1835 / 192 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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pen unter

fande der offentlichen Angelegenheiten. u : gewöhnlich, in großer Geld-Verlegenheit, und es ist daher fuͤr etzt wenig Hoffnung zu Geld⸗Sendungen nach England.

Wuͤrttemberg ist unter dem

der Isle of Dogs unter Segel gehen; das dritte soll am Don⸗ nerstage und die ubrigen Detaschements sollen auch in kurzen Zwischenraͤumen nachfolgen.

Der Hampshire Telegraph will von einem Karlisti— schen, kuͤrzlich aus dem Hauptquartier des Don Carlos zuruͤck⸗ gekehrten hie . gehort haben, daß durch den Tod Zumalacar— reguy's die zwischen diesem und dem Christinischen General ab— geschlossene (Elliotsche) Convention uͤber die Behandlung der Kriegsgefangenen außer Wirksamkeit getreten sey; nach derfelben Quelle bestaͤnde die Armee des Don Carlos aus 25,000 Mann schlecht bekleideter, aber gut bewaffneter und wohldisciplinirter Truppen; die Bebauung des Landes ginge ungestoͤrt ihren Gang fort, und die Berge wären mit weidendem Vieh bedeckt; von der Ernen— nung des Grafen d'Espasia zum Gouverneur von Catalonien ver— sprachen sich die Karlisten großen Gewinn, weil der Graf dort großen Einfluß haͤtte.

Der Globe enthält jetzt die dem Parlament vorgelegte Kor— respondenz, welche zwischen dem General Alava und Lord Pal— 26 in Betreff der Expedition nach Spanien stattgefun— den hat.

Berichte vom Vorgebirge der guten Hoffnung vom 11. Mai stellen den Krieg mit den Eingeborenen als beendet dar; das Buͤndnißz unter den feindlichen Stamm-Haͤuptern war aufgelost; die Kolonial⸗Truppen hatten ihnen 15,900 Loder 18,9090) Stuͤck geraubten Viehes wieder abgejagt, und der Haupt-A,nfuͤh⸗ rer Hinza wurde von den Englischen Truppen bis weit uͤber den Graͤnz⸗Strom hinaus verfolgt. Aus New-York sind Zeitungen bis zum 1. v. M. hier eingegangen. In Boston wurden am 11ten v. M. in Gegen— wart einer ungeheuern Menschenmasse 5 Spanische Seeraͤuber hingerichtet, welche uͤberfuͤhrt waren, auf offener See die Brigg „Mexican“ um 20, 099 Dollars beraubt zu haben. Die Versuche der Verbrecher, kurz vor der Hinrichtung fich zu entleiben, wur— den vereitelt. In der Stadt Ehn ln hatte in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni eine furchtbare Feuersbrunst stattgefunden, durch welche 182 Wohnhäuser und Magazine und 192 Scheu— nen zerstoͤrt wurden. In New⸗York waren die Geschaͤfte sehr lebhaft und viel Geld an Markt. Zu New-⸗Orleans ging es mit dem Baumwollenhandel außerordentlich gut, und die Preise stie⸗ gen fortwährend. · In dem vorgestrigen Blatte der Times liest man: „Direkte Briefe aus Mexiko vom J. und aus Vera⸗Cruz vom 6. Mai sind zwar nicht neuer, als die uͤber New⸗HYork erhaltenen Nach— richten, dienen aher zur Berichtigung der in den New-Vorker Blattern enthaltenen, sehr uͤbertriebenen Angaben in Betreff der Wichtigkeit des vom General Alvarez in den suͤdlichen Mexikani— schen Provinzen erregten Aufstandes. Es geht daraus hervor, daß er sich in Hinsicht auf seinen Einfluß sehr getaͤuscht und we⸗ nig Aussicht auf einen gluͤcklichen Erfolg hat. Gut unterrichtete

Personen zweifeln nicht daran, daß er von dem General Bravo, der mit einer uͤberlegenen Macht gegen ihn marschirt, ohne Schwierigkeit wird uͤberwunden werden. Auch die revolutionnaire

Bewegung in Zacatecas ist sehr uͤbertrieben worden. Das Ganze beschraͤnkt sich auf den Widerstand gegen die von dem General— Kongreß beschlossene Entwaffnung der Miliz. General Santana

hatte sich mit 6h09 Mann dorthin begeben, und es wird ihm, mit einer so betraͤchtlichen Macht, ohne Zweifel gelingen, die Ausfuhrung jenes Beschlusses durchzusetzen und die Provinz zur Unterwerfung zu beingen. Obgleich in Zacatecas große Vorbe—⸗

reitungen zur Vertheidigung getroffen werden, so glaubt man doch allgemein, daß sie von keinem Nutzen sind, und daß die An—

gelegenheit ohne Blutvergießen beendigt merden wird. Man vermuthet, Santana werde den Umstand, daß er so viel Trup— seinem Kommando hat, dazu benutzen, das Foͤderativ- System umzustuͤrgen, eine Central. Regierung zu errichten und sich zum Praͤsidenten auf Lebenszeit zu machen. Es ist bekannt, daß er schon lange diesen Vor—

satz hegt, und man glaubt, er zähle bei der Ausfuͤhrung des— selben sehr auf den Beistand der Geistlichkeit und Aristokratie

Der Handel leidet sehr bei diesem ungewissen Zu—

des Landes. sen Zu Die Regierung ist, wie

Packeischiff „Eclipse“ hat 16,000 Dollars fuͤr kaufmaͤnnische Rechnung und die Nachricht mitgebracht, daß das Britische

Schliff „Eden“ mit einer bedeutenden Summe am 23. April von San Blas nach Coquimbo absegelte.“ Der heutige Globe

