sparung binwirken, welche den einzigen Vorzug des neuen Sy stem
ausmacht. * H . f , g, , , nn,, Allgemeine
Morgens Nachmittags Abends Nach einmaliger . ̃ . 2 Luftdruck. . l n s l 8 3 t l z *
13. Juli. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung. Luftwãrme Berlin, Donnerstag den 16e Juli
ses geschiebt aber wirklich, und kaum à neue Locamotiven werden 1dbrlich angeschafft: man kann also mit Recht schliessen, daß der Un⸗ terschied zwischen heiden nicht groß ist. Die Vergleichung der bes kannt gemachten eh der Transport⸗Kosten eines Relsenden und Brücken in der Art eghßsichtigt, daß man spaͤter noch zwei Bah— ner Tonne Labung zelgt auch deutlich, daß waͤhrend des ganzen nen anlegen und den Güter- vom Perfonen-Verkehr trennen kann, Zeitraumes von 37 Jahren, oder so lange diese Rechnungen g. damit jeder seine passende Geschwindigkeit annimmt. theilt sind, die Betriebs⸗Kosten sich nicht vermindert haben, obgleich . . wird mir vielleicht den Einwand machen, daß es gar nicht fortwährend von wesentlichen Verbesserungen die Rede war. die Absicht wäre, un sere Essenbahnen ausschließlich fär den Gäter⸗ 83) An Lohn für die Maschinenmeister und Heizer auf ben Lo⸗ Verkehr zu benutzen, sondern daß im Gegentheile sie vorzugsweise comotiven sind jaͤhrlich verausgabt 1898 Liv. St. oder fuͤr die Melle zur Förderung der Reisenden dienen sollten. Aber wie groß ist die 3 Sgr. A Pf. und pro Ctr. und Meile G, os Pf. Anzjabl von Reisenden, auf welche wir rechnen konnen“ Ehe die 6) Ein sehr bedeutender Posten ist wieder die Unterhaltung der Liverpool-⸗Manchester-Bahn ausgeführt wurde, fuhren guf den Schienen un? der Bahn, nebst der zugebbrigen Mauern und Hecken, Chausseen zwischen beiden Orten durchschnittlich an' jedem Tage dafuͤr sind naͤmlich in jedem Jahre verausgabt 15,322 Liv. St., das 50 Personen, die 12 bis 17 Sgr. fuͤr die Preußische Meile zahlten. macht auf jede Meile, die eine Locomotive durchlaͤuft, 1 Nthir. 13 Sgr., Zwischen London und Birminghant relsten zur Zeit, als die Eisen. vder pre Ctr. und Meile O, Pf. — . Mit Berücksichtigung des bahn projcktirt wurde, auf den Chausseen jahrlich A488, 090 Personen, Kohleh⸗-Transportes, der in den Abschlüssen nicht genau bezeichnet also etwa eben so viele, wie von den sammtlichen Post⸗Coursen ist, wurde dieser Posten sich etwas niedriger stellen. im Preußischen Staate gefordert werden. — Es wird demnach Y) Endlich werden far Unterhaltung und Ersatz der Frachtwa⸗ der Personen⸗Verkehr bei uns gewiß viel geringer ausfallen, gen, desgleichen fuͤr Taue und Segeltuch zum Befestigen und Be⸗ und es entsteht die Frage, wie viel Reisende auf einmal gefordert decken der Waaren jahrlich verausgabt 2576 Liv. St, das macht bei werden müssen, damit die laufenden Kosten für die Fahrt noch ge⸗ 268! Guͤterfahrten auf die Meile j? Sgr. 2 Pf. oder pro Ctr. und deckt werden? — Die oben unter Nr. 2 bis 6 nachgewiesenen Ko⸗ Meile O.an Pf. sten betragen n n fuͤr eine Meile, welche der Personen-Zug Zu diesen Auggaben, die beim Güter⸗Transporte vorfallen, kom durchlaͤufi, 3 Rtbl. 127 Sgr. Der Bedarf an Kokes wird sich aber men noch die Koffen fuͤr die Unterhaltung der Speditions⸗Stellen, wegen der geringen Anzahl von Reisenden verhaͤltnißmaͤßig viel höͤ⸗ so wie auch besonders die fuͤr da Abholen der zu versendenden Guͤ⸗ her stellen, da das Gewicht der Locomotive noch uͤberwiegend bleibt. ter und fuͤr das Fortschicken derselben an den Empfänger; naͤchstdem Rechnet man daher fuͤr Kokes und für die Reparatur der Personen⸗ die Verwaltungskoßen u. dgl., doch werden diese von den Lokal, Ver⸗ Wagen 173 Sgr., so wie fuͤr die Unterhaltung der Anm elde! Bu⸗ haͤltnisen so sebr bedingt, daß man sie genauer durch sorgfaͤltige reaus und Stationen, und für allgemeine Verwaltungs⸗Kosten 15 NUeberschlaͤge für jeden speciellenn Fall, wie durch Benutzung fremder Sgr., so werden die laufenden Ausgaben 11 Rthl. fur Pie Meile be— Erfahrungen wird ermitteln können. Die oben angeführien Satze tragen, oder wenn durchschnittlich is Personen * 77 Sgr. jedesmal wird man dagegen, so lange es keine anderen Erfahrungen giebt, reisen, so werden dadurch nur eben die Kosten gedeckt, und der Per⸗ benutzen muͤssen, und dieses scheint um so nöthiger, als man wohl sonen⸗Verkehr wirft noch gar keine Dividende ab. keine Veranlassung hat zu erwarten, daß die Koösten der Locomotiv⸗ Man könnte freilich einen geringen Personen-Verkehr dadurch Kraft sich in Deutschland r, . stellen werden, als in England. eintraglicher machen, daß man entweder die Wagen seltener abfah⸗ denn wenn der Taglohn der Ärbeiter bei uns auch geringer ist, ren laßt, oder daß man sie den Guͤter⸗Wagen anhaͤngt; allein bei⸗ und dadurch allerdings manche Ausgaben sich ermäßigen, so
ahten. Eben so wird far die Bahn zwischen Selby und Hul der
, und zwei wieder für die Güterwagen, die langsam nainf elne so bresten Landstreifen; und eine Ausführung der
Dunstsättig .. S2 pCt. 48 pCt. 90 pCt. . ö
Wetter heiter. heiter. regnig. Aus duinstung O, Io · Ay Wind O. W. SMX. Niederschlag O, 66 )) Wolkenzug .. — W. — Nachtkälte 9,79 R.
