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Laber ich frage Sie, Rede behauptet hat, rdiums der Rede des
und Herrschaft uͤberantworten 6 ob irgend etwas, das er im Lau das große und hochtßnende Them edlen Grafen begruͤnden kann? den Wunsch hege, das Ansehen des s in Irland, von dem die Rede war, zu vermehren, o essen Macht und Einfluß auszudehnen. Als aber der edle Graf von Macht, Einfluß und Ansehen redete, hatte er seinerseits sich erich vergesfen, unter' wel— er Regierungssorm wir leben; er hatte vergeffen, daß wir von Volks⸗Versammlungen beherrscht werden; er hatte vergessen, daß wir unter einer Regierung leben, welche in bedeuten—⸗ dem Maße volksthuͤmlich ist und dies wahrend der letz. ten. Jahre, noch mehr geworden ist; dies nämlich ist daz RNesulrat nicht sowohl der neuerdings angenommenen Gesetze, als vielmehr der verbreiteten ünd noch immer an Intensität gewinnenden Süimmung im Lande. (Beifall.) Ba aber gesetz liche Maßnahmen nicht allein den Zustand der Dinge hervorgerufen ba⸗ ben, in welchem wir seben, so ist es nicht möglich, daß die An sich⸗ ten von Personen, welche grofen Einfluß, großes Ansehen und große Autorität im Lande besftzen, vbllig gleichgültig Dinge seyen, weder für die Regierung, welche sie unkerßätzen, noch fär bie Regierung, der sie vegengberftehen. Es ist nicht meine Äbächt, irgend etwas Acht ungswidriges nber die Administration zu dußern, welche derje— nis zu, an derch Spihe ich sn sehen die Eke dab, voranging, auch Käß ich nicht, ob, der ede Graf zu jene Administration in feel lichen oder feindlichen Verhältnisen stand, aber dag kann lich be—= haupten, daß ich von Siren derselben nie eine Abneigung Seiten des Volks wahrnabm. (Gro? nahm nie einen großen Widerwillen bei Unterstuͤtzung zu werben, sse zu suchen, t we Es schien mir im Gegentheil, daß der ganze Zweck jener Regierung dahin ging, das Volk zu leiten uno zu kontrolliren; alle ihre Maßregeln waren, meiner Ansicht nach, cine Reihe von Gautlerkünsten (Gelächter und Beifall, dar— auf berechnet, das Volt zu locken und für sich zu gewinnen. Mes— ner Ansicht nach ist es dahrr nicht billig, daß diejenigen, welche ganz, unwetfelhaft dlese Politik befolgen, Anderen, weiche sich nicht zu einer solchen Politik bekennen, Vorwürfe machen, welche sie in der That micht verdienen, und welche ich meinerseits gänz ich zu— Täch weise. Der edle Graf bat auch nicht eine Thatsacke zum Be— lege seiner Behguptungen angeführt. Aus seinen Acußerungen geht her⸗ vor, daß er die Partei des gelehrten Heren, von dein er redete (O' Constell), für die ertremste im Lande haͤlt. Diese jedoch leitete uns sicherlich nicht: wohl aber weiß ich, daß wir von and ren Ultras beherrscht werden, daß wir ihrer Obermacht und Leitung unterworfen sind, und daß wir gejwungen werden, die Maßregeln einer Majorität zu apeptiten, wesch, sich durch ihre blindesten, heftigsten Und unnach— giedigsten Mitglieder leiten laͤft Die Bemerkungen des edlen Gra⸗ fen finden auf, uns keine Anwendung, aber meiner Ansicht nach giett es eine Partei, auf welche sie Anwendung finden. Ich behaupte, daß es eine Parte; giebt, welche durch ihre heftigsten Anh änder zur Annahme von Maßregeln verleitet wird, welche sis feibst miß⸗ billigen muß, Maßregeln, ron denen sie weiß, daß sie aͤußerst unweise und aͤußerst unklug sind. Nach der irt und Weise zu schlicßen, wie diese; Haus in Bezu auf Gefetz⸗ Vors nlaͤge verigdren ißt, welche Jedermann als vorthellhaft är daz Land anerkannte, soll es mich nicht wundern, im Gegentheil erwarte ich es zu sehen, daß jene Partei gelegentlich auf der ministeriellen Seite Ns *auses Maßregeln verfechten wird, welche sie auf jener .der Dopotions.) Saite bekämpfte. Rur den Trost bietet dieser um Jand dar, daz die mit soicher Vehemenz verkündeten Meinungen wenigst ens nicht unveränderlich sind. Doch wiederhole ich, daß es meter Ansicht nach eine andere Partei giebt, welche die unglücklt— inerweise in ihren Händen befindliche Macht eben so verderblich aus— üot, als es die Partei thun wurde, welche die erste Ursache der statt— gebabten Bemerkungen war, und deren Meinunzen ich weniger als irzend Jemand biäige.“
Unterhaus. Sitzung vom 1. September.
er Beifall) Isg, hr wahr, um diest sich ihr in die Arme zu werfen.
