1835 / 181 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

einlassen wollte, wie ja auch das vorige Ministerium nicht danach ge⸗ fragt, ob der edle Lorð (Palmerston) gut gethan, dieselbe abzuschließen, sondern den Traktat, als einen abgeschlossenen, in jeder Hinsicht beobachtet habe, so daß zum Beispiel der Herzog von Wellington der Koͤnigin von Spanien 50, 0065 Stuͤck Flinten habe zukommen lassen, wahrend sie von Lord Palmerston nur 40, 000 erhalten; aber, fuhr er fort, es sey ein großer Unterschied, alle Verpflich⸗ tungen eines Traktats zu erfuͤllen und einen Alliirten auf Kosten des Britischen Schatzes und des Britischen Bluts zu unterstuͤtzen. Hoͤrt, hoͤrt! Der Redner erklärte nun, daß er deshalb auf der Seite der jetzigen Spanischen Regierung sey, weil er glaube, daß sie der großen Mehrheit des Spanischen Volks . (hoͤrt, hoͤrt!); nun frage es sich aber, wie es komme, daß die Spanischen Truppen nicht im Stande seyen, die kleine Minoritaͤt zu besiegen, und da glaube er, daß die Schuld an den unpolitischen Handlungen der Regierung der Königin liege, an der Aufhebung der Privilegien der Baskischen Provinzen und an dem grausamen Verfahren degen Weiber und Kinder der Insurgenten, und unter diesen Umstaͤnden halte er es fuͤr ungerecht, die Sache Isabella's auf Kosten des Britischen Bluts zu unterstuͤtzen; wolle die Negie⸗ rung dies aber durchaus thun, so wuͤrde eine offene Uuterstuͤtzung mit einem unter Königlicher Autorität abgesandten Huͤlfs⸗Corps angemessener seyn, als das indirekte und unrühmliche Ver⸗ fahren, zu welchem das Ministerium jetzt seine Zuslucht genommen habe. (Hort, hoͤrt, hoͤrt! Auch wollte der Redner die Art von Huͤlfe vermittelst der Anwerbungen von Soͤldlingen fuͤr unzureichend finden, besonders da die Expedition sich nur bis auf 16,909 Mann belaufen sollte, und hielt einen auf Halbsold tehenden OberstLieutenant, wie das Parlaments,Mitgfied fuͤr Westminster, bei aller Achtung vor dessen militairischen Talenten, nicht fuͤr den Mann dazu, den Oberbefehl über ein Corps von (400 Mann zu fuhren. Gelächter und O, o!) Dann machte er darauf aufmerksam, wie sehr man Englands Ehre durch dies Un— ternehmen aufs Spiel setze, denn wenn auch die Truppen nicht im Na⸗ men des Königs abgesandt wuͤrden, so wuͤrde die Schmach einer Nie— derlage derselben doch immer auf England zuruͤckfallen. (Hort, hoͤrt!) Zu beruͤcksichtigen sey auch, meinte er, daß diese Truppen wahrscheinlich nicht als in die Eliotsche Convention eingeschlossen betrachtet werden duͤrsften, und wenn auch ja in Navarra und Biscaya, so doch gewiß nicht in anderen Provinzen. Ferner behauptete er, daß durch diese Einmischung die Anhänger des Don Carlos nut vermehrt werden wurden, denn er habe Spanien von San Sebastian bis Cadix durchreist und uͤberall eine gleiche Abneigung gegen jede fremde Intervention unter dem Volke vorgefunden. Endlich machte er bemerklich, wie grausam es sey, die Individuen, die an dieser Expedition Theil nehmen möchten, durch das große Interesse, welches die Englische Regierung fuͤr diesesbe zeige, mit der Hoffnung zu täuschen, daß sie bei ihr auch im Falle des Mißlingens der Expedition oder persoöͤnlicher Verunglückung fuͤr sich und die Ihrigen Unterstüͤtzung finden wuͤrden. Am Schluß einer Rede sprach Lord Mahon den Wunsch aus, daß Lord Palmerston in Betreff Spaniens dem Rath und den Ansichten des Herzogs von Wellington gefolgt seyn moͤchte, der stets gesagt habe, daß sich fremde Maͤchte nie in Spanische Thron; Streitigkeiten einmischen muͤßten. Palmerston begann mit der Erklarung, daß er gegen die Vor— legung der von dem vorigen Redner gewuͤnschten Dokumente nichts einzuwenden habe, und daß er dem Benehmen des vorigen Mi⸗ nisteriums in Bezug auf Spanien die vollkommenste Gerechtig⸗ keit widerfahren lasse; was jedoch die Aeußerung des Herzogs von Wellington betreffe, meinte der Minister, so habe Lord Ma—⸗ hon die den Englischen Unterthanen ertheilte Erlaubniß, in den Dienst der Koͤntgin von Spanien einzutreten, mit der Absendung fremder Armeen, die den Generalen fremder Souveraine zu ge⸗ horchen haͤtten und in fremdem Solde staͤnden, nach Span en verwechselt, denn nur dies Letztere habe der Herzog fuͤr unpolitisch erklart, daß derselbe aber das Erstere und den letzten Geheime⸗Raths⸗ Befehl getadelt haͤtte, sey ihm (dem Redner) nicht bekannt. Der Mi— nister setzte sodann die Tendenz der Quadrupel⸗Allianz auseinander, die er als keine selbstsuͤchtige, sondern als bloß die Aufrecht⸗ erhaltung des Europäischen Friedens bezweckend darstellte, und aus der er die durch den Geheime⸗Raths⸗Befehl ertheilte Erlaub⸗ niß zur Anwerbung von Huͤlfs⸗Mannschaften fuͤr die Spanische Reglerung in England unter den jetzigen Umstaͤnden als eine nothwendige Folge abzuleiten suchte. Der Oberst Evans erhob sich hierauf und wies die Ausdrücke, deren sich bord Mahon gegen ihn und gegen die Theilnehmer der Spanischen Expedi— tion bebient hatte, mit Verachtung zuruͤck, wenn diese Aus— druͤcke in einem ehrenruͤhrigen Sinne gemeint gewesen waͤ— ren. Lord Mahon versicherte, daß er keine beleidigende Absicht damit verbunden habe, und der Sprecher sorderte den Oberst auf, seine etwas zu starke Aeußerung zuruͤckzunehmen, worauf dieser jedoch erklärte, er habe ja nur hypothetisch gespro⸗ chen, uͤbrigens aber wolle er selbst kein Kompliment von dem edlen Lord (Mahon) auf Kosten Anderer annehmen und musse die Ehre derjenigen vertheidigen, die an der Expedition nach Spanien Theil nehmen wollten; wenn er und sie in fremden Dienst eintraͤten, so thäten sie nichts Anderes, als was der Her⸗ 369 von Wellington auch gethan, und doch werde es gewiß Niemanden einfallen, den Herzog von Wellington einen Söͤldling zu nennen (hort, hoͤrt!), obgleich dieser für seine Dienste in Spanien seine dortigen herrlichen Besitzungen zum Lohn erhalten habe. Was die Bemerkung anbetreffe, so schloß der Redner, daß 16,9900 Mann keine hinreichende Un⸗ terstuͤtzung fuͤr die Spanische Regierung seyn würden, so gebe er in solchen auf die Kriegführung bezuͤglichen Dingen nicht viel auf das Urtheil des edlen Lords (Mahon); was aber eine andere Ruͤge desselben anlange, naͤmlich daß er (Oberst Evans) ein zu untergeordneter Offizter fuͤr ein solches Kommando sey, so wurde er seine Stelle gern niederlegen, wenn ein Britischer Feld⸗ marschall sie uͤbernehmen wollte. Sir Robert Peel, der hierauf das Wort nahm, suchte das Unpolitische der von dem. Ministerium mit. Bezug auf Spanien getroffenen Maßregel sowohl mit Ruͤcksicht auf auswaͤrtige als auf innere Beziehungen darzuthun; er hielt die Erlaubniß zu Anwerbungen fuͤr die Spanische Regierung, um dieselbe aufrecht zu halten, weil die jetzige Verfassung Spaniens in Englands Interesse liege, fast fuͤr eben so viel als eine direkte Intervention, und fragte, . die Aufstellung eines solchen Beispiels fuͤhren koͤnnte, und was man zu thun gedenke, wenn es jener Regie⸗ rung auch mit dieser Huͤlfe noch nicht gelinge, die Insur— rection zu unterdrücken, oder, wenn andere Maͤchte es nun auch in ihrem Interesse liegend finden wollten, eine der streitenden Parteien in Spannen durch Absendung von Huͤlfstruppen zu unterstuͤtzen. n innerer Beziehung schien es dem Redner gefährlich, eine solche Masse von Soldaten in England unter fremden Befehlen zusammenzuziehen. Lord Pal⸗ merston suchte die Argumente Sir R. Peelis zu widerlegen (wir werden auf seinen Vortrag, so wie auf den des vorigen Redners noch einmal zurn ckkommen), und nachdem sich sodann noch

