auch, sobald die Explosion geschah, Agenten eiligst in den inneren Vol des Hauses, von dem sie ausgegangen war. Einer von ihnen sah Girard, wie er sich an dem Seile herabgleiten ließ, und rief ihm zu: „Ah, Du bist es, Elender, wir haben Dich!“ Im Augenblicke aber schwang sich Girard, der gerade an der Kante einer Mauer war, hinüber und fiel in einen Nachbarhof hinab. Allein hier fand er einen anderen Polizei-Agenten, der sich seiner Person bemaͤchtigte. Er wurde auf eine Bahre gelegt und sofort, mitten unter den Verwuͤnschungen der Menge, nach der Conciergerie gebracht. Noch andere Verhaftungen wurden Botgenommen. Die General- Prokuratoren Franck Carré und Plougoulm, der Prekurator des Koͤnigs Demortiers, die In— structiosrichter Legonidec und Durat d Archie begaben sich an Oct und Stelle, wohin sich auch schon der Minister des Innern und der Hoh gl. Beile Herr Gisquet, verfügt hatten. Im Zimmer des Mörders fand man die noch rauchenden Truͤn: mer der Maschine, ein Strohbett und ein angezuͤndetes Feuer. Der Moͤrder hat sein Verbrechen eingestanden; bis jetzt aber beharrt er dabei, daß er keine Mitschuldige habe.“
Die Königin befand sich mit den Prinzessinnen in dem
Nustiz Palast auf dem Vendi ine nr ats, Um den en (n, denn BVorbesmarsch der Truppen zuzusehen, als der General Rumignh ihr die Nachricht von den Vorfalle auf dem Boulevard du Temple uͤberbrachte. Anfaͤnglich wollte man ihr denselben bis nach Beendigung der Revue verheimlichen, aber die Königin las in den Mien aller derer, die sich ihr näherten, daß sich irgend ein trauriges Treigniß zugetragen haben muͤsse, und die Herren Gutzot und Pꝛesil hielten es darauf fur gerathen, sie mit dem Vorge— fallenen bekannt zu machen. Da der König die Musterung fort— ezte, und deshalb nicht sogleich auf dem Vendome⸗Platze erschien,
oO war es unmoglich, der Rönntgin die Ueberzeugung zu verschaffen, daß ex und ihre Soͤhtze und erich wären; unbeschreiblich war daher ihre Seelenangst. Als die Herzegin ven Broglie eintrat, warf sich die Königin ihr in die Arme, und als sie ihre Vrust durch einen Strom don Thränen erleichtert hatte, gewann sie so viel Ruhe wieder um auf die Versicherungen zu hören, daß der Koͤ— nig und die Prinzen unversehrt seyen. Da viele von den Frauen Und, Töchtern der Offiziere, welche sich in der Umgebung des Kon n gs befanden, in dein Saale zugegen waren, und man erfuhr, daß mehrere von jenen Offizieren schwer verwundet waren, so malte sich die duͤsterste Verzweiflung in Aller Blicken, bis mehrere Adjutanten die Details uͤberbrachten, wodurch wenig stens der toͤdtlichen Ungewißheit ein Ende gemacht wurde. Ven der Königin begab, sich der Genäͤal Rumigny zu der Familie des Marschallt Mortier, um dieser anzuzeigen, welch, schrecklichen Verlust sie erlitten habe. Das Herz zerreißende dieser Zusanm;enkunst laßt sich nicht schildern. Ein inertwuͤrdiger Umstand ist der, daß die Familie des Mar— schalls, die Folgen der Hitze und der Anstrengung fuͤrchtend, sich bemüht hatte, ihn zu bewegen, der Revue nicht beizuüwohnen; aber der Warschall, der bekanntlich von sehr hoher Statur war, sagte mit Bezug auf die seit einigen Tagen umlaufenden Ge— rüchte ber ejnen beabsichtigten Angriff auf das Leben des Koͤ⸗ nigs: „Nein, nein, ich muß hin; denn ich bin groß, und kann vielleicht den König schützen i“
Als der Marschall Mortier niedersank, war Herr Thiers so nahe bei ihm, daß er mit dem Blute desselben bespruͤtzt wurde.
Den: Marschall Molitor würde sein Pferd unter dem Leibe erschossen. Dem General Blin sind gleich in einem benachbarten Kaffechause zwei Finger amputirt worden.
ü ö. Oberst Raff ist an den Folgen seiner Verwundung ge— orben.
In dem Augenblicke, wo die Hoͤllen⸗Maschine losging, soll der Konig sich zufällig gebückt haben, um eine ihm von einem Nation l. Gardisten uͤberreichte Bittschrift in Empfang zu nehmen.
Gestern Abend um 6 ühr verfuͤgten sich der König und die Königin in einem Stadiwagen, ohne irgend eine Begleitung, zu der Herzogin von Treviso, um ihr Trost zuzusprechen.
Gestern Abend drängte sich eine groß— Menge von Perso— nen jeden Ranges in den Salons der Tuilerien. Man bemerkte dort alle Botschafter und Gesandte, die in diesem Augenblick in Paris anwesend sind.
Herr Calmen, einer der Vice⸗Praͤsidenten der Deputirten⸗ Kammer, verfügte sich gestern Abend, von den in Paris anwe⸗ senden Deputirten begleitet, zu Sr. Maj, und druͤckte in einer kurzen, aber kräftigen Rede die Gefuͤhle der Kammer über das schreckliche Attentat aus, dessen Gegenstand der Konig gewesen. Der Koͤnig antwortete tief gerührt.
Der Konig hat heute feine Adjutanten zu allen den Fami— lien geschickt, deren Mitglieder Opfer des gestrigen Ereignisses 5 sind, und hat ihnen sein tiefst:s Veileid bezeigen assen.
Seit gestern ist der Boxlevard du Temple mit Neugierigen aus allen Klassen angefüllt, welche mit traurigen Blicken den Schauplatz der gestrigen Graäͤuelscene betrachten. Die Entruͤstung ist allgemein.
Die Regierung hat beschlossen, daß ein einziger Leichenzug fuͤr die gestern gefallenen Opfer stattfinden solle.“ Das Begraͤb⸗ niß wurde zwar auf morgen festgesetzt; doch glaubt man, daß die noͤthigen Vorbereitungen soiches nicht vor dem naͤchsten Frei⸗ tage gestatten werden.
