1835 / 211 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

S60

o! Preuss. Präm. Scheine 10 3 3 26

Die Herzoge von Aumale und von Montpensier sind ge stern Mittag, in Begleitung ihrer Präzeptoren, von Neuilly nu dem Schlosse Eu in der Normandie abgereist, wo sie einen My nat uͤver bleiben werden. .

Der Pairshof hielt heute wieder eine Audienz unter de Vorsitze des Barons Pasquier, der indessen sehr leidend zu se schien. Der Namens- Aufruf ergab die Abwesenheit des Mu schalls Macdonald. Der Advokat Menestrier führte darauf di Bertheidigung des Angeklagten Mollaro-L febre, indem er, m einem Blicke auf die ubrigen Angetlagten, ertlaͤrte, daß sen Klient kein Anhänger der abscheusichen Grundsatze von 1793 sa. Diese Anspielung veranlaßte, nachdem Hr. Mene strier seinen Zy trag beendigt hatte, den Angeklagten Marigué, das Wort zu ergreisfn um die ihm und seinen Kainergsen von jenem Aovotaten geliehen Absichten zu leugnen. Gar Vieles, meinte er, habe sich sei

do. 13 Anl. =. Span. S3 AI.

Allgemeine

lige Starts Zettmt,

21 Stunden lang das Hemde eines Berpesteten getragen. Da aber die Krankheit wenig Intensitaͤt mehr hat, so kann aus die⸗ lem Versuche wenig bewiesen werden. Aehnliche Erperimente mißlangen fruͤher waͤhrend der noch zunehmenden und in kurzer Zeit tödtenden Pest en Sträflingen. Da indessen die Kantagionisten a, n, behaupten, daß jeder der Ansteckung Ausgesetzte die Pest Eungl. Kuss. 1035. ligpe in Coert. ot. Prensz. rum. · Sy heine kommen müsse sonst bliebe ja kein Araber, die gar keine Vor 1183. Hin. Iä68. Vus i'oln. An 74. Dä. 7az. Hort. S3 S7. sicht gebrauchen, davon befreit so fuͤhren n , Ver suche die⸗ 3 50. ser Art zu keinem Resultate. Erinnert man ich aber, wie die „Dest hier begonnen, woruͤber ich schon in fruͤheren Briefen be—⸗ richtet, und berechnet man die wenigen Falle innerhalb der Qua— rantlnine im Verhaͤltnisse mit denen außerhalb derselben, so bleibt kein Zweifel uͤbrig, daß die Pest, wenn sie auch epidemisch ist, dech meistens erst durch hinzukommende Kontagion töͤdtlich wird. In

Antwerpen, 22. Juli.

Spun. 53 III. Ziusl. 174. Cartes 375 Coup. 231. Neue Span. Aul. 51.

ILamhburg, 23. Juli.

Wien, 25 Juli. 5s Met. 102533. A3 98 Neu, Aul. 5783.

1835.

Berlin, Sonnabend den 1 ten Aug u

Bank- Aetien 1327.

Berliner Börse.

Den 39. Juli 1835.

2 . ///

Alexandrien sind von 46, u Menschen, die nach dem Absegeln der Flotte, und der Abreise des Hofes und der vielen Fremden, noch in der Stadt uͤbrig geblieben, 23, 0060 gestorben; Sog wurden von der Pest geheilt und nur 9690 blieben folglich verschont. NMeh⸗ med Ali wird in der naͤchsten Woche nach Alexandrien zur uckkeh⸗ ren; und seine erste Sorge wird seyn, diese entvoöͤlkerte Stadt wie⸗ der empor zu heben. Wie gluͤcklich sich die Leute fuͤhlen müussen, die nun hier nach einer gefaͤhrlichen viermonatlichen, und in Alexandrien nach einer halbjaͤhrigen Gefangenschaft wieder ihre Kerker verlassen, kann man in Europa kaum begreifen. Das Schlimmste dabei ist, daß Jedermann sich während der Epidemie mehr oder min⸗ der unwehl fuͤhlt; kommt nun die Furcht vor der Pest hinzu, so gleicht die Todesangft in der Quarantaine der eines erschrok— kenen Soldaten auf dem Schlachtfelde; erhoͤht wird sie aber noch durch die Unsichtbarkeit des Feindes und die Dauer seiner Ge— Zzenwart. Auch sind, trotz der Bemuͤhungen der Aerzte, noch keine Waffen geschmiebet worden, mit denen man, wenn er in seiner vollen Kraft auftritt, ihn bekampsen konnte. Ob die Pest uͤber Theben hinaufgestiegen, kann ich noch nicht bestimmen; wohl aber, baß sie genannte Stadt, so wie die Provinz Fanoum erreicht. = In Arabien sollen die Aegyptier einige Niederlagen erlitten haben und die grönte Unzufriedenheit in der Armee herr⸗ schen, auch soll Achmed Pascha, der bisherige Anführer, hierher zurückgerufen und an seine Stelle der Interims⸗ Minister, Chur schid Bey, nach Arabien geschickt werden. Mehmed Ali soll wieder mehrere Tuͤrken zu Paschas ernannt haben. Ein Pascha hat hier ungefähr dieselbe Besoldung wie ein Minister in Frankreich. Dies ließe auf einen großen Ueberfluß in der Staatskasse schließen, während doch andererseits noch acht Monate Besoldung rück stäͤn⸗ dig geblieben, und die Aerzte und Pharmaceuten, die mehrere Monate lang jeden Augenblick fuͤr die Erfuͤllung ihres Dien stes ihr Leben gewagt, nur mit größter Muͤhe einen von den neun ihnen gebuͤhrenden Monaten erhalten konnten, so daß sie bald Hunger und Mangel mehr als die Pest fuͤrchteten. Viele sind schon vor mehreren Monaten aus dem Dienst entlassen Korden,

die jetzt noch, trotz der wiederholten Vorstellungen der Konsuln, ihren Gehalt bei der Regierung zu fordern haben. Wie es auch mit den Finanzen stehen mag, so wird durch die unregelmäßtgt

Verwaltung derselben der Kredit Mehmed Ali's sehr geschwaͤcht.