Tagesmittel: 333,85“ Par. . . 10, 9 R. . . 73 pt.
. 335,62“ ar. 333, 12 Par. 233, 80“ Par. Quellwärme 7,3 60 R . ö . 3 3 4 4113692 R. 20,0 0 R. 13,09 R. Flußwärme 17,0 0 z ; 5 7 . ö 4 Thaupunkti.. 90 R. v8 R. 1202 N. odenwärme 1339 49 2 *
? 2.
14,9 9 R. ..
—
Berliner Börse. . Den 14. Juli 1835. Amtl. Fonds- und Geld. Cours. Zettel, (Erers Su. Coen) , , , en, e, , . 1091 Oetpr. FPfandhbr. — 104 o98 bomm. do. 1066 — 1 605 Kur- u. Neum. do. 1029 — 1005 Schlesische do. 106 100. kast. C. u. E. Sch. 101 d. K.- U. X. — — Gold al mareo — — Neuss Du. ... — 1023 RFriedrichsd' or.. — 1023 Disconto — 1 Ereręsc. Con
Ueber diese verschiedenen Punkte sind, wie man sagt, Erklaͤrun⸗ sondern die Behörden erst dann zur Erhebung einer Armen gen verlangt worden, und es wird versichert, man habe einen Steuer ermächtigt, wenn nach ef ge Untersuchung des Zu⸗ Mittelweg ausfindig gemacht, wodurch bie definitive oͤsung der hende der Armen in einem bestimmten Distrikte dieser von der Schwierigkeit umgangen würde. Es soll nämlich keine Blokade Art befunden wird, daß ein Eingehen duf die Gefuche der Ar- und also auch kein Confiscations- und Prisen, Recht gegen die men um Unterstuͤtzung als dringend noͤthig erscheint. Die Bill Neutralen ausgeuͤbt werden; aber jedes Mal, wenn die Eng⸗ wurde von Seiten der Minister aus dem Grunde angefoch— lisch Franzoͤsischen Kreuzer einem verdaͤchtigen Schiffe be, ten, well zu befuͤrchten fey, daß bei der dringenden Nothwen— gegnen, werden sie Jagd auf dasselbe machen, und es digkeit einer allgemeinen Umwandlung des Zustandes der aͤr—⸗ durchsuchen; man wird die Ladung nicht wegnehmen, aber dem meren Klassen in Irland, einer Umwandlung, welche nur Schiffe befehlen, sich zu entfernen, und es verhindern, an den nach reiflicher Erwägung aller dazu fuͤhrenden Mittel zu Kuͤsten Spaniens zu landen. Dies ist ohne Zweifel ein Mittel bewerkstelligen sey, die jetzt in Antrag gestellte Bill theils wie ein anderes; aber wie soll dasselbe in Ausfuͤhrung gebracht als uͤbereilt, theils als zu wenig umfassend erscheinen werde.
werden? Wenn das neutrale Schiff unter dem Schutze seiner Andere Mitglieder des Hauses widersetzten sich der Bill, weil sie nur in einer Einfuͤhrung der jetzt in England bestehenden
Armen-⸗Gesetze Abhuͤlfe des Elends in Irland erwarteten. Herr
Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.
Im Bezirke der Koͤnigl. Regierung zu Gumbinnen ist der bisherige Rektor in Schwentainen,
Schlick, zum Pfarrer in Sorquitten berufen worden;
zu Koöͤln ist der Predigtamts-Kandidat Karl Kuͤpper zum dritten oder Huͤlfs-Prediger der dasigen evangelischen Gemeinde 218 ernannt worden; ; ;
26. zu Koͤnigsberg ist der Predigtamts-Kandidat Gu sta v 14 Herrmann Martin Gisevius zum zweiten Prediger an der evangelischen Kirche zu Osterode ernannt worden;
St. Schuld- Sch. Er. Engl. Gb]. 30. ram. Sein. d. Sach. Kurm. Opl. m. l. C. Neum. Int. Sch. do. Berl. Stadt - Gbl. Königsb. do.
e lbing. do. Danz. do. in Th. Westpr. Efandhr. Caerosahz. Ro. do.
Wechsel- Cours.
2
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es sich widersetzt oder entwischt, welche Strafe soll und darf ihm
6
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.
