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Glaubens, Demuth vor Gott und Sorge um das zukunftige Heil der Kirche und des Reichs zeugte. — Nachdem der Kaiser dem Synod seine Zufriedenheit mit oem er folgrei⸗ chen Gange der seiner Sorge anvertrauten Verwaltung der kirch— lichen Angelegenheiten eroͤffnet, geruhte Höchstderfelbe einen nech augenscheinlicheren Venzeis seiner wohlwollenden Absichten, in Betreff des zukunftigen Zustandes dieses wichtigen Verwal⸗ tungs Zweiges, zu geben, indem Se. Maj. verordnete, daß der
Thronlolger, bei Zeiten die große Wissens
des Theil nehme und sich so diejenigen Kenntnisse erwerbe He bei seiner hohen Bestimmung, auch in Betreff der geisllichen Angelegenheit, noͤthig sind. mit der festen Hoffnung, in seinem Erstgeko nen dereinst einen Arme und empfahl ihn dringend der Fürbitte der sämmilichen anwesenden Repraͤsentanten der Kirche.
merkenswerth.“
eine kostbare mit dem Bildnisse Sr. Majestaͤt des Königs von Preußen geschmückte Porzellan- Wase mitgebracht, welche Se—
Majestaͤt der König dem Kaiserlichen Jaͤgermeister Paul Demi ⸗
dow als Geschenk uͤbersandt haben. Dieses ausgezeichnete Kunst⸗ — j . . . *. . ö . 2 .
deutlich aus der Instruction hervorgeht, so ist es die, daß La
werk ist jetzt hier öffentlich ausgestellt, so daß das hiesige Publi— kum Gelegenheit hat, dasselbe zu bewundern.
Der erste Band des Russischen Enchklopäͤdischen Lexikons ist nunmehr erschienen und enthält auf 357 Seiten 1155 Artikel durch seine Stellung in den Stand gesetzt war, ihm zu helfen, ist freigesprochen worden, denn es war unmoͤglich, irgend eine . . vernünftige Anklage gegen ihn zu bilden. sanden sich im vorigen Jahre 772, z01 Baͤnde, davon zahlte dle dabei nicht offen barer w , euch Im anderen Morgen die öffentliche Meinung aus. — Das
(von A bis AAM). We . — — 2 * . 6 2 In den funszehn oͤffentlichen Bibliotheken des Reiches be—
Die Un iversitäts⸗
hiestge Kaiserliche Bibliothek allein 412,139. St. Petersburg
Bibliothek, in Dorpat zählt S8, zt und die in 21,751 Baͤnde.
H ollen. Warschau, 14. Juli.
andste gefeiert. In Gegzzenwart einer uͤberäus zahlreichen Verfanmlung von Beamten saͤmmtlicher Behoͤrden und von Einwohnern aus allen Ständen und Volksklassen fand in der St. Johannis-Kirche ein feierliches Hochamt statt, welches der Bischof Pawlowski von Plozk verrichtete, und in der Schloß— Kapelle wurde vor dem Fürsten Statthalter, den Generalen, Offizieren und Hoschargen von dem Warschauer Griechischen Bischof Antoni große Messe gelesen. Waͤhrend des Tedeums ertoͤnten fortwährend Artillerie⸗ Salven. Der Fuͤrst von Warschau
nahm dann in den Zimmern des Schlosses die Gluͤckwuͤnsche ö . Verleumdungen war er mit dem dreifachen Schilde der Recht—
zu diesem Fest entgegen. In dem Regierungs,Institut zur döheren Ausbildung des weiblichen Geschlechts fand im Vei— seyn des präsidirenden General-Direktors des Innern, so wie der geistlichen und Unterrichts- Angelegenheiten, General— Lieutenants Golowin, die feierliche Einweihung des Bildnisses Ihrer Maj. der Kaiserin statt, und die Zöglinge erschienen zum erstenmal in der fuͤr das Institut vorgeschriebenen Tracht.
Abends war der Lazienkische Schloßgarten von einer großen
Volksmenge angefüllt, und in dem dortigen Amphitheater war freies Schauspiel, welchem eine Hymne zu Ehren der erlauchten Monarchin voranging. Im Sominer-Palast hatten Ihre Durch⸗ lauchten der Fuͤrst und die Fuͤrstin von Warschau einen glaͤnzen— den Ball veranstaltet, wurde und bis gegen Morgen dauerte. Heiteres Wetter begün— stigte die praäͤchtige Illumination dieses Palastes so wie der ihn umgebenden Kanäle, Wäldchen, Bruͤcken, Thore und Arkaden, und eine herr iche, rings umher erschallende Musik trug zu Er— hohung der allgemeinen Lust bei. Auch alle Haͤuser der Stadt waren festlich erleuchtet.
Die hiesigen Zeitungen enthalten folgenden Artikel: „Um sich von dem Grade der Unsittlichkeit eine Vorstellung zu machen, bis zu welchem die Mehrzahl der im Auslande befindli⸗ chen Polnischen Ausgewanderten herabgesunken ist, genugt es, folgenden Auszug eines Briefes zu lesen, den Einer jener Fluͤcht— linge aus Frankreich an seine Gattin geschrieben hat, und dessen Authentiziraͤt wir verbuͤrgen: „„Du schreibst mir, daß meine Kinder ilnmer auf den Knieen zu Gott und seinen Heiligen suͤr mich beten, daß ich aber dagegen unempfindlich sey und ihrer wenig gedaͤchte. Ich gestehe Dir, theure Katharina, daß ich allerdings, wenn sie bei ihrem Glauben an Gott und seine Hei— ligen blieben, eher faͤhig wäre, sie zu verleugnen, als der— gleichen Einbildungen mit Nachsicht zu behandeln. Mit solchem Blendwerk moͤchten listige Lehrer ihren jugendlichen Ver— stand gern verfinstern, und es wuͤrde ihnen dadurch gelingen, sie endlich ganz zur Unrerthaͤnigkeit zu gewoͤhnen. Aber mein Herz ist geneigter, solche schon verlorene Wesen von sich zu stoßen, als sich uͤber eine sklavische Nachkommenschaft zu freuen. Und wozu kann es gut seyn, ihnen den Katechismus zu lehren, den Bu nicht verstehst, und den man nie wird verstehen koͤnnen. Es scheint Dir, als gaͤbest Du Deinen Kindern eine gute Erziehung, wahrend Du ihnen nur Obsturantismus einfloßest, der jeder guten Erziehung im Wege steht und oft, so wie jede in der Jugend angenommene schlechte Gewohnheit, kaum ausgerottet werden kann. Unsere Kin⸗ der sind noch in einem zu zarten Alter; uͤberlasse sie wenigstens bis zu ihrem zwoͤlften Jahre ihrer natuͤrlichen Entwickelung. Rede zu ihnen niemals von jenen geheimnißvollen Dingen, die der Mensch nie wird begreifen koͤnnen, und die eben deshalb fuͤr sie nicht passend sind; erzähle ihnen auch nicht von Wundern, diesen bloßen Luftschloͤssern. Wenn sie aber uͤber die Natur und uͤber die materiellen Krafte an Dich Fragen richten, so sage und erlaäͤutere ihnen das, was in die Sinne faͤllt, und was der Mensch
fassen kann und muß.““
Frankreich,
Paris, 11. Juli. Der König empfing vorgestern aus den Händen des Großherzogl. Toskanischen Minister⸗Residenten, Com—
mandeur Berlinghieri, das Notifications-Schreiben seines Sou⸗
verains wegen der Geburt eines Prinzen.
