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ihn, diese Provinzen nicht verloren gehen zu lassen. „Denken Sie daran, Sir““, dies waren, wie wir hoͤren, buchstaͤblich die Worte Sr. Majestaͤt, „denken Sie daran, daß diese Provin— en nicht verloren gehen, nicht preis gegeben werden durfen. 28as Ihnen auch Andere sagen mogen, Ich sage Ihnen dies, Kanada darf uns nicht verloren gehen, darf nicht preis gegeben werden.““ Die Times meint, dies wuͤrde zwar, wenn es wahr key, der Gesinnung des Konigs, als echten und hochherzigen Briten, zur Ehre gereichen, aber bei allem Respekt vor Sr. Ma— jestaͤt halte siæ eine solche außer-⸗offizielle und ungewöhnliche War— nung doch nicht fuͤr den besten und sichersten Weg, auf welchem ein König von England, der verantwortliche Rathgeber habe, seine Befehle denjenigen mittheilen konne, von denen sle vollzogen werden sollten. . Die Zeitungen theilen mehrere in der letzten Zeit dem Par— lamente vorgelegte Aktenstücke mit. Es befindet sich darunter ein am 26. Jult v. J. zu Kopenhagen vollzogener Traktat, wodurch der König von Dänemark den zwischen Großbritanien Und Frank— reich abgeschlossenen Conventionen zur Unterdruͤckung des Skla— ven-Handels beitritt, und eine Korrespondenz zwischen dem bis— herigen Sergeant at- Arms dez Unterhauses, Herrn Seymour, und den Kominissarlen fuͤr die Besoldung der Beamten dieses Hauses, aus welcher hervorgeht, daß das Gehalt jenes Beamten sich bisher auf 2300 Pfund belief, daß es aber nach einer im vorigen Jahre angenommenen Parlaments-Akte inskünftige nur 3a Pfund betragen soll, und daß Herrn Seymour sein Ge— such, die Differenz zwischen diesen beiden Gehalten, namlich 800 Pfund jaͤhrlich, als Pension beziehen zu duͤrfen, so daß dem Un⸗ terhause durch seine Pensionirung kein größerer Kosten-Belauf erwaͤchst, bewilligt worden ist.
Ihm Court, Journal heißt es: „Man spricht von einer baldigen Aufloͤsung des Parlaments; Herr O Connell soll näm⸗ lich dem Ministerium eine Verstarkung seiner Streitkraͤfte um 30 Mitglieder versprochen haben, wenn es die Auflösung noch vor der bevsrstehenden Wähler-Registrirung vornaͤhme, und wenn
s vorher noch eine Munizipal-Reformbill fuͤr Irland durch;
braͤchte.“ Die Times enthalt eine sehr weitlaͤuftige Beschreibung der
ferneren Festlichkeiten, die gestern zur Feier der Installation des
geuen Kanzlers der Universitaͤt Cambridge, Marquis von Cam— den, daselbst stattfanden. Der Mittelpünkt derselben war am gesträgen Tage die Creirung von Doktoren. Der Times zufolge, wurden die Lords Melboürne, Lansdown und Brougham bei
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ihrem Erscheinen in der Aula von den Studirenden mir Zischen
empfangen.
Briese aus Plym outh melden, daß das erste Detaschement , Expedition auf dem „Rohal Tar“ am Sonnabend ort ankam
Fahrzeuges genöthigt war, wieder umzukehren. Der Schaden foll jedoch nach der Aussage des Ingenleurs so unbedeutend ge— wesen seyn, daß man glaubte, er wuͤrde in wenigen Stunden üsgæbessert werden und das Schiff werde Montags (vorgestern) einc M eise sortsetzen koͤnnen. Ueber die Abreise der zwelten Abtheilung da Spanischen Expedition, die gestern fruͤh auf dem Dampfboot „zondon Merchant“ zu Greenwich erfolgte, meldet die Times: „Diese nach St. Sebastian bestimmte Abtheilung bestand aus 0 Mann, im Allgemeinen schoͤne junge Leute, nebst einigen alten erprobten Soldaten, welche Unteroffiziersstellen haben, sammt⸗ sich vom besten Muth beseelt und von guter Auffuͤhrung. Der Dberst (jetzt General) Evans musterte sie vor ihrer Abfahrt an Bord und redete sie mit eindringlichen Worten an, die sie mit einem einstimmigen Lebehoch suͤr die Königin von Spanien und für ihren Commandeur erwiederten. Sie erhielten sodann ihre Uniformen und hatten, als sie equipirt waren, ein stattliches mi— tairisches Ansehen. Beim Vorüberfahren am Greenwich Hos—⸗ pital ließen sie noch ein Vivat erschallen, welches die am Ufer be— findlichen Personen beantworteten. Sieben Offiziere waren mit an Bord, und die anderen erwarteten das Schiff weiter unten am Fluß.“
Ueber den letzten Tagesbefehl, den der Belgische Kriegs— Minister, General Evain, an die Armee gerichtet hat, macht der Globe folgende Bemerkungen: „Nach der Lage, worin sich Belgien, als neutraler Staat befindet, uͤberrascht uns der Tages⸗ ele! des Baron Evain keinesweges. Es waͤre den Grund⸗ saͤtzen zuwider, die eine neutrale Regierung beobachten muß, wenn dieselbe auf ihrem Gebiet Werbungen fuͤr eine fremde Macht erlauben wollte. Die Belgische Regierung, die bei dem Tampfe in Spanien neutral ist und nicht, wie Frankreich und England, zur Quadrupel⸗Allianz gehört, mußte so, wie sie es ge⸗ than hat, auf die hinsichtlich der Werbungen an sie gerichteten Anfragen antworten.“
Der Standard sagt, es gehe das Geruͤcht, die Regierung von Spanien sey mit einem Plan beschaͤftigt, den Fonds? Markt von einem Theil der ungeheuren Masse von Fonds, womit der⸗ selbe uͤberschwemmt ist, zu befreien; wie dies aber anders zu be— wirken seyn duͤrfte, meint das genannte Blatt, als durch eine Einloͤsung der Obligationen mit Geld, das koͤnne man nicht be—
greifen. Niederlande.
Aus dem Haag, 8. Juli. Der Referendar des Finanz— Departements, Beudt, der am vorigen Freitage Zeuge von den Unruhen in Amsterdam gewesen ist, hat am Sonntage einen muͤndlichen Vortrag daruͤber an Se. Majestaͤt den Konig ab— gestattet.
Die Provinzial Gouverneurs sind von der Regierung beauf⸗ tragt worden, ihr einen Bericht uͤber die Saͤumigen abzustatten, welche in den letzten Jahren mit der Zahlung der Personalsteuer zuruͤckgeblieben sind, und gegen dieselben auch ferner nach der Strenge des Gesetzes zu , ,
Dem Vernehmen nach, soll das Hauptquartier des Gene— rals de Favauge von Utrecht nach Amsterdam verlegt werden.
Belgien.