meldet bereits nach Amerikanischen Blättern die Einnahme der Stadt Zacatecas durch Santana und bemerkt, daß diese Nach— richten um so mehr Vertrauen verdienten, als sie von Nord— Amerikanischen Blattern mitgetheilt wurden, die dem Praͤ— sidenten Santang durchaus nicht guͤnstig sind. Es er— giebt sich daraus, daß Santana am 6. Mai die Außen— posten der Insurgenten zuruͤckraͤngte, und da die von ihm gestellten Bedingungen verworfen wurden, griff er die Haupimacht an, schlug sie, toͤdtete und verwundete 8060 Mann und nahm die Stadt ein, wo er sogleich das Ansehen der Cen⸗ tral-⸗Regierung von Mexiko wiederherstellte und die Miliz auf— loͤste. Letzteres war (wie oben gemeldet) eigentlich die Frage, um die es sich handelte, indem Zacatecas 10,009 Mann statt 300 Mann unter den Waffen haben wollte, um sich der Central-Re— gierung widersetzen und den Gehorsam gegen die Gesetze des Kongresses verweigern zu können, und dies ist die Haupt⸗Ursache der allgemeinen Anarchie und der finanziellen Verlegenheiten der Regierung, die so nachtheilig fuͤr ihr Ansehen und ihren Kredit ewesen sind. Einige Insurgenten sind nach Durango, an den n en von Neu-Mexiko, geflohen, das sich jedoch schon fuͤr den e stz enten erklärt hat, weshalb dieser den Fluͤchtlingen aus Zacgtecas erlaubt hat, nach Ablegung ihrer Waffen in ihre Hei— math zuruͤckzukehren. Die Provinz Chiapa an der aͤußersten Suͤd⸗Graͤnze der Union hat sich von dieser getrennt, nachdem der Gouverneur, Oberst Gil Perez, getoͤdtet worden, und wird sich wahrscheinlich mit Central⸗Amerika vereinigen. In Rio Janeiro ist die Mehrheit der Stimmen bei der Regenten⸗Wahl auf Herrn Feijo gefallen. Er hatte 500 Stim⸗ men mehr als die anderen Kandidaten. Man glaubte, daß in Bahia und in Pernambuco Herr Hollanda Cavalcante bei wei⸗ tem die . erhalten, im Allgemeinen aber doch die Wah len zu Gunsten des Herrn Feijo ausfallen wurden. Alles war ruhig, und die nach Para bestimmten Kriegsschiffe, mit dem neuen Rabe en am Bord, waren unter Commodore Taylor abgesegelt.

Niederlande. Aus dem Haag, 7. Juli. Se. Majestaͤt der Koͤnig von . amen eines Grafen von Teck nebst Hoͤchstseinen Kindern in Scheveningen eingetroffen, wo auch der Kaisers. Russische Gesandte in Stuttgart, Baron von Meyen— dorf, angekommen ist. j

Das von allen als befriedigend angenommen worden ist. Inzwi⸗

Belgien.

Bruͤssel, 6. Juli. Gestern uͤberreichte Msgr. Gizzi dem Koͤnige die Schreiben Sr. Heiligkeit, welche ihn bei St. Ma— sestät als Apostolischen Internuntius, mit dem Range eines au— ,, Gesandten und bevollmächtigten Ministers, be—⸗

aubigen. ; Der Major Kessels, der nach London abgereist war, um sich mit dem General Alava uͤber die Bildung einer Belgischen Legion zu verstaͤndigen, ist seit gestern Abend wieder in Bruͤs— sel; er wird heute mit dem Kriegs-Minister wegen dieses Ge— genstandes eine Konferenz haben.

Am 3. Juli hat man 17 Deserteurs des zu Ypern errich— teten Fremden-Bataillons in das Arresthaus von Ostende ge— bracht. Sie wollten wahrscheinlich nach Holland entwischen und wurden durch den Feldhuͤter-Brigadier der Gemeinde Breedene, der von 20 bewaffneten Bauern begleitet war, in einem Wirths—

hause bei dem Dorfe Vliesseghem verhaftet; sie leisteten, als sie

die Sturmglocke des Dorfes hoͤrten, keinen Widerstand und lie— ßen sich geduldig knebeln.

Deutschland.

Kassel, 8. Juli. Se. Hoheit der Kurprinz und Mitregent haben den bisherigen Geheimen Legations-Rath von Steuber, Hoͤchstihren Gesandten in Wien, zum Staatsraih ernannt.

Munchen, 6. Juli. Der Kaiserl. Oesterreichische Gouver— neur der Lombardei, Graf Hartig, ist gestern hier eingetroffen.

De st er r en ch.

Wien, 4. Juli. (Schles. Ztg.). Se. K. H. der Herzog von Modena ist hier eingetroffen. Es heißt, daß Familien-An⸗ gelegenheiten die Zusammenkünft der drei Bruͤder der Familie Este, namlich ebengenannten Herzogs und der Erzherzoge Ferdi— nand und Maximilian, veranlaßt haben. Morgen sollen einige Militairs in den in Vorschlag gebrachten, veraͤnderten Uniformen dem Kaiserl. Hofkriegsraths-Präsidenten vorgestellt werden. Die wesentlichste Veraͤnderung wuͤrde im Genehmigungsfalle vorzugs— weise die Uniform der . treffen, wesche, statt der engen weißen Hosen und hohen Stiefeln, blaue Uniform mit rothen Aufschlaͤgen, Pantalons und statt der Huͤte Czako's erhalten soll. Zunaͤchst aber wird die Einfuͤhrung von Pantalons statt der engen Hosen und Kamaschen bei den Jaͤger-Regimentern und dem Polizei⸗Militair in Wirklichkeit treten.

Wien, 6. Juli. Der Oesterreichische Beobachter enthaͤlt nachstehenden Artikel in Bezug auf die Wiederherstellung der diplomatischen Verbindungen mit dem eidgenoͤssischen Vor— ort Bern: „Wir haben fruͤher unseren Lesern eine treue Dar— stellung der durch einen fuͤr die Deutschen Staaten beleidigen— den, im Kanton Bern am 2. Juli v. J. stattgefundenen Hand werker-Unfug veranlaßten Verhandlungen zwischen diesen Staa— ten und dem eidgenoͤssischen Vororte geliefert, in Folge deren die diplomatischen Verhaͤltnisse mit gedachtem Kanton von den erste— ren abgebrochen worden sind. Die Antwort des Vororts auf die von dem Kaiserl. Gesandten in der Schweiz, so wie von den daselbst befindlichen Gesandtschaften der anderen betheiligten Hoͤfe unterm 1. Januar d. J. erlassenen Note war nicht geeignet, das bestehende Mißverhaͤltniß zu heben; und das sonach seit der Tagsatzungs Erklarung vom 22. Juli v. J. mit der Eidgenossen— schaft wiederhergestellte freundschaftliche Vernehmen war fort— dauernd gegen den Kanton Bern suspendirt, als der Vorort zuerst, bei Beantwortung des Kaiserlichen Notifications-Schrei—⸗ bens uͤber das Ableben Sr. Maj. des hoͤchstseligen Kaisers, Gele— genheit nahm, Namens des Kantons Bern die Mißbilligung des in Frage stehenden Unfugs und die Zusicherung eines kuͤnftig zu beobach⸗ tenden voͤlkerrechtlichen Benehmens auszusprechen. Stets geneigt, seine wohlwollenden Gesinnungen gegen die Eidgenossenschaft so— wohl, als gegen die einzelnen Kantone derselben zu bethaͤtigen, machte der Kaiserl. Hof in Folge seines mit den anderen be— theiligten Deutschen Hofen in dieser Angelegenheit gleichmäßig eingehaltenen Ganges die Annahme dieser Erklarung und die dadurch eintretende Wiederherstellung freundschaftlicher Verhaͤlt—

