1835 / 219 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

nen herab zu genügen; und er ward vor allem ein kes im edelsten Sinne.

Die Freigeisterei, als deren Hauptsitz Berlin war, konnte ihm nichts anhaben; mehr beruͤhrten u ihn Lie durch die nalistischen Streitigkeiten, und er e

Foctdauer nach dem Tode gaͤbe.

Feine konnte

wie er,

Eben so wenig als Schwindel der Franzoͤsischen Revolution; er schalt littjch: Entzweinng, liche Heilung seiner Kranken vereitelte. mit Frau und Kindern eine freudenvollc Fahrt math, erneute, nach des Vaters Tode, „mit nun alle in voller Mannskraft stehenden

Bruder.

jetze Hof Advokaten Anton, Hause Ernst Wanner und

häufig der edle Herzog mit vertrauten Freunden einsprach. wahre, noch jetzt im Andenken hochverehrte Landesbater und

dieser

seine, Tochter (jetzt Königin von England), die gesa

Famstie herz ich ehrten, ist wieder mit idylischen Zuͤgen zu lesen. Pete erfreuten den Eingebuͤrgerten dann nicht minder die Win

In Berlin Huld des jungen allgeliebten

ge Koͤnigs-Paares; und von des Koͤnigs Majestaͤt

Recht als ein

lleibsel einer Gnadenkette Koͤnig Heinrich's j. an

aͤltern Heim'3. Von dieser Zeit an

zugleich ein wahres Land- und Stadtbuch. schleunigen Umsturz bei

aus ben bisherigen weiten Zerstreuungen jmmer mehr traulichen Familienkreis zuräͤck, deffen Werth er jetz nen und schaͤtzen lernte.

Wie dann in den begeisternden Jahren des wahren Freiheits- Sohn und drei Schwiegersohne Heim's wie in den vangen schöͤnen Tagen der Schlach⸗ Beeren und Dennewih, am 24. August aus dem Stralauer Fischzug ein Franzosenzug ward, und endlich der glor⸗

Krieges (18123 i815) der mit ins Feld zogen, ten von Geoß⸗

reiche Einzug der Steger die vom Brandenburger

Sic e göͤttin beimfuͤhrte, dies Alles erfülle mit Hoffnung und Lust in den augenblicklichen Ergießungen der Briese

freudig eine schöne Schicksal und Tod das wieder die innig verschlungenen Kresfe,

und Tagebücher.

Nachdem nun alle Lieben im Vaterhause Zeit beisammen sind, 5st freilich Beruf, menschliche Loos allmaͤlig

zuvörderst der sechs Bruͤder, so daß zuletzt unser He

bleibt; und auch in dem juͤngeren Kreise entsteht manche schmerz⸗ wieder aus sich selber erganzt

liche Luͤcke, welche er jedoch immer und fuͤllt.

Heim, selbst noch jugendlich ruͤstig, wie immerdar kindlich von Ge⸗ muͤth, begeht 1822 sein Doktor-⸗Firbildum mit allgemeiner Theil⸗ deren Ehrenbuͤrger er laͤngst war, und ist ihm ein noch schöͤne— res Fest aufbehalten, das der goldnen Hochzeit (1830), welches nicht mehr nur in dem Kreise

nahme der ganzen Stadt, nun auch urkundlich wird. Aber dald minder die allgemeine Theilnahme, jedoch der Seinen lit b.

So ist es ihm vergönnt, seiner Kunst, die Verheißung des vierten Gebotes mannigfaltig zu verschoön n, auch an sich selber zu fast das hoͤchste biblische Alter (beinahe 88 Jahre) z

die Last des Religions- Edikts hervorgerufenen rätio⸗ ntwarf sich sogar eine Grab⸗ schrift, worin er der Gottheit fuͤr ale Gate dankte auch wenn es : Eine solche

jedoch nicht lange in solchen 3Zwefeln spaͤtere Umändecung und endlich Verwerfung des Ganzen bezeugen. die Feeigeisteret ergriff ihn der Freiheits—

welche, die schlimmste Krankheit, Er machte lieber (1796)

Bruͤdern den von ihren Kindern bezeugten Bund und wohnte bei dem naͤchsten in dessen gasilichem Jean Paul Freunde waren ünd auch

eigenvaͤndig gefertigte Abschrift des letzten Schreibens der verewigten Koͤnigin Louise an ihren Vater, ein Schreiben, das erst nach ihrem Tode vorgefunden worden, wird mit Familien-Kleinod verwahrt, kostbarer als die Ueber—

sind Heim's Denkwuͤrdig keiten durch innige Theilnahme an allen großen welt, und staatsbewegenden Ereignissen Nach dem furchtbar Jena, bei der fortwährenden Ueberherr⸗ schung ünd Bedräaͤckung des üͤbermuͤthigen Erbfeindes, zog sich Heim

dem menschlichen Leben zu erfüllen und es zugleich

892

Mann des Vol⸗ ] er heiter und gottergeben, wie er

damals verrufen nd beunruhigten

Persoönlichkest, hangen, wie

nur auf die po⸗ auch die leihb⸗

guͤtigen Schbpfer seine treue Seele wiedergle bt (15. September js.)