Bruͤssel, 9. Juli. Unsere Zeitungen widersprechen sich noch immer gegenseitig in ihren Vermuthungen uͤber das Gelin— gen des Planes, den Major Kessels entworfen hat, um, trotz dem ministeriellen Verbote, ein Belgisches Huͤlfs-Detaschement fuͤr die in London sich bildende Spanische Legion zusammenzu— bringen. 7
Polen.
Warschau, 10. Juli. Am Dienstag wurde hier der 39ste Geburtstag Sr. Majestat des Kaisens und Koͤnigs aufs festlichste begangen. In allen Kirchen war von fruͤh an Gottesdienst. In der Kathedrale wohnten saͤmmtliche Beamten und in der Schloß⸗ Kapelle der Fuͤrst von Warschau, die Generale und Offiziere dem⸗ selben bei. Nach dem Tedeum empfing der Feldmarschall in den Saͤlen des Schlosses die Gluͤckwuͤnsche der Behoͤrden und vieler
ort ankam und noch an demselben Abend weiter fahren wollte, Per in Folge einer WMeschaͤdigung an der Dampfmaschine des
und Sicherstellung unserer Verfassung“ betreffend.
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angesehenen Personen. Im Garten des Lazienkischen Palastes war ein großes Amphitheater errichtet, zu welchem Jedermann Zutritt hatte, und vor welchem von den hiesigen Opern-Saͤngern eine Hymne auf den Monarchen ausgefuhrt und sodann ein prächtiges Feuerwerk abgebrannt wurde. In dem genannten Palaste gab der Fuͤrst Paskewitsch einen glaͤnzenden Ball, den derselbe mit der Fuͤrstin Zajonczek eröffnete. Die Stadt war aufs brillanteste erleuchtet, und das schönste Wetter beguͤnstigte diese Festlichkeiten.
Die hiesigen Zeitungen enthalten jetzt das Kaiserliche Dekret in Betreff der Anleihe von 1350 Millionen Gulden fuͤr das Koͤnigreich Polen, von welcher diese Zeitungen bereits fruͤ— her eine genaue Mittheilung machten (die auch in der Staats— Zeitung seiner Zeit gegeben worden istz. Das Dekret ist aus St. Petersburg vom 341. Mai (12. Juni) datirt und enthaͤlt außer dem schon Bekannten noch die Bestimmungen, daß die Polnische Bank mit dem Geschaͤft der Tilgung dieser Anleihe beauftragt ist, und daß die Einkuͤnfte aus dem Salzverkauf, aus der Tabacks- und Lotterie⸗Verwaltung als Sicherheit fuͤr die An—
leihe gestellt werden.
Ein Englischer Reisender, der dieser Tage hier anlangte, hat die Errichtung einer Kettenbruͤcke uͤber die Weichsel zwischen War—⸗ schau und der Vorstadt Praga angerathen und behauptet, daß die⸗ ses anscheinend kostspielige Unternehmen nicht so schwer auszufuͤh— ren seyn und die jährlichen bedeutenden Ausgaben ersparen wuͤrde, welche die Erhaltung der jetzigen Schiffbruͤcke verursacht.
Nachrichten aus Krakau zufolge, ist das Wasser der Weich
—
sel dort um 2 Fuß gestiegen. Die ut sich l an d Muͤnchen, 5. Juli. Se. Maj. der Konig sind am J. d. M. in Kissingen eingetroffen und am 3ten wieder nach Bruͤckenau
zurũ C geehr t Der Bischof von Augsburg, v. Rieg, und det Abt PBarna—
bas Huber sind von ihrer Reise durch Hesterreich zuruͤckgekom⸗ men und haben in Ober-Hesterreich 12 und in Tyrol 6 junge und gelehrte Benediktiner gewonnen, welche mit dem Anfang des neuen Schuljahres die katholische Studien-A nstalt in Augsburg
ubernehmen werden.
Die Leipziger Zeitung schreibt aus Muͤnchen: „Unsere
neuliche Mittheilung in Betreff der Verehelichung Ihrer Maj.
der Koͤnigin Maria von Portugal mit dein Herzöge Max von
Leuchtenberg bestätigt sich vollkommen. Der Herzog, welcher be—
reits in Stockholm angekommen seyn wird, wird sich demnaͤchst
nach London begeben und sich dort nach Lissabon einschiffen.“ Karlsruhe, 7. Juli.
erstattete in der heutigen Sitzung der zweiten Kammer den Kom— missions-Bericht uͤber den Antrag v. Rottecks, „die Ergaͤnzung
Die Kom⸗ mission billigt in der Hauptsache die Anträge des Antragstellers, und v. Itzstein schließt seinen Bericht also: „In der Voraussez— zung, daß die Kammer die Ansichten der Kommission in einer Sache theile, wo es sich um die hoöͤchsten Interessen der Buͤrger und um das des ganzen Landes handelt, und daß sie aus den gegebenen Darstellungen die Nothwendigkeit entnommen, die Verfassung zu ergaͤnzen und mit der noͤthigen Buͤrgschaft zu um— geben, werden nachstehende einfache Anträge zur Genehmigung vorgeschlagen: 1) Die Kammer wolle in ihre Protokolle durch foͤrmlichen Beschluß die Bitte niederlegen: die hohe Regierung moͤge den Ständen die Entwürfe fuͤr die zur Erganzung und Sicherstellung der Verfassung noͤthigen Gesetze, welche in der Ver⸗ fassungs⸗-Urkunde selbst theils verheißen, theils angedeutet, theils auch von der Regierung schon fruͤher zugesichert sind, naͤmlich uͤber Preß— freiheit, uͤber Verantwortlichkeit der Minister und Beamten und über die personliche Freiheit, oder, in letzterer Beziehung, viel— mehr den Entwurf über die peinliche Prozeß-Ordnung selbst, nicht minder aber auch eine, dem Sinn und dem Geiste der Verfassung entsprechende, authentische Erlaͤuterung der Art. 66 und 67. der Verfassung, vorlegen. 2) Die Kammer spreche die Zuversicht aus, und lege diesen Ausspruch in ihre Protokolle nieder, daß die hohe Regierung den, an den Badischen Gesandten bei dem Bundestage zu erlassenden, Verhaltungs-Befehlen immer nur eine, der Repräsentativ⸗Verfassung des Landes entsprechende und sie schuͤtzende, Richtung geben werde, nach welchem also der Ge⸗ sandte sich allen, die Verfassung und die Rechte der Kammern bedrohenden, Vorschlaͤgen nicht anschließen koͤnne. — Es wurde hierauf mit der Berathung des Gesetz-Entwurfs uͤber die Ei— genthums-Abtretung im Zwangswege, welche gestern noch bis zum 24. Paragraphen gediehen war, fortgefahren.