nisse zu Bern von einer an diese Hoͤfe zu erlassenden, völlig

gleichlautenden Erklaͤrung abhaͤngig, die sonach auch erfolgt und

schen hatte der Kaiserl. Gesandte, vor erfolgter Beendigung der

Unterhandlung in Betreff Berns, seine neuen Beglaubigüngs—

Schreiben fuͤr den eidgenoͤssischen Vorort, zugleich aber die Wei— sung erhalten, dieselben mittelst einer Note an ihre Bestimmung nach Bern den jetzigen Sitz des Vororts abgehen zu las— sen, da seine personiiche Erscheinung, vor beendigter Sache, der Wuͤrde des Allerhoͤchsten Hofes nicht angemessen war. Dieser von dem Vorort als Unterpfand der wiederhergestellten guten Verhaͤltnisse angeregten Erscheinung wurde, außer der nunmehr erfolgten Befriedigung saͤmmtlicher betheiligten Regierungen, die vorlaͤufige Annahme der erwaͤhnten Beglaubigungs-Schreiben als Bedingung gesetzt. In Folge der daruͤber stattgefundenen Be— sprechungen ist dem am 21. Juni von Zuͤrich nach Bern, in Ge⸗ sellsochaft des Koͤniglich Bayerischen Residenten Freiherrn von Hert— ling abgegangenen Herrn Grafen von Bombelles Tages darauf, an der Graͤnze des Bernischen Gebiets, von dem von dem Vor— ort dahin abgeordneten Staatsschreiber von Gonzenbach die vom 12. Juni datirte Antwort dieser Behörde auf sein Kreditiv uͤber⸗ geben worden, und Graf Bombelles am 23. Juni als accredi—⸗ tirter Kaiserl. Gesandter in der Schweiz in Bern eingetroffen.“

Schweiz.

Der zu Zuͤrich erscheinende Sch weizerische Constitu— tionnelle enthalt folgenden Artikel: „Der eidgenoͤssische Staats—⸗ schreiber hr. Gonzenbach ist nach Bern zuruͤckgekehrt. An dem— selben Tage kurze 6 nachher reiste auch der Oesterreichische und Bayerische Gesandte auf derselben Straße von Zuͤrich ab. Nach allem Bisherigen ist kein Zweifel, daß sie ebenfalls nach Bern fahren. Wir duͤrfen daher getrost annehmen: Der Friede mit den Deutschen Nachbarstaaten ist auch formell voͤllig hergestellt.) Der Kanton Bern hatte, radikalen Traͤumen folgend, den Frie— den gehemmt und die Zwistigkeiten vergroͤßert. Der Vorort Bern, im Bewußtseyn, daß er fuͤr die Wohlfahrt der ganzen Schweiz sorgen muͤsse und daß die des eigenen Kantons auch gefaͤhrdet sey, unterhandelte mit unsaͤglicher Muͤhe den Frieden. Wer erkennt hier nicht einen Fingerzeig der Gerechtigkeit, welche auch die Schicksale der Staaten und Regierungen abwaͤgt? Bern hat den offenbaren Beweis geleistet fuͤr die Unzulaͤnglich⸗ keit jenes radikal-propagandistischen Systems. Wenn irgend ein Kanton im Stande gewesen ware, dieses System zu befolgen, so waͤre es Bern gewesen. An Große, materieller Kraft, ja auch an Entschlossenheit steht er allen voran. Ihn betrafen alle die

„Vergl. unter Wien den Artikel aus dem Oesterreichischen Beobachter. ö

abgelehnt.

kleinen Plackereien am wenigsten; selbst die Sperre haͤtte Bern nicht sehr zu fuͤrchten gebraucht. Im Jahre 1834 noch stam der Berneh Radikalismus da als eine geschlossene feste Phalan⸗ nicht zerspalten, sondern geeinigt durch die Fuͤhrer. In der an. zen Schweiz blickte die radikale Partei voll Hoffnung ung Vertrauen auf Bern, und gelobte, sich um diesen festen Centra⸗ Punkt zu vereinigen. Das Haupt-Banner war in Bern; Bern Name war schon eine Macht. Und dennoch mußte Bern we chen; es war genothigt, den Radicalismus, die Propaganda j verleugnen, zu bekaͤmpfen. Es mußte den stolzen Trotz aufgebc sich fuͤr ein maͤßiges System nach Außen offen erklaren, den Frieden mit großer Anstrengung vermittein. Das Alles solite a fuͤllt werden, damit allem Volke die Augen geoͤffnet werden, de jenes radikale, herausfordernde, kriegschuͤrende Treiben gegen den Ausland zu nichts fuͤhre, als zu Demüthigungen, daß die Schw des Friedens und des freundlichen Einvernehmens mit den Nit barn beduͤrfe, daß sie von Streit und Zwiespalt nichts zu hoßn habe. Ein Vorort nach dem andern hat sich nun in di Doppel⸗Politik versucht. Einer nach dem andern war genoͤth mäßiger zu werden und die Macht des Bestehenden, die Gen der Verhaͤltnisse zu fuͤhlen. Wir koͤnnen es dem Himmel, m unserer Schweizerischen Geschicklichkeit, verdanken, daß wir g Lehre nicht theürer haben bezahlen mussen; denn in der Th wurde von der Schweiz aus fast Alles gethan, um ein moͤglih schlechtes Ende zu erleben. Man nehme nur die radikalen It tungen zur Hand; was fuͤr eine Ueberschaͤtzung der eigene Kraͤfte, was fuͤr eine Geringachtung der fremden sprach sich uͤberall aus? Wie drohten da die Schwachen den Starken Mit welchem Hohn wurden die Maͤchte gereizt! Ein paar hu dert Thurgauer speisten eben so viek Oesterreicher in der Ia tung zum Morgenbrot auf. Alle Throne waren wurmstichtn wenn man die radikalen Zeitungen hoͤrte. Ein Wort von dies! hätte es bedurft, um sie alle in Staub zu zertruͤmmern. Wen andere Blaͤtter riethen, den Uebermuth zu zuͤgeln, so wu den sie verlacht, verfolgt; wer nicht in der Raserei befan gen war, galt den Rasenden fuͤr einen Thoren. Was s aus alle dem geworden? Wir behaupten und machen uns zu Beweise anheischig: Die Schweiz hat in den zwei letzten Jahn mehr Demüthigungen erlebt, als wahrend der ganzen fo seh herabgewuͤrdigten Restauration, und an den meisten war ö lj genes verkehrtes Benehmen schuld. Eine sehr traurige ass heit, die wir gern widerlegt hoͤrten. Doch wollen wir un durch diese Betrachtungen nicht die Freude uͤber den Frieden nn bittern. Wir haben jene mehr angestellt, damit dieser nicht din neue tolle Ausfaͤlle der Radikalen und Pseudo⸗Nationalen gessst werde, damit nicht der kleine ekelhafte Wortkrieg von neuem hi breche, um uns in neue materielle Verwickelüngen zu bring und neue Schmach und Demuͤthigungen zu bereiten. Daß K Friede hergestellt sey, das ist ein Resültat, wofuͤr wir dem Vw orte Dank schuldig sind; denn es ist nicht gut, mit seinen Nach barn im Streit und Hader zu leben, auch in der Politik nich Der großere Theil der Schweiz ist Deutschen Stammes, h Deutsche Sitte, Deutsches Leben. Wie unnatuͤrlich waͤre fi diesen eine Feindschaft mit dem ganzen uͤbrigen Deutschland, in Anschließen an das fremde Frankreich, und das zu einer Zei wo Deutschland maͤchtiger, Frankreich schwaͤcher wird! ent verkehrte Streben haͤtte die Einbuße unserer wahren, innersth Nationalität zur Folge gehabt. Nun ist diese wieder von de Gefahr befreit, und die Schweiz kann sich, gleich befreundet m dem Deutschen wie mit dem Welschen Nachbar, frei von innen heraus ihre Institute volksthuͤmlich ausbilden.“ t gl ten. .

