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den wuͤrde. Es folgte sodann eine Debatte uͤber eine von Lord Brougham an den ersten Lord der Admiralität, Lord Auckland, gerichtete Frage in eff einer Beschimpfung, die ein Marine ⸗Capitain einem seinem Schiffe befand, zugegägt haben sollte. Lord Beresford bezeichnete die Frage Loro 's als eine unerhoͤrte Ein— mischung in eine Privat. Streitig it, die längst ausgeglichen fey, und der Herzog von Buccleuch versicherte, die über jenen Verfall verbreiteten Geruͤchte seyen höchst uͤbertrieben, und er habe von Jemand, der sich danials am Bord des S brfun, Den, gehört, daß nichts geschehen sey, was eine Daz wischenkunft der Admiralität im geringsten rechtfertigen könnte,
Unterhaus. Sitzung vom 12. Mat. Das Unterhaus versammelte sich heute wieder zum erstenmale nach den Sster— Ferien. Beim Beginn der Sitzung nahmen mehrere Mitglieder des jetzigen Ministeriums, welche sich einer neuen Wahl hatten unterziehen muͤssen, ihre Sitze ein, wobei sie von Seiten der ministertellen Partei mit lautem Jubel empfangen wurden. Dann wurden neue Wahl⸗Ausschreiben fur Stroud, Suͤd-Stafford— soire, Poole, Kildare und Malten erlassen. Unter den Ersten, welche darauf Anzeigen uͤber beabsichtigte Motionen machten, be— fand sich Herr Cobbett, welcher erklärte, er wolle beantragen, daß das nene Armen-Gesetz aufgehoben, die Steuer von Malz, welchts nicht zum Verkauf bestimmt sey, und die Stempel— Steuer abgeschafft, und daß die Schuld, „weiche fälschlich die National- Schuld genannt werde“, nach' billigeren Grund— saͤtzen regulir: werden solle. Sir George Grey, dern Unter-Staats, Secretair suͤr die Kolonien, beantwor— tete eine Frage des Herrn Hume uͤber die Angelegenheiten von Vanada dahin, daß der General- Gouverneur dieser Kolonie, Lord Aylmer, uͤber den vielfache Klagen eingelaufen sind, zuruͤckbe⸗ rufen und eine Kommission abgesandt werden solle, um die Be— schwerden der Kolonie zu untersuchen, daß aber Lord Amherst, der bekanntlich von dem vorigen Ministerium einen Auftrag die⸗ ser Art bekommen hatte, sich geweigert habe, als Prasident der Kommission an deren Spitze zu treten. Der Kanzler der Schatz⸗ kammer, Herr Spring Rce, erwiederte darauf dem Herrn Harvey, daß das Arrangement, durch welches das große Sie⸗ gel einer Kommission Übertragen worden sey, nur ein temporai— res seyn werde. Ob die Kommissarien eine Remuneratien er— halten sollten, daraͤber erklärte sich der Minister nicht. Herr Harvey erklaͤrte, daß er die Sache aufs neue im Hause zur Sprache bringen wuͤrde, wenn man die Kommissarien laͤnger bei⸗ behielte, als es ihm angemessen scheinen mochte. Am Schlusse der Sitzung machte noch Herr Buxton eine Motion auf eine Adresse an den Konig, in weicher wegen des überhandnehmenden Skla— ven⸗Handels Beschwerde gefuhrt werden sollte. Er wies durch die dem Parlamente vorliegenden offiziellen Berichte unter An— derm nach, daß innerhalb anderthal' Jahren nicht weniger als 150,00 Sklaven von Afrika aus in verschiedene fremde Kolonieen eingzfuͤhrt, und daß 2616 Schiffe waͤhrend dieser Zeit im Skla— ven⸗-Handel beschaͤftigt worden seyen. Nachdem Herr Hume aber vorgeschlagen hatte, daß der Adresse, die zu lang sey, indem sie O Seiten fülle, lieber eine kurze Resolutioß, des Haufses sub— stituirt werden mochte, nahm Herr Buxton seinen Antrag vor— laͤufig zuruͤck.
Unterhaus. Sitzung vom 13. Mai. In dieser Sitzung wurden fast nur Gegenstände von lokaiem Interesse ver— handelt. Gegen die Vill wegen Abschaffung der Verhaftung der Schuldner wurde eine Anzahl von Bittschriften vorgelegt und die zweite Lesung der Bill in Bezus auf die Trauungen der Dissenters bis zum 22. Mai verschoben.
Oberhaut. Sizung vom 11. Mai. Lord Brougham legte eine von einer großen Anzahl Einwohner von Edinburg unter⸗ zeichnete Petition vor, in der darum nachgesucht wurde, daß keine neue Bewilligungen fuͤr die Schottische Kirche gemacht werden möchten, da dieselbe hinlaͤnglich dotirt sey. Der Herzog von Bu ccleuch gab zu, daß dies mit Hinsicht auf Edinburg wahr seyn moge, aber in anderen Theilen von Schottland, behauptete er, beduͤrfe die Kirche sehr der Unterstuͤtzung. Lord Brougham
erwiederte darauf, daß diese Verschiedenheit der Ansichten wenig⸗ stens eine Untersuchung des Gegenstandes nithig mache, 3.
weck bewilligt wurden, und die Sache aͤusern einem Ausschuß zur Pruͤfung uͤberwiesen werden.
Unterhaus. Sitzung vom 14. Mai. Nachdem durch Kugelung ein Ausschuß zur Untersuchung der Wahl fuͤr Canter— bury und ein anderer zur Untersuchung der Wahl fuͤr Carlow niedergesetzt worden, zeigte Herr Hume an, daß er am folgen— den Abende die Frage an die Manister richten wurde, ob sie etwas in Betreff der Kirchen⸗Steuern zu thun gedachten. Dann erklärte Herr Spring Rice auf eine Frage Sir R. Peel, s, daß er nächstens dem Hause eine Mittheilung daruͤber machen wolle, ob das Ministerium eine Aenderung in den Thee-Zoͤllen vorzuschlagen beabsichtige. ierauf erhob sich Lord Mande—⸗ ville und klagte uber das Verfahren des Lord Gosford, Lord— Lieutenants der Grafschaft Armagh in Irland, in wel— cher während des Monats Februar bedeutende Unruhen vorgefallen waren; er verlangte die Vorlegung von Do— kumenten, welche auf diese Angelegenheit Bezug haben. Lord Gosford wurde von den Whigs, besonders von r. Lu— (hing ton, aufs lebhafteste vertheidigt, wiewohl die geforderte Vorlegung der Dokumente keinen Widerspruch fand. Äls jedoch Niemand auftrat, um den Antrag des Lord Mandeville zu un— terstuͤtzen, schlug Herr Hume eine Resolution vor, durch welche die auf Lord Gosford gehäuften Beschuldigungen fuͤr gaͤnzlich unbegrundet erklaͤrt werden sollten, und dieser Antrag wurde ein— stimmig angenommen. Sowohl Herr Hume als Herr Harvey erklaͤrten sich im weiteren Verlauf der Sitzung gegen die jetzige Versas⸗ sung des Kanzlei⸗Gerichtshofes und gegen bie großen Kosten, welche die PDensionirung der Lord⸗Kanzler, von denen es jetzt nicht weniger als fuͤnf gebe, welche außer Aktivitaͤt seyen, dem Lande verur— sachte. Ein bestimmter Antrag wurde jedoch nur von Herrn Hume gemacht; er war auf Vorlegung eines offiziellen Berichts äber die Pensionen gerichtet, welche jetzt an die Ex ⸗Lord⸗Kanzler bezahlt werden. Der Antrag wurde angenommen. Schließlich kuändigte Herr Hume noch an, daß er morgen in Bezug auf die Remuneratien der Kommissarien des großen Siegels und des einstweiligen Praͤsidenten des Oberhauses einen ahnlichen Antrag zu machen gedenke.