Frankfurt a. M., 19. Juli. Heute feierte hier der Fuͤrst— lich Thurn- und Taxische General-Post-Direktor, Freiherr von Vrients-Berberich, sein 50jaͤhriges Dienst-Jubilaͤum. Bei den hohen Verdiensten, die sich der Jubelgreis um die Vervollkomm⸗ nung des Deutschen Postwesens erworben, und bei der allge— neinen Achtung, deren sich derselbe erfreut, war natuͤrlich die Theilnahme sehr groß, und von nah und fern liefen sowohl schmeichelhafte Gluͤckwuͤnschungs⸗-Schreiben als kostbare Geschenke ein. Die Oberpostamts-Zeitung theilt das sehr zahlreiche Verzeichniß der ersteren wie der letzteren mit, und enthalt zu— gleich einen Ueberblick des Lebens und der Wirksamkeit des Ge⸗ feierten. Heute wird demselben im Weidenbusch ein glaͤnzendes Festmahl gegeben, dem sämmtliche Post⸗Beamten beiwohnen, und zu morgen hat der Handelsstand ihm zu Ehren ein Diner auf
dem Sandhofe veranstaltet. — Frankfurt a. M., 11. Juli. Der Handel in Staats⸗Ef⸗
fekten war im Laufe der heute zu Ende gehenden Woche ziemlich lebhaft. Die meisten der couranten Papier-Sorten erfuhren, bei an⸗ sehnlichen Umsaͤtzen sowohl pr. Comptant als auf Lieferung, einiges Bessergehen. Vornehmlich wurde vieles gemacht in 5proc. Metal⸗ liques, Bank-Actien und Integralen. Von letzterem Papter wurden zwar am ersten Boͤrsentage der Woche (6. Juli) starke Posten zu 535rz abgegeben; allein von da an bis Ende der Woche zog der Cours so an, daß wir heute 36 notiren. Auch 5proe Metalliques und Bank⸗Actien hielten sich gesucht und stiegen nachgerade im Preise. In Aproc. Metalligues ging wenig um; man will wissen, die Til⸗ gungs⸗Kasse zu Wien habe augenblicklich ihre Einkaͤufe dieser Effek⸗ ten ausgesetzt. Auf Ende August fix sind die proc. und proc. Me⸗ talliques fortwaͤhrend um e 3 7 pCt. niedriger als pr. Cassa zu haben. — In Lotterie⸗Fonds war das Geschaͤft unbedeutend. Nur kleine Posten Polnischer und Darmstaͤdtischer Loose wurden ange⸗ kauft. Neue Polnische Loose waren auf Lieferung 2 Monate nach der Emission zu S8 Rthlr. angeboten. Die Umsaͤtze in Spanischen Papieren sind seit einigen Tagen wieder belangreich geworden. In Folge des Steigens zu Antwerpen, London und . fanden solche auch hier bereite Nehmer zu hoheren Coursen. — Die proc. Perpetuellen besserten sich vom 6. Juli heute um 2 bis 3 vCt,, die zprec. um 1 pCt. Cortes-Obligationen gewannen uͤber R pCt in 8 Tagen. In letzterem Fonds ward diese Woche uͤber viel gethan. Wechsel auf fremde Plaͤtze sind gesucht, namentlich die Devisen auf Hamburg, Leipzig, Berlin und London. Diskonto⸗-Brlefe sind zu 241 pCt. gern zu placiren. — Nachschrift. Heute, am Sonnabend, waren die Fonds im Ganzen begehrt; Metalliques, Integrale und
Valdez das Kommando niedergelegt habe. r tinez, Aeltester des Finanz-Conseils und ehemaliger Finanz⸗M
Spanische Papiere fanden viele Nehmer, wahrend es an Abgebern fehlte. Auch waren die neuen Polnischen Loose gesucht und steigen. Schweiz. —
Bern, 8. Juli. Unter dem Zulaufe einer betrachtlich Volksmenge, der aradirung der Stadt ⸗Legion, der jungen Galhe und der Gaͤrnison fand heute die Eröffnung der Tagsatzun in gewoͤhnlicher Jorm statt. Im Muͤnster war Gottesdienst fh die reformirten Deputirten und in der katholischen Kirche fi, die Katholiken. In der Stift vereinigten sich beide Religionz, Parteien, und zogen von da unter Vortretung der „Standen, weibel“ in die heil., Geist-Kirche, wo Herr Schultheiß v. Tap in einer passenden Rede die Tagsatzung als eroͤffnet erklaͤrte.
; Spanien.
Madrid, 30. Juni. Die hiesigen Zeitungen sprechen sf ren Unwillen daruͤber aus, daß die Generale der Königin so lan zoͤgerten, zum Entsatz von Bilbao herbeizueilen, da ma hier in Madrid weiß, daß diese Stadt ganz allein auf ihre eh nen Huͤlfsquellen angewiesen war und sich mit der groͤßten M zu halten suchen mußte. Eine dieser Zeitungen theilt ein Sch ben aus Vittoria vom 23. Juni mit, worin es heißt: „NR Rebell Verasteguy fahrt mit Veruͤbung seiner Grausamkeiten unserer Nachbarschaft fort. Er hat den Marquis von Aravag einen alten Edelmann, der wegen seiner gemaͤßigten und wohlwa lenden Gesinnungen bei Jedermann beliebt war, fortschleppen un ihn in einen einsamen Kerker zu Salvatierra einsperren lassg wo er, ungeachtet seines hohen Alters, schwere Arbeiten verricht
muß. Die anderen Festungsgefangenen muͤssen baarfuß und m
unbedecktem Haupt arbeiten. Ein Theil unsexer Garnison u ternahm kurzlich eine Rekognoszirung bis Castillo, wo er auf feindliches Bataillon traf, das nn, den Ruͤckzug antrat. A
2l sten feierten die Einwohner und die Garnison den Jahrest!
der großen Schlacht von Vittoria, die den glorreichen Kampf itzls mit Sieg kroͤnt«. der Kommandant die Truppen alle bei einer Belagerung vo kommende Vertheidigungs⸗Manoͤver ausfuͤhren. Die Stadt⸗M liz bestieg die Waͤlle an der Seite der Linien-Truppen. N
Kirchthuͤrme, besonders die der St. Marien⸗Kirche, von wo ma
eine weite Umsicht über die umliegende Gegend hat, waren m Veteranen besetzt, die sich dort aufgestellt hatten, als ob sie nn Bewegungen des Feindes bewachen und davon Kunde gehn wollten.“
— Franzoͤsische Blatter enthalten noch folgende Pu vat-Nachrichten aus Madrid vom 30. Juni: „Herr Ann
5 ͤ WBVeillalba, Unter-Secretair fuͤr die auswaͤrtigen Angelegenhein Der Abgeordnete von Itz stein . Mitbewerber des Letzteren war Herr Carnerero, und es hielt
ist so eben durch Herrn Julian Villalba ersetzt worden. M
wiß schwer, zwischen zwei so ausgezeichneten Maͤnnern eine Wi zu treffen. Man versichert, daß General Cardovg ( ) gewiß zn Ober⸗Befehl uͤber die Nord-A Armee erhalten haben wuͤrde, wia er in dem Augenblick in Madrid gewesen, als man erfuhr, di
Herr Antonio Mu
nister, hat seine Entlassung eingereicht, ohne einen Grund dafl anzugeben. Sein Nachfolger ist noch nicht ernannt, Der En lische Gesandte hat einen Courier mit dem zwischen Spanien um Großbritanien uͤber den Sklaven⸗Handel abgeschlossenen Traktt von Madrid nach London abgeschickt. Der Baron und Her Lionel von Rothschild sind von hier nach Cadix abgereist, von wo sie sich uber Gibraltar nach London begeben wollen. Dieh beiden Kapitalisten reisen unter anderen Namen, wahrscheinlic um nicht von Raͤubern angefallen zu werden.“
Griechenland.
