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segt. Seine Titel erbt sein aͤltester, aber noch minorenner Sohn I'dward Michael Lord Silchester, der im Jahre 1817 geboren wurde. Die Schwester des verstorbenen Grafen war die Herzo— gin von Wellington. z Von der Mannschaft des Britischen Kriegsschooners „Fire— fly“, der am 27. Februar unweit Belize auf einer Sandbank, genannt der noͤrdliche Triangel, strandete, sind, wie man nun irfahren hat, im Ganzen 13 Personen umgekommen. Der Be⸗ sehlshaber, Lieutenant M Donnell, und 8 Andere von der Mann— schaft sind durch die Sorgsalt des Gouverneurs von Honduras, „berst Cockburn, gerettet worden. ; . Am vergangenen 23. Januar, in der Nacht von J bis 8 Uhr des naͤchsten Morgens, hoͤrte man uͤber ganz Neu-Granada und den Aequator, von Santa Martha und Carthagena bis Quito, ein schallendes Geraäͤusch, das Kanonen- und Gewehrschů en glich, aber durch das Platzen von Meteoren erzeugt wurde. Die Bauern von Bogota hatten sich am naͤchsten Morgen bewaffnet, indem sie glaubten, daß eine Revolution ausgebrochen sey; nach einigen Tagen war aber die Ruhe wieder hergestellt. Ein aͤhn⸗ liches Phaͤnomen fand am 13. November 1833 in den Vereinig— ten Staaten statt. ö Zeitungen vom Vorgebirge der guten Hoffnung melden aus Graham's Town vom 2. März: „Es hal sich nichts Bedeutendes hier ereignet. Alle Außenposten sind eingezogen, weil der Feind, nach seinem letzien Versuche, über die Graͤnze getrieben worden ist und sich his an den Fluß Ama⸗ toli zuruͤckgezogen hat. Die verschiedenen Detaschements werden bis zum Ende dieser Woche sämmtlich vorgeruͤckt seyn. Der
Gouverneur wird sich selbst zur Armee begeben, die aus vier
Divisionen bestehen wird.“ .
— Die Allg. Zeitung enthaͤlt nachstehende Mittheilungen eines Deutschen Reisenden aus Dublin, 9. Mai. „Der Fall der Peelschen Abministration macht hier auf alle Parteien einen um so groͤßern Eindruck, als man taͤglich neue Beweise erhaͤlt, daß die Melbournesche Verwaltung, ungeachtet ihrer Versicherung des Gegentheils, genoͤthigt ist, sich der Unterstuͤtzung des großen Agitators fast um jeden Preis zu versichern. O Connell selbst erkennt dies nur zu wohl. Er erscheint daher nicht laͤnger als bas trotzige Haupt einer widerspenstigen Partei, nimmt aber, indem er sich — man sollte glauben, spottender Weise — sůr ministeriell erklart, einen so diktatorischen Ton an, wie er sich des⸗ sen während seiner langen politischen Laufbahn noch nie bedienen konnte. Da durch die Entfernung der Tories vom Staatsruder der vornehmste Zweck seiner Anti-TorhAssociation erfüllt ist, so trug er gleich bei seiner Ruͤckehr nach Dublin in einer Versammlung auf ber Kornborse darauf an, daß dieser Verein sofort aufge— loͤst, an seiner Stelle aber sogleich wieder ein anderer errichtet werde, der die völlige Sicherung der Wahlfreiheit bezwecken soll. Bei dieser Gelegenheit erklärte er sich bereit, das gegenwaͤrtige Ministerium, als ein Reform, Ministerium, mit seinem ganzen Einflusse zu unterstuͤtzen, setzte aber auch zugleich die Forderun— gen auseinander, auf deren Erfuͤllung diese Unterstutzung beru⸗ hen muͤsse. Alle diese Forderungen haben eigentlich nur einen einzigen Zweek, namlich: die protestantische Partei in Irland nicht bloß zu demuͤthigen, sondern sie als Partei auf constitu⸗ tionnellem, oder vielmehr legislativem Wege zu vernichten. Da— her verlangt er in Bezug auf die Hochkirche, daß die — un— leugbar ganz unverhältnißmaäßige — Zahl ihres Klerus nach Maßgabe der Zahl und der Beduͤrfnisse ihrer Bekenner redu⸗ zirt, und derselbe in Betreff seines Unterhalts fuͤr die Zukunft nicht langer auf die „desinitiv aufzuhebenden“ Zehnten und den Ertrag der Kirchenlaͤndereien, sondern gleich der katholischen und dissentirenden Geistlichkeit auf die freiwilligen Beiträge seiner Pfarrkinder angewiesen werde, Da aber das letztere aus man⸗ chen Ursachen sich nicht sogleich durchführen lasse, so fordert er im poͤlligen Einverstaͤndnisse mit Lord John Russell's bekannter Motion, daß als Vorbereitungsschritt die enormen Revenuen der Hochkirche durch Verringerung, der Einkuͤnfte und der Zahl der Praͤlaten und durch Einziehung aller überfluͤssi— gen Pfarreien vermindert, und der hieraus erwachsende Ueberschuß auf die Erziehung nicht bloß der protestantischen, son⸗ dern auch der katholischen und dissentirenden Jugend und ähn— liche Zwecke verwendet werde. Um aber auch in politischer Hin— sicht die Protestanten nicht bloß als Partei, sondern nach Um— ständen auch als Individuen ihres jetzigen Einflusses zu berau—
ben, verlangt er von den Ministern I) unmittelbare Aufhebung!
der HrangeLogen, 2) Reform der Staͤdte-Corporationen, ) Ein⸗ fuͤhrung einer Art von Armen-Gesetzen zum Besten vertrie⸗ bener Paͤchter, ) Ausdehnung der Wahlberechtigung und ) eine vollstaͤndigere und zweckdienlichere Registration der Wahler. Da indessen die obenerwahnte Tendenz dieser Forderungen nicht ganz klar hervortritt, so diene Folgendes, zur Erläuterung. Die Orange-Verbindung besteht nicht, wie man in Deutsch—
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land irriger Weise zu glauben scheint, seit dem Jahre 1638 ⸗ ᷣ ĩ pfünd alten feinen dito 63 Fl., 8apfuͤnd. neuen feinen Hafer 106 Fl.
oder den Zeiten Wilhelms III., sondern ist erst wenige Jahre vor der großen Rebellion, zu Ende des vorigen Jahrhunderts, gegründet worden, wo der Partei-caß oft die blutigsten Kämpse veranlaßte, welche zuletzt zu einem allgemeinen Aufstande ber Katholiken fuhrten.