Ein hiesiges Blatt enthält noch folgende nicht uninter— essante Bemerkungen uͤber den La Ronciereschen Prozeß-“): „Fortan gehört diese Sache der Geschichte an, und es ist daher erlaubt, dieselbe frei zu eroͤrtern; unsere Worte koͤnnen auf das Resultat desselben keinen Einfluß mehr haben, seitdem er durch ein
) Wir finden uns bei dieser Gelegenheit zu der Bemerkung veranlaßt, daß die so eben ier in Berlin in Kommission bei G. Eduard Muller unter dem Titel: „Prozeß und Verurtheilung des Lieutenants Emil de la Ronciere vor den Assisen zu Paris; nach dem Französischen des Berry er, von J. M. Frey, hr.“ er⸗ schienene kleine Broschüce nichts als ein wöortlicher, mit einigen Druck- und Sprachfehlern ausge statteter Abdruck aus den Num
mern 186 bis 162 der Staats Zeitung ist,
; chaft der Reglerung eines Reiches erlernend, bisweilen an den Sitzungen des Syno“ ser Gelegenheit verdreifacht. Die Pariser Gesellschaft war in zwei wel ⸗ : mehr als einmal hat sich der groͤßte Eifer, ja sogar der Zoin in Hierauf schloß der erhabe 6 Vater, ᷣ ; Anlaß gaben. ebenso eifrigen Heschuͤtzer der Kirche zu hinterlassen, ihn in feine klaͤrt; und eben so allgemein fand der herbe Echmerz der Fa⸗ Diese erste Anwesenheit milie Morell die lebhafteste und innigste The lnahme; die Mei—⸗ des Kaisers im heil, Synod war auch durch mehrere woehlthä. nungen waren nur über den Ausgang dieses Dramma's und ber tige Verordnungen zum Besten der vaterläͤndischen Kirche be, . l
; Woche hindutch war die Polltik entthrottk. Der Urtheilsspruch Das kuͤrzlich hier eingetroffene Damnpfboet „Alexandra“ hat hat Niemanden befriedigt; nicht als ob das Publikum nach eins übermäßigen Strafe gedurstet hatte, aber weil jene Entscheidung
810 Urtheil bereits entschieden worden. Folgendes ist die in Zahlen ausgedrückte Statistik des Interesses und der Neugierde, welche die gerichtlichen Debatten im Publikum erregt haben. Seit dem Anfange bis zum Ende des Prozesses sind in Paris allein täg— lich mehr als 5h99 außerordentliche Exemplare derjenigen Tages— blätter, welche ber den Prozeß berichteten, verkauft worden. Von der Broschüre, die über diesen Gegenstand erschienen ist,
hat der Herausgebek 30,069 Exemplare abziehen lassen. Die Zahl
der Personen, welche die Lese-Kabinette besuchen, hat sich bei die⸗ Parteien getheilt; in die Roncisristen und in die Morellisten;
die Diskussionen gemischt, zu denen die Thatsachen des Prozesses Nirgends aber wurde das Betragen La Roncie— ke's gebilligt; es würde überall und allgemein für abscheulich er—
die Geheimnisse, mit denen es angefüllt ist, getheilt. Eine ganze
keinem der Raisonnements entsprach, die man aufgestellt hatte. Was hat man mit den milde rnden Um stän den sagen wollen? Konnte La Ronribre nur halb schuldig seyn? Wenn irgend eine Thatsache
Roneire nichts ohne einen Helfershelfer habe ausfuͤhren koͤn⸗
Wo ist nun dieser Helfershelfer? Der einzige Mann, der
nen.
Herrscht nun aber So ungefaͤhr sprach sich
Attentat, welches zu so wichtigen Verhandlungen Anlaß gegeben und zwei Familien, deren Namen sich an die Annalen der großen Armee knuͤpfen, feindlich einander gegenuͤber gestellt hat, scheint aus einer sogenannten Garnisens-Posse (are de
Gestern wurde hier der 35ste Ge⸗ gärnisn) entstanden zu seyn. Der General von Morell, vor—
e 1a sy 8255 3 323 2 . ö ) f . ** 3rY Tore siĩctfis dvzanndn 5 =. 55. eon hurtstag Ihrer Masestat der Kaiserin und Koͤnigin auf's glaͤn⸗ maliger Oberst des schoͤnen Kaiserlichen Garde-Dragoner Regi⸗ mentes, mit Recht stolz auf seine geleisteten Dienste, auf seinen
tadellosen Ruf und auf die Eigenschaften, welche ihn auszeichnen, war im Dienst von unerschuͤtterlicher Strenge. Einige junge
Offiziere, sagt man, fuͤhlten sich von ihm verletzt, und man
General durch falsche und boshafte Ein— fluͤsterungen zu beunruhigen: daher soll das erste anonyme Schreiben entstanden seyn. Ven der Bosheit ist man nach und nach bis zur Grausamkeit, bis zur Nichtswuͤrdigkeit gegangen. Man wußte, daß der General nur einen verwundbaren Fleck
3 hatte, namlich die Liebe zu seiner Tochter. Gegen alle uͤbrige
beschloß, den
lichkeit, der Festigkeit und eines reinen Gewissens gewappnet.
