. 2 —
*
gleich Null zu rechnen“, belobend an, da auch sie, wenn gleich nicht in der umfassenden Vollstaͤndigkeit, als die gekroͤnte Schrift, von vieler Sachkenntniß der Verfasser zeugen und die Resultate reifer und nuͤtzlicher Erfahrungen darbieten. Die Deputation wuͤnschte deshalb die Bekanntmachung auch dieser Schriften durch den Druck und ersuchte die Herren Verfasser um ihre desfall⸗ sige Erklaͤrung. Gleichzeitig wurde der Preis von 50 Rthlrn. bis Ende Februar 1835 uͤber folgende Frage wiederholt ausge⸗ setzt, da bis jetzt zwar einige werthvolle Abhandlungen, aber keine vollstaͤndige Preisschrift uͤber den Gegenstand derselben eingegan⸗ gen sind, naͤmlich: „Wie verhaͤlt sich die Milch-Erzeugung des Wiesenheues, Kleeheues, der Kartoffeln, Oelkuchen und Roggen, Kleie (letztere beide als Trank), an Kuͤhe gegeben, zu einander? — Auch ward der Preis von 30 Rthlrn. auf die beste Abhand⸗ lung vom Nutzen der Thierschau 2c., woruͤber keine Preisschrift eingegangen ist, bis Ende Maͤrz 1836 wiederholt ausgesetzt. Nachdem nun einige Aufsaͤtze: a) uͤber die Pruͤfung der jungen Oekono⸗ men; b) uͤber den Milch-Ertrag verschiedener Futterungs⸗/ Mit⸗ tel und uͤber Molkerei im Allgemeinen, von dem Ober-Amt— mann Karbe zu Petershagen, und ée) uͤber das Waschen der Schafe vor der Schur, von dem Amtsrath Cochius zu Dreetz vorgetragen, auch die sehr dankenswerthen Geschenke, namentlich eine Sammlung vieler Varietaͤten des Welschkorns aus Nord⸗ Amerika, von des Fuͤrsten Max von Neuwied Durchl, ein voll— staͤndiges Verbindezeug fuͤr Thier⸗Aerzte, von dem Hof⸗Mechanikus Amucl, und 62 seit einem halben Jahre eingegangene Druckschrif— ten vorgezeigt worden, begab sich der groͤßere Theil der Anwe⸗ senden nach dem Felde vor dem Jaͤger⸗Thore, um den von dem Gutsbesitzer Schröder zu Johannishoͤhe bei Berlinchen erfunde— nen neuen Pflug zu pruͤfen. Dieser Pflug hat in seiner Bau— art viel Eigenthümliches und weicht von den jetzt bekannten bes— seren Pfluͤgen nicht sowohl in einzelnen Theilen als vielmehr in ber Zusammenstellung sehr ab. Er zeichnet sich durch Vermin— derung der Friction aus, ist leicht zu regieren, hat eine fuͤr die beabsichtigte Breite und Tiefe der Furche zweckmaͤßige Stellung, und seine Kuͤrze erleichtert das Auspfluͤgen an Ecken und Win⸗ keln des Landes. Die Construction ist dauerhaft und bequem und jeder Schmidt wird diesen, wenigstens fuͤr leichten und muͤr⸗ ben Boden sehr empfehlenswerthen und vielleicht noch weiter zu vervollkommnenden Pflug fuͤr den gewoͤhnlichen Preis eines sonst uͤblichen guten Pflüges herstellen. Außer diesem Pfluge legte Herr Schroder noch einen Kraftmesser von seiner Erfin- dung, so wie einige andere Modelle landwirthsthaftlicher Werk— zeuge vor, welche jedoch noch nicht im Großen ausgefuͤhrt wor— den waren.
Meteorologische Beobachtung. 1835. Morgens Nachmitt. Abends Nach einmaliger 3 Junt. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
Luftdruck 338, 0 Par. 837,92 Par. z37, 20 Par. Quellwärne 7,2 R. Zuftwaͤrme S, 0 0 R. 11,79 R. Flußwärme 13,0 0 R. ö . . 6 2, Bodenwärme 10,6 5 R. . J . 5 . heiter Ausbinst 0, o 95 Rh. Bind. SIS. SNO. Miederschlag 0. Wolkenzug . O. — Nachtkälte 9,72 R. Tagesmittel: 338,0 o“ Par... 112,690 R. .. 9, o R. . . 78 vCt.
Berliner Börse. Den 4. Juni 1835.
Amt]. Fonds- und Geld-Gours- Zettel. (Prersae. Gore.) /// ᷑ /
1 8 x , r, enn] , re, ,J.
'IOstpr. Pfandhr. 4A 1012 Pomm. do. A Kur- u. Neum. do. A Schlesische do. A Rkst. C. u. L. Sch. d. K.- u. X. — Gold al marco Neue Duk. ... Friedrichsd'or .. Disconto
St. Schuld- Sch. Hr. Engl. Gib. 30. Främ. Sch. d. Seh. Kurm. Obl. m. J. C. RNenm. Int. Sch. do. Her. Stadt - Obl. Königsb. do. Elbing. do. Lanz. do. in Th. Wenstpr. Pfundbr. ir osahxz. Pos. do.
We ch sel- Cours.
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b Preross. Com. Hr gef.] geld.
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Auisterdam . dito ö . 141 — Hamhurg . — 1517 dito ö. j — 1507 London . ; 6 255 6 255 Faris — 807 Wien in 20 Xr 1035 1033 Augshurg 1054 — Breslau 994 — Leipzig — 1025 Frankfurt a. M. W. ; 1027 1023 J 3 Woch. — 30 Warschau 600 FI. Kurz 2 —
Aus wüärtige Börsen. Amsterdam, 30. Mai. Ninderl. wirkl. Schuld 557... 53 do. 101. Ausg. Schuld —. HKang- Bill. 253. AI; Amort. gaz. 358 793. Runs. 8. OQesterr.