Und wahrend die Großen sich immer voraus ö. zu lassen

wissen, müssen die Armen immer in Noth und Mangel schmach— ten. Dies kann unmoͤglich mit Mehmed Alt's Willen geschehen!

. Per u.

Nord⸗Amerikanische Blätter enthalten die Nachricht aus Lima, daß der Aufstand der Garntson des Forts Eallao (siehe Nr. 203 der Staats, Zeitung.) unterdruͤckt und die Ruhe , ,, b, . ist. Die Regierung hatte den General Lafuente, dessen Anwesenheit diese Empörung veranlaßte, nach Va sparaiso in Chili verbannt und dem Peruanischen Gesandten daselbst auf—

getragen, uber die Bewegungen dieses Generals zu wachen und!

seine Rückkehr nach Perun zu verhindern. Die Bewohner der Republik Chili protestirten indeß gegen diesen Eingriff der Pe—⸗ ruanischen Regierung in ihre innere Polizei, wie sie sich aus— druͤckten, und die Behoͤrde hat erklart, daß der General Lasuente seinen Aufenthalt nach Belleben waͤhlen und die Republik zu jeder Zeit ungehindert verlassen koͤnne.

Jnland.

Berlin, 20. Juli. Am 13ten d. M. seierte der Prediger Gruͤnwald in Kröslin (Reg. Bez. Stralsund) sein ZGsähriges Amts⸗Jubilaͤum, ein Fest, welches noch eine ganz besondere Be⸗ deutung dadurch erhielt, daß dem Jubilar in demselben Hause, wo einst seine Wiege stand, und an demselben Altare, wo er einst dit Weihe fuͤr sein heiliges Amt erhielt, die lange Zeit sei— nes amtlichen Wirkens verstrichen war. Gefuͤhrt von dem Konsistorialrath Dr. , als Koͤnigl. Kommissarius, und von dem Kreis, Landrath Liedin, begab sich der Jubelgreis, beglei— tet von fast allen geistlichen Mitgliedern der Wolgaster Spnbde, in die festlich geschmuͤckte Kirche, in welcher er selbst die Uturgie abhielt und der Pastor Peters aus Lassan, als Vict-Superinten— de i der Synode, die Fest-⸗Predigt hielt. Hierauf betrat der Königl. Kommissarius den Altar, und überreichte dem Jubilar nach einer an ihn gehaltenen Anrede die Gratulations⸗ Schreiben der Königlichen Regierung ju Stralsund und des Koͤniglichen Kon sistoriums zu Stettin, und darauf den ihm von des Koͤnigs Majestaͤt, verliehenen Rothen Adler Orden vierter Kiasse. Nach der Einsegnung des bewegen Greises trat dieser zum Schlusse vor den Altar, sprach in kurzen und eindringlichen Worten zu seiner Gemeinde und entließ sie mit dem kirchlichen Segen. Der Zug ging sodann nach der Wohnung des Jubilars zurück, wo der Buͤrgermeister Pistorius aus Wolgast und der Taufmann und Altermann Suter im Namen des Rathes und der Burgerschaft einen silbernen, inwendig vergoldeten Pokal, der Pastor Peters, Namens der Wolgaster Synode, einen silbernen, mit lateinischer Inschrift versehenen Leuchter, und die Gemeinde ebenfalls einen silbernen, inwendig vergoldeten Pokal uͤberreichten, aus welchem letzteren bei dem darauf begangenen festlichen Mahle auf das Wahl Sr. Majestät des Königs getrunken wurde. Außer diesen Geschenken waren noch mehrere Gratulationsschreiben, unter anderen auch ein Brief des ersten noch lebenden Taͤuflings des Jubilars eingetroffen, welche zum Theil in den Kraänzen einer vor dem Hause errichteten Ehrenpforte aufgehängt waren.

Berichtigung. Im vorgestrigen Blatte der Staats Zeitung S. 85, Sp. 2, 3. 360 v. u. tst hinter possit das Wort id es einzuschalten, und Z. 40 v. u. lies altera poscit statt allere possit, und Conjurat statt conjuret.

Aucwärtige Bösracu.

Am aterdaum, 253 Juli. Niederl. wirkl. Sehuld zzz. 3; do. 1913. Anu. Schul. —. Cann · Bill. 287. MS Amort. M5. 313 89. Runa. Sz

O onterr.

AmtlI. Fonds- und Geld-Cours. Zettel. / /// // 28 If , nfs,

Si. Scnuidl- xi. 41014 111

kr. Engl. Obl. 30. 4 98; Prim. Seh. d. Soe. 660

nnr. Gib. m. l. L. 4 Neum. Int. Sch. do. A sierJ. Stadt. Gb., ) Königsh. do. 4 FEihing. do. 7 Hanz. do. in Th. —! Westpr. Ffandhr. Crofoiz. Pos. do. A

(Vn Cn.) / / / // /

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silit. riütiupr. 123 f kPamm. d. 165 Kur- u. Neum. do. 10272 Jehlesischeée do. Klst. (C. u. Z. Sch. d. . u. A.

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Wechsel- Cours.

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alt. Alt. It. Mt. Mt. Mt. Lage Mt.

3 Woch.

360 hin. 300 M. 115t.

wien in 20 Xr.

Aug shurg 100 FI.