Florenz, 1. Juli. Ihre Majestaͤt die verwittwete Kön gin beider Sieilien, Mutter unserer Großherzogin, ist geste aus Neapel hier eingetroffen.

Ihre Königl. Hoheit die Herzogin von Leuchtenberg h am 27sten v. M. hier an, verweilte hier einige Tage und seh dann ihre Reise nach Livorno fort.

Spanien.

Madrid, 27. Juni. (Globe,) Die Hof-Zeitung dh haͤlt ein Koͤnigliches Dekret, wonach eine Militair⸗Kommisstn aus mehreren Generalen gebildet werden und sich unter der n sicht des Kriegs-Ministers mit der Leitung der Militair-Opmm tionen beschaͤftigen soll. Ein anderes Dekret enthält Bestimmh gen zu Gunsten der Familie derjenigen, welche unter den je Umstäͤnden in die Gewalt des Feindes fallen ö.

Der General Murillo, Graf von Eartagena, hat, wegen s nes schlechten Gesundheits⸗-Zustandes, das Kommando der Arm Heute begab sich der Herzog von Almeida mu Aranjuez, um Ihrer Maj. ein Verzeichniß von Kandidaten st das Ober- Kommando der Armee vorzulegen. Die Kandidah sollen der Marquis von Moncayo, Sarsfield und der Fuͤrst y Anglona seyn.

Das Eco sagt, daß ein Generalstab der Armee, wie er! Jahre 1820 bestand, gebildet und der Feldmarschall Don u Moscoso zum Chef desselben ernannt werden soll.

Da der General Alava zum Marine-Minister ernannt if so glaubt man, daß er das Kommando der in England gebildenn Fremden-⸗Legion nicht wird uͤbernehmen konnen. j

Der Oberst Don F. Valdez, welcher sich im Jahre 6h auf der Insel Leon und im Jahre 183 bei der Expediiton nn Tarifa auszeichnete, ist hier angekommen.

Die Mitglieder der (gestern in der Nachschrift bereits waͤhnten) Kommission zur Entwerfung eines Preß⸗Gesetzes sihh Don Manuel G. Quintano, Don Pedro Gonzalez Vallejo, schof von Majorca, Beide Proceres des Koͤnigreichs, der Mn uis von Someruelos, Prokurador, Don Julian Villalba, Ch der Abtheilung des oͤffentlichen Unterrichts im Ministerium di Innern, und der Graf von Torramarim, Secretair der Abtheilij fuͤr das Innere im Königlichen Conseil.

Dię Militair-Personen und Andere, welche im Jahre 16h zu der Befreiungs⸗Armee auf der Insel Leon gehoͤrten, versm melten sich gestern zu einem Festmahl, um die Ernennwj eines ihrer Kameraden, Alvarez Mendizabal, zum Minister, feiern. Der General Quiroga, Anfuͤhrer und Organ jener h mee, hatte die Einladungen an die Gaͤste erlassen.

Portugal.

Folgendes ist das (bereits früher erwahnte) Circular, ul

ches der Herzog von Palmella bei Gelegenheit des letzten M nisterwechsels an die Portugiesischen Agenten im Auslande ge richtet hat, und welches als eine Art von Programm des neun Ministeriums angesehen wird:

„Die beiden letzten, im Laufe eines Monates erfolgten Veron derungen im Kabinet haben im Auslande verschiedene, durch unbegründete Gerüchte veranlaßt, die von Uebelwollenden zum Nachtheil unseres Vgterlandes mißbraucht werden könnten; es schein daher angemessen, die diplomatischen Agenten Fhrer Maͤjestät mi

6 erlich . bellige

Grundsaͤtzen bekannt zu machen, zu denen die gegenwaͤrtige Re⸗ serung sich bekennt; Grundsatze, veiche es genügt, haben iwuͤrde, Ehn Cortes mitzutheilen, wenn diese versammelt waren. Es sind ubrigens dieselben Prinzipien, welche ich aussprach, als ich bei der