Sãammtliche heute erschienenen Blaͤtter geben ihren Unwillen in den kraftigsten Ausdruͤcken zu erkennen. Die Oppositions⸗ Blätter stimmen in der Meinung überein, daß das Verbrechen als ein tsolirtes betrachtet wersen müuͤsse, welches in dem Kopfe eines Exaltirten entsprungen, und von ihm allein ausgefuhrt worden sey, ohne daß irgend eine politische Partei daruͤm ge⸗ wußt habe.
Ein hiesiges Blatt theilt in einer Nachschrift von 4 Uhr Nachmittags solgende weitere Details mit: „Es harte diesen Morgen geheißen, der Mörder Girard sey an seinen Wun⸗ den gestorben. Dies Gerücht ist üngegruͤndet. Um 1 Uhr we— nigstens lebte Girard noch. Man hält es jedoch nicht fuͤr wahr⸗ scheinlich, daß er am Leben werde erhalten werden können. Gestern wurde er mit aller nur moglichen Sorgfalt und der groͤßten Vorsicht von dem Boulevard du Temple nach der Conciergerie gebracht. Die Herren Franck-Carré und Plougoulm und mehrere Instrurtions⸗ Richter bezaben sich zu ihm, um ihn wo moͤglich zu verhöͤren; die Herren Marsolm und Olivier d Angen und 5 bis 6 andere Doktoren waren zugegen. Girard ist schrecklich zugerichtet. Ein, Auge ist ganz verloren; seine Lippen sind n , Er konnte sich anfangs allein durch Zeichen verständlich machen; er nannte sich Girard und er— klärte, 23 Jahr alt und aus Lyon gebürtig zu feyn. Bis jetzt hat man noch nicht erfahren konnen, welcher politischen Meinung er angehört. Heute wurde die unter suchung uͤber dieses unselige Ereigniß fortgesetzt. Man versichert, es seyen eine Menge Ver⸗ haftsbefehle gegen Personen erlassen worden, die theils der repu— blikanischen, theils der legitimistischen Partei angehören. — Die⸗ sen Morgen begaben sich eine Menge Offizier? der National=
en beide angenommen worden, ohne daß
hrem Eigenthum dadu ses Hauses angeh der jetzt dem Hause vorliegenden? illigung in ein solches Verlangen, die Biil durch Aufschub und V llen. (Nein, nein! und so schloß der Minister
chbilde in die Tuilerieen; sie Eine Deputation sich ebenfalls in das Schloß.“ der „Bon Sens“, der „Ehartvari“ und sind heute nicht erschienen. . gang der Post (4. Uhr), ging es mit ine Zeit lang am len zu koͤnnen. Es t worden, die man fuͤr
dessenungeachtet waͤr
Garde von Paris und aus dem Wei die Beschwer
wurden von dem Koͤnige empfangen. fizieren der Linie verfuͤgte
Der „National“, der „Impartial“
Heute, kurz vor Ab Girard etwas besser. Leben erhalten, sind heute me seine Mit
den derjenigen, die sich in i beeinträchtigt geglaubt, vor der B habe; er sehe also auch bei keinen Grund zu der Einw Herrlichkeiten muͤßten denn zoͤgerungen hintertreiben we versichere Ew. Herrlichkeiten“, „daß ich daß ich, alles eitle Geschrei beiseitsetzknd, über daß Ihr Ansehen wohl befestigt, Rechte und Befugnisse dauernd begründet sind; und unbezweiselt auch Ihre Wuͤrde, Ihre Rechte und ihr Ansehen seyn mögen, lich in diesen Zeiten so befestigt, seyn, daß Sie einen solchen Ge geringfügig behandeln durften. r ten also, auf den Ihnen gemachten Vorschla sondern sogleich zur Erörterung der Bill zu sch zog von Wellington wuͤnschte, der M Vorwurf gemacht, über diese Maßregel verzoͤgern wenn es jemals eine das Oberhaus den eift moͤzlich damit vorzu kumente, auf welche es dabe erst seit wenigen Tagen Mitglieder h zulesen, Man leicht noch gar nicht empfangen; und doch eben, den Debatten uͤber die
Man hoffte, ihn noch e vielleicht ihn gan; wiederherste hrere Indivduen verhafte chuldige halt.
Die Zahl der Nattenal⸗Gar terung sich eingefunden h laufen haben.
Gestern, wahrend die Truppen vor Sr. Ma versammelte sich das kam es neuerdings
Gestern Abend gegen 6 Uhr auf das Bureau des Re format Haupt⸗Redacteur dieses genaue Nachforschungen a dächtig erscheine, Um Mitt hafteten Herrn Eugen Nasyail teurs; er wurde
Vortrag, zeugt bin und w Ihre Würde gesichert, Ih aber wie on Befugnisse, J so können sie doch unm gesichert und dauernd begrin genstand, wie die vorlie Ich böschwoͤre Ew. Herischh g nicht zu hin reiten.“ Dei h nister haͤtte dem Hin es die Berhandlin und aufschieben Angelegenheit gegeben, hinsichtlich d igsten Wunsch gezeigt haͤtte, so schnell schreiten, so sey es die vorliegende; die i sein Urtheil stuͤtzen solle, laͤgen, wauf der Tafel des Hauses, und mehn aͤtten gewiß noch nicht einmal Zeit gehabt, sie din che hätten sogar den letzten Kommissionsbericht n h habe sich nirgenden zweite Lesung h Maßregel Hindernisse in zwar eine Sa
disten, welche zu der gestrigen atten, soll sich nur auf 16, oi be—
sestät defilirten, nister Conseil. Am Abend um 8 Uhr zusammen.
karcen mehrere Polizei⸗Beamte eur; sie waren beauftr rn Raspail, zu verhaften, nzustellen, und Alles, was irgend ver Allein Herr Raspail war ver— Beamten wieder, und ver— den Neffen des Haupt-Redac— Präfektur gebracht. Macht in die Druckerei den Setzern, die Journal⸗Num—
Blattes, Her
wegzunehmen. ernacht erschienen die
auf die Polizei⸗ ommissarius kam in vergangener des Charivari, und untersazie mer zu beendigen.
Herr Armand Carre! sol den seyn. — Die Polizei ist Manne auf der Spur, der tag da gekommen seyn soll. cher heute schon um vohnlich erst um 5 U
heute Vormittag verhaftet wor— einein grotzen, sehr wohlbeleibten in das Haus am Boulevard du
2 Uhr statt⸗ hr erfolgen. ; Rente heute etwas ge— Umsaätze zu den Coursen von 78
Die Geschaste hielt sich ven nichts, als v
Zünsch kundgeg den weiteren Diskussionen der die Maßregel sey
Temple Jr.