London, 15. Mai. Ihre Majestaͤten kamen vorgestern von Windsor nach der Stadt, und um 2 Uhr hielt der König ein Kapitel des Bath. Ordens, in welchem Se. Majestaͤt dem General Lieutenant Sir Edward Stopford die erste und dem . Sir Henry King die zweite Klasse dieses Ordens
weitere Gelder zu jenem muͤsse daher in beiden
verliehen. Hierauf folgte das gewöhnliche Mittwocht⸗ Lever. Der Portugijesische Gesandie, Herr von Moraes Sarmento, hatte
. beim Könige und überreichte Sr, Majestaͤt ein R er Sourzrainin. Die CGörafen von Morton und
93 der sich als Passagier auf
372 Sheffield legten ihre Kammerherrnschluͤssel in die Hande des
Königs nieder, und es wurden darauf Sr. Majestaͤt mehrere der neu ernannten Verwaltungsbeamten so wie einige andere Per⸗
sonen vorgestellt, naͤmlich Viscount Falkland als Kammerherr;
Lord Dalmeny, der Contre-Admiral Adam und Sir T. Trou— bridge, als Lords der Admiralitaͤt; Herr Ord, Herr R. Steuart und Lord Seymour, als Kommissarien des Schatz amts; der Ge⸗ neral⸗LZieutenant Sir R. Donkin, als General⸗Inspektor der Artille⸗ rie; der General⸗Lieutenant Lord Strafford, als Pair, und Oberst Ca⸗ radoc, nach seiner Ruͤckkehr von Spanien. Nach dem Lever ertheilte der Koͤnig dem Marquis don Chandos, dem Marquis Wellesley lind den Lords Me bourne, Holland, Glenelg, Hill und Amherst Audienz und hielt dann eine Geheime-Raths Versammlung.
Dir gestrige Cerele bei der Koͤnigin im St. James⸗Palast war so besucht, wie noch keiner in diesem Jahre. Unter den Personen, welche bei Ihrer Majestaͤt besondere Audienz hatten, befanden sich der Portügiesische Gesandte, der ein Schreiben seiner Souverainin an die Koͤnigin überreichte, der Brasilianische Gesandte Nitter Ribeiro, der außerordentliche Gesandte der Ottomanischen Pforte, Namik Pascha, der sich bei der Koͤnigin empfahl, und der Tuͤr⸗ kische Botschafter Nuri Efendi, begleitet von dem orientalischen Dolmetscher Sr. Majestäͤt, Herrn Salame.
Der Fuͤrst von Leiningen ist zum Besuch bei seiner Mutter, der Herzogin von Kent, hier angekommen.
Das Dampfschiff „Namona“, welches von Rotterdam hier angekommen ist, hat die Nachricht mitgebracht, daß der Herzog von Cambridge sich schon auf dem Dampfschiffe „Pluto“ nach England eingeschifft habe, und daß man daher Se. Koͤnigl. Ho— heit jeden Augenblick hier erwarten koͤnne.
Lord Mulgrave hat am 11Iten d. M. als Lord-Lieutenant von Irland seinen Einzug in Dublin gehalten. Eine ungeheure Menschenmasse war, hauptsaͤchlich auf Veranstaltung O. Connells, zu seinem Empfange zusammengtkommen, und es wird behauptet, daß ihn wenigstens 256, 000 Menschen von Kingstown bis zur Hauptstadt begleiteten. Auf der Platform von Kingstown wurdt
er von dem Herzoge von Leinster (Fitzgerald) an der Spitze einer Maͤnner sowohl aus dem Adel- als
großen Anzahl bedeutender dem Buͤrger⸗Stande bewillkommneꝛ. Der Statthalter von Bombay, Graf von Clare, wird im Juni in England erwartet. . Der bisherige Gesandte der Vereinigten Staaten bei der Franzoͤsischen Regierung, Herr Livingston, befindet sich noch in Plymouth. Seine Bestimmung sind die Vereinigten Staaten, und nur anhaltendes schlimmes Wetter und Nebel noͤthigten den Capitain Elliott, der die Fregatte „Constitution“ kommandirt, zum Einlaufen in den Hafen von Plymouth. Dem Vernehmen nach hat der Marquis von Wellesley sein Amt als Ober⸗-Kammerherr niedergelegt, und die Times glaubt, es sey dies deshalb geschehen, weil der Marquis erklart habe, er konne die Verwaltung Lord Melbourne's nicht unterstuͤtzen, da dieselbe die Regierung Irlands in die Haͤnde O Connell gege⸗ ben hatte. Der Globe meint jedoch, da, seitdem der Marquis von Wellesley sein Amt angenommen, in dem Charakter, dem Personal und der Politik der Melbourneschen Verwaltung nicht die geringste Veraͤnderung vorgegangen sey, so muͤsse der Grund seines Ausscheidens aus dem Ministerium anderswo, als in je— ner Behauptung, gesucht werden, und der Courier erklaͤrt sich geradezu fuͤr autorisirt, den Angaben der Times aufs bestimm— teste zu widersprechen. „Se. Herrlichkeit“, eg dieses Blatt, 1 solche Worte, wie die Times ihm in den Mund legt, nie mals geaͤußert, und die ganze Behauptung ist vollkommen grundlos. Die von dem Courier in seinem Blatte vom 12ten d. M. anticipirte Erwählung des Lord Morpeth zum Parlaments
Mitglied fuͤr JYorkshire hat erst am 12ten zu Wakefield stattg⸗⸗