den

. hrondesteigung Ihrer Majestat die erste Verwaltung bildete naͤm⸗

sch die strengste Befolgung der constitutionnellen Charte in ihrem voll⸗ en Umsange und in ihrer weitesten Entwickelung, so wie der unveraͤn⸗ t Entschluß, dleselbe gegen jeden Feind zu vertheidigen, der uns des n Palladiums unserer Rechte berauben wollte, mag derselbe ssere Freiheit unmittelbar angreifen oder ihren Namen faͤlschlich mnrufen, um uns zur Anarchie zu fuͤhren.“ Es wird dann gesagt, mie die Regierung alle gesetzmaͤßige Mittel zur Aufrechthaltung der pentlichen Ordnung anwenden wolle; ferner heißt es. „Bei der ECeihellung von Ehrenbezeigungen und hei der Ernennung von Be⸗ anten wird, wie die Gerechtigkeit verlangt, auf die der Kdͤnigin ö der Verfassung geleisteten Hienste Ruͤcksicht genommen werden, wie es einer zweckmaͤßigen Verwaltung am angemessensten ist ondlich ist auch die gewissenhafteste Beobachtung und Erfuͤllung von Bertraͤgen und Verbindlich keiten, sowohl gegen Fremde als gegen ne eigenen Unterthanen, und in den offentlichen Ausgaben die srößte Sparsamkeit, welche die gegenwartigen Verhaͤltnisse er⸗ huben werden, einer, der wichtigsten Theile des Glaubens- ckenntnisses der Regierung. Dies ist die Verfahrungsweise, belche das Ministerium sich vorgesetzt hat, und die ohne zweifel auch die Prinzipien einer jeden Administration um— aßt, welche die Koͤnigin aus ihren Unterthanen auswaͤhlen koͤnnte; enn Gerechtisgkelt und Treue, Anhaͤnglichkeit an die Charte, wie e ist, nicht mehr und nicht weniger, aufrichtige Liebe zur Freiheit nd der unerldͤßliche Geist der Mäßigung bei Erhaltung derselben haren und sind die nothwendigen Bedingungen, unter denen allein in Ministertum in Portugal die Billigung der Koͤnigin und das ßutrguen der Nation erlangen kann. Mit diesen Angaben werden Sie im Stande seyn, die falschen Gerüchte, welche uͤber die letzte Ministerial⸗Veraͤnderung verbreitet werden möchten, zu zerstreuen; nd Sie koͤnnen versichert seyn, daß kein Portugiese, welcher den Mamen eines treuen Unterthans Ihrer Maj verdient, den in die⸗ er Depesche ausgedruckten Gesinnungen fremd ist. Gott erhalte Sie. Im Palast von Necessidades den 30. Mai. (unterz.) Der Herzog von Palmella.“

Lissab on, tz. Juni. Die geheime, oft angedeutete Spaltung zwischen den beiden Fractionen der herrschenden Par— tei, die ich der Kuͤrze wegen mit den Namen der Palmellaschen nd Carvalhoschen zu bezeichnen mir erlaube, ist in eine offene Fehde ausgebrochen, die sich durch rasche Ministerial, Repolutio— nen kund gegeben hat. Palmella besaß einen großen und Alles berechnenden Einfluß am Hofe der jungen Koͤnigin, waͤhrend Silva Carvalho und Freire, die ehemaligen Vertrauten Dom Pedros, einen starkeren Anhang in der Deputirten⸗Kammer und in den Handels-Staͤdten, vorzuͤglich aber zu Lissabon und unter den dortigen Kapitalisten ., So lange die Deputirten⸗ Kammer versammelt war, mußte daher Palmella ein direktes Zu— sammentreffen mit seinen Gegnern um so mehr scheuen, als der Schatz, in Erinangelung auch nur einigermaßen zulaͤnglicher Ein— künfte aus den oͤffentlichen Auflagen, sich bloß durch die Zufluͤsse erhielt, die ihm aus den in England gemachten Finanz Operatio— nen zuwuchsen, welche wiederum wesentlich von dem persoͤnlichen Kredite Silva Carvalho's und des eng mit ihm verbundenen Herrn Mendizabal an der Londoner Boͤrse bedingt schienen. Der Her— zog von Palmella glaubte daher, seinen Gegnern fuͤr den Augen—

blick das Feld raͤumen und aus dem Ministerium austreten zu

muͤssen. Unterdessen näherte sich Palmella seinem fruͤheren Geg⸗ ner Saldanha, dessen Einfluß auf die Armee und dessen bei der Masse der herrschenden Partei populairer Name die Unpopula— ritaͤt Palmella's zu neutralisiren gercignet schienen. Die Kammer⸗

Session endigte, und die so gegen das Silva Carvalhosche Mi—

nisterium gebildete Coalition erwartete nur den Augenblick, ihre

Revanche fuͤr den Austritt des Herzogs von Palmella zu neh-

men. Man scheint indeß mit dem letzten entscheidenden Schritte aus den oben angegebenen Finanz-Rücksichten noch gezögert zu haben, als die junge Koͤnigin, wie man versichert, in einer der augenblicklichen Aufwallungen, die ihr nicht fremd seyn soilen, den Faden zerschnitt. Schon vor laͤngerer Zeit soll diese Fuͤr— stin persoͤnlich gegen Silva Carvalho und Freire äͤußerst eingenommen gewesen seyn, und in der letzten Periode des Ministeriums dieser beiden Männer sollen auf dem Tische der Koͤnigin nicht mehr die Regierungs-Zeitungen, sondern nur die heftigsten Oppositions-Plätter zu finden gewesen sehn. Der Widerstand, den der Minister Freire dem Willen der jungen Fuͤrstin, welcher in Betracht ihres Alters schon sehr bestimmt und entschieden seyn soll, bet einer eben nicht bedeutenden Veran— lassung entgegenzusetzen wagte, brachte die Sache zum Durch—

d6Gbruche. Als der Graf Linhares das Absetzungs-Detret Freire's

zu kontrasigniren Schwierigkeiten machte, eilte die Koͤnigin nach dem Schlosse Ramalhao, der bekannten Lieblings-Residenz dei verstorbenen Königin Joaquima Carlotta, berief Palmella und Saldanha dorthin, und vollzog den Ministerwechsel, den das Dlario do Governo vom 28. Mai publizirte, und dessen Details ich, da saͤmmtliche Zeitungen dieselben enthalten, hier nicht wie— birholen zu duͤrfen glaube. In Bezug auf die weniger bekann— ten Namen des neuen Ministerlums durfte indessen zu bemerken seyn, daß Joao de Souza Pinto de Magalhaes, e ln des Innern, As Deputirter bei den Cortes von 1821 bekannt zu werden an— fing, und selbst in dieser Versammlung praͤsidirte. Nach der Re— stauration von 1823 ernannte ihn der Herzog von Palmella, als damaliger Minister des Innern, zu seinem Kabinets-Secretair. Er gilt fuͤr einen sehr gemäßigten Mann, und dies war wohl die Ursache, daß, als er bei der Umwäizung von 1828 seine Stelle verlor, er nicht aus wanderte. Waͤhrend der letzten Ver⸗ waltung Palmella's wurde er als dessen rechte Hand angesehen. Emanüel Antonio de Carvalho, der jetzige Justiz-Minister, war von 1826 bis 1828 Finanz-Minister und genoß damals ei— nes guten Rufs. Seine große Maͤßigung verschaffte ihm den Vortheil, daß er, wahrend der Regierung Dom Miguels, un— persolgt auf seinem Gute leben konnte. Er war zuletzt Mitglied der Munizipalitaͤt von Lissabon, eben so wie der neue Finanz- WMinister FZ. A. de Campos, der fuͤr ein wenig eraltirt gilt und auf der linken Seite der Kammer saß. Sein großes Vermoͤgen und der Ruf seiner Rechtlichkeit haben seine ahl zu dem unter den jetzigen Umstaͤnden fo außerst schwierigen Finanz⸗Departement bestimmt. Unleugbar ist das neue Ministerium im Ganzen in einem gemaͤßigteren Sinne als

