1835 / 221 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

ein Heidnisches Grabmal, welches mit zwei langen, 3 brei⸗ ten und ü dicken Sandsfeinplatten bedeckt, und mit mehreren 4 a. und 4“ starken Steinplatten ausgesetzt war.. Der innere

aum die ses Steingehäͤuses war bis zur Decke mit lockerer Erde angefüllt. Nachdem diese Erde hinaus geschafft worden, fand man auf dem Boden des Grabes ein Skeleit von bedeutenber Groͤße, ven dem der Finder aber nur den Hirnschaͤdel und die Halfte eines Schenkelknochens aufbewahrt hat. Außerdem wurden drei zerbrochene Urnen und in der Mitte' des Skeletts ein bronzener, mit, dem edlen Roste uͤberzogener Armring, eine Streitaxt von Gruͤnstein und ein sogenanntes Abhäute, Instrument, eben falls von Gruͤnstein, gefunden. An der oͤstlichen Seite des Grabes kam eine sehr große, aber zerbrochene Urne zu Tage, in welcher ein schoͤnes 6“ langes Messer von Feuerstein lag. Unter dieser Urne waren zwei uͤngefähr i. 8 lange und eben so breite Steine ziemlich nahe zusammengesetzt, zwischen denen sich der gut erhal—⸗ tene Kopf eines kleinen Hundes befand. Der ganze Fund ist für die Sammlungen des Thuͤringisch⸗ Saͤchsischen Vereins zu Halle angekauft worden.

Nach den am 2ten d. M. ausgegebenen Listen betraͤgt die Anzahl der in Swinemünde bis geh eingetroffenen Bade⸗ gäͤste 558 und die ga! der Fremden 316.

Die Chausseebauten zwischen Pasewall und Anklam, An⸗ klam und Cavelpaß und . Damm und Stargard werden mit großer Regsamkeit betrieben. Auf den beiden erstern Stra⸗ ßen ist das Planum vollendet und es wird mit Legung der Stein⸗ bahn fortgefahren. Auf der letztgenannten Straße ist man mit Legung des Planums und Anfuhr' der Materialien beschäͤftigt.

Im verflossenen Monate sind in den Hafen von Stral⸗ sund 41, in Greifswald 6 und in Wolg ast 10 Schiffe ein⸗ gelaufen, wovon 27 beladen und 33 geballastet waren. Ausge⸗ laufen sind: aus dem Hafen von Stralsund 33, aus Greifswald

1 und aus Wolgast 5 Schiffe. Von diesen fuͤhrten 11 Bal⸗ last mit fich und 42 waren befrachtet, und zwar unter Anderem mit 9öl Wispel Weizen, 510 Wlspel Gerste, 7 Wispel Ha⸗ fer, so Witpel Mealz und 450 Tonnen Heringe.

Der zu Biejanowo, im Pleschener Kreise des Regie⸗ rungs-Bezirk Posen, verstorbene Guts besitzer Nalscz von Gor⸗ zenski hat der katholischen Pfarrkirche zu Raszkow die Summe von 2000 Rthlr. testamentarisch autgesetzt, und hat dieses Ber— maͤchtniß die landesherrliche Genehmigung erhalten.

Das Lateinische und das Deutsche Verzeichniß der Borle⸗ sungen der hig en Universitaͤt fuͤr das näͤchste Winter⸗-Semester 1835 36, welche am 19. Oktober d. J. werden angefangen werden, sind von heute an bei dem Pedell Heßling im Univer— ö ersteres fuͤr . Sgr., letzteres fuͤr 2 Sgr., zu

aben.

Haupt ⸗Momente neuerer Finanz- und Polizei⸗Gesetzgebung des Auslandes, so weit selbige den Handel betrifft.

XXIII.

Berlin, 31. Juli 18233.

(Schluß.)

Rußland. Durch Kaiserl. Ukas vom 10. Mai d. J. ward, zur größeren Sich erstellung des öffentlichen Ansehens der an den Börsen ab⸗ geschlossenen Akten, verordnet wie foigt: ; .

1) Somohl die Börsenzettel der Mäkler, wie auch allgemein die von den Börsenmäklern abgeschlossenen Handels⸗Geschäfte auf Waaren sollen auf Stempel⸗-Papier gefchrieben werden, und zwar auf Bogen von z30 Kop; sür Geschäfte bis Sooo Rubel; von 1 Rubel, wenn der Werth derselben bis 16,600 Rubel; von 2 Rubel, wenn er bis 20,000, und von 3 Rubel, wenn er über 20,000 Rubel beträgt.

2) Auch die von den Börsenmäklern ertheilten kürzen Frachtzettel, welche nur im Allgemeinen das Gewicht der Schifssladung, aber nicht die Sun me der abgesandten Waare enthalten, sind auf Stempel ⸗Pa⸗ pier, und zwar auf Bogen von 50 Kop. auszustellen. - 2) Hingegen werden die Mäkler-Geschäfte von Tratten und Ri⸗ messen auf auswärtige Plätze fowohl, als auf Städte im Innern nach wie vor, in Gemäßheit Artikels 1932 der Gesetzsammlung in Handels⸗ Sachen (Th. XI) auf freiem Papiere geschrieben. .

Eine vom Departement des auswärtigen Handels publizirte neue Elassifieation im Tarif nicht benannter Waaren verordnet beizuzählen:

1 Hüte aus Strohgeflecht verfertigt, mit Seide oder anderm Ge— spinnst im Zettel, um Tarifs Artikel: Strohhüte und bau mwollene, nach Art der Strohhüte e fen mit 12 Rubel Silber das Pfund belastet, und zur Ausfuhr zollfrei.