Wenn Heim's Jubilaͤum ein wahres Volksfest, desfeier nicht minder allgemein, von den Höchsten . drigsten herzlich getheilt und wurdig begangen. Blumen und Bluͤ⸗ then umgaben seine Leiche, ein Kranz schmückte seinen Sarg. ein anderer schoͤnerer Kranz von Kindern, hnen, und Urenkeln stand mit der trauernden Wittwe um die Leiche und erneute jenen heiligen Bund der sechs Bruͤder auf dem Grabe der Mutter, festzuhalten an einander im Leben und Tode. Wohl dem Lande, wohl der Stadt, wo solche häusliche Liebe und Treue die Wohlfahrt des großen Vaterhauses verbürgen.

Königliche Schau spiele.

Sonnabend, 8. August. Im Schauspielhause: Der

4 Hierauf: Der Wollmarkt, Lustspiel in 4 Abth Clauren.

2 Sonntag, 9. August. Im Opernhause: Das eherne Pfe Zauber⸗Oper in 3 Abth., mit Tanz, nach dem Franz.: Le che 4e bronze des Scribe, von dem Freiherrn von Lichtenstz Musik von Auber. (Dlle. Gruͤnbaum wird vor ihrer Urlau Reise zum letztenmale hierin singen.)

In Charlottenburg: Sohn oder Braut, Lustspiel in 1 A zug, von G. Harrys. Hierauf: Der Mann im Feuer, On nal⸗Lustspiel in 3 Abth., von Schmidt.

gelebt, im Kreise der Seinen, dem so war seine To⸗ gru bis zu den Nie⸗

Aber Schwiegersohnen, Enkeln

F. H. v. d. Hagen.

nach der Hei⸗

den herrlichen, Meteo rologisch

Morgens 6 Uhr.

1835. August.

6.

2 Uhr.

Luftdruck. . .. Luftwärme .. Thaupunkt .. Dunstsättig. ö

2035 0 R. 8,2 0 R. 39 pCt. halbheiter.

SSO.

Wolkenzug .. S.

Tagesmittel: 336,535“ Par. ..

12,09 R. 789 R. 72 pCt. halbheiter.

Wie

mmte Heimische

die ihm spaͤter

Nachmittags J

z36 07 Par. 3d S5 Par.

Montag, 10. August. Im Schaupielhause: Die Gon nante, Lustspiel in ! Aufzug, von Th. Koͤrner. (lle. Be Stich: Franziska; Dlle. Clara Stich: Louise, als Debuͤtrols in . Ber Vall zu Ellerbrunn, Lustspiel in 3 Abth., C. Blum.

e Beobachtung.

Abends Nach einmaliger 10 Uhr. Beobachtung.

ö , da rn.

Auellwärme 7,5 0 R. Flußwärme 16.1 0 R. Bodenwärme 13,5 0 R. Ausdünstung O, Oo8 / Rh. Liederschlag 0, C02 Rh. Nachtkälte 13,2 9 R. NR., n nt.

336, 03“ Par. 16,59 R. 7159 R. 30 pCt. bezogen.

Königstädtisches Theater. Sonnabend, 8. August. Zum erstenmale wiederholt: goldene Kreuz, Lustspiel in 2 Akten, frei nach dem Franz. SG. Harrys. Hierauf: Zum erstenmale wiederholt: Die Wz in Berlin, Posse mit Gesang in 1 Akt, von K. v. Holtei. Instrumental⸗Musik ist von Herrn Musik-Direktor Kugler. Sonntag, 9. August. Bie Goldgrotte des Geisterban

7,8

16,59 R...

Berlin ée

einen der Vor⸗ J . Deu 6. Au

Amtl. ouds. und Geld. Cours. Zettel.

oder: Noch einmal jung, Zauberspiel mit Gesang in 2 A von J. E. Gulden. Musik von Franz Edlen von Marinel! Montag, 19. August. Das goldene Kreuz. Hierauf: Wiener in Berlin.“ Dienstag, 11. August. Zum erstenmale: Angelo, Ty von Padua, Drama in 3 Tages⸗-Abtheilungen und 1 Akten

r Börse. gust 1835.

(res. Cu.)

101 98? 597

1012 990] 601

101

101

1013

dt. chuld-ðdcn. lr. Enz. Ohl. 30. I'räüm. Sch. d. Soeh. Kurm. Obl. m. l. C. Neum. Int. Sch. da. Kerl. Stadt- Obl. Königsb. do. EIbing. do. Lanz. do. in Th. Westpr. HPfandhr.

in den heiligen t erst recht ken⸗

1013

41

6

Thor geraubte 1023

= . c 0 0 , .

, , ,,

dem Franz. des Viktor Hugö, von Th. Hell, Erster Tag Akt): Ber Schluͤssel. Zweiter Tag (in 1 Akt): Das Kr Dritter Tag (in 2 Akten): Das Schwarze fuͤr das Weiße

If, en, ufs Muell.

4 102

Usipr. tandbr. 10413

homm. do0o. Kur- u. Neum. do. Schlesische do. Rkst. C. u. Z. Sch. d. I. n. N.

105

4 4 A

Markt-Preise vom Getraide.

Berlin, den 6. August 1833. Roggen 1 Rthlr 7 Sgr., auch 1 Rthlr.; Eingegangen sind 146 K

Zu Wasser: Weizen (weißer) 1 Rthlr. 28 Sgr. 9 Pf., Rthlr. 20 Sgr. und 1 Rihlr. 17 Sgr. 6 Pf.; Roggen 19

Zu Lande: 26 Sgr. 3 Pf, auch 235 Sgr. 2 Pf. 29 Scheffel.

Gold al marco .. Neue Puk kEricdrichscbor. ..