Athen, 3. Juni. Gestern war bei Hofe wieder größt Tafel, und darauf ein Wettlauf zu Fuß in der Aeolosstraß Der Koͤnig hatte auf dem Balkon eines Hauses vor der Irenmz Kirche Platz genommen; gegenuͤber saßen die Agonothetæ (Kampfrichter): der Staatsrath N. Botzaris, der Oberst Vasso⸗ der Professor Gennadios und Andere. Der Ausgangspunkt fll die Wettlaͤufer war am obern Ende der Straße, und bis ch das Ziel hatten sie eine Strecke von etwa drei Stadien zu durch laufen. Beide Seiten der Straßen waren so gedraͤngt voll vn Zuschauern, daß kaum Raum fuͤr die Athleten blieb, und h man bedauern mußte, daß die Demarchie nicht lieber die offen Ebene vor der Stadt zum Kampfplatz gewaͤhlt hatte. (Im Pty gramm war das Stadion hlerzu bestimmt, aber man hatte es ü der kurzen Zeit nicht reinigen ünd ebnen konnen.) Die Kampf liefen in drei Abtheilungen, und zuletzt liefen die drei Sie unter sich. Sie wurden am Ziele mit betaͤubendem Beifallsg klatsch empfangen, und empfingen aus den Haͤnden der Kam richter Kraͤnze von Oelzweigen und die Preise. Den ersten Pu (250 Drachmen) gewann ein Hirt aus Mantinea in Ar kadin den zweiten (129 Drachmen) ein Megaraͤer aus dem Dorfe 8. dura, und den dritten (80 Drachmen) ein Salaminier. Sieger wurden hierauf Sr. Majestäͤt dem Könige vorgestellt, einige belobende Worte an sie richtete. Abends gab dae Sti Sr. Maj. einen glänzenden Ball, zu welchem uͤber achthundg Personen geladen waren. Die Stadt war wieder beleuchtet; ih der Akropolis bloß der Parthenon durch niedrige, rings um K Tempel angezuͤndete Feuer, von denen man nur den Widersch auf den imposanten Marmormassen sah, was einen hoͤchst gitz artigen Effekt hervorbrachte. ö
Heute fruͤh hat Se. Majestaͤt die Truppen der hiesigen En nison (das Lancier⸗Regiment, eine Abtheilung Artillerie, das lst 2te und 6te Bataillon und die Pionier- und Ouvrier⸗Compagnieth auf der Ebene vor der Stadt die Revue passiren lassen. Du Aeußere und die gute Haltung der Truppen ließen nichts s wuͤnschen uͤbrig. —
Die letzten vor der Thronbesteigung des Königs erschienenn Zeitungen sind merkwuͤrdig durch die in ihnen ausgesprochemt Wuͤnsche. Man giebt zu erkennen, daß man die Anstellunhh der Fremden moͤglichst beschraͤnkt zu sehen wuͤnscht; ja, Athena, die sich immer in ihrer leidenschaftlichen Heftigli den Fremden am abgeneigtesten erwiesen, moͤchte sie bis auf Staats⸗Kanzler lieber gleich fortjagen. ;
Athen, 6. Juni. Am 3. Juni Nachmittags fand an M obern Ende der Aeolosstraße, auf dem geraͤumigen Pla ei. der Wohnung des Herrn v. Greiner, die Fortsetzüng der Km spiele statt. Am anziehendsten war das Ringen (161 * und eine Menge Kämpfer nahmen an dieser Uebung Ih. Sie waren, bis auf einen faltigen Schurz um die Huͤften, gu nackt; ihre Kampfweise scheint durchaus antik zu seyn. Paarweise hen sie im Kreise um einander herum, bis sie auf ein gege . Zeichen sich fassen, mit weit vorgestrecktem Oberleibe, daß fast 8 mit Stirn zusammenstoͤßt, legen sie sich einander die Haͤnde . den Ruͤcken, und suchen nun, bald den Gegner draͤngend, ' nachgebend, den guͤnstigen Augenblick u erspähen, wo sie den Gegn⸗
n gi nach Sonnen- Untergang;
Anstatt einer bloßen Musterung i
um die Huͤsten packen und zu Boden strecken konnen. Auf das Ringen folgte der Sprung, und noch verschiedene Uebungen im Klettern und Schwingen. Die Spiele dauerten, in Gegenwart Sr. Majestaͤt und einer großen Zuschauermenge, einige Stunden Abends besuchte der Koöͤnig die Am 4. Juni Nachmittags
Soirée bei dem Staats- Kanzler.
find an der Piraͤischen Straße ein Pferderennen statt, das aber
weniger befriedigend ausfiel die Griechen sind noch keine Reiter, und auch die vorgeführten Pferde waren hoͤchst mittelmaͤßig. Somit scheinen die Festlichkeiten geschlossen zu seyn, und man singt wieder an, sich zu ernsteren Geschaͤften zu wenden.
Fnlamd.
Berlin, 14. Jult. Des Koͤnigs Majestaͤt haben der Ge— meinde Apollensdorf bei Wittenberg zur Herstellung ihrer Kirche eine Beihuͤlfe von 200 Rthlr. als Gnadengeschent huld— rrichst zu bewilligen geruht.
— Man schreibt aus Wolgast unterm 12. d. M. Abends; Der Koͤnigl. Geheime Staats- und Minister des Innern und der Polizei, Herr von Rochow Excellenz, ist auf der Tour von Stralsund nach Stettin hier plotzlich erkrankt und bisher an der Fortsetzung seiner Reise verhindert worden.“
— Auch in Muͤnster hat sich jetzt fuͤr den dortigen Regie⸗ rungs-Bezirk unter höherer Genehmigung ein Verein zur Ver⸗ besserung der Pferdezucht gebildet, dessen Statuten den Herren Landraͤthen und Buͤrgermeistern mit dem Ersuchen zugefertigt vorden sind, den Beitritt zum Verein möoͤglichst zu foͤrdern.
ede einzelne Beitrags-Quote ist auf 3 Thaler festgesetzt wor⸗
den, und der sich bildende Fonds soll zunaͤchst zur Vertheilung bon Praͤmien fuͤr die besten selbst gezogenen Pferde, von Frei 5. zur Benutzung der Landbeschaͤler u. s. w. verwendet erden. Der verstorbene Ackerbesitzer Kleinermanns zu Freialden⸗ soven im Reg. Bez. Achen hat die dortigen Orts-Armen zu kben seines ganzen unbeweglichen, ungefähr 3232 Rthlr. an Werth betragenden Vermoͤgens eingesetzt, und hat dieses Ver— aͤchtniß die Allerhöͤchste Genehmigung erhalten.