Grundsaͤtze, welche Wilhelm von Hranien auf den Britischen Thron setzten, d. h. Erhaltung, Sicherung und Aszendenz der protestantischen Religion und Ausrottung oder Verdrängung des Katholizismus. Unter diesen Umständen bilden die Orängemän— ner gewissermaßen den Kern der protestantischen Macht in Ir— land, und sind eines der Haupthindernisse katholischer Vherge⸗ walt. Ihre regelmaͤßige Organisation in Provinzial- und Bi— strikt- Logen, die Jlebereinstimmung und Planmaßigkelt, womit alle diese Anstalten handeln, das persönliche Ansehen, der Land und Geld-Reichthum einer beträchtlichen Anzahl ihrer Mitglieder und manche andere Umstaͤnde setzen diese Verbindung stets in den Stand, ihre Wirksamkeit nicht bloß im Parlament, sondern besonders im Lande uberall zu äußern, wo das Inseresse der Protestanten es erheischen mag. Wenn sie freilich wohl gegen— wärtig das Vorschreiten der Bewegungspartei nicht geradezu zu hemmen vermag, so ist sie dessen ungeachtet nach immer start genug, derselben jeden Fußbreit streitig zu machen und der Aus— führung von O Connell's Plaͤnen bedeutende Hindernisse in den Weg zu stellen. Sollten daher die Katholiken auch eine politische Ascendenz erringen, so würden sie besonders bei der Nähe Eng— lands dleselbe doch nie als hinreichend gesichert betrachten koͤnnen, so lange das Bollwerk der Orange⸗-Instltütion nicht geschleift ist. — Eine andere sehr bedeutende Stuͤtze der protestantischen Macht besteht in der gegenwartigen Verfassung der Städte-Corpo— rationen, welche besonders seit 1685 den Katholiken gänzlich verschlossen sind, und überdies meistens einen sehr orangistischen Anstrich haben. Da nun aber nicht allein die Verwaltung aller staͤdtischen Gelder und die Ansetzung der Munizipal— Abgaben, sondern guch die Besetzung
Ihr Zweck, zu dem jedes neu auszuneh⸗ . mende Mitglied sich mit Gut und Blut durch einen schweren reich gefluͤchtet hatte, hat, wie der Lynr meldet, von unserm
Eid verbindlich machen muß, besteht in ber Aufrechthaltung der
632 schen Aemter, z. B. der des Mayors, der Sheriffs, des Necorders, Coroners, Kämmerers, der Aldermen' u. s. w., zu den bedeutenden Privilegien dieser Koͤrperschaften gehoren, so stehen die Katholiken in Bezug auf alle städtischen Angele— genheiten noch immer auf demselben absolut unterworfenen Fuße, wie von der Accesston Wilhelms III. bis zur Eman⸗ cipation. Dies erbittert die Letzteren um so mehr, als die Cor— porationen bei jeder Gelegenheit als die eifrigsten Verfechter protestantischer Ascendenz und als die heftigsten Gegner aller Konzessionen gegen die Katholiken auftreten, und namentlich bei den Parlaäments-Wahlen nicht bloß ihren eigenen, sondern auch den ganzen Einfluß des Mayors und der uͤhrigen obrig⸗
keitlichen Personen in Bewegung setzen, um jeden katholischen
oder den Katholiken guͤnstigen Kandidaten aus dem Felde zu schlagen. Gelaͤnge es daher, diese Korper allen Konfessionen zu oͤffnen, und das Buͤrger- oder Corporationsrecht nur von der Entrichtung einer gewissen Summe von Munizipal- Taxen ab— hängig zu machen, so wuͤrde ihr jetziger Einfluß bald nicht bloß neutralisirt werden, sondern geradezu auf die katholischen Staͤdte— Bewohner, als die Mehrzahl, uͤbergehen und dadurch der O'Con— nellschen Partei auch in denjenigen Städten die Oberhand gesichert werden, wo sie, ungeachtet der Handwerker⸗Vereine und des Todtenkopf Mandats, noch immer in der Minoritaͤt geblie— hen ist.“ Niederlande.
Aus dem Haag, 30. Mai. Während der Abwesenheit
des Finanz-Ministers unterzeichnet fuͤr denselben der General— Secretair Herr Ossenwarde. Wegen erforderlicher sehr bedeutenden Ausbesserungen an der Boͤrse zu Amsterdam sind die Geschaͤfte einstweilen von der— selben nach dem Binnenplatz des Altenmannhauses verlegt wor— den. Es wird die Hoffnung geäußert, daß bie ganze Boͤrse bei bieser Gelegenheit mit einem Dache versehen werden wurde, um die Besuchenden vor dem Ungestuͤm der Witterung zu schuͤtzen.