5 Unterstutzung von
(Nach⸗
trag.) Eine Bemerkung des Herrn Hume uͤber die Bill wegen Suspension der Ruͤckzahlungs-Termine fuͤr die der Irländtschen Geistlichkeit auf ihre Jehnten⸗Forderungen vorgeschossene Million,
naͤmlich daß diese Bill ganz unpassend sey, da die sogenannten Fceunde des Klerus sich jeder Reform desselben wodersitzten, veranlaßte den ehemaligen Secretair fuͤr Irland, Sir H. Har“ dinge, zu einer Entgegnung. Er fand namlich diesen Angriff auf das Oberhaus hoöchst unpassend und meinte seinerseits, di: Bill sey weiter nichts, als eine Indemnitäts-Bill' fuͤr die jetzigen Minister, denen sonst die Verantwortlichkeit fuͤr die Ruͤcklah ungen obläze. Dies wollte Kanzler der Schatzkammer, Herr Spring
gelten lassen, welcher behauptete, bie
Rice, nicht
Zanatikee Rechenschaft von ihren Handlungen geben muͤssen, wel⸗ che den jetzigen Zustand der Dinge herbeigefuͤhrt hatten. Dir Mintster hatte sich im Laufe seiner Rede des Wortes „schikands“ Cbßeltitossins, bedient, und dieser Ausdruck, der von Sir H. Hardinge auf die Maßnahmen des vorigen Ministeriums und insbesondere auf seine Verwaltung der Irlaͤndischen Angelegen— heiten bezogen wurde, veranlaßte ein längeres Hin und Herre— den, welches jedoch mit der Erklarung des Herrn Spring Riee endete, daß er den Ausdruck nicht in der vo0n Sir H. Hardinge vermutheten Beziehlng sebraucht habe. Den muͤhselig beendeten Streit nahm igdeß gleich darauf Herr Grattan, eines her Ir— ländischen Mitglieder des Hauses, wieder auf. Er aͤußerte, daß Sir H. Hardinge, wenn ihm schon jetzt die Bemerkungen des Kanzlers der Schatzkammer nicht behagten, nech unzufriedener seyn werde, wenn er am Ende der Session eine noch staͤrkere Sprache von Englischen, nicht etwa nur Irlaändischen Mitgliedern des Hauses, in Bezug auf die Irländische Zehnten-Bill werde hören mussen, welche das andere Haus mit seiner gewöhnlichen Bosheit verworsen habe. (Auf den Ruf zur Ordnung wieder— holte Herr Grattan den Ausdruck: mit seiner gewohnlichen Bos— heit. „Zwei Englische Mitglieder des Parlaments“, fuhr Hr. BGrattan fort, „sind über einen auf Irland bezuglichen Gegeän— stand sehr in Hitze gerathen; das ist eine Nevität, über die ich mich freue. Ich bin ein Repräͤsentant Irlands, und ich hoffe, ich werde ganz kalt bleiben.“ Diese Hoffnung, der durch den Erfolg keinesweges entsprochen wurde, erregte großes Gelächter; es folgte derselben eine Vertheidigung des jetzigen Ministertums und ein Angriff auf die Toty-Verwaltung, die sich mit einer Apostrophe an Sir H. Hartinge schloß, in welcher demselben Unfaͤhigkeit im Verwaltungs fache und zugleich eine angebliche Aeußerung, daß er mit 30, 600 Mann wohl die Zehnten beitrei, ben wolle, zum Vorwurfe gemacht wurde. Der letzten Angabe widersorach der Angegriffene. Herr Grattan aber ließ sich da— durch nicht stoͤren, sondern fuhr in seinen Anklagen fort und behauptete unter Anderem, daß es absurd sey, anzunehmen, ein guter Soldat, wie Sir H. Hardinge, könne auch zugleich ein guter Redner und guter Staaͤtemmann seyn. Sir H. Hardinge meinte darauf, wenn man den Beleg für eine Absurdität haben wolle, so brauche man nicht weit zu suchen, die Nede des Herrn Grattan biete ihn dar. Mit der Replik des Herrn Grattan, daß er jebenfallt vorgezogen haben wurde, hoͤglich zu seyn und nicht impertinent, war der Sireit geschlessen und es kam nun bie Keiht bes Handels zu den Vorsitzer des Ausschtseg, Herrn Bern gal, und bie Freund: ber beiden Redner, deren rüaptinten Btmühungen e gelgug, kit Sgcht inse fern he schehtn zu ma⸗
wieder der
jetzigen Minister be⸗ durften keiner Indemnitäͤts, Bill, wohl aber wuͤrden die
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chen, als von beiden Seiten ein Widerruf der beleidigenden Aus—⸗ druͤcke stattfand.