— Von dem Koͤnigl. Konsistorium der Provinz Sachsen nd im Jahre 1833 gepruft worden: 9l Kandidaten pro mini- serio und 14 Kandidaten haben das çolloquium pro munere lestanden; von der Pruͤfungs-Kommission in Ha sind 107 Studirende pro licentia concionanudi gepruͤft, davon 101 mit Zöugnissen versehen und 6 zuruͤckgewiesen worden. Bei dem Medizinal⸗Kollegium dieser . haben 32 Pruͤfungen statt⸗ gefunden, 2 Kandidaten bestanden die Physikats⸗Pruͤfung, 3 die pruͤfung als forensische Wundaͤrzte, 12 als Wundaͤrzte zweiter Klasse, æ als Zahnaͤrzte, 8 als Geburtshelfer, 5 als Apotheker zweiter Klasse. — Die inedizinisch-chirurgische Lehr⸗Anstalt zu Magdeburg zählte im Jahre 1834 uͤber 70 Zoͤglinge; es gin—⸗ gen in diesem Jahre 28 ab und 26 traten ein. Von' den Ab- gegangenen sind 7 als Compagnie ⸗Chirurgen eingetreten, 6 haben Das Examen als Wundaͤrzte zweiter Klasse abgelegt und 12 woll— ten ihre Ausbildung anderwäͤrts fortsetzen; 3 sind verstorben.
Die im Kreise Langen salza des Reg. Bez. Erfurt ins Stocken gekommene Chaussirung der Dorfstraßen ist dort wieder n fm nen worden und duͤrfte baldigst ein erfreuliches Resul—
iefern.
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Welche Vortheile darf Deutschland von der Ein fuͤh⸗ rürz der Locomotiven erwarten, wie sie auf den neueren Englischen Eisenbahnen benutzt werden? Vom Ober⸗Baurath Hagen.
Die bewunderngwuüͤrdigen Resultate, welche der Betrieb auf der sberpool⸗Manchester- Eisenbahn sowohl in der Beförderung des Ferkehrs durch Ermäßigung der Frachtsaͤtze und Beschleuntgung r Fabrten, wie auch durch den Vortheil einer reichen Dividende ft vier Jahren zeigt, hat den Vorschlaͤgen zu ahnlichen Unterneh⸗ ungen allgemeinen Eingang verschafft. In England sind seitdem nige Bahnen schon vollendet, auf welchen dieselbe schnelle Förde—⸗ ung, wie dort, eingefuhrt wird, und andere sind in der Ausfuͤh⸗ ung begriffen. Belgien hat gleichfalls eine Anlage dieser Art be⸗ gönnen, und theilweise ist sie schon dem Publtkum erdffnet. Auch n Deutschland sind so ernstliche Einleitungen dazu getrofen, daß nan an der Realisirung von manchen unter diesen Plaͤnen nicht mehr zweifeln kann. — Daß Unternehmungen dieser Art vortheit⸗ haft seyn koͤnnen, lehrt vor Allem das Beispiel der Liverpool— Manchester⸗Eisenbahn, welche, trotz einer verschwenderischen Aus— fährung, dennoch das Anlage-Kapital mit 9 pCt. verzinst; außer— dem haben einzelne Beobachtungen, die oft genug bekannt gemacht ind, gezeigt, daß die Locomotiven beim Gebräuche beinahe gar icht letzen und daß sie nur eine sehr geringe Quantitat Brenn-Mate⸗ ial beduͤrfen, um 1000 Centner und daruber mit großer Geschwin⸗ digkeit fortzuschaffen. — Bestaͤtigen diese letzten Annahmen sich aber zurch den dauernden Betrleb auf der Llverpool-Manchester⸗ lsenbahn, oder ist jener reiche Ertrag vielleicht nur eine Folge von äsondern lokalen Umstaͤnden? Haben die Eisenbahnen, auf welchen ä schnelle Förderung ein gefuͤhrt ist, in England und Amerika wirk— ich den gesammten Fracht-Verkehr an sich gezogen, und darunter zch die schweren, wenig werthvollen Guter, die man den Deut⸗ chen Essenbahnen besonders zuweisen will? Wenn dieses aber auch der Fall waͤre, welche Frachtsaͤtze besanden auf den Kanaͤlen und Straßen, mit denen jene Eisenbahnen in Konkurrenz traten, und duͤrfen wir hoffen, die Frachtsaͤtze fuͤr die schnelle Förderung auf Eisenbahnen in demselben Verhältnisst gegen die in England übli⸗ chen wohlfeiler zu stellen, wie die Frachten fuͤr gewoͤhnliche Land⸗
und Wasser⸗Transporte bei uns wohlfeiler, als in England sind?
Die bekannt gewordenen Thatsachen enthalten eine ziemlich nollstaͤndige Beantwortung dieser Fragen; bevor ich sie jedoch zu⸗ simmenstelle, scheint es mir nöthigs, Einiges uber Eisenbahnen im Algemeinen voranzuschicken, und von der Einfuͤhrung der schnellen
örderung auf denselben zu sprechen. ;, —
Wenn ein Pferd sich im gewdhnlichen Schritte bewegt, wo— belle in der Stunde zwei Drittheile einer Preußischen Meile zurücklegt, kann es bequem einen“ dauernden Zug von einem Lentner ausüben. Mit biesem Zuge wird auf ganz hori⸗ zoͤntalen Chausseen, oder m Straßen, je nachdem sie in besserem oder schlechterem Zustande sind, ein Wagen bewegt werden können, der mit Einschluß seiner Ladung 30 bis 50 Centner vtzgt, nuf hörszontalen Cifenbahnen dagegen ein Wagenzug, der g ul, mit seiner Ladung 180 bis 200 Centner wiegt (bei neuen
agen und neuen Bahnen sogar 259 bis 300 Centner. Waͤre also ah Wagenzug im Gewichte vol 2060 Ernr. fortzufchaffen, ss brauchte h dazu auf einer horizontalen Chausses etwa 5 Pferde und auf ner Eisenbahn! 1 Pferd. Sobald aber eine Steigung von „n oder. ben g Zoll auf die laufende Ruthe vorkommt, so wird zur lleber⸗ derselben in beiden Faͤllen der noͤthige Zug um 1 Ctnr. werden muͤssen; bei einer Steigung von 14 Zoll um 2 Etnr.
win dun t .