983. Hreuss. Lräm. Scheins 1113. do. A3 Anl. 101. Spun. 53 AM.
37 263. Antwerpen, 29. Mai Span. 58 MSI. 33 —. Aimsl. 183. Corten 2]. Coup. 2]. Reue Span. Anl. 56. Hamburg, 2. Juni. Engl. Kuss. 1053. Hope in Cert. 99. Preuss. Prüm. - Scheine 123. Lon. 1363. Dän. 713. Fort. 53 91. 33 631.
63 * Wien, 30. Mai. . D Met. 1013. A3 973. Bank-Actien 1330]. Neue Anl. 59l. 132m.
Königliche Schau sptele.
Freitag, 5. Juni. Im Schauspielhause: Der Roman, Lust⸗ spiel in 1 Akt, nach dem Franz., von L. Angely. Hierauf: Die feindlichen Bruͤder, Possenspiel in 3 Abth., von E. Raupach.
Wegen Unpaͤßlichkeit der Dlle. Stephan kann die Oper: „Die Hochzeit des Figaro“ an diesem Tage nicht gegeben werden.
Königstädtisches Theater.
Freitag, 5. Juni. Das Koͤnigreich der Weiber, oder: Die verkehrte Welt, Burleske mit Gesang in 2 Akten, von Friedrich Gene. Vorher: Judith und Holofernes, Lustspiel in 2 Akten, von L. Angely.
. N e u est ? Nach ö cht
Paris, 29. Mai. Vorgestern Abend hatte der Preußische Gesandte, Freiherr von Werther, eine Audienz bei Sr. Majestaͤt. Gestern arbeitete der Koͤnig mit dem Minister des oͤffentlichen Unterrichts.
Heute begann in der Pairs-Kammer, und zwar in dem neuen Gerichts ⸗Saale, der Prozeß gegen die 169 Vertheidiger der April-Gefangenen fuͤr das in der „Tribune“ und dem „Réö— formateur“ erschienene Schreiben (s. Nr. 139 der Staats-Zei— tung), so wie gegen die verantwortlichen Herausgeber dieser bei— den Blatter, von denen das erstere bekanntlich seitdem eingegan—⸗ gen ist. Der Namens⸗Aufruf ergab etwa 90 abwesende Pairs. Von den Angeklagten waren mehrere ausgeblieben, unter diesen auch Herr Audty- de-Puyraveau, der um dieselbe Zeit den Verhandlungen in der Deputirten-Kammer beiwohnte. Andere erschienen im Beistande von Advokaten, und der Herausgeber der „Tribune“, Herr Bischat, hatte den ehemaligen Haupt⸗Redacteur dieses Blattes, Herrn Sarrut, als Defensor mitgebracht. Dieser erklaͤrte vorweg, daß alle Ange⸗ schuldigte den Mitangeklagten Michel (einen Advokaten aus Bourges) mit der Beweisfuͤhrung der Inkompetenz der Pairs⸗Kammer beauftragt haͤtten. Der Praͤsident wollte diesen Auftrag Anfangs nicht gelten lassen, indem ein Angeklagter nicht fuͤr den anderen das Wort fuͤhren koͤnne; indessen entschloß er sich zuletzt doch, den Herrn Michel zu hoͤren, der darauf in ei— nem fast zweistuͤndigen Vortrage die Einrede der Inkom— petenz hauptsaͤchlich darauf gruͤndete, daß der inkrimi— nirte Artikel den Pairs-Hof und nicht die Pairs-Kam— mer angreife, waͤhrend das Gesetz der Pairs-Kammer nur dann die Befugniß ertheile, sich selbst Recht zu verschaffen, wenn sie als gesetzgebender Körper angegriffen worden sey. Zugleich aber erinnerte er daran, daß jenes Gesetz bei Erlassung desselben von den Koryphäen der jetzigen Pairs-Kammer selbst als ein schlechtes angegriffen worden sey. Nachdem Herr Michel seinen Vortrag beendigt hatte, wurden die Angeklagten aus dem Saale gefuͤhrt, ünd die Kammer berieth sich über die Kompetenz— Frage. Herr Tripier war der Meinung, daß der Advokat Michel das Wesen und die Befugnisse der Pairs-Kammer als gesetzgebenden Korpers und als Gerichtshofs mit einander vermengt habe; es sey ganz gleichguͤltig, ob die Kammer in der einen oder der anderen Gestalt Sitzung halte, da die Elemente der Versamm— lung dieselben waren; hiernach sey er der Meinung, daß die Kammer uͤber den Antrag des Advokaten Michel gar nicht wei— ter zu berathschlagen, sondern sofort zu der Vernehmung der Angeklagten zu schreiten habe. Die Versammlung erklaͤrte sich einstimmig mit dieser Ansicht einverstanden. Die Angeklagten wurden darauf in den Saal zuruͤckgefuͤhrt. (Hier schließt unser Bericht.)
In der heutigen Sitzung der Deputirten-Kammer wurden die Berathungen uͤber den Gesetz-Entwurf wegen Er— richtung einer Dampfschifffahrt-Verbindung zwischen Frankreich und der Levante wieder aufgenommen und die 4 Artikel dessel— ben erst einzeln, dann zusammen mit 218 gegen 16 Stimmen angenommen. Der Gesetz⸗-Entwurf besagt im Wesentlichen, daß dem Finanz-Minister zur Erbauung und zu den Kosten der er— sten Einfuͤhrung von 10 Dampf⸗Packetboöͤten zwischen Frankreich und der Levante pro 1835 3 Millionen und pro 1836 2,971, 66 Fr. bewilligt werden sollen. — Die Versammlung beschaͤftigte sich darauf mit dem Budget des Ministeriums des oͤffentlichen Unterrichts.
Die Herzoge von Orleans und von Nemours begaben sich gestern mit dem Prinzen Leopold von Sicilien nach Meudon.
Es heißt, der Herzog von Orleans werde in einigen Tagen mit dem Prinzen Leopold nach Toulon abreisen, um sich dort nach Neapel einzuschiffen, und diese Reise wuͤrde eine neue Un— terhandlung uͤber eine Vermaͤhlung des Ersteren mit einer Nea— politanischen Prinzessin zum Gegenstande haben.