das vorhergehende, und wenngleich Saldanha in demselben praͤsidirt,

Kherrscht doch sichtbar der' Einssuß Palmella's darin vor. *

le beiden Klippen, die seinen Lauf vorerst am meisten be— drohen, sind die finanziellen Verlegenheiten des Schatzes, und dann das Wiederzusanmunentreten der Deputirten⸗ Kammer, an eren nahe Aufloͤsung und neue Wahlen man allgemein glaubt. m die Englischen Kapitalisten, von denen die Portugiesischen Finanzen in diesem Augenblick unbedingt abhängen, zu beruhi— Jen, hat Herr Jervis Atongia, Adjutant Saldanha's, eine Sen— dung nach London erhalten. Fast alle von Silva Carvalho angestellte Unterbeamte werden abgesetzt. Es scheint eine völlige Partei. Neaction zu seyn, und der unbetheiligte Beobachter kann

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nut mit lebhaftem Interesse dieser jetzt offenbar gewordenen Spaltung der herrschenden Partei in ihren Wirkungen folgen.

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Ueber die neuesten Ereignisse in Tripoli, wovon die erste Nachricht durch die Franzoͤsische Korvette „Diligente“ nach Tou— lon gebracht worden ist, enthaͤlt ein im Oesterreichischen Beobachter enthaltenes Schreiben aus Tripoli vom 2. Juni folgende naͤhere Angaben: „Am 25. Mai erschienen auf der Hoͤhe dieses Hafens 25 Segel, die man bald als die lang er⸗ sehnte Ottomanische Flotte erkannte. Am 2hsten bei Tagesanbruch lag sie bereits auf der Rhede vor Anker, und bald darauf liefen mehrere Kriegs-Fahrzeuge nebst saäͤmmtlichen Transport⸗Schiffen in den Hafen ein. Die Flotte besteht aus einem Linienschiffe, fuͤnf Fregatten, zwei Korvetten, zwei Briggs, einer Goelette, einem Kutter Und zehn Transport-Schiffen, in allem 22 Fahr— zeuge. Am 26sten um 1 Uhr Nachmittags fuhr Ali Pascha (der bisherige Bei von Tripolih von den Notabeln der Stadt und von seinem ersten Minister begleitet, nach der Rhede, um dem Seraskier und dem Vice-Admiral seinen Besuch abzustatten, von denen er mit den groͤßten Ehrenbezeigungen empfangen und mit 17 Kanonenschuͤffen begruͤßt wurde, welche die Forts von Tripoli Schuß fuͤr Schuß erwiederten. Am Asten wur⸗ den die Tuͤrkischen Truppen in bester Ordnung ans Land gesetzt und 35060 Mann in der Stadt und in den Forts vertheilt. Die Haltung der Httomanischen Truppen konnte nicht schoͤner seyn; Alles ist auf Europaͤischem Fuß eingerichtet, die Befehle werden puͤnktlich ausgefuhrt, und die Diseiplin ist bewundernswerth. Es war ein so heiterer Tag, daß die Rebellen von Meschia die Lan— dung der Tuͤrken und des kleinen aus 14 Kanonen und 2 Feld— Haubitzen bestehenden Artillerte⸗Parks sehen konnten. Tausend Pulverfaͤsser und eine große Quantität anderer Kriegs⸗Munition wurden gleichfalls ans Land geschafft, und in den Magazinen un⸗ tergebracht. Unter den Rebellen in Meschia bemerkte man starke Bewegungen, und in der Stadt herrschte große Freude uͤber die Bekanntmachung des Großherrlichen Fermans, wodurch Ali Pascha in seiner Wuͤrde als Bei bestaͤtigt, Und das unter den Befehlen des Seraskiers in Tripoli gelandete Armee⸗Corps unter seine Ober⸗ leitung gestellt ward. Mittlerweile verbreitete sich in der Stadt das Geruͤcht, daß die Rebellen auf dem Lande sich nicht ergeben woll— ten, fand aber deshalh wenig Glauben, weil die in den von den Auf⸗ ruͤhrern besetzten Distrikten ansaͤssigen Europäer der an sie er⸗ gangenen Einladung, sich vor dem Anfang der Feindseligkeiten in die Stadt zu begeben, keine Folge leisten wollten. Saährend nun die Ottomanischen Truppen die Forts und alle Hauptpunkte der Stadt besetzten, erließ Al! Pascha einen Befehl, wodurch die Einwohner der Stadt von dem Wachtdienste, den sie seit drei Jahren zur Vertheidigung derselben versehen hatten, entbunden,

zu erscheinen. Am 28sten wurden noch mehrere der Armee gehoͤrige Gegenstaͤnde gusgeschifft, und um halb 10 Uhr Morgens Veffen und der Notabein der Stadt, am Bord der Fregatte des Seras kiers. zur Kuͤste in zwei Reihen aufgestellt.

daß Ali Pascha vom Bord des Admiral-Schiffes, vom Seras— ker begleitet, im feierlichen Zuge nach der Stadt zuruͤckkehre.