Der Abgang der Post finden solltt, wird nun wie ge; oͤrse bei Tortoni ist die
nehmen wird. Ee, Woiwodschafrs-Palaste, der Wohnung der Monarchen, faßt alldem elnen . und wird litt rothem Sernmet zestartig drgpirt, Kemmissions / Tericht zegründet, liber e wirthung und die Feste sind von dem B'sitzer des Hotel Betheiligten bitter beschwerten, und laubt seyn, ihre diesfällczen Barre vorzutragen; auch gebe es Pr solches Verfahren, Gerichtsbarkeit in Schottlan sung, und ehe man in den Ausschuß überge. vor den Schranken angehört habe. zweitenmal Argumente zu vernehmen, nu s
An der kleiner wichen, und es wurden einige 70. 3 78. 75. gemacht. unbedeutend; man unter nissen des gestrigen Tag
essen Unrichtigkeit sich es muͤsse denselben also en Beschwerden dem Hause an! raͤtebenz⸗Beispiele fur
waren ubrigens sehr
on den Ereig—⸗ wie zum Veispiel bet der Bill über erhhß d, wo man auch bei der zweiten)
Jult. Der Praͤfelt des Departements ö
Straßburg, zo0. hat heute folgende
des Niederrheins, Herr von gestern datirte Proclamation erlassen: „Bewohner des Niederrheins! schlah gegen das Leben des Königs h Trauer und Bestuͤrzung versetzt. sind nech unbekannt; allein licher Instinkt sich nie t Flache aller guten Buͤrg zu erreichen, zu dem nichtswuͤrdi Morde, ihre Zuftucht n sie weder die numerische noch die moralische so getraut sie sich nicht Und welchen Tag wahlt je rung ihrer Frevelihat? Den J Juli; den Tag, wo Frankre maͤßigen Rechte wiedererl ben durch Vaterlandslieb rer Buͤrger⸗Koöͤnig, w Komplotts gefallen. in der fast iw
Choppin d' Arnouville . den daruber Ein abscheulicher Mordan— aͤtte Frankreich beinahe in ie Urheber dieses Verbrechens die oͤffentliche Meinung, deren natuͤr— e, und weihet sie dem Partei, welche, um ihren Zweck gsten und feigsten Mittel, innnt, gesteht ihre eigene Schwäche: Staͤrke für sich ihre Gegner offen zu bekämpfen. liche Faction zur Ausfuͤh⸗ Jahrestag jenes glorreichen 28sten
die Anwalts⸗
d Bro ughan. liche ausgihe so hahe seh⸗
altich in den Ausschuß übergehen“ konnte. mochte bemerklich, daß diese Verhöre ins Unend wenn man Coventry höͤre, gland dasselbe Recht; schon saͤgen din 29 Bittschriften der Art vor; genehmige man die würden sicherlich von allen 260 Eorporaͤtioner gehen; gesetzt nun, eine jede schickte nur ache nur 4 Stunden, so wuͤrden 1609 Söunen' (Hört! und &
äͤuscht, bezeichnet si werden konnten, denn andere Corporation in En
n dergleichen en 2 Anwalte, und jey Anwalt spr
zur Abhoöͤrung derselben ersorderlich seyn. — reiche aber noch nicht hin, denn dann und das Haus muͤn
ne schäand
ich seine Freiheit und feine vel fassungs⸗ dessen ganzes Le⸗ st, ein wah— eines abscheulichen Finger der Vorsehung Souverains? Ein jeder helligen und freiwilligen es, um mit seinem Koͤrper ollwerk gegen das Schwerdt Konnte dies wohl anders Volk, welches ihn auf ches ihn will und hner des Nieder— n uns gewaͤhlten gethan sind, als die Pariser, lasset mit unserer Liebe und unserer Ehr— asset uns dem Himmel danken, daß er efahr errettet nde unserer
die Zeugen-Verhoͤre, weniastens zwei Jahhe lang versammelt bleiben, wenn es dan fertig werden wollte. Als Ausweg machte Vorschlag, daß man ein fuͤr alle Ma Corporationen zwei Anwalte vernehm Debatte noch einige Zeit for Melbourne zuletzt damit ei 2 Freitag und nöthigenfalls am Sonnabend lommen werden sollten, unter der Bedingzung, daß die Bill ha zun zweiten male verlesen und am nächsten Montag in den Al schuß gebracht wurde, und daß es Überhaupt ni der Bill dadurch Hindernisse in den Weg zu legen. nach ohne Abstimmung die zweite L das Prinzip der Maß schuß zu eroͤrtern.
London, 29. Juli. Die gestrige Ho f-Ze itun a meldet af lich, daß sich Sir Robert Adair, Großkreuz des Bath ⸗ Orden und ehemaliger Botschafter bei der Ottomanischen Pforte, i einer speziellen Mission des Koͤnigs von Großbritanien an d ajestaͤt des Königs von Preußen begebe. chrichten bis zum Sten d. M. hier en gegangen. Das Nord-A Amerikanische Geschwader, aus dem h der Fregatte „Potomac“ und dem Schl und vom Kommodore Patterson hesß dem Hafen von Malta vor Int gelegen. Der „Delaware“ segelte dann mit dem Amerlkansst General Konsul und dessen Familie nach Tripolis ab. Juni hatte man auf Malta einen keinen Schaden anrichtete.
Nieder lande.
Aus dem Haag, 29. Juli. sich, dem Vernehmen nach, der nach dem Loo begeben.
angt hat. Ein
e und Wohlthaten bezeichnet t Lord Brougham d
l zu Gunsten sfaͤmmillche Nachdem ]
aͤre beinahe als Opfer Wer erkennt nicht den
en moͤchte. ⸗ tgedauert hatte, erklärte sich * nverstanden, daß am solche Auwalte vch
underbaren Erhaltung des von uns war tief bewegt von Uebereinstimmung des P der Per son Ludwig Philipps ein B der Verfechter der Anarchie en? Ist es denn nicht dieses nämliche dem Nationalschilde erhoben hat, wel nkreich zu herrschen? Bewo
ariser Volk
zu bilden. cht die Absicht so,
Es er folgte dem esung, und man kam Ubenn, regel erst bei dem Antrage auf den Ahh
will, um uͤber Fr rheins, die wir dem Juli-Königthum, dem vo Monarchen nicht minder zu uns diesen erlauchten Fuͤrsten furcht umgeben; Gluͤck und Ru hat, und ein einmuͤthiger W Herzen fuͤr die kuͤnftige Wohlfahrt ein segnen. Hoch lebe der König!“
Großbettanten und Ssrland.