London, 4. Sept. Der kommende Dienstag ist der Jah⸗ restag der Kroͤnung des Koͤnigs, und es soll an demselben ein großes Gastmahl in Schloß Windsor gegeben werden. Auch die Minister werden Diners zur Feier dieses Tages geben.
Die Morning Chroniele liefert einen langen Bericht über die vorgestern im Hause des Lord Kenyon stattgefunden: Versammlung der Orangisten. Der Herzog v. Cumberland, der den Vorsiz führte, echtfertigte sich in einer langen Rede ge— gen die Beschuldigungen, die man gegen ihn aufgestellt habe; obgleich er nicht zugeben konne, sagte er, daß Soldaten und Ma⸗ trosen als solche kein Recht haͤtten, ihre politischen Meinungen auszudruͤcken, so empfehle er doch das Annulliren der Patente fuͤr Orangisten-⸗Logen in der Armee. Nichts solle ihn abhalten, die protestantische Sache durch die Orangisten-Institution zu un⸗ terstuͤtzen, und wenn letztere gehoͤrig unterstuͤtzt und außerdem ge⸗ hoͤrig verstanden wuͤrde, so därfte es keine heilsamere Institution in Großbritanien geben. Waͤren die Orangisten nur sich selbst und ihren Grundsaͤtzen getreu, so habe die Kirche nichts zu be— fuͤrchten. Bei dieser Üeberzeugung schmerze ihn doppelt der Gedanke, daß ein Feind irgendwo im Lager sey, ein Verraͤther, der zu eigennuͤtzigen Zwecken Luͤgen verbreite: indeß fruͤher oder später werde dieser Verraͤther entlarvt und ausgestoßen werden. Von einer Untersuchung sey durchaus nichts zu befuͤrchten, nur mußten die Mitglieder darauf bedacht seyn, daß ihre Handlungen und Bewegungsgruͤnde nicht falsch aus ge— legt wurden. Wenn je eine Zeit gewesen, wo die Grundsatze des Orangismus waͤren einzuschaͤrfen gewesen, so sey es die jetzige. Es existire eine Partei von Mannern, welche die Tod⸗ feinde der Kirche von England wären und alle ihre Krafte auf— boten, die Kirche und die Constitution zu stuͤrzen. Die gegen— waͤrtigen Minister thäten — sey es aus Unkenntniß der Orangi— e n en , sey es aus Unbekanntschaft mit ihren dem heiligen Altar schuldigen Pflichten oder sey es aus Feigher ig eit oder eigennuͤtzigen Bewegungsgruͤnden — Alles, um von der im Jahre 1688 eingeführten Eonstitutien zu vernichten, was den Briten theuer dg Er konne keine andere Meinung uͤber die Minister aussprechen, denn ihre Handlungen bewie— sen, daß sie die Feinde der Kirche seyen. Er seh jetzt noch eben so fest in der Sache des Orangismus, als er es bei seinem ersten Eintreten in diese Institution gewesen, und wenn es noöͤ— thig wäre, die Schlacht von neuem zu kaͤmpfen, so wuͤrde er der Vorderste in den Reihen seyn. Bas Parlament würde seine Sitzungen in einigen Tagen schließen, aber wenn seine Gꝛegen⸗ wart hier nothwendig ware, so warde er auf seinem Posten seyn, selbst wenn er im Auslande aus dem Schoß seiner Fami— lie sich losreißen mußte. Er fuͤhle sich stolz und geehrt, nech der Großmeister diser Loge zu seyn, denn trotz der Meinung vorurtheilsvoller Manner wäre keine Stellung in der Welt so beneidenswerth als diejenige des Großmeisters einer so loyalen Institution. Lord Wynford, der schon seit Monaten an der Gicht leidet und sich in einer Saͤnfte nach dem Hause des Lord Kenyon hatte tragen lassen, schlug mehrere Resolutionen, unter anderen auch ein Dank Votum an den Herzog von Cumberland vor. Herr R. Plunkett, Oberst Perc. val, 3 Verner