funden. Er hatte am letzten Tage der Wahl eine Majoritaäͤt von 2815 Stimmen, und es wird von Seiten der ministeriellen Blaͤtter ein um so groͤßeres Gewicht auf dieses Resultat gelegt, als es ganzlich den von Lord Morpeth' repraͤsentirten Prinzipien zugeschrieben werden muͤsse, da sein Gegner, Herr Wortley, per— söͤnlich nicht weniger beliebt sey, und uͤberdies das Amt des Lord Morpeth, welcher bekanntlich Secretair fuͤr Irland ist, ihn ge⸗ wissermaßen zu der Repraͤsentation der groͤßten und bedeutend⸗ sten Grafschaft in England disqualifizire. — Lord John Russell bewirbt sich jetzt um die Repraͤsentantschaft von Stroud (nicht Poole, wie der Courier fruͤher irrig berichtet hatte), wo Aberst Fox seinen Sitz zu Gunsten des Lord Russell geräumt hat. Die ministeriellen Blatter meinen, es sey an der Wahl des Letz—⸗ teren nicht im mindesten zu zweifeln, denn die Bemuͤhungen der
Tories, auch dort einen Kandidaten gegen ihn aufzustellen, blie⸗
ben fruchtlos. Er hielt am Montage in Stroud seine erste Rede an die dortigen Waͤhler. Fuͤr Poole duͤrfte, nach der Versiche⸗ rung derselben Zeitungen, der Capitain Byng, Sohn des jetzigen Lord Strafford, dem an die Stelle des Herrn Corry das Amt eines Controleurs des Koͤniglichen Haushalts zugedacht seyn soll, eben— falls ohne Widerstand gewählt werden. Eben so wenig bezwei—⸗ felt der Courier die Wiedererwaͤhlung des Ober⸗/Aufsehers der Archive, Sir Charles Pepys, zu Malton und die Wahl des Oberst Anson in Suͤd⸗Staffordshire, wo Letzterer sehr gut aufge⸗ nommen worden seyn und sein Gegner, Sir Francis Goodricke, wenig Aussicht haben soll. „Sollte jedoch“, sagt das genannte Blatt, „Sir Francis die Vertretung dieses Distrikts der Graf— schaft zu erlangen im Stande seyn, so wuͤrde die Frage entstehen, ob nicht fuͤr die Stadt Stafford, welche Sir Francis jetzt reprä⸗ sentirt, einstweilen keine neue Wahl auszuschreiben sey, denn man wird sich exinnern, daß die im Jahre 1834 im Unterhause durch⸗ gegangene Bill, wonach Stafford wegen Bestechung sein Wahl— recht verlieren sollte, im Oberhause liegen geblieben ist.“
Ein Mißverstaͤndniß, welches zwischen dem Grafen Dur— ham und Lord Brougham uͤher einige politische Fragen entstan⸗ den war, ist, dem Globe zufolge, durch einen Brieswechsel zwi⸗ schen Beiden, zur Zufriedenheit ihrer beiderseitigen Freunde, voll⸗ kommen ausgeglichen worden.
Ein Liverpooler Blatt meldet Nachstehendes: „Am Montag Nachmittag um 23 Uhr wurde die Umgegend der Vaux— hall⸗Straße durch das Springen zweier Dampfte se in der Zuk— kersiederei der Herren Ring und Vicar in große Bestuͤrzung ver— setzt. Die Gewalt der Explosion war so groß, daß das ganze Dach des Gebaͤudes und der neuerbaute Schornstein herunter und auf ein benachbartes Haus geworfen wurden und daselbst mit dem Dach, den Thüren, Moͤbeln, Betten u. s. w. bis in die untersten Zimmer stürzten. Von vier Personen, welche sich
in dem letzteren Hause befanden, ist nur ein Mann getoͤdtet, die
uͤbrigen sind durch die Anstrengungen des Herrn Helen, fruͤ⸗ heren Vorstehers der Feuer-Polizei, unter dem Schutt hervor— ezogen und gerettet. Die Zahl der in der Zuckersiederei umge— ommenen Personen . noch nicht bekannt.“ Gestern stieg in Folge zweitägiger Nord-Ost-Stuͤrme und schwerer Regengusse das Wasser der Themse so hoch, daß Stra— ßen und Quais davon uͤberstroͤmt wurden. ; Den neuesten Nachrichten us Lissahon vom Sten d. M.
gepluͤndert, die ihm kaum das Leben ließen.
zufolge, scheint es, wie det Courier angiebt, keines weges ein gewesen
ganz freiwilliger Entschluß des Herzogs von Palmella u . welcher ihn bewog, aus dem. Ministerium zu treten
ielmehr soll der Graf Villa Real, obgleich ein Schwager 8 dara
der Mangel an Vertrauen bei seinen Kollegen denselben enen Auch ist Graf Villa Nienl und nicht Graf Linhares, wie fruͤher gemeldet wurde, der neut
Herzogs, dessen Benehmen fuͤr verdächtig erklaͤrt und
haben, seine Entlassung zu nehmen.
Minister far die auswärtigen Angelegenheiten und leitet zuglef
noch das Kriegs- Ministerium. Linhares ist Praͤsident des Con Der Herzog von Palmella wird
seils und Marine ⸗Minister. wie es heißt, naͤchstens mit einem Auftrage nach England kom
men, und man will wissen, er werde sich sodann nach Wien um
vielleicht auch nach Berlin und St. Petersburg begeben. Di Abreise des Marschalls Saldanha nach Paris soll bis nach de Wiedervermählung der Königin ausgesetzt seyn. Lissabon h bei Abgang dieser Nachrichten vollkommen ruhig. Vergißh⸗ ubrigens den Artikel Portugal.)
Calcutta-Zeitüngen bis zum 16. Januar melden, ij die Truppen in Spekar siegreich gewesen sind, und daß die li ruhen in jener Gegend bald gedaͤmpft seyn werden.
Als Grund, weshalb die Unterhandlung mit der Regierm der Banda Oriental uͤber einen Handels-Traktat mit Englum fehlgeschlagen, wird vom Globe angefuͤhrt, daß jene Negierin als Bedingung gefordert habe, England solle sich als vermittelnm Macht in dem Praͤliminar⸗Friedens⸗Traktat zwischen der Argen tinischen Republik und dem Kaiserthum Brasilien dafuͤr verhsn gen, daß in dem definitiven Traktat die Insel Martin Gart als integrirender Theil der Banda Oriental von Uruguay erk werden sollte, auf welches Verlangen Herr Hamilton, der Bij sche Agent, nicht habe eingehen wollen.