mehrere Redner hatten vernehmen lassen, worunter auch Herr O'Con⸗ nell, der in seiner Rede den General Mina der groͤßten Grausam⸗ keit zieh und ihn ein wahres Ungeheuer nannte, wurde der Antrag des Lord Mahon, wie bereits erwähnt, ohne Weiteres genehmigt. Das Haus verwandelte sich hierauf wieder in den Ausschuß über die Munizipal-Neform-Bill, und es erhob sich eine Debatte über die 16te Klausel, die jedoch nicht beendigt wurde, weil Lord John Russell, geneigt, den Bemerkungen Sir Willtam Folletts beizupflichten, die Vertagung des Ausschusses bean— tragte, um das von Letzterem vorgeschlagene Amendement in re if⸗ lichere Erwaͤgung ziehen zu koͤnnn. Mehrere Bills wurden so⸗ dann zum zweiten und zum dritten Male verlesen.

Oberhaus. Sitzung vom 25. Juni. Der Graf von Devon (bisher Herr Courtenay) nahm seinen Sitz ein und lei—

lleberreichung von Bittschriften. Die erste bezog sich auf die Einfuͤhrung von Armen-Gesetzen in Irland, zu deren Gunsten der Herzog von Richmond ssprach, waͤhrend Graf Limer ick sich dagegen erklaͤrte. Die zweite Diskussion hatte die Untersu⸗ chungen der Kirchen⸗Kommisston in Irland zum Gegenstande und wurde durch den Bischof von Exeter veranlaßt, der die schon mehrmals erwaͤhnte Beschwerdeschrift des Irlaͤndischen Geistli— chen Herrn Stoney heute überreichte, worin dieser uͤber das Ver— fahren der Kommissarien klagt. Der Bischof Uunterstuͤtzte die Petition mit lebhaftem Eifer, wogegen die Kommissarien von den Lords Duncannon und Brougham vertheidigt wurden.

Unterhaus. Sitzung vom Juni. Nachdem der Sheriff Herr Raphael seinen Sitz als Parlaments⸗Mitglied fuͤr Carlow eingenommen hatte, wurden mehrere Petitionen von Seiten der wegen ihrer Umtriebe bei der Ipswicher Parlaments⸗ Wahl gefangen sitzenden Individuen uͤberreicht und die Erwaͤgung

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derselben auf morgen angesetzt. Dann ertheilte das Haus auf

den Antrag des Herrn Goulburn, Vorsitzers der Kommission zur Untersuchung der Droghedaer Parlaments⸗Wahl, den Befehl, die Herren John Doyle und Thoinas Farral und“ die Katharina Adams zu verhaften, weil sie der Aufforderung des Sprechers, vor jener Kommission zu erscheinen, nicht Folge gelei⸗ stet hatten. Mehrere Petitionen fuͤr und eine gegen die Munizipal-Reform-Bill wurden auf die Tafel des Hau— ses niedergelegt. Bei Ueberreichung einer großen Anzahl

Lord

berufungs -Schreiben

von Bittschriften zu Gunsten der deportirten Arbeiter von Vob— chester erklaͤrte Lord John Russell, daß es die Absicht der Re— gierung sen, diesen Leuten ihre Strafe zu erlassen, jedoch mit der Einschroͤnkung, daß es den beiden Lobelace nicht erlaubt seyn solle, nach England zuruͤckzukehren. Herr Wakley war jedoch damit nicht zufrieden, sondern beantragte eine Adresse an den König, worin Seine Majestaͤt ersucht werden sollten, jenen Arbeitern ohne Ausnahme zu verzeihen und die Ruͤckkehr in ihr Vaterland zu gestatten. Dieser Motion widersetzte sich Lord John Russell, mit dem Bemerken, daß die Regierung schon genung in dieser Sache gethan habe, ünd daß man ihr die Ent— scheidung derselben also fuͤglich überlassen koͤnne. Nach einigen Debatten wurde denn auch der Wakleysche Antrag mit 348 gegen 82 Stimmen verworfen. Eben so ging es einem Antrage des Herrn Fox Maule, der hierauf zur Dis— kusston kam; dieses Mitglied hielt namlich um die Erlaubniß an, eine Bill zur Entschaͤdigung der Schottischen Pächter fuͤr den ihren Getraidefeldern durch Hasen, Fasane und Kaninchen zuge⸗ fuͤgten Schaden einbringen zu duͤrfen; bei der Ab stimmung er⸗ klaͤrten sich jedoch nur 36 Stimmen für und 75 gegen den An— trag. Am Schluß der Sitzung wurde noch auf den Antrag des Herrn Fleetwood eine Kommission zur Untersuchung der Bri— tischen Handels-Konsulate und auf den Antrag des Herrn Ba— king eine Kommission zur Untersuchung der Verhaͤltnisse des Amts eines Secretairs der Krone am Kanzlethofe ernannt, und der Kanzler der Schatz-Kammer erhielt die Erlaubniß zur Einbringung einer verschmolzen werden sollen.