2) Trockenes Türkisches Konfekt, Rachatlakum genannt, zum Ta⸗ rifs⸗Artikel: getrocknete Früchte: c. in den Euxinischen, Asowischen und Bessarabischen Häfen fisr einen Zoll von 80 . Silber das Pud jur Einfuhr erlaubt, in anderen Plätzen zu 1 Rubel do Kop. Silber. Die Petersburger Handels-FZeitung Nr. d3 d. 9 enthalt den dies⸗ jährigen Hertheilungs⸗Bericht der zur Beförderung des landwirthschaft⸗ lichen Anbaues Nord-Amerikanischer Tabacksblätter in Rußland von des Kaisers Majestät ausgesetzten Prämien. Es geht daraus hervor, daß aus drei Göuvernements Proben eines solchen mit Rord-Amerika— nischenl Samen erzielten Produkts vorgelegt würden, worunter die von der Südkisste der Krimm, als die voriüglichsten, ihren Sigenthümern die Verleihung einer goldenen und einer silbernen Medaille erwarben. Die drei großen Seldpreise von resp. 2600, 1200 und Sog Rubeln, so wie drei goldene Medaillen konnten jedoch nicht zuerkannt werden, weil nicht alle Bedingungen der Preisbewerbung erfüllt waren, deren Ter⸗ min sodann bis Ende Februars 1837 verlängert worden ist.

Schweden. Zufolge der schwebenden Verhandlungen über gegen⸗ märtigen Zuftand des s. g. Co nyoy⸗Kommiffariats und seiner Kasse ist vorläuig unterm 18. Jun! d. J. von des Königs Majestät verfügt worden, daß der Beitrag Norwegens zur gedachten ait künftig vom Nor wegischen Deyartement unmittelbar an das Kommissariat entrichtet werden soll. Die Convoy-Mittel, deren Hauptbestimmung ist, zur Beförderung des Handels und der Schifffahrt zu dienen, sollen, vom nächsten Jahre an, die Benennung „Abgaben ju dem Handels- und Schifffahrts⸗Fonds“ führen, und von ein kommenden Waaken zu 10 pCt. vom Zollertrage derselben berechnet und erhoben werden. Etwaniger Ueberschuß von den Beiträgen des Schwedischen Handels ist zurüick⸗ zusetzen, um, nach Vernehmung des Kommerz -⸗ Kollegiums und der Kaufmannschaften in den größeren Seestadten, zur Erweiterung und Förderung des Schwedischen Handels und der Schifffahrt verwendet zu werden. Ueber etwanige gäniliche Aufhebung des Lr be e tft riats und Uebergang seiner Geschäfte an das Kom merz⸗-Kollegium wird

die Entschließung noch vorbehalten.

Dänemark. Um einer etwanigen Einschleppung der Orientali⸗ schen Pest durch kürilich in Aegypten angelaufte und ohne Sicherheit vorheriger ordnungsmäßiger Reinigung und Lüftung eingehende Baum⸗ wolle möghichst entgegenzuwirken, hat unterm ? Jull d. N die Direrc⸗ tion der Königl, Quarantaine-Anstalten an sämmtliche Dugrantaine⸗ Kenngessonen Dänemarks und der Herzogthümer verfügt, daß, in Ge— mätzhest z. 8 der Quarantaine-Verordnung vom 8. Febr. IS65 sit. H, bis auf Weiteres keinem selbst von unverdächtigen Orten kommenden, etwa Aegyytische oder überhaupt Levantische Baumwolle am Bord führen⸗ den Schiffe eine Verbindung mit dem Lande gestattet werden soll, insofern

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Deu tschland. Hannover. 30. Mai d. J. ist das bei Erhebung her zum Gründe gelegte (he anntlich mit dem Preußischen Gewichte

Gewicht für das ganze Königreich zu 106 Pfund, net werden.

ordnung d. Oesterreichi en tuhende Ermäßigung der nachstehenden Tarifsätze publizirt worden:

brauch, auch ohne eine solche, bis 2 Pfund gegen gehörige Se— elgration und Versteuerung bei

„Portugal. Eine Bekanntmachung des Minister-Staats-Seere= tairs und General-Administrators der Zölle vont 22. Juni d. J. dringt in Erinnerung, daß, ; rets l

J. , Capitain oder Führer eines Kauffahrteischiffes, unter Ein— heimischer oder fremder Flagge, nach gleichlautenden Manifesten versehen seyn muß, worin Name, Tonnen⸗

auch der Hafen, wo es seine Ladung eingenommen, der Name der Ablader und Consignataire, und genaue und vollständige Beschreibung der Kolli, nach und Nummern. Manifeste vom Capitain unterschrieben, sul des oder der Abgangs-Häfen oder, in Ermangelung desselben, von der Ortsbehörde daselbst ren und He ; die Nothwendigkeit der den Handel bis! kate für jede einzelne Waare autgeschlo ; pCt. ad valor. wird nach Einsicht jener Dokumente bestimmt

Griechenland. 1 ; meldet, daß die Königliche Ratifications , Urkunde des mit Oesterreich geschlossenen Handels⸗Traktats zur Auswechselung nach Wien abgesen⸗

Süd-Amerika. Neu-Grangda. Von den nachbenannten neueren Staats-Gesetzen dieser Republik:

1) Derr Isthmus von Panama betreffend; 2) Dekret vom 22. August 183, in den Niederlage-Häfen; ; 3) Beschlüsse vom; 3. September 1834 zur nachträglichen Erläu⸗ terung beider vorstehender Dekrete;

Y. Mehrere Beschlüsse vom 21. September, Dezember 1833 und 19. 3 difizirung des Zoll-Gesetzss vom 5. Juni 1634 und des Taxations / Ta⸗ rifs, hinsichtlich der Tonnengelder, der Abgaben von Nägeln, Segeltuch, Seife, unbekannten Waaren unh Gebühren, der Emballage und der Erhebung nach den Faktura-Preisen; 5) Dekret vom 21. Januar 1835, staub und Goldbarren betkessend, g z sind vollständige Exemplare kürzlich bei der Französischen Regierung eingetroffen, und von derselben in Französischer Uebersetzung ihren Handels-Kammern mitgetheilt worden, wo sie zur e,. des Publi⸗