Heute fruͤh sind Nachrichten aus Persien hier eingegn
gen, denen zufolge dieses Land durch die Umtriebe der vn schiedenen Kron-Praͤtendenten in einen Zustand der fuͤrchtersst sten Anarchie und Zerruͤttung gestuͤrzt worden ist. Ein Engl der, der sich zur Zeit des Ablebens des alten Schachs zu Ihm han befand, gelangte mit Muͤhe im Gefolge des in Schi herrschenden Prinzen nach diesem letzteren Ort; allein, als n weiter nach Buschir gehen wollte, wurde er von Raͤubern att Er entkam mio Kasrin, wußte aber nicht, wie und wann er diesen Ort wuͤth verlassen koͤnnen. Buschir schien auf eine Zeit lang von zen Persischen Reich getrennt werden zu sollen; die kleinen Ham linge der Umgegend hatten sich verschworen, es unabhaͤngig i erhalten, waren aber von Mirza Ali Chan, dem Sohne Timm Mirza 's, in ihren Plaͤnen gestoͤrt worden, und der Fuͤrst von Schirt hatte diesen alt Gouverneur in jener Stadt gelassen. In ganz Pu sien herrschte Mangel an Vertrauen, und ein Jeder schien an seiner Hut zu seyn, als ob das ganze gesellschaftliche System z sammenbrechen sollte. Aus Indien waren im Dezember stht viele Waaren nach Bassora und anderen Persischen Hafen ven schifft worden; jetzt aber hatte man an die dortigen Agenten ge schrieben, sie sollten doch ja mit ihren Sendungen einhalten. Teheran war große Noth, und die dortigen Einwohner und Rü senden hielten sich nicht fuͤr sicher, denn Mahomed Mirza, den Anscheine nach, der maͤchtigste unter den Thron⸗-Kandidaten, war bis ganz nahe an Teheran mit 6h, 00 Mann und 60 Kanonen vorgedrungen, hatte sich zum Koͤnige proklamirt und wollte in die Stadt einruͤcken; der Gouverneur derselben, Prinz Ali Schach auch aus Koͤniglichem Gebluͤt und Thronbewerber, hielt ihn je— doch bis jetzt noch zuruͤck. Der Fuͤrst von Schiras soll brnsallt nach dem Scepter streben und auf Is pahan losmarschiren, in welcher Stadt er angeblich einen sehr einflußreichen Anhaͤnget hat. Der Befehlshaber der dortigen Armee, Ali Chan, hat sch jedoch fuͤr Mahomed erklaͤrt.
Aus Para (in Brasilien) wird von neuen Unruhen berich, tet, welche am 19. Febr. daselbst ausgebrochen sind. Der Pri sident der Provinz hielt es fuͤr seine Pflicht, den kommandirem den General gefangen nehmen zu lassen, aber die Partei ih Letzteren zeigte sich zu stark, als daß ein solches Unternehm hätte gelingen koͤnnen. Nach dreitägigem Gefecht wurden g Anhaͤnger des Praͤsidenten aus allen Positionen, welche sie h der Stadt inne hatten, vertrieben, nachdem ungefaͤhr 200 Men schen ums Leben gekommen waren.
die Stadt, um die Unternehmungen des Praͤsidenten zu unten stuͤtzen, und richteten sehr vielen Schaden an. Der Praͤsid entfloh auf eines der Kriegsschiffe, wurde aber am 2hbsten gesan gen genommen und sollte dem neuen Praͤsidenten uͤberliefert wer⸗ den; er wurde jedoch unterweges von seiner Eskorte erschosen. Seitdem ist die Stadt ruhig gewesen, doch hegte man seit dem 17. Marz neue Besorgnisse vor einem Poͤbel⸗Aufruhr.«
Aus Peru lauten die Berichte sehr guͤnstig, und man be hauptet, daß die Zwistigkeiten unter den verschicdenen politischt Parteien im Innern des Staates jetzt definitiv beendet seyen.
Niederlande.
Aus dem Haag, 14. Mai. Der Herzog von Cambri
hat sowohl vorgestern als gestern bei Hofe gespeisst Herr Baptiste Loisset ist mit seiner Gesellschaft hier wich
angekommen und mehrere Mitglieder der Königl. Familie habt
gestern seinen Cirkus beehrt.
Belgien.
Bruͤssel, 14. Mai. In der vorgestrigen Sitzung der Rh präͤsentanten Kammer legte Herr Alex. Rodenbach den Min stern mehrere Fragen in Bezug auf die 10 Zusatz⸗Centimen vt die seit dem Anfange dieses Jahres auf verschledene Auflag
bewilligt worden sind. Er erinnerte daran, daß die n willigung einzig und allein stattgefunden habe, weil man sich n den Folgen gefürchtet haͤtet, weiche das Auftäeren des Peessch üinisteriums fuͤr das Land haben konnte. Das Belgische nisterium sey dagegen die Verpflichtung eingegangen, die ne Auflage, sobald sich die Umstäͤnde wieder geandert, auch an fahren zu lassen. Nun werde wohl Niemand verkennen . daß sich die Umstände wirklich geändert hätten; das Perss Ministerium sey wiederum durch eine Whig⸗Verwaltung erse nichts erscheine daher auch wohl billiger, als die ,. ; Volkes, das ohnedies schon so sehr gedruͤckt sey, zu . tern. Der Minister der auswärtigen Ang elegenhe antwortete, daß zwar die Umstaͤnde, in Folge deren jene 14 satzCLentimen erhoben worden, sich allerdings zum Theil gennm hatten, daß jedoch diese Frage noch mit anderen Interessen, . vor Allem mit der Anlegung von Festungswerken an der in Verbindung stehe. Wolle man diese nicht aufgeben, so In man sene auch noch nicht fahren lassen. Herr Legrelle i germeister von Antwerpen) meinte, daß seit der renn unh an Holland noch keine Maßregel so viele Unzufriedenheit im n erregt a . als die hinsichtlich der Zusatz⸗Centimen, und da . allen Dingen eine Nevisson des Katasters und eine bessere
so eben erfahre,
Waͤhrend der drei Tat feuerten die im Hafen liegenden Kriegsschiffe fortwaͤhrend alf
—nnungen der von der Regierung z hmen, was Viele uͤberrascht hat, da
doch so kalt, wie in London kaum im Februar.
hi Tanten opel, 25. April.
heilung der Grundsteuern nothwendig sey. Die Kammer be⸗ hloß, ch am 14ten d. mit den von Herrn Rodenbach gedußer⸗ n Bedenken naͤher zu beschaͤftigen.
Heute, wo die Debatte uͤber obigen Gegenstand in der Re— jeisen tanten⸗Kammer wieder aufgenommen werden sollte, erschien het Minister des Innern und verlas eine Königl. Verfuͤgung, zanach die Session beider Kammern fuͤr das Jahr 1834 — 1835 zeschlossen worden ist. — Die Mitglieder gingen sogleich aus snnder, doch ließen sich nicht undeutlich der Spott und da— tlichter uͤber die getaͤuschte Erwartung vernehmen.