Parlgments-Verhandlungen. Ober Nach Ueberreichung
hm unsercs Vaterlandes aus der G unsch toͤne aus dem Gru er Regierung, die wir alle
Hof Sr. M Aus Malta sind Na haus. Sitzung mehrerer Bittschriften Munizipal⸗FReformbill, erhob sich Vis⸗ angekuͤndigt hatte, eine Petition en, worin die Corporation der— lusstellungen gegen jene igenthums, durch einen lle, und diesen Antrag die Corporatisnen wurden Privilegien ihnen zugesicher⸗ welches sich in en verwendet werden, zu urspruͤnglichen Schenkern nicht bestimmt worden die Freisassen, deren Interessen mit denen der Cor tionen auss engste verbunden seyen, würden und Privilegien aufs schwerste gekraͤnkt wer belaufe sich in Coventry auf 2090 Bill das Recht, bei der ihre Vaterstadt mitzustit der Reforn?⸗Bill, Coventry von 3650 auf 14 ham suchte die Behauptungen des vorigen Red gen und meinte, wenn das Haus die B nehme, so wurde es nichts Anderes thut zwei Jahren ohne Abstin Städte gethan. weiß“, fuhr Lord Brougham fort, „ diese Anspielung nicht gelegen ist. meiner Bemertung (Gelächter), doch ich behaupte nochmals, zu thun aufgefordert werden, was wir bereits mit Dann behaupte ich auch, Confiscations⸗Prinzip in jenes Eigenthums durch dle onfiscation zu nennen. Was Gericht Zu⸗
nienschiff „Delaware“, ner „Shark“ bestehend ligt, hatte einige Tage vor
vom 28. Juli. gegen und einiger fur die count Strang ford, um, der Stadt Conventry zu uͤberreich daß das Haus ihre 2 Bill, als eint Beeinträchtigung ihres E Anwalt von den Schranken vernehmen Der Lord behauptete,
selben verlangt J. : 4 Erdstoß verspuͤrt, der pit
zu unterstuͤtzen. durch die Bill all ihres durch alte ten Eigenthums beraubt, ihren Händen befinde, werde zu Zweck
Die Koͤnigliche Familie wird
und das Vermogen e zu Anfang des naäͤchsten Monats wir
denen es von den
Das Handels blad meldet: Anfang dieser Woche hier Maßregeln gp nommen worden, um das Gesetz uͤber die Personalsteuer, hin sichtlich einiger Vermiether von kleinen setzen, die Ausfuhrung dieser M geworden, da sich die Steuerschul die bestehenden Ver An der Antw Attentat gegen den Koͤnig der Fran mittag bekannt und die Eour hat diese Nachricht nur hervorgebracht. ; rganist Vogel aus Berlin wird in einer der hiessy ein großes Concert auf der Orgel ausfuͤhren.
Belgien. Der Eclaireur meldet, daß beo Angeklagte Guinard bei einer zweiten Unterredung mit dem Minister des Innern den peremptorischen das Land in 6 Tagen hinzu, zwei andere Fluͤ nach England nicht be Provinzen versteckt.
Am sterdam,
dadurch in ihren Rechten mir Es waren bereits zi
den. Die Zahl derselben (hört, hoͤrt!); ihnen nehme die Wahl der Parlaments-Mitglieder für nmen, und dies sey auch eine Verle Zahl der Waͤhle — 1600 reduzirt.
Wohnungen, in Krist aßregeln ist jedoch uͤberflis
r werde dadurch in digen noch zur rechten Zein i
Lord Bro ug— ners zu widerle— Tunizipal-⸗Reformbill an— 1, als was es schon vor mung mit Hinsicht auf die Schottischen (Hört, hört! von Lord Strangford. ) daß meinem edlen Freunde Ich wollte keinesweges mit g ein artzumenlum ad hominem an daß wir in diesem Fall
ordnungen gefuͤgt haben.
erpener Boöͤrse war die Nachricht von def zosen bereits gestern Nic se sielen darauf um 1j pCät, 9. ein geringes Weichen in den Couist
Hauptkirche
nur dasselbe Bruͤssel, 29. Juli.
Bezug auf daß die Bill ein E sich schließt.
chottland gethan haben.
rhaltungsy nicht ein Befehl erhalten hahe
Das nämliche Blatt un tlinge, welche die Kosten der lieber streiten konnten, seyen in einer unsere
Die Veruntreüung u verlassen.
Corporationen, war viel eher eine C onfiscation nennen, das wuͤroe man vor (Gelaͤchter.) Lord Mel—⸗ lntrage des Viscount Strangford eine angemessene und noth Minister, wuͤrden die Gesellschaft affizirt, die Einen es bei der Parlamenis⸗ Munizipal⸗Reforin gewesen;
die Dittsteller C gabe des Eigenthums nennen.“ bourne widersetzte sich dem 2 und vertheidigte die Bill, als Maßregel; durch jede Rechte sammtlicher Kl verloren, die Anderen gewoö bei der Schottischen
Polen. ; . Met der Kaiser den durch eine Verordnung vom ten d. M. fuͤr das zweite Sen ster dich Jahres den General⸗Adjutanten Pankratj ff, Ir l des Staats- und Administrations-Rachs, zum stellvertretend
Reform, sagte der Warschau, 31. Juli.