Furcht und

Grgasshz. Pos. do. 103

,, 12 Sgr. 6 Pf, auch 1 Nthir. iH Sgr; große Gerste 1 g

im allein übrig Niederl. wirkl. Schuld 283. haris, 1 53 RKeute pe. compt. 108. 90. 78 60 97. 35.

3 Spun. Kente A0 Ausg. Schuld i6z.

Holl. 21 3 56 Frankfurt a.

18 250 Br Loose zu 500 G. 1183. 1153. Hriim. Seh. 5pz 5uz. do. Az Aul bewähren und 58 Span. Keute 38z. 385. 33 do. u erreichen, his

Auswärtige Börsen. AmBater dam. 2

tin Cuur. 78. 90. 58 Nenp. pr. compt. 97. 169. 3 3 do. 25.

gesterr. 53 Metall. 10213. 1021 Hank - Acetien 1557. Loose zu 100 G. 213. G. Hreuss.

1 Sgr. 3 Pf. auch 1 Rthlr.; Hafer 25 Sgr', auch 22 Sgr. 6 Erbsen (schlechte Sorte) 1 Rihlr. 20 Sgr. Eingegangen sind Wispel 12 Scheffel.

Mittwoch, den 35. August 1835.

Das Schock Stroh ? Rthlr., auch 3 Rthlr.; der Cen Heu 1 Rthlr. 10 Sgre, auch 29 Sgr.

Branntwein-Preise vom 31. Juli bis 6. August 1635.

Das Faß von 200 Quart nach Tralles 54 pCt. oder 40 Nichter gegen baare Zahlung und sofortige Ablleferung: Kl Branntwein 17 Rthlr. 18 Sgr., auch 10 Rihlr.; Kartoffel⸗Bra wein 17 Rihlr. 15 Sgr, auch 19 Rthlr.

213 575 B. 1407. 140].

2 August.

Kunz - Bill. —.

Spun. 33 301.

August. tin cour. 109. 20 33 pr. eompt. fin cour. Cortes 3). Coup. —.

40.

M., A. Angust. 8 5863. 083. 1395 kart. Oblig.

Redacteur Cottel. 9 . er, M

kaln. Loose 693. 683. 221

9SI. Be. perp. 227

y

Gedruckt bei A. W. Hayn.

2

Allgemeiner Anzeiger fur die Preußischen Staaten.

Bekanntmachungen.

Bekannru machung.

Folgen de, dem verstorbenen Kaufmann Johann Gott⸗ hilf Hoschke gehörigen, zusammen auf 11,953 Thlr. abgeschaͤtzten Grundstuͤcke.

„) Nꝛederstadt auf dem Steindamm, Ne 3 des Hy⸗ votheken⸗Buchs und Nr 379 und 380 der Ser⸗ vis-Anlage, mit 2 mit einander verbundenen Vorderhaͤusern, Speicher und Malzhaus, nebst Pferdestall, Brandhaus, Maststall, Brand weins⸗ 5 und Roßmuͤhle, geschaͤtzt auf S772 Thlr.; das Holzfeld Niederstadt vorlaͤngst der Mottlau auf, dem ersten Steindamm, Nr? des Hypo⸗ theken Buchs, geschaͤtzt auf 2329 Thlr. 1 sgr.; Niederstadt in der Schilfdgasse, Nr. 28 des Hy⸗ votheken Buchs, bestehend aus einem mit einem Dielenschoppen bebauten Platze, abgeschaͤtzt auf d Thlr, ) ( sollen in nothwendiger Subhastation verkauft wer⸗ den. Hiezu ist ein Termin auf t

den 13. Oktober . a., vor dem . Herrn Engelhardt, in oder vor dem Artushofe angesetzt. .

Die Taxe, die i en Hypotheken- Scheine und die besonderen Kauf-Hedingungen koͤnnen in unserer Registratur, so wie bei dein Auctionator eingesehen werden, und es wird noch bemerkt, daß dem Meist⸗ bietenden ein Drittheil der Kaufgelder zu 5pCt. Zin— sen auf den Grundstuͤcken belassen werden soll.

Danzig, den 9. Maͤrz 1835.

K* ned. Preuß Land- und Stadtgericht.

hb)

e)

Bekanntmachung.

Der dem Kaufmann Johann Samuel Zernecke zu⸗ gehoͤrige, auf der Speicher Insel an der Mottlau Ae, 33 des Hypotheken- Buchs gelegene, auf a86 Thlr. 2 sgr. 3 pf Preuß Courant gerichtlich veran⸗ schlagte Sveicher, unter dem zeichen der weiße Baer, welcher massiv erbaut, und fuͤnf Etagen hoch ist, soll in nothwendiger Subhastation gegen baare Zahlung verkauft . .

Hierzu ist ein Term ;

. , October dieses Jahres, vor dem Auctionaror Herrn Engelhardt in oder vor dem Artushofe angesetzt. ;

Di Een r,. . Hypotheken⸗Schein und die besondecen Kauf⸗ Bedingungen konnen in unserer Registratur, so wie bei dem Auctionator eingesehen werden. : 3. 3

Danzig, den 21. 3 1833. Königl. Preuß. Land⸗ und Stadtgericht.

Literarische Anzeigen.

Wir machen daz verehrungswürdige Publikum auf eine höͤchst merkwürdige Schrift aufmerksam, die so

. g 14 Das Politisch-⸗Böse nee,, Von Professor Hr. J. Reubel gr. Sr., Velin⸗ Papier. geheftet. 121 sgr.