900

der Eingangs⸗-Abgahen schon frü⸗

Kölnische Gewicht zum gesetzlichen aligemeinen Handels⸗ ; erhoben. Der Centner wird dabei die Schiffslast zu 1000 Pfund, wie in Preußen, gerech⸗

Durch Gouvernem ents⸗Ver⸗ J. ist die auf den Kaiserl. schen Verordnungen vom 23. März und 17. April d. J. be⸗

en. Au stro-Lombardemn. d. Mailand den 30. Mal d.

der Ctnr. netto auf 53 Lir. 57 Cent. hbrutto 107 14 * ett . * E 133 93

der Ctnr. brutto

in aus Ungarn rter

, ,,

nach Kap. A Art. 1 des Dekréts vom j0. Juli Lissabon bestimmt, mit zwei Heimathsort des Schiffes angegeben werden; außerdem Zahl und Inhalt, mit Randbemerkung ihrer Marken

Laut Artikel 2 des erwähnten Dekrets müssen diefe auch vom Portugiesischen Kon— ü lezalifirt seyn, um über Ursprung der Waa—⸗ imath des Schiffes Beweis zu führen. Dadurch wird dann

er unnütz belastenden Certifi—

sen. Die Zollzahlung von 15

Unterm 7. Juni d. J. ward aus Athen ge— ist.

et vom 18. August 1834, den Transito-Handel über den

betreffend den Verwaltungsgang

12. November, 30. Januar 18335, zur Erlauterung und resp. Mo⸗

geistigen Getranken, der Konsulats—⸗

die Einschwärzung von Gold-

liegen.

1835. 8. August.

Meteorologische Beobachtung.

Morgens Nachmittags Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. 1090 Uhr. Beobachtung.

Luftdruck. ... Luftwärme .. Thaupunkt .. Dunstsättig. . Wetter

Wolkenzug ..

Tagesmittel: 331,52“ Par. ..

Quellwärme 7,5 0 R. Flußwärme 15,9 9 R. Bodenwärme 129 0 R. Ausdünstung 0, Oos / Rh. Niederschlag 0 210 Rh. Nachtkälte 672 R. 549 R... 66 pCt.

335, 51 Par. 9,19 R. . 64 pCt. halbheiter.

10,59 R...

33 4,7“ Par. 13,2 2 R. 5,82 R. S5 pct. halbheiter. W. W.

333 32“ Par. 9,5 ? R. 6,8 2 R. S0 pCt. halbheiter.

W.

383 253.

33 v8.

Mex. 36.

Niederl. wirkl. Schuld dd my Kana - Bill. 24 99ę. Freuna. Prüm. - Scheine 1035. do. A3 Anl. —.

Span. dg 39. Span. Anl. A0.

Engl. Russ. 1053. 1183. Foln. 138. Neue Poln. Anl. Iz2.

Cong. 35 903. Belg. 1003. 37. Zinsl. 135. Ausg. 223. 903. 323 59. Engl. Russ. 1055. Bras. sz.

S Met. 1023. A 06).

Auswärtiges Börsen.

Am ater dam, A August. 53 do. 1017. Ausg. Sehuld. —. AI 8 Amort. Soi 333 79 tauns. 9hz. Oestorr. pan. d 3 39]. Ant werpen, 3. August. Zinsl. 165. Corten 363.

Hamburg, 7. August. Hope in Cert. 99. Preuss. Prüm. - Scheine

Dan. 71. Bort. S3 S..

Coup. 22. Nene

London, A. Autzust.

Span. Cortes A9. Obl. v. 1833 233 Holl. Si. 53 do. 1017. Port. 33 Columh. v. I82 35. Feru 293.

Wien, 4. August. . Neue Aul. 5733. Bank-Actien 18193.

es nicht über geschehene Reinigung seiner Baumwollen in einer aner— kannten Löschunzs⸗Quarantaine amtlichen Beweis bejubringen vermag.

dierauf: Blum.

Montag, 10. August. nante, Lustspiel in 1 Aufzug, von Th. Koͤrner. Stich: Franziska; Dlle. Clara Stich: Louise, als Debutrollen.)

Königliche Schauspiele. Im Schaupielhause: Die Gouver⸗ ( VUlle. Bertha

Durch Königliche Verordnung vom

Dienstag, 11. August. Im Opernhause: Sohn oder Br Lustspiel in J Aufzug, von G. Harrys. Hierauf: Der rern Student, musikalisches Quodlibet in 2 Abth.

Dittwoch, 12. August. Im Schauspielhause: Wallenstei Tod, Trauerspiel in 5 Abth., von Schiller.

Königstädtisches Theater.

Montag, 19. August. Das goldene Kreuz, Lustspiel 2 Akten, frei nach dem Franz., von Georg Harrys. Hieran Die Wiener in Berlin, Posse mit Gesang in 1 Akt, von v. Holtei. Die Instrumental-⸗Musik ist voin Herrn Musik,g rektor Kugler.

Dienstag, 11. August. Zum erstenmale: Angelo, Tyrm von Padua, Drama in 3 Tages-Abtheilungen und 4 Akten, i dem Franz, des Victor Hugo, von Th. Hell. Erster Tag Akt): Der Schluͤssel. Zweiter Tag (in 1 Akt): Das Krus Dritter Tag (in 2 Akten): Das Schwarze fuͤr das Weiße. neue Decoration der zweiten Abtheilung ist von dem Then Maler Herrn Deny.

Neueste Nachrichten.

Paris, 3. August. Gestern hatten der Erzbischof von ris, der Praͤsident der Deputirten⸗ Kammer und der Marst Gerard Audienzen beim Könige. Auch die Mitglieder des R

nungshofes und die Stabs⸗-Offiziere der Pariser Garnison h

den von Sy. Maj. empfangen, eben so verschiedene Deputatig von Stadt-Naͤthen und National-⸗Garden. Auch eine Deputn der in Paris residirenden Englaͤnder, den Admiral Sir Sn Smith an der Spitze, wurde bei dem Koͤnige eingefuhrt uͤberreichte Sr. Majestaͤt eine Adresse, worin sie ihren G wunsch zu der uͤberstandenen Gefahr ausdruͤckte. Diese Ar trug mehr als 660 Unterschriften. Der Konig ertheilte . Antwort in Englischer Sprache, in der er sich mit ziemlicher laͤufigkeit ausdruͤckt.

