1835 / 142 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

e , , .

e , e . , . ,

ö

,

J , n

*

K .

.

ö d

ö an, /

In den Bureauy der Deputirten-⸗Kammer waren gestern bei der Zusammensetzung der Kommission zur Pruͤfung des An— trages der Pairs⸗ Kammer 383 Deputirte zugegen; von diesen sprachen sich, nach den stattgefundenen Wahlen zu urtheilen, 247 fuͤr und 136 wider die verlangte Autorisation aus, so daß an der Bewilligung dieser letztern kaum zu zweifeln seyn moͤchte. Die neu ernannte Kommission hat noch gestern Abend eine Siz— zung gehalten; sie wird die Herren Audry⸗de⸗Puyraveau und von Tormenin einladen, heute vor ihr zu erscheinen. Dem Messa— ger zufolge, wuͤrde der Bericht an die Kammer erst am Montag abgestattet werden.

Der nachstehende Rapport des Chefs des Generalstabes der National, Garde, Generals Jacqueminot, ist, auf die Ordre des Ober⸗Befehlshabers, Marschalls Lobau, unter Bezeugung dessen Zufriedenheit mit dem Benehmen der National-Garde, durch ei⸗ nen Tagesbefehl bekannt gemacht worden:

„Paris, den 15. Mai 1835.

Herr Marschall! Ich habe die Ehre, uͤber die Ausfuͤhrung Ihres Befehls vom 15. April, in Ansehung des Ehren, und Sicherheits-⸗Dienstes, welchen die National-Garde, auf die Re— quisition des Präfekten des Seine Departements, im Palaste Luxembourg bei dem Pairshofe zu leisten berufen worden ist, Bericht zu erstatten. Sechs Legionen haben bereits der Reihe nach diesen Dienst geleistet, und nicht ohne wahrhafte Freude kann ich Ihrer Aufmerksamkeit den Eifer empfehlen, wovon sie auch bei dieser Gelegenheit Beweise an den Tag zu legen sich beeilt haben. Außer der in Gemaͤßheit Ihres Be— fehls kommandirten Zahl von National-Gardisten verlang⸗ ten mehrere bereitwillige Personen, sich den Abtheilun— 3 anschließen zu duͤrfen, wurden dazu auch ermaͤchtigt.

us den, von jedem Bataillons-Anfuͤhrer dieser 6 Legionen, un—⸗ ter deren We die National⸗Garde gestellt war, an den Gene⸗

ralstab erstatteten Rapports geht hervor, daß statt der 246 Mann, welche kommandirt waren, die 1ste Legion 276, die 3te (deren Dienst erst den Abend vorher angesagt worden war) 256, die Ate 252, die 5te, 254 und die 6te 318 Mann unter den i zahlte. Und was endlich das Piquet (Kavallerie) der 13ten Le— gion betrifft, so war dies immer ganz vollzählig.

Der Chef des Generalstabes,

(gez. Jaque minot.“

Das Journal des Débats enthalt ein an den Redac— teur des „Nationalll von dem Hauptmann der Voltigeur-Com—⸗ pagnie des 1sten Bataillons, der ten Legion der National⸗Garde,

Herrn J. Saunier, gerichtetes Schreiben, wodurch derselbe die von dem gedachten Blatte aufgestellte Behauptung, daß schon 59 Voltigeurs jener Compagnie eine Protestation gegen den Tages—⸗ Befehl vom 16. April unterzeichnet hatten, in so weit berichtigt, daß die Protestation jetzt erst (also 24 Stunden spaäͤter), 7—8 Unterschristen zaͤhle. Im Uebrigen sey der Geist der Compagnie der beste; sie habe den Dienst im Palaste Luxembourg bereits gethan, indem sie l Mann zu diesem Behufe gestellt habe, und mehrere Antraͤge, sich dem Dienste anzuschließen, hatten zuruͤck⸗ gewiesen werden muͤssen.

Vorgestern fruͤh starb hierselbst der ehemalige Deputirte und Staats⸗-Minister, Graf Alexis von Noailles, nach einer langen und schmerzhaften Krankheit, im 53sten Lebensjahre.

Der Hen r, des Departements der Ardennen, Baron von

Lascours, ist vor einigen Tagen in Mezieres mit Tode abge— gangen. Aus Toulon schreibt man unterm 19ten, daß die daselbst schon so lange versammelte Flotte nunmehr bestimmt am 2hsten d. M. die dortige Rhede verlassen werde, um sich nach Grie— chenland zu begeben, und am 21. Juni bei der Kroͤnung des Königs Gtto zugegen zu seyn, die mit großem Pompe vollzogen werden soll. Man versichert, daß auch viele Englische Schiffe um dieselbe Zeit vor Athen versammelt seyn wuͤrden.

Die vornehmsten Muselmänner und Israeliten von Algier, uͤber sechzig an der Zahl, haben an den Konig bei Gelegenheit seines Namensfestes ein Schreiben gerichtet, worin sie ihm Treue und Gehorsam geloben, auch die Versicherung hinzufuͤgen, daß sie a e chic schaͤtzten, unter die Zahl der Kinder Frankreichs u gehoͤren.

; ie Sentinelle des Pyrenées vom 12ten will wissen, daß die beiden Generale Valdez und Zumalacarreguy aus den Garnison⸗Plaͤtzen alle nur irgend entbehrliche Truppen an sich zogen und sich in der Gegend von Estella konzentrirten. Die Division des Generals Cordova . jetzt unter den Befehlen Espartero's. Die Gazette de France meldet, die Karlisten haͤtten sich am 5ten der Stadt Estella bemächtigt, während an— dererseits Guernica von den Christinos eingeäschert worden sey. . . Pampelona verlassen haben, um sich nach Montpellier u begeben.

; Das Journal des Debats sagt, es habe noch nichts Be— stimmtes uͤber die seltsamen Geruͤchte erfahren, die uͤber einen Austritt des Herrn Martinez de la Nosa aus dem Spanischen Ministerium und uͤber die Vexanlassung zu einer solchen Mi— nisterial⸗Veraͤnderung verbreitet worden waren; es glaube daher, daß man diese Geruͤchte nur mit großer Vorsicht aufneh— men duͤrfe.