Kbersteigt der Verkehr auf der Liverpgol⸗Manchester Bahn doch so sehr den bei uns zu erwartenden, daß eben dadurch schon die Preise sich hoͤher stellen. Ueberdies sind manche von diesen Ausgaben nicht gerade der Ausdehnung des Verkehrs proportlonal, woher sie bei ciner , requenz verhaltnißmaͤßig pre werden. ie Guter bezahlen . der Liverpool · Manchester⸗Eisenbahn
an Fracht⸗ und Bahnzoll fuͤr die ganze Lange der Bahn pro Tonne 10 Sh, das macht yrs Ctr., und Meile Pr. 93 Pf. Die Wasser⸗ fracht auf dem Mersey und Irwell ist seit Erbffnung der Bahn auf den gleichen Satz von 10 Sh. reduzirt; fruͤher bettug sie 18 Sh. Es . alsg , der Centner beim Wasser⸗Transporte zwisch en zwe Orten, die in gergder Richtung noch nicht 5 Meilen von ein ander entfernt waren, ?7 Sgr. 6 Pf. Dleser uͤberrasthend hohe Sa erklart sich zum Theil dadürch, daß die Wasser⸗Verbindung hoͤch unbequem war und es auch noch ist. Sie it 18 Engl. Meilen 14n⸗ ger als der Kangl; mehrere Schleusen liegen in ihr, doch das üehelste ist, daß die Schlfft nicht den ganzen Weg in är n enem Wasser zuruͤcklegen önnen, sondern sic muͤssen den bresten Busen des Mer⸗ sey einige Meilen weit besegeln, wobei sie ganz vom Winde und der Witterung rng sind. Daher konimt es, daß vor dem drit⸗ ten Tage nie die Absleferüng der auf diese Art versendeten Waaren erfolgt, und oft verzögerte sich die 90 f sogar bis guf 29 Tage. — Mit dleser Wasser⸗Straße trat die Eisenbahn hauptfaͤchlich in Kon⸗ kurrenz, und man rechnete darauf, daß sie den ganzen Guͤter⸗Ver⸗ kehr, der nach einer mäßigen Berechnung auf 12 Millionen Ctr. geschaͤtzt wurde, an sich zichen wurde. Indessen die Mersey⸗Irwell⸗ Kangl⸗Gesellschaft setzte die Zöͤlle herab, so daß die Fracht jich der auf der Elsenbahn gleich stellte, und ihre Einnahme wurde wegen des dadurch bewirkten größeren Verkehrs bedeutender, als fruͤher, waͤhrend die Eisenbahn nur 3 Milltonen Etr. erhielt. Nach der vorliegenden Preis⸗Liße der Artien vom 23. Maͤrz 1833 sind die Aetien des erwaͤhnten Kanales, die fuͤr 100 Liv. ausgegeben waren, zu 530 Liv. notirt, und sie , 28 p. Ct. Dividende, wahrend die , , , ahn auf 192 Liv. stehen und 9 p. Ct. zahlen. . Bei den spaͤtern ahnlichen Anlagen in England hat man, so⸗ bald eine Wasser⸗Verbindung bereits bestand, nicht mehr darauf ge⸗ rechnet, mit dleser in Konkurrenz zu treten. So ist z. B. in den Vernehmungen, die . Ermittelung des zu erwartenden Verkehrs auf der London⸗Biemingham⸗Bahn angestellt wurden, gar nicht da⸗ von dte Rede, daß Kohlen, Steine u. dgl. auf die Bahn Kbergehen sollen: ja selbst sehr werthvolle Gegenstaͤnde, wie seidene Stoffe, Glas⸗ und Galanterlet⸗Waaren und ahnliche wurden von den Kauf⸗ Üeuten keineswegs unbedingt der Essenbahn zugesagt, sondern nur fuͤr den Fall, wenn eine besonders schnelle Versenzung nöthig wird, oder wenn zufallig die Kanaͤle gesperrt sind. Eben so ist bel der Bahn zwi⸗ schen Stlby und uf nur guf den vierten Theil der in Hul seewaärts ein⸗ gekommenen Guͤrer gerechnet, wogegen von den uͤbrigen drei Vier⸗ teln angenommen ist, daß sie den ünbequemeren und viel weiteren Weg auf dem Hember wegen der geringeren cht einschlagen werden. — Auch in Nord-Amerika haben nach bir Darstellung, die Pousstn von den n Communsegtjonen glebt, die schnel fah⸗ renden Locomotiven beinahe ausschließlich den Zwick, dle Reisenden und Briefe zu foͤrdern; wie wenig man aber pen Transport der schweten Güter auf sie übertragen mnag, giebt sich wohl am deut⸗ lichsten daraus zu erkennen, daß man nach Vollendung der Eisen⸗ bahn zwischen Camben und Amboy, worguf mittelst Locomotiwen die Reisenden zwischen Melanie und New⸗ York i wer⸗ den, noch die Ausfuhrung eines parallelen Kanals beschloß, der von Delaware nach dem Rartion fuͤhren und dadurch eine Wasser⸗Verhin⸗ dung zwischen denselben Orten darstellen sollte. Diese Eisenbahn gehort aber, insosern sie eine doppelte Ban hat, und weder starke Steigungen, noch schärfe Kruͤmmungen darin vorkommen, zu den bequemsten, die es giebt. 5
Es hat demnach die n Förderung auf Eisenbahnen in den Laͤndern, wo sie hereits eingefuͤhrt ist, ein ganz andere Bedeutung erhalten, als worauf wir sie anwenden wollen. In England haben sich auch sehr entscheldende Stimmen gegen den schnellen Betrteb der Fracht- Verkehrs erhoben, wie er auf der Liverpool⸗Manchester⸗ Bahä stattfinden muß, Das neuerdings entworfene Projekt zur zweiten Eifenbahn zwischen diesen Orten, oder der fogenannten Rord-Lrinie, das freilich von der Hireetlon der ersten Bahn⸗-Ge⸗ sellschaft verdächtig Lm get wird steht hiermit in Verbindung. Die Eisen bahn zwischeni Dublin und Kingstown hat zu demselben Zwecke vier Bahnen erhalten, namlich zwel fuͤr die hin- und hergehenden
des scheint gisch bedenklich, indem der Vorzug der schnellen Foͤrde⸗ rung dahei leidet, und es daher leicht geschehen konnte, daß dlejeni⸗ ken Reisenden, welche höhere Saͤtze zu bezahlen geneigt sind, die isherigen Communicatjons-Mittel der Eisenbahn vorzichen.