Danemark.
Kopenhagen, 16. Mai. Eine fuͤr den Daͤnischen Handel nicht unwichtige Nachricht ist, daß die Britische Regierung durch einn Heheimen⸗Naths⸗Befehl vom 1. d. M. den Danischen Schiffen gestattet hat, nach allen Britischen Kolonieen bestitige Produkte und Waaren einzufuͤhren und eben so von dert 6h Erzeugnisse der Kolonieen hach jedem fremden Hafen anzuführen..
chr, „Gesellschaft fuͤr den richtigen Gebrauch der Preßfrei⸗
heit⸗ hat den Beschluß gefaßt, eine Zeitschrift unter dem Titel Danst Folkeblad (Daͤnisches Volksblatt) herauszugeben. Die Gesellschaft zahlt jetzt bereits 12659 Mitglieder. Auf den Antrag des Koͤnigl. Sanitaͤts-Kollegiums ist die isher noch hier vorgeschrieben gewesene Quarantaine hinsichtlich usher Häuser, wo die natürlichen Pocken ausgebrochen waren, unmehr aufgehoben worden. Dagegen ist die Einimpfung der Kinder als Zwangspflicht neuerdings verschaͤrft worden.
Deutsch land.
ann over, 13. Mai. Die vor einigen Tagen im Koͤnig⸗ ichn Schlosse hieselbst eröffnete Ausstellung inländischer gewerb⸗ icher Erzeugnisse, so wie der haͤufige Besuch derselben nament⸗ ich auch aus vielen anderen Theilen des Koͤnigreichs, liefert ei⸗ n erfreulichen Beweis von dem lebhaften Interesse, welches das hublikum an dem Fortschreiten der inlaͤndischen Industrie und n den Bemuͤhungen des Gewerbe-Vereins um dieselbe nimmt. Fat alle Zweige des Gewerbe-Betriebes sind repraͤsentirt, und nich die zur Veraͤußerung eines Theils der ausgestellten Gegen⸗ finde veranstaltete Lotterie hat einen höchst erwuͤnschten Fortgang.
Portugal.
kissabon, 3. Mai. (Times.) Der Graf Linhares hat, ußet der Praͤsidentschaft des Conseils, noch das Marl ne-Mini; srruum und nicht, wie fruͤher gemeldet, das der auswärtigen An— zllgenheiten erhalten, welches dem Grafen Villa Real, mit mntweiliger Beibehaltung des Kriegs⸗Ministeriums, uͤbertragen worden ist. Der Herzog von Palmella wird mit einer außer⸗ acdentlichen Sendung nach London, Wien und vielleicht auch nach Hellin und St. Petersburg gehen, um die Verbindungen zwi⸗ hin diesen Landern und Portugal wieder anzuknuͤpfen. Wohl⸗ unterrichtete Personen behaupten jedoch, daß diese Ernennung, vi die des Marschall Saldanha, zum Gesandten in Paris, so⸗ had noch nicht zur Ausfuͤhrung koͤmmen werde. — Das Pu⸗ blkum scheint mit dem Wechsel zufrieden zu seyn, und es ist nir zu bedauern, daß das Portefeuille des Kriegs⸗Ministeriums och erledigt ist. Der General der Artillerie, Baptista Lopes, hat
die Annahme desselben abgelehnt, und der Marschall Saldanha, ob⸗ gleich er geneigt ist, sich der Verwaltung anzuschließen, scheint das der
rtigen Angelegenheiten vorzuziehen, einen Ober⸗Befehlshaber giebt, nur unbedeutend rf . Saldanha um die Erlaubneß eine Reise bis Ende Juli aufschieben zu duͤrfen wahrscheinlich, daß sie bis zur Wieder⸗Vermaͤhlung der Koͤnigin zusgesetzt bleibt, und daß er dann, da das Kommando der Armee tuf den Gemahl der Königin uͤbergeht, in das Kriegs ⸗Ministe⸗ lum treten wird. Er wuͤnscht sehr, bei dem Beginn des Ver— aufs der National-Guͤter zugegen zu seyn. ;
Die Königin hat im Laufe dieser Woche mehrere Dekrete etlassen, namentlich eines, welches die Munizipalitaͤten des Lan⸗ des auffordert, ihre Plane und Rathschlaͤge hinsichtlich der in hren respektiven Distrikten anzulegenden neuen Kanäle und Straßen der Regierung zu uͤbersenden, die bereit ist, So) Contos de Reis fuͤr solche Unternehmungen monatlich vorzuschießen. Ein anderes Dekret betrifft den freien Tabacksbau au den Azo⸗
hen Inseln, und ein drittes setzt an die Stelle der General— Lapiutine in den Kolonieen Gouverneure mit militairischer und administrativer Gewalt, die jedoch nichts mit dem Richter⸗Amte zu thun haben. Ein viertes Dekret theilt Portugal in 17 Ver— ,, .
Die Regierung soll davon unterrichtet seyn, daß seit etwa en Wochen fuͤnf oder sechs Miguelistische Agenten . Land urchziehen, die vornehmsten Miguelisten in den verschiedenen . besuchen, von der großen Unterstuͤtzung sprechen, welche ed ache Dom Miguel's von Seiten der Englischen Regierung . und endlich behaupten, daß sie im Auftrag des Lord Be— . handeln, mit dem sie durch jedes Packetschiff zu korre⸗— hr I behaupten, so wie sie angeblich ihre Briefe unter der h des Herzogs von Wellington absenden. Das Ganze . ein Maͤhrchen zu seyn, obgleich versichert wird, daß einige riefe sohcher Agenten aufgefangen worden sind.
8. April wurde ein Miguelistischer Priester, welcher
. ttz zu Gunsten Dom Miguel's eine Verschwörung i teln, hier verhaftet und vorgestern wurden zwei Moͤnche emselben G Volke gemißhandelt und konn—
weil ersteres, so lange ist. Wie ich nachgesucht, und es ist
n e, Grunde von dem ur mit Muͤhe aus den Haͤnden desselben befreit werden. ij . einigen Tagen erschienen zwanzig Bewaffnete, ange— wel 9 zwei wohlbekannten Miguelisten, in einem Srte z 3 . Portell und behaupteten, ermaͤchtigt zu seyn, Leute fuͤr . (8 Sgr.) den Tag anzuwerben. Sie wurden indeß, sie ein Haus gepluͤndert und einen Menschen getoͤdtet en von der herbeieilenden National-Garde zerstreut. . . einigen Tagen wurden 20 Bank-Actien, welche n, fee gehoͤrten, das jetzt Staats⸗/Eigenthum ist, zu 686, 000 e th. jede verkauft. Dies ist eine Erhohung um 6 pCt. sit J 9 en 6 Tagen, und 20 pCt. seit einem Jahre, und beweist ah nehmens Vertrauen des Volkes zu der Bank und seinen * Woh lstand. Jede Actie repraͤsentirt ein Kapital von ö M reit, Mehrere Inhaber von 6proc— Fonds der in— en Schuld haben sich erboten, proc. Stocks unter den Be⸗ 86. Convertirung an⸗
is jetzt das G ier uh i, 6 i ch an , ö x nde die Weinberge versprechen nach de gen einen reichen Ertrag. ö Am nnn,
zu ei⸗
Turkei.