London, 26. Juni. Der Koͤnig nahm gestern im St. Ja⸗

und druͤckt ihren Dank dafur aus, daß Se. Majestaͤt bei Eröͤff, nung des Parlaments dem Unterhause empfohlen hatten, die

zu vermehren. welchem der Bayerische Gesandte, Herr und der neue Bayerische Baron von ECetto, so wie der Mex ikanische Herr Santa Maria, ihre Beglaubigungs? Schreiben uͤberreich⸗ ten und folgende Persoönen dem Koͤnige vorgestellt wurden; der

von Vasconcellos, Bey; der Nord⸗Amerikanische General James Pallmudge; Herr H. Ellis, der sich als Britischer Gesandter nach Persien begiebt, der Capitain Stoddart, Secretair, und der Capitain Maecdo⸗ nald, Attaché bei dieser Gesandtschaft, Letzterer als so eben von Persien zurückgekehrt; dann Sir C. Grey und Capitain Gipps, die sich als Kommissarien nach Kanada begeben sollen, und Herr F. Elliot, als Secretair bei dleser Mission. Ferner der Her— zog von Richmond, als neu ernannter Lord Lieutenant von Sussex, und der General-Prokurator fuͤr Irland. Demnäͤchst wurden Sr. Majestät noch von mehreren Erzbischöͤfen, VBi— schoͤfen und Lords eine große Anzahl von Adressen uͤberreicht, worin um Schutz fuͤr die Anglikanische Kirche gebeten wird, und von dem Grafen von Gosford eine Adresse der Einwohner von Armagh, worin diese dem Koͤnige fuͤr die WMiedereinsetzung der seßÿigen Minister danken. Nach dem Lever war eine Geheime— Naths-Versammlung, worin Sir Harford Jones Brydges als neues Mitglied des Geheimen-Raths und der Herzog von Rich⸗ mond als Lord-Lieutenant von Sussex vereidigt und die Instruc— tionen fuͤr den Grafen von Gosford bei seiner Mission nach Kanada berathen und angenommen wurden.

Die Prinzessin von Beira wird sich mit ihrem Beichtvater, dem Bischof von Leon, und den beiden Soͤhnen des Don Ear, los nach Rotterdam einschiffen, um sich uͤber Frankfurt nach Nom zu dem Infanten Don Sebastian zu begeben; ein Königliches Dampfboot ist zur Disposition der Prinzessin gestellt worden.

Lord William Russell soll zum Gesandten in Bruͤssel, Sir Robert Adair zum Gesandten in Berlin und Herr Shee zum Gesandten in Stuttgart ernannt seyn.

Die Tortes sollen, dem Globe zufolge, die Absicht aufge⸗ geben haben, sich der Wiedererwaͤhlung des zum Vice Kammier—, herrn ernannten Lords Charles Fitzroy in Bury zu widersetzen; Herr Dalton hatte als Gegen⸗-Kandidat deffelben 'bei der heute

stattfindenden Wahl auftreten wollen. Sir John Hobhouse hat von seinen Waͤhlern in Notting—

stete den uͤblichen Eid. Daun entspannen sich zwei Debatten bei

Bill, wodurch mehrere Zoll-Aemter in eines

mes-Palast eine Adresse von der General⸗Synode der Anglikani⸗ schen Kirche in Schottland entgegen. Die Synode versichert den Koͤnig darin ihrer Anhaͤnglichkeit an seine Person und Regierung

des Herzogs von Wellington Mittel zum Religions-Unterricht fuͤr die Armen in Schottland Hierauf hielten Se. Majestaͤt ein Lever, bei von Fladt, sein Abe Gesandte, Gesandte,

stens, wie wenig man sich dadurch

dessen Erscheinen am

ham die Aufforderung erhalten, seinen Parlaments sitz fuͤr dies⸗ Stadt aufzugeben, weil er nicht fuͤr die Motion des Herrn Grote wegen Einfuhrung der geheimen Abstimmung bei den Parlaments⸗Wahlen gestimmt hat.

Der Herzog ven Veweastle, welcher bei einem neulich von den Konservativen zu Nottingham veranstalteten Feste nicht er⸗ scheinen konnte, und sich in einem Schreiben entschuldigte, aͤußert⸗ sich darin folgendermaßen:

„Sie wissen, daß es mein eifrigster Wunsch ist, konservatiw— Prinzipien zu unterstützen und zu ermuthigen. Ich thue dies au Ueberzeugung, nicht aus Partei⸗-Motlven. Ich bin ein Konservati ver im, Ez eist und in der Wahrhzelt Ich liche und verehre die B tische Verfassung und wuͤnsche sie daher zu erhalten. Seçhungen genosn und wüͤnsche sfe un verküczt in nen spaͤtesten Nachkommen zu überliefern. Ich betrachte mit Furcht und Zittern die Schritte, welche die Revolution taglich unter der Gestalt von Reformen thut. Sie werden leicht begreifen, welche beklagenswerth Eingriffe allmaͤlig unter diefem Vorwande in die Institutib— nen des Landes gemacht werden. Ich glaube, wir sehen we— der die Ausdehnung des Uebels, noch wohin wir gerathen, wenn Zugestaͤndnisse auf Zugestätdniffe gemacht werden, möͤ—⸗ gen dieselben anfangs auch noch so gering oder unwichtig erscheinen. Die hinterlistigen Angrifse auf das Eigenthum aller Art, muͤssen jeden vernünftigen ünd loyalen Mann bheunrühn gen. Die Kirche, der Staat, Alles, was wir bisher geliebt und vereßrt haben, wird hartnäckig angegriffen. Es muß Ihnen und Allen, die noörgen mit Ihnen verfammelt seyn werden, klar seyn, daß man kraͤftigen Widerstand leisten und sich daßei auf ein halt⸗ bares Terrain stuͤtzen muß. Nun ist, nach meiner Ansicht, die „Angemessenheit einer Sache“ (expediencyj, wie man sich auz— zudruͤcken pflegt, kein haltbarer Boden; sie ist ein verrotteter, ver— dorbener Sumpf, der Sie zuerst bis an das Knie und zuletzt gan und gar einsinken laͤßt. Nur Grundsaͤtze sind wahr und haltbar; daz ist trefflicher Boden, auf dem man eine feste Stellung einnehmen kann. Es giebt zwar gute und schlechte Grundsäͤtze, aber man muß das eine nicht mit dem anderen verwechseln Was gut ist und sich als solches erwiesen hat, das moͤge fortbestehen, und wir in Not⸗ tinghamshire wollen die Ersten sehn, die ez belbchalten.“ 9