ö Die wichtige Frage, die noch zu beantworten bleibt, ware diese: fuͤr welchen Frächt⸗Saßz kann der Centner mittelst der schnellfah⸗ renden Locomotiven 6 n nn Eisenbahnen gefördert werden. Allein offenbar haͤngt die Entscheidung hieruͤber nicht nur von der Ausdehnung des Verkehrs und von vielen Lokal-Verhältniffen ab, sondern großentbeils auch von der beabsichtigten Ausführung der Bahn; wenn diese namlich im Gegensatze mit den Englifchen und Amerikanischen Anlagen dieser Art, nur ein Geleise erhalten fol, und man die Geschwindigkeit der Transporte wieder durch das noth— wendige gegenseitige Äklusweichen und Anhalten der Wagen aufheben will, so werden das Anlage⸗Kapital und songch auch die Zinsen def⸗ selben sich bedeutend verringern. Um hieruͤber keine wiükuͤrlichen
, zu machen, die doch keine allgemeine Guͤltigkeit haben koͤnnen, übergehe ich die direkte Beantwortung der Frage, und will af. untersuchen, wie die Dividende der Livervool⸗Manchester⸗Bahn sich stellen wurde, wenn het ihr solche Verhaͤltnisse eingetreten wä— ren, wie wir sie erwarten muͤssen. — Es ergiebt sich aus den oft erwahnten Abschlüssen, daß die Brutto- Einnahme aus dem Perso⸗ nen⸗Verkehr in jedem Semester großer ist, als die aus dem Guͤter Verkehr, im Jahre 1834 betrug der unterschied 22,500 Liv. St. ee er sind die Ausgaben fuͤr den Guͤter-Verkehr, wenn auf den Mehrbedarf an Kokes Ruücksicht genommen wird, wieder groͤßer als die fuͤr den Personen - Verkehr. Die reine Einnahme, bie der Guͤter Verkehr abwirft, betragt wirklich nur etwa den dritten Theil von der, welche jetzt in beiden Arten des Betriebes er= reicht wird. Die Dividende wurde also, wenn man auf die relative Vergrbßerung der Kosten bei Verringerung der Anzahl von Fahrten auch nicht Ruͤcksicht nehmen wollte, sich auf z pCt. ermäßigen Ver⸗ mindert sich nun vollends die Guͤtermasse von 3 Millionen auf eine, wie sie meist hei uns nur erwartet werden kann, und berückstchtigt man den viel hoheren Preis von guten Kokes in Deutschland, der selbst in unseren Kohlenfeldern doppelt so groß ist, als auf der Liv. Manch.“ Bahn, so merkt man wohl, daß ein solcher Betrieb nur eben die laufenden Kosten decken wird, und daher das Anlage⸗Kapi⸗ tal, wie 6 man es auch im Vergleiche zu dem jener Englischen Bahn ermäßigen mag, sich gar nicht mehr verzinst. Dabei ist aber noch immer die Fracht zu Sr Pfennig pr. Ctr. und Meile ange⸗ nommen, 3. h. fast so hoch, als die Landfracht sich in Deutschland unter gunstigen Verhaͤltnissen zu stellen pflegt. Das Publikum darf also von Anlagen dieser Art wenig Vortheil, erwarten, und es wird sie wahrscheinlich schon deshalb nicht immer benutzen, weil die Waag⸗ ren nicht nur am Speicher des Versenders und Empfaͤngers, sondern , auch noch beim Zugang und Abgang zu und von der Essen⸗ bahn umgeladen werden maͤssen.
Die angefuhrten Thatsachen zeigen, daß der Guͤter- Verkehr, den man den Deutschen Eifenbahnen zuwelsen will, nach den bisher bfkannt gewordenen Erfahrungen sich fur die schnelle Forderung nicht eignet. Die Helgische Essenbahn wird wabrschemnlih in kur? i. inen mehr entschelidenden Beweis liefern, ob Anlagen dieser
rt sich fuͤr unsere Verhaͤltnisse eignen, oder nicht; zwischen Bruͤssel und Mecheln ist der Frachtsatz vorlaufig auf i Sgr 16 Pf. pr. . , Meile festgesetzt worben, wodurch jene Bedenken sich nur estaͤtigen. ᷓ
Ich muß schließlich noch die Bemerkung beifuͤgen, daß die ganze
9 ) 9 1 gegebene a e l , sich nur auf den Fall bezieht, wo die Fi rung müöttelst der schnell fahrenden Locomotiven beabsichtigt wird; ganz andere Resultate wird man dagegen erhalten, wenn man hier— bon abstrahirt, und solch; Mittel wählt, wöse ich sie oben angedeu— tet habe, und wie sie noch die gewöhnlichen sind. Sobald die . ren Locomytiven und die großen Geschwindigkeiten der Wagenzuͤge fortfallen, ermaͤßigen sich gleich fehr bedeutend die Kosten fur die Reparaturen der fen und Bahnen, und es durfen die Schienen auch ohne Nachtheil schwaͤcher gewahlt werden; fuͤr unsere Verhält— nisse möchten sich aber besonders die Constructions- Arten der Bah— nen eignen, die man in Amerika anwendet, und von denen man in England wegen der hohen Holzpreise und der Woblfellheit des Ci— sens abgewichen ist. In Hinsicht der Geschwindigkeit wird aber die Foͤrderüng mjt Pferden auf der Eisenbahn vor der auf Chausseen noch immer einen großen Vorzug behalten, denn man wird leicht in der Stunde uͤber 2 Meilen zurücklegen koͤnnen, was bedeutend mehr ist, al unsere Schnellwagen leisten? und so könnte man auf diesem
viel einfacheren und sichereren Wege sehr wesentlich auf die Zeiter⸗
Brie s G
Amsterdam FI. TD 17 Hamburg ; 132 — lito . s 151 151 London 6 265 aris Sin. so) 1063 — Augsburg 1037 1. Breslan 6 . 890] 7 Leipzig 2 1021 een r rt a. M. WX. 1027 * etersburs . ; In 7 Warschau . . er
——
Aus würtige körs en. Amsterdam, 9. Juli. Niederl. wirkl. Schuld S6. 53 do. 1013. Ausg. Schuld- Kauxz-Bill. w*. A8 Amort. het. 333 So. Kuss. 957. Oegten 294. Preuss. Prüm. - Scheine 107. do. A5 Anl. — Span. 8 3 *
3 3 27. Frankfurt a. M., 11. Juli.
Oesterr. 53 Metall. 1025. 102. A3 985. 983. 218 58. 3 13 25 r B Teen ib ens ine, Gig, ons Loose zu 500 G. 1173. 1173. Loose zu 100 G. 2134. G. Prein Präm. Sch. 614. B. do. A8§ Anl. 983. 98. EBoln. Loose boz. 693. S Spau. Rente A2. A4. 38 do. perp. 266. 25.
Faris, 8. Jul.