und der Graf v. Bandon sprachen sodann alle zum Lobe des Großmeisters, und die Resolutionen wurden genehmigt. Der Herzog von Cumber— land nahm schließlich nochmals das Wort; er ergaͤhlte unter Anderem, daß bei dem . abgehaltenen Kapitel des Hosen— band⸗-Ordens, welchem 24 Ritter beigewohnt, Se. Majestaͤt der Koöͤnig seinen Neffen, Prinzen Georg von Camkridge, folgender— maßen angeredet habe: „Junger Mann! Sie sind nunmehr in dem. Alter, um das Recht vom Unrechte unterscheiden zu koͤn— nen, Sie sind kurzlich konsirmirt worden, und Sie werden jene Grundsätze verstehen, die Ihrem Geiste eingeschaͤrft worden sind. Seyn Sie eingedenk, daß unsere Familie eine protestantische ist, seyn Sie auch eingedenk, daß Sie berufen sind, die herrschende Kirche zu vertheidigen und die Rechte, das Eigenthum und die Privilegien des Volkes unverletzt aufrecht zu erhalten.! Diese Worte, fuͤgte der Herzog hinzu, wären an demselben Tage bei dem Königlichen Gastmahle, weichem 140 Gaͤste beigewohnt haͤt— ten, bei dem Toast auf die Gesundheit des Prinzen wiederholt worden. Hinsichtlich des Obersten Fairman äußerte der Herzog, der Oberst hätte die offiziellen Schriften ausliefern und nicht weglaufen, sondern sich nach dem Gefaäͤngniß von Newgate brin— gen lassen sollen. Er (der Herzog) wuͤrde, waͤre er in der Lage bes Obersten gewesen, nach Newgate gegangen seyn, und ware er jederzeit dazu bereit, sobald die Umstaͤnde dieselben seyen und es sich um Auslieferung von Privat-Papieren an das Unterhaus
andele. h Herr Poulett Thompson ist seit einigen Tagen bettlaͤgrig.
Lord Auckland hat bereits die Summe von 5009 Pfund als Ausstattung von der Ostindischen Compagnie erhalten; mor—
gen werden ihm die Direktoren derselben einen großen Abschieds—
schmaus geben, und am 2hsten d. M. gedenkt Se. Herrlichkeit sich nach Kalkutta einzuschiffen.
Das große vielbesprochene Luftschiff ist vorgestern auf drei Wagen von seinem bisherigen Aufbewahrungs-Orte fortgeschafft worden, Einige behaupten, auf Anordnung der Gläubiger des Unternehmers, Andere, um bis zum Tage des Aufsteigens, wel— ches zu Ende dieses Monats stattsinden soll, in den Garten des Vaunhall aufgestellt zu werden.
Den Fortschritten der Hungersnoth in Mayo und auf den benachbarten Inseln, wo in den letzten drei Monaten mehrere Personen aus Mangel an Nahrung umkamen, ist jetzt von der Regierung Einhalt gethan worden.
Ein in Newbedford in den Vereinigten Staaten aus Ba— ha angelangtes Schiff hatte die Nachricht mitgebracht, daß Vinagre, der Befehlshaber der Insurgenten in Para, der die Brasilianer am 12. Mai geschlagen hatte, am 1. Juni, noch vor Ankunft der Expeditien unter Commodore Taylor's Befehl, von einer Franzoͤsischen und einer Englischen Fregatte zur Flucht ge— nöthigt worden war. Es hatte eine völlige Reaction zu Gun— sten der Central-Regierung stattgefunden, und die Rädelsfuͤhrer bei den Unruhen vom 12. Mai waren hingerichtet worden.
Der Tim es zufolge, sind hier Mexikanische Dollars einge⸗ fuͤhrt worden, die in diesem Jahre in der Münze von Guada— laxara gepraͤgt wurden, und im Silberwerth 6 bis 7 pCt. weni— ger werth sind, als die gewohnlichen. Es hat dies großes Miß— trauen erregt, und die Kaufleute, welche diese Dollars erhalten haben, wollen sie nach Mexiko zuruͤcksenden.