Die Geschafte an der Boͤrse waren heute ohne Bedeutung. Der Prozeß vor dem Pairshofe und das vorgebliche Arrange— ment zwischen der verwittweten Königin von Spanien und Don Carlos waren die einzigen Gegenstaͤnde der Unterhaltung. Man behauptete, der General Cordova habe den Auftrag, dem Madri— der Hofe die Bedingungen mitzutheilen, unter denen sich Don Carlos auf eine Unterhandlung einlassen wolle, und die Koͤnigin sey geneigt, sie mit einigem Vorbehalt anzunehmen. Die Spa⸗ aischen Fonds hielten sich auf ihren gestrigen Coursen, selbst die Cortes⸗Bons, obgleich man weiß, daß Don Carlos erklaͤrt hat, er werde sie niemals anerkennen.

Großbritanien und Irland.

London, 15. Mat. Es soll anfangs die Absicht gewesen seyn, die Sitzungen des Unterhauses noch etwas laͤnger zu ver—⸗ tagen, weil Lord John Russell noch nicht wieder gewählt ist und dem Ministerium in ihm einer der bedeutendsten Wortfuͤhrer im Unterhause fehlt; doch wurde dieser Plan, wie der Albion be— hauptet, deshalb aufgegeben, weil einige Privat⸗-Geschaͤfte zu drin⸗ gend eine baldige Erledigung im Parlament forderten; indeß sey man, fuͤgt das genannte Blatt hinzu, wenigstens dahin uͤberein— gekommen, in dieser Woche noch keine allgemeine Fragen, bei de— nen Partei-Ansichten ins Spiel kaͤmen, zur Sprache zu bringen.

Der Albion sagt, die Prinzessin von Beira habe so uner— muͤdlich und unablassig alle ihre Kräfte n, um zu Gun⸗ sten der Sache ihres Schwagers Don Carlos in England zu ir, daß man sich uͤber ihre Erkrankung nicht zu verwundern brauche.

Dle Times bezeichnet die Rede, welche Sir R. Peel bei dem ihm in der City gegebenen Diner gehalten hat, als eines der wichtigsten und lehrreichsten Dokumente der jetzigen Zeit,

380 welches in Hunderttausenden von Exemplaren uber ganz England verbreitet werden sollte, um den gesunden Sinn öes Volks zu schaͤrfen, denn der- Redner habe in diesem seinem Vortrage ganz besonders den Nagel auf den Kopf getroffen und aufgezeigt, was Noth thue. „Wie kommt es,“ sagt das genannte Blatt in dieser Beziehung, „daß bei der Wahl der Repraͤsentanten fuͤr eine Hauptstadt, wie London, ihr ganzer Reichthum und ihre ganze konservative Gesinnung ausgeschlossen blieb? Denn mit Ausnahme Sir F. Burdett's gehoren alle 16 Mitglieder fuͤr die Hauptstadt, das Ost- und West-Ende, der sogenannten Bewe— gungs-Partei an, das heißt derjenigen, die gern in jedes Staats-Departement eine noch bei weitem größere Beimischung von Demokratie bringen moͤchte, als selbst jetzt schon darin ist. Nun fragen wir aber jeden Redlichen und Leidenschaftslosen, ob dieser Zustand der Dinge ein gesunder seyn kann? Sir R. Peel be⸗

hauptet daher sehr treffend, daß dieser Anblick, den die Repraͤ⸗

sentation der Hauptstadt gewahrt, kein natuͤrlicher sey, und daß der Fehler in dem Benehmen der wohlhabenderen und einsichts— volleren Klassen selbst liege, nicht aber in dem Buchstaben des Wahlrechts. Gewiß, so ist es. Aus Gleichguͤltigkeit, oder Klein— muth, oder tadelhaftem Widerwillen gegen die Reform-⸗Vill hatte eine große Anzahl von Waͤhlern aus den hoͤheren und mittleren Klassen, besonders in Westminster und Marylebone, im vorigen Sommer ihre Stimmen gar nicht einregistriren lassen, sondern das Feld ganz und gar denen geräumt, die sich mit nichts als Politik beschaͤftigen, und denen die Intriguen, der Laͤrm und der Kampf einer Wahl die einzige Aussicht darbiete, diejenige Wichtigkeit zu erlangen, die darin besteht, daß man sich einen Namen macht, durch welche Mittel und Kunstgriffe es auch ge— schehen mag.“

Die Morning Chroniele meint, wenn es Sir Robert Peel mit dem, was er in seiner letzten Rede in der City gesagt, Ernst gewesen sey, so muͤsse er die Partei, der er bisher ange— hangen, und mit der er gemeinschaftlich die Reform-Bill aufs heftigste bekaͤmpft habe, gaͤnzlich aufgegeben, uͤber Bord gewor— fen, ja, jedes Glied, das ihn an dieselbe gefesselt, zerrissen ha— ben; der merkwuͤrdigste Theil seiner Rede aber sey der, wo er seine unveraͤnderliche Anhaͤnglichkeit an die Mittelklassen des Volks kundgebe und mit Verachtung auf die Aeußerung hinweise, die aus dem Munde der Hoch⸗-Tory⸗Aristokratie hervorgegangen, naͤm⸗ lich daß der Koͤnig den Sohn eines Baumwollenspinners bis von Rom habe holen lassen, um ihn zum Premier-Minister Eng— lands zu machen. „Es ist sehr wohl bekannt“, faͤhrt die Chro— nicle fort, „daß die Faction, mit welcher Sir R. Peel Hand in Hand gewirkt hat, so unentbehrlich er ihr auch lange Zeit war, doch stets mit einer gewissen Eifersucht, die sie nicht ver— bergen konnte, auf die Stellung geblickt, die er, als Plebejer, durch seine Talente gewonnen hatte. Eben dieser Scheelsucht von Seiten des Tory-Adels fiel Canning als Opfer. Peel hat oft Gelegenheit gehabt, dies in allen Verhaͤltnissen seines Pri— vat⸗Lebens zu erfahren.