53 Rente pr. compt. 109. 20. tin cour. 109. A0. 3 3 pr. comp. 72. 6h. fin Cour. 79. 75. 53 Nea: pr. compt. 97. 20. fin cou. 7. A0. S3 Span. Kente A422. 33 üo. 28. Cortes 2. Coup. - Ausg. Schuld 1735. Holl. 213 56. 85. : 4
Königliche Schauspiele. ö
Mittwoch, 15. Juli. Im Opernhause: Zum erstenmale Das eherne Pferd, Zauber-Oper in 3 Abth., nach dem Franz Le cheval de bronze des Scribe, von deni Freiherrn v. Lichtmn stein. Musik von Auber. Die neue Decoration des dritten Aufzuges: „Der Zauhen garten auf dem Planeten Venus“ ist von dem Königl. Decotz tionsmaler Herrn Gerst, die darauf folgende Decoration: „Pu gode“ von dem Koͤnigl. Decorationsmaler Herrn Koͤhler.
Donnerstag, 16. Jult. Im Schauspielhause: Corona von Saluzzo, Schauspiel in 5 Abth., nach einer alten Novelle, vm E. Raupach.
Königstädtisches Theater. ö
Mittwoch, 15. Juli. Julerl, die Putzmacherin, parodiren
Posse mit Gesang in 2 Akten, von Meisl. Musik von A. Mi ler. (Dlle. Muzarelli: Julerl, als fuͤnfte Gastrolle. Vorhr⸗ Zum erstenmale wiederholt: Die eifersuͤchtige Frau, Lustspiel
2 Akten, von Kotzebue.
—
Markt-Preise vom Getraide.
Berlin, den 13. Juli 1835.
Zu Lande: Hafer 1 Rthir. 8 Sgr. O Pf, auch 1 Rthlr. 85
Zu Wasser: Weizen (weißer) 1 Rthlr. 28 Sgr. 9 Pf., aug 1Rthlr. 290 Sgr. und 1 Rthlr. 17 Sgr. 6 Pf; Roggen 1 Rthlt. 15 Sgr., auch 1 Rthlr. 12 Sgr. 6 Pf.; Hafer 1 Rthlr, auch A Sgt.
. Sonnabend, den 11. Juli 1833. Das Schock Stroh 8 Rthlr. 20 Sgr., auch 6 Rthlr. 20 Sgt.; der Centner Heu 1 Rthlr. 5 Sgr., auch 20 Sgr.
Redacteur Cottèæl. 1
Gedruckt bei A. W. Hayn.
—
Allgemeiner
Betanntmachungen.
Subhastations⸗Patent.
Das im Greiffenhagenschen Kreise Hintervommerns belegene, im Jahre 1336 von der Landschaft auf 26, äü5l Thlr. 18 sgr. akgeschaͤtzte Allodialgut Hein⸗ richsdorf ist, im Wege der Exekution, zur Subhasta—
gesehen werden.
stelle auf 89 den 22 September dieses Jahres, Vormittags 10 Uhr, vor dem Deputirten, Oher⸗Langesgerichts⸗-Assessor Sonnenschmidt anberaumt worden.
zwa nzigsten
, s ; ; — 2 *
Kaufbedingungen koͤnnen in unserer Registratur ein-
Stettin, den 19. Januar 1835. Königl. Dher⸗
Freiwilliger Verkauf.
r Die zum Nachlasse der Wittwe Maria Flachshaar,
tion gesltelit und der Hietungs Termin hierselbst auf geborné Lesse, gehbrigen Grundstuͤcke im Dorfe Zi'
dem Ober⸗Landeggerichte an gewohnlicher Gerichts- gankenberg, Nr. z und A des Hypotheken⸗Buchs, ab⸗ geschäatzt auf 7769 Thlr. 20 sgr. zufolge der nebst Hy⸗
pwothefen Scheine und Bedingungen in der Registra⸗
tur einzusehenden Taxe, soll am
an Ort und Ste Die Taxe, der neueste Hypothelenschein und die Königl. CLand⸗
nzeiger für die Preußis
Landesgericht von Pommern. allen Buchhandlungen zu haben: Boettich er.
einer Figuren⸗Tafel. Zu haben in der
gen zu haben: anuarlsz6, Vorm. 11 Uhr, e zu Zigankenherg verkauft werden. und Stadtgericht zu Danzig.
Preis des Ganzen 23 Thlr.
Literarische Anzeigen.
Bei Hartmann in Elbing ist erschienen und in geworden ist, und das von stimmfaͤhigen n,
z50 Aufgaben über das gradlinige Dreieck i n e gelbst v. Aug ust Richter. Mit stattung machen es besonders zu n. *
geh. 15 sgr.
Stuhrschen Buchhandlung zu Berlin, Schloßplatz Nr. 2.
So ehen ist erschienen und in allen Buchhandlun⸗ Pianoforte erschienen und für 8 sgr. zu haben:
Schefer, Leopold gaienbrevier. Zweites Halbjahr. Sro. Feines Velinp. geh. 13 Thlr.
chen Staaten.
Mit diesem Bande ist ein Werk, dessen erster Thi bereits ein Lieblingsbuch des gebildeten Publikin⸗
zu den bedeutendsten Erscheinungen der Deu h Literatur gerechnet wird, vollendet. Inhalt und ll
Veit & Comp., Oberwa
Im Verlage der Buch. und Masikhandlung ih T. Frautwein in Berlin, Breite Strasse og ist so eben für eine Singstimme mit Begleitung
Das Lied der Preuls en. Patriotisches Gedicht von Müchler,
Musik von L. Hellwig.
. 4 Köslin ist dem Prediger Hunger zu Pritzig auch die Flagge sich weigert, die Befehle der Kreuzer a, . wenn e
barte Pfarre Vellin zur Verwaltung uͤbertragen worden.
Zeitungs-⸗Nachrichten. Aus land.
Ruß land.
St. Petersb urg, 8. Juli. Se. Maj. der Kaiser haben bei Gelegenheit der Bestaͤtigung der hier zu errichtenden Rechts⸗ Schule das nachstehende Schreiben an den Prinzen Peter von Oldenburg erlassen:
Unserm geliebten Neffen, dem Prinzen Peter von Ol— den burg! — Nach Bestaͤtigung Ihrer Vorschlaͤge zur Errich— tung einer Schule der Rechtswissenschaft halte Ich es fuͤr eine an⸗
. Pflicht, Ihnen zu erkennen zu geben, wie sehr Ich den
erth Ihrer Idee und die Art der Verwirklichung derselben zu
schätzen weiß. Diese Idee ist Ihnen durch angeerbte Liebe zum Vaterlande eingefloͤßt worden, und die zu deren Realisirung ge— troffenen Maßregeln beurkunden Ihre Bereitwilligkeit, zu dessen Besten aus eigenen Mitteln so bedeutende Opfer zu bringen.