Hreslau 106 Tul. 1099 *ĩ. 150 FI.

ö 190 Kl.

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Meteorologische Beobachtung. Morgens Nachmittags Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Unhr. Beobachtung.

18335.

29. Juli.

Luftdruc. ... 335 0 * Par. 333 34 * Par. 323,29 Par.

Luftwärme . 1272 R. 1480 9. 106,68 R.

Thaurunft. 37“ R. 53 0 X. .

Dunstsättig. 73 vt. 49 yt. Sl vCt.

Ai trübe. trübe. trübe. W. W.

Wvltenzug .. W.

Tagesmittel: 335, 23 Par. ..

Quelliarme 7,30 R. Flußwärme 16,8 9 R. Bodenwärme 14,9 9 R. Ausdünstung (C, C88“ Ry. Niederschlag O, r 0 Rh. Nachtkälte 96 * R.

59 R... 68 pCt.

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Königliche Schauspiele.

Freitag, 31. Juli. Im Schauspielhause: Phaͤdra, Trauer— spiel in 5 Abth., von Racine, uͤbersetzt von Schiller. Hierauf: k austoben, Lustspiel in 1 Att, nach dem Frah z, von L. Angely.

Sonnabend, 1. August. Im Schauspielhause: Der Berra

* C31, .

ther, Lustspiel in 1 Akt, von Holbein. (Dlle. Clara Stich: Claͤrchen, als Debürrolle.) Hierauf: Malier laccat in ecclasia, oder: Die kluge Koͤnigin, historische Tragikomddie in 3 Abth., ven E. Raupach. Und: Der Spiegel des Tausendschoͤn, Bur— leste in 1 Akt, mit Gesang, nach der Idee des Arago, von E. Blum.

Sonntag, 2. August. Im Schauspielhause: Das Kaͤthchen von Heilbronn, großes Ritter ⸗Schauspiel in 5 Abth., nebst einem Vorspiele. . ö

In Charlottenburg: Der gruͤne Domino, Lustspiel in 1 Akt. Hierauf: Der Wollmarkt, Lustspiel in 4 Abth., von H. Clauren. .

Montag, 3. August. Im Opernhause: Zur Feier des Aller— hoͤchsten Geburts Festes Sr. Masestat des Königs: Festmarsch, Sr. Majestat dem Köoͤnige zugeeignet von Spontini. Hierauf: Rede, verfaßt von A. Muller, gesprochen von Herrn Grug. Dann: Volks-Gesang, den Preußen gewidmet von Spontini. Und: Loboiska, Hper in 3 Abih. Musik von Cherubini. (Neu einstudirt. Hr. Schäfer, vom Stadt-Theater zu Hamburg: Flo— resky, als Gastrolle.)

In Charlottenburg. Zur Feier des Allerhöoͤchsten Geburts— Festes Sr. Majestaͤt des Königs: Rede, verfaßt von A. Maller, gesprochen von Herrn Stawinsky. Hierauf: Zum erstenmale: Der Ball zu Ellerbrunn, Lustspirl in 3 Abth., von C. Blum.

Königstädbtisches Theater.

Freitag, 351. Jult. Der Kapellmeister von Venedig, musi— kalisches Quodlihet in 2 Abth., von Breitenstein. Musik von verschiedenen Meistern. Vorher: List und Phlegina, Vaudeville— Posse in i Akt, frei nach Patrat, von L. Angelh.

Sonnabend, 1. August. macht, Lustspiel in 3 Akten, nach einer Englischen Joee fuͤr die Deutsche Luͤhne bearbeitet von Albini. Hierauf: Bie eifer iich tige Frau, Lustspiel in 2 Akten, von Kotzebue.

Sonntag, 2. August. Die Goldbgrotte des Geisterbanners, oder: Noch einmal jung, romantisch, komisches Original⸗Zauberspiel mit Gesang in 2 Atten, von J. E. Gulden. Musik von Franz Edlen von Marinelli. (Die neue Decoration: „Las Land der Jugend“ vorstellend, ist von Herrn Sacchetti, die übrigen neuen Decorativnen des Stuͤcks sind von Herrn Pohlmann gern alt.)

Montag, 3. August. Zur Feier des Allerhoöͤchsten Geburte⸗ Festes Sr. Masjestaͤt des Konigs: Prolog, gedichtet von A. Ces— mar, gesprochen von Mad. Las dey. Hierauf. Zum erstenmale: Titus, Oper in 2 Akten. Musik von W. A. Mozart. (Olle. Vial: Sextus, als Gastrolle.)

Preise der Plätze: Ein Platz in den Logen und im Balkon des ersten Ranges 1 Rthlr. ꝛc.

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Neueste Nach

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richten.

Paris, 24. Juli. Der Sicilianische Botschafter und der Griechische Gesandie wurden vorgestern Abend in Neuilly von;

dem Könige empfangen. Gestern arbelteten Se. Maj. daselbst mit dem Conseils-⸗Praäͤsi'enten und dem Grafen von Rigny.

letzten 40 Jahren geandert; die Voltmassen waren aufgeksn geworden, und die Lehren, von 1793 waren ihm und seinen z angeklagten fremd. Der Praͤsident bemerkte, daß der Gerth hof diese Erklärung mit Vergnügen entgegennähme, und erthäz daruf dem Advokaten Crivelli zur Vertheidigung des Angih ten Guichard das Wort.

Das Programm der Julifeste ist erschienen. Am Myph religioͤse Kirchenfeier; die Grabstätten der im Kampf Gefallen werden ausgeschmückt und Abends beleuchtet; sechs zehn Pan erhalten jedes zö0o Fr. Aussteuer; Kanonen salven; lustheilu von Unterstuͤtzungen an Arme; am 28. Juli große Revue n Nationalgarde und der Garnison von Paris; ain 29sten Voh belustigungen aller Art.