Im Messager liest man: „Es wird uns versichert, daß der Spanische Ex-Minister Calomarde und der Visconde de Canellas kuͤrzlich eine Audienz bei Ludwig Philipp gehabt haben. In dieser Konferenz sollen dem Könige die Vortheile, die für Frankreich aus der Aufrechterhaltung des Salischen Gesetzes Ludwig's XIV. hervorgehen würden, auseinandergesetzt und selbst auf die Moͤglichkeit einer Vermaͤhlung des aͤltesten Sohnes des Don Carlos, sobald der Buͤrgerkrieg erst beendigt ware, mit der Prinzessin Klementine von Orleans, der Tochter des Koͤnigs, hingewiesen worden seyn. Zugleich wurden dem Koͤnige uͤber die anarchischen Folgen, zu denen der Geist
Neapolitanischen Koͤnigshause ist.“ Hafen nach der Levante unter Segel gegangen. Im Augenhs
zwei telegraphische Depeschen in Toulon ein, die dem groß
Theil der Schiffe, welche die Flotte bildeten, eine andere Besu
ihre Fahrt weiter fortgesetzt. die Kuͤsten Spaniens beordert worden seyn,
heute keine neuere Details uͤber den Krieg in Navarra. söten d. hatten 2 Divisionen Christinos Vittoria verlassen
tige. Ein Schreiben aus Bayonne vom 24sten d. bei
aufgeschlagen. Er hatte den Auftrag erhalten, alle gh, Offtziere zu versammeln und ihnen unter Anderem sihem Fragen zur Begutachtung vorzulegen: Können die imustr Provinzen allein durch militatrische Gewalt okkupirt nahen Ist es inoglich, sie vollstaͤndig zu verwuͤsten und die Einwhnn zu vertreiben? Beide Fragen sind von dem ver sammelten In verneinend beantwortet worden. In den militgirischen Dinst, nen von Bayonne und Perpignan hat keine Bewegung aun funden. Das 9Observations-Corps ist gegenwärtig 39, 0s0 Mm stark, mit Einschluß der Kavallerie und Artillerie.“
Den neuesten Berichten der Sentinelle des Pyreneeg zufolge, haͤtte Zumalacarreguy sich mit etwa 19,000 Mam Stadt Pampelona genaͤhert und einen Ausfall der Garnisin j ruͤckgewiesen. ;
Nach dem Indicateur von Bordegur vom gh waͤre das Geruͤcht, Vittoria sey von den Karlisten blokirt, n gruͤndet. Es heißt, der General Aldama und der Brig Iriarte seyen ihres Kommando's entsetzt worden; die Mn dieser Maßregel sind noch unbekannt.
Der Messager meldet: „Wir erfahren aus Man vom 21 sten d. auf außerordentlichem Wege, daß der Consch Praͤsident und Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten in sn zem in einer außerordentlichen Mission nach London ahbpes sollte; Herr Martinez de la Rosa wird in der Praͤsidentsch durch den Grafen v. Toreno ersetzt werden. General Valdez) seine Entlassung eingereicht. Der erste Chef des Genetasselh der Nordarmee, Don Evariste San Miguel, ist interim mit dem Ober-Kommando dieser Armee beauftragt. Dle Motu radoren haben am 2lsten d. eine geheime Sitzung gehalten, an geblich in Betreff der Intervention.“
In diesen letzteren Tagen ist, dem Vernehmen nach, Paris und London eine offizielle Note des Divans eingettoff Sie enthaͤlt, wie es heißt, des Sultans Antwort auf das n dem Lord Ponsonby und dem Admiral Roussin gestellte Veh gen der freien Schifffahrt auf dem Schwarzen Meere, Pforte hat sich, wie versichert wird, durchaus geweigert, in Anforderung einzuwilligen, obschon sie, besonders von Säh des Englischen Botschafters, auf eine drohende Weise geschehem
Weder der Impartial noch der Temps glauben ann Ausscheiden des Herrn Humann aus dem Ministerium.
Waͤhrend der ersten Sitzungen des Pairshofes sind die tritts- Karten fuͤr die oͤffentlichen Tribunen fuͤr 26 bis 3h verkauft worden. .
Es ist eine Subscription zur Aufbringung der dem,) formateur“ von der Deputirten⸗Kammer aufgehzgten Strafe 10,900 Fr. eroͤffnet worden. Im Redactions⸗Vwrean di Blattes selbst waren heute bereits 1252 Fr. eingegangen; ;
der „National“ hat schon bedeutende Beiträge gesammelt.
Die Boͤrse ist in der groͤßten Bestuͤrzung. Die Fran schen Fonds sind fortwährend angeboten. Nur schwer fi man Käufer. Am meisten Eindruck auf die Spekulanten m ten die Berichte von der Londoner Boͤrse am 27. Mai. Du dem Monate Oktober auf dem hiesigen Platze in Piastern Geschaͤfte auf Zeit mehr gemacht werden durfen, so lassn großen Kapitalisten ihre Hperationen guf Zeit in diesen Csst in London ausfuͤhren. Auf solche Weise wurden in in wahrhaft enorme Geschaͤfte gemacht. Als nun die Liquüh vom 27. Mai kam, waren die Differenzen so bedeuten, nur wenige Spekulanten im Stande waren, zu bezahlen.
ist das Haus Rothschild, welches enorme Partieen verkaf im Augenblick der Liquidation nicht bezahlt worden; die renzen, die nicht bezahlt worden, belaufen sich, wie es hei zwoͤlf Millionen Franken; was denn auch Herrn Rothsch stimmt hat, darein zu willigen, daß die Londoner Liqui vom 27. Mai um vierzehn Tage verschoben werde. Nu nun auch die lebhaftesten Besorgnisse fuͤr die hiesige Liqui am naͤchsten Montag. Die Schwankungen der Renten enorm gewesen, daß man viel Ungluͤcksfaͤlle befuͤrchtet. Spanischen Fonds sind ebenfalls gesunken. K
— Heute schloß 5proc. Rente pr. gompt. 16tz. 60). sin 10tz. 50. zproc. pr. Compt. 78. 60). sin Cour. 78. 85. Neap. pr. compi. 97. 75. sin Cour. 9tz. 70. proc. 403. 3proc. 277. Cortes 40h. Guebhard (6. Port. n
Frankfurt a. M., 1. Juni. DOesterr. Hproe, J 1013. 1019. Aproc. 96 as. 963. 23proc. 58. B. pt B. Bank, Actien 1580. 1579. Part.“ Obl. 141. Vt. zu 100 G. 2121. Br. Preuß. Praͤm. Sch. 63. Br. di Anl. 98. G. Holl. Hproc. Obl. von 1832 1697. Br.
der Unordnung in Spanien fuͤhren konnte, Besorgnisse er— regt. Es heißt auch, daß der Prinz Leopold von Sicilien den Köͤnig zu Gunsten der Politik des Don Carlos zu stimmen suche. Bekanntlich war der Neapolitanische Hof der erste, der gegen die Veraͤnderung in der Spanischen Thronfolge-Ordnung prote—
Loose 65. B. proc. Span. Rente 411. A1. proc. do 253. 261. Redacteur Cottal.