Folgendes nber den Schiffbau der Pfortt; „Das Hoh
Die .
573 u den rie sch fen, welche sowohl in dem Arsenal von Kon⸗ antinopel als auf den Schiffswerften in Nicomedien erbaut werden, kommt von den Bergen Chodscha⸗Est und Boll. Seit einiger Zeit wurde das zu großen Schiffen taugliche eh so selten, daß diese Verminderung die Aufmerksamkeit der Re gierung auf sich zog. Es hat sich nun ergeben, daß die Holz— faͤller, welche die Erlaubniß haben, in den , Waͤldern, woraus der Bedarf des Staates gezogen wird, fuͤr ihre Rechnung Holz zu schlagen, alle Bäume, ohne ünterschied fallten, und die besten, welche fuͤr den Bedarf der Arsenale reservirt werden soll⸗ ten, an Privatleute verkauften. Es war nothwendig, die zum Bau der Schiffe noͤthigen Baͤume vor der Verwuͤstung zu sichern und zugleich die armen Landleute, welche durch das
Faäͤllen und den Verkauf des Zimmer- und Brennholzes ihre Fa;
milien ernähren, nicht ihres Existenz⸗Mittels zu berauben. Se. Excellenz, Achmed Fewzi Pascha, Gouverneür der Provinzen Chodscha⸗Eli und Boli, hat sich feit seiner Reise durch verschie⸗ dene Theile seines Gouvernements ernstlich mit diesen beiden Gegenständen beschaͤftigt. Er hat die dortigen Wälder in ihrer zan gen Ausdehnung inspiziren und ein Verzeichniß der zum Ge— rauch der Arsenale von Konstantinopel und Ricomedien taugli⸗ chen Baͤume anfertigen lassen. Nachdem ihm von den angesehen⸗ sten Bewohnern des Landes ein genauer Bericht uͤber die Ent— fernung der Orte, wo das Holz gefaͤllt wird, von den Einschif— fungs⸗ Platzen „ so wie uͤber den Zustand der Wege und Trans— portmittel abgestattet worden ist, hat er eine topographische Charte beider Provinzen zeichnen lassen, worauf die bewaldeten Berge, die Straßen, die naheren und entfernteren Haͤfen genau angegeben sind, um zu sehen, welche Verbesserungen hinsichtlich des Transports der Bau-Materialien moglich sind. Dem hier— mit beauftragten Geometer wurde ein Marine⸗Ingenieur beige⸗ geben, der den Befehl erhielt, das schon angefertigte Verzeichniß der Baume zu kontrolliren und diejenigen, welche er fuͤr tauglich zum Schiffs-Bau halte, mit einem besonderen Stempel an dem Stamme zu bezeichnen. Es wurden Waͤchter angestellt, welche die taͤgliche Aufsicht uͤber eine bestimmte Menge von Baͤu⸗ men haben, und es wurde in dem Lande bekannt gemacht, daß in Zukunft nur solche Baume zum Gebrauch von Privatperso⸗ nen gefaͤllt werden duͤrfen, die nicht mit dem Regierungs⸗Stem⸗ pel versehen sind. Ein großes verfallenes Gebaͤude in der Naͤhe der Berge von Boli, das vielleicht fruͤher zur Aufnahme von Reisenden diente, hat Achmed Pascha zu einem Magazin fuͤr das gefaͤllte Bauholz und zu einem Zufluchtsort fuͤr die bei dem Transport beschaͤftigten Menschen und Thiere einrichten lassen. Die Eigenthuͤmer haben dafuͤr in einem anderen Theile der Pro— vinz Land zu ihrer Entschaͤdigung erhalten.“
Griechenland.
In einer der neuesten Nummern eines hiesigen Journals wird unter der Aufschrift: „Griechenland und Bapern“ folgender Artikel mitgetheilt: „Zu unserm großen Schmerze ha⸗ ben wir erfahren, daß in Argos und Athen Griechische Solda— ten in offenem Streit mit den Bayern gerathen sind. Noch ken— nen wir nicht die Details, welche diese bedauerlichen Ereignisse veranlaßt haben, die alle wahren Freunde des Vaterlandes be— truͤbten. Wir halten es jedoch fuͤr eine unserer heiligsten Pflich⸗ ten, unsern Landsleuten den Rath zu geben, unter den jetzigen Umständen die groͤßtmoͤglichste Geduld, Mäßigung und Klugheit zu zeigen. Moͤgen sie nicht vergessen, daß wir auf dem gastfreund⸗ lichen Boden unseres Vaterlandes sind, wer sie auch immer seyn moͤgen. Auch durfen die Griecht— schen Soldaten nicht vergessen, daß sie, wenn sie Beschwerden gegen Jemand haben, solche vor die Regierung bringen muͤssen, welche ihnen allein gebuͤhrende Genugthung zu geben vermag. Was einem Fremden Uebeles geschieht, wird morgen allen Griechen zum Verbrechen gemacht werden. Suchen wir darum einer An— klage zu entgehen, welche mit Recht oder Unrecht das ganze Volk treffen kann. Die Griechen haben in der alten und neueren Zeit stets eine gewissenhafte Achtung den Fremden gezollt, die sich in ihrem Vaterlande befunden haben. Die Bayerischen Sol⸗ daten sind in dem Dienste unseres Koͤnigs. Wir wissen nicht und koͤnnen nicht vorhersagen, was morgen die Absichten der Re⸗ gierung seyn koͤnnten. Die Wahrheit aber ist jedenfalls, daß die in unserem Vaterlande befindlichen Bayerischen Soldaten, sowohl als Fremde, als im Dienste unseres Vaterlandes, alle Anspruͤche auf, unsere Liebe und Achtung haben. Wir beschwoͤren alle gute Griechen, und vor allem unser achtbares Militair, die Bedeu⸗— tung unserer Worte zu beherzigen, und in keinem Verhaͤltnisse zu vergessen, was sie dem Volke, dem Koͤnige und der ganzen gebildeten Welt, die uns in dem Freiheitskampfe so 2 unterstuͤtzte, schuldig sind.“
Inland. ;.