nnen; so sey
Reform, so
hräͤsidenten des Staats-Raths fuͤr den Fall ber Abwesenheit des Girsten Statthalters ernannt. Vorgestern langte auf seinem Marsch von St. Petersburg l ich Kalisch ein aus 3 Schwadronen bestehendes und aus sammt⸗ hen Regimentern ausgewähltes Kaiserl. Russisches Garde⸗Ka⸗ Hlerie, Corps hier an. Die Schoͤnheit desfelben erregte allge⸗ ine Bewunderung, Es zählt 33 Offiziere, 73 Unteroffiziere, Trompeter und 34 Gemeine und wird von dem Oberst Fuͤr⸗ n Bogcation Imieretynskt kommandirt. Nan schreihbt aus Kalisch vom 24. Juli: „Im Lager auf der hellchen Seite der Prosnag ist bereits seit i) Tagen die 9te In— mnie, Division, unter General Timofejew, konzentrirt. Diese nupben werden täßlich in den großen Bewegungen der Taktit übt, und hier anwesende fremde Offiziere sprachen sich bewun— irnd über die vorzügliche kriegerische Haltung und Gewandtheit r Bataillone, die Leichtigkeit ihrer Formationen und Entwicke⸗ ngen und die Sicherheit aus, mit der die höͤhern Fuhrer ihre assen bewegen. Das Zeltlager gruppirt sich malerisch am rech— n Thalrande des Flusses und bildet mit der reichen Niederung Fuße desselben ein Landschaftsbild, das durch das bunteste mi⸗ airische Treiben belebt wird. Unsere Truppen sehen der Ankunft ker Preußischen Waffengefahrten mit Verlangen entgegen. Im nern der Stadt entfalten sich die Festoorbereitungen mit Naiser⸗ her Pracht. Der Saal des Schauspielhauses erhaͤrt eine neue iche Ausschmückung durch Berliner Kuͤnstler, und die Haupt— ont eine Säulenhalle als Vorbau. In ben Gebäuden der stadt sind 156 Wohnungen für füͤrstliche Personen und 36) fuͤr e Gefolge ünd vornehme Fremde vorbereitet, decorirt Und meu⸗
7
re, , Wohnung ist baleeirt, und man scherzt hier über militalssche Fobm, öie wohl die NMachweisung der Wohnungen
—
r neu ün Parke erbauete Speisesaal, nahe
*
Europe in Warschau, à 14 Fl. Polnisch das Couvert, uͤbernom— . Ein ähnliches, noch großartigeres Gebäude erheht sich im ttelpun kte des Lagers der Garden,. Es ist zu militairischen Festen und n Vereinigungspunkie der Offiziere beider Nationen bestimmt, dwird durch 3 mit Gallerieen verbundene Payillons gebildet, n deren Plate ormen die hohen Gaͤste das Abbrennen eines tsärtigen Feuerwerks ansehen werden. Dieser Bau allein ist Hrbä ä. Fl. Poln. veranschlagt. Den Gesammtbetrag der dten berechnet man auf 5 Millionen Fl. Polnisch. — Der seieral⸗ Quartiermeister der alttoen Armee, General von Berg, ard in einigen Tagen hier zur Inspicirung erwartet. Die eänige Leitung aller besprochz nen Anordnungen ist dem Ober— n vön Sobolew, einen verdienten wissenschaftlichen Offiziere r Marine⸗Artillerie, uͤber tragen.“ ;
Der General⸗Adjutant Rüdiger reiste am Dienstag von hier sch Kansch ab, wo sich bereits Regimenter aller Waffengattuün⸗ Lon dem unter seinem Kommando stehenden Eorps ver— mmeln.
In Folge einer Verordnung des Administrationsraths soll auf 799,735 Guloen 25 Groschen abgeschätzte Werth der
ert gewesenen Haͤuser und Gebaͤude, die im Jahre 1831
ch die Truppen zerstoͤrt worden sind, den Eigenthuͤmern jetzt den Fonds der Feuer⸗Versicherungs Gesellschaft erstattet und, m die er nicht Mittel genug dazu hat, das Fehlende durch sschritzunz hoherer V träge von den Mitgliedern der Geselt— Pit n den folgenden Jahren erhoben werden.
Deutsch land.
Dresden, 29. Juli. Leipz. Ztg.) Von Sr. K. H. m Prinzen Mitregenten sind die erfœulichsten Nachrichten eill— langen. Er ist mit seiner Kur in Marienbad und Franzens⸗ vollkommen zufrieden abgereist. Beim Hoflager in Pillnitz jd hoeher Besuch zu Anfang Augusts erwartet, nämlich Ihre Pajestät die verwirtwete Königin von Neapel, Tante Ihrer K. der Prinzessin Luise, und die Prinzessin Stephanie nebst en zwei Töchtern. Man erwartet allerlei Festlichkeiten bei
Veranlassung.
Der artesische Brunnen auf dem Antons⸗-Plaße giebt in ei— Tiefe von 275— 79 Ellen ein helles trinkbares Wasser, erhebt J Ellen 8 Zoll uͤber das Bohrloch mit einem Strahl von Zoll. Die Ausheute betragt taͤglich uͤber 300 Tonnen — Wo Dresdener Meßkannen. Ein geschmackvolles Bassin wird 6 Wasser fassen, und man vermuthet, daß schon zu Michaelis ks vollendet dastehen werde.
Leipzig, 2. August. Gestern starb in dem nahen Groß— dteln, auf dem Schosse des Grafen von Hohenthal, ein selte⸗
t, durch Charakter, Geist und gruͤndliches Wissen gleich aus⸗ seichneter Gelehrter, der als Sprachforscher und Kenner der nen (Italiänischen, Spanischen, Englischen und Franzoͤsischen) sratur mit hoher Achtung genannte Schriftsteller, lr Adolph hagner.
„München, 30. Juli. In dem nahen, romantischen Lust⸗ hlse Tegernsee am See gleichen Namens bereitet sich eine eundliche Familien Zusammenkunft vor. Dahin wird namlich hre Naj. die verwittwet: Koͤnigin Karoline mit Ihrer Koͤnigl. oh. der Prinzessin Marie von Sachsen den 3. Aug. von hier drisen. Se. Königl. Hoh. der Prinz Mitregent Friedrich Au— st von Sachsen ist vorgestern von hier nach Tyrol abgereist, Ihren Königl. Hoheiten dem Kronprinzen und der Kron“ neßin ven Preußen, welche bereits aus Ober⸗Italien zuruͤck⸗ hien, entgegen zu kommen. Diese drei hohen Personen werden 3. August in Tegernsee eintreffen.
; u lb der Kdniglic Preußische Justiz⸗Minister Herr
ö. 5 ist hier angekommen.
