1835 / 253 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

ee, m e e ne,

.

.

. . ö

1.

MM uogischen Gesellschaft abgesandte Naturforscher Herr C. Coxen von seiner Entdeckungsreise nach dem Innern von Neu— Holland wieder dort angekommen. Die ganze Gegend, die er durchreiste, war wuͤst und unfruchtbar und das Land schlecht, da es eine unabsehbare baumlose Flache bildete. Die Ufer des Flus⸗ ses Rammok, an denen Herr Coxen 1060 Meilen uͤber die letzte Ansiedelung hinaus vordrang, fand er sturk bevölkert und die Bewohner bei weitem großer, als die Eingeborenen gewohnlich sind; er konnte sich ubrigens diesen Leuten, die er als sehr feind— selig schildert, nicht verstandlich machen. Herr Coxen hat 26 sel— tene Arten von Voͤgeln entdeckt, worunter sich wenigstens 20 ganz neue befanden. Im April dieses Jahres wollte er eine abermalige und noch weiterz Reise antreten.

Nieder lande.

Amst erdam, 35. Sept. Die Schwankungen in den Prei⸗ sen der Spanischen Staats⸗Papiere sind im Laufe dieser Woche nicht so bedeutend gwesen, wie in der vergangenen, indem sich in Spa— nien keine neue so wichtige Borfaͤlle ercjgneten, daß sie einen be— sonderen Eindruck auf die Fonds gemacht hatten. Der Eours der Iprozentigen Perpetuellen stellte sich bet mehreren anfehnlichen Ver— käufen am verwichenen Montag auf 321, pCt. und behauptete sich gut auf selbigen bis gestern, wo zeiterdings für Belgische Rechnung viele Stucke ausgeboten wurden und dadurch der Preis bis 3219 pCt. zuruͤckging; dageo zn sind Cortes-Obligationen mit geringen Räck— käͤllen steigend Zeblleben bis 3012, pEt., iicfen j. doch bet der ge⸗ rigen lauen Stimmung wieder 13, pCt. nach. Als urfache, daß die Differenz in den Couesen der Pervetuellen und Gortes-Höliza— tionen sich weniger grof, als in letz ter Zest darstellte, wird die bcäß— sichtigte neue Conve sion, welche von mehreren Spanischen Staats— Vapieren geschehen soll und wobei letztere fast eben so gut wie die Verpetuellen Qtligatlonen wegkommen, angegeben; auch fuͤr Cortes— Coupons herrschte dteselbe guͤnstigere Meinung, wodurch deren Preis bis 185 pCt. gegangen ist, Die Course der Hollaͤndischen Stäats— Papiere sind, dei sehr geringem Umsatz, fast während der ganzen Woche flau gewesen; die letzten Nachrichten von London brachten Aber eine bessere Notirung von Integralen, begleitet durch einige Auftraͤge zum Ankauf dieses Paplers, so daß gestern die Stimmung auch für alle übrigen wieder besser wurde. Integrale erceich ten Dann g, 3prozentige wirkliche Schuld 10132, Syndikat-Obligationen ä pCt. und Kanzbillets 24 Fl. In Sesterreichischen und Rus— üschen Schuld⸗Vokunienten war ez nicht lebhafter wie gewohnlich; bloß in 6pretentigen Rassischen Inseriptionen fand eine Preis-Ver— besserung von 33 pCt. durch einige Nachfrage statt; alle andere erhielten sich auf dem vorigen Stand. In Saäͤd⸗-Amermkanifchen Fends ist kein erheblicher Unisatz gewesen, doch haben sich die Eourfe der Brasttianischen und Columbsschen Obligationen gut behanptet. Das Geld bleibt zu 21 und 3 3 1M pCt. zu haben und zu lassen. Am gestrigen Getraide⸗ Markte war es wieder sehr geschästslos und blieben alle Getraide Sorten in einer flauen Stimmung.

Belgien.

Brüssel, 6. Sept. In Ostende hat sich der Chevalier von Almeida Gareli einer besonderen, ihm von der Koͤnigin von Portugal gewordenen Mission entledigt; er war beauftragt, der Koͤnigin der Belgier das große Band des Portugiesischen Isa— bellen-⸗rdens zu uͤberreichen. Der Moniteur, der dies an— zeigt, fuͤgt hinzu, es sey dies nicht das erstemal, daß die Por— tuglesische Regierung ihre besondere Sympathie fuͤr Belgien be— zeuge; so sey auch Namens der Ersteren allen Belgiern, welche den Portuglesischen Flüchtlingen zur Zeit Dom Miguels eine Zuflucht gewährt hatten, öoͤffentlicher Dank abgestattet worden; serner habe Koͤnig Leopold die großen Portugiesischen Orden er— halten; eben so der Kommandant von Ostende und der Belgische Geschaäftstraͤger in Lissabon den Christus-Orden und endlich der Belgische Minist‘r der auswärtigen Angelegenheiten das Com— mandeur-Kreuz des Ordens „der Empfaͤngniß Unserer Lieben Frauen ven Villa Viciosa“.

Bekanntlich geht man schon seit einem Jahre damit um, zum Schutz der Belgischen Industrie den Zoll auf Baumwollen— Waaren zu erhoͤhen, wenn gleich die Kammer bisher noch zu keinem Enischluß daruͤber kemmen konnte. Die Gegner dieser Maßregel fuhren jetzt als neues Hinderniß gegen dieselbe eine Note an, welche der Schweizerische Geschaͤftetraͤger in Paris dem dortigen Bevollmächtigten Belgiens uͤbergeben habe, worin der Vorort sich uͤber jene Absicht der Belgischen Regierung be— schwere, und worin unter Anderem gesagt werde: „die Schweiz duͤrfe um so weniger erwarten, ihre Produkte aus Belgien aus— geschlossen zu sehen, als alle Handels Gegenstaͤnde und alle Ma— nufaktur Erzeunnisse des letzteren Landes in den Schweizer Kan—

tonen gänzlich freie Einfuhr fanden, ohne irgend einem Zoll oder!

auch nur einer noch so unbedeutenden Kontroll-Gebuͤhr unter— werfen zu seyn.“

Dänemark.