— — London, 4. Sept. (Abends 9 Uhr.) So eben komme ich rom Kberhause und habe, wegen der Weite des Weges nach der Post, nur noch eben Zeit, Ihnen zu melden, daß zasselbe — wie Lord Lyndhurst, so eßen erklrt hat — die Corporation, Bill, mit fwel geringen Ausnah— men, in der Gestast, we sie hn dat hnterhaut wüt⸗
sem den Sieg verschaffte,
der zuruͤckgeschickt hat, annimmt — womit denn v
Besorgnisse uin die Ruhe des Landes fuͤr den Augenblick wien
beseitigt sind. Was aber die Veranderungen betrifft, so hab— ö
Ihnen die vorzuͤglichsten in meinem letzten Briefe mitgethe
Die übrigen finden Sie in den gestrigen Zeitungen. Die n aber, welche Lord Lyndhurst nicht anerkennen will (und er klärte, daß er im Namen seiner ganzen Partei rede), sind eh die, welche auch von den Tories im Unterhause bestritten m den sind, namlich das Recht, das man den Stadt-Vorstaͤnd eben will, dem Koͤnige Personen vorzuschlagen, aus denen er . des Orts zu wahlen habe, und das andere, n durch alle Stadtschreiber ihre Stellen nur nach Gutbefinden h Rathes behalten sollen. Die erste Veraͤnderung haͤlt et, q einen Eingriff in die Koͤniglichen Rechte, fuͤr ganz un zussssic
und die zweite, als einen Eingriff in Eigenthumisrechte, si
unbillig und will dieselbe in so weit verändert sehen, daß jenigen, welche ihre Stellen fuͤr ihre Lebenszeit erhalten habn solche auch unter denselben Bedingungen behalten moͤgen. er nun die Beibehaltung der jetzigen Beamten, obgleich m Widerwillen, und weil Peel ihn und seine Kollegen nicht! ihrer Ansicht unterstuͤtzt haben, aufgiebt, welches doch im Grun
der Hauptgegenstand des Kampfes war, so wird auch das Un P
haus hierin nachgeben. Der Unwille gegen das Oberhaus w jedoch bei dem ÜUnterhause in Folge sener Nachgiebigkeit n erkalten, denn das Oberhaus hat noch diesen Abend in q Geschwindigkeit zwei Bills mehr verworfen, welche ihm von zn anderen Hause zugesandt worden waren. Zwar haͤtte es fi beibe wieder sehr guten Grund, aber da es sich die Ver werfij besönders in Bezug auf alle Irlaͤndische Maßregeln wäͤhrm dieser Session züm Geschaͤft gemacht hat, so vermehrt is m das gehaͤssige Licht, worin es jetzt in den Augen eines schr gry⸗ ßen Theiles der Nation erscheint. Das Unterhaus hm 'n Appropriations-Bill angenommen, und somit wird nöächst
Dienstag die Session geschlossen werden. Belgien.
Brüssel, 7. Sept. Nach einem neuern Beschlusse Kriegs-Ministers sollen in Zukunft bloß die Hollaͤndischen
serteure in das Depot der Fremden-Legion zugelassen wer
Alle uͤbrigen Deserteure werden, obgleich sie sich als Deserte erklaͤrt haben, unmittelbar vor die Behoͤrde gefuͤhrt, wenn nicht mit guͤltigen Päͤssen, um in Belgien zu reisen, versehen sin
Vorgestern wurden mehrere geschrirbene Zettel gegen die oe schiedenen Staats-Gewalten an verschiedenen Orten der Stzi unter andern an der Thuͤre des Hetels des Herzogs von Mun, berg, angeheftet gefunden. Diese Zettel enthielten die Porte; „Nieder mit der Tyrannei Leopold's! Nieder mit der Tyrant der Minister! Nieder mit den Repraͤsentanten! Nicder m dem Ministerium, welches das Belgische Volk auf tyrannish Weise mordet! Es lebe die Republik!“
— Ueber die hoheren Unterrichts-Anstalten in Belgien en haͤlt die Allgemeine Zeitung in einem Schreiben aus Brüs sel vom 27. August folgende Mittheilungen: „Die Kammern Nepralentanten ist mit ihren Berathungen uͤber das Gesetz, Oeganisation des hoͤhern Unterrichts betreffend, zu Ende. D Allgemeinen, welches ich in meinem juͤngsten Schreiben uͤber) sen Gegenstand mitzetheilt, lasse ich nun Spezielleres folzen. Puntt, uͤber den zuerst gestritten wurde, war, wie viele von)
drei bestehenden Landes-Universitaͤten auf Kosten des Staats