Herr Thiers besand sich gestern fruͤh wieder etwas bes

. Heute soll er aber einen Ruͤckfall gehabt haben. Es kommen seit einiger Zeit wieder piele Fremde und bes „ders Engländer hier an.

vor dem Pairshöofe erweckt hatte, sind ganz verschwunden, n

Frankreich sind auch etwas befriedigender.

.

Endach hat er es doch gut ge⸗

auch der Handel scheint wieder ein wenig lebhafter zu werden

Seit einigen Tagen sind, wie verlauter, einige Cholerast hier vorgekommen. Die Krankheit scheint aber diesmal m sehr bösartig zu seyn. Die RJachrichten aus dem suͤdltt 5 Das Bulletin n Toulon vom ltz en auf den 17ten giebt nur 33 neue Ertz kungsfälle und 5 Todesfälle an. Vom 17ten auf den lön erkrankten 37 Personen und 38 starben. Die Cholera ist in ach in Aix und Cette ausgebrochen. Nach dem Sem aphon

ven Marseille soll sie auch in Genua erschten en seyn.

Am Ende der nächsten Woche wird Herr Me adizalls fie

erwartet. Er begiebt sich nach Madrid, um die ihm Kbemnn

nen Funktionen eines Finanz- Ministers anzutreten.

Der Indicareur de Bordeaux vom 2lsten d. meld „Am 15ten d. ruͤckte Don Carlos an der Spitz: von 16 taillonen dem General Cordova entgegen, und stellte seine W posten bei dem Dorse Arronin, zwei Lieues im Suͤden Estella, auf dem linken Ufer des Fluͤßchens Arga auf. Truppen Cordova's besetzten am Morgen das andere Ufer, u Alles ließ voraussehen, daß am folgenden Tage ein Tro tattfinden würde. Wirklich begannen am 1zten, bei Tan

Anbruch, die Christinos den Angriff. Anfangs wehrten ihn!

Karlisten kräftig ab; allein nach einem Kampfe, der einen Th des Tages hindurch währte, wurden die Truppen des Don C los in die Flucht getrieben, und zogen sich in Unordnung nu Estella hin zuruͤck, wohin sie Cordova verfolgen wollte. M spricht von vielen Todten und Verwundeten. In Folge die Treffens haben drei Karlistische Bataillone, aus Ge'fangemR ge bil ct, die noch Zumalacarreguy gemacht hatte, das Heer der z surgenten verlassen und sind in die Reihen der Truppen der t gin zuruͤck eke hrt. Vie Karlistischen Streitlraͤfte haben sich wiede den Amercoas konzenzrirt. In Aragonien spricht lich die völkerung für die Aufhebung aller Klöͤster aus, und spaͤter j früher muß sich wohl“ die Spanische Regierung zu die ser wit gen Maßregel entschließen, wenn sie der dffentiuchen Mei n genuͤgen und dieselbe far sich gewinnen will. Jeden falls i nicht ohne Besorgniß uber diese Stimmung des Spanist Vo kes.“

Man berechnet die Anzahl der gegenwaͤrtig in Spanien sässigen Jesuiten auf etwa 2; die meisten befinden sich in ] drid, in Alcala de HLenares, Saragossa und auf den Balearsst Inseln. P . Herr Mart nez de la Rosa schreibt in die sem Augenblick Drama, dessen Gegenstand einer Episode des Kriegs in Namn entnommen ist. ö.

Das Herannahen der Liquidation scheint die Fonds- lation nicht wieder zu beleben. Die Geschäfte sind noch eh todt, wie in den letzten Tagen. Es sind uͤbrigens waͤhren ses Monates so wenige Operationen unternommen worden, die Liquidation sehr bald geschehen seyn wird. Es wurde) an der Boͤrse eine Benachrichtigung des Herrn Humann, fin Ministers, angeschlagen, daß die Boͤrse am 28sten und Ahlen geschlossen, aber doch am Montag, den Asten, geöffnet s wurde, damit sie nicht vier Tage hinter einander geschlossen scht fuͤr die Geschaͤfte große Unannehmlichkeiten nach sih Pie konnte. An der heutigen VBörse war gar keine neuere Nacht veröreitet. Auch die Privat-Briefe von der Spanischen Git enthalten nur wenig neuere Nachrichten. Die deiden Here len nach den letzten Treffen wieder angesangen haben, sih beebachten. General Saarsfield hat wirklich das Ober mando uͤbernom men. Kaum war er in Pampelona anglh men, so verfügte er sich auch schon zur Armee, Das Geruch Lem Tode des Generals Moreno ist noch nicht bestaͤtigt wat Die Karlistischen Korrespondenzen und Zeitungen sind mit hh scheinlich uͤbertriebenen Berichten uͤber das Benehmen der C] schen Freiweaigen in St. Sepastian, deren Zahl sich dort ) auf L290 Mann beläust, angefallt. Sie behaupten, daß an 2 von ihnen desertirt Und gleich am Tage ihrer Lam 15 er nordet worden seyen. Die Freiwilligen sollen sich Ausjchweifungen und besonders dem Trunke im hoͤchsten hingeben.

Heute schloß proc. Rente 199. 15. , sproc. Neap. 87. 35. 5proc. Span. 414. Zyroc. z 403. Ausg. Schuld 165. 21proc. Holl. 56. 350.

6 .

4proc. 983. 38). 23proc. 373. Br. proc. G. . 1628. 1626. Part. Obi. 1443. 140. zu Fob G. 1163. 1168. Loose zu 100 G. 23133. 8 ; Praͤm.⸗Sch. G0. 393. do. 4proc. Anl. 983. 981. 96 6b z. 693. proc. Span. Rente A0. A0. Zproc. do. 24.