Man kannte aber die Schwaͤche des Vaterherzens, und auf die—
der von einem Souper unterbrochen
ses hat man den Pfeil gerichtet, welcher nur zu sicher sein Ziel erreichte. Der General Morell, als Vater, hatte sich gegenuber, auch als Vater, den General von La Ronciäre; der Erstere be— findet sich gegenwärtig an der Spitze der Kavallerie⸗Schule von Saumur; der Letztere leitete unter der Kaiserlichen Regierung die Kavallerie⸗Schule von St. Germain⸗-en⸗-Lahe. — Bei der er— sten Nachricht von dem furchtbaren Ereignisse erhob sich die ganze Familie Morell wie Ein Mann; die Ehre Marien's war fuͤr alle ihre Verwandte ein kostbarer Schatz; sie mußte gerettet, vor je— dem Angriff bewahrt werden. Eine Thatsache giebt den Maß— stab fuͤr die große Anhaͤnglichkeit der Familie an Marie. Herr Berryer rieth anfänglich, weil er die ungeheuren Kosten fürchtete, der Familie ab, als Klaͤger aufzutreten, und meinte, sie solle lieber die Sache den gewohnlichen gerichtlichen Gang gehen lassen. „„Mein Heir““, rief bei dieser Gelegenheit das Haupt der Morellschen Familie, der Großvater Mariens, mit Lebhaftigkeit aus, „„wir haben zwei Millionen zuzusetzen; ich habe meine Guͤter zu Gelde gemacht, um die meiner Enkelin zugefuͤgte Schmach zu raͤchen.““ Die ganze Familie erklaͤrte sich mit dieser Gesinnung einverstanden. — Das Schicksal La Ronciere's mußte nothwendig traurig enden; denn als ein Ver— wandter des Fraͤuleins von Morell ihm sagen ließ, daß er im Fall der Freisprechung von ihm eine Genugthuung auf Tod und Leben verlange, erwiederte La Roncitäre: „„Ich kann Ihnen nur den vierten Platz einraͤumen, denn drei Gegner sind Ihnen schon uvorgekommen.““ Zwei leidenschaftliche Aeußerungen in den Audienzen sind von aller Welt gemißbilligt worden. Zuerst die des General⸗Advokaten, als er, fuͤr den Fall, daß der General v. Morell dem La Ronciere auf offener Straße den Degen durch den Leib gerannt haͤtte, ein solches Verfahren als verzeihlich darstellte; und dann die heftige Apostrophe des Herrn Berryer, als er sich mitten in sei— nem Plaidoyer auf theatralische Weise an den Angeklagten wandte. — In Saumur wird die Verurtheilung La Ronciäre's einen gu— ten Eindruck machen. Die Ehemaͤnner werden Alles mit Freu— den aufnehmen, was darauf abzielt, die militairische Galanterie, die nächtlichen Fenster-Erklerterungen und die Strickleitern zu unterdruͤcken. — Seitdem das Urtheil gefaͤllt ist, ist La Ron— ciere sehr niedergeschlagen, scheint ganz vernichtet und spricht mit Niemanden ein Wort. Als Herr Chaix d'Estange ihn fragte, ob er gesonnen sey, auf Cassation anzutragen, erwiederte er mit Ruhe: „Da ich unschuldig bin, so erheischt es meine Ehre,
meine Pflicht, keine der Garantieen, welche die Gesetze mir dar—
bieten, zu vernachlaͤssigen.“
Nachdem die Gazette de France (und mit ihr auch die Quotidienne und die France) gestern wegen ihrer bekannten roya— listischen Erklaͤrung von dem hiesigen Assisenhofe freigesprochen worden, nimmt sie heute diese Erklärung noch einmal auf, in— dem sie folgende Bemerkungen hinzufuͤgt: „Die Jury hat durch ihre Entscheidung der Meinungs- und der Preß- Freiheit gehul—⸗— digt. Unsere Freisprechung freut uns, weil sie den Be— weis liefert, daß in unserem gesellschafilichen Zustande die Begriffe der Rechtlichkeit und der Versoͤhnung je mehr und mehr um sich greifen. Nein, es ist kein Vergehen, wenn eine starke und hochherzige Nation ein Mittel angiebt, wie alle Parteien mit einander ausgesoͤhnt werden koͤnnen. Die Geschwornen haben in diesem Wunsche nichts als den Aufschwung eines aufgeklaͤrten Patriotismus erkannt; sie haben bewiesen, daß sie politische Meinungen zu ehren wissen.“ — Auch die Quo— tidienne bringt heute noch einmal die royalistische Erklarung. (S. Nr. 44 der St. Z.)
Großbritanien und Irland. London, 11. Juli. Seine Majestaͤt haben den Professor Airey an die Stelle des Herrn Pond, der sein Amt niedergelegt hat, mit einem Gehalt von 800 Pfund zum Koͤniglichen Astro—
nom ernannt. Die mehrfachen Konferenzen, welche die Deputation der
Kaufleute, die sich seit der Aufhebung des Freibriefs der Ostin⸗
dischen Compagnie fiit dem Theehandel beschaäftigen, in der . ten Zeit mit den Ministern und besonders mit Herrn Ponl Thomson gehabt haben, bezogen sich auf die Beschwerden diesn Kaufleute uber den Umstand, daß die Hstindische Compagnie in jebem Quartal, bis ihre Vorraͤthe erschoͤpft seyn werden, 4 Mil lisnen Pfund Thee zum Verkauf zu stellen beabsichtigz. i Wirkung, welche dies auf die in anderen Haͤnden befinviiche Theevorräthe hatte, hat sich auch für die Staats-Einnahme nachtheilig erwiesen, weil deshalb schon der Verkauf von 69 h Tö,H0g Kisten des von jenen Kaufleuten eingefuͤhrten Ther ausgesetzt werden mußte und die Abgaben davon also den Staat bis jetzt noch entgangen sind. Herr Poulett Thomsn hatte den Direktoren der Ostindischen Compagnie empfohlen, nun 2 Million statt 4 Millionen Pfund vierteljährlich verkaufen 1 lassen; diese scheinen aber entschlossen, von ihrem Vorsatz ni abzugehen, und die Handels,-Kammer meint nün, daß die Reh rung wohl gewisse Maßregeln zum Schutze des Handels wih treffen müssen. Die Compagnie hat noch vorgestern wieder September den Verkauf von 4 Millionen Pfund, mit Ang der verschiedenen Theesorten, angekuͤndigt.