— Amsterdam, 6. Mai. Der hiesige Fondsmarkt war während der letzten acht Tage aͤußerst bewegt und bedeutende Schwan⸗ kungen fanden in mehreren Staats -Papleren statt, ohne daß ein sicherer Grund für den panischen Schrecken, der sich der Spekulan⸗ ten zu Paris und London bemächtigte, vorhanden zu seyn scheint; es sind die Berichte von diesen Plaͤtzen, welche auch hier große Aengstlichkeit über die Folgen einer fremden Einmischung in die Spanischen Angelegenhesten hervorriefen. Schon an der Borse von heute vor acht Tagen bemerkte man eine ganz besondere Flauheit, die sich vornehmlich in Hollaͤndischen und Spanischen Schuld⸗Do⸗ kumenten zeigte; blies ging am folgenden Tage in den Effekten-So— cietaͤten so weit, daß 2 proc. Integrale zu uz pCt., Kanz-⸗Billets zu 25 Fl, Zoroc. Spanische Perpetüelle zu r pCt. und aufgescho— bene Spanische Schuld zu 18 pCt. losgeschlagen wurden; darauf er⸗ hielt man wieder mit höheren Esurs-Notirüngen von Paris Rach— richten, daß die Intervention noch keineswegs entschieden sey, es fanden sich wieder viele Käufer ein, wodurch die Preise am Montag und Dienstag einen erheblichen Aufschwung nahmen; Integrale gal—⸗ ten wieder 365 pCt., Kanz=-Billets 26 Fl., 3 pCt. Spanische Perpe— tuelle 36, aufgeschobene Schuld 29 pCt., Cortes-Sbligationen 13 pCt. Dieser bessere Stand dauerte jedoch nicht laͤnger; denn am nachsten Tage gingen sehr niedrige Rotirungen von London mit be— deutenden Verkaufs-Auftraͤgen ein, wodurch alle Spanische Schuld— Dokumente um 2pCt. herünter gingen und auch die Preise der Hol⸗ ländischen Fonds wieder gedruͤckt wurden; feitdem hörten“ die Schwankungen zwar nicht auf, doch waren sie weniger wichtig und tendirten zum Steigen, so daß 5proc. Spanische Perpetuelle gestern u, proc, 265, aufgeschobene Schuld 185 und Cortes-Obligationen A1. pCt. standen; Integrale behaupteten sich in den letzten Tagen auf 53, 3proc. wirkliche Schuld auf 161 * 612 pCt., Kanz⸗Billets auf he Fl. Von den fremden Staats-Papieren sind Russische G6proc. Inseriptionen von 6975 auf 699 pCt., Preußische Praͤmien⸗Scheine von 1135 Fl. auf 14, Wiener Metalliques von 99 auf 9o pCt. gewichen. Auch Sud Amertkanische Obligationen folgten den Eng— lischen Notirungen und blieben am Ende merklich flauer wie vor acht Tagen; Brasilianische waren gestern zu 8357, Columbische zu 2277 und Perügnische zu 213 pCt. zu haben. Nach Geld war diese Woche sehr viel Frage, wodurch der Zins-Cours im Steigen ist; Leihgeschäfte werden zu z pCt. und Prölongationen zu 35 a n pt. abgeschlossen. — Am Getraidemartt wurden diese Woche die vorkommen—⸗ den kleinen Partieen schoöͤnen Polnischen Weizens durch Verhraucher und auch einige Spekulanten abgenommen; geringe Sorten waren nicht begehrt; von rother Wagre wurpen gleichfalls einige Partieen verQ kaurtz der, Handel in Roggen ift wenig, bedeutend gewesen; meh— rere Inhaber zogen sich vom Markte zurüͤck, weil sie keine billigern Preise annehmen wollten; mit Gerste und Hafer war es nicht leb—⸗ hast. Die gestern angelegten Course sind: von 131pfuͤnd. weiß bunten
Polnischen Atzneizen 224 FI., 132pfünd, hochbunten dito 226 Fl., 130
pfuͤnd. bunten dito 193 Fl., von jzspfuͤnd. alten und neunen Lähecker Welzen 167 F, 131pfuͤnd. nenen Roslocker 175 Fl., 123pfuͤnd. alten rothen Schlesischen hei Kleinigketten 163 Fl., von 11I9pfünd. alten Preisßiscken Roggen 150 Fl., 122pfůnd. alten Preußisch-Pommerschen 14 Fl, L13pfünd, alten Archangelschen 130 Fl., von 1I6pfuͤnd. alte
RRostocher (Gerste ! 6 Fl, von G62pfünd. alten dicken Hafer 106 Fl., 85
Belgien.
Mai. scher Vergehen nach Frank—
nisterinm die 2Wweisung erhalten, das Land zu verlassen.
Bom J. Juni ab wird die Befoͤrderung auf der Eisenbahn von hier nach Mecheln funf Mal taͤglich stattsinden.
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Schweden und Norwegen. Stockholm, 29. Mat. Vorgestern hat die feierliche Schlie⸗
Fung des Reichstages stattgefunden. Wegen des schlechten Wet—
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Rinister, Graf von Wetterstedt, hielt daher im Namen des
Königs die Schluß-Rede, in welcher es unter Anderem heißt: „Mehr als sechzehn Monate sind seit Ihrem Zusammentreten verflossen. Das Grundgesetz bestimmt vier Monate sisr die Dauer des Reichstages. Sie hatten mehr als ein Jahr Zeit, zu den Ihnen gemachten Vorlagen Verhbesserungen vorzuschlagen und sie zu begründen. Lange vor dieser Zeit hatte Ich, dem (zrundgesctze gemäß, einen neuen Reichstag zusammenberusen können; dies würde jedoch dem Lande neue Kosten und Lasten verursacht haben, die Ich demselben zu ersparen gewünscht habe.“ — Die Rede geht nunmehr zu den Gesetzen uͤber, mit welchen sich der Reichstag beschästigte, und zu denen bekanntlich lauter
Gegenstände gehörten, die für das Ausland nur geringes Inter—
esse darboten. Es hbesinden sich darunter die— Silber ⸗Auswech⸗ selung, die Bank, die Hypotheken-Ordnung und die damit verbun— denen Anleihen ꝛc. — Nachdem die Mitglieder den Saal ver— lassen hatten, machten sie noöch saͤmmtlich Ihren Majestäten die Auswartung. Belm Könige war großes Biner, wozu 18 Mit— glieder des Ritter-Adelstandes und 24 Mitglieder von jedem der
; zipal⸗ anderen Stände eingeladen waren. saͤmmtlicher städti⸗
Dänemark.
Kopenhagen, 26. Mai. Se. Majestäͤt der Koͤnig h beschlossen, daß es jedem Ritter des Dannebrog⸗ Ordens ß den Koͤnigl. Beamten, gesetzlich zustehen soll, auf ein? 6 Stellung angemessene Penston Anspruch zu machen, die auc ; seine Hinterlassenen uͤbergehen soll. .
Polen.
Warschau, 31. Mai. Se. Majestaͤt der Kaiser h dem Unter-Prokurator des hiesigen Appellations⸗Gerichts . August Heilmann, als Anerkennung fuͤr das Srt— NMajcstiꝰ ihm uͤberreichte Werk „uͤber das Gerichtswesen im Koͤni . Polen“ einen kostbaren Ring uͤbersenden lassen. nn
Der General-Adjutant Rautenstrauch ist vorgestern auf nige Tage von hier nach Kalisch abgereist. . 1
Am Dienstage reiste der Kaiserlich Desterreichische By ter am Russischen Hofe, Feldmarschall⸗ Lieutenant, Graf in ö.
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quelinont, von St. Petersburg nach Wien hier durch.
Deutsch land.