Es ist die Bemerkung gemacht worden, daß in Kissingen hei weitem größere Theil der Brunnengaͤse, die sich im Laufe borigen Monats dasilbst eingefunden hatten, aus Berlinern stand. Von hier aus wird dieser Kurort viel weniger besucht,
t Preußischen Hauptstadt. Ueberhaupt ist auch in
Im Jähre unter den Reisenden, weiche ole mnalerischen Ge⸗ n Oiutschiands besuchen, die Anzahl der Berliner über,
olgmaringen, 26. Juli. Gestern ist in der hiesigen In pfarrtirche die Vermählung Sr. Durchlaucht des Prinzen . von Sachsen⸗-Altenburg mit der Prinzessin Amalie zu henzollern Sig z ar lägen, zweiten Tochter unseres Fursten
in
Durchlauchtigen Aeltern der verwittweten Frau
mmtlicher Mitglieder der Fuͤrstlichen Familie feier⸗ norden. ö
27. Juli. In der heutigen Sitzung der
begehrte, wie man vernimmt, der Finanz⸗Mi⸗
(ne geheime Sitzung fur eine Mittheilung der
Die Gallerien wurden geleert, worauf der genannte
missar den Antrag stellte, die auf die morgende
viren ge geseßte Diekussion uͤber die Motion des Abg.
die Ergänzung und Sicherstellung der Verfassting
der Großherzog gleich falls abwesend
S79
betreffend, so wie uͤber das dies falls erlassene Druckverbot, auf unbestimmte Zeit zu vertagen, weil gegenwartig viele Mitglieder der Kammer sich' auf Urlaus befinden, weil ferner auch das Staats Ministerium selbst nicht ., und Se. Koͤnigl. Hoh.
oßh. chen, unter diesen Umständen aber ein so hochwichtiger Gegenstand der Berathung nicht unter⸗ worfen werden könne,. Die Kammer beschloß nach langerer Eror⸗
terung, worin dte von der Negierungs⸗Kommission vorgebrachten
Gruͤnde anerkannt wurden, die Sache von der morgenden Tages— ordnung zu streichen und baldthunlichst auf eine späͤtere Tages⸗ ordnung zu setzen. Nach wieder begonnener oͤffentlicher Sitzung berichtete der Abgeorßnete Merk über den Gesetz⸗ Entwurf, die Aufhebung der Geschlechts⸗ Beistandschaft betreffend. Dieselhe ward sogleich berathen und mit einer kleinen Aenderung angenom⸗ men. Der Abgeordnete Welter begruͤndete sodann die von ihm schon fruͤher angekuͤndigte Motion, in Betreff der Wiederherstel⸗
lung der Preßseeiheit. Nach anderthalbstund mm mund lichem
Vortrage, den er von der Rebonerbüͤhne aus hielt, schloß er mit folgendem Antrage: Vorerst der hohen Regierung zu erklären,
6
daß die zweite Kammer naturlich auch jetzt, so wie in ihren Be—Q
schluͤssen auf dem Landtag 1833 die definittze Rechtsguͤltigkeit des
Preß⸗ Gesetzes von 1831 festhelten müsse, um fo mehr, da die Zusage und Vereinbarung in Beziehung auf ein an die Stelle
der Verordnung vom 28. Juli 1842 tretendes, den Zustand der
Presse verbesscrndes provisgrisches Gesetz nicht in Erfüllung ge— gangen; sodann, daß die Kammer von der hohen Regierung die
durch spaͤtere s. dasselbe wieder in volle Kraft treten lassen, oder sofern etwa diesem fuͤr den Augenblick un süberwindlich scheinende Schwierig— keiten entgegen ständen, ebenfalls mit Beseitigung jener Verorh— nungen oder Verfuͤgungen in ein nach Inhalt und Dauer von der staͤndischen Zustimmung abhängiges voruͤbergeßendes Gesetz jene wesentlichen Verbesserungen aufnehmen, welche die Kamener in ihrer 31. offentlichen Sitzung 1833 vorgeschlagen hat.“ Die Abg. Schaaff, Winter von Heidelberg, v. Rotteck, Fecht, Duttlinger und v. Icz ste in unterstuͤtzten die Motion im A' ßemetnen, worauf dieselbe von der Kaminer mit Stimmen⸗Ein⸗
helligkeit zur Berathung an die Abtheilungen verwiesen wurde.
Der Abg. Schaaff sprach seine Unterstutzung der Motion unter an de.;
rem in folgender Weise aus; Ich unterstütze die Motion im Allgemei⸗ nen und muß damlt alles dasjenige als meine Ansicht anerkennen, was der Abgeordnete Welker in seinem Voriräge auseinanderge⸗ setzt hat; mit Ausnahme des e tigen, wo er die Legitimitaͤt der Karlsbader Beschiuͤsse angegrissen hat, wo er auseinände zusetzen suchte, daß die Zurncknahnne des Pießgesetzes von Seilen der Regierung auf kenem gesetzlichn Wege beruht habe. Ich ver⸗ zisse in der Motion des AFhheordierrn Welcker besonders die Angabe der Wege und Mittel, wie es uns moglich werden soll, die Geneigtheit der Bundes⸗Versammlung in solchen Beschluͤssen zu erhalten. Die Regierung wird wahrscheinlich nicht in die Lage kommen wollen, in welche sie durch Gewaͤhrung des Preß⸗
gesetzes auf dem Landtage von 1831 gekommen ist und darum
befuͤrchte ich, der abg schiedene König Hamlet, wie der Abgeord⸗ nete Welcker unsere Preßfreiheit bezeichnet hat und an dessen Hinscheiden die Redactoren des „Freisinnigen“ doch auch nicht ganz schuldlos sind, wird in der nächsten Zukunst nicht wieder bei uns erscheinen. ;
Darm stadt, 28. Juli. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer ersffneté der Präsident die Berathung uͤber die cqänsitien des Palais des Landarafen Christian zum Staͤnde⸗ hause. Die Abg. Mohr, Brunck, Prätorlus und Zulauf spra⸗ chen sich gegen dieselbe aus; die Abg. Perrot, Hirsch, Pabst, Hard, Graf Lehrbach, Goldmann, Schneider, Lotheisen, Maier und Schenck da fuͤr. Abg. Pabst hatte noch besonders bemerkt, daß, bevor er sich dafuͤr entscheide, er die Frage stellen muͤsse, ob wohl des Abg. Zulauf schreckliche Beschreibung von deim Zu⸗ stande Oberhessens in der verigen Sitzung gegruͤndet waͤre; denn dann konne von keiner solchen Ausgabe die Rede seyn; sie sey aber nicht gegruͤndet. Er kenne Oberhessen sehr genau, und wenn auch noch vieles zu wuͤnschen uͤbrig bleibe, so sey die Provinz in neuester Zeit so gut im Vorschreiten zu einem besseren Zustande und habe ich so gut gehoben verhaͤ tnißmäßig, als die andern Provinzen. Abgeordneter Goldmann st mmte dem bei. Stehe sie auch, nach ihren eigenthuͤmlichen Verhaͤltnissen, in Manchem nach, verzwei⸗ felt sey ihre Lage doch keinesweges. Auch Abgeordneter Schnei⸗ der schloß sich des Abgeordneten Pabst Erklarung an. Es wurde sodann uͤber mehrere Anträge abgestin mt. Die Kanimer beschloß einstimmig, die Staats ⸗Regierung zu ersuchen, unter Voraus- setzung der von den Gemeinden fuͤr die Ruͤckzahlung zu leisten⸗ den Buͤrgschaft, den Wein⸗Producenten des Großherzogthums zum Ankguf von Fassern für die Weinlese des laufenden Jahres Vorschüsse aus Her Haupt-Staatskasse zu bewilligen.