Die Zeitungen enthalten ein Verzeichniß der Sklaven-Za die sich, nach der letzten Registrirung, in den Britischen Koloni⸗ befand, nebst Hinzufügung des durchschnittlichen Werths, den Sklave in jeder diefer Kolonieen während der Jahre 1822 1830 hatte, und des Antheils, der danach von den vom Par ment in der Emancipations-Akte den bisherigen Sklaven-rEign thuͤmern bewilligten Entschaͤdigungs-Summe von 20 Million Pfund auf eine jede Kolonie koͤmmt. Die Gesammt-Zahl g Sklaven in allen Kolonieen beläuft sich auf 786,993; davon ko men auf die Bermudas-Inseln 4293 zu dem durchschnittliche
Werth von etwas uͤber 27 Pfund fuͤr den Kopf, auf die Dan juf einem von 2*
mas 9eh5ß zu 29 Pfund (die Shillinge und Pence lassen uß der
Der Courier meint, es oͤffne sich der Regierung der l nigin von Spanien jetzt ein schoͤnes Feld, indem das neue Me sterium sich an die willkuͤrlichen Handlungen und Dekrete it Herren Burgos und Zea Bermudez, unter deren Ministerim jene Gleichfͤrmigkeit in die Provinzial-Verwaltung eingefuͤht worden, welche die alten Vorrechte der Basken vernichtet hähl nicht gebunden zu fuͤhlen brauche, sondern vielmehr seine Th tigkeit sehr fuͤglich damit beginnen koͤnne, den Basken ihre Pi vilegien wieder zuzusichern. „Wenn Graf Toreno und seh Freunde dies thun“, faͤhrt das genannte Blatt fort, „so sind die mich tigsten Beweggruͤnde fuͤr den Aufstand sogleich beseitigt. Du Blatt wendet sich jetzt offenbar zum Vortheil fuͤr die Regierun der Koͤnigin. Es ist ihr ein starkes und tapferes Huͤlfsheer ven sprochen, ihre Truppen haben Bilbao befreit, und ihr furchtban ster Gegner ist nicht mehr. Das Blendwerk des Sieges ist al den Reihen der Karlisten gewichen (“), und wenn sich jetzt Energf in den Rathschluͤssen zu Madrid und im Feldlager mit Schogun, und umsichtiger Benutzung der in diesem Augenblick vorhanden Vortheile verbindet, so kann die Ruhe in Spanien bald hen stellt und die Anerkennung der Autoritaͤt der jungen Koͤnigin allen Theilen des Landes bewirkt werden.“
Einer Exeter Zeitung zufolge, soll dort in diesen Tag ein nach Spanien bestimmter Geldtransport von angeblich Shh, Pfund auf dem Wege von London nach Falmouth durchgekgn men seyn.
Nieder lande.
Aus dem Haag, 12. Juli. Dem Vernehmen nach wæ den Sich Se. Maj. der Koͤnig morgen direkt von hier nach ben Hauptquartier begeben, wohin auch bereits Se. Köonigl. Hihth der Prinz von Oranien wieder abgegangen ist.
Amsterdam, 11. Juli. Die Ruhe der Stadt ist nit wieder gestoͤrt worden. In jeder Hinsicht hat sich der Geist M Einwohner aller Klassen als vortrefflich bewahrt. Verschieden der Brandstifter, zum Theil schon verrufenes Gesindel, sind n haftet worden. Der Dienst wird in diesem Augenblicke nt von der Schutterei allein wahrgenommen; zum Beistande den ben bekommt die Stadt aber eine Garnison. Mit der Executh wird man fortfahren.
Belgien.
Bruͤssel, 12. Juli. Der Konig und die Koͤnigin, so! der hier anwesende Fuͤrst von Leiningen, Neffe Sr. Maßjish werden sich heute von Schloß Laeken nach Antwerpen beg. Es ist dort ein kleines Schiff fuͤr den Koͤnig gebaut worngh das sehr elegant seyn soll.
Dem Vernehmen nach ist der Graf Joseph Baillet zu Belgischen Gesandten am Koͤnigl. Preußischen Hofe designiri
Luͤttich, 13. Juli. Reschid⸗Anga und Roustem-Aga, Sihp von Ferick Achmet Pascha, Botschafter der Pforte zu Wien, su hier angekommen, um ihre Studien zu beendigen. Sie sind i das durch Herrn Isabeau, Quai d' Avroy, geleitete Instilutg treten. .
Deutsch lan d.
Cuxhaven, 11. Juli. Am Freitage, gegen 2 Uhr, th die Frau Gräfin von Hohenstein CPrinzessin Karl von Preuß nebst Gefolge, auf dem schoͤnen Dampfschiffe „Elbe“ hier ehh und begab sich sogleich in die fuͤr Hoͤchstdieselbe bestellten Log Wie man vernimmt, wird der Hr. Graf von Hohenstein n dem Wettrennen in Oldesloe beiwohnen und sich von dort her in unser Bad begeben. Auch die Englischen Reisenden, h zog von Rutland, und die Lords George Manners und Chi Manners, die mit einer dem bekannten Jacht-Klub gehoͤrizh Jacht eine Lustfahrt nach Deutschland gemacht haben, wann hier gestern wieder anwesend.