Hannover, 1. Juni. Die Hannoversche Zeitz schreibt vom Harz 30. Mai: „Vielleicht noch nie sind di wohner des Harzes von einer solchen Niedergeschlagenheit nn fen, als jetzt, seitdem es gewiß ist, daß das schon seit eist⸗ Jahren drohende Ungluͤck einer Gleichheit der Veste run Harzes mit der des uͤbrigen Landes in den nächsten Tagen Vollziehung kommen werde. Mag auch die Veranlassung⸗ Theil durch unabwendbare aͤußere Umstaͤnde und zum The den Vertretern des Landes durch Mangel an richtiger Erh niß und Würdigung der Verhaͤltnisse, oder auch durch ah. Motive mit herbeigeführt seyn, deren Einfluß der wahre F des Vaterlandes nur bedauern kann — so! viel ist hier Jeden klar, daß die Folgen keine anderen seyn koͤnnen, als ungleiche, sehr hart druͤckende Belastung der jetzigen Bewg des Harzes, und fuͤr die Zukunft eine verderbliche Verle des Bergbaues, dieser so wichtigen Erwerbsquelle, deren n lichst schonende Benutzung eine der heiligsten Pflichten s sollte. Die unglücklichen Erfahrungen der dem Gedächtniß nicht entschwundenen Westphaͤlischen Occupationszeit haͤtten hi . auch dem Kurzsichtigsten eine warnende Belehrung sollen.
Kassel, 28. Mai. In diesem Monat ist das neueste h und Staatshandbuch ausgegeben worden. Man bemerkt, da der Genealogie des Kurhaufes die Neben-Linie Hessen⸗Rotenhn ganz weggefallen ist. Zum Hofstaate des Kurfuͤrsten gehoren i 19h Personen. Im Hofstaate Sr. Hoheit des Kurprinzen .) genten sind, außer 6 Ober-Hofchargen, 46 Kammerherren bezꝛi net. Der Hofstaat Ihrer Koͤnigl. Hoheit der Kurfuͤrstin best aus 52 Personen. Neben dem Gesammt . Staats Ministersu und den Ministerial-Departements (der Finanzen, des Kriegt des Auswaͤrtigen, des Innern und der Justiz) erblickt man di mal zum ersten Mal ein geheimes Kabsnet des Kurprinzen⸗ genten, in welchem fuͤr die Militair- Angelegenheiten der Ga ral-⸗Major und General⸗-Adjutant von Lepel, für“ die Civil⸗ Ang legenheiten der Ministerial⸗Rath Koch den Vortrag und die g. tung der Geschäfte hat. Das Armee-Corps ist in eine Infanter⸗ Division und in eine Kavallerie-Brigade nebst einem Regimen Artillerie eingetheilt.
Dem seit der Verfassung in Kassel errichteten polytechnische Institute, dem der Name „hoͤhere Gewerbschule“ verliehen ward ist durch das Ministerium des Innern ein geraͤum; eres Log eingeräumt worden. Die Direction hat hierauf den Unterricht. Plan durch Anstellung neuer Lehrer erweitert, und den Unterrich selbst durch bedeutende Anschaffungen im Lehr-Apparat vervol staͤndigt.
Lübeck, 31. Mai. Am 18ten d. ereignete sich auf da Dampfschiffe „Alexandra“, Capitain Diets, auf dessen Reise h Kronstadt nach Travemuͤnde folgender Unglücksfall: Um an Maschine der Backbordseite des Schiffes eine kleine Neparn durch Befestigung eines Splints, welcher, an dem sogenam Piston befindlich, sich geloͤst hatte) vorzunehmen, war der zit Ingenieur der „Alexandra“ mit dem Feuermanne Jacob hr rich Jarchau in den Backbord-Eylinder der Maschine hinein stiegen, nachdem die ganze Maschine vorher gehoͤrig gestoppt, hn Dampf ausgelassen, und um zu verhindern, daß die Außenräͤzt der Maschine durch die Bewegung der See auch ohne Dam sorttreiben konnten, diese Rader mit Stricken wohl besestig auch der Deckel des Cylinders selbst mit Stricken sestgebunde und durch Holzstuͤtzen gestemmt worden. Nachdem beide M ner etwa eine Viertelstunde in dem Cylinder beschaͤstigt gewesn zerstoͤrt ein ploͤtzlicher starker Wellenschlag die angewandt Vorsichts-Maßregeln, die Stricke, womit die Räder festigt worden, reißen, und die Maschine wird von alls⸗ her in Bewegung Gefahr bemerkend, und dem Zurufe der Umstehenden rasch! nug Folge leistend, springt schnell aus dem Cylinder und ist h rettet; Jarchau, im Begriff ein Gleiches zu thun, und mit da Oberkörper bereits aus dem Eylinder hervorragend, wird u bem in Folge der Bewegung der Maschine niedersinkenden ¶ linder⸗Deckel eingeklemmt und sofort die Beute eines plötzlicht Tobes. Nach dem Urtheile sowohl Sachverstaͤndiger, als der n dem Unsall zugegen Gewesenen würde Jarchau dadurch, daß! in dem Cylinder (dessen Tiefenraum 4 Fuß 19 Zoll Englischh trägt) geblieben wäre und sich so lange niedergebnckt haͤtte, h der ECylinder-Deckel wieder gehoben worden, sich vollkommen 5 ben sicher stellen können.
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Augenblickliche Bestuͤrzung ließen ih aber den Zuruf der Umstehenden überhsren und nur zu rast ohne daß die Hülfe Anderer möglich gewesen, war das Ungll geschehen.