Mainz, 50. Juli. (Frankf. Journ.) Nachdem Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz Wilhelm, Gouverneur der hlesigen Bundes⸗Festung, mit Hoͤchstseiner Durchlauchtigen Familie seit fast zwei Monaten unscre Stadt bewohnt und derselben durch Gesellschaften und Feste einen vermehrten Glanz und Lebhaftig⸗ keit ertheilt hatte, werden Höͤchstdieselben, nachdem gestern noch ein glänzender Schluß-Ball in dem Deutschen Hause siattgefun— den, wieder nach Fischbach zuruͤckkehren. Die heißesten Wuͤnsche
der hiesigen Bewohner fur dieser Durchlauchtigen Familie Gluck
und Wohlseyn begleiten Höchstoieselben auf Ihrer Reise. Noch heute gaben Se. Koͤnigl. Hoheit einen Beweis, wie gern sie sich den pateiotischen Werken hiesiger Stadt betheiligen, indem sie einen Beßtrag von 196 Thalern zum Denkmal Guttenbergs an den Praͤsidenten der Kommissio:, Obergerichts Vice; Pran dent Pitschaft, mit nach stehen ben; Handschre ßen übersandten: „Es werden, wien Ich vernommen habe, von Ihnen noch fortwährend Beiträge füuͤr das Monument Gutenbergs gesammelt. Wenn Deutschland mit Recht auf diesen Erfinder der Buchdruckerkunst stolz ist, wie viel mehr kann es nicht diejenige Stadt seyn, wo er geboren wurde; dieser nun insofern angehsrig, als sie zur ersten Bundes- Festung erheben worden, deren Vorgesetzter Ich bin, fuͤhle Ich das Beduͤrfniß auch Meinerseits, Ihnen eine, wenn gleiche nur geringe Beisteuer zur Errichtung seines Denk' mals hierbei zu uͤbersenden, welches fur Mainz siets in jeder Hinsicht eine wuͤrdige Zierde seyn wird. Menn Achtung zeichne Ich: Ihr geneigter Freund, (gez) Wilhelm. Mainz, den 30. Juli a3. ⸗ Frankfurt a. M., 1. August. Die Ober⸗Post⸗Amts⸗ Zeitung enthaͤlt folgende Betrachtungen uͤber die wahrscheinli⸗ chen Folgen des Attentats, das am X. Juli gegen den Koͤnig der Franzosen veruͤbt wurde: „Jede mißlungene Verschwoͤrung gegen eine bestehende Regierung giebt dieser einen Zuwachs von Macht. Noch ist fuͤr uns im Dunkel, welcher Partei det Mor; plen, dem Ludwig Philipp mit genauer Noth, zum Gluͤck fuͤr Frankreich und Europa, entging, zugeschrieben werden mag.
l chriftliche Verfügung bestehenden faktischen Be⸗ schraͤnkungen unferts verfassungsmaͤßigen Preß⸗Gesetzes von 1831
24
Diesmal indessen wird doch nicht widersprochen werben, daß ein Tomplott angesponnen und zur heillosen Ausfuͤhrung gebracht wurde. Vielleicht hat man' aber die Faͤden in wenige Hände gelegt, um den Ausgang abzuwarten un? dann erst hervorzutre⸗ ten. Was wuͤrde geschehen seyn, ware der Konig von der Ku— gel getroffen worden, die den Marschall Mert üer toͤdte: e? Hoͤchst wahrscheinlich wurde sich dann die Parte gezeigt haben, die sich durch, meuterische Anschläge den Weg zur Ger ast bahnen will. Möglich, daß es dann zum Ausbruch des Bürgerkrlegs in Paris ge / kommen waͤre. Allen Graͤueln revolutionno rer Ge waltthaten ist längst in den Gemuͤthern vorgearbeitet; die brennbaren Stoffe lie⸗ gen aufgehäͤuft — ein Funke und sie verbreiten sich zum Flam⸗ menmeer. Wer die Doktrinen der Oppositions preff⸗ aufmersam in ihrer steigenden Kuͤhnheit und furchtbaren Leit enschaftlichkeit beobachtet hat, dem konnte nicht entgehen, daß sich eine Krisis bereitete, die zu einer Katastrophe fuͤhren mußte. Ein Mord— Anschlag war weniger vorzusehen, als eine insurectionelle Bewe— gung. Schon war ja die einflußreiche Presse — d. h. das ganze Geschlecht des vielkoͤpfigen Jburnalismus— morali⸗ scher Insurrection gegen die Regierung und Lehre nicht eben neu, daß sich aufruͤhrerische Phrasen leicht in Barrikaden und Flintenschuͤsse uͤbersetzen lassen. In der That bietet die po⸗ litische Statistik der Partser Blätter 7in Schauspiel, das deut⸗ lich erkennen laßt, in solcher Bedraͤngung vermöge keine Regie rung in die Lange den dissolvirenden Element zu widerst
Die offlisellen & , . en 98 Die ofstziellen Organe der Staats-Verwaltung (63 Erwartung hege, dieselbe werde verfassungsgetreü entweder z 3 . durch glkaldige. Pefertigunng der durch! sene Verordnung und
de Haris) werden kaum beachtet; sie haben ein Unger nch
urtheil gegen sich; sie sind im Interesse der Negierung geschr ben: das reicht hin, ihre Ansichten zu verdacht gen. As wenn es nicht in der Natur der Preß⸗Freiheit laͤge, daß unparteitsche Prufung Alles uͤber wiegen soll; als wenn man durchaus dem Grund⸗ uͤbel der Zeit Vorschuͤb thun und das Mißtrauen als einzige Basis der Verhaͤltnisse zwischen Volk und Regierung ansehen müßte. Die „Debats“ gelten für inspirirt von nen Th. des Kabinets; sie suchen in Allgemeinen zum Guten zu wirken, haben aber ihre Anfaäͤlle kriegerischer Lahne und gebn dadurch der Opposition ergiftete Waffen in die Haͤnde. Nuͤcksichtslos heftig und bitter gegen die Staatsgewalt sind die ein nale aller andern Nuancen. Es vergeht kein Taz, wo nicht aus vier Rich—