Das Comité der protestantischen Gesellschaft zur Beschuͤtzung der xeligioͤsen Freiheit hielt am Montag welcher der Doktor Baldwin Browne den Vorsitz fuͤhrte. wurden mehrere Beschluͤsse zu Gunsten der Munizipal⸗ Reform und der Verbesserung der Irlaͤndischen Kirche einstimmig ange— nommen. Ferner wurde beschlossen: „Da 'die Negierung der Meinung ist, daß die Aussetzung der Berathungen uͤber die Wuͤnsche der Dissenters in Betreff einer Civil-Negistrirung der Geburten, Heirathen und Todes faͤlle, so wie chen-Steuern, der Trauungen und der Zulassung zu den Unive

sitäten, für diese Session, den Erfolg der Irlaͤndischen Kirchen

und der Munizipal⸗-Reform erleichtern werde, so treten wir dies Ansicht bei, indem wir die Versicherung der Regierung empfan gen, daß sie sohleich beim Beginn der naͤchsten Session Maßre geln ergreifen wird, um den Beschwerden der Dissenters in Be— treff der Civil-Registrirung, der Trauungen und der Kirchen, Steuer abzuhelfen.“

Mit Hinsicht auf die letzte Debatte uͤber die Spanischen Angelegenheiten im Unterhaufe beinerkt der Globe: „Dies Diskussionen werden dem Auslande

auswärtigen Politik Rechnung machen kann. Es ist freilich na⸗ türlich genug, daß Auslaͤnder, we plotzlich in die Haͤnde einer Partei gelangen sehen, die selt Jah ren gegen Franzoͤsische Grundsaͤtze und gegen Allianzen mit Frankreich angekämpft hat, nun auch eine dem entsprechende Handlungsweise von Seiten unseres auswärtigen Ministeriums

erwarten. Fremden, die in unserer parlamentarischen Taktik nicht

bewandert sind, wird es schwer, sich einen Begriff davon zu machen, wie

wenig die meisten Oppositions⸗Reden zu bedeuten haben, oder wenig gebunden glaubt, wenn man zu Amt und Wuͤrden gelangt. Auch koͤnnen sie sich gar nicht vorstellen, welche große Gleichguͤltigkeit bei uns gegen politische Veraͤnderungen im Auslande herrscht. Das Tory⸗Ministeriun, e Staats⸗Ruder in Anz Europa so große Aufsehen erregte, wuͤrde sich zu große Schwierigkeiten bereste haben, wenn es die von seinen Vorgaͤngern ihm vorgezeichnett Linie in der Politik verlassen und seine Oppositions⸗ Thematz haͤtte ausfuͤhren wollen. stets weiser, als die Sprache, welch seine Anhaͤnger, und zuweilen wohl auch er selbst, im Par mente fuͤhrten.“

Der Globe meint, daß die Dokumente, welche dem Unter. hause in Bezug auf den letzten Geheimen⸗Raths⸗ Befehl vorge legt werden sollen, aus der Note des Generals Alava, die jenen

Befehl veranlaßte, und aus der Korrespondenz der Britischen Re—

gierung uͤber die Anwerbung von Graf von Lavradio, Portugiesischer Gesandter zu Madrid; Herr Attaché bei derselben Gesandtschaft; Asmi

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n Soldaten und Offizieren he— stehen werden. Dasselbe Blatt erklaͤrt die Bemerkung eini ger Blaͤtter, daß der Oberst Caradoc von Neuem nach Spanien gesandt werden solle, fuͤr ein bloßes Geruͤcht.

Der Courier sagt in Beziehung auf die Spanische Expe— dition: „Die Zahl der Freiwilligen und der Wundaͤrzte, welch sich zum Dienst in der Britischen Legion melden, ist so groß daß der Oberst Robinson alle Gesuche der Art hat zuruͤckwe isch muͤssen. Offiziere und Wundaͤrzte der Britischen Armee, die schon im Felde gedient haben, werden jedoch, wie gewoͤhnlich, an genemmen. Die Zahl der schon eingeschriebenen Rekruten hat alle Erwartungen uͤbertroffen.“ Der Globe meldet: „Gestern fand in Westminster eine große Musterung der für den Dienst der Koͤnigin Donna Isabella ii. angeworbenen Freiwilligen statt, deren Zahl schon 1066 Mann beträgt, die größtentheils entlassene Soldaten von der Garde zu Fuß sind und den Felddienst kennen.“

Die Spanischen in London wohnenden Kaufleute haben an Herrn Mendizabal ein Schreiben erlassen, worin sie ihn drin gend bitten, das Ministerium der Finanzen in Spanien zu uͤber— nehmen, sobald es seine Verpflichtungen gegen die Portugiesischt Regierung nur irgend erlauben wurden.

Die Morning-Chroniele will aus Paris erfahren haben, daß in Frankreich keine Huͤlfs-Truppen fuͤr die Königin von Spanien ausgehoben werden würden; der Herzog von Frias, dem Franzoͤsischer Seits das Anerbieten gemacht wurde, soll geantwor— tet haben, er koͤnne es nicht unternehmen, etwas der Art zu thun, wie General Alava in England.

Man hat Nachrichten aus Rio aus Bahia bis zum 23. April, 5. Mai. Bei der Regenten⸗-Wahl stritt es sich um Herrn Feijo, der seiner Gesinnung nach Republikaner ist und fuͤr die Tram nung Brasiliens in einzelne Staaten stimmt, und Herrn Caval— lante, einen Bruder des Statthalters von d großem Einfluß daselbst, der die bisherige ,. .