Der Inbalt dieser Schrift an sich, den schon ihr Titel als scharf und bestimmt gedacht ausspricht, fo wie die originelle und geistrciche Behandlung des Stoffes muͤffsen nothwendig das Interesse aller civi— lisirten Boͤlker in Anspruch nehmen.

Wir sind auch von, der innig sten ueberzeugung

durchdrungen, daß ez in allen Staͤnden der gebilde— ten Welt wenige Leser geben durfte, deren Erwar⸗ tung diese Schrift selbst in dem Falle, wenn ihre Ansichten denen des Verfassers im Einzelnen wider⸗ sirchen, in Beziehung auf das Steden und den großen Zweck des Ganzen unbefriedigt lassen wird. Der Verfasser scheint sich die Aufgabe gemacht zu haben, in einer moͤglichst gedrängten, aber um sso gediegeneren Darstellung die höchsten Interessen der civilisirten Menschheit in Hinsicht auf den sozialen Stan derselven int Staate auf ihre urspruͤngiichen Prinzipien zuruͤckzufuͤhr n. Er laͤßt diese Auf zabe in sichs Abschnitten, in deren Oetail einzu jehen der beschraͤnkte Raum dleser Anzeige nicht gestattet. Einfachheit in der Darstellung, Reinheit. der Sprache, Natuͤrlichkeit und Waͤrme des Gefuͤhls, womit der Verfasser seinen Gegenstand behandelt, sind zwar werthvolle, aber nur untergeordnete Vor⸗ zuͤge dieser Schrift Ihr vorzügliches Verdienst wird das Publikum dankbar anerkennen muͤssen in, der Loja itaͤt ihres reinen staatsethischen Zweckes, in ihrer Parteilosigkeit zwischen Völkern, Regierungen und Regenten, in der Gruͤndlichkeit der Forschung und in, der Ociginglitaͤt der Hauptideen. Pign kann kuͤhn sagen, daß der Verfasser das publieistische Hauptthema des Streites zwischen den Aristokraten und Liberalen unserer Zeit wieder auf seinen prin—⸗ zipiellen Standpunkt wissenschaftlich zurückgefuͤhrt habe, von dem ez durch die Fluth aristokratischer und liberaler Parteischriften weit abgeschwemmt und da— durch die Möglichkeit einer sich bildenden ioeltge⸗— schichtlichen Judikatur und Ausgleichung immer mehr und mehr entfernt wurde. Wir haben es uns besonders an gelegen sein lassen, sie auf schoͤnem weißen Papier, in reiner Schrift und in einem geschmackvollen Umschlage auf das Sorgfaͤltigste ihrem hochwichtigen und geistreich be— arbeiteten Inhalte wuͤrdig auszustatten.

Stuttgart, im Juli 18535.

P. Balz sche Buchhandlung.

Exemplare sind vorrathig in allen Buchhandlun⸗ gen, zu Berlin namentlich in der

Stuhr chen Buchhandlung, Schloßplutz Nr. .

Auf Subseription erscheint folgende, mit der gröͤß⸗

Hausbesitzer auf den banlichen Zustand feines Eigen⸗

ten Sorgfalt bearbeitete, fuͤr Jedermann brauchbare

eres Interess, da sie groͤßtentheils nach herrli Driginal⸗Zeichnungen abgebildet werden, unt nen wir die in Begleitung der Kaiferl-ch reichischen Gesandschaft nach Maro kk dem Hauptmann Freiheren von Augusfin aufgen menen und eine ö ,, Ansit . ea , , , der Umgegend von Constantinopel auz 4 d : z . s.

fl, , n, , aller Berordnun- reichen Portefeuille eines am Hofe des Grat gen, Verfügungen, Polizeigesctz und Benimm hoch tehen den Diplomaten, dem manche sonst n mungen, welche auf die buͤrgerlichen Verhaͤlt— . Gegenden gebffnet waren, namentlich

nisse, und das Geschaͤftsleben der Einwohner zie di ö 5 r e, , . uch die Panoramen großer Staͤd;e, welche! ö und der Provinz Bean enburg BVeiug ehen mit öennen von ,, , , Subseriptions Preis 1 Thlr. 2, sgr. ginnen, werden neuen und, ert oͤhten Reiz velbs Diesem l. wird . ein Nachtrag beigegeben, ,,, . . 36 . '. ) welchsr die wichtigsten Hinge, enthält, die „inen gtisti chen würdig zur, Seits stehen, und sihh ige Bildung durch allgemeine Welikun de ju» dern streben. Mit Einsicht und richtig en ih⸗ wird aus den seltensten Prachtwerken, und l Mn

englischen, f

; Ta schen buch . für die Einwohner Berlins und der Provinz Brandenburg, . zum Gebrauch fuͤr Hausbesitzer, Haus- und Familien Vaͤter, Lehr⸗ und Brotherren, Gewerbtreibende aller Classen u. s. w.;

thums zu wissen noͤthig sind, dieser kostet apart 2 ar. Jeder Subscribent beliebe gütigst zu ver⸗ merken, ob das Buch mit oder ohn diesen Nach⸗ trag gewuͤnscht wird. . ö. Bis zu Ende October dieses Jahres soll es fertig sein. Der Betrag dafuͤr wird erst bei Empfang⸗ nahme des Buches bezahlt.