Ich bin uͤberzeugt, daß Sie auch keine Muͤhe sparen werden,
diese Schule zu organisiren, und durch ihre Fuͤrforge den Un⸗ terricht in solcher, wie auch die moralische Erziehung, auf jene Stufe der Vollkommenheit zu bringen, welche Ihrer urspruͤng⸗
lichen Absicht angemessen ist. Empfangen Sie die Versicherung Meiner aufrichtigen Erkenntlichkeit. Ich verbleibe Ihnen stets wohlgewogen. — St. Petersburg, 31. Mai (12. Juni) 1835.
. ö Nikolaus.“
In einem Allerhoͤchsten Uas an den dirigirenden Senat vom 31. May (II. Juni) heißt es: „Da den Hebraͤischen Kauf— leuten erster Gilde die Handelsrechte nur in einigen Gouver— nements und Bezirken gestattet sind, so halten Wir es fuͤr bil— lig, ihnen in Betreff der Gilden-Steuer gegen andere Kaufleute derselben Gilde, welche das Recht, uͤberall Handel zu treiben, ge— nießen, Erleichterung zu ertheilen, und befehlen: Vom Jahre 1836 an sollen von ihnen fuͤr die Berechtigungs-Certifikate auf den Handelsbetrieb, anstatt 2200 Rub. , 1800 Rub. , außer den staͤdtischen und Land-Abgaben, erhoben werden.“
Aus Minsk schreibt man, daß am 15ten v. M. diese Stadt
von einer großen Feuersbrunst heimgesucht wurde, wobei mehr 9
als 199 Haͤuser und vier Kirchen, darunter auch die lutherische, eingeaͤschert wurden. Bei dieser Gelegenheit hat sich die Tole— ranz der verschiedenen Religions-Parteien in dieser Stadt auf eine uͤberaus erfreuliche Weise kundgegeben, indem der katholische Bischof sich beeilte, der lutherischen Gemeinde seine Kirche zur Verrichtung des Gottesdienstes anzubieten.
Frankreich. Paris, 8. Juli. Der diesseitige Konsul in St. Jago de Luba, Herr David, hatte vor einigen Tagen eine Privat⸗Audienz
beim Koͤnige. ; . Folgende 6 Mitglieder der Franzoͤsischen Akademie sind, ge— meinschaftlich mit dem immerwährenden Secretair, mit der Ab⸗
sassung einer Geschichte der Franzoͤsischen Sprache beauftragt:
die Herren Ch. Nodier, Jouy, Droz, Roger, Campenon und
von Pongerville.
Es heißt, daß der bekannte Seefahrer, Herr Dumont— dUrville, der schon einmal auf dem „Astrolabe“ eine Reise um die Welt gemacht hat, naͤchstens eine zweite wissenschaftliche Ex—⸗ pedition fuͤr Rechnung der Regierung unternehmen werde; er hat sich vor einigen Tagen von hier nach Toulon begeben.
Der Constitutionnel macht in Bezug auf die Bildung
einer Englisch⸗Franzoͤsischen Flotte zur Beaufsichtigung der Spa—
nischen Kuͤsten folgende Bemerkungen, die das Ministerium nicht füglich unbeantwortet lassen kann: „Die Note, welche die Re⸗ gierung in Betreff der Bildung eines Englisch-Franzoͤsischen Ge⸗ schwaders hat bekannt machen lassen, hat zuvörderst, dem diplo— matischen Corps gegenuͤber, eine Schwierigkeit in Anregung ge— kracht. Die Bestimmung jener Flotte kann fuͤr Niemanden ein Geheimniß seyn; sie wird ohne Zweifel den Auftrag erhalten, die Transporte an Waffen und Kriegs- Munition zu verhindern, welche Don Carlos von mehreren Punkten Europa's erhaͤlt. Hierbei nun erhebt sich eine der kitzlichsten Fragen des Boͤlkerrechts; der Handel der Neutralen ist nur in dem Falle untersagt, wenn einer der kriegfuͤhrenden Theile eine Blokade erklaͤrt, und uͤber
diesen Punkt bekennen sich England und Frankreich zu verschie—
denen Theorteen. Wenn man den Franzoͤsischen Grundsatz an— himmt, daß die Flagge die Waare deckt, so wird die Flotte unnuͤtz; denn ein Neutraler braucht alsdann nur die Russische,
Ddesterreichische oder felbst nur die Hollaͤndische Flagge zu fuͤhren,
um vor jeder Durchsuchung und Verhinderung seiner Fahrt ge— sichert zu seyn. Wenn man dagegen den Englischen Grundsatz annimmt, nämlich das Durchsuchungs-Recht, so wird die Maß⸗ regel allerdings wirksamer, denn man kann es alsdann verhin— dern, daß die Züfuhren an ihren Bestimmungsort anlangen; aber hier a. eine andere Schwierigkeit; man muß naͤmlich als—⸗ dann das Russische, Oesterreichische oder Hollaͤndische Schiff auf⸗ bringen nud es durch ein Prisen-Gericht verurtheilen lassen.