193. 1c.

Redacteur Cot/ĩe. mx ,

Gedruckt bei A. W. Hayn

.

Die Besorgnsse, welche der Pro

ltate Ihrer Berathschlagungen,

heral⸗

g agenen Kandidaten, an die Stelle des

. . Delessert Mitali 5 16 h . Frankfurt a. M., 27. Juli. Oesterr. 5Sproc. h de gert zum itgliede der Kommission uͤber die Staats⸗Schul—

9

Dat

deruͤhmten Orientalisten Herrn auswartigen Mitgliede ,.

schen C

Und der FJamilie

Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.

Se. Majestät der König haben den bisher bei der Regie⸗ ung zu Köͤntgsberg in Preußen beschäftigten gain e zee c , essor Rambskopff zum Regierungs⸗Rath bei der Regierung Marienwerder zu ernennen und das daruͤber sprechende Paten llerhoͤchsteigenhandig zu vollziehen geruht.

Des Köntgs Majestaͤt haben die Ernennung des Dechanten d Pfarrers Vrede in Lindlar zum Ehren⸗Domherrn bei der etropolitan / Kirche zu Koͤln Allergnädigst zu genehmigen und ̃ 2 me Bestaͤtigungs⸗ Urkunde Ailerhdchstselbst / zu vollzie⸗ n geruht. ;

Zeitungs-Nachrichten. Aus land.

Frankreich.

Paris, 25. Juli. Der Herzog von Frlas hend in Neuilly eine ö . ln, HGestern arbeite⸗

Se. Majestaͤt daselbst mit dem Handels. dinister. Heute hnmt die gesammte Koͤnigliche Familtẽ zur Stadt, um bis nach n Festlichkeiten zur Feier der Juli Nevolution die Tuilerieen ü bewohnen.

Den neuesten Briefen aus der Schweiz zufolge, war der herzog von Orleans am 21sten nach Besteigung des Rigiberges ach Freiburg abgereist. Die Nachricht von seiner nahe bevor— henden Ruͤckehr nach Paris war demnach ungegruͤndet.

Gestern Morgen hatte der Oesterreichische Botschafter eine vnfexenz mit dem Herzoge von Broglie im Ministerium der

uswaͤrtigen Angelegenheiten. In der heutigen Sitzung des Pairshofes fiel bis zum Ab⸗— unge der Post nichts Bemerkenswerthes vor. Nachdem noch r Advokat Barillon die Vertheidigung Marigné's gefuhrt, agte der Praͤsident diejenigen Angeklagten, die bisher jede Ver— eidigung von der Hand gewiesen, ob sie bei diesem Beschlusse eharrten. Einige der selben besannen sich jetzt eines Bessern und ertheidigten sich selbst, Andere ließen sich vertheidigen, und noch andere erklarten, daß sie ihr Schicksal' in die Haͤnde des Ge⸗ Htehofes legten. Nach Beendigung der Plaidohers ergriff der Heneral Prokurator das Wort und sagte: „Wir haben es fur nsere Pflicht gehalten, die Debatten nicht zu unterbrechen, um wisse im Laufe derselben aufzestellte Grundsaͤtze zu bekaͤmpfen; ien so haben wir der Vertheidigung ruhig zugehoͤrt, um, in m Interesse der Angeklagten selbst, den Augenblick moͤglichst beschleunigen, wo uͤber ihr Schicksal entschieden werden soll. Bir sind uͤberzeugt, daß der Gerichtshof den Ansichten, zu denen r uns bekennen, das gebuͤhrende Anerkenntniß nicht versagen, und auch die oͤffentliche Meinung ihnen Gerechtigkeit widerfahren issen wird. Wir beschraͤnken uns daher auf diese Erklarung, je wir fur hinlänglich halten, um zu beweisen, daß derjenige

atte vorgestern

Hheil der Vertheidigung, auf den war hier anspielen, von uns

icht unbeachtet geblicben ist; eben so wird sie aber auch hinrei⸗ n, um die Gruͤnde unseres Siilischweigens erkennen zu las⸗ fn. Wir sehen danach mit unbedingtem Vertrauen dem Re— meine Herren, entgegen, ind somit bliebe uns jetzt nur noch uͤbrig, Ihnen hier das Schluß Requisitorium mitzutheilen, in welchem wir nsere Meinung uͤber jeden einzelnen Angeklagten aus— brechen.“ In diesem Requisitortum verzichtet der Ge⸗ Prokurator auf seine Anklage gegen 6 der Lyoner angeklagten, indem sich ihre Straffaͤlligkeit' aus den gerichtlichen üerhandlungen nicht hinlänglich ergebe Dagegen behauptet er Anklage gegen die uͤbrigen 52 Angeklagten, sey es als wirk— lche Theunehmer oder als bloße Mitschuüldige eines Attentats 1m Umsturze der Regierung und zur Srganistrung des Buͤrger⸗ ges. Schließlich verlangt er noch, daß drei Personen, die auf den Antrag der Angeklagten als Zeugen vorgeladen waren, aber nicht erschtenen sind, nach den Buchstaben des Gesetzes bestraft wrden. Um 37 Uhr zogen die Pairs sich zurück, um zunaͤchst bet dieses letztere Gesuch des General-Prokurators zu berath⸗ shlkgen. Um 4 Uhr (wo dieser Bericht schließt) hatte die Au— len noch nicht wirder Fezennen.