Stuttgart, 11. Juli. Der Deutsche Courier enthil eine allgemeine Uebersicht der in der zweiten Badischen Kamme stattgehabten Verhandlungen uͤber den Zoll-Verein. Zuvrdej werden die Gruͤnde fuͤr den Beitritt, soͤdann die Gruͤnde wide denselben eroͤrtert. In Beziehung auf Erstere verlautet, * Angabe des gedachten Blattes, im unterrichteten Publikum ho
endes: „Es handle sich hier um eine Association wahrhn eutscher Interessen; ja dieser Verein sey nicht nur nationa
ndern enthalte die Grundlage zu einem noch viel größeren und eieren Verkehr unter allen Völkern. Er sey der proͤßling zu mem Baume, dessen schuͤtzende Aeste unfere Handels Freiheit uch außer Eurepg uͤberscharten werden. Nicht jede Blüthe sbieße auf einmal hervor, sondern sie entwickle die Keime nach jnd nach. Klebe auch den Grundsaͤtzen des Vereins das Mer— Mstil⸗System noch an, so sey doch nicht zu verkennen, daß da— uch die Schranken fallen, wodurch 'bis jetzt Deutschland hn so sorgfaͤltig als unnatuͤrlich in sich abgesondert gehal—⸗ mn worden sey. Schon haͤtten sich auch die Nord⸗Amerika⸗ sschn Freistaaten bereit erklart, mit dem Deutschen Zoll⸗ Berein Handels⸗Traktate abzuschließen, und dies sey sehr zu ercten. Baden koͤnne sich nicht von aller Berkehrs-Freiheit ab—⸗ ihleßen, wie Paraguay unter Doktor Francia, denn was waͤre He Bolge davon? — Baden, ein Land von 1, 260, 000 Seelen, lune nicht so leicht sagen: streckt das Gewehr, wenn ihr nicht pollt wie wir wollen; Baden koͤnnte gleichsam wie ein Gewoͤlbe sberbaut und ihm die Luft darin sehr verengt werden; die bis— herige Lage, in der sich Baden allerdings wohl befunden, wuͤrde sch andern, indem die Nachbar-Staaten feindlich gegen dasselbe uftreten, und diese Feindseligkeit oder vielmehr Unfreundlichkeit ch zuverlaͤssig nicht bloß im Gebiete de Verkehrs, sondern auch ganz andern Zweigen äußern wuͤrde. Man muͤsse hier von inem hoͤheren Standpunkte ausgehen, als dem des Kraͤmers, er seinen Kleinhandel ins Auge fasse, oder des Provinzialisten, er nur an die Vortheile und Nachtheile seiner Gegend denke, der des Kommerzisten, der Artikel für Artikel berechne, und das acit gleich numerisch aussprechen zu koͤnnen glaube. Sodann burden sich aber unverkennbar verschiedene Productions⸗, Indu⸗ rie- und Fabrications- Zweige im Lande heben, namentlich en Tabacks-Produzenten ein hoherer Gewinn verschafft, Millionen Deutschen bewohnten Markte anche neue Kanäle geöffnet und in Folge dieser ins eben getretenen großen Idee vielleicht manche Quellen bis jetzt och unbekannten Völkerglücks zu Tage gefoͤrdert werden. Man— hen Gegnern des Vereins sey es daher auch gar nicht ernst it ihren Schreckbildern, denn sie gefielen sich bloß darin, den sgenwaͤrtigen unbehaglichen Zustand Deutschlands zu empfehlen, mm ven diesem Anhaltspunkte aus auf die öffentliche Meinung influiren und am Ende diejenige Einheit Deutschlands zu swirken, die in ihren politischen Ansichten liege. Gefahren für le Verfassung z. seyen ebenfalls keinesweges zu befuͤrchten. Wenn derartige Gefahren vorhanden seyn wuͤrden, so waͤren sie ußer der Union noch mehr zu fuͤrchten als in derselben. Was hen Verkehr mit der Schweiz und Frankreich betreffe, dessen nterbrechung man fuͤrchte, so habe man ernstliche und dauernde Maßregeln von Seiten der Schweiz nicht zu fuͤrchten. Der Schwei⸗ er sey zu sehr gewohnt, erst zu überlegen, was zu seinem Vor⸗ heil sey, und gescheidt genug, um zu wissen, daß solche theilweise Retorsiöns Maßregeln gar nicht in seinem Interesse laͤgen, son— ern letzteres ein fortwaͤhrendes freundnachbarliches Benehmen, bie er es selbst nenne, gebiete. Frankreich habe aber schon bis— er Baden nur Dasjenige abgenommen, was es ganz nothwendig tauche, und Dieses werde es auch kuͤnftig unter allen Umstaͤnden snehmen. Anlangend die Formalitaͤten, denen der Verkehr noch nterworfen bleibe, so werde der Kaufmann sich dieselben schon fallen lassen, wenn er erfahre, daß dieselben Nichts kosteten nd die Versendung noch mit Nutzen gemacht werden konne. Baden werde in jeder Beziehung am Besten thun, wenn es frei⸗ uthig, herjhaft und redlich beitrẽte, redlich gegen die Vereins⸗Staa⸗ , weolich gegen das Land und redlich gegen die fremden Staaten. Haden werde in den Verein den Gründsatz mitbringen, was an versprochen habe, wolle man mit Kraft, Einsicht ünd Red— chkeit durchfuͤhren. Baden habe lange unterhandelt, und Ba— en werde Wort halten, worin es nicht nur von der Regierung ndern von jedem Redlichen werde unterstuͤtzt werden. Was n Schleichhandel, dessen Zunahme nach der neuen Ordnung r Dinge so sehr gefuͤrchtet werde, betreffe, so sey der Regie⸗ ö. zu empfehlen, insbesondere hart diejenigen Beamten zu rafen, die selbst daran Theil nahmen, damit man nicht das be⸗ innte Deutsche Spruͤchwort auf sie anwenden konne. Das beste selttel gegen den Schleichhandel werde das seyn, wenn es der segierung gelinge, die Mehrheit der Staatsbürger von der uͤtzichkeit, Tuͤchtigkeit und Wohlthaͤtigkest des neüen Systems uͤberzeugen und dieses mit weiser Hand und mit Maͤßigung Uurchzufuͤhren. Baden werde vielleicht einen schweren Kampf zu ampfen haben, aber man moͤge auf die gluͤckliche Lage des Lan⸗ s, auf die Ruͤhrigkeit und Biederkeit seiner Bewohner ver— auen. Man möoͤge einen redlichen Kampf kaͤmpfen und werde verlaͤsig mit Ehre aus demselben hervorgehen.“
Griechenland.