e, . werden? Muß man nicht immer zu der provisorischen eschlagnahme oder zur Confiscation des Schiffes gelangen, wel⸗ ches Kriegs-Contrebande geladen hat? Die Schwierigkeit wurde auf diese Weise stets dieselbe bleiben, und wir sehen keine Moͤg⸗ lichkeit ein, wie eine Blokade⸗Erklaͤrung vermieden werden konnte.“
Im Temps liest man: „Die Konferenzen zwischen dem Herzog von Broglie und dem Herzog von Frias dauern fort; es handelt sich noch immer darum, die finanziellen Bestimmungen festzustellen; denn die Gerechtigkeit muß man Herrn Humann widerfahren lassen: er leistet nicht den geringsten Vorschuß, ohne der Wiederbezahlung gewiß zu seyn. Das Geld ist noch immer die große Schwierigkeit, und wenn der Herzog von Frias den Freiwilligen, die sich zum Dienst melden, antwortet: habe keine Befehle““, so heißt das so viel als: „„Ich habe kein Geld;““ denn die Befehle hat man schon, aber die Ma— drider Regierung hat keine Kreditbriefe gesandt, weil sie selbst sehr schlecht bei Kasse ist, und ihre laufenden Ausgaben kaum bestreiten kann. Da man nun aber in Paris von der Geldfrage nichts wissen will, und da eine Anleihe schwer zu Stande zu bringen seyn duͤrfte, so versichert der Botschafter, er habe keine Befehle, obgleich er schon am 1. Juli erklaͤrt hatte, es seyen ihm Befehle zur Anwerbung einer Fremden -Legion zugegangen. Wirk— liche Anwerbungen haben daher bis jetzt nur in England stattge⸗ funden, weil dort von Privatleuten (wahrscheinlich Inhabern von Cortes-Bons) einige Summen vorgeschossen worden sind.“
Mehrere der in Frankreich anwesenden Polnischen Fluͤcht— linge, denen unter der Hand zu verstehen gegeben worden, daß sie in Spanische Dienste treten moͤchten, haben sich geweigert, dieser Aufforderung zu genuͤgen.
Die Cholera, die in Toulon schon im Abnehmen war, scheint aufs neue um sich zu greifen. Das Bulletin vom 2ten zum 3. Juli enthaͤlt 47 neue Erkrankungs- und 16 Todesfaͤlle. Die Gesammtzahl der ersteren belaͤuft sich gegenwartig auf 183, die der letzteren auf 77.
Großbritanien und Irland.
Parlaments-Verhandlungen. Unterhaus. Siz— zung vom 7. Juli. (Nachtrag. Das Unterhaus versammelt sich jetzt, so wie im vorigen Jahre, gelegentlich auch wieder des Morgens, um die ihm noch vorliegenden Geschaͤfte schneller zu beendigen. In der heutigen Morgen-Sitzung verwandelte es sich in den Ausschuß uͤber die Bill in Betreff der Todtenschau in den Grafschaften. Ueber einen Artikel der Bill, welcher schon in der vorigen Session zu lebhaften Debatten Anlaß gegeben hatte, bezuͤglich auf die Oeffentlichkeit der Todtenschau, entspann sich abermals eine weitlaͤuftige Debatte, welche fast die ganze Zeit der Sitzung ausfuͤllte. Von Herrn Poulter wurde ein Amendement des Inhalts vorgeschlagen, daß das Publikum nicht ausgeschlossen werden duͤrfe, so lange nicht die assistirenden Ge— schworenen die Ausschließung ausdruͤcklich guthießen. Es kam uͤber dies Amendement zur Abstimmung, und es wurde mit 44 gegen 37 Stimmen angenommen.
Oberhaus. Sitzung vom 8. Juli. Das Haus ver— sammelte sich fast nur, um wieder auseinanderzugehen, denn es geschah weiter nichts, als daß der Herzog von Richmond den dritten Bericht der Kommission zur Untersuchung der Gefaͤng— nisse auf die Tafel des Hauses niederlegte, und daß einige Pri— vat⸗Bills aus dem Unterhause eingebracht wurden. (Der Cou⸗ rier kann nicht umhin, dabei an das Treffende der neulichen Aeußerung Lord Brougham's zu erinnern, daß die Geschaͤfte des Oberhauses in dieser Session gleich Null zu seyn schienen.)
Unterhaus. Sitzung vom 8. Juli. Herr Divett ruͤgte es, daß ein Herr Halse, Mitglied fuͤr St. Ives, die An— kuͤndigung einer Motion in das Protokoll des Hauses habe ein— tragen lassen, welche dahin ginge, daß alle Gefangene in New— gate und in den uͤbrigen Gefaͤngnissen von England und Wales, so wie uͤberhaupt die ganze Bevoͤlkerung ohne allen Unterschied, auf dem Fuß der vollkommenen Gleichheit, nach den natuͤrlichen Menschenrechten, gleiche Berechtigung zu allen Aemtern, sowohl durch Ernennung als Wahl, haben sollten, und daß fuͤr diejenigen Herren, die einem solchen revolutionnairen Geiste mochten entfliehen wollen, ein schicklicher Zufluchtsort eingerichtet werden moͤge. Er trug darauf an, daß diese Notiz, als eine große Beschimpfung fuͤr das Haus und die Waͤhler, mit dem staͤrksten Verweis getilgt werde, nahm den Antrag jedoch nach vielen Vorstellungen einstweilen zuruͤck, worauf das Haus beschloß, die Notiz nach Herrn Hume's Vorschlage bloß zu beseitigen. Sir G. Clerk erinnerte an ahn— liche Spaͤße, die der beruͤhmte Sheridan sich fruͤher in diesem Hause erlaubt habe. Herr Halse soll jene unziemliche Motion aus Rache in das Protokoll verzeichnet haben, weil man ihn, als er im Ausschusse seine Ansichten uͤber die Munizipal— Reformbill auseinandersetzen wollte, nicht hatte zu Worte kom—⸗ men lassen. Eine ziemlich lebhafte Debatte entspann sich hierauf uͤber die zweite Verlesung der von Sir Richard Mus—⸗ grave eingebrachten Bill zur Erleichterung des unter den Armen in Irland herrschenden Elendes. Diese Bill ist zwar den Englischen Armen-Gesetzen nachgebildet, doch inso—
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O Connell endlich, der sich bei seiner letzten Anwesenheit in
Irland ganz offen ebenfalls fuͤr die Einfuͤhrung der Englischen Armen⸗Gesetze erklaͤrt hatte, äußerte sich jetzt wieder mehr gegen dieselbe und meinte, die keiden Irlands wuͤrden nicht sowohl durch Armen-Gesetze als vielmehr durch eine gute Verwaltung im Allgemeinen abgestellt werden. Nach laͤngeren Debatten wurde zwar die Bill zum zweiten Male verlesen, doch scheint es, daß sie waͤhrend der gegenwaͤrtigen Sitzung auf diesem Stadium ver⸗ bleiben, und aß es den Ministern gelingen werde, fuͤr ihre Plaͤne den Vorrang zu gewinnen. Lord Morpeth legte am Schluß der Sitzung den ersten Theil des Berichts der zur Un⸗ tersuchung des Irlaͤndischen Armenwesens ernannten Kommission auf die Tafel des Hauses nieder. Oberhaus. Sitzung vom 9. Juli. Der Graf von Limerick fuͤhrte Beschwerde uͤber einen Artikel des „Morning Herald“, worin einige fuͤr den Grafen verletzende Bemerkungen uͤber den Zustand der Armen auf seinen Guͤtern vorgekommen waren. Er klagte uͤber die Tyrannei der Presse, schloß jedoch mit der Erklaͤrung, daß er jenes Blatt nur in dem Fall gericht⸗ lich zu verfolgen gedenke, wenn seine Advokaten ihm dazu rie— then. (Der Courier meint, Se. Herrlichkeit wuͤrde sich, wenn er eine solche Verfolgung einleiten wollte, dadurch nur selbst schaden, denn der Artikel des, Morning Herald“ sey kaum in ein anderes Blatt uͤbergegangen, die Vertheidigung Sr. Herrlichkeit aber wuͤrde in alle Blätter kommen, und so wuͤrden die ihm gemachten Vor— wuͤrfe nun erst im ganzen Lande verbreitet werden. Es wurde sodann dem Hause von Herrn Park das Gutachten der Richter uͤber die Bill wegen Einrichtung eines Viehmarktes zu Islington mitgetheilt, welches dahin ausgefallen war, daß das Parlament zu einem solchen Schritt nicht berechtigt sey, wenn es nicht die Privilegien der Stadt London verletzen wolle.