Das Ministerlum soll fortwährend Besorgnisse wegen der m Wsten stattfindenden Musterung der National-Garde hegen. merseits scheinen die National⸗Gardisten nicht sehr geneigt, sich . Anzahl einzufinden, und andererseits glaubt man, daß äöhtere Bataillone beim Vorbeimarsch den Ruf: Es lebe die anne stie! erschallen lassen wollen. Man hat von allen Ober— sien der National-Garde Berichte uber den Geist, der in den nrschedenen Compagnieen herrscht, eingefordert.

Das zte Bahl-Kollegium des Departements der Donne ist auf den 14. August in Toönnerre zusammenberufen worden, um att des mit Tode abgegangenen Herrn Jacquinot⸗de⸗Pampelune hen andern Deputirten zu wahlen.

Durch eine Königliche Verordnung vom 20sten d. M. ist Her Jacques Lesebvre, einer der von der Deputirten⸗ Kammer Herrn Benjamin

nidilgungs.Kasse ernannt worden.

Die Akademie der Inschriften und schoͤnen Wissenschaften an die Stelle des verstorbenen Wilhelm von Humboldt den Joseph von Hammer zu ihrem

Der Minister des offentlichen Unterrichts hat der Ostindi— Eompagnie und den Asiatischen Gesellschaften in London

und Kaltutta, als A Di ä , „als Anerkenntniß der guten Dienste, die sie unse— rem verstorbenen L ; 3 9j !

; andsmanne Jacquemont waͤhrend seiner Reise ndien, geleistet haben, Namens der Französischen Regierung des Verfassers, ein Exemplar des großen Wer⸗

kes zustellen lassen, das gegenwaͤrtig hier unter dem Titel: „Reise in Indien, von Victor Jacquemont“, erscheint. Ein Exemplar desselben Werkes hat auch Lord William Bentinck, General⸗ Gouverneur der Englischen Besitzungen in Indien, ferner Sir Alexander Johnston, ehemaliger Gouverneur von Ceylon, und endlich der General Allard, Ober-Befehlshaber der Arme des Königs von Lahore, erhalten, da diefe Männer durch den wirk— samen Schutz und die wohlwollende Theilnahme, die sie Herrn Jacquemont bewlesen, sein wissenschaftliches Unternehmen wesent⸗ lich gefoͤrdert haben.

Am Schlusse des Jahres 1833 Dempfmaschinen mit 11,7465 Pferden Kraft. Von diesen Ma— schinen waren 769 in Frankreich und 144 im Auslande erbaut; von den 4 uͤbrigen ist der Ursprung nicht zu ermitteln gewesen. Die Zahl der Dampfböte belief sich am J. Januar 1831 auf 95, worunter jedoch die dem Staate zugehörigen Dampfschiffe nicht mitbegriffen sind; sie wurden von 118 Dampfmaschinen zu 3480 . Kraft in Bewegung gesetzt. Die Mehrzahl der im

ande befindlichen Dampfmaschinen ist mit Hochdruck.

Graf Mols, der Paris am Sonntage verlassen hatte, ist am Mittwoch in den Baͤdern von Plombieres eingetroffen.

Ueber folgende Maßregeln soll der Marschall Clauzel mit der Regierung uͤbereingekommen seyn. Sobald er in Algier an⸗ kommt, laͤßt er Bugia raͤumen und die Truppen, welche sich dort befinden, nach Oran und Algier gehen. In Toulon sollen außerdem 4 bis 5090 Mann zur Verstärkung der Franzoͤsischen Armee in Afrika eingeschifft werden. Die Fremden ⸗Legion wird erst nach der Raͤumung Bugia's Algier verlassen. Ein Jour⸗ nal behauptet diesen Morgen, Herr von Broglie habe dem Spa— nischen Botschafter angezeigt, daß wegen der Vorfaͤlle, die in Afrika stattgefunden hätten, die Abtretung der Fremden Legion an Spanten eine Verzoͤgerung erleiden müßte.

Heute Nachmittag war hier das Geruͤcht verbreitet, daß der Kriegs⸗Minister dem Iten, 6sten und 47sten Linien⸗Regünente, die in den Departements des Hérault und des Gard in Garni— son liegen, den Befehl ertheilt habe, sich auf den Marsch nach Toulon zu begeben, wo diese Truppen nach Algier eingeschifft werden wuͤrden. Eine telegraphische Depesche soll dem See⸗ Praͤfekten in Toulon den Befehl überbracht haben, die zur Ueber⸗ fahrt der Truppen noͤthigen Schiffe in Bereitschaft zu halten.

Der Lourrier fran gais enthaͤlt Folgendes: „Die Un— faͤlle, welche unsere Truppen bei Oran erlitten haben, lenken die Aufmerksamkeit auf den Arabischen Häuptling, welcher einen au— genblicklichen Vortheil erlangt hat, den er spaͤter schwer wird buͤßen muͤssen. Seine Person, sein Charakter, der Einfluß, den man ihm unvorsichtig genug eingeraͤumt hat, sind hier wenig be— kannt, und man wird daher einige Details über ihn vielleicht nicht ohne Interesse lesen. Abdel. Kader⸗Ben⸗Machic el, Din ist der Sohn eines vormals hochgeehrten Marabouts, der den Tuͤrken manche Dienste geleistet hatte. Er galt bei seinem Stamm und bei den umliegenden Stämmen suͤr einen Heiligen. Nach seinem Tode erbte sein Sohn das Ansehen und auch gewisser⸗ maßen den religiösen Nimbus, der den Vater umgab. Im Jahre 1807 in Mascara geboren, ist Abdel-Kader jetzt 28 Jahr alt. Er ist hoͤchst einfach in seinem Wesen, ungemein thaͤtig und sehr verschlagen. Sein Koͤrper ist etwas lang, aber wohlgebaut; seine Haltung ist gefaͤllig und dabei würdig. Seine Augen sind n, und durchdringend, seine Nase ist gebogen; ein krauser roͤthlicher Bart bedeckt den untern Theil seines Gesichts.“