Pfeifer voran, Beamten, hierauf der Seraskier und hinter ihm der erste Mi— nister Alt Pascha's, ein Kennzeichen seiner Wuͤtde. Dies erregte allgemeines Erstaunen. Alles erwartete nun, Ali Pascha zu erblicken; allein Ali Pascha erschien nicht, er

mit Freudenschuͤssen begrüßt.

der Gesetzgelehrten (Ulemasz und die Notabeln der Stadöt nach dem Kastell bescheiden, wo ihnen ein Großherrlicher Ferman vor, gelesen wurde, kraft dessen Nedschib Pascha zum Kaimakam (Stellvertreter des Statthalters) ernannt und von dem Sultan

die Zuͤgel der Regierung bis zur Ankunft des neuen Pascha zu führen, den die hohe Pforte für Tripoli ernennen werde. Den Ulema's und den Notabeln blieb nichts uͤbrig, als sich zu ver— neigen und zu gehorchen. Nach Verlesung des ebenerwaͤhnten Fermans wurden die Kanonen des Kastells gelost und Boten eilten nach der Umgegend, um die Bewohner von den Anordnun— gen des Sultans in Kenntniß zu setzen; den Rebellen von Mes— chia wurden 18 Stunden Bedenkzeit gegeben, um sich zu unter⸗ werfen, nach deren Ablauf die Feindseligkeiten gegen sie eroͤffnet werden sollten. Die Thore der Stadt, welche seit drei Jahren verschlossen waren, wurden geoͤffnet, worauf eine große Menge Landvolk in die Stadt stroͤmte, die Waffen mußten jedoch beim Eingang auf der Wache zurückgelassen werden. In der Nacht vom 28sten durchstreiften zahlreiche Patrouillen die Stadt, in welcher eine solche Stille und Traurigkeit herrschte, daß man in einer Einöde zu seyn glaubte. Am 2ysten fiel nichts von Be— deutung vor; Sidi Ali befand sich fortwährend am Bord der Tuͤrkischen Flotte, wo er mit aller seinem Range gebuͤhrenden Auszeichnung behandelt, und Jedermann erlaubt wurde, ihn be— suchen zu duͤrfen. In der Nacht vom 29sten auf den I9sten wurde von den Scheichs in Meschia Rath gehalten, und einstim⸗ mig der Beschluß gefaßt, sich dem neuen Pascha zu unterwerfen; wirklich erschienen am 30sten um halb 6 Uhr Morgens gegen vierzig dieser Häuptlinge in der Stadt, um dem Seraskier, inn Namen des Volkes, ihre Huldigung darzubringen. Die Verbin— dung zwischen Stadt und Land wurde nun sogleich hergestellt, und die erste Sorge des neuen Pascha war, alles Geschuͤtz und Munition, in deren Besitz sich die Rebellen befunden hatten, in die Stadt schaffen zu lassen. Das Haupt der Rebellen, Sidi Mohammed Caramanli, floh gegen Osten in das Innere des Landes, und sein erster Minister, Bet-el— Mil, fluͤchtete sich an Bord der Englischen Fregatte „Favorite“. Am 31 sten besetzten 1990 Mann regulgirer Truppen Meschia und Sakal. Der Englische Konsul verwendete sich zu Gunsten Bet-el-Mil's und suchte die Erlaubniß für ihn zu erwirken, unter Englischem Schutze in die Stadt kommen zu duͤrfen; allein Nedschib Pa⸗ scha verweigerte dies und ließ Herrn Warrington bedeuten, daß sich Bet⸗el⸗Mil gleich allen uͤbrigen Scheichs des Landes den Be— fehlen des Sultans zu unterwerfen habe. Heute, den 2. Juni, hat Nedschib Pascha nachsthendes Cirkular? Schreiben an die Konsulate der Europäischen Machte in Tripoli erlassen: „„Eßeid Mustapha Nedschib, von Gottes Gnaden, Pascha, Gencräl-Lieu— tenant der regulairen Truppen, Wesir der Hohen Ottomanischen Pforte, mit außerordentlichen Vollmachten von selber beklei⸗

det ꝛc. Durch Gegenwaͤrtiges machen wir Euch kund, daß wir mit Vollmachten der Hohen Ottomanischen Pforte hier an— gekommen sind, um den Unordnungen, welche dieses Land so

und ihnen zugleich verboten wurde, bewaffnet in zen Straßen

verfuͤgte sich Ali Pascha, in Begleitung seines Ministers, seiner er , mit ihren Morlackischen Soͤldlingen, welche dem Pascha feind Saͤmmtliche Truppen waren von dem Kastell bis roch Falch Um die Mittagsstunde ertoͤnte der Donner der Kanonen, was man fuͤr das Zeichen hielt,

Wirklich setzte sich auch der Zug in Bewegung; Trommler Und dann folgte ein Schwarm von Regierungs-

; war auf der Großherrlichen Fregatte zurückgehalten worden. Nachdem der Seraskier im Kastell angelangt war, wurde er von den Forts Noch in derselben Stunde ließ Eßeid. Mustapha Nedschib Pascha (der Seraskier), die Haͤupter

lange Zeit zerruͤttet haben, ein Ziel zu setzen und selbes nebst allen seinen Dependenzen so lange zu regieren, als es unserem erlauch⸗ ten Herrn und Gebieter Sultan Mahmud gefallen wird. Ihr habt Euch also in allen Vorfallenheiten an uns zu wenden, und duͤrft uͤberzeugt seyn, daß wir un ererseits stets geneigt seyn werden, zur Aufrechthaltung jener freundschaftlichen Verhältnisse beizutragen, welche gluͤcklicherweise zwischen der Hohen Pforte und den christlichen Maͤchten bestehen. Nachschrift. Ali Pascha ist so eben mit seinem erstgeborenen Sohne und gegen vierzig Personen von seinem Gefolge nach Konstantinopel abgese⸗ gelt. Sidi Mohammed Caramanli soll auf seiner Flucht nach , . des Landes . . feindlichen Volksstamme an⸗ gefallen worden seyn und seinem Leben durch ei i

ein Ende gemacht haben.“ w

Von der Tuͤrkischen Graänze, 22. Juni. Den uns aus Skutari vom 19ten d. M. zugekommenen Nachrichten zu⸗ folge, sind zwar seit dem 2ten d. keine Feindseligkeiten mehr vorge⸗ fallen aber es ist auch andererseits kein Schritt geschehen, um eine Pacification herbeizufuͤhren. Weder der Wesir sioch die Partei der Insurgenten hat irgend eine Verstaͤrkung bisher er— halten. Die 509 Miriditen, die sich bei Saderina, 3 Miglien von Skutari, zeigten, scheinen Leute zu seyn, denen auch von Seiten der Insurgenten nicht recht zu trauen ist, weshalb diese Letztern den Uebergang uͤber die Dwaͤng zerstoͤrt haben. Da ganz Nieder- Albanien ebenfalls in Aufstand' gegen die Pforte ist = wie dies von dem Oesterreichischen Konsul in Durazzo unterm 26sten v. M. bestaͤtigt wird so hat natuͤrlich der Wen! von Skutari keine Huͤlfe von dort erhalten koͤnnen. Die Insurgen⸗ ten haben Todesstrafe darauf gesetzt, wenn jemand den Großherr— lichen Truppen Lebensmittel zufuͤhrt. Noch hegen sie immer die Hoffnung, daß sich die nahen Gebirgsvoͤlker ihnen anschließen werden, und daß es ihnen gelingen wuͤrde, die Festung durch Hunger zur Kapitulirung zu zwingen.