Die Morning Chroniele haͤlt es fuͤr einen unter civilisir⸗ ten Nationen unerhörten Akt der Tyrannei, daß der Franzoͤsische Pairshof uͤber die Angeklagten in ihrer Abwesenheit richten wolle. „Alle Formen der Gerechtigkeit“, sagt dieses Blatt, „werden da— durch der tiefsten Verachtung ausgesetzt. Ganz Frankreich wird durch diese Maßregel zu Gunsten der Angeklagten gestimmt wer— den, und diese Stimmung duͤrfte eben so maͤchtig seyn, wie die, welche zu den Barrikaden Anlaß gab.“

Im Albion heißt es, das Betragen der Neger in La Pe— nitence sey, nach Berichten aus Demerara vom 28. Maͤrz, immer noch sehr ordnungswidrig; fast alle Weiber haͤtten sich . benommen, daß sie bestraft werden mußten; der Verlust des Ei— genthuͤmers jener Plantage sey unberechenbar, und man fuͤrchte, daß die unter den dortigen Negern herrschenden Gesinnungen sich auch auf andere Pflanzungen verbreiten wuͤrden. Der Standard versichert, er habe Privatbriefe aus St. Vincent vom 25. Maͤrz gesehen, die eine detaillirte Schilderung von einem in den drei großen Plantagen des noͤrdlichen Theils der Charib-Graf— schaft ausgebrochenen Negeraufstande enthielten; die Neger hatten sich daselbst geweigert, mehr als 9 Stunden des Tages zu arbei— ten, was in der Aerndtezeit nicht hinreichend geschienen; die Po— lizei, welche den Magistratspersonen zu Gebote gestanden, sey nicht stark genug gewesen, um den Tumult zu unterdruͤcken, und man habe ein Detaschement des 65sten Regiments zu Huͤlfe ru— fen mussen, durch welches endlich die Neger eingeschuͤchtert und mehrere derselben gezuͤchtigt worden seyen. Diese Insurrection soll, dem genannten Blatt zufolge, auf St. Vincent große Be— sorgniß erregt haben. l

Niederlande.

Amsterdam, 14. Mai. Dem (gestern erwähnten) vom Ingenieur Brade herausgegebenen Prospekte einer Eisenbahn von Amsterdam nach Harlem, Leiden, Haag, Delft und Rotter— dam zufolge, soll der Weg nach Harlem in 25 Minuten, der nach Leiden in anderthalb Stunden, nach dem Haag in zwei und nach Rotterdam in drittehalb Stunden zuruͤckgelegt werden. Die Fosten fuͤr die Eisenbahn nach Rotterdam sind zu 4,200,000 Fl., nach Harlem zu 1,009,000 Fl. angeschlagen. An die Spitze des Unternehmens wird eine anonyme Gesellschaft treten. Die Actien sollen jede 10090 Fl. betragen. Von der Eisenbahn nach Rotterdam verspricht man sich 18 pCt. Zinsen, da man annimmt, daß mehr 260,000 Menschen und 149,009 Tonnen Guͤter jaͤhr—⸗ lich auf derselben transportert werden. Fuͤr die Reisenden ist das Passage-Geld von Amsterdam nach Rotterdam zu 3 Fl. 25 C., 2 FI. 25 C. und 1 Fl. 25 C. angesetzt. Ferner wird die Nothwendigkeit eroͤrtert, diese Bahn mit der projektirten Eisen— bahn nach Köln in Verbindung zu setzen.

,, .

Brussel, 17. Mai. In der Provinz West⸗Flandern haben unsere Zoll⸗Beamten vor einigen Tagen einen Transport von nicht weniger als 4 Ballen Baumwollen⸗-, Wollen- und Seiden⸗Waa⸗ ren in Beschlag genommen, welche diesseits hätten eingeschmug—⸗ gelt werden sollen. Die Zoll-Beamten hatten dabei mit den Schleichhaͤndlern einen Kampf zu bestehen, bei welchem mehrere Menschen verwundet worden sind.

Von einer auswärtigen Zeitung ist der Beweis gefuͤhrt wor— den, daß die Frachten auf unserer Eisenbahn 15mal so hoch sind, als im Durchschnitte die Frachten auf dem Rheine zwischen Rot—

terdam und Coͤln fuͤr eine gleiche Strecke.

Deutsch lan d.

Hannover, 19. Mai. Den neuen Bestimmungen uͤber die Eingangs-, Durchgangs- und Ausgangs-Abgaben zufolge, wird beim Eingange unter Anderen erhoben: 1) vom Ctr. Kaffee 3 Rthlr. 3 gGr.; 2) vom Ctr. Zucker 3 Rthlr. 3 ch, jedoch vom Cinr. Rohzucker für inlaͤndische Zuckersiedereien 1 Rthlr. §z gGr.; I) vom Ctr. Thee 6 Rthlr. 6 gGr.; 4) vom Ctr. ge—

kammte Baumwolle 12 gGr., von Baumwollgarn 1 Rthlr. 1 gGr.

bis 6 Rthlr. 6 gGrr, von Baumwollwagren 12 Rthlr. 12 ghz sichtwogenden Menschenmassen bedeckt, die aufgeschreckt und von

83) vom Ctr. roher Tabacksblätter und Stengel 1 Rthlr. 1

gGwHeugierde getrieben nach der Gegend zogen, uin die Wirkung

von fabrizirtem Rauch, und Schnupf(Taback 6 RNthlr. 6 schrecklichen Ereignisses zu sehen; uͤberall heransprengende jedoch von Taback fuͤr inlaͤndische Tabacks⸗Fabriken 1 Rthlr. . 1 Ife heechĩn ze. Wagen und 3. J end ge.

6) vom Ctr. Wein in Faͤssern 3 Rthir. 3 gGr., in Flasg iar.

Fast in einem Augenblicke war die ganze Anhoͤhe, auf

6 Rthlt 33 Er. 3 vom Et. Branntwein vön 4 Athlr. (im zas Magazin gestanden, so weit das ile eichte int del

bis zu 8 Rthlr. 8 gr.; 8) vom Ctr: Bier. 16 gGr.; 9) Ctr. roher Wolle 2 gGr., von rohem ungefaärbtem Wollgarn 38

von Wollen⸗Waaren 12 Rthlr. 12 gGr; 10 von Flachs, Hanf Heede nichts; vom Centner gebleichten und gefaͤrbten Gaim Rthlr. 1 gGr., von Packleinen und Segeltuch 4 gGr., vnn

gebieichter Leinwand 1 Rthlr. 1 gGr., von gebleichter Leinm und Damast 8 Rthlr. 8 gGr., von uͤbrigen Linnen. Waarth

Rthlr. 12 gGr.; 11) rohe Haͤute und Felle sind frei; 19 y Lentner Leder wird gezahlt 3 Rthlr. 3 gGr., und von gn, Waaren 6 Rthlr. 6 gGr. Aus dem Koͤnigreiche aus lim Waaren unterliegen in der Regel einer Ausgangs . nicht. Nur fuͤr ng. wenige Gegenstande ist im Tarif ou sondere Ausgangs-Abgabe feh erlebt, Dazu gehoͤren namnj die Lumpen, fuͤr welche eine Ausgangs-Abgabe von 3 i gGr. fuͤr den Centner gefordert wird. Die allgem̃ Durchgangs-A1Abgabe betragt 4 gGr. vom Centner; sy jedoch fuͤr Gegenstaͤnde, welche nicht direkt transitiren, sosp zuvoörderst durch unversteuerte Niederlagen gehen, auf 36 4 Pf. ermäßigt. Eine hesondere Durchgangs⸗-Abgabe besteh einzelne Gegenstaͤnde nach einem Tarife; fuͤr gewisse Si Routen auf den Grund von Vertraͤgen; eben so kann von genstaͤnden, welche vom Auslande in solche Theile seines Gag!

eingefuͤhrt werden, die von unserm Lande ganz umschlossen ;! eine der Eingangs, Abgabe gleiche i eg, ,, Ahe e, Ral folgte ein Erdstoß, der alle Haͤuser dermaßen erschuͤtterte,

werden.