Ausführliche Anzeigen sind bei Bechtold und Hartje, in der Enslinschen Huchhandlung, bei G Gropius, E S Mirtler, E. H. Schroe⸗ der, Königstr Ne 37, der Stuhrschen Buchhand— lung, so wie in allen andern guten Buchhandlungen Berlins und der Prozinz Brandenburg gratis zu, haben, bei denen man auch auf daz genannte fehr nützliche Buch unterschreiben und Bestellungen machen tann.

franzöͤsischen und amerikanischn 36 schriften das Neueste und Wichtigste über lin und Voͤlkerkunde gewaͤblt, und in geschmilt Verarbeitung mit Anmuth und Lebendigkeit d stellt. Die Bemuͤhunz der Red getion, durch in Gehalt ihre Zeitschrift den wissenschaftlichen h zuüͤhlt zu sehen, wird durch die Mitwirkung k licht bekannter deutscher Gelehrten um so bill diger erreicht werden. Der zweite Jahrganz wird ebenfalls in l2 5 bestehen, deren jedes drei große Stahlsichn nebst drei Bogen Tert auf Velinpapier umft in Umschlag geheftet, nur 13 fgr. kostet. Bereits sind daz erste und zweite Heft erschih worin sich folgende Ansichten besinden. . l. die Stadt Rouen und die Kathedrale L. Panorama von St, Petersburg Rr. J. III. Et Friedrichsburg; die Heidelberger Ruine; der Ang Brunnen in Augsburg. JV. Bilder aus Min die Stadt Tanger: Moͤschee in Alkassar. V. 6 Hohnstein; Stadthaus in Boppenhagen; det. Grund. VI. Panorama von St. Petersburg, Besch reibender Fnhalt die se r beiden ol „Das Neueste über St. Helena und Nun Grab. 2) Die Ruinen von Pompejt bei F leuchtung. 3) Beschreibung und Geschicht Rouen. 4) Zur Characteristik von Japan Meijslan und Fischer. 3 Eine Nacht duf det. 6) Die Hareme des Morgenlandes; 1. der h des Beys von Tunis; il. der Harem Mee nn, 7) Zur, Charakteristik der Jagden in allen Erdthr S8) Einige Tage auf den Praͤrieen des wes ich j rika. 9) Zur Charakteristik der Nordamg nen. 10) Die Hauptstadt Mexiko. 11). Bilz einer Aetna⸗Reise. 12) Lie neusten Stimm h Volk und Sitten der vereinigten Staaten von M amerika 13) Die Insel Fernando Po u. s. n Auch sind noch einige Exemplare des ersten gangs in 12 Heften zu 6 Thlr. zu bekommen.

In Hartlebens Verlags-Expedltion in Leipzig erscheint so eben: D e , g en

fuͤr allgemeine Weltkunde

Zweiter Jahrgang 18353

In 12 Monatheften mit 36 feinen Stahlstichplatten. Der dem Publikum vorliegende erste Fahrgang des Bilder-⸗Magazins erhielt ei le so beifaͤllige Aufnahme daß Redaciion und Veriag darin die erfreulich ste Anerkennung und Aufforderung zu dessen Forisetzung finden, und sie hiermit in einem zweiten Jahrgang ankuͤndigen. Wie bisher werden Kunst und Wissen— schaft vereinigt ein Werk bilden, dessen Gleichen we⸗ der Deu ischlgnd, weder Frankreich noch England mit solchem künstlerischen Aufwand und wissenfhaftlicher Umsicht ausgestattet, und zu so beispiellos geringem Preise besitzen. . J

Der artistische Theil bringt in geschmackvoller Auffassung eine Reihe der interressan testen Bilder zur Anschauung, die, mogen sie nün landschaftliche oder architectonische Gegenstaͤnde, Thier- oder Men⸗ schengruppen oder Seescenerien derselben, durch die Meisferschaft ausgezeichneter Stahlstecher, eine kleine Gallerie von Kunstwerken genannt werden können

.

eben in unserem Verlage erschienen ist unter dem Titel: =

und höchst wichtige Schrift:

In diesem Jahrgange gewinnen selbe noch ein hö—

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Allgemeine

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n 9ten Augu st

222 *

25 e..

2

1

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Amtliche Nachrichten. Kronik des Tag es.

Se. Koͤnigl. Hoheit der Großherzog von Mecklen— g⸗Strelitz ist nach Neu⸗Strelitz zuruͤckgekehrt.

Der Notariats⸗-Kandidat Martin Maubach ist zum No— ius im Friedensgerichts Bezirke Kirn, Landgerichts-Bezirks blenz, mit Anweisung seines Wohnorts in Kirn, ernannt orden.

Musikalische Preis-Bewerbung.

Schon lange sind die nachtheiligen Folgen der geringen Auf⸗ ksamkeit, welche der Alt⸗Stimme von Seiten der Meister der nposition allgemein widerfaͤhrt, nur zu fuͤhlbar. Indem die anges-Bildung fast ausschließlich von der Opern⸗Musik aus⸗ „welche in Folge ihres Ursprunges jenseits der Alpen die ohnheit beibehaͤlt, statt der Alt, Stimme ben Sopran anzu⸗ lden, und es an anderweitigen Compositionen beliebter Mei— fuͤr den Alt fehlt, so werden die von Natur tieferen Stim⸗ genöͤthigt, sich in Stücken von hoͤherer Lage zu versuchen, durch eine solche erzwungene Anstrengung um ihre eigent— e Bestimmung gebracht, ja methodisch verdorben.