Berlin, 20. Mat. Man schreibt aus Königsberg un— term 16ten d. M.: „Der hiesige Kunst- und Gewerbe ⸗Verein endigte am 6. Maͤrz d. J. seine fuͤnfte Ausstellung. Das Ver⸗ zeichniß enthielt 31 Nummern und die geachtetsten Namen jetzt lebender Kuͤnstler. Gezeigt wurden 258 Gemaͤlde, 20 Zeichnun— gen, 2 Kupferstiche, “ Lithographieen, 3 Hoszschnitte, 13 plasti⸗ sche Kunstwerke und 31 Gegenstaͤnde der Gewerbe. Unter den Gemaͤlden befanden sich durch die Guͤte des Herrn Stadtrath Neimer auch aͤltere Originale aus seiner großen werthvollen Sammlung. Die plastischen Gebilde bestanden in Gyps⸗Ab⸗ guͤssen von Rauch's und Tieck's Meisterwerken, durch“ die ge⸗ nannten Kuͤnstler selbst uͤbergeben. Die Gewerbs⸗ Erzeugnisse lieferten den sichtlichsten Beweis von achtungswerthen Bestrebun—⸗ gen in Stadt und Provinz. Fuͤr das hiesige Stadt⸗Museum erwarb der Verein 13 Gemaͤlde; 28 andere gingen an verschie⸗ dene Besitzer uͤber. Im Ganzen wurden 41 Gemaͤlde, im Be— trage von 5009 Rthlr. 8 Sgr. angekauft. Auch der Absatz von Gegenstaͤnden des Kunst- und Gewerbfleißes war nicht unbedeu⸗ tend. Gegenwaͤrtig zaͤhlt das Museum 28 Original ⸗Oelgemaͤlde, worunter 28 von dem Vereine seit seinem vierjaͤhrigen Bestehen mit 4198 Nthlr. angekauft wurden. Fuͤnf sind geschenkt, Und eins ist bei Verloosung des Berliner Kunst⸗Vereins gewonnen wor⸗ den. Am Schlusse der Ausstellung war die zunehmende Anzahl der Mitglieder 705.“
Mach den neuesten statistischen Tabellen zählt die Pro⸗ vinz Sachsen 1,465,938 Einwohner, als 1,376, 22 evangeli⸗ sche, 9l,s!il katholische Christen, 38909 Juden, J der Griechischen Kirche angehsrige Christen und 2 Menndniten. Unter dieser Ein⸗ wohnerzahl befinden sich 1145 Taubstumme und 1171 Blinde. Geboren sind im Jahre 1834 58,73 Kinder, die Zahl der Ge— storbenen betraͤgt 15,556; es sind mithin 12,87 mehr geboren als gestorben. Getraut wurden 135975 Paare. Die Provinz zäaͤhlt 2759 Kirchen, Bethaͤuser und Synagogen, 11,724 Gebaͤude zu Staats, und Gemeinde⸗Zwecken, 268,732 Privat⸗Wohnhaͤuser, Södz Fabrik ꝛc. Gebaͤude und 27,895 Scheunen und Ställe. Der Viehstand der Provinz betragt 21,131 Fuͤllen, 120,068 Pferde,
den Fremden Achtung schuldig
431,157 Stuͤck Rindvieh, 373,ů1 11 Merinos, 1,025,493 halbver⸗ edelte und ol 4824 unbercdelte Schafe, 58, 058 Ziegen und
225,958 Schweine.
Die Fleischer⸗Innung zu Torgau hat zur Unterdruͤckun der vielen Schlachtsteuer-Contraventionen, die dort ungeachtet a ler Aufmerksamkeit des Steuer⸗Personals sehr eingerissen waren, eine gegenseitige strenge Kontrolle in Bezug auf diesen Punkt eingeführt, was als sehr lobenswerth erscheint.
— Auf den am 9. und 10. April in Halle abgehaltenen roßen Vieh, und Krammarkt wurden unter Anderem Sös Stuͤck rler und 40 Fohlen gebracht, und davon der groͤßte Theil
verkauft. — 6
Ausstellung auf der Königl. Akademie der Kuͤnste—
Wenn es bei den Aquarellen hauptsaͤchlich darauf ankemmt, daß der Kuͤnstler sicher wisse, was er zu machen hat, so war es eine Erleichterung, mit der Kopie bereits fertiger Oelbilder anzu= fangen. Dies ist von einigen unserer Kuͤnstler sehr richtig gefühlt worden und der Erfolg hat es bewährt. Pistorius gab uns eine Wiederholung seines kranken Esels von der lehten Ausstellung; den Ton des Oelbildes hat er gluͤcklich erreicht, allein noch nicht mit jenem Minimum von Mitteln. Freier schon ist die ahnliche Üeber⸗ setzung eines kleinen Oelbildes von C. Schulz in die Aquarell farbe; es stellt einen Idgersmann dar, welcher sein frugales Fruͤhstück mit seinem Jagdhunde theilt; ein Seestuͤck desselben Künstlers gerieth in diesen Wasserfarben fogar noch kräftiger und klarer, als das Vor⸗ bild in Del. Alles aber uͤbertrifft in dieser Hinsicht ein kleiner Stadtprospekt aus Berlin, der freilich die Resibenz von einer un⸗ erwarteten Seite darstellt. Man sieht, einem Wasser⸗Graben entlang, auf Pfaͤhlen gebaute unscheinbare und seltsam durch inander geschobene Hintergebaͤude; ein energischer Sonnenstrahl streift an einigen Hiebeln, wahrend hinten einẽ drohende Regenlust den Himmel verduͤstert. Hier ragt, als sehr kontrastirendes Kennt⸗ jeichen des Ortes, die Kuppel des einen Gendarmen-Thurmes her⸗ vor. Aber bei aller Trefflichkeit durfte das Stuͤck fuͤr diese Manier doch schon zu viel Ausführung haben. Selbsßändiger und mehr im Charakter bloßer Saftfarben, zwar auch fleißig und ausführlich,; aber frei und sicher, ist eine hoͤchst gelungene Laüdschaft von Bö⸗ nisch: Leidalsdren in Norwegen. Man schaut eine von den Sche⸗ ren hinguf;: hohe Felswaͤnde schließen den schmalen Meerbusen, eine goldige Luft beleuchtet das Ganze auf eine magische Weise. Von Bier⸗ mann sehen wir eine Darstellung aus Assisi. Die letzten Sonnenstrahlen bescheinen die hoheren Theile eines Klostergebäͤudes, dessen Garten in friedlichem Schatten liegt; man schaut in einen tiefen Kreuzgang hinein, neben dem sich Cypressen erheben. Sehr poetisch ist der Rontrast der Beleuchtung und vorzuͤglich auch eine Gruppe üppig rankenden Laubwerks gedacht, doch fiel die Behandlung desselben wohl schon ins Weiche und Wollige; in den Schattentͤͤnen, sowohl des Gar⸗ tens als Kreuzgangs schien uns das Violett zu herrschend, und na⸗ mentlich haͤtten wir das noch vom Wiederschein des