Nürnberg, 31. Mai. Ueber den gegenwaͤrtigen Stam punkt des Unternehmens einer Eisenbahn zwischen Nüuͤrnbef und Furth ist so eben der dritte Bericht des Direktoriums . Eisenbahn-Gesellschaft erschienen, woralls wir die wesentlichsu Resultate nachstehend zusammenfassen. Seit dem Bericht vl Januar sind die Verträge mit den Grundbesitzern über den I. auf des ersorderlichen Terrains vollzogen und die Kauf.Schillün bezahlt worden. Steinhauer⸗Meister Jordan in Zirndorf hat n
Herstellung der Durchlaäͤsse und Schutzmauern, der Baulichkeiten
so wie die Lieferung von circa 13,00 Steinbloͤcken zur Unterlage ö (Thgirs übernommen. Die Lieferung der Chairs von Gzußeisen (in 1300 Centner) ubernehmen zu 6 Fl. pr. Centner die Herren . meiner in Lohr und von Stachelhausen in Treidendorf, wodw gegen den Kosten-Anschlag 1 Fl. pr. Centner erspart wird. il die Lieferungen der gewalzten Eisenschienen (660 Entr.) wur mit mehreren Eisenwerks-Besitzern in Rhein-Preußen unte ⸗, delt. Da aber dort so wenig, als sonst wo im Zollvereins Gt bis jetzt Eisenschienen (edge rails) nach Englischer Constrless verfertigt worden waren, und daher zu besorgen war, daß nian zuletzt zu einem den Anschlag uͤbersteigenden Preise aus Engh
gesetzt. Der zweite Ingenieur,
sehen muͤßte, so wurde die Absendung von Bevollmaͤchtigten nach
Eisenwerken am Rhein und an der Mosel beschlossen. Die
serren Direktor Platner und Directions⸗-Mitglied Mainberger
zternahmen die se Neise, und schlossen mit den Herren Remy Comp. in Rasselstein bei Neuwied einen Vertrag ab, wonach sscben das ganze Quantum Eisenschtenen. von Zoo Ctr. in weisen Lieferungen von Ende Mai his Ende Juni zu 83 Fl. Preuß. Ctr. liefern wollen. Mit Hinzurechnung des Trans⸗ 6 von Neuwied bis Fuͤrth und Nürnberg, welchen Herr Leo jun. Kitzingen zu 1 F. 31 Kr. pr. Bayerischen Ctr. übernimmt, be⸗ hnen sich die Schienen auf 11 Fl. 2b Kr. pr. Bayerischen utser, so daß hierin am Kosten-A1Anschlag 2000 Fl. erspart wer⸗ n, Sa das Anerbieten der Herren Holmes und Strong zu i, Fl. C. M., und zwar erst im September d. J., zu 1 unannehꝛubar war, und Herr Cockerill zu Seraing bei hach auf den Bau von Dampfwagen noch nicht eingerichtet
gar, so benutzten die Bevollmächtigten die Erdͤffnung ber Ei⸗
nbähn von Brüssel nich Mecheln, um mit Herrn J. Ste—
nson aus Neweastle versönlich zu unterhandeln, der auch die
Er Dampfwagen und bie Transwortwagen suͤr diese Bahn ge— psert hatte, weil sie vor denen aller andern Englischen Fabri⸗ nden Vorzug verdienen. Herr Stephenson wird einen Damps⸗ agen von 6 Tonnen Esch were mit 10 Pferdekraft zu 750 bis g Pfd. Sterl. bis Ende Juli nach Rotterdam liefern, und zu— Jiich einen mit der Heizung, Leitung und, Behandlung verlrau⸗ n Mann mitgeben, der ein Jahr lang bleiben und seinen Nach⸗ iger unterrichten kann. Der Plan des Baues der Eisenbahn urde von Herrn Stephenson, seinem Associs Longridge, und dem ngenier Simons Erbauer der Bruͤsseler Bahn) vollkommen hit, und die Zweckmaßigkeit besselben durch nähere Besich— ung der letzteren Bahn vollends zur Evidenz erhoben. Die wwolsmnächtigten wurden zu der Eröffnung der Bruͤsseler Eisen⸗ hn von dem Königl. Belgischen Staats Ministerium eingeladen, d theilten die Bewunderung der zahllosen Zuschauer. Sie be⸗ tkten namentlich, daß die zahlreichen Reit- und Wagenpferde beiden Seiten der Bahn durch den voruͤbersliegenden Dampf— d Transportwagen-Hug keinesweges erschreckt wurden, und bei m Andrang von 106,960 Menschen kein Unfall stattfand. Ie Bahn laͤuft oft sehr nahe an der Heerstraße hin, und ist an vielen Stellen von Seitenstraßen durchschnitten, aber nur seinigen derselben sind die bei der Nuͤrnberger-Fuͤrther uͤberall geordneten Vorsichts Maßregeln an den Uebergangspunkten an⸗ pendet, auch keine Waͤchterhäͤuser vorhanden, so daß aͤngstliche uisonen sich durch die bei letzterer Bahn getroffenen Vorkeh⸗ fen um so mehr beruhigen toͤnnen. Das Direktorium spricht nen beiden Mitgliedern fuͤr ihre erfolgreiche Reise seine Anerken— nz aus. Es deutet sodann auf die bald zu erwartende Verlaͤnge⸗ sg der Belgischen Eisenbahn bis zur Preußischen Graͤnze und da bis Köln, auf, die projektirte Eisenbahn zwischen Havre d Paris und ihre einstige Verbindung mit der an den Rhein hrenden Belgischen Bahn, und endlich auf die Eisenbahn-Pro— fe in Hamburg, Hannover, Leipzig und Dresden hin, und be— kt, daß dadurch die Moͤglichkeit einer in unsere Bahnlinie lenden, den Kontinent in seiner ganzen Breite durchschneiden⸗ nHandelsstraße sich schneller, als man ahnete, zu verwirklichen heine, und man sich um so mehr einer patriotischen Unternehmung
nuen dürfe, welcher die Ehre der Priorität in Deutschland ge⸗
het, Der Grundbau der Bahn schreitet so rasch vorwaͤrts, daß Chairs und Schienen gleich nach ihrer Ablieferung gelegt wer—
n können. Die durch Entdeckung mehrerer Steinlager in der
Nähe bewirkte Läeferung der Steine um die Haͤlfte des Anschlags, wie die oben bemerkte Ersparung an Erdarbeit und Eisenwerk ßen die Fortsetzung der Bahn bis an den sogenannten Plerrer Gostenhof in Aussicht nehmen; die wegen des Ankaufs der rzu noͤthigsten Grundstuͤcke von einer Seite gemachten Forde— ngen noͤthigten aber, von dem Plane abzustehen. Das Direk— ium hofft wo moglich die Bahn bis zum 25. August, spaͤte⸗ 16 bis Ende Septembers, eroffnen zu koͤnnen, und wird die tiongire alsdann zu einer allgemeinen Versammlung einladen. r vollstͤndigen Deckung der Kosten werden die noch ruͤckstaͤn— Hen 75 pCt. des Actien-Kapitals in drei Terminen zu 25 pCt., Ende Mai, Ende Juni und Ende Jult, erhoben werden. Karlsruhe, 28. Mai. Die Karlsruher Zeitung bemerkt: nter andern Geruͤchten, womit man Petitionen gegen den Zoll— nin im Lande hervorzurufen sucht, wird auch ausgestreut, daß e Ethöhung der direkten Steuer und des Salzpreises davon . naͤchte Folge seyn werde. Wir sind veranlaßt, diese Ge— chte az unwahr zu erklären.“
Darmstadt, 2y. Mai. Die erste Kammer der Stande ist
ihrer heutigen Sitzung den Beschluͤssen einstimmig beigetreten, sche die zweite Kammer Über die Vorlage der Staats-Regie— (g, wegen Prorogation des Finanz-Gesetzes auf die letzte
alfte des Jahres 1835, gefaßt hat.