Um diesen Nachtheilen zu begegnen und durch Erleichterung er naturgemäßen Ausbildung der Alt-Stimmen wo moͤglich h die Oper zu veranlassen, derselben die gleichen Rechte wie

drei audern Stimmen zuzugestehen, setzt die unterzeichnete nigliche Akademie, auf den Antrag ihrer musikalischen Section,

einen Preis von Hundert Thalern in Gols auf eine neue, gelungene, noch nicht gehoͤrte Composition fur die Alt⸗Stimme, d fordert die Meister der Tonsetzkunst hierdurch ergebenst auf, dieser Bewerbung Theil nehmen zu wollen.

Das Gedicht in Deutscher Sprache und von lyrisch⸗drama⸗ her Form muß den Komponisten Gelegenheit geben, das Re— tiv das Ariofo und die Arie in Anwendung zu bringen, und en Wechsel sanfter Empfindungen, welche der Natur der Alt— timme am meisten zusagen, anzuregen. Des Gegensatzes we—⸗ mund zu noͤthiger Erleichterung der Saͤngerin wird oͤie An— gung eines Chors zweckmaͤßig seyn. Die Auswahl des Ge— shtes bleibt den Komponisten anheimgestellt.

Vei der Composition muß der natuͤrliche umfang der Stimme ultsichtigt, und das Alt-Syhstem um nicht mehr als nach oben meine Terz uͤberschritten werden, es sey denn, daß zwei Les⸗ en, eine hoͤhere und eine tiefere, gegeben wurden.

Die deutlich und fehlerfrei geschrlebenen Partituren muͤssen zum 31. Maͤrz 1836 dem Direktor der Akademie gegen einen

ßpfangschein uͤbergeben und mit einer Devise versehen werden,

che auf dem den Namen des Komponisten enthaltenen ver sie⸗

ten Couvert wiederholt ist.

Die Zuerkennung des Preises erfolgt am 3. August 1836 oͤffentlicher Sitzung der Akademie, wo' die gekroͤnte Composi⸗ zur Auffuͤhrung gebracht wird. Das Eigenthum des Wer— bleibt dem Komponisten. Die nicht gekroͤnten Arbeiten wer— gegen Vorzeigung der Ablieferungs / Scheine nebst den un⸗ ffneten Namen-Zetteln wieder zuruͤckgegeben. Berlin, den 3. August 18335? Koͤnigliche Akademie der Kuͤnste. Pr. G. Schadow, Direktor.

Königliche Bibliothek.

In der naͤchsten Woche vom 10. bis 15. August findet, dem XIV. des gedruckten Auszugs aus dem Reglement gemaͤß, allgemeine Zuruͤcklieferung aller entliehenen Buͤcher in die nigliche Bibliothek statt. Es werden daher alle diejenigen, sche noch Buͤcher der Koͤniglichen Bibliothek in Haͤnden haben, rdurch aufgefordert, dieselben an einem der genannten Tage, zrmittags von 9 bis 12 Uhr, unter gleichzeitiger Zuruͤck⸗ hme der ausgestellten Empfangscheine, abzuliefern.

Zeitungs-Rachrichten. 6 39 806.

Ruß lan d.

St. Petersburg, 1. August. Se. Maj. der Kaiser ha—⸗ dem Hber⸗Prokurakor einer Abtheilung des dirigirenden Se⸗ Wirklichen Staatsrath Wladislawlew, den St. Annen, den erster Klasse verliehen. nerei von Sr. Maj. dem Kaiser, zur Theilnahme an der im bust dieses Jahres bei der Stadt Kalisch abzuhaltenden Heer⸗ au, aus den Garde, Infanterie und Grenadier⸗Corps und aus n tenadier, Regiment Sr. Maj. des Königs von Preußen mmengezogene Bataillone wurden am 26sten vorigen Monats,

egenwart Sr. Maj. des Kaisers, auf der zum Transport

uppen von Kronstadt nach Danzig bestimmten Es cadre tschifft. (Vergl. den Art. In land.) die Abfahrt dieser Abtheilung der Garde nach Kalisch hat

e boisten des Leibgarde⸗Jager⸗Regiments zu einem Ge⸗ [ nlaß gegeben, das in der Nordischen Biene abge⸗ ui, Se. Maj, der Kaiser haben dem Dichter eine gbl⸗

aschenuhr zustellen lassen.

Lin Kaiserl. Ut

olks⸗Aufklaͤru⸗

rennung der Univer pwaltungen der Lehr⸗

n, Gyinnasie

duverneme Ritze besondere ettoren geste

Dem Kaufmann Radowitsch in Ismail ist, wegen seiner Mitwirkung bei Gefangennehmung des beruͤchtigten Raͤubers Tabultok, eine am Annenbande um' den Hals zu tragende gol— dene Medaille verliehen worden.

Nachrichten aus Irkutsk zufolge, spuͤrte man dort am 14. Juni zu verschiedenen Tageszeiten drei Erdstoͤße, die jedoch von keinem unterirdischen Getoͤse, wie es gewoͤhnlich der Fall ist, be⸗ glei tet waren.

P ole n.

Warschau, 4. August. Der General⸗Stabsarzt Geheime⸗ Nath Baron Wilse ist aus St. Petersburg hier angekommen, um sich nach Kalisch zu begeben, wohin schon viele . n gen abgegangen sind. Der Postenlauf zwischen Kalisch und Warschau ist so eingerichtet, daß man in 48 Stunden von einem Ort zum anderen gelangen kann.