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Gedruckt bei A. W. Hihh
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ar, mmm mmm e ga ie m, mem, me ire, r, mem ö —
Bekanntmachungen.
Von dem ehemaligen Prof. Jur. Puhl. zu Leipzig und Kanzler des Stiftes Zeitz hr. Johann Andreae usß gefezt ist im Jahre 1589 ein Stipendium fuͤr seine Ange⸗ , hörigen gestiftet worden, wobei solchen, die sich den academischen Studien widmen, der Vorrang vor den si Jemand von der Familie des obgedachten Stifters schon actu studens ist, oder zu studiren gedenkt, wird ]
nate zu melden. Leipzig, den 23. Mai 1sz5.
W. Wachsmuth, tig seyn.
. der Insel Helgoland. in geehrtes Publikum wird hiermit von der Er- 6E, . bz oͤffnung' des hiestgen Scehades am 13. Juni in Kennt- mit betslinten, Packetkbbten.
Auf eine zweckmaͤßige Erweiterung und Vervoll— ; . n, , oe her f. so sehr zun. Helgoland, Mai 1833. gead r an stige Aufnahme des Bades in den letzten Jahren nö⸗ —
rigen eingeräumt ist. Im Fall nun gegenwärtig h machte, wurde für die nach te 5. . Eifer , n. . ,, . viele neuerbaute sch : h Logis, Vermehrung der Badekutschen auf funfzi ver elbe aufgefordert, sich bei dem academischen Se Stu ct, durch lieberfuͤhrung von fin , a s (Ecke der Friedrichstr), ist zu haben; vieh ꝛc ꝛ4, den Beduͤrfnissen und Anforderungen der resp. Badegaͤste moͤglichst entgegen gekommen. th. Als Badegrzt wird, wie fruher, Herr Dr. von d. z. Rector der Universitaͤt. Aschen aus Bremen waͤhrend der Eurzeit gegenwaͤr⸗
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Allgemeiner Anzeiger für die Preußischen Staaten.
elegant eingerichteten Hamb. Dampfschiffen von Ham⸗ burg und Cuxhaven aus, und von sonstigen Hafen
20 Thlr. Eisenberg und Sten geh traͤge, 18 Bde, geb. 10 Thlr. Mal rist. Monatsschrift, 11 Bde, in hn 6 Thlr., in Hlbfrjbd. geb. 7 Thlr. 3 h trage z jurist Literatur, 8 Simm Zusaͤtze. A Thlr.
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Ziterarische Anzeigen. Bei G. Walter in Berlin, Leipzigerstr Nr. 29
v. Kamptz, Jahrbuͤcher d. Pr. Ges., 8u Hefte, v. Kamptz, Annalen, Jahrg. i817 bis 1833, geb. und geh. 21 Thlr. v. Käamptz, Sammlung von Proz. Gesetzen . 3 Bde. 5 Thlr. 13 sgr. Hitz ig, Zeitschrift der Crim.⸗Rechts⸗Pflege, A8 Hefte u. 2. Repert. Nr. 2: Ich liebte Sie. 35 sgr.
Bei C. W. Fröhlich C Comp. (unterwis Nr. 8), ist erschienen: pran Alt, Tenor und Baß. Ob. 16h der Freundschaft. — Liebesfreude ; Lustiges Lied“ — Partitur und Stimm Wüeihorsky, Graͤf von, Kaiserl, merherr, 2 Lieder mit Begleitung des A Nr. 1: Auf der Liebe dunklem Meere
Die Flotte zu Toulon war am 22sten d. aus dem dortigen
ihrer Abfahrt trafen aber, wie man erfaͤhrt, kurz hinter einandel
gten
mung gaben. Nur die „Bellone“ und der „Suffren“ habn ö . Die uͤbrigen Fahrzeuge lle
sich nach Biscaya zu begeben, in Folge der Nachricht, daß nt Hauptmacht der Insurgenten einen Angriff auf Bilbao beahsij
tet: „General! Valdez hat sein Hauptquartier in Pig
2 . 5. 13. Jah n g, * vierstimmige Gescnzes n
stirte, obgleich die Koͤnigin Christine eine Prinzessin aus den
Allgemeine
—
9 2 e 2 1 Die Blätter von der Spanischen Graänze überbringn 6 156.
tenßische Staats. Zeitung.
Berlin, Sonnabend den 6ten Juni
— . — l ——
Amtliche Nachrichten. Kronik des Tag es.
Im Bezirke des Koͤnigl. Konsistoriums der Provinz Brandenburg ist der Prediger in Raben, Friedrich Iugůst Fischer, als Prediger zu Rotstock; der Prediger in Fihchen, Daniel Liba, als Prediger zu Buch; der Kandidat ldolph Theodor Tuncke als Pfarr- Adjunkt zu Fuͤrstenwer⸗ der; der Prediger Werkenthin zu Putlitz als Prediger zu Femnitz der Kandidat Karl August Wilhelm Buckardt as Prrdiger zu Mannsfeld, und der Kandidat Jakob David Grauert als Archidiakonus zu Neu-Ruppin angestellt worden.