Himmels Ge⸗ troffene von dem ganz Geschlossenen stärker unterschieden ge⸗ wuͤnscht. Herr Hintze scheint in seiner Darstellung von Regens⸗ burg sich den neuen Anforderungen der Aquarell-Malerei nicht beque⸗ men zu wollen; dasselbe muͤssen wir auch von Herrn Lüdke sagen, und Ahlborn blieb in seiner Skizze, dem Kloster Corin, nenig⸗ stens zu bunt und unharmonisch. Dagegen scheint Herrn C. Rrü⸗ ger, einem jungen Kuünstler, der sich durch seine Feder-Zeich⸗ nungen zu Reineke Fachs vortheilhaft bekannt gemacht hat, diese Uchung auch hier für das Aquarell sehr zu Stätten gekommen zu seyn, weil die Kunst des Aussparens beiden Manieren gemein ist. Er nennt sein Bild eine westphaͤlische Landschaft: unordentliches Gestruͤpp, in welchem Ziegen klettern, und ein oͤdes Berg⸗Ter⸗ rain mit Hutten zwischen Weidenbüschen ist mit sehr feinem Gefuͤhl gegeben; ganz besonders aber glauben wir den mit leichten weißen Wölkchen uͤberzogenen blauen Himmel loben zu muüͤssen: hier ist mit wenigen, dem Anschein nach sorglos hingeworfenen Strichen des breiten saftigen Pinsels mehr Natur-⸗Stimmung erreicht, als man oft in Bildern, die Anspruͤche machen, zu schen bekommt Daß Blechen an kuͤhner Freiheit des volen Aquarell-Pinsces und an dreistester Auffassung der Farben alle überbieten würde, stand zu erwarten; und in der That moͤchte dies wohl das Aeußerste seyn, was man wagen darf. Die kleine Landschaft hat einen merkwürdi⸗
gen, aber sonst ungesuchten Effekt; ein einsamer hagerer Moͤnch, der
in die truͤbe Gegend und in den kalten Motgen hinausschaut, steht damit ganz im Einklange.
Aus dem Genrefach muͤssen wir noch einige vorzuͤgliche Arbet⸗ ten nennen. Sehr ergdtzlich ist ein Jude, der bei einem Mandver den Musketieren mit seiner Waare aufzuwarten bemuͤht ist, und nicht minder der wohlbeleibte Feldwebel, der ich vor dem Offiz er richtet. Dann eine Erfrischung auf dem Mandver, beides von Rabe, in vorzuͤglicher, breiter Behandlung. Ein allerlicbstes Bildchen von Elsholz stellt wieder eine Grußpe von Bauern und Bäuerinnen dar, welche scherzend und schaͤkernd dem Vorüͤvermarsch ciner Dra— goner⸗Schwadron zuschauen; von demselben sieht man auch noch ei⸗ nen Kuͤrassier, welcher, auf Ehre! die Hand seiner Schonen ans Herz druckt, Ho semann stellt einen Guckkasten auf, zu dem sich Kinder begierig draͤngen, und durch ihre bloße Stellung die Wunder verra⸗ tben, welche sie schauen; ferner einen blinden Bettelmaun. Endlich ein Dorf, das von Russischen Soldaten besetzt wird, von Schwarz
Unter den von Duͤsseldorf eingegangenen Aquarellen zeichnete sich ein kleines, aber schones Blatt voön Jordan aus, ein Schifferjunge, welcher selbander mit seinem Liebchen uͤber die Brüstung eines Quais gelehnt, mit ihr conversiet. Eine Bleiche von Becker hat sonnige frische Farben, doch wuͤnschte man dem Vortrag mehr Freiheit und eine mebr malerische Behandlung, welche die Umrisse der unterlic- genden Zeichnung weniger sehen ließe. Eines trefflichen Vichstückes von Simmler ward schon erwahnt, wogegen die in einem beschnei= ten Gebirge schlafenden Knaben, vom Grafen Stenbock, in ihrer müuhsam getuͤpfelten Ausführung und durch ihren Mangel an Farbe gerade das zeigen, was die Franzosen mit Recht vermeiden. Auch. besteht diese bleiche Faͤrbung wohl nicht mit der Natur, denn gegen den weißen Schnee mußte die Bekleidung der Knaben wohl jeden= falls dunkel und kraͤftig erscheinen. .
Schade, daß ein hübsch gedachtes und sinnig ausgefüͤbrtes Bild. chen von Schoppe, badende Maͤdchen darsteßend, schon zu sehr völlige Miniatur⸗Malerei ist, welche neben der energischen Stizzen⸗ Manier leicht kleinlich erscheint. Sonst ist in diesem Blatte viel Anmutbiges, sowohl in der Gruppirung der Maͤdchen als auch in ihren Charakteren, man wuͤnscht eine großere Ausführung in Del Sie wurde eine Art von Gegenstuͤck zu dem Hylas von Sohn ausma— chen koͤnnen, von dem wir gerade hier eine hoͤchsigelungene Kopie besitz ez. Diese ist von einem Schuͤler Wach's, Herrn Erettus, und da beide Schulen sich in ihrer Technik so sebr unterscheiden, so muß ein so
etreues Wiedergeben um so mehr auffallen. Die Feinhekeen der Zeichnung und des Kolorits lassen kaum etwas veemissen, und win noch mehr sagen will, so ist auch der hinreißende Ausdruck des Ori- ginals, namentlich in der heißoerlangenden sehnsuchtsvollen brünet. ten Nymphe zum großen Theil in die Kopie übergegangen. In ei. nem Punkt würden wir eine Abweichung vom Ofigin at leich! ver= kichen haben, namlich in dem Lorbeerbusch, der sich auch dort durch zu große Ausführung zum Nachtheil des Ganzen vordrangt.
Hier haben wir endlich noch einiger ganz vorzuͤglichen Leistun= gen in Pastell zu erwaͤhnen. Diese Technik, welche für schnee Auf⸗= sassung und Vollendung so große Vortheile gewährt, ist dennoch ziemlich aus der Mode. Mit Recht hat unser krefflicher Thiermalc?“ Franz Krüger, sie wieder hervorgesucht, und uns damit jenes Wachtelhuͤndchen und Moͤpschen, von dem wir schon fruͤher gemel⸗ det haben, so lebendig dargestellt. Ihm ist nun sein talent voller Schuͤler Rande! darin gefolgt und nicht genug können wit dessen Bauernpferde auf der. Weide, ferner die Engüische Dogge, ganz besonderg aher die beiden Löwen rähmen, die mit leichten Strichen