Kassel, 18. Mai. Der Universitaͤt Marburg und! Hessischen Vaterlande ist eine der groͤßten Zierden durch den entrissen worden. Am 14. Mai Abends verschied zu Math nach schwerem, langjaͤhrigem Leiden, der ordentliche Professy Philosophie, Hofrath Hr. Suabedissen. Er war in Nieder zu Melsungen am 14. April 1773 geboren. In ihm hat Den land einen geistvollen philosophischen Schriftsteller und die versitaͤt einen ihrer gefeiertsten Lehrer verloren.

Hamburg, 20. Mai. Nach Privat-Mittheilungen Kopenhagen war Professor David in der bekannten, wegen y Vergehen gegen ihn anhängig gemachten Rechtssache freige snihn aber in die Kosten verürtheilt worden.

Das Dampfschiff „Havre“ kam gestern am Abende n 38 Passagieren aus Havre hier an. Unter ihnen befinde der Russische General Jomini.

Muͤnchen, 16. Mai. In der hiesigen Zeitung man: „Das Theresien-⸗Monument bei Aibling fleht mann seiner Vollendung entgegen. Dasselbe wurde am 15. Okt 1833 durch die rege Theilnahme gegruͤndet, welche die Frün Bayerns an dem muͤtterlichen Schmerze Ihrer Majestaͤt der! nigin Theresie genommen, als die Erlauchte Mutter am 6. Dez. ih bei Aibling von Ihrem heißgeliebten Sohne Otto schied. Das Mn ment ist in dem ehrwuͤrdigen, Altdeutschen, kirchlich⸗frommen Eh aus Echelsbacher Sandstein gebaut und mißt in der Hoͤhe l gi Auf dem Wurfel, üͤber welchem sich das Monument mit selnen spitzz laufenden Thuͤrmchen erhebt, sind die Wappen der acht Kreise Bahen angebracht, zum Zeichen, daß in allen Baherifchen Gauen Koͤnigin Schmerz mitempfunden ward. Ueber diesed Wüärß an der Vorderseite, steht in einer Nische in Lebensgroͤße das Erz gegossene Bild Maria's mit dem Christuskinde— Ober des Bildes der Schutzpatronin des Bayerlandes prangt Bahexische Wappen,. An der Westseite ist das Herzogl. En sen⸗Altenburgische Wappen, das Familien⸗Wappen Ihrer Man der Koͤnigin, angebracht, worunter die Inschrift: „Bayen

Köͤnigin Therese weinte hier um ihren vielgeliehh

Sohn Otto herbe Abschieds-Thränen. Moͤchten t Freuden-Thraänen werden!“ Auf der Ostseite zeigt sis Wappen Griechenlands mit der Inschrift: „Koͤnigs Lum zweitgeborner Sohn Otto riß sich hier vom R terherzen, um der Retter und Koͤnig Griccz lands zu werden. Am 6. Dezember 1832.“ ] Ruͤck⸗ und Nordseite enthält das Wappen des Muß Aibling und die Inschrift: „Die Bewohner des Koͤnigl ku

,. Rosenheim und theilnehmende Frauen aus allen Gun

herns verewigten hier ihre und ihrer Koͤnigin⸗Mutter opfenn Liebe. Am 1. Juni 1835.“ Den Plan und die zrithnu des Ganzen entwarf der Koͤnigl. Architekt Hr. Ziebland, so w er auch die Ausfuͤhrung besorgte; das Modell zur Modon so wie den Guß, sowohl des Bildes als der 8 Wappen -⸗Etz der von Bayerns Kreisen, bewerkstelligte Herr Stieglmaier,) spektor der Königl. Erzgießerei; die Steinarbeiten besorgte o Hip. Hautmann, Bildhauer. Am 1. Juni, an dem Tagt, welchem Se. Majestaͤt Konig Otto das T2oste Lebensjahr err und zugleich als volljaͤhrig die Regierung antritt, an diesem Griechenland so wichtigen Tage, wird dieses Denkmal mit ßer Feierlichkeit enthuͤllt werden. Wie in dem fernen Grit lande, so wird auch dieser Tag fuͤr die treuen Bayern ein s cher Tag seyn. Mögen die uns nun befreundeten Hul immer mit eben der Liebe und unerschuͤtterlichen Treue an i Koͤnige, dem edlen Sprossen des geliebten Bayerischen Koͤnigg ses haͤngen, wie die Bahern es bei jeder Gelegenheit fuͤr? telsbach beurkunden.“

Munchen, 16. Mai, Abends 5 Uhr. Vor einer El wurde unsere Stadt durch eine furchtbare Explosion in Schth gesetzt. Das westlich von ihr in der Entfernung von tth Stunde gelegene Pulver-Magazin war mit allem Vorrath Granaten, Bomben, Congreveschen Raketen und etwa Faͤssern Pulver in die Luft geflogen. Die Haͤuser bebte in die entferntesten Theile der Stadt, die Zuͤmmer fuͤlltn mit Staub und von dem Drucke der Atmosphaͤre sprangel nur die Fenster und streuten ihre Truͤmmer bis in die se Winkel der Zimmer, verletzend und verwundend, wen sie n sondern an vielen Haͤusern wurden auch die Jensternj zerschellt, und an den Thuͤren die Schloͤsser und j abgesprengt, auf den Straßen mehrere Menschen zu * geschleudert. Der Ort dieses Ungluͤcks glich im eisten ment einem ausbrechenden Krater; in den aufsttim Flammen erschienen mit dem Pulverdampfe Massen von nen, Balken, Geraͤthe des in zahllosen Truͤmmern zerplaht Gebäudes, uͤnd wurden weit umher in die Felder hin schleudert. Unmittelbar darauf stieg ein dickes, weißlich Rauchgewöll uber den Schlund des Verderbens empor ward von dem Winde gegen die Stadt getrieben, (währen Platzen einiger Granaten und Bomben noch einige ) blicke fortdauerte. Darauf in jener Gegend tiefe Stille ; war die Exploston vorüber, so waren die Straßen doh

WMaschenmenge bedeckt.