Angekommen: Se. Excellenz der Kaiserl. Russische Ge—⸗ nerul⸗kieutenant und General-Adjutant, Suchosanet II., von Er. Peters burg, , Der Koͤnigl. Schwedische General⸗Zoll⸗Direktor, Graf von posse, von Stockholm. Abgereist: Der Wirkliche Geheime Ober-Regierungsrath nd Kammerherr, Graf von Hardenberg, nach Schlesien.
3Zeitungs-Nachrichten. J
Frankreich.
Pairs-Kammer. Sitzung vom 29. Mai. (Nach— ug) Bevor in dieser Sitzung die Verhandlungen in der Angelegenheit der Unterzeichner des Schreibens an die April— Gisangenen begannen, legte der Minister des Innern einige nun der anderen Kammer bereits angenommene Gesetz-Entwuͤrfe nt, und der Graf Mollien berichtete uͤber den Rechnungs— lischluß von 1832. — Hiernaͤchst erfolgte der Namens⸗Aufruf der an⸗ pesenden Pairs, um zu verhindern, daß — in sofern der Prozeß mehrere Sitzungen ausfuͤllen sollte, — solche Pairs an dem Ur— theilsspruche Theil nahmen, die bei den Debatten nicht zugegen gawesen. Die Zahl der anwesenden Pairs belief sich auf 141. lußer den beiden Herausgebern des „Réformateur“ und der ehemaligen „Tribune“ erschienen von den 110 angeblichen Unter⸗
ichnern jenes Schreibens etwa 809. Unter den 30 fehlenden be—
ind sich auch Herr Audry-de-Puyraveau. Auf die von dem
Präsidenten an Herrn Bichat, ehemaligen Herausgeber der „Tribune“, gerichtete Frage, ob er die Nr. vom 11. Mai unterzeichnet habe, erwiederte derselbe: Ja. Jetzt ergriff aber Herr Sarrut das Wort, um als ehemaliger Haupt-Redacteur der „Tribune“ dem Praͤsidenten anzuzeigen, daß vor der Eæroͤff— nung der eigentlichen Debatten noch eine Praͤjudicial⸗ Frage, nämlcch die Kompetenz der Kammer zu eroͤrtern bleibe, und daß die Angeklagten den Advokaten Michel mit der Entwickelung dieser Frage beauftragt hatten. Der Praͤsident wollte hierzu anfangs nicht die Erlaubniß ertheilen, indem Herr Michel jene Frage behandeln koͤnne, sobald die Reihe an ihn komme. Diesem widersetzte sich aber der Advokat Crémieux, den Herr Bichat und die uͤbrigen Angeklagten zum Rechtsbeistande gewählt ha— ben, indem derselbe der Meinung war, daß die Frage uͤber die Lmpetenz der Versammlung jeder andern vorgehen muͤsse. Der Praͤsident wollte darauf ihm das Wort ertheilen, um uͤber die Kompetenz ⸗Frage zu plaidiren, Herr Crémie ux erklaͤrte je⸗ doch wiederholt, daß Herr Michel mit diesem Geschaͤfte beauf— kragt worden sey, worauf der Praͤsident sich endlich entschloß, diesen Letzten zu hoͤren. Nachdem Herr Michel sich darauf die benthigten Papiere hatte holen lassen, hob er in folgender Veise an: ö „„Als wir uns der Vertheidigung der April⸗Angeklagten in dem Interesse ihrer Ehre, ihrer Freiheit und ihres Lebens unterzogen, dachten wir, daß alles, was uns an der Erfuͤllung diefer Hflicht hindern konnte. im höͤchsten Grade schimpflich und tadelnswerth waͤre. h Umstand erklärt Jhnen das in kriminirte Schreiben. n , Ihnen, dessen Namen mir entfallen ist, hat geglaubt, . die Ehre der Kammer durch dasselbe gefaͤhrdet worden sey, und , dieses Schreiben Bericht abgestattet. Dieser Bericht machte . auf Sie. Auch dies galt die Erfüllung einer Pflicht; . Gt ats Körper mü sse mn sich vertheidigen und ihre Wurde ö , ., unter diesen Umstaͤnden lag es Ihnen ob, die Gerech— . des Landes anzurufen, und hatten Sie uns daher vor unsere na—⸗ lichen Richter, vor die Jury, geschickt, so ware unser Benehmen uns im born us gergezeich net gewesen. Wir haͤtten entweder unsere Worte . ö. oder sie gedeutet und ihnen einen mildernden Sinn unterge⸗ . . endlich waren wir bei denselben verharrt und hatten sie ge= . n Allein zu unserem und vielleicht zu Ihrem Unglück . . anders: Zu sehr, mit Ihrer eigenen verletzten rer Wel e fi tgt⸗ ö sich zu wenig um das Intęresse i . Statt daß Sie zwischen der Rolle des Anklaͤgers suerso⸗ i. Richters hatten wählen sollen, haben Sie sich beide . .. den erst machten Sie die Anklaͤger, jetzt wollen Sie Rich— . werden es folglich ganz billig finden, wenn wir un⸗ m n n aller unserer Rechte bedienen. Hier soll weder von . . noch der Monarchie gesprochen werden; einfach und er 5m elt es sich, darum, zu wissen: ob im Jahre 1635 sc . mit der Pairs⸗Kammer so ganz iden⸗ his zu h baß Die dem einen zugefuͤgten Beleidigungen nn, er anderen dringen und sie treffen kann, ünd u rache g die Pairs⸗ Kammer, um solche Beleidigungen . . dem Angeklagten diejenigen Garantieen rauben darf, die ben hen . selbst findet. Diese Fragen koͤnnen weder Lei⸗ . h h. Groll erwecken; es sind blotze Rechtsfragen, aber 1 nutnng So gut also, als ich mich zur Enthal⸗ ug e jeder volitischen Erdrterung verbindlich mache, wer— big e auch Jhrerseits mir eine uͤngetheilte ÄAufmerkfamkeit zu Ende nicht versagen; ich bin in meinem Recht
icht dayn ; : in im e, ich werde n, abweichen, und ich will Sie durch meine Haltung
söingen, mich bis zum Schluß! anzuhdren. Eines hur muß ich
wahle befuͤrchten, daß ich Si i . Sie langweilen werde. . Was ö dieser Versammlung seyn mögen, es giebt ö. ehrte unter Ihnen. Doch sehe' ich einige sehr auf
*
X.