tungen Nagriffe geschehen: mit mühsam erkunstelt Mäßigung tadelt der, Temps“, zuͤrnt der „Courier“; aller Schranken spot⸗ tend, erhebt sich die Repuhlik im „National“ und „Réforma— teur“; der Royalismus der „Gazette“ und „Quotibjenne“ er⸗ klart ohne Scheu und in tausend Weisen, seit 835 herrsche in Frankreich die Usurpation, Heinrich V. allein sey rechtmaͤßiger Koͤnig; — wo die ernsten Blätter nicht hinreichen,“ ist durch „Chartrari“ und „Carricature“ gesorgt: Liebe und Ehrfurcht wer den erstickt in Strömen geistreichen Witzes oder vlatter Witzeleen Also ist wohl zu erwarten, man wird aus dem Juli⸗ Attentat An⸗ laß nehmen, den Saturnalien der Presse Einhalt zu thun. Zwar wird in den ersten Tagen und bei ber allgemeinen Indignation (so wie fruͤher im Juni 1832 und Aorit 1834) die Sprache der Opposition milder seyn; man wird Abscheu aussprechen vor dem tuͤckischen Mordplan, auf Bestrafung der Schuldigen dringen, eurz der oͤffentlichen Meinung huldigen. Schwerlich mag sich aber die Regierung bei dieser momentanen Windstiile beruhigen. Welche Maßregeln sie ergreifen koͤnne, ist schwer zu sagen. Praͤ⸗ ventive Censur ist nach der Charte nicht mehr zulaͤssig. Vielleicht werden die ohnehin schon strengen und bisher doch sruchtlos ge⸗ bliebenen Strafgesetze gegen Mißbrauch der Preßfreiheit durch gesteigerte Androhungen verstärkt Und zugleich in eine weniger zu umgehende Fassung gebracht. Schwerlich wird die Reaction da⸗ bei stehen bleiben. Die Session der Kammern ist noch nicht ge⸗ schlossen, sonach das Mittel zu (egislativen Vorkei rungen bereit.
2 *
Auch auf den weiteren Gan des Aprtl⸗Prozesses mag das Er.
eigniß vom 28. Juli Einfluß haben. Man wird sich nun uͤerzeugt glauben, daß es gefährlich war, Redner wie Trelat, Beaune und
Reverchon mit der Glorie des Maͤrtyrthums zu umgeben. Die
Graͤnze muß wohl gesteckt werben, wo die Freiheit der Meinün— gen zur staats verderblichen Propaganda uͤbergeht. Ist es erlaubt, Umwaͤlzungstheorieen als die einzigen Mittel zur Verbesserung
des Zustanbs der Massen laut zu verkuͤnden und dabei hinzuwel⸗ sen auf die nahe Zeit, wo die Proletarier Rache nehmen können
an den Privilegirten, so darf man sich nicht wundern, wenn, in
Ermangelung anderen Anlasses zur Jusurrection, Plaͤne zu At⸗ tentten — die einem Ausbruch des Volksgrimms Sen Weg bah⸗ nen sollen — in dem Gehirne verführter oder verblendeter Schw aͤr⸗ mer gaͤhren und bei guͤnstiger Gelegenheit in Verschwoͤrungen an den Tag kommen. — Noch eine Folge des Frevels vom 25. Juli duͤrfte wohl seyn, daß man kuͤnftighin die Feier der Juli⸗ Tage uͤberhaupt einstellen oder in anderer Weise begehen wird Sind sie nicht durch die neueste Unthat zu Trauertagen ge⸗ worden fuͤr immer, und laͤßt sich noch denken, daß man das An—⸗ denken an einen Mordplan mit Exinnerunh am die Revolution, von 183 wird verbinden wollen?“
ö. .
Im Courier liest man nachstehendes Schreiben aus Bilbao vom 15. Juli: „In meinem letzten Schreiben aus Tolosa mel⸗ dete ich Ihnen die Anwesenheit der Karliften daselbst, und daß sie, voll Freude uͤber ihre Erfolge, von nichts als Siegen traͤum ten. Nachdem ich mich, theils wegen der unerträglichen Hitze, theils wegen der naturlichen Besorgniß uͤber den Ausgang dieses Krieges, mehrere Tage hindurch in meinen Zimmer eingeschlos⸗ sen gehalten hatte, fuͤhrten mich Geschafte nach Bilbas, das jetzt durch den zu fruͤhen Tod des. Heros der Karlisten unsterh lich geworden ist. Die Letzteren sinh hoͤchst niedergeschlagen ber diesen Verlust, und wenn die Königin und die Eortes jetzt den Basken und Navarresen ihre Privilegien, so wie Vergessenheit des Vergangenen und Sicherheit füßr die Zukunft gärantiren wollten, so wuͤrde der Krieg in wenigen Wochen beendigt seyn. Jenes wird indeß nicht geschehen, und so kann denn auch der Buͤrgerkrieg nicht aufhören. In Tolosa herrscht nichts als Elend und Traurigkeit. Dasselbe findet in Villa Nea Durango und Bergara statt. Ueberall Unordaung, Verwirrung und Bankerott. Dieser Stand der Dinge kann nicht laͤnger dauern. Die beste Klasse der Bewohner fängt an, dies auszusprrchen. FJalls die Koͤnigin und die Cortes nichts für diese Provinzen thun, so soll es mich gar nicht uͤberraschen, wenn das Volk sich in Masse er⸗ hebt und nach Castilien marschirt. Der Widerwille er Einwoh⸗ ner gegen einen solchen Schritt kann nicht größer seyn,
As er wirklich ist; aber was thun die Menschen nicht, wenn sie
zur Verzweiflung gebracht werden? In meinem letzten Schrei⸗ ben sagte ich, daß Don Carlos nicht in dem Kampf Sieger bleiben koͤnne, weil er keine Armee habe, um nach Madtld zu gehen, und dies behaupte ich noch. Auf der anderen Seite vcr⸗ den die mittleren Klassen diesen Stand der Dinge in Spasten nicht lange ertragen. Sie werden, wenn die Königin und die Cortes nichts fuͤr sie thun, selbst handeln, und zwar bald. Das
*
Beste, was die Koͤnigin thun konnte, wäre die Erlassung einer