In Felge der Nachrichten, die zu Rio Janeiro die un⸗ gluͤcklichen Ereignisse in der I el , e tt ,, waren, hatte die Brasilianische Regierung beschlossen, einen Praͤ⸗

Janeiro bis zum 14ten, und aus Pernambuco bis zum

Ich habe ihr⸗

eine Versammlung, bei Es

hinsichtlich der Kir,

zeigen, daß es sich, wem (

auch eine andere Partei eine Zeit lang an die Spitze unsent Regierung tritt, darum auf keine große Veraͤnderung in unserer

un sie die Zuͤgel der Negierunz

Ueberdies war die auswaͤrtige Poltti⸗

Pernambuco und von Verfassung beibehalten

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denten dorthin zu senden, dem zugleich der Oberbefehl uͤber die nach jener Provinz bestimmten Truppen uͤbertragen werden sollte. General Rosas ist nun, nach neueren Nachrichten, mit un⸗ beschraͤnkter Gewalt auf fünf Jahre wieder zum Gouverneur von Buenos Ayres erwaͤhlt worden. . Es wird auch aus Buenos Ayres gemeldet, daß zwischen den Regierungen von Buenos Ayres und Monte Video und dem Kabinet von Madrid die Uebereinkunft getroffen ist, daß Spanische Kauffahrteischiffe kuͤnftig unter gewissen Be— dingungen in die Haͤfen der genannten Republik zugelassen wer⸗ den sollen. Man erzählte in Buenos Ayres, daß, in Folge ei— ner Aufforderung von Seiten der Spanischen Regierung, Kom⸗ missarien nach Spanien gesandt werden sollten, um uͤber die lussohnung beider Länder zu unterhandeln. Die Regierung von Nonte Video hat ein Dekret erlassen, wonach den Papieren ei⸗ nes jeden in See gehenden Schiffes eine Klausel hinzugefuͤgt nerden soll, die den Sklavenhandel bei schwerer Strafe verbietet.

Nieder lande.

Aus dem Haag, 26. Juni. Das Journal de la Haye erklaͤrt, daß die in Franzoͤsischen und Belgischen Blaͤttern enthal⸗ tenen Nachrichten von Anwerbungen, die in Holland fuͤr Rech⸗ nung des Don Carlos geschaͤhen, von einem Freiwilligen⸗Corps, an dessen Spitze der Graf von Lucchesi⸗Palli staͤnde, so wie von bedeutenden Geld- Unterstuͤtzungen, welche die Sache des Don Carlos in Amsterdam fände, von jenen Zeitungen wahrschein⸗ lich nur erfunden worden ehen, um damit die in England, Frankreich und Belgien vorbereitete indirekte Intervention zu Gunsten der Koͤnigin von Spanien gleichsam zu rechtfertigen.

Die Staats-Courant zeigt an, daß, Briefen aus Kas— sel zufolge, der Kurprinz und Mit-Regent von Hessen mit seiner Gemahlin auch in diesem Sommer nach dem Seebade von Sche— veningen kommen werde.

Belgien

Bruͤssel, 2tz. Juni. Es heißt jetzt, daß sich die Belgische Noierung selbst gegen das Ansinnen, die indirekte Intervention n Spanien zu unterstuͤtzen, ausgesprochen habe, weil eine streng neutrale Macht, wie es Belgien in jeder Beziehung seyn soll, auch eine solche Unterstuͤtzung nicht zugeben duͤrfe.

In der Gazette van West-Flandeten vom 24. Juni lest man; „Vorgestern ist eine von Lissabon und zuletzt von Havre gekommene Englische Korvette auf der Rhede von Sstende vor Anker gegangen und hat 32 Franzosen von der ehemaligen ttanzösischen Legion im Dienste Portugals ausgeschifft. Dieses Schiff hat noch außerdem 168 aus dem Dienste Portugals aus, getretene Militgirs an Bord. Unter denselben sind etwa I0 Belgier; die uͤhrigen gehoͤren saͤmmtlich fremden Nationen an. Diese Unglücklichen besinden sich einem Zustande, der Mitleiden erregt; sie sind saͤmmtlich von Kleidungsstücken entbloͤßt, durch Ausschlag und andere Krankheiten entstellt; wahrend ihrer gan⸗ zen Reise haben sie nur Zwieback und Wasser erhalten.“

d r ch a

Karlsruhe, 24. Juni. In der heutigen Sitzung der zwei— ten Kammer legte auch der Abgeordnete Welker eine Petition des Herrn Friedrich List, Konsuls der Vereinigten Staaten von Nord-Amerika zu Leipzig, vor, um Verwendung bei der Großherzogl. Regierung, auf daß diese ihm die Erlaubniß zur SGruͤndung einer Actien-Gesellschaft, Behufs der Anlegung einer Eisenbahn von Mannheim nach Basel, und zwar unter den der Leipzig-Dresdener Eisenbahn von der K. Saͤchsischen Regierung verwilligten Bedingungen ertheile. Diese waͤren: 1) Die Compagnie kann sich nicht eher konstituiren, als bis ein baares Kapital von 4 Millionen Gulden subscribirt seyn wird. 2) Die Compagnie soll berechtigt seyn, für ein Drittheil der Anlage-Kosten dieser Bahn unverzinsliche Kassen-Scheine zu creiren und auszugeben, welche sie zu jeder Zeit in Metall-Geld auszuloͤsen haben wird. 3) Der Compagnie soll das Recht eingeraͤumt werden, Reisende und Guͤ— ter zu transportiren., Sie hat dafuͤr der Großherzogl. Post-Ver— waltung den erweislichen Rein-Ertrag zu verguͤten; dagegen wird ihr aber der Sahz-Transport zu den gegenwaͤrtigen Fracht⸗Preisen auf 19 Jahre uͤberlassen. ) Der Compagnie steht das Recht zu, die Fahr-Taxen zu bestimmen, jedoch sollen dieselben die ge⸗ Zenwaͤrtigen Post- und Frächt-Preise in keinem Falle uͤbersteigen; im Gegentheil sollen sie bis auf die Haͤlfte dieser Frachtsaͤtze herab⸗ gesetzt werden, sobald die Halfte 6 pCt. Reineinkommen gewaͤh⸗

ren wird. 3 Die Compapnie wird Briefe und Pakete unter

29 Pfd. auf Rechnung der Post zu denselben Frachtpreisen trans⸗ portiten, wie andere Guͤter. 5) Der Compagnie steht das Recht zu, die Bahn unter gleichen Bedingungen nach dem Ausland sortzusetzen. 7) Es wird außer dieser keine andere Eisenbahn jwischen Mannheim und Basel concessionirt werden.

Spanien.