Athen, 6. Juni. Das Regierungs⸗Blatt vom 2Alsten M. enthaͤlt eine Verordnung, wonach alle diejenigen, welche m Anbeginn des Freiheitskröeges bis zum Eintritt der gegen⸗ ättigen Regierung (also vom 5. Januar 18422 bis zum 6. Fe⸗ lar 1833) aus irgend einem Titel ein Staatsgut erworben zen, binnen 6 Monaten dem Rechnungshofe hiervon Anzeige achen und, unter Vorlage der Dokumente, den Besitztitel er suern lassen muͤssen, widrigenfalls sie mit einer Geldstrafe von
bis 30 Drachmen belegt und von den kompetenten Gerich⸗ mn auf. Edition der Urkunden civilrechtlich belangt werden. In erucksichtigung der außerordentlichen Zeitverhaͤltnisse, unter wel⸗ een diese Staatsguͤter-Veraͤußerungen stattfanden, und des in 1 Befestigung des Staats- Eigenthumes zu suchenden obersten gtaatszweckes wird jedoch der , n nn n, ermaͤchtigt, auch ene Erwerbstitel uͤber Staatsguͤter zu renoviren, welche tweder den gesetzlichen Erfordernissen nicht genau entspre⸗ in oder, als nach dem 16. Februar 1833 gegen das ö Tundener Konferenz, Protokoll von den vier Großmaͤch— . niedergelegten Verbot erfolgt, unguͤltig waren, insofern 1 aufwerth wirklich in die Staats-Kasse geflossen, oder an t noch nachtraͤglich vollstaͤndig bezahlt worden ist, keine offen⸗ . eruntreuung stattgefunden, und der Besitzer hong fiche er—⸗ ö en hat. Aber auch bei offenbarer Malversation kann aus— omsweise auf einen Vergleich hin der Besitztitel renovirt wer— z; worüber die allerhoͤchste Entscheidung einzuholen ist, und
eä stets die Grundsäͤtze der Gerechtigkeit und Milde vorwal⸗ [ö Bei erkannter Nichtrenovation hat das Finanz ⸗Mi⸗ unn bei den Gerichten um Besitz⸗Entsetzung und Fruͤchte⸗ den ö aufzutreten. andere Verordnung bestimmt, daß die Weltpriester bei Gen nde äbahlen das Stimmrecht ohne Waͤhlbarkeit . Moͤnchen aber keines von Beiden zustehen soll. g u den Berathungen des Minister-⸗Raths koͤnnen mit Koͤ— hafen magung auch außerordentliche Beisitzer mit bloß be— n nne timme zugezogen werden. Sie muͤssen unter Ande— 3 en, keiner seheimen Gesellschaft anzugehören, und uͤber athung Stillschweigen zu halten.
Inland.
Berlin, 18. Juli. Der im heute ausgegebenen 14 ten Stuͤcke der Gesetz⸗ Sammlung enthaltenen Allerhoͤchsten Verord- nung wegen Errichtung eines Koͤnigl. Kredit-Instituts fuͤr Schle⸗ sien geht solgende Einleitung voran:
„Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden Koͤnig von Preußen ꝛc6. ꝛc. Die Uns geschilderten druͤckenden Vermoͤ⸗ gens⸗Verhaͤltnisse vieler Schlesi chen Gutsbesitzer haben, nach der Uns gewordenen Ueberzeugung, ihren Grund he uytsaͤchlich in der Schwierigkeit, die hinter den landschaftlichen Pfandbriefen auf den Guͤtern haftenden Hypotheken-Schulden, im Falle der Auf— kuͤndigung, durch ander? an ihre Stelle aufzunehmende Kapita— lien zu ersetzen, oder das nach den gegenwartigen Verhaͤltnissen zur vortheilhafteren Bewirthschaftung ihrer Güter nothwendige Betriebs Kapital gegen Verpfaͤndung' der hinter den Pfandbriefen frei gebliebenen Werthshaͤlfte anzuschaffen. Diesem Nachtheile abzuhelfen, haben Wir Uns bewogen gefunden, den Besitzern solcher Guͤter die Anschaffung von Kapitalien hinter den land— schaftlichen Pfandbriefen dadurch zu erleichtern, daß Wir ihnen die Aufnahme privilegirter, unter Unserer Allerhoͤchsten Garantie auszufertigenden, auf jeden Inhaber lautenden Schuld⸗Verschrei⸗ bungen bis zu zwei Drittheilen des Werths der dafuͤr zu ver— pfaͤndenden Guͤter gestatten. Wir wollen hiermit zugleich solche Einrichtungen verbinden, durch welche es moͤglich wird, die in den,. General-Depositorien der Gerichts, und vormundschaftlichen Behoͤrden Unserer Provinz Schlesien befindlichen und tuͤnftig dahin gelangenden Geldbestaͤnde mit Sicherheit und Vortheil fuͤr die Interessenten zum Besten der Provinz selbst, welcher sie an⸗ 2 e ,
ie Allerhoͤchste Verordnung selbst zerfaͤllt in fol ende 9 Abschnitte: 1) Allgemeine , 6 bei Nachsuchung und Ertheilung der von dem Kredit⸗Institute aus⸗ zufertigenden Pfand⸗Verschreibungen; 3) Verpflichtungen des Schuldners und Rechte des Kredit-Instituts gegen denselben; 4, Rechte und Pflichten der Inhaber Jener Pfand⸗Verschrei⸗ bungen; 3) Tilgung der Pfand-Verschreibungen; 6) Fonds des Kredit-Instituts und Kosten; 7) Verwaltung der De— posital Gelder; 8) Neben⸗Geschaͤfte des Kredit⸗Instituts; 9) Amts—⸗ Verhaͤltniß und Rechnungslegung des Kredit⸗Instituts.