Die Deputirten⸗ Kammer hielt heute eine oͤffentliche zung; es waren aber nur ungefahr 156 Mitglieder zug Herr Dupin praͤsidirte. Er verlas init tiefer Nuͤhrung, di— oft die Sprache raubte, ein Schreiben des Ministers des nern, worin die Kammer eingeladen wird, bei dem Begraͤh der Opfer des Attentates vom 28. Juli zugegen zu seyn. wurde durch das Loos eine Deputation ernannt, welche die mer repraͤsentiren soll. Nach Verification einiger Voll mah wurde die Sitzung aufgehoben und auf morgen ausgesetzt, eine Mittheilung von Seiten der Regierung geschehen soll.

Das Begraͤbniß der Opfer des Attentats vom 28. Juli definitiv auf den Hten festgesetzt. Der Chef des Generassta⸗ Jacqueminot, hat ein Circular an die Obersten der Legionen Nationalgarde und des Weichbildes der Hauptstadt erlassen, won er dieselben auffordert, sich mit ihren Mannschaften zur bestim ten Zeit und an den, in dem Programme bezeichneten Or einzufinden.

Die Kosten fuͤr das Begraͤbniß der Opfer des Attentth des 28. Juli und die den Verwundeten bewilligten Unterstuhin gen werden auf mehr als eine Million Fr. geschaͤtzt. Den Hu wundeten und den Verwandten derer, die ihren Wunden wmp gen sind, werden von der Civilliste ansehnliche Pen sionen alu⸗

esetzt. ; setz Hoͤllen⸗Maschine ist dem General⸗Prokurator vorget worden. Es scheint, daß bei ihrer Verfertigung ein Tischler, ih Schlosser und ein Mechanikus thaͤtig gewesen sind.

Vierzig Republikaner, die in Folge des Ittentars n 28. Juli verhaftet worden waren, sind wieder in Freiheit gest worden. Die Journalisten befinden sich noch alle entweder Ste. Peélagie oder in der Conciergerie.

In einem Morgen⸗Blatte liest man jetzt: „Der Urheber ) Attentates ist ein Korse, Namens Fieschi, der zur Garde Mn Königs Joachim Muͤrat gehoͤrt und die Expedition mitgemihr hat, die fuͤr diesen Fuͤrsten so ungluͤcklich endete. zuruͤckgekehrt, wurde er wegen Diebstahls zu zehnjaͤhriger Zu hausstrafe verurtheilt, die er auch bestanden hat. Im J. gelang es ihm, man weiß nicht wie, sich auf die Liste der politist Verurtheilten eintragen zu lassen, und er erhielt aus die sem Gru eine Unterstuͤtzung bis zum Ende des Jahres 1834. Um M Zeit wurde der Betrug entdeckt. Fieschi wurde von der der politischen Verurtheilten gestrichen und sah sich zu fliehen noͤthigt. Er wurde gestern von Herrn Olivier Dufresne 06. neral-Inspektor der Gefaͤngnisse, von Herrn Ladvokat, öl Lieutenant der 12ten Legion der National-Garde, und von m reren anderen Personen wiedererkannt. Man hatte von jn der Untersuchung an einen fremden Accent an ihm bemerkt h ist verheirathet, und man hat seine Frau bereits ausgefunn !

An der heutigen Boͤrse schien man einige Besorgnsst den nächsten Mittwoch zu hegen; man befuͤrchtete, es min beim Begraͤbnisse Unruhen vorfallen; Mittheilungen, Rn Behoͤrde gemacht worden, sollen den Koͤnig bewogen haben Zuge nicht, wie er anfaͤnglich beabsichtigt hatte, von der Ein Pauls-Kirche bis zur Kirche des Invaliden-Hotels zu fihn es wuͤrde, sagte man, die ganze National⸗Garde aufgerufen z den und nicht bloß zwei Bataillone von jeder Legion. Doch s den jene Besorgnisse keinen großen Anklang ünd veramijt auch kein sehr starkes Sinken der Fonds. Ferner hieß ej der Boͤrse, die Constiturion von 1812 waͤre in Madrid ptth mirt worden, und es haͤtte der Behoͤrde viele Anstrengung; kostet, die Ordnung wiederherzustellen und die Empoͤrer zu itt waͤltigen. ; .

Die Cholera faͤngt jetzt auch in Marseille an abzunthz Neun Polnische Aerzte und Chirurgen haben von dem Mins rium die Erlaubniß erhalten, sich nach den suͤdlichen Departemen zu begeben, um den Cholera⸗Kranken ihre Sorge und Huͤlft widmen. . Graf Leon, natuͤrlicher Sohn Napoleons, der nach Englss Blaͤttern in die Reihen des Spanischen Heeres eingetreten st sollte, widerspricht jetzt diesem Geruͤchte. (S. oben den Art. London

Heute schloß 5proc. Rente pr. compt. 1099. —. . Cour. 105. 20. 3proc. pr. comwpt. 6. 8h. 1 , 70. öoproc. Neap. pr. Compt. 97. 5. sin cour. 97. 30. . 40. ole do. 25. Cortes 39. Vusg. Schul it

1

rankfurt a. M., 6. August. Oesterr. 5proc. Mh 1a , proc. 981 3. 9814. 23Iproc. 575. Br. Iproc. 3 Br. Bank ⸗Actien 1600. 1598. Part.“„Obl. a0. 140. b zu 500 G. 1153. 1153. Loose zu 1090 G. 2137. G. Pu Praͤm.⸗Sch. 597. 59g. do. proc. Ang. 984. Br. ; 693. 69. Sproc. Span. Rente 3873. 383. Zproc. do. 22

Redacteur Co tte! . e m mm, mm e. Gedruckt bei A. W. Hayn.