zubehalten seyen. Der ministerielle Entwurf, von der Zustl mung der Mehrzahl unterstuͤtzt, schlug, wie bereits fruͤher f worden, die Beibehaltung von 2 Universitaͤten, Gent und Wah vor; die Liberalen, und eine Fraction der Kammer, die man an hier die Doctrinairs nennt, wollten nur eine Universitäͤt auf Kos des Staates beibehalten wissen. Als osten sible Gruͤnde wurden fuͤrdi letztere Ansicht angefuͤhrt: groͤßerer Umfang einer einzelnen! stalt bei verhaͤltnißmäßig geringeren Kosten, als wenn man! Kraͤfte in zwei Anstalten zersplitterte; eine hierdurch bewert ligte innigere Verschmelzung aller Provinzen zu einer homogen Einheit, an der es bisher noch in Belgien fehlt; mehr Anshh im In, und Auslande und größere Buͤrgschaft eines glaͤnzen Erfolgs. Neben diesen ostensiblen, der Beachtung nicht unn then Gruͤnden waren aber auch andere vorhanden, die man j zuzugestehen fuͤr gut fand. Im Gefuͤhle des Unvermoͤgens, die Dauer ihre freie Untversttät in Brüssel siegreich gegen dil tholische freie Universitaͤt in Mecheln aufrecht zu halten, aͤußch schon vor einigen Monaten beim ersten Erscheinen des. mi riellen Entwurfs die Liberalen den Wunsch, daß nur Eine Slut Universitaͤt, und zwar in Bruͤssel, errichtet werden moͤchte. ] die Frage eines katholiichen Blattes: „Was dann aber aut! freien Bruͤsseler Universität werden sollte?“ erwiederte ein! rales, diese mochte einstweilen eingehen; habe sich spaͤrnt
Staats-Universitat so gut begruͤndet, daß sie aus eigenen M bestehen koͤnne, so möchte dann die Regierung, da die Katholt ja schon ihre Umwersität hätten, sie den Liberalen als freie l versität uͤberlassen. Natuͤrlich wurde über dieses Gestaͤndniß! nen Unvermsgens, verbunden mit der uneigennuͤtzigen Liberal
sich von der Gesammtheit der Einwohner eines kalholischen Lan eine Universitaͤt gruͤnden und hernach schenken zu lassen, um ihr eine Oppositions-Universitäͤt gegen den r ind l. zun chen, gespoitet und gescherzt. Eine noch größere Bedeutung“ erhielt die Frage uͤber die Zahl der Staats-Universitaäten in Augen der Liberalen, als sie von einem Geruͤchte hoͤrten, Bischoͤfe wuͤrden, sobald das Gesetz uͤber die hohen Schulen n den Vorschlaͤgen des Ministeriums angenommen sey, die lil sche Universität von Mecheln nach Löwen verlegen. Dese! stalt wurde hier an Gebaͤuden, Sammlungen, Stipendien w., woran es ihr einstweilen in Mecheln noch durchaus fi eine hinlängliche Ausstattung finden und zugleich ihre Existen die Traditconen der alten katholischen hoh Schule von C knuͤpfen, die im Lande noch sehr lebendig sind und Jahrhum lang einen Europaͤischen Ruf gehabt haben. So natuͤrilt nun die Liberalen finden, daß sie in Biuͤssel Bibliothek, Nin lien⸗Kabinet, physikalisches Museum, botanischen Garten, einen des alten Schlosses u. s. w. fuͤr sich benutzen, so usurpatorsst klaͤrten sie die vermuthliche Absicht der Katholiken, in Löwen jenigen Vortheile in Anspruch zu nehmen, die durchgehend Geist der Vorzeit speziell zum Besten der katholischen Sm geschaffen und begründet hat. Sie beharrten nun um sost auf der Behauptung, das Wohl der Studien erfordere, dah! Lentral-Universttaͤt errichtet werde, nur sollte sie nicht mesf Bruͤssel, sondern in Loͤwen ihren Sitz haben. Diese nicht
gestandenen, aber darum nicht minder gekannten Nebenabstz haben der Ansicht, nur Eine hohe Schüle auf öffentliche K zu gruͤnden, Abbruch gethan, so wie auf der andern Seilt Absicht auf Lowen, bie man ebenfalls nicht offen gestand,! Katholiken dem Vorschlage des Ministeriums treu erhielt, Un Die Gründe, welche man fun behaltung der beißen Unipersitcten Lüitich und Gent . waren iin KWbesentlichtni die Nothwendigkelt, das Interrss
Iähte es nicht an ostensiblen gewichtigen Grunden.