— Des Köoͤnigs Majestaͤt haben dem Professor Dr. Dief⸗ fenbach hierselbst die Erlaubniß zur Annahme und Anlegung des ihm von Sr. Majestaͤt dem Koͤnige von Schweden verliehe⸗ nen Wasa⸗Hrdens zweiter Klasse Allergnaͤdigst zu ertheilen geruht. Ueber die Frankfurter Messe geht uns folgender Be— richt zu: „Die fuͤr den Großhandel mit dem Schluß der gegen⸗ wärtigen Woche zu Ende gehende Margarethen⸗-Mesfe zu Frank⸗ furt an der Oder ist fuͤr den Verkauf von Tuch⸗Waaren mittle— rer Qualitat, so wie fuͤr den Absatz einiger rohen Produkte recht gut ausgefallen. Ordinaire und feine Tuche fanden weniger Be⸗ gehr. Mit Wollenzeug⸗-Waaren war das Geschaͤft flau. Engli⸗ sche Baumwollen⸗-Waaren fanden nur geringen Abfatz; von den vereinslaͤndischen Waaren dieser Art wurden die Eallico's am meisten gesucht. Mit seidenen und halbseidenen Waaren hielt sich das Geschaͤft mittelmaͤßig. Leinene Waaren standen noch immer hoch im Preise und wurden viel verkauft. Bei den kurzen Waa⸗ ren war der Absatz ziemlich mittelmäßig. Die Eisen⸗ Stahl, Holz- und Stein-Waaren fanden ihre gewohnlichen Abnehmer. Glas, Porzellan⸗ und Leder⸗Waaren hatten viel Nachfrage. Rohe Haͤute und Felle waren ziemlich viel auf dem Platze und fanden fast saͤmmtlich Kaͤufer. Haasenfelle und Rauchwaaren uͤberhaupt waren wenig gesucht. Schweineborsten und Federposen wurden rasch zu hohen Preisen abgefetzt! Bettfedern und Pferdehaare auch Ochsenhorner und Hirschgeweihe fanden wenig Käufer Wachs und Honig war gesucht und wurde gaͤnzlich verkauft. Flachs wurde zu hohem Preise, Hanf nur zum Theil abgesetzt. Wolle war mehr als zu der vorjahrigen Messe eingegangen, und fand Anfangs zu ziemlich hohen, spaͤter aber nur ber erniedrigten Preisen Kaͤufer. Die Preise wurden nach Qualität zwischen 30 bis 85 Rrhlr. der Centner gehalten. — Der mit der Messe ver⸗ bundene Pferdemarkt war mit Land und Luxus⸗ Pferden reichlich besetzt, welche zu ziemlich hohen Preisen verkauft wurden. Die Zahl der Meßfremden betrug 6325 Personen. — Es sind beson— kö ö nach dem Auslande verladen worden; auch
ere Fabrik⸗Waaren und Produ ind vi Aut . Produkte sind viel nach dem Auslande
—— In den ersten Tagen dieses Monats hielten die Gum— nasial⸗Direktoren aus Ostpreußen, , , und . ihre erste Versammlung in Königsberg in Pr. Zwar hatte eine aͤhnliche Besprechung schon im Jahre 1831 daselbst statt gehabt; doch hatten die Gymnasial⸗Direktoren aus Westpreußen an derselben noch keinen Antheil genommen. Bekanntlich wer— den solche Konferenzen auch in den uͤbrigen Provinzen des Preu— ßischen Staats von Zeit zu Zeit gehalten und die Resultate als Gutachten der kompetenten Behoͤrde eingesandt. Der Gegen⸗ stand, der in der Eingangs erwähnten Versammlung zur Spra— che kam, war Zweck und Methode des historischen Unterrichts und der philosophischen Propaͤdeutik.
— Die Manufakturen in Seide und Wolle im Reg. Bez. Duͤsseldorf werden fortwaͤhrend sehr lebhaft betrieben. Sein dem die Wolle einen festen Preis angenominen hat, konnen die Tuch-⸗Fabrikanten mit neuer Zuversicht arbeiten, besonders da es an Bestellungen nicht fehlt. Auch sind fast saͤmmtliche Fabrik⸗ Anlagen derselben in neuerer Zeit ausgedehnt oder erweitert wor— den, und namentlich im Kresse Lennep giebt es mehrere Fabri⸗ kanten, welche gegenwartig bis 4000 Stuͤcke Tuch und mehr sahrllich liefern Auch die Fabrication in Stahl und Eisen ist in lebhaftem Betriebe und beschäftigt viele Menschen. Beson— ders erregt die Gußstahl-Fabrik bei Esfen große Hoffnungen Die Eigenthuͤmer versichern, ein Fabrikat zu liefern, welches dem Englischen an Guͤte in keiner Beziehung nachstehe, im Preise aber fast um die Haͤlfte wohlfeiler sey, so daß die Konkurrenz ihnen nicht im mindesten schaden werde. Sie machen bereits Versendungen uͤber den ganzen Kontinent und haben stets zahl⸗ , Sie haben ihr , . schon ausgedehnt
ö erem im vergangenen ei inn, gang donat auch eine Dampf—
Unter den in der Umgegend von Rom neuerdinas v teten Ausgrabungen, welche im Vergleich mit der . herer Jahre nicht sehr ergiebig waren, zeichnen sich wiederum mehrere statuarische Entdeckungen aus, welche der Kunsthaͤndler Lapranesi in der Sabina gekaüft hat. Der Angabe nach, beste— hen dieselben hauptsaͤchlich in drei Statuen, einem sitzenden Ju⸗ . n, t ö. er een, Cher soitler, den man fur ein Bildniß des Anakreon haͤlt. Die Statu s 2 zuͤglich schoͤn seyn. . 253 39 .
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Meteokologische Beobachtung.
Morgen Nachmittags Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 2 uhr. 10 uhr. Beobachtung.
1835. 17. Juli.
Luftdruck. ... ͤ 337 38“ Par. 337 39 Par. Luftwärme .. 137 2 R. 22,50 R. Thaupunkt.. 90 90 R. 8. 10 R. Dunstsattig. 70 pCt.
Quellwärme 7,42 R. Fluß wärme 17,1 9 R. Bodenwärme 14,39 R. Ausdünstung O, 122“ Rh. Niederschlag O. Nachtkälte 19,69 R. 87 R.. 39 Gt,
337 45 Par. 1649 R.
34A pCt. heiter. OSS. OSO. 337,41“ Par. . .