„Lt“ und eben so viele Pferde werden jedesmal noch dazu ge— . pant werden muͤssen, damst jedes nur den Zug von 1 CEtnr. aus⸗
Wen darf. Es ergiebt sich hieraus, daß schön bei sehr geringen Sie gingen die ie hn ein Bedeutendes an ihrem Vorjuge vor ideen Straßen verliert, denn im letzten Falle ist der Zuͤg schon inghe halb fo groß, als auf diesen, wahrend er früher nur den
uften Theil betrug. Der Vortheil hört jedoch nie ganz auf; er
bei einer horizont ö nenn, be onen age eigen, fe fn
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glebt sich vielmehr in dem , . Beisptelt bei allen vorkon⸗
menden Stelgungen immer in einer Ersparung von Pferden zu erkennen, deren relativer Werth aber natarlich immer geringer wird. Wenn daher die Eisenbahnen die glaͤnzendsten Resulkate auch nur sie doch in einem gebit⸗ Terrain noch immer von großer Wichtigkeit, und dieses um ö. mehr, als der Umstand, daß die Wagen bie Bahn nicht verlassen
nnen, Gelegenheit giebt, zwei Mittel anzuwenden, wodurch die starken Steigungen un fo llichter äberwun den? werben Naͤmlich erstens kann in diesem Falle das Gewicht der herabfahrenden Wa— gen zum Heraufziehen der ansteigenden mit benutzt werben, wenn beide durch ein Tau, das oben uͤber eine Rolle geleitet ist, mit ein⸗ ander in Verbindung stehen. Sodann ist es aber auch nicht nöthig, daß das Pferd, welches als Vorspann bei der Steigung benutzt wer⸗ den soll, felbst die Anhöhe heran sieigt, und dabä ö. dem Zuge noch, die Kraft entwickeln muß, um' fein eigenes Gewicht auf die Anhbhe zu heben; es kann vielmehr oben in einen Ghpck gespannt werden, wobei es die ickte Ainstrengung erspart — eide Mitte sind haͤußg mit großem Vortheil angewendeh worden, das erffelhat sogar Gelegenhest gegeben, daß in hieien Faͤllen, wo die Frachten sich in der Richtung von der Höhe nach dem Thale bewegen, der vo lle Wagenzug den leeren heraufzieht, und also gar keine Bespannung uöthig ist, wie dies namentlich theilweise auf der Hetton⸗ and anderen Kohlen⸗Bahnen in der Naͤhe von New⸗Castle der Fall ist. — Aber auch das andere Mittel ist nicht minder wirksam, und besonders in dem Falle, wenn der Betrieb eine große Ausdehnung gewonnen hat,
und er mit Regelmäßigkeit erfolgt? Statt der Pferde werden dann
gewohnlich stationaire? Bampfmaschinen angewendet, welche die Wag enzůge auf stark geneigten Ebenen zu einer senkrechten Höhe ben g h u, i, . a . hinaufziehen, wäabrend d r auf den zwischenliegenden, bein ᷣ ͤ bent ö zwif g beinahe horizontalen Strecken
In, dieser Art erfolgt noch jetzt der Betrieb auf den meisten Englischen und Amerikanischen Eisenbahnen. Eine ö Geschwin⸗ digkeit kann man dabei freilich nicht erreichen, aber dagegen stellen sich die Frachten fo niedrig, daß selbst minder werthvolle Guter, wie Kohlen und Erz, noch mit Vortheil darauf . werden koͤnnen. Daß Eisenbahnen mit bequemen und gleich angen Wasser⸗ wegen für den Güäter⸗Verkehr in Konkurrenz getreten wären, dafür giebt es kein Beispiel; aber wo der Anlage von Kanaͤlen naturliche Hindernisse entge enstehen, da konnen sie deren Stelle ersetzen. So ist die große Wa er⸗Verbindung in Nord⸗A merika zwischen dem Susgquchanngh und Ahio durch den Suntata und Conemangh⸗ Fluß mittelst einer Esfenbahn geschlossen, die sich von Franköttißn bis Sohnstown durch das Aleghanny⸗Gebirge erstreckt, wo die starken Gefaͤlle und der Wassermangel die Anlage eines Kanales nicht mehr erlauben.
Als die Liverpool Manchester⸗Bahn erbaut wurde, beabsichtigte man auch hier einen Betrieb einzurichten, der dem bisher üblichen ziemlich ahnlich seyn sollte. Auf die Foͤrderung mit Pferden ver— zichtete man freilich, indem unter den lokalen Verhaͤltnissen die Dampfkraft wohlfeiler zu stellen war, Aber es cntständ noch die Frage, ob man stehende Dampf⸗Maschinen laͤngs der ganzen Bahn ausführen sollte, welche die Wagen von einer Station zur anderen hinuͤberzbgen, oder ob man ben bereits gemachten Versuch mit den locomotiven Dampf⸗Maschinen hier e , sollte. Zwei ausge⸗ zeichnete Techniker erhielten den Auftrag, durch eine genaue Beoöh— achtung des Betriebes auf verschiedenen Eisenbahnen diese Frage zu entscheiden. Beide erklaͤrten sich bei ihrer Rückkehr für die statio⸗ nalren Dampf⸗Maschinen und namentlich fuͤr den Fall, daß man auf einen regelmäßigen Verkehr rechnen durfte. Der Vorstand der Actien-Gesellschaft zog es indessen vor, durch direkte Fersucht sich von der Anwendbarkeit der Loesmotiven selbst zu überzeugen, und setzte daher in einer Aufforderung vom 25. giyrhl 1829 einen Preis von z00 Liv. Sterl. aus, fuͤr die Aufstellung elner Lo comotive, die bei einem bestimmten, sehr mäßigen Gewichte der angehaͤngten Wa⸗ gen in einer Stunde 19 Englische Meilen oder 2 Preußssche Mei⸗ len zurücklegen wuͤrde, das heißt, die sich ungefähr so schnell bewe— gen sollte, wie die dortigen Personen⸗Wagen auf den Chausseen be⸗ reits fuhren. Die Konkurrenz n . am 8. Oktober desselben Jahres, und mit Erstaunen sah man die eingesendeten Pro bewagen mitunter eine Geschwindigkeit annehmen, welche doppelt so groß war, als die vorgeschriebene, und welche man bisher fuͤr unerreichbar gehalten hatte. Ser bedeutende Personen⸗Verkehr, den auf dieser Tour dereits stattfand, konnte bei einer solchen Schnelligkeit nur gewin⸗ nen, für die man sich daber auch entschied:? Der Guͤter⸗Verkehr mußte dabei, aber eine aͤhnliche Geschwindigkeit erfahren, am auf den ersten nicht stoͤrend einzuwirken, weil h. denselben Bahnen Guͤ⸗ ter- und Personenwagen gefördert werden mußten. Man hielt diese ganze Anordnung keinesweges fur nachtheilig, ja man glaubte sogar, daß die große Beschleunigung dem Waaren-Transporte einen uͤber⸗ wiegenden Vortheil verschaffen sollte, und pricrs den Nutzen, den der Fabrikant und Konsument haben würde, wenn er keine großen Vor= raͤthe mehr halten durfte, sondern in wenig Stunden? das be= stellte Material oder die igaare beziehen könnte. Mit diesem Grunde war es indessen wohl nicht ernstlich gemeint, denn der Umstand, daß die Guter auf dem 6 Meilen langen Wege statt 2 Stunden d un“ terweges geblieben wären, konnte durch die langere Verzinsung ih⸗ ren Werth nicht erhöhen, und selbst in diesem Falle würde der B. theil des Käufers eben so groß seyn, als der Rachtheil des Verkaͤu⸗ fers, insofern der letzte die Waaren erst 7 Stunden spaͤter verkaufte. — Was die Bewunderung und Theilnahme des Publikums aber be— sonders rege machte, war das Frappante der neuen Erscheinung, in⸗ dam dig schweren Massen, die man sonst nur langfam hatte beiöegen sehen, hier ohne Bespannung mit Pferden eine Hann s , an⸗ nahmen, welche bisher das leichteste Fuhrwerk noch lange nicht er— reicht hatte. Es fehlte weder in England noch auf dem' Kontinente an phantastischen Beschreibungen und eifrigen Anpreisungen zur Nachahmung: doch alle spaͤteren Schilderungen des neuen Systems uͤberbot gleich der Rendant der icli ger fene indem er meinte, die Locomotiven spruͤhten Feuer und Flammen, und stampften vor Begierde, das Land der Pyramiden wieder zu eroͤffnen bei Memphis und bei Theben.