Unterhaus. Sitzung vom 9. Juli. In dieser Siz— zung wurden die vorlaͤufigen Berathungen uͤber die Munizipal⸗ Reformbill in so weit beendet, daß die bisher noch nicht zur Er— oͤrterung gekommenen Bestimmungen derselben, die Anzahl der Stadt-Raͤthe betreffend, zu der eine jede einzelne Stadt, auf welche die Bill Anwendung findet, berechtigt seyn soll, festge—⸗ stellt wurden. Dann wurde der Bericht uͤber die ganze Bill nebst ihren Amendements eingebracht, uber welchen am 14ten d. M. neuerdings debattirt werden soll. Es kam wahrend der heutigen Berathung uͤber die Bill nur einmal zur Abstimmung, naͤmlich uͤber ein Amendement des Hrn. Roebuck, welcher die Zahl der Stadt⸗Raͤthe fuͤr Bath von 30 auf 48 vermehrt wissen wollte; das Amendement wurde indeß durch 165 gegen 75 Stimmen verwor— fen. Herr Wallace brachte in dieser Sitzung auch seine Mo⸗ tion ein, wonach ein besonderer Ausschuß zur Untersuchung der Post⸗Verwaltung ernannt werden sollte, ließ es aber am Ende zu keiner Abstimmung daruͤber kommen, um nichts zu thun, woraus auf Mißtrauen in die Versprechungen des Ministeriums gefol— gert werden koͤnnte. Herr Spring Rice versprach, daß dem Hause baldigst der Bericht der von der Regierung zu jenem Zweck niedergesetzten Kommission vorgelegt werden solle; er er— kannte an, daß manche Maͤngel im Postwesen vorhanden seyen, und versicherte, daß die Regierung das Ihrige thun werde, um die darin herrschenden Mißbraͤuche abzustellen.
London, 10. Juli. Der Koͤnig hielt vorgestern ein Lever im St. James⸗Palast, bei welcher Gelegenheit sich der Fuͤrst von Leiningen und der Königlich Niederlaͤndische Gesandte Ritter Dedel bei Sr. Majestät beurlaubten. Der Graf Sebastiani stellte dem Koͤnige die vier Franzoͤsischen Offiziere vor, die auf diesseitiges Ersuchen hierher gekommen sind, um uͤber die Fran zoͤsischen Militair-Strafgesetze Auskunft zu geben, naͤmlich Oberst Baron von Lostende, Eskadrons-Chef Bres, Bataillons -Chef Baron Bertrand und Capitain Chapui. Sir Francis Shuck— burgh, Praͤsident des Comité's der Baronets, uͤberreichte Sr. Majestaͤt eine von 105 derselben unterzeichnete Adresse, worin sie um Wahrung ihrer Rechte und Privilegien bitten. Die Morning Chronicle meldet folgendes Naͤhere uͤber die bevorstehende Abreise des Lord Durham: „Es heißt, der Graf Durham werde im Laufe der naͤchsten Woche seine Reise nach St. Petersburg antreten. Da der Kaiser wohl nicht vor Ende Septembers dorthin zuruͤckkehren wird, so will Se. Herrlich⸗ keit diese Zeit benutzen, um Konstantinopel zu besuchen, und uͤber Odessa und Sebastopol nach dem Orte seiner Bestimmung abge⸗ hen. Der edle Lord findet, daß See⸗-Reisen sehr wohlthaͤtig für seine Gesundheit sind, und er wird sich dieser Gelegenheit be— dienen, um die anmuthigen Luͤfte des Pontus Euxinus einzuath— men. So wie der Russische Botschafter am hiesigen Hofe, Graf Pozzo di Borgo, von den Wuͤnschen Lord Durham's in dieser Beziehung durch den Arzt desselben unterrichtet war, benachrich— tigte Se. Excellenz sogleich die Behörden an den Russischen Kuͤ⸗ sten des Schwarzen Meeres hiervon und gah die noͤthigen Be— fehle, um Se. Herrlichkeit uͤberall auf die ausgezeichnetste Weise u empfangen. Graf Durham wird wahrscheinlich einige Tage ei seinem edlen Freunde und Verwandten, dem Lord Ponsonbh, in Therapia zubringen. Man hofft in den diplomatischen Cir= keln, daß Lord Durham's Sendung nach St. Petersburg man
allgemeine Steuerpflichtigkeit zu Gunsten der Armen statuirt,
fern ganzlich von denselben verschieden, als sie keinesweges eine
che wichtige Schwierigkeiten loͤsen wird, die eine Zeit lang dazu
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