In einem hiesigen Blatte liest man: „Frau von Feu— cheres ist trotz aller ihrer Reichthuͤmer bei weitem nicht gluͤcklich zu nennen. Eine schreckliche Krankheit, welche taglich mehr um sich greift, und die schon mehr als eine schmerzhafte Operation noͤthig gemacht hat, fesselt sie im Palaste Bourbon ans Bett. Ein tiefes Geheimniß umgiebt die Zimmer der Erbin des letzten Condé; den Bedienten des Hauses ist es verboten, von dem Be— sundheits⸗Zustande der Frau von Feucht res zu sprechen; die haͤu—⸗ figen Besuche von vier Aerzten beweisen, daß die Krankheit ge— faährlich ist. Man versichert, daß Frau von Feucheres bereits ihr Testament gemacht habe, und daß die weitlaͤuftigen Besitzungen eines Prinzen aus dem Hause der Bourbonen an Englaͤnder uͤber⸗ gehen wurden.“

Eine telegraphische Depesche meldet, daß in Marseille vom 22sten auf den 23sten die Zahl der Todes falle 80 betrug, und am nämlichen Tage in Aix 22. Die Cholera ist nun auch in Montpellier ausgebrochen. Beim Abgang der letzten Berichte hatten dort 12 Todes faͤlle stattgehabt. Auch noch an anderen Orten in Languedoc hat sich die Seuche gezeigt.

Im Mefsager liest man: „Briefe aus dem Hauptquartier des Don Carlos bis zum 19ten d. M. geben nähere Nachricht uͤber das Treffen vom 16ten d. M., welches sehr ernstlich gewesen ist. Der Kampf hat erst bei Anbruch der Nacht, und nachdem beide Theile ihre Munitions⸗-Vorräͤthe ganzlich verschossen hatten, auf⸗ gehört. Die auf diesem Wege eingetroffenen Nachrichten sind, wie man leicht denken kann, sehr verschieden von denen, welche durch den Telegraphen eingehen. Die Elemente der von Ba— bonne mitgetheilten telegraphischen Depeschen werden aus den Berichten geschoͤpft, die der General Cordova taglich an den Ge— neral Harispe abfertigt, was ihnen nothwendig den Stempel der Parteilichkeit aufdruͤckt. In dem Gefechte vom 16ten komman⸗ dirte Moreno die Karlisten; er ist weder todt noch verwundet, wie man verbreitet hatte. Uebrigens wissen wir nicht, ob der Tod dieses Generals gerade als ein so unglückliches Ereigniß fuͤr die Karlistische Partei betrachtet werden könnte, denn man be— hauptet, er sey dem ihm invertrauten Posten durchaus nicht ge⸗ wachsen. Es scheint eben so wenig wahr, daß Villarcal verwuͤn⸗ det worden, wie der Telegriph es gemeldet hatte; aber Sagastibelza ist ziemlich schwer verwürdet, Der Telegraph hatte ferner ge⸗ meldet, daß drei Karlistishe Bataillone zu den Christinos uͤber⸗ gegangen wären; am andern Tage sprach er nur nöch von einem einzigen. Die Karlisten erzählen die Thatsache, die zu dieser Nachricht Anlaß gegeben hat, in folgender Weifse: Zwei Com⸗ pagnieen Christinos gaben sich bei der Bruͤcke von Mendorria den Schein, als wollten sie zum Feinde übergehen, und schwenk—⸗

gab es in Frankreich 957

ten ein weißes Tuch, als Zeichen, daß sie sich ergeben wollten Die Karlisten gingen in die Falle, und mußten ganz nahe das Feuer dieses Detaschements aushalten, welches sogleich angegr m s⸗ fen, geworfen und von dem 5ten Aragonesischen Bataillon verfolgt wurde. Die Karlistischen Korrespondenzen sagen, daß am Itzten der Verlust von beiden Seiten sehr betraͤchtlich gewesen und daß der Steg unentschieden geblieben sey. Uebrigens beweist genes Treffen, daß der Dl Teng jetzt in einem groͤßeren Maßstabe als bisher gefuͤhrt wird.“ 4 2346

Es sind hier so eben Privatbriefe aus Madrid vom 18ten d. M. eingegangen, worin es heißt: „Unsere heutigen Zeitun⸗ gen enthalten einen von saͤmmitlichen Ministern unterzeichneten Bericht an die verwittwete Koͤnigin. Nachdem sie an die Vor— faͤlle in Saragossa und die Anstrengungen der Feinde des Staal‘, den Thron der Donna Isabella zu stuͤrzen, erinnert, schlagen sie vor, alle Stabs- und sonstige Offiziere, die sich in Madrid und den uͤbrigen Staͤdten des Königreiches befinden, ohne zu den Be— satzungen zu gehören, oder einen speziellen Dienst-Auftrag zu 1 a ben, zur Qperations⸗Armee oder zur Reserve oder nach den De⸗ pots, die ihnen sonst bezeichnet wurden, zu schicken. Die Milt⸗ tairs, welche sich an dem ihnen vorgeschriebenen Orte nicht einfinden wuͤrden, sollen ihren Sold, ja selbst ihre Stellen, Ehrentitel und Orden verlieren. Die Minister schlagen außerdem vor: 1) das Gesetz uͤber die Stadtmiliz sofort in Ausfuͤhrung zu bringen, und die Einschreibungen in dieses Corps eifrigst zu betreiben und zu beendigen; 2) die General-Capitaine der Provinzen und die Be⸗ hoͤrden oder Militair⸗Kommandanten in den Distrikten aufzufor⸗ dern, sobald sie hinreichende Gruͤnde zu der Besorgniß haben, daß die Ruhe gestört werden koͤnnte, unverzuͤglich eine Militair⸗ Kommission niederzusetzen; 3) jeden Angestellten, der in eine ge⸗ heime Gesellschaft eintritt, dadurch allein schon seines Amtes und seiner sonstigen Wurden und Decorationen fuͤr verlustig zu er— klaͤren, und ihn außerdem noch nach der Strenge der Gesetze be⸗ strafen zu lassen.“