3 gGr., von gezwirntem, gefaͤrbtem Wollgarn 4A Rthlr. 4 t ö NM

. Auf dem Wege dahin uͤberall erschien llen Häusern dieselbe Zerstoͤrung, jenseits der Stadt weit Csreutes Gestein, Reste schwarzer Balken, untermischt mit migen, gesprengten Pulverkapseln, Nesten von Kleidern und noch ampfenden Geräthen, und, ein klaglicher Anblick! mit Gliedern der Ungluͤcklichen, die der Ausbruch in dem Magazin getroffen, unzählige Stuͤcke zerrissen, und, von dem Pulver geschwaͤrzt, zwiscen der Zerstöͤrung umhergestreut hatte. Wo groͤßere Reste solchet schrecklich zerrissenen Leichname lagen, sammelte sich die Menge, und was einzeln an menschlichen Gliedmaßen, kaum kenntar in der 2 n und Schwaͤrze, gefunden ward, legte se mitleids voll auf diesen trauervollen Haufen. Sechs Men— chen sind dabei auf diese Weise in einem Augenblick zerstoͤrt orden. Einen siebenten hatte der Oberfeuerwerker kurz vorher uz demselben Magazin nach dem benachbarten Wachtposten ge— undt und er wurde dadurch gerettet. Nach seiner Aussage war sgends eine Spur von Feuer oder Feuergefaͤhrlichkeit gewesen, nd das Ungluͤck scheint durch einen zufaͤllig bei der Arbeit auf— zesprungenen Funken veranlaßt worden zu seyn. Von dem Ma—

saline war im ganz eigentlichen Sinne kein Stein mehr auf

hein andern, und die ganze Flaͤche bis zum Boden herab glatt zbgebrochen, und dem Boden gleich gemacht.

In einem andern Bericht (vom 17. Mai) uͤber obiges Er— jgniñ heißt es: „Unsere Stadt wurde gestern Nachmittags um hr in den größten Schrecken versetzt. Auf einen entsetzlichen

daß Fenster eingeschlagen und Meubel umgestuͤrzt wurden; viele Dächer brachen zusammen und die Rohrdecken der Zimmer fielen erab. Der Schreiber dieses selbst waͤre von dem einstuͤrzenden hlafond seines Zimmers beinahe verschuͤttet worden. Die Be— hohner flohen auf die Straßen, man glaubte, es sey ein Erd⸗ heben. Es war der Pulverthurm und das Laboratorium der Artillerie, welche in die Luft flogen. Diese liegen eine Viextel— stunde außerhalb der Stadt, und es haͤtte dieses Ungluͤck fuͤr

uͤnchen hoͤchst gefaͤhrlich werden koͤnnen, wenn die von dem ESchauplatz des Ungluͤcks nicht gar weit entfernten, in 6 Haͤusern ufgehaͤuften großen Pulvervorraͤthe gleichfalls entzuͤndet worden wren. Nachdem sich die Bevoͤlkerung von der ersten Be— sirzung erholt hatte, stroͤmte Alles nach dem „Kugelfang“, der tingsum ein vollendetes Bild der Zerstoͤrung darbot, die beson— det auch die nahen Saatfelder und Doͤrfer traf. Viele Solda— tin, die in der Nähe des Ausbruchs beschaͤftigt waren, so wie einge Spaziergaͤnger wurden schwer verletzt. Umgekommen sind, so viel man bis jetzt weiß, 2 verheirathete Feuerwerker, 8 Kano— nir und 1 Korporal, deren einzelne, kaum mehr kenntliche Koͤr—⸗ hertheile man hier und da weit weg zerstreut und gaͤnzlich ver— kohlt fand. Diese Ungluͤcklichen befanden sich unmittelbar im läboratorium, und es ist sonach die Ursache der Explosion zunaͤchst nicht auszumitteln. Auch der Koͤnig und die Minister erschie— nen auf dem Platze. In mehreren Stacdttheilen sind fast alle Fenster zerschmettert. Der Bazar und die Pinakothek haben be— sonders viel gelitten. In dem letzteren Gebäude, so wie an dem Königsbau sind ebenfalls die schoͤnen großen Fenster eingeschlagen, welche aus den beruͤhmten Glasfabriken in Frankreich kamen, and von denen eine einzige Tafel 88 Fl. kostet.“

Wurzburg, 16. Mai. Gestern ist hier eine Frau, Apol— lonia Rottmann, verstorben, welche, nach amtlich konstatirten Ur— kunden, 117 Jahr 8 Monat alt geworden und als Ehefrau des Soldaten Rottmann, im siebenjaͤhrigen Kriege bei der Verpfle— ung der Verwundeten und Kranken namhafte Dienste geleistet at. Sie war bis an das Ende ihres Lebens sehr munter und noch bei der Weinlese des Jahrs 1853 auf den Weinbergen thaͤ— tig gewesen.

Schweiz.

Neuchatel, 14. Mai. Der hiesige Constitutionnel entlehnt folgende Bemerkungen des Genfer Fédéral, die ge— en einige Artikel der „Europe central“ gerichtet sind, und fuͤgt ga u, daß sie ganz auf Neuchatel anzuwenden seyen, und zwar auch hinsichtlich des Umstandes, daß der Kanton Genf keine ge— schriebene Constitution habe: „Blicken wir um uns, so

sehen wir uͤberall Üüeberfluß, Reichthum, Gluͤckseligkeit, der Arme

wird unterstuͤtzt, der Beduͤrftige erhaͤlt Vorschuͤsss, die Abgaben sind leicht und zweckmaͤßig vertheilt, der Gewerbfleiß hluͤht, alle nuͤzlchen Unternehmungen werden ohne Hinderniß ausgefuͤhrt, die Freiheiten des Buͤrgers werden geachtet, die politischen Garantieen . außerordentlich, politische Zerruͤttungen sind unbekannt, die

echtschaffenheit in der Verwaltung ist allgemein, das Einschrei⸗ ten der Gewalt unmerklich und vielleicht zu selten; es fehlen alle

gewaltsame Bewegungen in dem Fortschreiten der politischen Ent—

wickelung, die Reformen werden allmaͤlig, den aufgeklaͤrten An—⸗ sichten des Volksgeistes gemaͤß, ausgefuͤhrt; alle Umwaͤlzungs⸗