Wir entlehnen dem Oesterreichischen Beobachter nachstehende, zwar nicht mehr ganz neue, aber auf anderm Wege bisher noch nicht bekannt gewordenen Aktenstuͤcke uͤber die Ereig⸗ nisse in den Baskischen Provinzen:

„Im Hoflager des Don Carlos zu Onßate ist am 5. Juni nachstehendes Bulletin bekannt gemacht worden:

im m,In Folge des vom General Eraso am 2. Juni auf den Anhöhen von Descarga erfochtenen Sieges ist Tolosa von den Civil und Militair-Behoͤrden und von der Besatzung geraͤumt worden; die Kranken sind in dem Spital geblieben und die Ka— serne in dem Zustande gelassen worden, worin sie sich befand; ferner sind ein Geschuͤtz, 168,000 Patronen, Lebensmittel aller Art und eine Masse von Effekten zuruͤckgelassen worden. Es scheint, daß Espartero verwundet worden ist. Auf dem Ruͤckzuge nach Durango soll er seine Division gemustert haben, die vor dem Treffen aus 9599 Mann bestand und nun auf 2070 herab⸗ gesunken war. Zu Bergara, welches seit heute Morgen blokirt wird, hat er 406 Mann gelassen. Die Besatzung dieses Platzes, welche abziehen wollte, wurde in die Stadt zuruͤckgeworfen, und morgen wird der Anfang mit der Beschießung derselben gemacht verden. Es werden fortwährend Gefangene eingebracht; es sind iber 1800 ins Depot gefuͤhrt worden; zu Mondragon befanden sich deren 105, zu Elorrio noch mehr, und von der Division Lastors sollen 469 eingebracht worden seyn; es stellen sich allent⸗ alben deren freiwillig, so daß es schwer wird, mit Bestimmtheit Inzugeben, wie viele Leute die usurpatorische Regierung in dem Urzen Zeitraum von 48 Stunden verloren hat. So eben aus Kastilien eingegangene Berichte melden, daß zwischen unserm Obersten Arroyo und dem feindlichen Befehlshaber Latre ein Befecht vorgefallen ist, worin Letzterer den Kuͤrzern gezogen hat. Den Berichten und Vorkehrungen der revolutionnairen Be— eedhlshaber zufolge, scheinen sie aus Villalba, Espinoͤsa, Villa—⸗ anta, Villarcaya und Medina die Besatzungen herausziehen und sicch lach Burgos zurückziehen zu wollen.““ Bergahg hat seit diesem, vom 5. Juni datirten Buͤlletin kapitulirt; in Folge des⸗

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sen sind von den 2070 Mann, auf welche das Esparterosche Corps herabgeschmolzen ist, noch ah0 Mann abzuziehen.“

„In dem von Arroyo an den Kriegs⸗Minister Karls V. aus Berberang am 36. Mai erstatteten Bericht heißt es im Wesent— lichen, daß er am 29. Mai in der Gegend von Villalba de Dosa die Anzeige erhalten habe, die Besatzung sey aus der Stadt ge⸗ ruͤckt und habe den Weg nach dem Mena-⸗Thale eingeschlagen; die Städte Meding, Villarcayo und Espinosa de los Monteros seyen ebenfalls geräumt worden. Spaͤter habe er jedoch erfahren, daß man nur die Kranken aus den Spitälern weggebracht und mit ihnen zugleich die allerkompromittirtesten Personen nach Bur⸗ gos gefuͤhrt habe. Latre ziehe mit 600 Mann Fußvolk und 260 Reitern unablaͤssig zwischen Medina, Villarcaho und Espinosa de los Monteros hin und her, scheine aber auf seinen Ruͤckzug zu denken, denn er habe in Puente Larsa und in allen umliegen⸗ den Dörfern Wagen und Maulthiere requiriren lassen.“

„Ueber die Besetzung von Tolosa hat Zumalacarreguy un⸗ term 5. Juni nachstehenden Bericht aus Villafranca an den Kriegs-Minister des Don Carlos erstattet: „„Tolosa ist heute von dem groͤßten Theile der Municipalitaͤt, den Militair⸗Behoͤr⸗ den und der Garnison geraͤumt worden. Saͤmmtliche Kranke sind im Militair-⸗Spital, und in der Kaserne Ale Effekten zuruͤck⸗ geblieben. Jetzt, wo die getreuen Einwohner und das Kapitel von dem Drucke, der auf ihnen lastete, befreit sind, verlangen sie laut die Gegenwart ihres Koͤnigs Don Carlos V. und die Ew. Excellenz an der Spitze der tapferen Armee, die Sie so wuͤrdig befehligen; man hoͤrt nichts als den Ruf: „Viva el rey Don Carlos V.““ und Jedermann wuͤnscht, daß Sie einige Truppen zur Besatzung hierher schicken mochten, damit die Ord— nung nicht gestoͤrt werden möge. Einstweilen haben die Einwoh⸗ ner Einige aus ihrer Mitte bewaffnet und wuͤnschen, daß Sie diese Maßregel billigen mochten. Ich beeile mich, diese er— freuliche Nachricht Ew. Excellenz mitzutheilen, damit Sie un— sern vielgeliebten Monarchen hier don mit dem Bemerken in Kennt⸗ niß setzen, daß ich dem Kommandanten von Guipuzcoa, Don Miguel Gomez, Befehl gegeben habe, Tolosa mit dem 1sten und Iten Bataillon zu besetzen. Gott erhalte u. s. w. Hauptquartier Villafranca, den 5. Juni. 1835. Th. Zumalacabreg uy.““

Bortugal. Lissabon, 8. Juni. (Englische Blätter.) Jeder der

neuen Minister hat fur noͤthig gefunden, eine Art von politischem Glaubensbekenntniß in Form eines Cirkulars an die ihm untergebe⸗ nen Beamten zu erlassen, worunter das von dem Herzoge von Pal⸗ mella an die Portugiesischen Gesandten und Agenten im Auslande ge⸗ richtete das ausführlichste ist, und die Versicherung von Seiten der Regierung enthaͤlt, daß sie entschlossen sey, die Charte und nichts als die Charte und die aus derselben herfließenden Freihei⸗ ten zu behaupten, streng und mit der ehrenhaftesten Treue alle vom vorigen Ministerium eingegangene Verbindlichkeiten zu er⸗ fuͤllen, die bestehenden politischen und Handels⸗Traktaten mit fremden Maͤchten zu befolgen und in Kraft zu erhalten und so große Sparsamkeit als moglich in allen Verwaltungszweigen ein— treten zu lassen. Es wird dem Herzog sehr hoch angerechnet, daß er nicht mit dem leisesten Tadel auf seine Vorgaͤnger oder deren 3 hindeutet. Das Cirkular des Finanz⸗Ministers, Herrn

ampos, ist natuͤrlich von besonderem Interesse fuͤr alle bei unse⸗ rem Geldwesen Betheiligte; auch er sichert die strengste Spar⸗ samkeit in Allem zu, und keine gesetzwidrige Ausgaben sollen ge⸗ stattet werden. Der Minister hat in diesem kritischen Augenblick keine leichte Aufgabe uͤbernommen, nicht bloß wegen der großen