Kopenhagen, 5. Sept. Die zur Ausarbeitung eines neuen Zoll-Systens fuͤr die Herzogthuͤmer Schleswiz und Hol— stein Allerhoͤchst angeordnete Kommission, so wie die fuͤr das Koͤnigreich Daͤnemark niedergesetzt! Tarif-Kommissien, haben ihre Arbeiten vollendet, und das Resultat wird in diesen Tagen dem Königlichen Staats-Rath, so wie demnächst den Provinzial— Ständen der verschiedenen Theile der Monarchie, zur Beurthei— lung vorgelegt werden. Der wesentliche Inhalt des Gesetzes be— steht darin, daß sammtliche noch bestehende Exemtionen und Privilegien einzelner Distrikte und Personen ruͤcksicht'ich des Zolls aufgehoben werden, jedoch gegen Entschaͤdigung; daß die Fesseln, die bes jetzt den Verkehr zwischen den Herzogthuͤmmern und dem Koͤnigreich hem unten, wegfallen, indem, mit Ausnahme dreier Artikel, stempelpflichtige Baumwollen-Waaren naͤmlich, Spirituosa und Finnische Holz⸗Waaren, die Tarif⸗Ansaͤtze voͤlliz gleich ind, und namentlich alle Landes- Produkte der Herzog— ihuͤnier, so wie alle innerhalb der Zollgränze der Herzogihüͤmer verfertigte Waaren ohne Ausnahme zollferi in Dänemark ein— gehen, während bisher die Einfuhr zum Theil gaͤnzlich verboten, zum Theil mit halbem Zoll belegt war, uͤberdem auch die Fahrt zwischen Danemark und den Herzogthuͤmern höheren Lastgeldern unterlag, als die zwischen Dänischen Orten, und end— lich das Koͤnigreich bisher in die Herzogthuͤmer Waaren und Fa— brikate einfuͤhren konnte, deren Import von Seiten der Herzozg— thuͤmer in Daͤnemark nicht gestattet war. Der Entwurf ordnet ferner erweiterte Bestimmungen uͤber die Kredit⸗Auflage⸗ Freiheit an, sucht den Transit durch Abgaben-Erlasse zu heben, bestimmt mehrere Erleichterungen im inländischen Verkehr, enthalt eine Regulirung der Schiffs-Abgaben und eine Vereinfachung des Sportelwesens, so wie endlich die Anordnung, daß, wie im Köͤ— nigreich, auch in den Herzogthuͤmern, die Gerichte uͤber Contra— ventionen gegen die Zollgesetze entscheiden. Zug leich wird ge— hofft, daß das Fürstenthum Eutin mit den Herzogthuͤmern zu einem gemeinschaftlichen Zoll-Verein zusammentrele, ünd zu sei— ner Zeit wird die zur Ausfuͤhrung des Gesetzes nothwendige Or— ganisation des Zollwesens an der südlichen Gränze eintreten. Moͤge die Sanctionirung der Entwürfe gan, beitragen, daß eine Steuer, die gus finanziellen Nucksichten sowohl als aus indu—

1034

striellen nicht entbehrt werden kann, fuͤr die Kontribuenten so wenig druͤckend als moglich werde. 7

Die von den Fuͤhnenschen Deputirten verabredete Versamm⸗;

lung hat am 28. August auf dem Rathhaus-Saale der Stadt Odense, welcher zu diesem Zweck der Versammlung eingeraumt war, stattgefunden, und keiner der 15 Deputirten, durch welche alle Stande der Gesellschaft, Adel, Geistlichkeit, Buͤrger und Bauern vertreten waren, hat dabei gefehlt. Ein von den De— putirten fuͤr Odense veranstaltetes Festmnahl, an dem auch meh— rere Beamte Theil nahmen, beschloß die Feier. Außer St. Königl., Hoheit dem Prinzen Christian Friedrich, Gouverneur von Fuͤhnen, waren Anfangs Septembers auch Se. Koͤnigl. Ho— heit Prinz Friedrich Karl Christian und Se. Durchl. der Her— zog von Augustenburg in Odense anwesend. Deutschland.

Kassel, 5. September. Gegen Ende voriger Woche hat der zur näheren Pruͤfung und Begutachtung des Entwurfs zu einem Zoll⸗ und Handels Vertrag mit dem Herzogthum Nassau, uber den vorläufig die Vevollmaͤchtigten der Krone Preußen und

der beiden Hessen in Berlin sub spe rati untereinander Überein-

gekommen sind, so wie zur verfassungsmäßigen Ertheilung der staͤndischen Zustimmung in Kassel zusammengetretene permanente landstaͤndische Ausschuß seine desfallsige Session beendigt, und die außerhalb der Residenz wohnhaften Mitglieder desselben sind nach ihrer Heimath wieder zurückgekehrt. Was den Inhalt des dem Ausschüß vorzelegten neuen Zoll- und Handels-Vertrags mit der Herzoglich Nassauischen Regierung betrifft, so hat der Ausschuß keine Veranlassung gefunden, Ausstellungen oder Einreden gegen dessen Bestimmungen vorzubringen, indem diese saͤmmtlich mit den all⸗ gemeinen Grundsaͤtzen des n Gen in Uebereinstiminung sind, und der in Rede stehende Vertrag ist daher auch hure vom Ausschusse, Namens der Landstände, kraft der ihm von diesen ertheilten be—⸗ sondern Jastruction, genehmigt worden. Nachdem hierauf die Ratification Sr. Hoheit des Kurprinzen-Regenten ebenfalls er— folgt ist, ist der Nassauische Vertrag ohne Verzug nach Berlin zuruͤckgegangen, wo der Ober⸗-Finanzrath Biersack bereits die Ra‚ tification des Großherzogl. Hessischen Hofes uͤbergeben haben soll. Der vor einigen Tagen von Rotenburg hier ange—

kommene aͤltere Bruder der verwittweten Landgraͤfin von Hes⸗—

sen-Rotenburg, Fuͤrst und Altgraf Konstantin Salm-Rei— ferscheidKrautheim, hat bei Sr. Hoheit dem Kurprinzen-Re— genten Audienz gehabt. Auch ist einer der Kurhessischen Stan— desherren, Graf von Ysenburg Wächtersbach, hier angekommen. Wie man vernimmt, finden neue Unterhandlungen mit den Standesherren in Betreff der Abtretung ihrer Regierungs— Rechte an die Kurhessische Staats-Regierung statt.

Marburg, 4. Sept. Heute fruͤh starb hier der Senior der hiesigen Universität und Professor Primarius der Theologie, Lr. Albrecht Jakob Arnoldi, wenige Wochen vor Vollendung seines 85sten Lebensjahres.

Weimar, 9. Sept. Se. Koͤnigl. Hoheit der Großherzog haben Hoͤchstihren Sohn, den Erb-Großherzog Karl Alexander August Johann Koͤnigl. Hoheit, zum Premier-Lieutenant zu er— nennen geruht.

Muͤnchen, 5. Septbr. Heute fruͤh mit Tagesanbruch hat man die kolossale bronzene Statue des verewigten Koͤnigs Maxi— milian Joseph aus der Königl. Erzgießerei an der Anhoöͤhe der Nymphenburger Straße nach dem Platze in der Stadt vor dem neuen Schlosse uͤbergefuͤhrt, wo sie aufgestellt werden wird. Die Statue wiegt 129 Centner, mit ihren Attributen aber und mit dem Piedestal 400 Centner. Sie wurde auf einem Blockwagen, mit zwoͤif Pferden bespannt, hereingefuͤhrt. 8a Nachmittag wurde sie mittelst sehr einfacher mechanischen Vorrichtungen auf das dreißig Fuß hohe Piedestal gehoben. Ihre feierliche Ent— huͤllung wird am 13. Okt. 8d. J. erfolgen.

Der Koöͤnigl. Oberstallmeister Freiherr von Keßling ist gestern nach Teplitz abgereist, dem Vernehmen nach, um drei Briefe un— seres Monarchen den Kaisern von Oesterreich und Rußland, so wie dem Koͤnig von Preußen zu uͤberreichen.

Stuttgart, 6. Sept. Das Finanz-Ministerium hat fol— gende Verfuͤgung, betressend die in dem Vereins-Tarif fuͤr meh⸗— rere Handels-Gegenstaͤnde an den Wuͤrttembergischen Graͤnzen ausnahmsweise festgesetzten Zoͤlle, bekannt gemacht:

„Um an den Wuͤrttemberg schen Zoll-Graͤnzen die nach dem Vereins-Tarif ausnahmsweise nych bestehend n ert oͤhten Zoͤlle vollens aufjuheben, wird hiermit oe fuͤgt, wie folgt: 1) Dee durch die Mi— nisterial⸗Verfüͤgung vom 31. Maͤcz 1834 fuͤr die Gräͤnztinie von Mergentheim biz Osirach aufgehobenen, für die Graͤnzürecke des Haupt-Zoliamts Friedrig sdJafen aber einstweilen noch beibehaitenen erhoͤhten Eingangs⸗Zollsaͤtze auf Roheisen, geschmiꝑedetes Eisen, Roh⸗— und Cemenistahl, Guß- und rafsinirten Stahl; grobe Eisen⸗Gutz— waaren; Leder und Lederwaagren; rohe Leinwand u. s. w.; Oel in Faͤssern; sind auch auf der letztgenannten 6 raͤnzstrecke von nun an nicht mehr zu erheben; eben so werden 2) fuͤr die ganze dirsseitige Zall— Gänze a) die redeten Eingangs-Zollsaͤtze auf g ünes Hohlglas, weißes Hohlglas c.; geschl ffenes z. Glas, Glaskndpfe, Glaspsrlen ze; Spiegelglas; ungetrocknete Cichorien⸗Wurzeln; Ruhl und große Schleifsteine; sy wie b) di erhöhten Ausgangs-Zollsaͤtze auf Abfaͤlle, Bau⸗ und Werkholz, Brennholz und Schiffbanholj, welches uͤber den Bo enste ausgeht, hiermit zurückgensmmen; 3) in beiden Be— ziehungen (zu 1 und 2) finden nun, rüäcksichtlich des Verkehrs über die diesseitigen Graͤnzen, uͤberhaupt die allgemeinen Satze des Zoll— Tarifs, beziehungsweise Zoll Freiheit statt. Den 1. Spt. 1834.“

Darm stadt, 5. Sept. Gestern ist Se. Hoheit der Prinz Emil von Wiesbaden zuruͤckzekehrt und hat das Landhaus im Großherzogl. Garten bei Bessungen bezogen. Allgem in ist die Freude Über den sehr guͤnstigen Erfolg, welchen der Gebrauch jenes Bades auf die Gesund heit Sr. Hoheit gehabt hat, und laut sprach sich diese Freude am Abende aus.

Ein junger Israelit, von Rödelheim bei Frankfurt gebuͤr— tig, war vor etwa 33 Jahren nach Amerika als Handlungs— Kommis gegangen, da die Umstaͤnde es ihm sehr erschwerten, in der Heimath sein Forttommen zu finden. Obgleich ganz ver— mögenlos in der neuen Welt angekommen, gelang es ihm, durch Feß und Beiriebsamkeit daselbst ein großes Gluͤck zu machen, so daß er sich gegenwärtig an der Spitze eines der ersten Hand— lungshärssr zu Ner-Orlcans, Hermann und Comp. und im Be— sitz mehrerer Millionen befindet. Vor einigen Wochen startete er einen Besuch n seiner Heimath ab, in der Absicht, seine zahlreichen Seitenverwandten zu bedenken. Er hat denselben eine baare Summe von wohl 156,909 Fl. als Kapital uͤberwie— sen, um mittelst derselben ihre Geschaäͤste schwunghafter zu betrei— ben, außerdem noch die Veranstaltung getroffen, daß denjenigen Gliedern se ner Familie, die wegen vorgeruͤckter Jahre der Ruhe bedürfen, eine ansehnliche Unterstoͤtzung in persodischen Renten auf Lebenszeit von einem Frankfurter Banquierhause rerabreicht wird. Jetzt ist derselbe nach New⸗Orteans zuruͤckzekehrt.

Wiesbaden, 2. September. Unter gestrigem Datum ist an die Fuͤrstl. Thurn und Taxissche General-Post-Direction zu

Frankfurt ein Ministerial⸗Rescript erlassen worden, worn hier

die oͤffentlichen Gebaͤude der

selbe ersucht wird, saͤmmtlichen von derselben ressortirenden Pf ämtern des Auslandes aufzugeben, keinerlei nach dem Herz thum Nassau adressirte Pakete zu befoͤrdern, ohne daß der sender eine Declaration ihres Gehe e. denselben beigefuͤgt h mit seiner Namens-⸗Unterschrift beglaubigt haͤtte. Man st diese Meßregel als einen ferneren Vorschritt zum desinitin Zollanschluß an. Es heißt, es solle dieser mit dem 1. Oktek in volle Kraft treten.

Frankfurt, 8. Sept. Ihre Koͤnigl. Hoh die Frau H zogln von Nassau ist gestern in Begleitung Ihrer Deen

der Prinzessin Therese von Nassau hier eingetroffen und in

Gasthaus zum Römischen Kaiser abgestiegen. Im Gefolgt Ihr

. Dihr befinden sich der Hr, Hofmarschall Baron v. Vo

und Fräulein v. Winzingerode, Hofdame. Oester reich.

Prag, 7. Sept. Se. K. K. Majestaͤt haben zu Bud am 2. Sept. dem General-Großmeister des ritterlichen Kren herrn Ordens mit dem rothen Sterne, Joseph Koͤhler, das P terkreuz des Leopold-⸗Ordens verliehen.

Ueber den ferneren Aufenthalt Ihrer Majestaͤten in Bul weis enthält die hie sige . heute wieder einen sehr qu fuͤhrlichen Bericht, wovon Folgendes das Wesentlichste ist: „) 3. September, dem Tage nach der Ankunft Ihrer Majestäh widmete der Kaiser nach gehoͤrter Messe sich zuerst den Stag Geschaͤften und fuhr dann mit der Kaiserin auf den militairistzn Uebungs-Platz bei Kronfellern, wo unter dem General⸗Mon Baron Haͤrinz das Infanterie⸗Regiment Erzherzog Rainer, an Landwehr⸗Bataillon von Baron Trapp Infanterie und 4 besponn Batterien zum Exerciren aufgestellt waren und vor Sr. Mie, staͤt einige Exereitien ausfuͤhrten. Der Kaiser wurde dorn m dem Feldmarschall-Lieutenant Fuͤrsten Windischgraͤtz empfang und gab sein hoͤchstes Wohlgefallen uͤber die gute Haltung Truppen zu erkennen. Ihre Majestaͤt die Kaiserin wohnten? Mans ver in einem offenen Wagen bei. Nachmittags nahmen Se. M tadt in Augensche n und besuchteng die Schuͤtzen Gesellschaft, welche zur Feier der Anwesenheit rer Majestaͤten ein Schießen veranstaltet hatte, und in de Schuͤtzenbuch Se. Majestaͤt sich mit eigener Hand einschrieb Die Kaiserin begab sich wahrend dieser Zeit in die Domkpt und in die Maͤdchenschule. Abends besuchten Ihre Majesth das Theater, wo ein von Dilettanten zu dieser feierlichen Ci genheit vorbereitetes Stuͤck gegeben wurde. Am folgenden An ertheilte der Kaiser eine allgemeine oͤffentliche und mehrere R vat ⸗Audienzen. Um 11 Uhr nahmen Ihre Majestaͤten die Esse bahn in Augenschein und führen auf dem sehr geschmachöoh d korirten Eisenbahn-Wagen eine bedeutende Strecke nach Stel kirchen zu und wieder zuruͤck. Nachmittags unternahmen Höch dieselben eine Fahrt nach dem benachharten Schlosse Frauenben welches dem Fuͤrsten Schwarzenberg gehoͤrt. Abends war! Kaiser wieder, wie am Morgen, mit Regierungs-Angelegenhej beschaͤftigt.“

Italien. .

Neapel, 19. August. Die Zeitung beider Sie ils vom 10. August enthalt ein Dekret, nach welchem die Verge gegen die Gesundheits Gesetze (missafti sanitari) mit dem 3 bestraft und durch Militair-Kommissionen mit summarischem fahren abgeurtheilt werden sollen. Diese Vergehen, welche! Tod bestraft werden, sind: 1) die Verletzung der Gesun)son Kordons; 2) die Verletzung der verschiedenen Quarautainnz? die Einführung oder Ausschiffung von Schmuggel“ Waaren; die Fälschüng der Gesundheits-Patente; 5) die Mitschuld an sem Verbrechen; 6) die Desertlon der die Gesundheits-Korha bildenden Soldaten.

Spanien.

Das Journal des Dabats enthaͤlt nachstehende R theilung aus Valencia vom 22. August. „Gestern ist hier Vereinigung der Koͤnigreiche Aragonien, Catalonien und Vll cia zur gemeinsamen Vertheidigung des Thrones und der s heit und zur Realisirung der von dem Volke verlangten nt chen Reformen proklamirt worden. Zuvor wurde eine hr thende Huͤlss⸗Junta ernannt, ähnlich denen, die im Jahre l das Vaterland retteten, und nach dem Muster derjenigen Barcelona und Saragossa. Alle Klassen der Gesellschaft win aufgesordert, zur Bildung dieser Junta beizutragen. Praͤs derselben ist der Graf von Almodovar, General-Capitain des! nigreichs und Praͤsident der Deputirten - Kammer. Die A wird durch den Unter-Inspektor der Artillerie dieses partements, durch den Orts- Kemmandanten und die giments- Commandeure der Garnison repräsentirt. Tivih-Gouverneur vertritt die Buͤrgerschaft, der Intm der Previnz besorgt das Finanzwesen. Der Meg trat i durch drei Richter vom Koͤniglichen Gerichtshofe repraͤsch die Geistlichkeit durch zwei Dom-Kapitulare, die im Jahre Cortes-Mitglieder waren, der Adel und die Guts besitzer on drei Edelleute, welche Grund-Eigenthuͤmer sind, der Hanh, und Ezawerbestand durch die Chess der ersten Handelshhn die Advokaten durch zwei Mitglieder dieser Körperschaft und übrige Volk durch zwei Regidoren der Munizipalitaͤt. Junta wird sich, eben so wie dies in Barcelona ünd Sarch geschieht, vornehmiich mit der Organisirung einer ansehmnht Truppenmacht zur Vernichtung der Insurgenten, zur Befestis des Thrones Isabella's 11. und zur Befsrderung derj:nigen besserungen beschaftigen, welche die Ferischritte des Jahrhumn erfordern und die Spanische Nation den uͤbrigen Europaͤs Voͤlkern gleichstellen werden.

Der Graf von Almodovar theilt in der (bereits erwaͤhlh Proclamation an die Einwohner von Valencia und Murch von der Junta von Barcelona an ihn ergangene Auffordth (siehe Nr. 218 der St. Ztg.) mit und suͤgt dann Folga hinzu: J „Ich erkläct, deß das vorstehende Dokument ganz dem 6 der es abgefaßt hat, angemessen ist, und ich besehle daher, un von mir angenommene System der Oessentlichkeit und der Fi za befolgen, daß es woͤrtlich in die Zeitungen eingeruͤckt werde Bewohner von Valencia haben in den wenigen Tagen, . dem ich die Ehre habe, an ihrer Spitze zu stehen, mehmn Gelegenheit gehabt, meine politischen Grundsaͤtze kennih lernen. Ich werde mich niemals füuͤr meine Schritte be gen, und ich bin nicht gewohnt, meine Versprechungen zu chen. Eng verbunden mit Aragonien und Catalontsen, m. wir einen Weg mit ihnen gehen, und ich bin entschlossen, im i und Ungluͤck Euer Schicksal zu theilen. Wenn es dem belspi Patriotismus der Ben ohner dieser drei Provinzen gelingt, den R Isabell g's II. und die Freiheit der ganzen Nation auf un bestein Grundlagen zu sichern, die Fortschritie und Verbesserungen . schleunigen und den Uebeln, welche wir seit langer Zeit er di und die' den vblligen Untergang des Vaterigates zu? Folge muüssen, ein Ziel zu setzen, so wird die Dankbarkeit unseres gin samen Vaterlandes die schbnuste Belobnung für uns seyn. f nen Fall witd man uns den Ruhm, dies versucht zu hahn

3 Muth, der Gefahr entgegengetreten zu seyn, bestreiten önnen, d da die Bewohner Valeneta's mich mit einem so edlen Ver—

men beehrt kapen, so bitte ich, es mir auch ferner zu bewahren.

könnt versichert seyn, daß Ihr Enrem General- Capitain nie-

es cinen Mangel an Festigkelt und Loyalisͤt im Augenblick der fahr werdet vorzuwerfen haben. Ee wänscht dicfelben Garan— an, wie alle guten Spanier; er bekennt sich zu denselben Prin⸗ en, die er in der Versammlung der National ⸗-Repräfen anten snjusprechen und zu vertheidigen gewohnt ist. Valencta, den . Lugust 1833. von Almodovar.“

Es sind Couriere an die Deputirten, welche die Provinz prsentiren, abgegangen, um sie nach Valencia zu berufen, hani sie an einer Junta Theil nehmen, die sich vornehmlich mit be Interessen oer Provinz beschaͤftigen soll.“

Turkei.

In einer Privat-Korrespondenz der Times aus Kon— fantinopel vom 11. August liest man Folgendes: „Die Englische Euphrat-Exvedition ist ohne weitere Hindernisse ö Bir vorgedruüngen. Da aber auf dem ferneren Wege bedeuten det Wderstand von Seiten der unabhängigen Arabischen Völker— sämme befürchtet wird, so hat der Befehlshaber der Expedition, Ober Chesney, dem Britischen Konsul zu Aleppo, Herrn. Werry, den Vorschlag gemacht, sie in eigener Person durch Geld und Heschenke zu einem freundlichen Benehmen zu bewegen. Ungeachtet er Gefahr, welche eine solche Mission befuͤrchten 7 hat Herr Berry sich zur Uehernahme derseiben bereit erklart Er wird son cinem der Lieutenants, welche unter dem Befehl des Dyersten Chesney stehen und von Herrn Wood, einem Dolmetscher de biesigen Britischen Gesandtschaft, der bereits gesteen in der dicht „Mechiei“ von hier nach Beirut abgegangen ist, begleitet klden. Washuf Efendi, des Sultans Privat- Seeretaid und Hawtegecsohn des Ministers des Innern sst mit einer besonderen Mission nach Albanten abgesandt worden. Seine Instructi onen pen dahin geben, mit den Insurg enten in Unterhandlung zu t e⸗ zen, falls er finden sollte, der Ru, stand lasse sich bor dem‘ Eintritt des Winters durch Gewalt nicht unterdrücken. Die Abrelfe des Muschir Achmet Dascha zur Armee in Rumelien ist bis zur Ruck ebr des Washuf Efendi aufgeschoben worden. Dem Ex⸗Wesir von Skutati, Mustapha Pascha, hat der Sultan eine Anweisung auf sinen Schatz gegehen, als er erfuhr, daß derselbe durch die Fnsur⸗ retson ein vierteljähriges Einkommen eingebüßt habe. Nach Brie— in dus Aleppo vom 21sten v. M. hat Ibrahim Pascha, des muͤfi⸗ hen Lebens in Antiochien muͤde, die Inspection der Stuͤckgießerei kinternommen, welche auf seinen Befehl zu Payas angelegt wird. Don dort hat er sich nach rang begeben, wo er sich jet befindet. gu der Rahe von Alto war Alles ruhig, nicht so in Rieder Sy⸗ fen, wo daz Volt sehr gedeückt wird. Rach vielem 38gern haben sich Emir Deschir und die übrigen Hanptlinge der Susen bereit sklüct, so0 Mann zu den disz plinreten Regimentern Ibrahim's

atzen zu lassen. Am zten v. M hatte der Persische Gesandte seine

Kudieh bet der hohen Pforte, um die Thronbesteigung des Schachs hon Persien anzuzeigen. Er dankte zugleich fuͤr den Schutz, den er Pecsische Handel im vorigen Jahrs durch die Tuͤrkischen Be— öörden gegen die Raͤubereien der Kurden gefunden hatte. Der Haltan seste bei der Audienz die Orlentalische Etikette ganz bei Seite und richtete fich so viel als moglich nach dem Eu Cpdtlchen mpfangs Ceremon ell. Jm einem Vertzag«, der im vorigen Jahre svischen den Turk schen ünd Persischen Gränz⸗Behbrden äbgeschlos— in worden ist, kat sich die Pforte verpflichtet, für den Raub, den bie ibrer Botmaͤßigkeit nom nell unterworfenen Kurden an einer Persischen Kargwane ausgeuͤbt haben, eine Entschaͤdigung von 3 Millionen Piaster zu zihlen. Der größte Theil diefe Summe tommt Englischen Haͤusern zu Gute.“

Konstantinopel, 21. August. (Breslauer Zeitung.) Der Agent des Vice-Koͤnigs von Aegypten hat der Pforte auf änmal eine Zahlung von 6 Millionen Piastern gemacht, welche et als einen Theil des schuldigen Tribuis entrichtete. Der Vice⸗Koͤnig, der durch die längst bekannten neueren Ereignisse in Syrien, Arabien und Aegypten beinahe zu Grunde gerichtet ist, Mt windet sich jetzt fremdem Einfluß und sucht die Gunst ber Pferte wieder zu erhalten. Nach Berichten aus St Jean d'lere vom 2ten d. dauert der kleine Krieg der Drusen mit den Truppen Ibrahim Paschas fort. Man schreibt, daß ein ganzes Bataillon neu ausgehobener Syrier die Fahne Ibrahim's ver— lasen und sich an die raͤuberischen Drusen angeschlossen te. Emir Bekir, der von dem Ibrahim Pascha die Auslieferung der Ausreißer verlangte, hat sich mit der Unmoͤglichkeit, derselben habhaft zu werden, entschuldigt. Fuͤrst Milosch ist uberall auf dem Ottomanischen Gebiet mit Fuͤrstlichemn Range empfangen werden. Am 18ten traf er hier ein und wird dieser Tage dem Sultan auf eine feierliche Weise vorgestellt werden. Der Kiaja und die Woywoden von Pera und Galata, so wie der Fuͤrst von Samos, sind täglich bei demselben. Der Sultan hat einen prachtpollen Ehren-Kaftan suͤr denselben bestimmt. Leider hat die Pest auf eine beunruhigende Weise in mehreren Quarlie— s⸗ zugenommen, und die ganze Vevoͤlkerung ist in großer Be— uͤrzunz.

Griechenland.

Athen, 5. Aug. (Münchener Zeit.) Das Griechische

igierungsblatt vom 8. Jult enthält eine Verordnung über die Errichtung einer naturhistorischen Gesellschaft mit Beifuͤgung ihrer Statuten. Es sollen die gelehrten und Kunstvereine? Eu, kopa's zu freiwilligen Beitragen fuͤr die zu bezinnenden Samm— lungen, eingedenk der an Griechenland sich knuͤpfenden histori— schen Erinnerungen, aufgerusen werden. Am 13ten d. halt der

erein seine erste oͤffentliche Sitzung. Ferner bringt das Regie⸗ rungsblatt eine Vererdnung uͤber Einfuͤhtung der Todten— hu. Das Regierungsblatt enthäst auch eine Verordnung über die Errichtung einer theoretisch-praktischen Lehranstalt fur Chirurgie, Pharmacie und Geburtshuͤlfe. Ferner eine Ver— Adnung uͤber die Urberreichung von Petitionen und die Ent— scheidungen hieruͤber. Im Eingange dieser Verordnung heißt es: Um unseren lieben und getreuen Unterthanen einen neuen Be— weis Unseres Gerechtigkeitssinnes zu geben, und thnen die Mittel zu bezeichnen, gerechte Klagen und Beschwerden, wenn sie solche zu suͤhren haben sollten, jederzeit zur schleunigen Abhuͤlfe anbrin⸗ sen zu koͤnnen; ferner, um die nünmehr eingesetzten Staats⸗-Be— hörden in den ihnen gesetzlich üͤbertragenen Kompetenzen zur Er— zielung einer geregelten Staats-Vermartung zu sichern, ohne hie⸗ durch den Weg an Unsere Person selbst abschneiden zu wollen, befehlen und verordnen Wir ꝛc.“ Im Art. 3 derselben heißt es: Die Petitionen duͤrfen in den Fallen an Unsere Person selbst hrichtet und Uns unmittelbar uͤberreicht oder in Unserem Kabi— Ute abgegeben werden: 1) wenn der Petent glaubt, daß auf siine Gesuche und Beschwerden sowohl von der Behoͤrde, der die erste En:scheidung daruͤber zukommt, als stufenweise von allen ihr aer gr Stellen nicht rechtzeitig, ungerecht oder ohne ge— gigenbden rund abschlaͤgig verbeschieden worden sey; 25 wenn i Gesuch eine Unterstuͤtzung, Begnadigung oder solche Gegen⸗ ' nde betrifft, welche sich nicht zu einer Behoͤrde eignen.“ Endlich . Verordnung Über die Einsetzung des Standrechts in den Kreisen ( tnonien und Aetolien, Phokis und Lokris, wegen Ueberhand— ahme der Räubereien. Auch findet sich im Regierungsblatte die

tanntmachung des Abschlusses eines Vertrages zwischen Grie⸗

1935 chenland und dem Großherzogthum Baden uͤber gegenseitlge Aufhe— bung der Ausfuhr, und Deen n nen . i in Athen hat eing in dieser Stadt bisher nicht gekannte Höhe erreicht; es aiebt fast kein Haus, in dem sich nicht wenigstens ein Kranker befindet; und wenn auch nicht die Sterbefälle, so sind doch die Erkrankungen unter den Einheimischen so haufig, als unter den Fremden. Um den alles Verhaͤliniß uͤbersteigenden Erkrankungen des Militairs thunlichst zu begegnen, wurde eine Kemmission niedergesetzt mit dem Aufträge, hinsichtlich der zw eck— maßigsten Unterbringung des Militairs geelgnete Vorschlaͤge zu machen. Dem Antrage dieser Kom mission zufolge, würde das von Erkrankungen am meisten heimgeschte Ste Bataillon nach Aegina, Salamis und Megara beorbert; zwei Compagnieen desselben sind porgestern bereits nach Aegina abgegangen, die andern werden heute und morgen folgen. Sie werden so lange in ihren neuen Garnisonen verbleiben, bis der Bau der neuen Kasernen, deren bis setzt vollendeter Theil zu einem Spitale benutzt wird, vollen⸗ det ist. Bemerkenswerth ist, daß von den drei hiesigen Gerich⸗ ten wegen Erkrankung des Richter-Personals nicht Eines dersel, ben eine Sitzung halten kann. Auch die näͤchste Umgebung Sr. Maj. ist zum Theil von dem allgemeinen Uebel heimgesucht wor⸗ den. Nachdem der Kabinetsrath, Hr. Frey, desfen ausdauernde Thaͤtigkeit allgemein bekannt ist, sich von einem heftigen Anfall erholt hat, ist der Staats⸗-Kanzler Herr Graf von Arman sperg gestern von einem Fieber befallen worden. Ich höre uͤbrigens, daß sein Zustand sich bereits gebessert hat. Zur allgemeinen Freude ist die Gesundheit Sr. Maj. fortwährend die erwunschteste. Die all¶ gemeine Erkrankung erk aͤrt sich uͤbrigens zum Theil aus der gro— ßen Hitze, zum Theil aber auch aus den vielen Erdgrabungen und dem Mangel einer tuͤchtigen Reinlichkeitspolizei. Diese Ur— sachen machen es auch erklaͤrlich, daß die Erkrankungen im Pi— räus wo moͤglich noch haufiger sind, als in Athen. Diefer Tage hat der zur Organisation der Marine hieher berufene Schwe— dische Major Graf Rosen seine Anstellung als Direktor des Ar— senals und Oberst Lieutenant à la Snise erhalten. Man ruͤhmt all⸗ gemein seine gründlichen Kenntnisse und die Zweckmaͤßigkeit der bereits von ihm gemachten Vorschlaͤge. Man sagt, daß die Residenz Sr. Maj. nicht an die von Herrn v. Klenze hier fuͤr auserlesene Stelle gebaut wuͤrde. Es heißt, die Hauptur sache der Wahl eines anderen Platzes und zwar nicht ferne von der Interims-Residenz liege in Sanitäͤts-Ruͤcksichten. Die Äbreise des Herrn Koletti nach Paris soll nun, nachdem seine Gesundheit wieder hergestellt ist, am Sten d. M. erfolgen.

Mexiko.

SEnglische Blatter melden aus Mexiko: „Der General Santana wird sich nach seinem Landgute in Manga de Clava begeben, um seine Gesundheit, welche durch die Anstrengungen bei der letzten Insurrection zerruͤttet ist, wiederherzustellen. Der Doktor Antomarchi hat der Mextkanischen Regierung eine Buͤste Napoleen's uͤberreicht. Die Kolonisten in Texas haben einen Versuch gemacht, die Mexikanischen Truppen zu ve. treiben, doch ist es dem Obersten Uzartehen gelungen, die Ruhe herzu⸗ stellen. Der lan von Taluca hat noch einen Zusatz-Art kel erhalten und duͤrfte allgemein angenommen werden. Die Cor— porationen der Staaten Mexiko, Oajaca, Jalisco, Queretaro, Moreba, Durangos, Zacatecas, Tamaulipas, San Luis, Vera— cruz und Puebla werden als diejenigen genannt, welche eine Aenderung der Verfassung gewuͤnscht haben. Das Vork scheint auch der ewigen Revolutionen und Regierungswechsel uͤberdruͤssig zu seyn und sich nach Ruhe zu sehnen.“

. Berlin, 11. Sept.

und Breslau's werden die Tage stets unvergeßlich bleiben, an welchen Se. Majestät unser allverehrter Konig, Ihrxe Majestaͤt die Kaiserin Lon Rußland, Ihre Kaiserl. . die Erzher— zoge Franz Karl und Johann von Oesterreich, und so viele an— dere höͤchste und hohe Herrschaften, nach Beendigung der Ma— noͤver bei Kapsdorf und Konradswaldau, durch Hoͤchstihre Ge— genwart unsere Hauptstadt begluͤckten. Heute Nachmittag um 2 Uhr trafen Se. Majestät der Kaiser ven Rußland und Se. Kaiserl. Hoheit der Großfuͤrst Michael hierselbst ein und setzten nach ersolgtem Pferdewechsel unmittelbar Hoͤchstihre Reise mach Kalisch for. Um 3 Uhr erfoigte unter dem Geläute aller Goöocken die Ankunft Ihrer Majestaͤt der Kaiserin von Rußland, so wie Ihrer Kaiserl. Hoheiten des Großfuͤrsten Konstantin und der Großfuͤrstin Olza. Die Kaiserin geruhte in dem zu Ihrem Empfange festlich eingerichteten Regierungs-Gebaͤude die Aufwar— tung der Behörden, der Geistlichkeit und einer Deputation des Ma— gistrats huldvoll anzunehmen. Gleichzeitig traf Se. Königliche Hoheit der Kronprinz, gegen 5 Uhr Se. Maj staͤt unser allver— ehrter Koͤnig und etwas spaͤter Ihre Durchlaucht die Frau Fürstin von Liegnitz hierselbst ein. Am Abend beehrten die Allerhoͤchsten und Höͤchsten Herrschaften den Ball, welchen die hiesige Kaufmannschaft in den festlich geschrnuͤckten Saͤlen des Böoͤrsenhauses Hoͤchstoenselben zu Ehren veranstaltet hatte, mit Hoͤchstihrer Gegenwart. Treppen und Korridore des Boͤrsen— Gebäudes waren mit Blumen und Orangerieen reich besetzt, waͤh— rend das Innere durch seine hoͤchst geschmackvolle Anordnung und Ausschmuͤckung einen imposanten und uͤberraschenden Ein— druck gewaͤhrte. Alle Straßen und Platze der Stadt, so wie auch der Kranz des Elisabeth-Thurms, des Rathsthurms und

die Vruͤcke der Magdalenen⸗Tkuͤrme, waren zu Ehren der hehen

Fremden festlich erleuchtet. Den herrlichsten Anbick gewaͤhrte

der Gothische Bau des Rathhauses, dessen Erker und Bogen

fenster in blendendem Lampenschimmer strah'ten. Ungeachtet des nicht ganz guͤnstigen Wetters wogten bis spaͤt in die Nacht un— zaͤhlige Menschenmassen von Einheimischen und Fremden in den heil erleuchteten Straßen umher und aͤußerten ihre fr. udige Theilnahme an der seltenen Festlichkeit auf die lebhafteste Weise“

Die Breslauer Zeitung giebt das Verzeichniß der Wohnungen, in denen die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften abzusteigen geruht haben. Se. Majestaͤt der Koͤnig wohnen im Königlichen Schlosse; Se. K. H. der Kronprinz, bei dem Kom—

merzien⸗Rath v. . S. K. H. der Prinz Wilhelm ei

(Sohn Sr. Maj.) nebst Gemahlin, bei dem Ober ⸗Land⸗Mund⸗ schenk und Standesherrn Grafen Henck.l von Donnersmarck; Se. K. H. der Prinz Karl und Se. K. H. der Prinz Albrecht, bei dem General-Landschafts-Direktor Grafen Dyhrn; Se. K. H. der Prinz Wilheim (Bruder Sr. Maj.) nebst Gemahlin und der Prinzessin Elisabeth, bei dem Erb-Lond-Hofmeister und Standesherrn Grafen von Schafgotsch; die Prinzen Adal— bert und Waldemar Königl. Hoheiten, bei der Geheimen Raͤthin Berger; Se. Köoͤnigl. Hoheit der Prinz Friedrich, bei dem Kaufmann Krater; Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz August, bei dem Geheimen Kommerzien-Rath Schiller; Ihre Durch laucht die Frau Fuͤrstin von Liegnitz, im Koͤniglichen Schlosse;

Die Schlesische Zeitung meldet aus Breslau vom Sten d. M.: „In den Annalen Schlesiens

Se, Königl. Hohett der Prinz Friedrich der Niederlande nebst Ge⸗ mahlin, bei dem Kommerz en-Rath Lösch; Se. Königl. Heh. der Erb⸗Großherzog von Mecklenburg⸗Schwerin nebst Gemahlin, bei dem Grafen Renard; Se. Hoh. der Herzog Karl ven Mecklenburg⸗Strelitz, bei dem Kausmann Dyhren fürth; Ihre Majestät die Kaiserin von Rußland, Se. Kaiserl. Hoh. der Größ fuͤrst Konstantin und Ihre Kaiserl. Hoh. die Groß fürstin Olga, im Regierungs⸗Gebaäͤude; Sc. K. H. der Herzog Eugen von Wuͤrttemberg, bei dem Kaufmann Reiman; Se. Keiserl. H. der Erzherzog Frauz Kari von Oesterreich, bei dem Geheimen Kommerzien⸗Rath Friesner; Se. Kaiserl. H. der Erzherzog Johann von Oesterreich, bei dem Geheimen Ober-Finanz⸗Rath von Viegeleben; Se, Durchl. der Herzog von Nassau, bei dem Kaufmann Philippi; Se. K. H. der Prinz Friedrich von Wuͤrttemberg, ebendaselbst; Se. Hoh. der Erb-Großher⸗ zog von Hessen-Darmstadt, bei dem Kaufmann Kny; JJ. DD. die Prinzen von Holstein⸗Sonderburg-Gluͤcksburg, bei dem Me— dizinal⸗Assessor Olearius; Se. Durchl. der reg. Fuͤrst Reuß—⸗ Ebersdorf Lobenstein, bei dem Kaufmann Teichfischer.

Herr Hauptmann von Boguslawski zu Breslau hat einen Artikel uͤber die Erscheinung des Hallehschen Kemeten in die dortige Zeitung einruͤcken lassen, aus dem wir Folgendes ent— nehmen; eute, am 9. September, ist der Komet nur noch 2819 Mill. Meilen von uns entfernt; innerhalb 17 Tagen wird er neuerdings um die Haͤlfte dieses Abstandes näher ruͤcken. Von da an wird er wohl unzweifelhaft auch dem unbewaffneten Auge sichtbar werden, und, während er eine sehr sternenleere Gegen o des Himmels, zwischen der Hand des Castor und den Vorderfü ßen des großen Bären, durchwandert, im Verlaufe der darauf folgenden 14 Tage den interessanten Anblick einer immer groͤßeren Licht-Ent vickelung, der Entfaltung und Ausbreitung eines ge— wiß nicht unbetraͤchtlichen Schweifcs, darbieten. Am 19. Okto— ber wird er bis auf 44 Mill. Meilen uns nahe geruͤckt seyn und in ben Abend si unden nahe uͤber den Stern Dubhe im großen Bären (das Hin“ terrad im großen Wagen, welches nach dem Polarsterne zu steht) hinn— weggehen. Den uͤbrigen Sternen des großen Bären geht er in einem flachen Bogen um mehrere Grade nördlicher vorbei, und schim— merit daher die ganze Nacht hindurch zrischen diesem schoͤnen Sternbilde und dem Polarsterne. Am Tage steht er dann, uns unsichtbar, hoch am Himmel, und geht zwischen 9 und 12 Uhr Vormittags unserm Scheitelpunkte nur üm wenige Grade nach Norden zu voruͤber. Am Iten ist er nicht volle 4 Mill. Mei— len, und am 12ten Abends, zur Zeit seiner groͤßten Erdnaͤhr, uͤber dem mittelsten Sterne im Schweife des großen Baͤren zlän— zend, nur 3, 8560,00 Meilen von uns entfernt, also nech um 2 Mill. Meilen naher, als irgend ein Planet, die Venus, uns e- mals kommen kann. Allein eist am folgenden Abende, wo ermse— doch bereits uͤber den aͤußersten Stern im großen Bären hinaus— geruͤckt ist, wird er seinen groͤßten Gianzpunkt erreichen, und sieb— zehnmal heller leuchten, als am heutigen Abend, weil, während seine Entfernung in 24 St. nur unmertlich, um etwa In, og Meilen zugenemmen hat, seine Erleuchtung durch die Sonne, mit jedem Schritte ihr näher, an Glanz gewinnt, und der spaͤter aufgehende Mond uns länger vergoͤnnen wird, seine interessaute Lichtgestalt am dunklen Himmelsgrunde zu bewundern. Diese große Annaherung des Kometen wird aber bei guͤnstiger Witte— rung auch den Astronomen eine willkommene Gelegenheit dar— bieten, Forschungen uͤber den raͤthselhaften Bau dieses merkmwür— digen Himmelskörpers anzustellen, und es vielleicht zur Entschei— dung zu bringen, ob auch dieser Kemet ohne festen Kern sey oder nicht. Konnte aber wirklich ein sichtbarer, unveraͤnderlicher Kern beobachtet werden, so wuͤrde der Komet eine noch gröͤßere Wichtigkeit für uns erlangen, indem er uns um die Zeit seiner Erdnaͤhe zu einer noch genaueren Kenniniß der Entfernung der Erde von der Sonne verhelfen wurde. Ueber seinen Schweif, welcher ebenfalls zur Zeit seiner groͤßten Erdnähe in einer sehr guͤnstigen Stellung sich zeigen wird, läßt sich erst dann etwas im Voraus sagen, wenn er uns wenigstenz theilweise zu Gesicht gekommen seyn wird. Jetzt liegt er, gänzlich von uns abgewen— det, hinter der Nebelhuͤlle des Kometen verborgen.“

In den Hafen zu Swinemünde sind im Laufe des Monats August, bei einem Wasserstande von 19 214 Fuß, 89 beladene Schiffe, einschließlich a5 Preußen, und 17 geballa— stete Schiffe eingelaufen, dagegen gingen 103 beladene Schiffe, unter diesen 75 Preußen, und 41 geballastete Schiffe aus. 535 Seeschiffe exportirten Holz und 22 Getraide. Die Haupt— Artikel des Imports Stettins bestanden in 2848 Ctr. Eisen, 7002 Ctr. Farbehoͤlzern, 2396 Ctr. Hanf, 13,181 Tonnen Haͤ— ring, 1111 CEtr. Kaffee, 3814 Ctr. Pottasche, 9s Ctr. Reis, L(Si Ctr. Rosinen, 2568 Cir. Syrup, 8z.;2 Cir. Talg, 9ies Ctr. Thran, 5878 Ctr. Wein und 22,156 Ctr. roher und Lumper— zucker. Exportirt sind seewärts: 31, 659 Kubikfüß eichen Schiffs— bauholz, 428 Ring Stabholz, 3645 Stuͤck Balker, 1027 Schiffs— lasten Bohlen und Bretter, 2683 Ctr. roher Zink, 1133 Wiepel Getraide, groͤßtentheils in Noggen bestehend, und 3399 Ctr. Raps und Ruͤbsaat.

U ber den Ausfall der Aerndte meldet man aus dem Re— gierungs-Bezirk Stettin Folgendes: „Die Aerndte des Win— ter⸗Getraides ist beendigt und liefert in Hinsicht des Einschnitts einen reichen Ertrag. Der Gewinn an Koͤrner-Ertrag laͤßt sich, vorzuͤglich beim Weizen, der bei der sehr trackenen Witterung durch Stuͤrme viele Koͤrner verloren hat, zwar nicht bestimmt angeben, doch lassen alle Nachrichten eine gute Aerndte an Win— ter-Getraide und Erbsen erwarten. Weniger guͤnstig ist, wegen des Mangels an Regen, in vielen Gegenden der Einsanitt des Sommer-Getraides und die Aussicht auf die Kartoffel⸗Aerndte, doch wird von vielen erfahrenen Landwirthen auch im Sommer— Getraide eine Mittel-Aerndte und in Kartoffeln eine bessere als im Jahre i834 erwartet. Die Obst-AUerndte ist schlecht und der Stand des Weinstecks und seiner Trauben erinnert an die noͤrdliche Lage Pnoömmerns. In quantitat ver Beziehung laßt der Weinstock zwar nichts zu wuͤnschen uͤbrig, allein nur wenige Trau⸗ ben werden zur Reife kommen. Die schon im August eingeire— tenen kalten MNaͤchte, welche sonst erst im Oktober bemerkbar wer— den, und die Duͤrre, sind die Ursachen der unguͤnstigen Obst« und Wein Aerndte und lassen besergen, daß die zweite Heu- Rerndte sehr schlecht ausfallen wird.“ .

Meteorologische Beobachtung Morgens Nachmittags Abends Rach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr 10 Uhr. Veobachtung. . , , m- ta . amn. 332 22“ Par. 335291 par. 332.7 Par Quellwärme S. 0 R. 6. * 16 R 6.10 R. Zlutwarme 1330 R. 330 R. 3,20 R. Æ Y R. . ö S rCt. d3 Yet. 6 Ei Vexemn arme 128 R. trube. trübe. heller. Aut dünstunz Oesz“ Rh. W. 28. O. Riederschlag 0. L Nachttate A7 0 R.

Wolkenzug .. . W. . Faßetmittel! sr Par., go R.,, dio R.,, Fd pen

1835. 19.6 eptember.

ere, D, .

Luf druck .... Luftwärme . Thaupunkt .. Dunstsattigung Wetter