Am 16. Sept. 1839 wurde der regelmaͤßige Personen-Verkehr auf der Liv. Manch.⸗Bahn erbffnet und bald darauf auch der er r Verkehr, so daß jetzt der Betrieb E! Jahre hindurch ohne Unter— brechung und mit der größten Puͤnktlichkeit fortgesetzt ist. Sehr wichtig sind die Rechnungs-⸗Abschluͤsse, welche die Direktoren bisher halbjaͤhrlich bekannt gemacht haben, und unter diesen besonders die jenigen, welche den Zeitraum vom 1. Januar 1832 bis 36. Juni 1834 umfassen, indem sich aus diesen die Äusdehnung des Betkiebes und die Kosten im Einzelnen ziemlich genau uͤbersehen lassen. Die zwei vorhergehenden, so wie auch der uͤber das letzte Semester 183, sind minder vollstaͤndig, und es fehlt darin die Mirtheisung mancher wich- tigen Data. In dem letzten erklaren die Direktoren aber, daß sie ,, . nicht mehr in aͤhnlicher Art öffentlich bekannt machen w .
Die erwaͤhnten fuͤnf halbjaͤhrigen Rechnungen enthalten die ein⸗ digen brauchbaren Data, welche nber ein en Betrich dieser Art bekannt ge⸗ macht worden, und die überhaupt vielleicht so vo llständig gefammelt sinb. Es ist denselben auch die Berechnung der Transport Kosten fur den einzelnen Reisenden und dfe einzelne Tonne Ladung beigefügt, doch sind hierin die Ausgaben des Grrter- und Personen⸗ Verkehrs nicht gehörig gesondert; man würde diese Sätze daher ohne Nach⸗ tbeil bei ahnlichen Anlagen in England benußen können, wo das Verhältniß der Reisenden zu dem der Frachten dasselbe ist; aber be einer Anwendung auf die Deutschen Essenhahnen, die hauptsaͤchlich fuͤr den Guͤter⸗Verkehr bestimmt sind, muß man die Ausgaben sorg⸗ sältiger trennen, um vassende Resultate zu erhalten. — Außerdem sind wohl über die Betriebs- und in rf bn fe e en der Loco⸗ matitzen noch manche Beobachtungen bekannt geworden; es feblt da⸗ bei aber die Angabe der naheren Uumstaͤnde, welche hatten. Wie ndthig das Letzte ist, ergtebt sich z. B. daraus, daß eine Locomotive, welche regelmaͤßig die Güter von dem Berge nach
darauf Einfluß
dem Thale herabschafft (wie dieses etwa auf der Stockton⸗Darling⸗ ton⸗Bahn in, weniger Brenn⸗Material erfordern wird, als wenn sie mitunter die Frachten auch heben muß. Sie wird ferner auch mit weniger Brenn⸗-Material eine gegebene Guütermässe fordern, wenn das Gewicht der angehäͤngten Wagenzuͤge immer gerade ihrer Kraft und den lokalen Verhältnissen entspricht, wogegen sie bei der Uebernahme eins Verkehrs, der von den zufälligen Sendungen des Publikums abhängt, oft niit halber Ladung ober noch weniger ab— fahren muß. Der üebelstand wird aber noch größer, wenn auf Zwi⸗ schen⸗Stationen auch Guͤter dazukommen ober abgehen, in welchem Falle die Locomotive so kraͤftig gewahlt werden muß, daß sie den mbglichen Zugang noch aufnehmen kann. In allen diesen Punkten kommen die projektirten Deutschen Eisenbahnen der Liv.⸗Manch Bahn ungefahr gleich es findet auf dieser nach beiden Richtungen ein Verkehr statt, der aber nicht gleichmaͤßig vertheilt ist, sondern etwa die Hälfte der Wagen kommt von Manchester leer zuruͤck; die zufaͤllige Benutzung der Bahn giebt Veranlasfung, daß die Locomo⸗ tiven oft nur bie halbe Ladung haben, die ihrer Kraft entspricht, und besonders klagen die Direktoren über den Zwischen⸗Verkehr (der aber hei den e . Deutschen Eisenbahnen noch viel bedeutender seyn möchte), der eine gehörige Belastung der Locomotiven vollends unmöglich macht.
Es ergiebt sich aus dem Gesagten bereits, daß einzelne Beob⸗ achtungen, die besonders glaͤnzendẽ Resultate gegeben haben, wen Beachtung verdienen. Außerdem muß noch bemerkt werden, da sowohl die Witterung bei dem fortgefetzten Betriebe zuweilen elnen höchst nachtheiligen Einfluß übt, als auch, daß die unvermeidlichen Beschaͤdigungen der Locomotiven ihre Wirksamkeit um sehr Vieles nledriger stellen. Als die Liv⸗Manch. Bahn erbffnet wurde, behauptete Stephenson, daß auf z Locomotiven, die anhaltend im Gange wa—⸗ ren, nur eine zur Reserve gerechnet werden dürfe, und diese Aeuße⸗ rung wird noch jetzt häufig wiederholt. Die ÄAetien-Gesellschaft betzt aber, wie es scheint, uͤber 0 Locomotiven, und doch müssen alle Naͤchte zur Huͤlfe genommen werden, um die täglich vorgekömmenen Beschädigungen wieder herzußtellen, da⸗ mit beim Anbruche des Tages nur die nötbige Anzahl auf die Bahn geschoben werden kann. Dabei ereignet es sich aber, wie Vignoles er⸗ zahlt, noch sehr haͤufig, daß einer von beiden Dampf⸗Cylindern un⸗ terweges schadhaft wird, und die Maschine nur durch den uͤbrig blei⸗ benden bewegt werden kann.