Die Stadt Worms hat den Großherzogl. Staats-Prokurator
ares zu Mainz zu ihrem Abgeorbneten der zweiten Kammer Gtaͤnde gewaͤhlt.
Oesterre ich.
Wien, 27. Mai. JJ. MM. der Kaiser und die Kaiserin sen Restern von Schsonbrunn in die Stadt und ertheilten um b 13 Uhr der Deputation ber Maͤhrisch-Schlesischen Staͤnde, baum halb 1 Uhr der Deputation der Stände von Steier⸗ tt Audienzen, wobei das übliche Ceremontell beobachtet wurde. hmittags kehrten JJ. MM. wieder in das Lustschloß von honbrunn zurück. Se. Durchlaucht der Staats⸗-Kanzler Furst
Metternich wird im Laufe der naͤchsten Woche seine PWoh— ig ebenfalls nach Schönbrunn verlegen.
Briefen aus Karlsbad zusolge, erwartet man daselbst im „Eder diessährigen Babe Gaison Ee. Kaiserl. Hoheit den o'fürsten Michael von Rußland nebst Gemahlin; auch der l. Russische Kanzler, Graf von Nesselrode, soll daselbst er⸗ tet werden.
. Siebenbürgen lauten die Nachrichten fortwährend be— an, Der Prozeß Vesselenyi s, welcher vor der Gerichts— . am ä. Magi begonnen hat, endigte schon amm 7ten desselben ats mit Vesselsnyi s Verurtheilung zu einer Gefangnißstrase. . Hroz e gegen einen Baron Kemenht, der sich des
ö der Auswiegelung in einem Szekler Stuhl schuldig tn endigte eben so schnell mit dessen Verurtheilung hen , mehrere andere von der Gerichts, Zasel, gefallt sangn h f': c. dolitischer Vergehen lauten auf verhältnißlnaͤßige
ö Schweiz.
6 27. Mal,. (Sch waͤb. Merk.) Da man in den
nises , , mehr von dem Stande unserer Ver⸗
wel i . horte, so besorgten Viele schon, es mochten
khr ze oͤgleichung noch bedeutende Hindernisse entgegenge— 1. Besonders befürchtete man die Forderung, einzellie
model bei Wels in Hber-Testerreich, einen Dampfwagen
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Fluͤchtlinge auszuweisen, welches dann jedenfalls eine große Schwie⸗
rigkeit in den Weg gelegt hätte. Wie man aber jetzt aus zuver⸗ laͤßiger Quelle vernimmt, so sollen die Mißverstaͤndnisse ausge⸗ glichen, ein freundschaftliches Verhältniß wieder hergestellt seyn und Bern die Verpflichtung uͤbernommen haben, daruͤber zu wa⸗ chen, daß keine die ih der auswaͤrtigen Staaten bedrohenden Handlungen mehr vorkommen. Eine Veroͤffentlichung der bezuͤg⸗ lichen Verhandlungen soll demnaͤchst von dem Vororte aus ge⸗ schehen. — Seit der neulichen Niederlage in dem großen Rath haben sich die beiden Brüder Schnell vor der Hand nach Burg— dorf zurückgezogen, und drohen im „Volksfréund “ mit ihrein gaͤnzlichen Zuürücktritt von unsern össentlichen Angelegenheiten. Man glaubt, daß sie dadurch beabsichtigen, den großen dath, welcher im Juni zur Wahl und Instruction der Tagssatzungs—
Gesandten wieder zusammentritt, zu traend einem zuvorkommen—
den Schritte gegen sie zu bewegen. . Ning Privatbriefen will man wissen, daß die Oesterreichische Gesandtschaft sich zur Ruͤckkehr nach Bern oaschicke.
FStalien.
Turin, 25. Mat. Se. Majestät der Koͤnig haben den Grafen Francesco Demay zum General, Lieutenant ernannt.
Neapel, 18. Mai. Se. Masestat der Koͤnig haben den Herrn Heinrich Lemonius in Stettin zum Neapolitanischen Ge— neral⸗Konsul suͤr das Königreich Preußen ernannt.
Griechenland.