In Gemaͤßheit der zur Einrichtung einer Feuerwache in Warschau getroffenen Anordnungen sollen hier hölzerne Thuͤrme oder Warten errichtet werden, der erste auf dem Rathhause, der zweite am Krasinskischen Garten, der dritte in der Neuen Welt, Jer vierte in Praga, und der fuͤnfte in der Citadelle. Mit dem Bau des ersten ist schon angefangen worden.

Frankreich.

Paris, 1. August. Der Koͤnig hat gestern Gluͤckwunsch⸗ Adressen von den Stadt⸗Raͤthen und National-Garden zu Ram⸗ bouillet, Dreux, Compiègne, Noyon, Berch, Passy, Fontaine⸗ bleau und Belleville erhalten.

Den ministeriellen Blattern in den Departements wird von Zeit zu Zeit eine halbamtliche Korrespondenz zugeschickt. Die⸗ selbe enthaͤlt uͤber die Fortschritte der Instruction des Gérardschen Prozesses folgende Details: „Die Kommission des Pairshofes hat gestern Morgen den Urheber des gegen das Leben des Koͤ— nigs gerichteten Attentats verhoͤrt, der sich den Namen Girard beigelegt hatte. Man weiß jetzt, daß dies nicht sein Name ist; man glaubt, daß er Du cafse heiße, und aus Lodève gebuͤrtig sey. Der Herzog Decazes soll ihn fuͤr eine von denjenigen Per⸗ sonen erkannt haben, welche durch die Nachsicht des Pairshofes bei seinem ersten Beschluffe in Bezug auf den April⸗ Prozeß in Freiheit gesetzt wurden. Es ist durchaus falsch, daß er eine tä— towirte Lilie auf der Brust trage, und daß man an den Waͤnden seines Zimmers die Inschrift: Es lebe Heinrich V.! gefunden habe. Man kann noch nicht sagen, welcher Partei er angehoͤrt; aber im Laufe der Instruction muß sich dies ergeben. Man hat zwei Personen verhaftet, gegen die sich starker Verdacht erhebt, daß sie seine Mitschuldigen gewesen. Einer von ihnen hat sich im Sanct— Ludwigs⸗Spitale eingefunden, um sich eine Wunde am Schen— kel verbinden zu lassen; er versicherte, dieselbe auf dem Boule⸗ vard du Temple erhalten zu haben. Einige seiner Worte erreg⸗ ten Verdacht, den man sich aber wohl huͤtete, ihm merken zu lassen. Man suchte zu erfahren, ob Jemand an dem Orte, den er angab, verwundet worden sey. Die Nachbarn stellten diese Thatsache in Abrede. Man konfrontirte mit ihm eine Frau, welche erklaͤrt hatte, daß sie hinter dem Hause, von wo aus der Schuß geschehen sey, gleich nach der Explosion zwei Maͤnner sich habe fluͤchten sehen. Diese Frau erkannte in dem Verwundeten einen jener Maͤnner, und derselbe ist nun in geheimen Gewahr⸗ sam gebracht worden. Außer den beiden grauen Huͤten von ver⸗ schiedener Groͤße fand man in dem Zimmer des Moͤrders auch noch einen eleganten Frack von sehr feinem Tuch, der ihm nicht zu gehöͤren schien. Gerard (wie wir ihn bis auf Weiteres noch nennen muͤssen) hat niemals gesagt, daß er keine Mitschuldigen habe; aber er hat sich hartnaͤckig geweigert, sie zu nennen. Eines der Mitglieder der Kommission las ihm das Ver⸗ zeichniß der Personen vor, die durch seine Maschine getoͤdtet und verwundet worden, und fragte ihn, ob er keine Gewissensbisse daruͤber fuͤhle, so viele Leute hingeopfert zu haben. „„Ich weiß wohl, daß ich Unrecht gehabt habe“, antwortete er. „Wer hat Sie dazu verleitet, ein so furchtbares Attentat zu begehen?“ „„Man hat mich so lange gequaͤlt, bis ich endlich nachgegeben habe. Wenn man ein junges Maschen unaufhoͤrlich verfolgt, so unterliegt sie am Ende; auf diese Weise bin ich ins Verderben gestuͤrzt worden.““ „Sie haben also fremden Verfuͤhrungen nachgegeben?“ „Allerdings, und von den verschiedensten Ar⸗ ten.““ „Aber iver hat Sie denn verfuͤhrt?“ „„Ich weiß, daß mein Kopf fallen wird, aber ich will Niemanden nennen.“ Gérard befindet sich zwar heute etwas besser; aber trotz aller Sorgfalt, die ihm Tag und Nacht von den ausgezeichnetsten Aerzten der Hauptstaͤdt gewidmet wird, ist es doch wahrscheinlich, daß er nicht langer mehr als 14 Tage leben wird. Bis dahin wird man hoffentlich alle seine Mitschuldigen . und die Faͤden des abscheulichen Komplottes entwirrt aben.“