offenbar darauf berechnet, dem Aergsten, was sich ereignen kann, zu begegnen, und wenn man erwaͤgt, daß die Niederlage eines bedeutenden Theiles seiner Streitkräfte dem Verluste der halben Kolonie gleich bedeutend seyn wurde, so erkennt man die volle Zweckmaͤßigkeit seiner Vorkehrungen, die so lange Zeit erforder⸗ ten.“ Vom Keiskamma wird vom 19. Maͤrz gemeldet, daß der Oberst Smith am 2tzsten in das feindliche Gebiet bis Mu— desing vorgedrungen ist, den sehr zahlreichen Feind angegriffen und ihn, ohne daß ihm ein Mann verwundet worden ware, ver⸗ trieben und dessen Niederlassung zerstoͤrt hat. Die Nachrichten aus Grahamstown gehen bis zum 3. April und enthalten mehrere Details uͤber den Kampf. Neuere Nachrichten von der Missions⸗Station Clarkebury, in dem Lande der Tambukis, lauten sehr unguͤnstig. Der Stamm der Ficanis machte am 18. Maͤrz, unter Anfuͤhrung eines gewissen Capagi, einen Angriff uf die Stämme der Tambukis. Säaͤmmtliche dort anwesende Englaͤnder beeilten sich sogleich, den Letzteren Beistand zu leisten; diese entflohen jedoch bei dem ersten Angriff und uͤberließen es den wenigen Englaͤndern, die Feinde zuruͤckzutreiben. Saͤmmtliche Tambukis sind daher zerstreut, ihre Wohnungen verbrannt, etwa 26090 Stuͤck Rindvieh geraubt, ünd ein Landstrich von ungefaͤhr 20 Englischen Meilen Laͤnge und 10 Meilen Breite ist gaͤnzlich verwuͤstet. Die Tambukis sind als voͤllig unterjocht zu betrach⸗ ten, und Leben und Eigenthum der Britischen Handelsleute schwe⸗ ben in der groͤßten Gefahr. Der Tambuki⸗Haäͤuptling Vadanna hat den Gouverneur um Beistand zur Bestrafung der Ficanis ersucht. Auch die Handelsleute haben um militairischen Schutz gebeten, damit sie jenen Theil des Landes verlassen koͤnnen. Nur ein Englaͤnder, Namens Robert Rollins, dessen Bruder bei dem Fort Beaufort von den Kaffern ermordet wurde, hat bei dieser Gelegenheit sein Leben verloren.“

Vereinigte Staaten von Nord ⸗Amerika.

New⸗Y ork, 1. Juni. Herr Forsyth hat seine Stelle als Staats⸗Secretair fuͤr die auswaͤrtigen Angelegenheiten niederge⸗ legt. Wie es heißt, wird er einen Gesandtschafts⸗ Posten und Herr Livingston, den man stuͤndlich aus Frankreich erwartet, seine Stelle einnehmen.

Der New-Hork Enquirer enthaͤlt Nachstehendes: „Ob= gleich wir die Annahme des Entschaͤdigungs-Gesetzes von der Franzoͤsischen Deputirten⸗ Kammer als ein Zeichen einer freund— schaftlichen Beendigung unserer Streitigkeiten mit Frankreich be⸗ trachteten, und ebgleich wir auch noch dieser Meinung sind, so rechtfertigt doch die besondere Bedingung, unter der die Zah— lung stattfinden soll, daß naͤmlich zuvor genuͤgende Erkloͤ— rungen uͤber die Botschaft des Praͤsidenten gegeben werden muͤssen, die Vermuthung, daß noch nicht alle Hindernisse be— seitigt sind. Nimmt man das Wort „Erklaͤrungen“ in seiner buchstaͤblichen Bedeutung, so konnen dergleichen nicht verlangt werden, denn die Sprache des Praͤsidenten ist so deut⸗ lich, daß sie sich selbst erklaͤrt. Giebt man dem Worte aber eine weitere Bedeutung, wozu der Gebrauch allerdings berechtigt, so ist es hinreichend, um die beleidigenden Stellen in der Botschaft hinwegzuerklaͤren, auf die versoͤhnlichen Stellen, weiche sie ent⸗ , n fh zu machen. Dies wuͤrde der natuͤrlichste Weg

eyn.

Inland.

. Berlin, 1. Juli. Im Regierungs⸗Bezirke Achen sind im Monat Mai d. J. 16012 Kinder geboren und 833 Personen gestorben,

und mannichfaltigen Finanz-Plaͤne, die in der Ausfuͤhrung be⸗ griffen und beabsichtigt waren, sondern wegen der Schwierigkei⸗ ten, die ihm durch plötzliche, hoffentlich jedoch nur voruͤbergehende Entziehung des oͤffentlichen Vertrauens in den Weg gelegt wor— den, und wozu die Bank das Beispiel gegeben hat. Hert Cam— pos hatte es fuͤr angemessen gehalten, der Bank befehlen zu muͤssen, daß sie keine Anweisungen der Regierung bezahle, die er nicht selbst un⸗ terzeichnet haͤtte unter Herrn Silva Carvalho war auch einer oder der andere Schatz⸗Rath mit dazu befugt), uͤber welchen Umstand und ein Paar andere von geringer Bedeutung die Direktoren sehr entruͤstet waren und dem Minister anzeigten, Haß ũsie, ehe nicht alle laufende Wechsel auf London dort bezahlt waͤren, nichts weiter fuͤr die Regierung auszahlen koͤnnten. Dies kam ihm so ploͤtzlich und unerwartet uͤber den Hals, daß er, um die Werft⸗Arbeiter be⸗ ahlen zu koͤnnen, Dienstag vier Contos aus eigenem Vermdgen . mußte, und trotz dieser uͤbermaͤßigen Vorsicht der Bank sind ihre Actien seither um 6 pCt., so wie asse öffentliche Fonds gefallen, und es ist eine völlige Stockung in den Ge— schaͤften eingetreten. lassen, und noch viele durften folgen; und Silva Carvalho's rechte Hand, ist darunter; auch stand Herr R. da Fonseca Magalhaes, Abgeordneter und erster Un⸗ ter-Secretair im Justiz-Amt, vielleicht der faͤhigste Mann in Portugal und der entschiedenste Freund von Silva Carvalho und Freire, auf der Liste, jedoch Dienstag in einem Minister— Rathe fand man es kluͤger, nicht in offenen Krieg mit einem so furchtbaren Gegner zu treten, Hr. Monzinho da Silveira, Ab— geordneter und in Porto waͤhrend der Belagerung auf kurze Zeit Minister, ist zum Direktor der Zoͤlle ernannt, was den Kaufleu⸗ ten nicht uͤbel gefaͤllt. Die Aufloͤsung der Abgeordneten ⸗Kam⸗ mer, schon im ersten Kabinets-Rath unter der neuen Administra⸗ tion beschlossen, ist noch nicht erfolgt, da bei naͤherer Ueberlegung die Regierung erst glaubt, neue Behoͤrden in den Provinzen er⸗ nennen zu muͤssen, ehe an neue Wahlen gedacht werden könne. Man spricht von Vizconde Fonte Arcada und General Pizarro, beides sehr geachtete Abgeordnete auf der Oppositionsseite, als Praͤfekten fuͤr Estremadura und Duero. Das wirkliche Einruͤk⸗ ken eines Portugiesischen Corps in Spanien wird nicht stattfin⸗ den, ehe nicht die Gesinnungen des Britischen Hofes naͤher be⸗ kannt sind, so nothwendig auch dem ganzen Kab'net diese Maß⸗ regel scheint. Schon spricht man vom Austritt des Herrn M. A. von Carvalho als Justiz-Minister feiner Ublen Gesundheit wegen. Es geht auch so eben die Rede, daß Herr Campos Und die Bank sich verstaͤndigt haͤtten.