6

er Ball zu Ellerbrunn, Lustspiel in 3 Abth., von

Poln in

twa z Fuß breit und

breüßische Staats—

Allgemeine

6 221.

n r 1 ——

———— ———

Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.

Des Koͤnigs Majestaͤt haben den Legations⸗Secretair bei erhöͤchstihrer Gesandtschaft am Koͤnigl— Schwedischen Hofe, tmeister Ludwig Wilhelm Engelhardt, in den Adel— id zu erheben geruht. .

Se. Masestuͤt der Koͤnig haben den Ober⸗Landesgerichts⸗ fh pon Wulffen zu Insterburg in gleicher Eigenschaft an Ober Landesgericht zu Frankfurt an der Oder zu versetzen

ht.

Der bisherige Ober⸗ Landesgerichts Neferendarius Ben ja⸗

Adolph VBogtlaäͤnder ist zum Justiz-Kommissarius bei Land. und Stadtgerichte zu Birnbaum ernannt worden. Der bisherige Ober⸗Landesgerichts/ Referendarius Walleiser zum Justiz-Kommissarius bei dem Land- und Stadtgericht Schrimm ernannt worden.

.

Die oͤffentliche Sitzung der Koͤniglichen Akademie der Wis— chaften am 6. August, zur Feier des Allerhoͤchsten Geburts⸗ s, eroͤffnete der vorsitzende Secretair Herr Encke. In sei— Vortrage zeigte er die sehr nahe gaͤnzliche Vollendung des des Koͤnigs Majestaͤt durch die Allerhöchste Kabinets-9rdre 15. Ottober 1328 gnaͤdigst befohlenen, und im Herbste des hres 1832 wirklich begonnenen Baues einer neuen Stern— fte an, wohei er die nähere Veranlassung zu diesem neuen weise der Königlichen Huls und Gnade und die Art der Aus— hrung erwahnte. Hierauf las Herr Ehrenberg uͤber die truktur der Medusen und die Einheit des Planes der thierischen Organisation. Die Gedaͤchtniß-Rede das verstorbene Mitglied der Akademie, Herrn Rudolphi, Herrn Müller, seinem Nachfolger im Amte, vorgetragen, achte den Beschluß.

Angekommen: Se. Excellenz der Koͤnigl. Schwedische neral⸗Lieutenant und Staats-Rath, Graf von Lswenhjelm, n Leipzig.

Der General-⸗Major und Commandeur der Kadetten-Anstal⸗ n, von Below, von Dresden.

Zeitungs-⸗Nachrichten. ö

Frankre mich.

Paris, 3. August. Das Journal des Dabats wider— icht dem Geruͤchte, daß der Fuͤrst von Talleyrand unmittelbar

Nach Cofsch einer Ankunft Einem Min ister-NRathe beigewohnt hahe

Der General Jacqueminot hat ein Rundschreiben an die ersten der 17 Legionen der National-Garde der Hauptstadt d des Weichbildes derselben erlassen, worin er ihnen den nsch des Königs zu erkennen giebt, daß bei der Beerdigung Opfer des Attentats vom 28. Juli die gesammte National— rde unter den Waffen seyn moͤchte. Diesem Schreiben sind sleich die Dispositionen zu dem auf uͤbermorgen angesetzten uer⸗Zuge beigefuͤgt. Von den 14 in der St. Pauls-Kirche ausgestellten Leich⸗ men waren nur 4 einbalsamirt worden, und sammt den 10 rigen in doppelten Saͤrgen, wovon der innere von Eichenholz, r äußere von Blei, verschlossen worden. Indessen dehnten die ich die Auflosung der nicht einbalsamirten Koͤrper veranlaßten uͤnste sich bald dergestalt aus, daß die bleiernen Sarge an ehreren Stellen Risse bekamen, wodurch sich ein sehr uͤbler eruch in der Kirche verbreitete. Es blieb hiernach nichts wei— übrig, als jene 10 Saͤrge in einem kleinen Hofe dicht bei r Kirche noch einmal zu oͤffnen, um die Koͤrper vor der wei— en Fäulniß zu bewahren. Diefe Operation, auf welche mehr 50 Pfund Sublimat verwandt wurde, dauerte 36 Stunden. Die Gazette des Tribunaux enthaͤlt eine genaue Be⸗ jteibung der von Gerard zur Ausfuhrung seines Mordanschlags gefertigten Maschine. Das Ganze hatte die Gestalt eines Pults m Schreiben im Stehen. Das Gestell auf welchem die Flin⸗ nlzufe ruhten, hatte nämlich nach hinten 2 langere, nach vorn luͤrzere Staͤnder, die unter einander mit starken eichenen Quer⸗ htzern verbunden waren. Die 25 Flintenlaͤufe von gewoͤhnlicher ange lagen nun dicht neben einander auf diesem Gestelt, und rat nach vorn etwa 7 8 Zoll niedriger als nach hinten. Fuͤr den einzelnen Lauf war in der vorderen Unterlage eine Hoöͤh⸗ ng angebracht, so daß die Laͤufe sich hier nicht beruͤhren konn⸗ n waͤhrend sie nach oben hart an einander lagen. Die Hoͤhlungen fanden sich aber nicht genau auf einer Linie, vielmehr waren um einen halben Zoll hoͤher oder niedriger, damit die einzel⸗ En Ladungen nicht alle dieselbe Richtung nähmen. In Folge ieser Vorrichtungen mußte das Geschoß sich auf eine Höhe von Fuß, die etwa' ein Reiter haben mag, und auf eine Breite n 23 Fuß ausdehnen. Oberhalb der Zuͤndloͤcher wa⸗ n fämmtliche Flintenlufe durch ein starkes Quereisen mit nander verbunden, und zwischen den beiden Hinterfuͤßen ö Gestelles war eine Schraube angebracht, mittelst welcher man e Hinterseite etwas höher oder niedriger stellen, und dadurch immtlichen Flintenlaͤufen eine mehr oder minder schraͤge Rich⸗ ng geben konnte. Mittelst eines Pulvergestreu's waren die Zuͤnd⸗ Ergunter einander verbunden, so daß beim Anzuͤnden saͤmmt⸗ che Laufe auf einmal losgehen mußten. Die ganze Maschine war auf 4 Fuß lang. Der zweite und der 10te ö . nicht losgegangen, und Laufe sind gesprungen; die— 5 na pzlten Umsstande ist es vielleicht beizumessen, daß der Koͤ⸗ j nd seing Soͤhne nicht getroffen wurccn. Uebrigens befan⸗ en sich die 4 gesprungenen Laͤufe nicht nebeneinander, wie man nfangs geglaubt hat; sie waren vielmehr weit von einan—

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der entfernt. Der erstgesprungene war der Ate in der Reihefolge, der letztgesprungene der 23ste. Der C onstitution⸗ nel behauptet, es wären der Zte, Hte, Late und 2l ste Lauf gewe⸗ sen, die gesprungen. Der Schlag war so stark, daß das Quer⸗ eisen, welches hinten bie Laͤufe verband, an mehreren Stellen gesprungen ist. Aus der ganzen Construction der Maschine laͤßt sich annehmen, daß ein Tischler, ein Schloffer und ein Mechani⸗ kus an derselben gearbeitet haben. Als Verfertiger der Tischler⸗ Arbeit ist bereits ein Tischler in der Straße Montreuil Nr. 41 erkannt worden, dem jene Arbeit schon im April aufgetragen war. Derselbe ist verhaftet worden.

Im Departement des Norden ist eine Absicht eröffnet worden, dem Marschall Mortier in seiner Vater⸗ stadt Cambrai ein Denkmal zu errichten.

Der bekannte Bergeron (der Haupt⸗Angeklagte in dem Pro⸗ zesse wegen des auf den Koͤnig abgefeuerten Pistolenschusses), der in seiner Wohnung nicht aufzufinden gewesen war, ist, dem Ver⸗ nehmen nach, vorgestern fruͤh in der Nahe von Paris verhaftet worden.

Großbritanien und Irland.

Parlaments-Verhandlungen. Oberhaus. Siz— zung vom 3. August. (Nachtrag.) Lord Melbourne be— muͤhte sich im ersten Theile seiner Rede, mit welcher er den An—⸗ trag unterstuͤtzte, daß das Haus sich in den Ausschuß uͤber die Munizipal⸗Reform⸗Bill verwandeln mochte, die Aufregung, welche anfangs seine Motion unter den Mitgliedern der Gegen⸗ Partei hervorgebracht hatte, wieder zur Ruhe zu bringen. sehr versoͤhnlich und bat die Lords, sie möchten doch bei der vor— liegenden wichtigen Frage die politischen Leidenschaften zurück— draͤngen, die nun schon 5. Jahre lang die Parteien gegen einan⸗ der erbitterten, und die jeden Schritt der Regierung erschwerten. Die Aeußerung, daß er dieser politischen Streitigkeiten schon herzlich muͤde sey, wurde von der Opposition mit Gelächter aufge⸗ nemmen. Er habe sich, fuhr der Minister fort, Muͤhe gegeben, alle seine Maßregeln so einzurichten, daß sie außer dem Beifall des n,. auch die Genehmigung Ihrer Herrlichkeiten zu finden hoffen duͤrften; dies sey auch mit ber vorliegenden Bill der Fall gewesen, und er freue sich, daß dieselbe ohne Abstim⸗ mung die zweite Lesung erhalten habe, also dem Prinzipe nach von diesem Hause gutgeheißen worden sey. (Es ist jedoch hier zu bemerken, daß sich bei der zweiten Abstimmung sogleich nieh⸗ rere Pairs, unter Anderen der Herzog von Cumberland und der Herzog von Neweastle, gegen die Folgerung verwahrt hatten, als ob sie damit, daß sie vor der Vernehmung der Anwalte der Corporationen in die zweite Lesung willigten, dem Prinzip der Bill beipflichteten; vielmehr war die Er— oͤrterung des Prinzips derselben ausdrücklich bis zu dem Antrage auf die Verwandlung des Hauses in den Aus, schuß über die Bill vorbehalten worden.) Selbst diejenigen Pairs, meinte Lord Melbourne weiter, die sich gegen die Bill erklaͤrt, hätten doch zugeben muͤssen, daß der gegenwaͤrtige Zustand der Staͤdte⸗Verfassung nothwendig einer Reform beduͤrfe; sey man aber uͤber die Details einer solchen Reform uneinig, so werde man sich daruͤber gewiß im Ausschusse verstaͤndigen, auf den er hiermit antrage. Nach dieser Einleitung ließ sich jedoch der Mi—⸗ nister selbst, wie es sonst nur bei der zweiten Verlesung der Bills zu geschehen pflegt, in weitlaͤuftige Auseinandersetzungen uͤber das Prinzip der Munizipal-⸗Reform ein und schilderte die haupt⸗ e rn Mißbraͤuche des jetzigen städtischen Eorporations.

esens.

„Von den kleineren Maͤngeln“, sagte der Redner unter Ande—. rem, „von den Mißbrauchen, welche man nur belzubehalten sucht, um einen politischen Einfluß der Aristokratie zu bewahren, will ich hier abseben; die Faͤlle, wo edle Lords und ehrenwerthe Herren nur deswegen Mitglieder einer staͤdtischen Corporation wurden, um sich die Parlamentswahl zu sichern, will ich mit Schweigen uͤbergehen; das sind vitia temporis, vitia hominum; ich will sogar des verbre— cherischen Benehmens, welches einigen Corporationen Schuld gege⸗ ben wird, hier nicht erwähnen ich will ganz im Allgem nnen üer die Einrichtung dieser Corporatlonen selbst! syrechen Diese mogen allerdings in ihrem ursprunge der Erhaltung der Frelheit und dem Gedeihen des Handels forderlich gewesen seyn. Fuͤr die Zeiten aber, in welchen wir leben, erfüllen fre jenen Zweck in zu be⸗ schraͤnktem ö, im Verhaͤltniß zu der Zahl der Stadtbewoh⸗ ner, uber die sie regieren, ist ihre Anzahl zu gering; daher sind sie jetzt nicht mehr im Stande, ihre Pfiichten genugend zu erfuͤllen, und fuhren stgtt dessen gar manche üehel herbef, bringen große Gefahr und stehen jedenfalls den wohlthäͤtigsten Berbesserungen entgegen. Statt Bollwere der buͤrgerlichen Freiheit zu seyn, sind sie die, Bollwerke der Acistokratie geworden. Ich will indeß unter allen Städten beispielsweise nur 3 besonders hervorheben, in denen die Verhaͤltnisse und die Beschaͤftigung (meist Fabrik⸗Arbeit) der Einwobner, die Wahl der Corporattons-Mitglieder und die Art bes Regiments ziemlich gleich ist, und die ich, in jenen Gegenden zu Hause, allen ihren Mißbrduchen nach längst gekannt habe, bevbr die Kommission ihre Unterfuchung begannn; nämlich: Nottingham, Lelcester und Derby. Von diesen drei Staͤdten sst die eine zum großen Theil dem Einflusse einer der angesehensten Familien des Landes unterworfen, und die Ansichten der liberalen Partei, welcher jene Familie angehbrt, haben denn auch immer in der Stadt selbst die Qberband erhalten; die regierende Corporation von Nottingham hat immer der Partei der Wbigsgund der Diffen ters angehhrt. Bie Corporation von Letcester dagegen gehöoͤrte immer den Torles und, wie man sie heute nennt, den Konservatsven an. Derby wiederum gehört den Whigs. Durch Heraushebung gerade dieser 3 Staͤdte, von denen 2 meiner Partei zugethan sind, beweise ich also hinlänglich meine Unparteilichkeit on Nottingham nun heißt es im Kommissions⸗ Bericht: „„Die regierenden Kollegten waͤhlen sich selbst. Der po⸗ litische Charakter der Corporation (ber stimmberechtigten Buͤrger⸗ . im engen Sinn), die Ausschließung so vieler achtungswerther, einsichtsvoller und vermbgender Personen, der Mißbrauch gen Wahl⸗ rechts hei n nn der Parlaments⸗Waͤhler, die un zweckmäßige Verwendung der staͤhtischen Einkünfte, das Geheimnißvolle der gan⸗= zen Finanz⸗Verwaltung, die große Last Befreiung der Corporations? Guter von diesen Steuern geben chen so viel ursgchen zu wohl gegründeten Klagen, welche die Munizipal⸗ Verwaltung des Zutrauens der Einwohner berauben.““ In Bezug duf Leicester heißt es im Bericht:

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der Lokal⸗Steuern und die

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„,Das regierende Kollegium erganzt sich selbst, ist vollkommen geschlossen nd Niemanden verantwortlich. Die Resultate eines sol⸗ chen Hyöstems sind im hohen Grabe ungenkgend und mit den 3iwe— cken einer vernünftigen k gaͤnzlich unvereinbar In keiner Corporation wurde das System der ausschließlichen Be⸗ rechtigung weiter getrieben, als in diefer. Vom Mayor bis zum un⸗ tersten Diener des Stadthauses sind alle Aemter mit Angehdbrigen der privilegirten Corporation und der Tory⸗-Partei besetzt; und alle Einwohner, die andere politische Ansichten hegen, sie mögen noch so achtungswerth, noch so kenntnißreich seyn, sind gaͤnzlich ausgesch los⸗ sen. Hennoch besitzen diejenigen Einwohner, welche nicht zu je⸗ ner stimmberechtigten Buürgerschaft gehbren, wenigstens einen eben so großen Theil des. Bermoͤgeng und der Intelligenz; und bilden unzwetfelhaft die bedeutende Mehrzahl der Ein“ wohner in der Stadti““ ueber Derby endlich sagt die Ksm= mission: „„Die Corporation von Serby hat immer aus Personen von einerlei politisch er Ansicht bestanden, und ihre Sorgfalt, ein sol⸗ ches System zu erhalten, hat sie haͤufig veranlaßt, nur zu politischen Zwecken eine Menge von Corporations⸗Mitgltedern i erwaͤhlen. Im Jahre 1806 würden, um eine Parlaments ⸗Wahl durchzusetzen, 124 solcher Ehren⸗Waͤhler kreirt; eben so im Jahre is 19 wöicher 132. So oft das oherste Kollegium bemerkte, daß Ne Anzahl der in sei⸗ nem Sinne stimmenden Waͤhler zu gering war, benachrichtigte der Mayor die Agenten der Familie von Cavendish davon und bat diese um eine Liste der neu zu kreirenden Baͤhler. So waren in den letzten dreißig Jahren vor Annahme der Re= form⸗Bill in Derby die Parlaments-Wahlen immer unbestrit⸗ ten nach dem Willen der einen Partei ausgefallen.““ Aus diesem Auszuge aus dem Bericht der Kommission ergiebt sich das uUnge⸗ reimte der jetzt bestehenden Städte-Verfassungen; Überall ß *in Staäͤdten der . Art über die Haͤlfte der Einwohner, und zwar der gebildeten und vermoͤgenden Einwohner, von aller Theil— nahme an der Verwaltung ausgeschlossen und aller Kontrolle Ker die Verwendung der offentlichen Fonds und über die Führung des Stadt⸗ Regiments beraubt; dieser Uebelstand ist mir von jeher so un⸗ naturlich, so schreiend vorgekommen, daß ich die Nothwendigkeit ci⸗ nes dem gegenwartigen gerade entgegengesetzten Systemsz eingesehen habe. Ein anderes Beispiel entnehme ich von der Stadt Coventry, fuͤr die der gelehrte Anwalt (Sir Ch. Wetherell) sich in der vorigen Sitzung so eifeig verwendet hatte. Hler ist zwar das herrschende Kollegium in der Regel zur Haͤlfte aus Whigs, zur Haͤlfte aus Tortes zusammenge⸗ setzt, so daß ein ,. auf die Parlaments⸗Wahl in der Art, wie in Derby und Nottingham, nicht vorkommen kann; dagegen giebt es aber dort ein anderes Uebel, naͤmlich fortwährende Sireltigkeiten zwischen dem privilegirten Kollegium und den . Einwohnern; daßn giebt es keine Stadt in England, deren Geschichte mehr durch Bestechungen, Betrügercien, Gewaltthaten und Scheußlichkeiten aller Art bei den Parlaments⸗Wahlen 32 ist, die meistens von even jener Corporation ausgegangen sind, eren man sich in die⸗ sem Hause mit so vieler Warme angenommen hat. Aehnli⸗ ches weiß ich aus eigener Erfahrung von der Stadt Bri⸗ stol. Alles, was der Kommisstons-Bericht darüber sagt, ist wahr: „„Die vorherrschende Stimmung in Bristol in Bezug auf die Corporation ist die heftigste Erbitterung gegen dieselbe! * Be allen Streitigkeiten und Üünordnungen, deren Schauplatz Brisstol seider so oft gewesen, unter allen Wechseln der Partelungen war mer die, Corzoration der Gegenstand der Anfelndung und des Hasses. Eine solche Stimmung kann nicht anhaltend in einer Ge⸗ meinde fortdauern, wenn die Veranlassung dazu nicht in gewissen wesentlichen Grund⸗ Prinzipien ihrer Verfässung liegt. Das Miß⸗ verhaältniß geht so weit, daß jede Maßregel von noch fo lsberg= ler Art dennoch nicht populair feyn wärde, sobald sie von der Corporation gusginge.““ Mit noch viel, staͤrkeren 3u= gen schilderte diesen Haß der Einwohner dasjenige Mitglied er Kommissien, welches gegen den Kommisstons⸗Berscht protest irt hat., Beide Thelle also raͤunign dieselbe Wahrheit n. Und wahrt diest Feindschaft? Woher, Mylords, diefes unnatürliche Verhaͤlt⸗ niß? Der Grund liegt darin, daß die regierende Corporation nicht , Gesinnungen, nicht gleiche Gefuͤhle hegt, wie das Publikum; er Grund liegt in ibrer Absonderung, in ihrer ausschließlichen Berechtigung, in ihrem olicharchischen Charaktẽr, in der ür ihres Verfahrens, in der Heimlichkeit ihrer Handlungen; sie scheut die Oeffentlichkeit, sie fuͤrchtet die hffentliche Meinung; darum tadelt, darum verabscheut die oͤffentliche Meinung ste. Das sind die wah⸗ ren Uebelstaͤnde, Mylords, welche ben Frieden der Staͤdte, die Ruhe des Landes bedrohen. Großer Gott! Mylords, wir haben unruhige Zeiten durchlebt, wir hahen die Aufregung des Volks erfahren, wir haben bffentliche Tumulte angesehen, aber das kann ich sagen und ich brauche nicht mehr zu, sagen ich habe weniger von Bir⸗ mingham und Manchester gefuͤrchtet, als von jeder anderen Star des Königreichs, wo es Corporationen der bejelchneten Art giebt. Groß war allerdings die Aufregung, der Tumult in Birmingham und Manchester, aber es gah dort keinen Haß gegen die Lokal? Be hörden, leine örtliche Feindschaft, keine innere Unzufriedenheit denn dies Alles waͤre viel gefährlicher gewesen, als die Unzufriedenheit, welche aus allgemein natlonglen Ursachen, aus politischen Ansichten und Meinungen entstehen. In den Orten, wo privllegtrte Corpo= rationen herrschen, hatten wir nicht die Aufregung allein zu fürch= ten, welche die Parlaments- Reform hervorbrachte, sondern auch noch jene Corporationen selbst zu bekampfen. Dort haben wir noch ein besonderes Element der Unordnung, eine besondere Quelle der Gefahr, eine Ordnung der Dinge, welche die Einwohner der Staats⸗ . entfremdet und sie geneigt macht, die Aufleh⸗ nung Boöͤswilliger gegen die Lokal- Beboörde * wenn auch nicht zu verursachen, so doch geschehen zu lassen. Das sind di Grunde, warum ich Ew. Herrlichkeiten bitte, unsere Bill anzunehmen. Ich weiß nicht, was Sie, Mylords, pavon halten; aber mir Hin es, ich habe Dinge angeführt, die dringend genug fuͤr die ill syrechen (Beifall; aber den dringendsten von allen Geün—⸗ den habe ich doch noch unerwähnt gelassen = das ist die Rech tsy ssege⸗“ Lor? Melbourne hob nun besonders die Verderbtbeit der gegenwart gen Rechtspflege in den Staͤdten hervor und empfahl den Lordz vor Adem, die Nothwendigkeit einer Verbesserung in diesem Punkte zu berächsteh tigen, „denn“ sagte der Minister, die Gerechtig net ist die Luft, die wir athmen, die Gesundheit unseres Staatsköͤrpers, das Element unseres Kebens; wird diese parteissch verwaltet, ober jst sie nur nn! der n, . verpächtig geworden, dann ist an Friede undiichläh ür eine Gemeinde nicht mehr zu denken.“ Zuletzt ver⸗ theidigte er die Bill gegen den Vorwurf, daß si⸗ in England nichts als eine Menge von Republiken errichten würde. „Solche Repu⸗ bliken“, sagt- er, „hestehen bereits und haben durch daz Prinziy bfr, Auteno van je ber beftanden, und die Bil benweckt mur if oligarchische eM fung fu einer populgiren umzubilden; denn, ge⸗ genwäͤrtig sind sie nur Oligarchteen, verbunden nt allen den Nach⸗ thellen, allem dem Unheil, welches aͤberall und zu allen Zeiten aus jenem Regierungs- Systeni ffießt einem Systeim, m elchss le. gu