Ein in der Allgemeinen Zeitung enthaltenes Schreiben aus Triest vom 17. Mai meldet: „Die Nachrichten, welche mit dem letzten Packetboot aus Griechenland gekommen sind, reichen bis zum 8. Mai und bestaͤtigen, daß uͤberall Ruhe bei vieler innerer Bewegung wegen des herannahenden 1. Juni herrsche, auf welchen ssich mehr und mehr alle Wuͤnsche und Be— strebungen, wie nach einem gemeinsamen Mittelpunkte hin, rich⸗ ten. Die Vorbereitungen fuͤr jene Epoche nehmen schon jetzt Alles so sehr in Anspruch, daß an wichtigere Veraͤnderungen oder Vorkehrungen im Bereiche der regentschaftlichen Thätigkeit nicht mehr gedacht wird. Auch das Ministerium wird demnach blei— ben, Koletti nicht ausgenommen; doch sprach man mehr als je davon, daß der Kriegs-Minister sich freiwillig zuruͤckziehen und einem Englaͤnder, Ehurch ober Gordon, Platz machen wuͤrde. Sodann gewann die Meinung immer mehr Konsistenz, daß der Graf von Armansperg, wenn auch gleich nur fuͤr die erste Zeit, dem Koͤnig Otto mit seinem Rathe zur Seite stehen werde, wiewohl etwas Bestimmtes daruͤber 2 wußte. Selbst Hr. Staats⸗ rath von Kobell, sagt man, werde uns vor dem Herbste nicht verlassen, und uͤberhaupt Alles vermieden werden, was eine Aen⸗ derung des Systeins oder Regierungs-Ganges andeuten konnte, da man zur Befestigung der neuen Ordnung die Staͤtigkeit fuͤr nothig haͤlt. Ob aber das bisher befolgte System den Bedürf— nissen, den Wuͤnschen, dem Charakter und den Einkuͤnften des Landes entspreche, daruͤber sind die Meinungen allerdings sehr getheilt, und je nachdem Jemand sich daruͤber entscheidet, achtet er jenes Vorhaben fuͤr moglich oder unmoͤglich, fur heilsam oder verderblich. So viel scheint sicher, daß bei ungefaͤhr 8, 90, 900 Drachmen Einkuͤnften und einer Bevoͤlkerung von 760,000 Men— schen, man ein Heer von 966009 Mann, ein diplomatisches Corps, einen Koͤnigl. Hof und eine kostspielige Administration mit so vielen Ministern, Ministerial⸗Raͤthen, Praͤsidenten und Direkto— ren nicht aufrechthalten kann, ohne die neue Ordnung der Dinge bloßzustellen, und dadurch sind wesentliche Veraͤnderungen noth— wendig bedingt. Uebrigens ist der Monarch jetzt mit seinen Griechischen Umgebungen und denjenigen, die einzeln aus Bayern im Civil oder Militair Anstellung in Griechenland haben, allein. Das letzte Baherische Bataillon ist aus Patras bei uns ein— gelaufen.“
J
Berlin, 4. Juni. Die Breslauer Zeitungen melden aus Breslau vom zysten v. M.: „Se. Majestaͤt der Koͤnig hatten aus Allerhöchsteigener Bewegung in Gnaden geruht, den 36. Mai, als den Tag, an welchem der erste Pariser Friede ab— geschlossen wurde, zur Feier des sunfzigjaͤhrigen Dienst⸗Jubil ums Sr. Excellenz des Generals der Kavallerie, kommandirenden Ge— nerals des Gten Armeec-Corps, Grasen von Zieten, zu bestimmen. Der gefeierte Held empfing aus den Händen Majestaͤt dem Koͤnige beauftragten Gouver
denzstadt, General⸗Lieutenant
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ie innig wahr ges Wirken und sein per— prach der Königl. Wirkliche Geheime ) Praͤsident von Schlesien, von Merckel Excellenz, schon am Tage vor der Feier des Jubiläums auf eine würdige und tiefempsundene Weise in einem bei sich ver— sammelten Kreise aus. Die Feler dieses Tages selbst mußte sich darguf beschränken, daß der Königl. General-Lieutenant von Car— lowitz in der Mitte der hei sich zum Mittagstische versammelten ersten Personen der hiesigen Militair- Und Civil-Behoͤrden, die durch die Anwesenhest des Kasserl. Russischen General“ Majors von Molostow und des Königl. Ober⸗-Praäͤsidenten Flottwell aus Posen noch besonders erfreut wurhen, — auf das Allerhoͤchste Wohl unseres Monarchen und seines erhabenen Verwandten, des Kaisers von Rußland Majestat, so wie zu Ehren des Gra— sen von Zieten, unter Trompeten Und Pauken-Schall, den Eh— renbecher leerte. Die Truppen waren in Parade Anzug, und großer Zapfenstreich bekundete noch am Abend, daß ein seierlicher Tag stattgefunden hatte.“
— Am 30. Mai wurden bei Breslau die Tages zuvor be— gennenen Pserderennen fortgesetzt. Zuerst ward um den' von der Stadt Breslau ausgesetzten antiken Trink-Hüumpen, von Herren auf Schlesischen Pferden, geritten. Von den in der Fest-Vrd⸗ nung genannten 8 Konkurrenten traten nur 4 auf, nämlich der braune Hengst „Roderich“ des Amtsraths Heller, geritten vom Bruder des Besitzers; der schwarzbraune Wallach „Victor“ des
Lieutenant von Studnitz, geritten vom Lieutendnt v. Wedell;
der braune Hengst „Fergusson“ des Grafen Renard, geritten vom Lieutenant Grafen Koͤnigsdorff; und der braune Wallach
„York“ des Stallmeister Behrends, geritten vom Besitzer. Auch war der Schimmel Hengst „Dschehangir“ des Baron v. Musch⸗ witz, geritten vom Vesitzer, noch eingetreten. Nach mehrmaligem Wechsel der Stelle nahm „Fergusson“ die Spitze, die er auch nicht wieder verlor, und siegend das Ziel erreichte. „Roderich“ war zweiter. — Hierauf folgte das Rennen auf der Bahn mit Hin⸗ dernissen um den Vereins⸗Preis von 299 Rthlr. Von den gemeldeten 3 Pferden erschienen nur 3, naͤmlich „Anthee“ braune Stute des BHutsbesitzers Rother auf Koitz, „Socckrer“ braune Stute des Grafen Renard, und der Fuchs⸗Hengst des Gerichts ⸗Schul⸗ zen Kliem auf Wettschütz bei Glogau. Das Nennen verungluͤckte das erste Mal, da alle 3 Pferde nach innen aus der Bahn ge— brochen waren, und deshalb der Soccerer⸗Stute, welche zuerst ans Ziel gelangte, der Sieg nicht zuerkannt werden konnte. Im zweiten Laufe mußte der Fuchs-Hengst der Ueberlegenheit seiner Gegner bald weichen; die beiden andern Pferde machten das schoͤnste Nennen, das man sehen konnte, da beide in fliegender Eile die Bahn zuruͤcklegten, alle Hindernisse stets g lempo über⸗ sprangen und bis auf den letzten Augenblick so dicht zusammen— hielten, daß von den 3 Schiedsrichtern eine Stimme fuͤr ein todtes Rennen, zwei Stimmen aber