Wind Wolkenzug . Tages mittel:
Berliu er Sörse. Den 18. Juli 18335. Amtl. Louds und Geld-Gours-Kettel. I, reer, een, /e, mne, eld. 101 , 10 n, sGatpr. Ffandhr. 6 or dz st'omm. do. 6lx 605 Kur- u. Reus. do. 101 10905 HSehlesische do. 161 1067 ikst. C. n. Z. Sch. d. K. u. N.
(rena. Cuuns.)
St. Schuld- Seh. l'r. Eugi. Gb. 30. Främ. Seh d Seeh. Kurm. Ohl. m. l. C. Veum. int. Seh. do. Berl. Stadt Ghl. Könizab. do. Elbing. do. nnz. do. in Th. Westpr. Hfandkr. Krosshz. Pon. do.
lor 1011
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Gol I marco — eue IHuk. .. — 102 RFriedrichsd' or. — 103 IHisconto.... — —
Wechsel- Cours.
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41
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HMreu /S. Co. B mri ef. C. εςl.
R uræ 1121 1417.
151 151 26 6 26
Ain sterdam dito Hainburg dito London Haris Wien in 20 L'r. . . . Augsburg Breslau Leipzig
letershurg Warschau
Aus würtige Börsen. Amsterdam, 13. Juli.
Niederl. wirkl. Schuld S6 53 do. 1013. Ausg. Schuld — Knnn-lzill. 2533 48 Amort. 3M 333 so. Kuss. I59) Gesterr- 294. Freuss. Prüm. - Scheine 1069 do. A3 Anl. — dpan. d z 2 38 271
St. Petersburg, 10. Juli. ö. Lond. l047. Amsterdam 53]. Hamburz 953. Haris 112. Silber- uh. 357.
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Königliche Schauspiele.
Sonntag, 19. Juli. Kein Schauspiel.
Montag, 20. Juli. Im Opernhause: Zum erstenmale wie⸗ derholt: Das eherne Pferd, Zauber-Oper in 3 Abth., mit Tanz, nach dem Franz.. Le chevas de bronze des Scribe, von dem Freiherrn v. Lichtenstein. Musik von Auber.
In Charlottenburg. Zum erstenmale: Erloschene Liebe, Lust⸗ spiel in 1 Akt, nach Theaulon, von L. Angely. Hierauf. Die buchstaͤbliche Auslegung der Gesetze, Lustspiel in Akt, von Broͤ— mel. Und: Die Familie Hellbrandt, Posse in 2 Abth., nach Melesville und Caramouche, von L. Angely. j
Dienstag, 21. Juli. Im Schausplelhause: Donna Diana Lustspiel in 3 Abth, nach dem Span., von West. (Mad. Ere⸗ linger wird als Donna Diana wieder auftreten. Dlle. Beriha Stich und Dlle. Clara Stich, neu engagirte Mitglieder der Kö— niglichen Buͤhne: Donna Laura und Donna Fenisa, als Debuͤt— rollen. Hr. Karl Lucas: Don Cesar, als Gastrolle.) Vorher: Ein kleiner Irrthum, Lustspiel in J Akt, von Lx. Angely. Mittwoch, 22. Juli. Im Schauspielhaufe: Zampa, Oper in 3 Abth., mit Tanz. Musik von Herold. (Hr. Eicke: Zampa als Gastrolle. ; .
Königstädtisches Theater.
Sonntag, 19. Juli. Kein ,
Montag, 20. Juli. Das Königreich der Weiber, oder: Die verkehrte Welt, Burleske mit Gesang in 2 Akten, frei nach ,,, 66 Friedr. ö. D n , ist vom Musik-Di— rektor Kugler arrangirt. Vorher: Die eifersuͤchtige Fr dzust⸗ spiel 8 a en . e. ,
Dienstag, 21. Juli. ulerl, die Putzmacherin odire Posse mit Gesang, in 2 Akten, von i Musik a ran ic n. ler. -Dlle. Muzzarelli: Juleri, als siebente Gastrolle) Vorher; Die Ehrendame, Lustspies' in 1 Akt, nach Dupin, von . Eosmar.
Donnerstag, 23. Juli. Zum erstenmale: Die Goldgrotte des Geisterbanners, oder; Noch einmal jung, romantisch / komi⸗ sches Original-Zauberspiel mit Gesang, in 2 Akten, von J. E Gulden. (Die neuen Decorationen sind von Herrn Sacchetti und Pohlmann. Dlle. Muzzarelli: Roͤserle, als Gastrolle.)
Neueste Nachrichten.
Paris, 12. Juli. Gestern arbeitete der Koͤni it de . e n. des Krieges, der Marine, 26 866. nd der auswaͤrtigen Angelegenheiten und erthei Grafe von . eine . n .
eber die gestrige Audienz des Pairshofes ist noch melden, daß drei Pairs, die bisher den 6. . sich zuruͤckgezogen haben; es sind der Graf Mol, der Marquis von Crillon und der Marquis von Aux. Nachdem der Praͤsi⸗ dent die Entscheidung des Gerichtshofes uͤber das Requisito⸗ rium des General Prokurators, wonach der Prozeß der 69 Lyoner Angeklagten von dem der Uebrigen getrennt wer— den soll, verlesen hatte, wurde die (bereits gestern er⸗ waͤhnte) Protestation von 24 dieser Angeklagten, so wie das im Gefaͤngnisse uͤber ihr halsstarriges Benehmen aufgenom⸗ mene Protokoll mitgetheist. Aus diesem letzteren ergiebt sic allerdings, daß von diesen 24 Angeklagten 8 unter keiner ** dingung zu bewegen gewesen waren, sich in die Audienz zu ze⸗ geben, auch die gegen sie angewandten Gewalt. Adr eln frucht⸗ los geblieben waren. Der Angeklagte Reverchon lag voͤlli ent⸗ kleidet im Bette und erklaͤrte, daß er nur in diesem Zust· lo er⸗ scheinen wuͤrde. — Der General Prokurator stellte darauf den Antrag, daß der Gerichtshof auf die Halsstarrigkeit der abwesen⸗ den Angeklagten keine weitere Ruͤcksicht nehme, sondern sofort zu