Versucht sind unterdruͤckt, man hoͤrt keine anderen Klagen, als

die der getaͤuschten Eigenliebe oder der in ihren Erwartungen betrogenen Verschwoöͤrer; es herrscht die größtmoͤgliche Ruhe, der größte Reichthum an Hülfsquellen und der höͤchste Wohlstandb? das ist es, was Genf unter der Regierung, welche seik 1814 seine Entwickelung leitet, besitzt. Aber alle diese Gluͤckseligkeit ist lei— der nur ein Schatten, alle diese Wohlfahrt ist nur Taͤuschung; a cklch dem Scheine nach, sind wir in der That hoͤchst ungluͤck— ich, denn, hoͤrt es! wir haben keine geschriebene Constitu— . Und wie kann man wohl irgend eines Gluͤckes, irgend eines Fortschrittes, irgend einer Freiheit theilhaftig werden ohne Ins geschriebene Constitution? Das ist weine Sache, die ben heorien der bewährten Publicisten, welche den Radikalismus unter uns predigen, geradezu entgegen ist. Man erwaͤge den großen ortheil des Radikalen. Er will ein Volk beurtheilen und hat nicht hot ig, es kennen zu lernen. Er besitzt eine Sammlung von riemen politischen Recepten, und eines derselben lautet endermaßen „e Ein Volk ohne geschriebene Constitution ist hathwendig allen Üüebeln des Helotis mus, allen Geißeln des ar pet emus oder einer kleinlichen Aristokratie unterwor— hn Dies Volk ist aller Menschen-Rechte beraubt, es hat Minen Rang in der menschlichen Geseilschaft verloren.““ haichden das Negept gefunden worden ist, wendet man es auf ee d legenden Fall an. „„Hat das Genfer Volk eine geschrie— l/ onstitution? Nein. Dann ist das Genfer Volk allen pe des Helotismus, allen Geißeln des Despotismus unter— rn und nur der Radikalismus kann es retten.““ Und wie eng en, nach einer solchen Demonstration, noch zweifeln, daß luft aditglismus nicht nur eine fuͤr das Fortschreiten eigens ge— ene Doktrin, sondern auch eine den gegenwaͤrtigen Ideen der Dinge sehr vortheilhafte Theorie koͤnnute man das Wichtige seiner Absichten und

und der jetzigen r sch⸗ 28 gen Ordnung

381

Entwuͤrfe leugnen? Dies wird ohne Zweifel Niemandem auch nur im Traume einfallen; Gott bewahre uns nur da— vor die Anwendung derselben zu sehen. Vergebens werden wir sagen, daß die Geschichte durch sehr bestimmte Thatsachen den belebenden Einfluß der geschriebenen EConstitutionen wider— legt; vergebens werden wir darchun, daß England unter der Herrschaft des Herkommens maͤchtig geworden, daß in Frank— reich seit vierzig Jahren eine geschriebene Constitution der an— dern gefolgt ist, ohne daß es in einer die versprochene Ruhe ge— funden, daß die Schweiz zu derselben Zeit wegen ihrer geschrie= benen Constitutionen, die heute als ein wirksames Heilmittel an⸗ gepriesen werden, zerstuͤckelt wurde. Vergebens wuͤrden wir eine unter dem Einfluß der radikalen Doktrinen verfaßte Constitution vorlegen, welche alle Theile der Eidgenossenschaft lehrt, daß zwan— zig Seiten einer geschriebenen Constitution nichts weiter sind, als ein Stuͤck Papier fuͤr den, der sich desselben in seinem eige⸗ nen politischen Interesse bedienen will. Vergebens werden wir sagen, daß Bern das schlagendste Beispiel von dem darbietet, was die Erklaͤrer einer geschriebenen Constitution, den darin auf— 8 Grundsaͤtzen zum Trotz, daraus machen koͤnnen. Der

adikalismus hat sich nie, weder um die Geschichte noch um die Erfahrung, gekümmert.“

Spanien.

In einem von Franzossischen Blattern mitgetheilten Schreiben aus Madrtd von 8. Mai heißt es: , n ten Maͤnner aller Parteien, deren Organ der General Eordovn ist, koͤnnen viel zum Heil ihres Vaterlandes beitragen; aber sie muͤssen Muth, Festigkelt und Geduld haben, um die Schwierig— keiten zu besiegen, denen sie begegnen werden. Die Christinos fuͤrchten, der Kampf in Navarra moͤchte, wenn er noch laͤnger fortdauert, mit dem Siege der Anarchie enden, waͤhrend ande— rerseits die vernuͤnftigen Karlisten fuͤhlen, daß auf einen mit Ge— walt erzwungenen Sleg am Ende eine verderbliche Reaction fol⸗ gen moͤchte. Alle einsichtsvolle Maͤnner, denen wirklich das Wohl ihres Vaterlandes am Herzen liegt, muͤssen also einen Vergleich wuͤnschen. Die Grundlagen des Arrangements sind eine Heirath und eine Amnestie, und dann noch einige unerlaͤßliche Bedingun⸗ gen, um die Formen beider Parteien mit einander zu versoͤhnen, ohne ihre Grundsaͤtze zu verletzen. Zum Veispiel: der junge Konig von Spanien, der sich mit Isaͤbella vermaͤhlen soll, mußte den Namen Ludwig II. statt Karl IV. annehmen; und diese unumgaͤnglichen Bedingungen wuͤrden, unter Englands und Fran kreichs Einfluß festgesetzt und ratifizirt und von den anderen Maͤchten Europas bestaͤtigt, Spanien gewiß bald die Ruhe wie⸗ dergeben. Die Armee und ihr Chef, General Valdez, sind da⸗ mit ganz einverstanden; und Zumalacarreguy und seine Truppen wuͤnschen zwar nichts so sehr, als die Privilegien Navarra's und Biscaya's aufrecht zu erhalten und das Bewußtseyn zu haben, daß sie durch ihre angestrengten Bemuͤhungen, der Dynastie des Don Carlos den Thron zu sichern, eine Revolution verhindert, aber auch ihnen wurde es willkommen seyn, wenn sie dieses Ziel durch einen ehrenvollen Frieden erreichen konnten. Ein Mini— sterium, mit dem Grafen von Toreno an der Spitze und von den Las Amarillas, den Quesada's, den Rodils, den Llauder's, den Anglona's und allen vernuͤnftigen Maͤnnern in den beiden Kammern der Cortes unterstuͤtzt, konnte aller Opposition die Stirn bieten. Die Koͤnigin Christine sollte sich bedenken und einsehen, daß sie besser thaͤte, auf diese Weise ihrer Tochter den Thron zu erhalten, als Alles auf's Spiel zu setzen. Auch Don Earlos sollte zugestehen, daß er durch einen solchen Vertrag seine Grund— saͤtze retten und die Krone seiner Nachkommen sichern konnte; und er sollte nicht vergessen, daß Dom Miguel noch Koͤnig von Portugal seyn wuͤrde, wenn er vernuͤnftige Bedingungen ange— nommen haͤtte, und daß Portugal dann auch den Europaͤischen Maͤchten keinen Grund zu Besorgnissen gegeben haben wuͤrde, waͤhrend sie jetzt fuͤrchten, daß die Hyder der Revolution sich dort einnisten moͤchte. Endlich wuͤrde auch die große Masse der Spanischen Bevoͤlkerung sich Gluͤck wuͤnschen, wenn sie einen furchtbaren Kampf, dessen Ende nicht atzusehen ist, und der die heranwachsende Generation Spaniens ohne Barmherzigkeit dezi⸗ mirt, auf diese Weise ausgeglichen saͤhe.“ j