Der Temps sagt: „Es ist ein beklagenswerthes System von Seiten der ministeriellen Journale, daß sie, wenn die Üm⸗ staͤnde ernster und schwieriger werden, ihre gewoͤhnliche heftige Sprache noch steigern, statt Vorsicht und Klugheit walten zu lassen. So sollte man z. B. jeßt meinen, daß die so tiefe und so allgemeine Indignation der Gemuͤther jenen Journalen eine gemaͤßigte Sprache eingeben muͤßte. Aber weit davon entfernt, hoͤrt man nichts als ein Geschrei nach Rache gegen alle Welt; sie nehmen durchaus nur sich von jener großen moralischen Mit— schuld aus, die sie allen Uebrigen' zur kast legen. Das ist we— der gerecht, noch politisch, noch vernuͤnftig. Unabhaͤngig von den hohen gesellschaftlichen und politischen Vernunftgruͤnden, welche der Regierung jede Reaction und jede Ungesetzlichkeit wi⸗ derrathen muͤssen, giebt es auch fuͤr die Maͤnner, die sich am Staats Ruder befinden, eine Art von Unmöoͤglichkeit, auf einem selchen Wege weit vorzuͤschreiten. Es herrscht in diesem Augen⸗ blicke unter den Leuten, die sich in den hoͤheren politischen Re— gionen bewegen, eine Art von Wetteifer, die heftigsten Maß⸗ regeln anzurathen, uͤberall Gefahren und Feinde zu erblicken, und die unverstaͤndigsten Auskunftsmittel zu ersinnen.

Gelegenheiten

Wie

Wellen, von der steigenden Fluth getrieben, draͤngen sie sich, und uͤberstuͤrzen Einer den Andern. Sind die Minister und diejeni⸗ gen, welche mit ihnen die Macht theilen, wohl sicher, daß ste nicht den Grund verlieren, wenn sie sich fortreißen lassen? Sie bemuͤhen sich, alle jene exaltirten Koͤpfe einigermaßen zufrieden— zustellen; aber sie sehen ein, daß die gewaltsamen Plaͤne nur von denen ausgefuͤhrt werden koͤnnen, welche dieselben vorschlagen. Die Bewegung, wenn sie sich derselben uͤberlassen, wird ihnen die Macht entreißen; sie werden in ihren ungeduldigen Rathgebern hab— suͤchtige Erben finden. Jenseits der schon sehr vorgeschobenen Graͤnze, welche sie sich selbst gezogen haben, befinden sich andere Maͤnner und eine andere Politik; wenn sie noch einen Schritt thun, so werden sie die Werkzeuge einer bereits ganz organistrten Partei, welche sie nur so treibt, um sie zu stuͤrzen. Man he—⸗ denke es wohl: auch in unseren Tagen fehlt es nicht an Ultra's, Der groͤßte Ruhm der Staatsmanner ist immer der gewesen, Reactionen zu vermeiden. Unter der Restauration wurde eben⸗ falls ein Verbrechen begangen, welches eine allgemeine Entruͤstung hervorbrachte; es war die Ermordung des Herzogs von Berrz. Wie immer, so fanden sich auch damals Leute, welche aus jenem Attentate Nutzen ziehen wollten. Wer tt am meisten bei der Neaction? Ueber wen wurde mit aller Leidenschaftlichkeit der Parteien der Stab gebrochen? Ueber einen durch das Vertrauen des Koͤnigs allmaͤchtigen Minister; man entriß ihm gewaltsamer Weise seine Macht. Das schoͤnste Lob, welches die Geschichte je⸗ nem Minister ertheilt, war sein Widerstand gegen die unbarm— herzige Reaction im Jahre 1815. Die Umstaͤnde aͤndern sich und eilen voruͤber; das Wohl des Landes, die Grundsaͤtze bleiben. Wenn die oͤffentliche Meinung sich beruhigt, wenn man zur Ueberlegung kommt, so wuͤnscht man sich zu der Maͤßigung Gluͤck, welche die Exaltirten jeder Partei Verrätherei schelten. Keine Geschichte verdient mehr das Nachdenken der politischen Gewalten, als jene kurze und letzte Periode des Ministeriums Richelieu, das durch die absolutistische Reaction im Jahre 1820 nach der Ermordung des Herzogs von Berry uͤber den Haufen gestoßen wurde.

Großbritanien und Seland.

Parlaments-Verhandlungen. Unterhaus. Siz— ans vom 29. Juli. (Nachtrag) Im Laufe der Dedathe ber die einzelnen Klauseln der Irlaͤndi schen Kirchen-Bill, die heute (wie gemeldet) den Ausschuß passirte, fragte Herr Shaw der Recorder und konservative Repraͤsentant von Dublin), ob Herr Walter (der Repraͤsentant von Wexford) sich bei der Irlaͤndischen Un⸗ tersuchungs⸗Kommission als Protestant oder als Katholik angegeben. Dr. Lushington und Herr Hume hielten diese Frage fur hoͤchst unverschaͤmt und riethen Herrn Walker an, von der Grob— heit des Herrn Shaw keine Notiz zu nehmen. Herr Hume bemerkte, jene Aeußerung sey eine solche, wie man sie bel allen elege von Herrn Shaw erwarten duͤrfe, der kurzlich bei einem Gastmahle in Dublin gesagt habe, alle, die im Unterhause die dische Kirchen⸗ glaͤubige. waren, Be⸗ der daß sich alle Un— o habe er damit

tragen, revolution Religion waͤren.

Herr Lord Morpeth entgegnete, Steuer und aus dem Gelde, wel⸗ entspringen wuͤrde. einen festen Ent— nahme der Irlaͤn⸗

zu erheben,

Unterhaus ein solches Ver

oder ob der Friede und die Wohlfahrt de

tigung gezogen werden mußten. Sollten! ergriffen werden, um eine und Aufschub zu bewirken

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. ohne Unterschied der Religion, , , . sollen. Im Laufe der Debatte druͤckte Herr O Conne! l den Wunsch aus, daß die Kildare, Street, Gesellschaft in Du blin (eine protestantische) und ihre Redner, so pyse der Recorder