Er Städte, in denen ein Geist der Unzufciedenheit leicht der Hicherheit des Staates gefaͤhrlich werden konnte, zu beruͤcksich⸗ szen, üm se mehr, da beide so viele Unkosten auf Errichtung zweck— mäßiger Gebäude und Anschaffung von Sammlungen verwendet; der Fortheil, der fuͤr die Studien aus der Emulatton zwischen zwei niversitaͤten hervorgehen wurde; die größere Entwickelung ein⸗ ener Zweige der Wissenschaften, die in jeder der beiden Städte hurch ihre Lage, Industrie u. s. w. leichter befoͤrdert werden kann; die Gefahr endlich, die in unseren Zeiten aus der Anhäufung zu fiele jungen Leute in einer und derselben Anstalt fuͤr die oͤffent⸗ liche Nuhr erwach sen könnte und der Nachtheil, den dieses zuver— meblich fuͤr die Studien herbeifuͤhren muͤsse. Aiso auch hier Ein beson⸗ baer Zug aber, der durch di Detatten siber diefe Frage durch⸗ hickte, ist noch dieser: die Liberalen und Doctrinairs schienen alen Erfolg der hoͤheren Studien von der Leitung des Staates ü erwarten, wogegen die Katholiken sich vielmehr den endlichen Sieg des freien Unterrichts ber den von Staats wegen geleite⸗ ien bersprechen. In diesem Sinn erklaͤrte auch die Eentral-⸗Ses; tion in ihrem Bericht an die Kammer: „nur als Aus huͤlfe konne die Regierung sich noch mit dem Unterrichte befassen; dem rinzi; Rach duͤrfe sie fuͤr keine Lehre Partei nehmen, sey mithin zich unfaͤhig, die Studien zu leiten, da nothwendig eine religiose und philosophische Doktrine denselben zum Grunde gelegt werden msse; das Gedeihen der freien Lehr-Anstalten werde wohl nach einigen Jahren dieser verfassungswidrigen Anomalie ein Ende macken.“ Von Seiten derjenigen, in deren Haͤnden die Regie⸗ rung ist, muͤssen solche Ansichten, die dem Geiste der Ver fassung durchaus gemäß sind, wenigstens beweisen, daß man ihnen mit Unrecht monopolistische Absichten vorwirft. So sehr sind sie dem Grundsatze treu geblieben, daß die Regierung sich in des Gebiet des Geistigen nicht zu mischen habe, daß sie unterlassen haben, in das nene Gesetz eine Klausel einzuruͤcken, um zu verhindern, daß der Geist der auf Kosten eines katholischen Landes zu errich⸗ tenden Staats / Universitaͤten nicht ein unkatholischer werde, da doch, wenn einmal die Unterthanen besteuert werden sollen, um hohe Schul zu gruͤnden, nichts billiger ist, als daß diese Schulen das Vertrauen der Steuerpflichtigen auch in religioser Hinsicht verdienen. Wenn man sich erinnert, wie die Ver saͤumniß dieses Vänktes unter der fruuͤheren Regierung die Universitäͤten zuletzt in eine feindselige Stellung gegen das Episcopat gebracht hat und wie daraus eines der Hauptgebrechen der damaligen Ordnung her⸗ vorgegangen ist, so ist es schwer, sich die gegenwartige Sorglosig⸗ keit zu erklaͤren, und durfte man sich wenig Gutes von einein sͤlchen Anfange versprechen. Schon jetzt blicken die Liberalen auf die zukünftigen Staats Universitäͤten wie auf Huͤlfs⸗Anstalten fuͤr ihre antikatholische Tendenz, was gewiß die Absicht der Legislatur we⸗ der ist, noch seyn durfte. Daneben werfen sie den Katholiken vor, ihr Zweck sey im Grunde der Ruin der hoheren Studien, ein Vorwurf, der seltsam in dem Munde derjenigen küngt, die ohne das Beispiel der Katholiken sich niemals würden haben beikom⸗ men lassen, an die Errichtung einer Universität aus freiem Stre— ben zu denken. Schwerer mochten die Liberalen ihrerseits sich von dem Vorwurfe reinigen, daß sie, die so vielfach gegen die Interventton der Regierung in Sachen des offentlichen Unter⸗ richts Beschwerde gefuͤhrt haben und immer nur von Emancipa⸗ tion des Geistes reden, nan doch wieder das groͤßte Heil von der Unterordnung der Lehr⸗Anstalten unter die Staatsgewalt, der sie sonst in Allem den Krieg ankuͤndigen, erwarten.