In Triest sind Nachrichten aus Skutari bis zum 153. Juni eingegangen, bringen aber noch kein Ende der Feind⸗ seligkeiten zwischen den Einwohnern dieser Stadt und den Trup⸗ pen der Regierung, welche noch immer in der Eitadelle einge⸗ schlossen waren und fortfuhren, von Zeit zu Zeit die Stadt zu beschießen, jedoch ohne Schaden anzurichten. Die Kugeln fielen, der betraͤchtlichen Entfernung wegen, groͤßtentheils so matt auf, daß sie nur leichte Spuren zuruͤckließen. Die Haͤuser der christ⸗ lichen Einwohner und aus Ruͤcksicht fuͤr diese vermuthlich in Folge der Vorstellung des Desterreichischen Konsuls wurde auch der Bazar von der Besatzung der Citadelle so viel wie moͤg⸗ lich geschont, wogegen auch Jene anfingen, sich mehr und mehr neutreh zu verhalten was ebenfalls dem Einftusse des Oester⸗ reichischen Konsuls zugeschrieben wird. Die Miriditen (d. i. die christliche Bevölkerung der benachbarten Gebirgsgegend), welche zur llnterstüͤtzung ihrer Glaubensgenossen herbeigéeilt waren, haben sich ir Folge dieses Umstandes zum Theil ebenfalls wieder nach Hause begeben, und so sind es jetzt nur noch die Tuͤrkischen Bewohner

selig gegenuͤberstehen, ubrigens noch stark genug sind, um Mei⸗ ster der Stadt zu bleiben, und den Pascha, fuͤr den Fall, daß er die Citadelle, wo der Mangel an Nahrungsmitteln schon sehr stark eingerissen seyn soll, verlassen wollte, ernstlich zu bedrohen. Auch in der Stadt herrschte theilweiser Mangel an Lebensmit— teln, und als Folge hiervon eine außerordentliche Theurung. Alle Nahrungsmittel werden mit dem dreifachen Betrage ihres gewohnlichen Werthes bezahlt. ;

Aus Salonichi schreibt man, daß in Cavalla die Pest ausgebrochen und bereits einige Haͤuser infizirt sehen. Ein aus Alexandrien angelangtes Schiff hatte diese Seuche einge⸗ schleppt. Es ist dies eine Aufforderung mehr, die groͤßte Strenge gegen aus Aegypten kommende Schiffe und Waaren zu beobach⸗ ten, in welcher Beziehung zwar hier nichts zu wuͤnschen uͤbrig ist.

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Wir entlehnen der Bayerischen Na tio nal⸗Zeitung nachstehende anziehende Beschreibung der Festlichkeiten, welche

Stat 1 die fuͤr Griechenland denkwuͤrdigen Tage des J. Juni ( beauftragt wird, die Ruhe in der Regentschaft herzustellen und ,. unt und fol

gende bezeichneten: „Athen, g. Juni. Ein neues Leben, ein freundliches und immer hellere Aussichten in die Zutunft öff⸗ nendes Leben hat hier und allerwärts in Griechenland begonnen und wenn sonst der Hellene verduͤstert, unwillig, unfreundlich und fast rauh vor dem Deutschen voruͤberging, so druͤckt 3

ihm jetzt die Haͤnde, begruͤßt ihn als halben Landsmann, ver—⸗

traut ihm seinen Kummer und seine Freuden, tanzt und singt wo er ist, auf der Straße oder im Freien, kurz er scheint ein ganz anderer Mensch geworden zu seyn. „Es lebe der Koͤnig!“ hoͤrt man allerwaͤrts, aus Jedem Munde und die Liebe zu diesem trefflichen Fuͤrsten übertrifft jede fruhere Er⸗ vartung. Aus allen Griechischen Nomen (Distrikten), oft von bloßen Doͤrfern, sind Abgesandte hier, um ihren lieben Otto zu sehen, ihm zu huldigen; auch Muselmänner aus Ne⸗ gropsnte, Englaͤnder und Italiaͤner, Franzosen, Tuͤrken aus den benachbarten Provinzen, sogar von Konstantinopel und Smyrna sind Gaͤste gekommen, um den gefeierten Koͤnig zu beobachten, wie er es selbst beginnt, ein lang gedruͤcktes nun freies und selbststaͤndiges Volk gluͤcklich zu machen Kaum stieg die gluͤhende Sonne am heitern Morgen des lsten Juni aus dem Spiegel des Meeres empor, als der maͤchtige Donner der Geschuͤtze von der Akropolis herab nach allen Gä— genden Griechenlands und der Inseln hin den laͤngst ersehnten exsten Festtag verkuͤndete. Alles war natürlich schon seit der Morgendämmerung auf den Beinen, vom Wohnen der unge heuern Menge in den ohnehin wenigen und noch dazu kuͤm⸗ merlichen Huͤtten war keine Rede, und so kostete das Aufste⸗ hen geringe Muͤhe. Und nun ging's an die Neveille der beiden Bataillons-Musiken in Verbindung mit Blech Musik Das war den nicht Athenischen Griechen fast insgesammt et⸗ was Neues, aber in jeder Beziehung Willkommenes. Gegen Ü Uhr verließ der gefeierte Otto sein Palais. Alle Staats— Beamten und Gesandten begleiteten ihn. Kaum hatte er den Fuß uͤber die Schwelle gesetzt, als tausend und wieder tausend Stimmen ihr „ꝛrν (Vivat) riefen, so daß man glaubte, ein Sturm woge mit aller Gewalt durch die Straßen der Stadt Und nun ging's an ein Draͤngen und Druͤcken als wolle und muͤsse Jeder den Koͤnig sehen. Manche Thrane glaͤnzte ihm aus den klaren Augen, und er war kaum mächtig, auch nur eine Silbe über jene höheren Empfindungen, die ihn schon in diesem Augenblicke beseelten, der Umgebung zu vertrauen Das waren in der That unbeschreibliche Momente der Ruͤhrung Jetzt haben wir unser altes Griechenland wieder, jetzt erst besil ö wir einen König“, rief in der Begeisterung ein Grieche um meiner Seite, und am Schlusse seiner abgehrochenen Worte 6 er die Haͤnde gegen den Himmel, und rief mit einer

egeisterung sein nr durch die Luft, daß mir die Nerven

bebten. Und das war ein Mainot, ein Beweis, wie es kaum