In der Gazette liest man: „Gestern war der Namene⸗ tag der Koͤnigin Christine von Spanien. Bei dem Spanischen Botschafter war große Gesellschaft. An der Boͤrse bemerkte man, doß die Anzahl der Spanier, welche sich zu dem Herzoge von Frias begeben hatten, geringer war, als im vorigen ahre, und daß der großere Theil derjenigen Spekulanten, welche gewohnlich die Festtage der Spanischen Regierung zu feiern pflegen, die Er— fuͤllung dieser Pflicht diesesmal unterlassen haben.“

Die Prinzessin von Beira mit den drei Söhnen des Don Carlos und einem zahlreichen Gefolge ist am 17ten d. in Chan

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bery angekommen. Sie hatte ein Piquet Koöͤniglicher Karabiniers

als Eskorte bei sich.

Heute war die Boͤrse fast versodet. Sogar die groͤßte An⸗ zahl der Wechsel-Agenten hatte sich aufs Land begeben, um sich daselbst bis nach den Juli⸗Feierlichkeiten Ruhe zu goͤnnen.

Großbritanien und Irland.

London, 24. Juli. In dem Kapitel des St. Pat: ick⸗ Ordens, welches der Konig vorgestern hielt, verliehen Se. Ma⸗ jestaͤt dem Ceremonienmeister dieses Ordens, Herrn Francis Stanhope, die Ritterwuͤrde.

Der Kaiserlich Hesterreichische Botschafter Fuͤrst Esterhazy hat seine Reise nach Ungarn bis zur Vertagung des Parlament ausgesetzt. Seine Schwester, die Fuͤrstin von Liechtenstein, t nach dem Kontinent zuruͤckgereist.

Die Frage, wie die Verhaͤltnisse zwischen dem jetzigen Mi— nisterium und dem Koͤnige sich gestaltet, und welche Aussicht dem nach fuͤr die Dauer des ersteren und fuͤr die von ihm eingebrachten Reform⸗Maßregeln sey, giebt den hiesigen Blaͤttern noch fortwaͤh⸗ renden Stoff zu den verschiedenartigsten Betrachtungen, doch scheinen selbst mehrere ministerielle Zeitungen, namentlich die Morning Chroniele, davon uͤberzeugt zu seyn, daß das jetzige a— binet bei Sr. Masjestaͤt nicht in' besonderer Achtung stehe. we Organe der konservativen Partei erklaͤren ganz zuversichtlich, n der Konig den jetzt dem Parlament zur Berathung vorliegenden NVeform-⸗Maßregeln entgegen sey und sie nicht sanctioniren werde Die radikalen Blaͤtter bezeichnen natuͤrlich dergleichen Behaup—⸗ tungen als hoͤchst unklug, ja als eine Verunglimpfung des Mo— narchen, weil, wie sie meinen, durch ein solches Verfah⸗— ren des Letzteren die Ruhe und Wohlfahrt der Nation gestört werden wuͤrde. So sagt zum Beispiel der Examiner: „Daß es 9 einem solchen Aeußersten bei uns kommen duͤrfte, ist nicht wahrscheinlich, allein wir wiederholen, daß unsere Gegner nur Unheil anrichten, indem sie diesen Gedanken anregen. Sie scha—⸗ den jedenfalls der Krone, es mag nun geschehen, was da wolle, denn da sie behaupten, daß es der Krone gezieme, unter den jetzi⸗ gen Umstaͤnden zur Sicherheit des Staats den Ausweg einzu— schlagen, mit dem sie uns drohen, so hat die Krone, wenn sie hn nicht ergreift, nach dem Urtheil jener Partei die Erfuͤllung ihrer wesentlichsten Pflicht verabsaͤumt; schlagt sie aber den bezeichne ten Weg ein, so brauchen wir wohl die nachtheiligen Folgen da— von nicht erst zu entwickeln. So muß also die Krone nothwendiger Weise entweder in der Meinung der Tortes oder in der Meinung der Reformer leiden: in jener, wenn sie nicht thut, was sie thun sollte; in dieser, wenn sie thut, was sie nicht thun sollte. Dies ist das Dilemma, in welches die Loyalitaͤt der Tories den Mo⸗ narchen stellt.“ Der Spectator ermahnt die Ministeriellen, daß sie darum, weil Lord John Russell im Unterhause die Ein“ willigung des Koͤnigs in die Einbringung der Irlandischen Kir, chen-Vill in der gewöhnlichen Form angezeigt habe, sich der Ge wogenheit des Königs nicht so versicher? glauben sollten, denn aus jener Foͤrmlichkeit folge noch gar nicht, daß Se. Majestaͤt auch den Maßregeln des Melbourneschen Kabinets zugethan seyen da in neueren Zeiten ein Minister sein Amt nie anders, als un⸗ ter der stillschweigenden, wo nicht ausdrücklichen Bedingung an⸗

nehme, daß es ihm freistehen muͤsse, dem Parlament diejenigen Bills

vorzulegen, die er fuͤr angzmessen erachte; so habe Georg sis⸗ Herrn Fer erlaubt, seine Ostindische Bill durch das Unterhaus zu bringen, und doch seinen ganzen Einffuß angewandt, um im Ober; hause die Verwerfung derselben zu bewirken, und ein Gseiche