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Zeitungen vom Vorgebirge der guten Ho nung bis zum 11. April enthalten Folgendes: a i i ln gn, fuͤhrlichen Bericht uͤber den Angriff des Obersten Smith auf die Kaffern erhalten, und freuen uns, daß Keiner der Unsrigen getoͤdtet und nur einer verwundet worden ist. Neuere Data, woraus sich auf den Fortgang oder die wahrscheinliche Dauer des Kampfes schlteßen ließe, fehlen noch; allein wir sind uͤber⸗ zeugt, daß unter allen Kriegen, welche die Kolonie jemals mit den Wilden gefuͤhrt hat, dieser bei weitem der furchtbarste ist. Die Verluste der Kolonisten und Tie Ausgaben der Regierung sind schon ungemein groß, und die Truppen werden noch viele Mo⸗ nate im Felde bleiben muͤssen. Wir setzen jedoch großes Ver—

trauen in Sir B. d'Urban. Das von ihm befolgte System ist

Viele im Finanz⸗Amte Angestellte sind ent⸗ Herr Castro, Schatz⸗Rath

woraus sich eine Vermehrung von 180 Seelen ergiebt. Die auf⸗ fallendste Sterblichkeit zeigte sich abermals im Kreise Malmedy, wo sich bei 68 Geburten tz Sterbefaͤlle ereigneten. Es ist dies die Folge von Nerven- und anderen bösartigen Fiebern, die je= doch seitdem im Abnehmen sind; auch sind mehrere Kinder ein Lpfer des Keuchhustens geworden. Im Kreise Montjoie sind ebenfalls bei 36 Geburten 43 Sterbefaͤlle vorgekommen; hier liegt diese Erscheinung jedoch lediglich in der geringeren Zahl der statt⸗ gehabten Geburten, die, sonderbar genug, im Monat Mai nur etwa die Halfte fruͤherer Monate betragen hat, waͤhrend die Sterblichkeit dieselbe geblieben ist. Im Regierungs⸗ Bezirk Du sseldorf betrug die Zahl der Geborenen im Monat Mai 2512 und die der Gestorbenen 1795. Es sind also dort 517 Personen mehr geboren als gestorben. Im Kreise Rees erreichten 2 Per⸗ sonen das hohe Alter von resp. 93 und 165 Jahren. Zu diesem letztern Alter gelangte ein ehemaliger Friseur, Namens Konrad Bloem zu Rees, welcher den sjaͤhrigen Krieg mitgemacht und vor etwa 20 Jahren ein Unterkommen auf einem der dortigen

Armenhoͤfe gefunden hatte.

In Ugodda, im Kreise Bromberg, lebt ein armer Ta— gelohner mit Namen Kruͤger, dessen Ehefrau unlangst von Zwil⸗ lingen entbunden worden ist. Da es der Mutter an Nahrung Kr ihre beiden Kinder fehlt, so wird eins der selben dn einem Mutterschafe, dem einzigen Reichthume des Kruͤger, gesaͤugt, gewiß eine seltene Erscheinung. ö

Meteorologische Beobachtung.

1838. Morgens Nach mitt. Abend Nach einmaliger 30 Juni 6 Uhr. 2 Uhr. 90 Uhr. Bes hachtung. Par. 336, * Par. Quellwärme 7,9 0 R. 10,2 9 R. Blußwarme 13,85 0 N. 9 80 .

9. 8 2R. Bodenwarme 11 35 R. e vt. Ausdünst. 0, o 8 Rh Regen. ä. iI I6ü. U, 3 1h. WNW. Miererschlag 9, 6s o Rh.

), s ? R.

9 pCt.

Luftdruck 337,2 2 * Par. 235, 8:“ Luftwaͤrme, 9,85 0 R. 12,2 9 R. Thauvyunkt 70 R. 9, 8 OR. Dunstsaͤtt; S7 vFęt. 833 pCt. Wetter... trübe. Regen. Win? WNW. KRM V. Wolkenzug WN W. Tage smittel: 336,

Auswärtige Bör Amster dam, 26. Juni.

Niederl. wirkl. Schuld od * 53 do. 1005. Ausg. Schuld —. Kanz Hill. 286 43. M3 Amort. 933 338 795. Russ. 98 Gesterr' dJ. Preuss. Prüm. - Scheine 11 do., A8 Anl. —. San. 58 41 33 26 .

acht Nachtkälte

Par.. 16,30 R... 9, 0G...

2

S C H.

Antwerpen, 25. Juni. Span, d 14. Zinsl. 163. Cortes 303. Span. Anl. 13. Belg. 10901. Harmst, 25! London, 265. Juni. gons. 33 913. Belg. —. Span. Cortes A9. Zins. 114. Ausg. 17. 23 Holl. don. Sat 33 58. Engl. Russ. —. Bras. dꝛꝝ. Mex. 36. Heru 31. Chili A8. St. Fetershurg, 23. Juni. Lond. 10. Amsterdam —. Hamburg 93]. Rub. 357. :

Coup. 174. Neue

hz. Ob. v. 1821 83 d0. 1008. Port. 53 Columb. v. 1821 353.

aris 1113. Silber-

Wien, 26. Juni. 53 Met. 1013

A8 9733. Neue Anl. 385. Bank- Actien 1336.

Köni e Schauspiele.

glich Donnerstag, 2. Juli. Im Schaufpielhause Kabale und

Liebe, Trauerspiel in Abth., von Schiller. (Hr. C. Muͤller: