Bericht uͤber ein furchtbares Erdbeben, welches in Central-Ame— rika drei große Staͤdte und mehrere Boͤrfer so zerstoͤrt hat, daß nur noch Schutthaufen davon übrig sind. Es fanden fuͤnf vul⸗ kanische Ausbruͤche mit einer Heftigkeit statt, wie man sie noch nicht erlebt hat, und zwar begleitet von den furchtbarsten Erd⸗ stoßen, wodurch ein großer Theil der Staͤdte St. Miguel und St. Salvador zerstoͤrt wurde. Die Luft war von Asche und Rauch so verfinstert, daß die Einwohner sich acht Tage lang aufder Straße der Fackeln bedienen mußten. Den Explosionen, welche Kanonenschuͤssen glichen, folgten Auswuͤrfe von Steinen und Asche. Die Lava floß an einigen Orten funfzehn Deutsche Meilen weit und zer⸗ stoͤrte Alles, was sie auf ihrem Laufe antraf. Die Bewohner von Alaucho glaubten, der juͤngste Tag sey gekommen, und es wurden mehr als 300 Ehen zwischen Personen geschlossen, die fruͤher auf ungesetzliche Weise mit einander gelebt hatten. Das Erdbeben wurde noch sehr merklich in Truxillo empfunden und die Explosionen der Vulkane horte man noch nördlich von Ba⸗ e Etwa zehn Meilen von Truxillo ist ein Vulkan ausge⸗ rochen.
Per u.
New⸗Yorker Blatter enthalten Nachstehendes aus Peru: „Die Truppen, welche die Garnison von Callas bilden, empoͤrten sich am 1. Januar, nahmen ihre saͤmmtlichen Offiziere gefangen, und erklaͤrten sich gegen die Regierung. Nachdem sie die Nord⸗ Amerikanische Flagge aufgezogen, schickten sie eine Deputation an den General Lafuente, welcher sich am Bord der Kriegs⸗Korvette der Vereinigten Staaten, „Tairfield“, befand, um ihn zu ersu— chen, sich an die Spitze der Regierung zu stellen. Da indeß die⸗ ser General, welcher seit kurzem wegen seiner heftigen Opposition gegen die Regierung verbannt war, unter der Deputation kei— nen Offizier von Aus zeichnung bemerkte, so weigerte er sich, die Praͤsidentschaft anzunehmen. Unterdeß war der Befehlshaber der Truppen in Lima mit 600 Mann in Callao eingedrungen, fing an, das Fort zu beschießen und zwang die Insurgenten, sich nach einer Vertheidigung von sechs Und dreißig Stunden zu ergeben. Eine große Anzahl derselben wurde sogleich erschossen.“
G n lan
Berlin, 13. Mat. Das gestern ausgegebene Blatt der Gesetz⸗ Sammlung enthaͤlt auch ein Gesetz uͤber die Kompetenz der Dienst- und Gerichts-Behoͤrden zur Untersuchung der von Staats⸗-Beamten veruͤbten Ehrenkraͤnkungen; dasselbe lautet also:
„Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, Konig von Preußen ꝛ6. 1.
Um die Zweifel zu erledigen, welche uber die Kompetenz der Dienst- und Gerichts⸗Behörden zur Üüntersuchung und Bestrafung der von Stagts⸗-Beamten veruͤbten Ehrenkraͤnkungen erhoben sind, verordnen Wir auf den Antrag Unseres Staats⸗Ministeriums und nach erfordertem Gutachten Unseres Staats-Raths, fuͤr den ganzen Umfang Unserer Monarchie, wie solgt:
Ss. 1. Wer gegen einen Stagts-Beamten Beschwerde daruͤber erheben will, daß derselbe sich aus Veranlassung seiner amtlichen Wirksamkeit einer Ehrenkraͤnkung schuldig gemacht babe, hat feinen Antrag bel der Dienst⸗ Verde des Angeschuldigten anzubringen.
S 2. Die Dtenst⸗ Behörde hat die Verpflichtung, zu pruͤfen: ob der Angeschuldigte bei den angezeigten Handlungen oder Aeuße⸗ rungen innerhalb seiner Amts-Befugnisse geblieben sey, oder diesel⸗ ben uͤberschritten habe.
„S. *. Entscheidet die Djenst-⸗Behoͤrde, daß der Angeschuldigte seine Amts⸗Befugnisse nicht überschritten habe, so findet gegen diese Entscheidung nur ein Rekurs siatt, welcher binnen vier Wochen nach der an gun der Entscheidung bei der hoheren Bienst— Behörde anzubringen ist.
„4. Erklaͤren die Dienst-⸗Behoͤrden den Angeschuldigten fuͤr straffüllig, so liegt denselben ob, die Strafe zu bestimmen, oder die gerichtliche Untersuchung zu veranlassen.
Die Bestimmung der Strafe erfolgt durch die Dienst⸗ Behörden
a) wenn die angezeigte Ehren kraͤnküng nicht von der Beschaffen⸗
beit ist, daß sie sich nach Vorschrift des 5 216 des Anhanges
zur Allgemeinen Gerichts-Ordnung zu einer siskalischen Un⸗ tersuchung eignet, oder
hb) wenn der Beleidigte erklaͤrt hat! daß er die ihm widerfahrene
rr nfrantung nur von der Dienst-Behöͤrde gerügt wissen
wolle. Außer diesen beiden Faͤllen hat die Dienst-Behörde die Sache zur gerichtlichen Untersuchung abzugeben.
§. 5. Haͤlt der Beleidigte die von der Dienst-Behdrde festge—⸗ setz tt , fuͤr zu gelinde, so hat er die Wabl, entweder bei der höͤberen Dienst⸗Behörde den Rekurs zur Verschäͤrfung der Strafe zu erheben, oder auf gerichtliches Verfahren und Erkenntniß anzu— tragen. Verfolgt er seine Beschwerde bei der höheren Dienst-Be— hörde, so ist der Antrag auf gerichtliche Untersuchung nicht ferner zulaͤssig. Traͤgt er aher auf gerichtliches Verfahren an, so wird die Sache vorschr stsmäßig eingeleitet. Erfolgt jedoch durch das rechts. kraftige Erkenntniß keine härtere Strafe, als die von der Dienst⸗
Bebbrde atgemessene, so fallen hem Provokanten des gerichtlich en kr rcsalees zur n , . S. 5. Der Antrag bei der Dienst⸗Behörde eines Beamten, auf Vi , fun wegen veruͤbter Ehrenkraͤnkungen, hemmt deren s. 7. Alle bisherige Vorschriften, so weit sie dem gegenwaͤrtl⸗ , entgegenstẽhen, werden durch obige Bestimmungen auf⸗ e ö s. 8. Wegen der von Staats-Beamten ohne Beziehung auf ihr Amt zugefügten Ehrenkraͤnkungen bleibt j laie, ,. . fa z es bei den bisherigen ge rkun unter Unserer erhoͤchsteige ĩ t und beigedrucktem Koͤniglichen Insiegel. n rr err, Gegeben Berlin, den 25. April 1833. (L. S.) Friedrich Wilhelm. Karl, Herzog zu Mecklenbura. v. KFamptz Mühler. v. Rochow. Begigubtgt: rie fe. n
— Am ten d. M. beging der Konsistorial⸗Rath Dr. Moͤller zu Mun ster seine 50jährige Dienst⸗Jubelfeier. hoh Morgen des festlichen Tages begruͤßten den Jubilar die Mitglieder des Presbyteriums der dortigen evangelischen Kirche, den Ober— Konsistorial⸗Rath und Pfarrer Dr. Natorp an ihrer Spitze. Der detztere uͤberreichte seinem geehrten Kollegen ein Festgedicht und erbat sich zugleich dessen Zustimmung zu einer neuen Stiftung, die den Namen der Moͤllerschen erhalten und zur Verbesserung und Er— weiterung der evangelischen Schule in Muͤnster dienen soll. Es 36 uͤberdies von den Koͤniglichen Regierungen zu Minden,
rnsberg, Duͤsseldorf, Frankfurt, dem Koͤnigl. Konsistorium zu
Koblenz, der Rheinischen Provinzial⸗Synode, der Gesammt⸗Sy⸗ node der Grafschaft Mark, den aͤmmtlichen Kreis-Synoden von Minden, Ravensberg, Tecklenburg, Siegen und Wittgenstein, Gratulations⸗/ Schreiben ein, die zum Theil von besonderen De— putirten uͤbergeben wurden; ferner zahlreiche Begruͤßungen und Festgedichte von Freunden und Verehrern des Jubilars, unter denen viele seiner ehemaligen Schuͤler aus dem Verhaͤltnisse sei⸗ nes akademischen Lehramts zu Duisburg und Breslau. Eine noch groͤßere Anzahl, zum Theil aus weiter Ferne, hatte den Freundesgruß in ein Album eingetragen. Der Praͤses der Maͤr— kischen General- Synode, Pastor van der Kuhlen zu Heringen, uͤberreichte als Festgeschenk ein schoͤn eingebundenes Exemplar der Pracht-Ausgabe des Griechischen Neuen Testaments von Dr. Griesbach. Der Herr Ober⸗-Praͤsident v. Vincke sprach an der Spitze der Mitglieder des Koͤnigl. Konsistoriums, Provinzial⸗Schul⸗Kolle⸗ giums und der Königl. Regierung zu Muͤnster die Gefuͤhle der innig⸗ sten Theilnahme an dem seltenen Feste aus. Diesen Kollegien schlossen sich Deputationen des Koͤnigl. Ober⸗Landesgerichts, des Stadt- und Landgerichts und des Magistrats zu Muͤnster an. Der Buͤrgermeister Bertram aus Lippstadt, wo der Jubilar vor 50 Jahren an diesem Tage