Der Einfluß der neuesten Erfindungen und Verbesserungen im Bau der Locomotiven wird sich aus dem Folgenden ergeben ich gehe jetzt uͤber zur Auseinandersetzung der Resultate, welche die Liverpbol⸗ Manchester⸗Bahn in den benannten fuͤnf Semestern über bie Be⸗ triebs⸗Kosten der Locomotiven geliefert hat.
Dig Laͤnge der Bahn, soweit sie durch Locomotiven befah—⸗
ren wird, mißt 293 Englische oder 63 Preußische Meilen. Die Ausdehnung des Verkehrs betreffend, so werden jaͤhr⸗ lich 3775, 6453 Reisende in 6332 Personenfahrten gefördert es kommen daher auf jede Fahrt 60 Personen, und bei zi0 Wochentagen auf je⸗ den Tag 20m Fahrten. — In Gütern werden außer Wnaren auch Steinkohlen rransportirt, die in den Gruben neben der Bahn bre— chen. Nach den erwahnten Berechnungen ist im 2ten Semester 1832 nur etwa der vierte Theil des uͤber die Bahn gegangenen Kohlen⸗ Quantumz auf Kosten der Gesellschaft gefördert, und in der folgen⸗ den Zeit sind gar keine Kosten dafuͤr mehr ausgeworfen, woraus folgt, daß die Foͤrderung derselben spaͤter nicht mehr durch die Bahn⸗ Gesellschaft besorgt wurde, Die gemachten Mittheilungen ergeben hiernach, daß durchschnittlich an Waaren und Kohlen zusam men jähr= lich 3 0?5,055 Centn. Pr. in A681 Fahrten über eine Wegestrecke, die der ganzen Lange der Bahn gleichkommt, durch die Gesellschaft ge⸗ foͤrdert werden. Auf jede einzelne Fahrt treffen demnach Ho? Cent. und es werden an jedem Tage 181 Guͤterfahrten gemacht. — Die Anzahl der Personen- und Güͤterfahrten zusammen beträgt demnach 11013, oder taͤglich 332, und die ganze Lange des von den Locomo— tiven jahrlich zuruͤckgelegten Weges mißt 69,749 Pr. Meilen.
Bei Bestimmung der Kosten der Locomottvkräft und des Trans- portes kommt zuerst 1) der Bedarf an Brenn⸗Material in Betracht. Die Abschlüsse ergeben, daß durchschnittlich in jedem Jahre sehr genau fuͤr 6000 Liv. St. Kokes zum Betriebe der Locomotiven an— gekauft ind. Da nun nach dem Berichte vom 265. März 1833 di Tonne Kokes 177 Sh. kostet, so werden durchschnittlich bei jeder der 119013 Fahrten 1305 Pf. Engl. oder 1353 Pf. Pr. verbrannt, ader fuüͤr jede zuruchgelegte Meile 213 Pf. Es enisteht hier die Frage, ob man annehmen darf, daß bei en Güter- und Perfonen— fahrten ein gleicher Verhrguch eintritt in den Berechnung en, welche den halbiaͤhrigen Abschluͤssen beigefuͤgt sind, ist diese Annahme wirk— lich gemacht, was nach der obigen Bemerkung auch nicht auffallen darf. Benn man aber diese Erfahrungen benntzen will, um bie Be; triebskosten daraus herzuleiten, welche auf elner Bähn eintreten werden, die, beinahe ausschließlich für den Guter Verkehr. bestimmt it, so muß man zwischen beiden nothwendig einen Unter schied machen. Der Personenzug fuhrt durchschnittlich 6h Reisende, der Güterzug 657 Centner, jener legt den Weg in 14, dieser in 2 Stunden zuruck, so daß also der unterschied in'der Geschwindigkeit nicht sehr bedeutend jst. Da das Gewicht eines Mannes ]. Etnr. betragt, und die Reisenden dort nicht viel Gepäcke mit sich führen, so wird in einem Zusatze von 1 Etnt. für dir Person das relativ. größere Gewicht des Personenwagens, der 18 Plätze enthaͤlt, und der Einfluß der etwas größeren Geschwindigkelt schon reichlich in Ansatz gebracht seyn. Man kann daher den einzelnen Reisenden zu 2 Ctnr, annehmen, oder s Reisende einer Tonne Ladung gleich setzen, Es ergiebt sich hieraus, daß durchschnittlich in jeder Fahrt nur ein Gewicht von 183 Tonnen fortgeschafft wird, oder auf die Tonne Ladung und Engl. Meile werden 2 Pf Kokesz konsumirt.
Dieses Resültat sindet in dem erwähnten Berichte vom 26. Maͤrz 1854 seine vollstaͤndige Bestaͤtigung. Die Kosten für die Dar= stellung der Locomotiv⸗Kraft beim Gütertransport auf der Liv Manch.⸗ Bahn stellten sich naͤmlich mehr als noch einmal so hoch, als man erwar⸗ tet hatte. Es wurde ein Sub⸗Comit« niedergesetzt, das die Ursachen dleser Mehrkosten ermitteln sollte. Dasselbe entwickelt. in seinem Berichte vom 21. April 1831 die Grände der eingetretenen Ueber⸗ schreitung, und bemerkte unter anderm auch, daß es durch die An—⸗ endung der Koles statt der dem Gewichtes nach gleich wirt famen Kohlen herbeigefuͤhrt sey. Die betreffende Preiserhßhung wird pro Tonne Ladung und Melle zu 0, ibn Penny angegeben, woraus sich mit Beruͤcksichtigung der mitgetheilten Preife von den Kokez Und, Kohlen ergiebt, daß hier auf die Tonne und Meile 27 Pfd. (oder eigentlich 2,30 Pfd.) Kokes kommen. — Dabei muß noch erwähnt werden, daß diese Kokes von ber besten Sorte sind, und man??“ nicht gewagt hat, Kokes aus den Gasanffalten zu gebrauchen, die kur den halben Preis zu erhalten waren. — E5 crhiebt sih' aus ah n dg ghion 7 pre fe Maaß und Gewicht, daß
ur Fortschaffung von 1 Etnr. Ladung auf j Meile O. Pf 8okeh rrfortzeri n ö. z 2
2) An Tagelohn auf den Wasserstationen werden jahrlich ver—
, g. W Liv. . 34 Ech, bei 11,013 gene, fuͤr di. Preuß eile 2 Sgr. und bei der Ladung von 6557 Center Tentne un ilch d gar , 9 — pro Centner
3) Fur Oel, Talg, Hanf und dergleichen Ma eriglien, die hei , ch n g 3, ,. die jaͤhrliche Ausg abe
7 St.“ also fuͤr die Meile 4 r. 2 Pf. oder pro Centner , . gr. 2 Pf. oder pro Gentner
werden koͤnnten. Wenn Armeen Verbeferungen im Hau schaͤdigungen der alteren vorgebeugt
unpassend seyn, die letzteren noch ferner aufs Neue in Stand zu 53 3663