fuͤr den Sieg der Anthee mit einer halben Kopflänge entschieden, welcher hiernach der Preis zuerkannt ward. — Zu dem Rennen der untrainirten, in Schle— sien geborenen Pferde, um den Vereinspreis von 139 Rthlr., traten von den angekuͤndigten 4 Pferden nur die „Addicion“ des Fuͤrsten zu Carolath, der Schimmel- Wallach „Blasius“ des Grafen Saurma auf Laskowitz, und die Schimmel Stute „Alart“ des Grafen Renard auf. Doch gesellten sich noch hinzu: die braune Stute „Fieramore“ des Banquier Kracker, der schwarzbraune Wallach „Tiridatis“ des Lieutenant v. Webell, und der schwarz⸗ braune Wallach „Victor“ des Lieutenant v. Studnitz, so daß 6 Pserde abliefen. Tiridatis und Victor brachen an der dritten Wendung ganz aus der Bahn. Blasius gewann die Spitze und besiegte seine Gegner um mehrere Pferdelaͤngen. — Das Ren nen der Landleute um die Preise von 1906 ünd H0 Rthlr. ward von den in der Fest-Ordnung genannten 9 Pferden gemacht. Den ersten Preis errang der Schulze Kliem aus Wettschuͤtz, Glogauer Kreises, mit demselben kleinen Fuchs⸗Hengst, vom Landbeschäͤler Helius, welcher schon zweimal die Bahn mit Hindernissen mit durchlaufen hatte; den 2ten Preis der Freibauer Groͤger aus Töppliwoda, Nimptscher Kreis, mit einem schwarzbraunen Wallach, vom Landbeschäͤler Ygmer. — Zu der von W. Eichborn auf Guͤttmannsdorff ausgesetzten Pro—⸗ position suͤr Nichtvollblutpferde mit 16 Friedrichsd'or Ein satz hat— ten sich im Ganzen 5. Pferde einschreiben lassen. Graf Renard zog jedoch das seinige, gegen Reugeld, zuruͤck und es erschienen nun in der Bahn: die Fuchs-Slute „Diskordia“ des Guts— besitzer Eichborn, die braune Stute „Miß Quikly“ des Baron von Muschwitz, die braune Stute „Duenna“ des v. Nickisch auf Schwarzau, und der braune Wallach „Portland“ des Banquier Kracker. „Portland“ nahm bald die Spitze und wurde am hef⸗ tigsten von „Miß Quikly“ verfolgt. „Duenna“ glitt auf freiem Nasen aus und brach ein Bein, — ein Unfall, welcher die all— gemeinste Theilnahme erweckte. „Portland“ verfolgte und errang unbestritten den Sieg. — Zuletzt folgte das Rennen um den von dem Berliner Verein fuͤr Pferdezucht und Pferdedressur ausge— setzten Kaufpreis von 150 Friedrichsd'or. Acht Pferde waren gemeldet, vier davon zuruͤckgezogen, und es erschienen nur auf der Bahn der schwarze Hengst „Achilles“ des Amtsrath Heller, der schwarzbraune Wallach „Portland“ des Banquier Kracker, der Schimmel-Wallach „Boxer“ des Gutsbesitzer Luͤbbert, und die braune Stute „Beauty“ des Grafen Renard, zu welchen sich noch der Fuchs-Wallach „Pluto“ des Erbschulzen Gimmler zu Polnisch-Peterwitz gesellte. „Portland“ fuͤhrte im ersten Lauf; „Boxer“, „Beauty“, „Achilles“ folgten, „Pluto“ aber ward bald voͤllig geschlagen und verlor den Lorbeck des vorigen Tages. „Beauty“ machte ihr Rennen auf der letzten Haͤlfte des zweiten Umlaufs, schlug den „Boxer“ und „Achilles“, ruͤckte dem „Portland“ immer näher, konnte ihn jedoch bis zum Sie— gespfahl nicht uͤberholen und brach überdies kurz vor demselben nach Innen aus. Im zweiten Lauf ward „Achilles“ zur ůͤckge⸗ zogen. „Boxer“ war distanzirt worden und konnte nicht Theil nehmen; „Portland“ nahm vom Fleck ab wieder die Spitze, „Beauty“ folgte auf z bis 4 Laͤngen, und so machten beide Pferde den Lauf ohne die Stelle zu wechseln. Portland wurde demnach, gegen den ausgesetzten Preis, fur Rechnung des Ber— liner Vereins in Empfang genommen. — Ohne die Verletzung einiger Zuschauer, durch die nach außen die Bahn durchbrechenden Nennpferde, und ohne den Beinbruch der, Duenna“, wurde der Ver; lauf die ser Rennen zu den durchaus erfreulichen gehört haben, da das Wetter guͤnstig und die Rennen von mannigfachem Interesse waren. Das auf den 1. e lei⸗
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dferde und Rindvieh waren zwar . nur gerade so lange sestgehalten
werden, als die Schau⸗Konnnission nöthig hatte, uin ihr Urtheil zu fassen, und an eine wirkliche Schaulilst war gar nicht zu den— ken, da Menschen und Vieh, durchnäßt und entmuthigt, das Feld räumten, soballd sie konnten. Selbst die Preis, Vertheilung e die Verloosung der angekauften Pferde mußte bis zur C eneral⸗ Versaminlung am folgenden Tage verschoben werden, da selbst die verdeckte Tribune keinen Schutz mehr bot, auch, bis auf Dieje— nigen, welche Beruf und wahres Interesse herbeigezogen a st kein Publikum vorhanden war. — ö ö Die Koöͤniglich Markische oͤkonomische Gesellschaft zu Potsdam hielt am Asten v. B. ihre General-⸗Versanmlun g. Der zeitige Direktor derselben, Geheime Regierungs- und Me— dizinal-⸗Rath lor. Augustin, eröffnete dieselbe mit einem Vortrage über die wichtigen Resultate der neuesten Erörterungen im Ge“ biete der Landwirthschaft. Der General-Bexicht, den demnaͤchst der Secretair des Vereins mittheilte, betraf den Zustand der Fonds, die innere Hekonomie der Gesellschaft, so wie die Gegenstande welche im letzten Semester ihre Thätigkeit in Anspruch genommen haben, und sprach den Dank für die, dem Monats⸗-Blatte, der ibliothek und Nodell-Sammlung zugekom̃inenen Vereicherun⸗ gen aus. Hierauf berichtete der Direktor über die eingegange⸗ nen, die Schaspocken-IJinpfung hetressenden Prelsschristen 6 uber die, Hinsichts derselben eingezogenen sacht i u ö. z Diesen Und dem Urtheile der Deputation zusolge, ward der mie dem Motto: „IUIau8 ée ax lierientin domina hir in , versehenen Schrist der ausgesetzte Preis von 7 Nthir 33 dem von Sendlitzschen Prämüien-Fonds zuerkannt. Als Ber faser ergats sich der Herzoglich Anhalt-Ezther'sche Physikus Y * i. drich Muller zu Roslau. Vie Deplita ion ler ka n ie 6 zeitig auch den Werth der beiden anderen Prelsschrifaen 3 Mottos: „la dughus malis sutziendun! nmajus, J es ö
6 ** ‚ Der Neon . ö — ö — 8 i ö. gendum und: „Der Verlust ben Impfen der S chaspocken ist * z ö
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