geweihet und in das geistliche Amt eingefuͤhrt worden war, uͤberreichte im Namen der dankbaren Stadt, mit dem Gratulations-Schreiben einen silbernen, inwendig vergoldeten Pokal, geziert mit dem Stadtwappen auf einer, mit den Symholen des Evangeliums auf der andern Seite. Eine besondere Freude gewaͤhrte es dem Jubilar, daß auch die hoͤheren Schulen sein viehsaͤhriges Streben zur Befoͤrderung der Wissen— schaft an diesem Tage so theilnehmend anerkannten. Die evangelisch'theologische Fakultaͤt zu Bonn und die Akademie zu Muͤnster uͤberreichten 2 in klassischer Latinitaͤt abgefaßte und sauber eingebundene Gratulations-Schreiben. Die Reihe der Gluͤckswuͤnschenden schlossen die Herren Generale und Ober— sten mit ihren Adjutanten, in deren Namen der kommandirende General, Freiherr von Muͤffling, den Jubilar freundlich begruͤßte. Hierauf folgte eine gottesdienstliche Feier in der evan⸗ gelischen Kirche, nach deren Beendigung der Herr Ober-Praͤsi⸗ dent den Jubilar und seine Verwandten, Freunde und Kollegen zu einer Mittagstafel auf dem Schlosse vereinigte, bei welcher der gerade anwesende Wirkliche Ober⸗Konsistorialrath und Probst Dr. Roß aus Berlin, ein vieljähriger Freund des Gefeierten, das Tischgebet sprach. Wahrend der Tafel wurde dem Jubilar als ein Festgeschenk der Mitglieder der Koͤnigl. Regierung, des Koöͤnigl. Konsistoriums und Provinzial⸗Schul⸗Kollegiums ein silber⸗ ner inwendig vergoldeter Pokal uͤberreicht, mit welchem der Ge⸗ feierte den Toast auf das Wohl Sr. Maj. des Koͤnigs ausbrachte. Am folgenden Tage gab der Herr Regierungs-Präsident Vahl— kampf bei sich eine glanzende Abend⸗Gesellschaft, in welcher Alles, was einen naͤheren oder entfernteren Antheil an dem Ehrenfeste des Jubilars nimmt, in heiterer Stimmung vereinigt war.
— Aus Stargard in Pommern meldet man unterm 10ten dieses Monats: „Zu dem hier am 15ten d. M. statt⸗ findenden Pferde⸗Rennen sind heute schon 16 der in Deutschland als vorzuͤglich anerkannten Pferde eingetroffen und zu den ver— schiedenen Rennen angemeldet worden. Es sind sonach unsere Erwartungen uͤbertrossen, da in jedem Rennen mehr als 6 Pferde konkurriren. Die Einrichtungen der Rennbahn und der Bau der Tribune sind ihrer Vollendung nahe.“
— Im Monat April sind in die Haͤfen des Regierungs⸗ Bezirks Köslin 20 Schiffe und 21 Boͤte eingelaufen und 2 Schiffe und 19 Boͤte i, von dort in See. Die Haupt— EinfuhrArtikel vom Auslande bestanden in Syrup, Haͤring und Kolonial-Waaren, diejenigen der Ausfuhr nach dem Aus— lande in Roggen, Brennholz und grauer Leinwand. Auf der Rhede bei Leba loͤschte ein mit Salz und Stuͤckguͤtern befrach“ tetes Schiff. — Die Fischerei hat überall einen sehr geringen
Ertrag geliefert, auch ist ungewoͤhnlich wenig Lachs und Haͤring gefangen worden.
Meteorologische
Beobachtung. 1835. Morgens Nachmitt. Abends J Nach einmaliger 12. Mai. 6 uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
0
Luftdruck. 334 * Par. 32, s Par. 332, 3 Par. auellwarme 7, o O R. Luftwäͤrme 4 6 56 (R. 10,00 R. 4 8,90 R. . g rm ö Thaupunkt . ,I 0 R . 8, e R , C,, e t Finkwärme 11,3 R.
Dunstsattg 20 vt S2 pgt. 88 . Bodenwärme 10, s oR. 6 — . reghis . Aäusdünst. 0, o 89 Rh. Wolken zug ö WS w. — Niederschlag 0, o 7 Rh.
Tagesmittel: 333 a1“ Par. S566 R. .. 6,89 R. . . sé pCt.
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Aus würtige Börsen. St. Petersburg, 8. Mai. Lond. 102. Amsterdam 833. Hamburg 95. Paris 112. Silber- Rub. 35753. 68 Inseript. in B. A. 131.
Königliche Schau spiele. Donnerstag, 14. Mai. Im Opernhause: Der Kaufmann von Venedig. (Hr. Seydelmann: Shhylock, als Gastrolle) Im Schauspielhause: Une représentation extraordinaire
au bénéfice de Mr. Deleour. Abonnement suspendu. 10
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