geklaͤrte Juristen hier, und diese werde ich vor allen uebrigen als meine Richter betrachten. Wie Jedermann leicht vegreift, besteht ein Unterschied darin, gute Gesetze zu machen und sie richtig an⸗ , Mithin fassen Sie sich in Geduld, und da es eine reine
uslegung des Textes der Gesetze gilt, so seyen Sie Rechtsgelehrte, wenn Sie es koͤnnen. Besonders mögen diejenigen unter Ihnen, deren Beruf es ist, mit den Gesetzen umzugehen und sie im Leben anzuwenden, mir Ihre ganze Aufmerksamkeit schenken, damit sie, sollte ich mich nicht deutlich genug ausdrücken, meine Worte den Uebrigen erklaͤren koͤnnen.“ — Hier ging nun Herr Michel in eine Erdrterung des Gesetzes vom 25. Marz 1822 eln. Zuerst be⸗ rührte er die Zeit- Umstaͤnde seiner Abfassung und sagte: „Ich be⸗ wundere die verhaͤngnißvolle Fuͤgung, daß diejenigen von Ihnen, die vielleicht am , ,. seyn werden, das Gesetz von 1822 auf mich anzuwenden, die namlich en sind, welche dasselbe damals mit der meisten Kraft und Beharrlichkeit unterstuͤß ten. Das J. 1822 war fuͤr die Patrioten eine verderbliche Epoche: die Sergeanten von la Rochelle waren auf dem Schaffott gestorben; zur selben Zeit hattt man Berton guillotinirt und den Obersten Caron erschoffen. Der De⸗ putirte Köͤchlin war, weil er die bei der Angelegenheit des unglück⸗ lichen Caron von der Polizei veruͤbten Schaͤndlichkeiten angegeben hatte, zu 6 Monaten Gefaͤngniß verurthellt. Zuletzt, ich erinnere daran mit Stolz als Buͤrger, wie als Advokat, zuletzt ward der
Advokat Köchlin, weil er, so sagte man, dem Gerichtshof nicht Ach=
tung genug erwiesen haͤtte, von seinem Amte suspendirt. Sie wif⸗ sen es, m. H. sowohl der Praͤsident, der den Advokaten ie , als auch der Advokat, welcher suspendirt wurbe, sitzen neben einan⸗ der auf Ihren Banken und sind in diesem Augenblick unsere Richter.“ Der Redner erinnerte hiernaͤchst an den Widerstand, den dieses Ge= setz in der Deyutirten⸗Kammer von Seiten der Opposition, die sich damals des Abstimmens gaͤnzlich enthielt, erfahren habe, und nannte die Namen Benjamin Eonstant's, General Foy's und Casimir Pé— riers. Von den Gegnern, die das Gesetz in der Pairs⸗Kammer ge— funden, erwahnte er Portal's, Talleyran 's, Barante's, Mol“ s und Sagur . Zur Epoche von 1830 übergehend, hob der Redner den ersten Artikel des Gesetzes von 1839 hervor, welcher die Erkenntniß uͤber Preß⸗Vergehen von da ab vor die Assisenhöfe verwies, — eine An⸗ ordnung, die dee Redner als die erste Eroberung der Revolution von 1839 darstellte. Er fuhrte sodann als eine billige Ausnahme von diesem Gesetze solche Preß⸗Vergehen an, welche Privat⸗Beleidigungen enthielten, weil man den Buͤrger nicht zwingen könne, einer Beleidigung durch ein öffentliches Verfahren noch groͤßere Oeffentlichkeit zu geben. Was aber den dritten Artikel anlangte, so fand er sich veranlaßt, gerade das Gegentheil von der Auslegung und Erklärung des Praͤsidenten aufzustellen daß die Pairs⸗-Kammer in der vorliegenden Angelegen⸗ heit Richterin seyn muͤsse. Ein politischer Körper, meinte er, a als solcher eben so gut seine Leidenschaften, als eine einzelne Per son. Diese Leidenschaften entspraͤngen aber aus dem 8prit? e orhs; und jedes Mitglied, wenn es schon nicht sich selbst fuͤr be⸗ leidigt hielte, würde glauben, die Ehre seines Nachbars rächen zu muͤssen. Hier wurde Herr Michel, ef den Ratrag des Grafen Mols, durch einen Thurhüter mehr in die Mitte des Saales ge— fuͤhrt, um, da er eine sehr schwache Stimme hat, besser verstanden werden zu konnen.) „Ich komme nun“, so fuhr der Redner fort, „zu dem Geiste des Gesetzes: ich will ferner nach Kraͤften Alles vermeiden, waz die Versammlung, vor der ich rede, verletzen konnte. Den Geist des Gesetzes, meine Herren, suche ich vergebens! ein schlechtes Gesetz kann wohl nur einen schlechten Geist haben. Ich versichere Ihnen, daß ich zu seiner Zeit den Verhandlungen in beiden Kammern mit aller dem Gegenstande schuldigen Aufmerksam— keit gefolgt hin, und stets habe ich an der Grundlage des Gesetzes, der ünabhaängigkeit und Souverainetät der Pairs-Kammer, Anstoß genommen. Wie! das Köͤnigthum ist vollkommen eben so souperain und unabhaͤngig; es hat sogar einen weit erhabene— ren Charakter, zumal 1822, zu jener Zeit, wo seine Fuße die Erde berührten und sein Scheitel bis in den Himmel reichte. Der Koͤnig muͤßte also ebenfalls die ihm zugefüͤg—⸗ ten Beleidigungen in Person raͤchen! Diese Macht verldre aber allen Sinn, wenn sie sich diese hohe Gerichtsbarkeit zuerken⸗ nen wollte,. Und doch, ich zweifle nicht daran, wurde ein König von Frankreich als Richter in seiner eigenen Sache, lang muthiger, großmuͤthiger als Sie seyn, weil es Großmuth ist, gewiffe Beleidi⸗ gungen zu vergessen.