Griechenland.

Athen, 3. April. (Allg. Ztg.) Die Kroͤnung Sr. Maj. wird dem Vernehmen nach, da keine der hiesigen Kirchen groß genug dazu ist, und auch das Parthenon, vor beendigter Auf⸗ raͤumung desselben, nicht Raum genug darbietet, auf dem Platz an der Nordseite der Stadt vor sich gehen, wo nach dem fruͤhe⸗ ren Plan die Residenz projektirt war, und den Herr v. Klenze fuͤr die Erloͤsers-Kirche bestimmt hat. Die Vorkehrungen werden so getroffen werden, daß die Ceremonie ganz oͤffentlich vor sich geht, woruͤber das Griechische Publikum, das sich fuͤr diese Angelegen⸗ heit so heiß interessirt, hoch erfreut ist Die diplomatische Welt ist einige Tage in großer Bewegung gewesen Über den Abschluß eines Handels-Vertrags mit Oesterreich. Die Verhand— lungen sind so vertraut gepflogen worden, daß nicht einmal die Gesandten der drei Schunnsächte etwas davon erfuhren, und die Herren sollen sich durch dieses Geheimniß etwas gekraͤnkt finden. Die Bauten im Piruͤus und in Athen selbst gehen mit großer Lebhaftigkeit fort, Une es ist ein eigener Anblick, wie dort auf einem ganz nackten Terrain, hier aus einem Truͤmmer— Meere ploͤtzlich Haäͤuser und Straßen erstehen, und Tausend ge⸗ schaͤftige Hände sich regen. Ueber die reizenden Ungebungen Athens hat der Fruͤhling jetzt seinen ganzen Schmuck ausgegos— senz leider ist er gerade in dieser Provinz von so kurzer Dauer, und wird uns jetzt uͤberdies durch häufige kalte Winde ver— kuͤmmert.

Ueber die Händel, welche in Athen am 31. Maͤrz, J. und 2. April zwischen Griechischen und Bayerischen Militairs vorfielen, ent⸗ haͤlt die Mittheilung eines Deutschen Nachstehendes: „Es ist seit einigen Tagen hier Mode, daß sich die Griechischen und Deutschen Soldaten blutige Kopfe schlagen, und daß sogar eini— ges Atheniensisches Gesindel welches sich hier taͤglich mehrt seine Landsleute in diesen olympischen lieh handgreiflich und durch Steinwuͤrfe unterstuͤtzt. Am 31. Marz Abends 5 Uhr zankten sich einige Deutsche und Griechische Soldaten, wahr scheinlich vom Wein aufgeregt, in einer Graßischenke in der Her— messtraße. Von Worten kam es, da beide Parteien sich micht genugsam verstaͤndlich machen konnten, zu Thaͤtlichkeiten, Und da die Griechen in weit überlegener Anzahl gegenwaͤrtig waren, so wurden die Deutschen derb durchgepruͤgelt, wobei einem Soldaten der Fuß abgeschlagen, und zwei andere bedeutend am Kopfe blessirt wurden. Nachdem es ganz dunkel geworden war (denn die Straßen und Wege der Haupt- und Residenzstadt sind Nachts noch nicht erleuchtet, obwohl man fuͤr ein elendes Quartier von zwei klei⸗ nen Zimmerchen mit acht Fenstern und sieben Thuͤren monatlich 5 Drachmen (18 Thaler) und dieses wenigstens auf drei Monate vorausbezahlen muß), fiel eine Bande von 16 bis 18 Griechen mit Knuͤttetn bewaffnet alle einzeln gehende Deutsche

Soldaten an und schluß sie zu Boden. Daß ein solcher Vorfall die Gemuͤther der Deutschen erbittern und empòören mußte, ist klar; doch war am andern Morgen alles noch ruhig, obwohl eine Spannung unverkennbar war. Als endlich gegen Mittag einige Deutsche Soldaten im Woiwodenhof von mehreren Griechi⸗ schen Soldaten und Buͤrgern thaͤtlich mit Stoͤcken angegriffen wurden und die Gendarmerie sich zum Vortheil ihrer Lands— leute ins Mittel legte, eilten die in diesem Hof einquartierten Lanciers, etwa zehn Mann, mit Lanzen bewaffnet, zu Fuß zur Hülfe der Deutschen Soldaten herbei, worauf alsbald der wohl hundert Köpfe starke Schwarm der Griechen davon lief, allein nach beliebter Weise mit Steinwuͤrfen seine Flucht hinter den Ruinen deckte. Sogleich entstand ein bedeutender Volksauflauf und alle Läden wurden geschlossen; doch schon vorbereitete starke Patrouillen eilten von allen Seiten gegen den Woiwodenhof und ermahnten das versammelte Volk an seine Beschaͤftigung zu gehen, das Militair aber wurde in die Kasernen verwiesch. Nach zwei Stunden wurden die Laden wieder geoͤffnet, und die Ruhe war hergestellt. Am 2. April wuͤrde sich Abends halb Uhr im Woiwodenhof die Scene des Tags zuvor wiederholt haben, allein es erschallte alsbald die Retralte, nnd Alles blieb ruhig. So wenig nun solche Raufereien an und fuͤr sich zu be⸗ deuten hätten, wenn sie unter einem und demselben Volke vorge— fallen seyn wurden, so erhalten sie doch hier Wichtigkeit, weil fie den Haß beider Nationen, die doch nur Eines Sinnes seyn soll— ten, naͤhren, und hoͤchst wahrscheinlich durch Aufreizung und Geld— spenden absichtlich herbeigefuͤhrt wurden. Man bezeichnet einen gewissen Miltiades Chourmouzi (ehemaligen Sergeanten der tak— tischen Truppen, der sich einen See-Capitain der Sulioten nennt) als strafwuͤrdiger Aufreizung hoͤchst verdächtig. Da starke Pa⸗ trouillen die Straßen Tag und Nacht durchkreuzen und uͤ·berdies fuͤr das Militair der Garnison schon um halb? Uhr Abends die Retraite geht, ist die Wiederholung aͤhnlicher Vorkommnisse nicht leicht denkbar.“

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika. New-York, 29. April. Briefen aus Washington zufolge, ist der General-Postmeister Barry zum Gesandten in Madrid ernannt. Seinen Nachfolger im Post⸗Amte kennt man noch nicht.

Da der Kongreß es unterlassen hat, ein Gesetz zur Gruͤn— dung eines Marine-Hospitals in Wilmington (Nord⸗Carolina) anzunehmen, so haben die Buͤrger dieser Stadt beschlossen, auf ihre Kosten ein solches Institut zu errichten.

Am 2tz. Februar uͤberreichte der Gouverneur von Maryland, Thomas, im Namen der gesetzgebenden Versammlung dieses Staates, dem General Towson und dem Marine⸗-Capitain Gal— lagher, als Anerkennung ihrer ausgezeichneten Dienste im letzten Kriege mit England, reich verzierte Ehren-Degen.

Die von der Regierung in Unter-Kanada ernannte Kommission zur Untersuchung der Straf-Anstalten hat ihren Bericht abge⸗ stattet, worin es heißt: „In den Straf-Anstalten der Vereinig⸗ ten Staaten giebt es zwei vorherrschende Systeme, das von Aubura und das von Philadelphia. Ersteres wird in den Staa— ten New⸗York, Massachusetts, Maine, New-Hamshire, Rhode— Island, Connecticut und Vermont angewendet und verbindet die einsame Einsperrung des Sträflings mit dem Arbeiten in Gesellschaft, wobei jedoch das tiefste Schweigen beobachtet wer— den muß, und uͤberhaupt keine Mittheilung unter den Gefange— nen moͤglich ist. Nach dem zweiten System arbeitet der einzeln eingesperrte Straͤfling auch allein in seiner Zoll und virs ist namentlich in Pennsylvanien und New-Jersey im Gebrauch. Das zuerst erwahnte System gewaͤhrt einen großeren Gewinn aus den Arbeiten der Gefangenen, das letztere macht die Straͤf— linge unterwuͤrfiger, und bewirkt eine großere Besserung ihrer Gesin⸗ nungen und Gewohnheiten, liefert aber einen geringeren Gewinn aus ihren Arbeiten. Da nun dasjenige System, welches dem Zweck aller Straf-Anstalten, naͤmlich die Gefangenen zu bessern und Andere von dem Begehen von Verbrechen abzuschrecken, am meisten entspricht, natuͤrlich das Beste ist, so geben die Bericht— Erstatter dem Philadelphischen System den Vorzug, obgleich es weniger unmittelbaren Nutzen darbietet, ja sogar für einige Zeit betraͤchtliche Ausgaben verursacht. Auch hat das Auburnsche Syp— stem zu vielfaͤltigen Beschwerden der Kaufleute und Handwerker gegen die Anfertigung und den Verkauf von Artikeln ihres Ge— werbes in den Gefaͤngnissen Anlaß gegeben.“

In Boston ist der zweite und dritte Band von „Washing— ton's Leben und Schriften“ erschienen und ein anderes Werk, „Franklin's Leben und Schriften“ unter der Presse. =

Die Regierung von Cuba hat, zur Anlegung einer Eisen— bahn von Havana nach Guane, in London eine Anleihe von 159,990 Pfd. zu 91 pCt. und 6pCt. Zinsen vom 5. Maͤrz d. an, abgeschlossen.

Es wird hier ein Schiff von etwa 300 Tonnen ausgeruͤstet das eine Reise nach dem Mittellaͤndischen Meere machen unt nur Passagiere aufnehmen soll Es wird die Kuͤsten von Ita— lien, Afrika und Asien besuchen und in verschiedenen Hafen lan— gere Zeit verweilen, damit die Reisenden Florenz, Rem, Neapel, Pompeji, Jerusalem, Damascus u. s. w. besuchen konnen, und zum Herbst wieder hier eintreffen.

Der schoͤne Lowe, welcher dem Praͤsidenten der Vereinigten Staaten von dem Kaiser von Marokko zum Geschenk gemacht wurde, ist, zum Besten einiger Waisenhäͤuser, oͤffentlich verstei— gert und fur 3350 Dollars von einem Menagerie, Besitzer in Boston gekauft worden.

Dem Columbia Observer zufolge, ist der untere Theil der Grafschaft Murray, im Staate Tennessee, am 21. Marz in der Nacht von einem furchtbaren Sturme heimgesucht worden. Acht Dersonen wurden getoͤdtet und etwa zwanzig so stark verwundet, daß man an ihrer Wiederherstellung zweifelt. Haͤuser, Baume, Zäune, Alles, was sich dem Winde entgegenstellte, wurde zu So— den geworfen. Von der Heftigkeit des Sturmes kann der Um— stand einen Begriff geben, daß ein starkes, am Ende voͤllig stum— pfes Brett, unter einem Winkel von etwa fuͤnf und vierzig Gra— den, 3 Zoll tief in einen Lindenbaum hineingetrieben wurde.

Finn nn *

Berlin, 22. Mai. Aus einer General-Uebersicht von der Verwaltung des Land-Armenhauses zu Landsberg a. 8. W. ro 1831 ergiebt sich Folgendes: Am 31. Dez. 1833 blieben SBe— stand 21 Straͤflinge und 188 Corrigenden. Eingeliefert wurden im vorigen Jahre 164 Straͤflinge und 307 Corrigenden; dage⸗ gen schieden resp. 196 und 312 aus, so daß am letzten Dez. 1831 sich uberhaupt noch 19 Straͤflinge und 153 Corrigenden, in Summa 172 Individuen, in der Anstalt befanden. Von“ den 418 Ausgeschiedenen sind 3 als Ausländer uͤber die Gränze ge⸗ bracht und Li in andere Anstalten abgeliefert worden, 40 sind nach ihrem Bestimmungsorte zuruͤckgekehrt, 1 ist entwichen und S0 sind gestorben. Die in der Anstalt vorhanden gewesenen ar—

.

beitsfaͤhigen Personen, 145 an der Zahl, haben überhaupt 4898