“ Der Redner beleuchtete nun, in die Sache selbst eingehend, den großen Unterschied zwischen dem legislati⸗ ven und dem richterlichen Charakter der Pairs, und nachdem er ihn zuerst im Allgemeinen vesprochen hatte, faßte er ihn in Beziehung auf seine per sonliche Stellung als Vertheidiger auf, indem er sagte. „Ich bin aus Bourges; dort lebe ich meines Berufs; wenn meine schwache Stimme einem meiner Mitbuͤrger mit Erfolg zu Huͤlfe kommen kann, so beeile ich mich, ihm meinen Dienst anzubteten. Hierin besteht mein Ruhm. Es sind 5 Jahre her, daß ich meinen Mitbuͤrgern nuͤtzlich seyn konnte, und es sollte mich nicht wundern, wenn ich nach 19 Jahren Manchen von denen, die mich heute richten wollen, meine Dienste anbieten durfte; sie konnen zum Voraus darauf rechnen. (Bewegung in verschiede—⸗ nem Sinne,) Als ich an der Vertheidigung der Angeklagten Theil nehmen sollte, begab ich mich nach Paris aüf die ausdrückliche Ein— ladung, nicht des Herrn Praͤsidenten der Patrs-Kammer, son— dern des Herrn Praͤsidenten des Pairshofes. Ich habe den Brief zur Stelle, den, der Herr Praͤsident mir zu schreiben mich beehrte. In diesem Briefe stand Pairshof und nicht: Pairs Kammer. Wenn Sie mich eingeladen haͤtten, vor der Pairs⸗Kammer zu plaidiren, so wurde ich auf diese Ehre verzichtet haben; denn ich finde, daß die Demokratie der Aristokra⸗ tie gegenuber sich sehr schlecht ausnimmt. Ich bin vor den Pairs—
hof erschienen, nicht um Gegenstaͤnde der Gesetzgebung zu verhan—
deln, sondern um uͤber Gegenstaͤnde des Krimingl⸗-Rechis zu kaͤm— pfen; ich bin gekommen, nicht um auf diese Baͤnke mich zu setzen, sondern einige Schritte weiterhin; nicht um in melner, sondern in Anderer Sache zu reden. Haben Sie mich als Pairs-Kam—⸗ mer rufen lassen? War es die Pairs⸗-Kamm'er, die mir den Zutritt zu ihrem Verhöre verweigerte? Noch vor einem Monat zerschellte ich mir den Kopf an dieser Thur, als ich mit aller Gewalt eingelasen werden wollte; wer hat mich zuruͤckge⸗ wiesen? Der Pairshof! An wen mußte ich mich wenden? An den Pairshof! Ueber wen habe ich mich zu beklagen? Ueber den Pairshof! Sind Sie der Pairshof in diesem Augenblick? Sie sind die Pairs⸗Kammer. Bin ich Publieist, habe ich mich in Ihre legislatlven Debatten gemischt? Nein, ich bin Advokat, meine Pflichten als Advokat bin ich zu erfuͤllen gekommen; Sie aber hin⸗ derten mich daran als Pairshof. Der Pairshof also ifis, den ich angegriffen habe, und vor der Pairs-Kammer soll ich mich vertheidigen! Wenn Sie mich wirklich zu 3 Jahre Gefängniß und z0h0 Fr. Geldstrafe fuͤr meine Persen, oder selbst zu zo, ooh Fr. solidarssch fuͤr die uebrigen verurtheilten, so wuͤrden' Sie mir wohl
meine Freiheit geraubt und mein Vermdgen zerruͤttet haben; aber meine
Ehre, mein Gewissen blieben unverletzt. Was will ich asso? Sie sollen hier keine richterliche Luͤge begehen. Sie sagen, in dem Richter sey zugleich auch der Pair beleidigt worden. Welche mo⸗ stische Transsubstantiation Verzeihen Sie, in. H., mit Ihrem don pelten Geschaͤft kommen Sie mir vor, wie Maltre Jacques in Mno⸗ liere's „Geizigen“ Freilich, in der Deputirten⸗Kammer berief man sich auf diese ntheilbarkeit! Aber welcher seltsame Widerssruch! Der Pair soll in dem Richter beleidigt seyn, und der Richter kenn den Pair nicht raͤchen Hier, m. H., halte ich ein. Sophie men sind nicht bloß Sophlsmen, nein, sie sind auch der Deckmantel für ,, Warum füuͤhlte die Pairs⸗Kammer sich beleidigt! Weil der Pairshof keine Macht uͤzer uns hatte. Die Kammer konnte es, und sie machte hier von einem Ausnahme⸗Gesetze Gebrauch, Wir sind noch nicht zu Ende, geruhen Sie, mich weiter zu hören.“ Ei— nige Aufregung. — In dem naͤchsten Abschnitte feiner Rehe be⸗ mähte sich nun Herr Michel, die wesentlichsten unterschtede zwischen der Pairs-Kammer und dem Pairshofe auseinanderzusetzen, wie sie mit der Staats⸗Verfassung und der Charte zusammenhingen; und nachdem er die wichtigsten Folgerungen zu Gunsten seiner Hro⸗ testation gegen die Pairs⸗-Kammer als Raͤcherin des Paishofes dar— aus gezogen, wollte er zeigen, daß eine personliche Beleidi— gung der Pairs⸗-Kammer nicht stattgefunden habe, und mithin auch kein Gegenstand gerichtlicher Verfolgung seyn könne. (er be— rief sich zu dem Behufe auf die Stimmen der Deputirten v. Golbery, Odilon⸗Barrot, Dufaure und des Praäͤsidenten der Deputirten⸗ Kammer bei Gelegenheit der Verhandlungen uber die von der Parrs— Kammer begehrte Autorisation zur Verfolgung der Herren Eorme— nin und Audry⸗de⸗Puyraveau. Zugleich eitirte er die Hauptsten en aus dem betreffenden Vortrage des Praͤsidenten der Heputieten⸗ Kammer, worin der Patrs⸗Kammer als solche die Jurisdiction voll— kommen abgesprochen wird. Er wandte endlich die vorliegende Fra— ge auf eine eventuelle Beleidigung des Pairshofes nicht von Außen, sondern im Verhöre selbst an, und zeigte, wie der ÄAmwge⸗ klagte, vor die Pairs Kammer gestellt, dieselbe nicht anerken⸗ nen dürfe; und nach einem Ruͤckblick auf einen früheren aͤbnlichen Fall, kehrte er zu seiner ersten Ansicht zuruͤck, daß, wenn eine Beleidigung des Pairshofes stattgefunden, sie vor die Jury gebracht werden müßte. „Die Jury“, so schloß er, „ist die oͤffentliche Meinung; und die Entscheidungen, die von der Obrigkeit ausgehen, fallen dem Urtheile ihrer Mitbürger anheim. Dies legt Ihnen ein ewiges Hinderniß in den Weg. Vor dem Pairshofe gilt keine Anwendung des Gesetzes; denn es giebt keines: und vor der Jury wird die Verurtheilung unmöglich. Ich kenne die Zeit, worin ich lebe. Ich bin in die politische Krisis hincingekommen und habe mir gesagt, hier gilt es Freiheit und Vermögen — oder wir triumphiren. Wir haben es mit keiner theoxeti⸗ schen Frage, keinem agrarischen Gesetze, keiner Vertheilung der Laͤnder und Guͤter zu thun, sondern mit dem Gesetze. Das Gesetz fordert Achtung von Jedermann; sollten Sie es daher jetz auch mit Füßen treten, Sie mußten ihm doch Achtung errzeisen; denn es ist ihr Werk, und für Sie selbst eben so gut, wie für Andere gemacht. Was endlich mich selbst betrifft, fo⸗erkläre ich, daß ich wie entschlossen ich auch bin, über meinen Brief vor dem kompe⸗ tenten Richter Erklärungen abzugeben, ich mir doch Zeit nehmen wurde, zu uͤberlegen, ob meine Wuͤrde es auch zuließe, daß ich diese Erklaͤrungen einem Staatskoͤrper machte, fuͤr welchen bee Yeleß nicht bestimmt war.“ ö Nach einer halbstuͤndigen Berathung, wahrend welcher die Angeklagten aus dem Saale gefuͤhrt wurden, erklaͤrte die Ver— sammlung sich, nach dem Antrage des Herrn Tripier, ein stim— mig fuͤr kompetent. Die Angeklagten wurden darauf in den Sitzungssaal zuruͤckgefuͤhrt, und nachdem ihnen der Praͤsident das Resultat der Berathschlagung mitgetheilt, sollte das Verhör des Herrn Bichat beginnen. Herr Sarrut erhob aber noch eine zweite Präjudizial⸗Frage. „Dreißig Angeklagte“, sagte er, „sind nicht regelmaͤßig vorgeladen worden, und daher auch nicht erschienen. Die Sache der „Tribune“ und des „Réformateur“ kann aber nicht verhandelt werden, bevor nicht alle angebliche Unterzeichner des inkriminirten Schreibens verhört worden sind.“ Der Advokat Crsmieux stimmte dieser Ansscht bei, und verlangte sonach, daß der Prozeß so lange vertagt werde, bis saͤmmtliche Angeklagte vorgeladen worden. Allein auch dieset Antrag wurde von der Versammlung fast einstimmig verworfen.
Als jetzt Herr Bichat von dem Praͤsidenten verhoͤrt wurde, er—
klaͤrte derselbe, er habe die Nummer der „Tribune“ vom 11. Mai in Blanco unterzeichnet gehabt; er wisse sehr wohl, daß er nichts desto weniger vor dem Gesetze verantwortlich sey, indessen kölne er versichern, daß er bei der Unterzeichnung jener Nummer die in dasselbe aufzunehmenden Artikel gar nicht gekannt habe; dies sey seine einzige Vertheidigung, und stelle er die Entscheidung lediglich der Weisheit der Kammer anheim. Herr Jaufsfcenon der Herausgeber des „Réformateur“, erwiederte, daß er sich Herrn Raspail zum Vertheidiger gewaͤhlt habe. Dieser er) 6 sich darauf von seinem Sitze und sagte; ö „Der Herausgeber des „Reformaleur“ hat mir, dem Haunt— Redarteur dieses Journals, der moralisch verantwortlicher i i das, was darin gedruckt wird, als er, seine Vertheidigung über ä gen. Sie wissen besser, als ich, bis zu welchem Punkte das Gesetz üßer die Journale morglisch ist und bis zu welchem Ph wir die Verantwortlichkeit uͤbernehmen koͤnnen. Der Ser— gusgeber des „Reformateur“ wurde Ihnen keine Ssiduteklin über die Insertion des inkriminirten Schreibens und die Art, wie die Unterschriften binzugekommen, geben könne Was dieses Schreiben selbst betrifft, so glauben Sic jg niche, ich hierher gekommen bin, um eine oͤffentliche Abbitte zu bin t haben Ihre Salons, Ihre Palais, wo Sie unser Beiragen aden konnen; wir haben unser Journal, das sst unser Palatz, Unser Rd nigreich, unsere Macht. Wenn wir uns dessen bedienen, so gesch !?!
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es auf loyale Weise. Rufen Sie uns in Ihren Saal, wenn 8u wohen, und ermaͤchtigen Sie uns, das zu sagen, was wir geFJen Sie auf dem Herzen haben; wir werden es Ihnen offen sagen rn! ter der Bedingung, daß die Aobitte und das Gefaͤng̃uiß auch ung als Werkzeuge der Rache zu Gebote stehen wider Sie, und daß; Partie auf beiden Seiten gleich sey heftiges Murren); . wenn wir in unserem Blatte uns gegen eine Meinuna' ö fertigen, die Sie unbilliger Weise gegen uns e, ö so achten Sie wenigstens ünsere Loyalitaͤt. Sie erwarten ö nicht, meine Herren, daß wir bier ein einziges unserer Wors 26 ruͤcknehmen werden; Sie sind 1 sehr Franzofen, als daß Sie . e , , ,. konnten, wenn wir vor Ihnen erblaßten. Ten Brisß welcher mlt einer so großen Menge von unterschriften verfehen s . hielten wir an dem Vorabend seiner Aufnahme. Es befand sich kein un⸗ terschrift darunter und ich glaube, daß mein Kollege, der Nedacteu=
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