“ —=— Also vier Universitaͤten wird kuͤnftig Belgien haben: Luͤttich und Gent auf Kosten des Staats; Mecheln (vielleicht Löwen) und Bruͤssel auf sKosten freier Theilnehmer. Mean sieht gleich, in welchen Nach— theil die beiden Letztern hierdurch gestellt Ind und besonders duͤrste die Bruͤsseler Anstalt sich bei dieser Konkurrenz nicht lange mehr halten. Um indessen das Interesse des freien höheren Unterrichts nicht gar zu sihr durch diese Rivalitaͤt der Staate ⸗/Unwersitaͤten zu gesähiden, und zugleich eine gewisse Harmonie in den Konflikt dieser verschtedenartigen Bestrebungen zu bringen, ist durch das neue Gesetz verordnet, daß die akademischen Grade nicht von den Unverfitaten selbst, sondern von geschwornen Examinatoren ver⸗ liehen werden sollen. Nach langein Streiten hat sich die Kam⸗ mer folgendermaßen über diese Jury d'examen verglichen. Die Examina: oren werden fuͤr ein Jahr ernannt, jedesmal vor dem l. Januar; fuͤr die Pruͤfung zum Kandidaten und die Prufung um Doltor sind in jeder Wissenschaft besondere Examinatéren Jede Jury besteht aus sieben Gliedern, von denen die Reyraͤsen⸗ tanten⸗Kammer zwei, der Senat zwei und die Regierung drei er— nennt. Jeder Geschworne hat einen Ersatzmann, um iin Noth⸗ sall seine Stelle einzunehmen. Auf Pruͤfung darf man antra— gin, ohne Ruͤcksicht auf die Art und Weise, wie man seine Stu, dien gemacht hat. — Um fuͤr die divergitenden Ansichten uͤber diese Pruͤfungs⸗Jurv eine Ausgleichung zu finden, hat die Kammer heschlossen, daß dieser Theil des Gesetzes nach dreijähriger Erfah— tung einer Rrvision unterworfen werden solle. Manches Andere mochte dann auch wohl wieder zur Sprache kommen, da die kon— tradiktorischen Prinzipien, auf denen nun das hoͤhere Unterrichts⸗ wesen in Belgien beruhen wird, schwerlich alle Intereffen in dem Maße, in dein sie es sich jetzt versprechen, befriedigen werden. — Noch hat das Gesetz die Probe des Senats zu bestehen; in den 6 Theilen wird aber dieser wohl keine Aenderung vor— hmen.
Schweden und Norwegen.
Stockholm, 4. Sept. Im Aftonblad liest man: „Wir glauben jetzt mit Sicherheit zu wissen, daß der Kronprinz die leise nach Kalisch, wovon (nach Anleitung fremder Zeitungen) so viel gesprochen worden, nicht machen wird. Das Dampfschiff „Gylfe/ geht Donnerstag nach Karlskrona ab, um den Herzog von Leuchtenberg nach Stertin zu bringen, welcher, uͤm dort an Bord Mu gehen, Sonnabend zu Lande von hier nach Karlskrong abreiset. Jer Kronprinz begleitet seinen Schwager his zur Einschiffung, wir d aber sofort nach der Hauptstadt zuruͤckkehren, weshalb die Neise Tag und Nacht geschieht. Es ist ohne Zweifel die Nach⸗ licht von bieser Reise, welche die Geruͤchte von des Kronprinzen Neise nach Kalisch wieder in Umlauf gebracht und ihnen zuletzt bzar einen Anstrich ven Gewißheit gegeben hat.““ Die Stats tidn ing meldet aus Upsala?; „Zum Gedaͤcht⸗ ß des gincklichen Ereignisses, welches Gustav J. aus der Ge— elt der ihn verfolgenden Dänen rettete, ist bei der Bruck. uͤber ö sogenannten Laͤby⸗Sumpf ein Denkmal errichtet, auf wel⸗ 2 ein Gefäß steht. Man liest auf dem schoͤnen Granitstein 3 Inschrift: „Y,⸗Vaterlaͤndischer Mannesmuth rettete hier Gu— av Eriisson Wasa wahrend des Kampfes fuͤr das Vaterland im 4 . 1521. Karl XIV. Johann errichtete diesen Denk⸗
Dänemark,
Macs open hagen, 7. Gept. (Altonaer Merkur.) In der Mit ren g, Aagnist Keuh. Arn In der mils auf heesiger st wurde der Hallgtzsch Komfet zun ersten,
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wie in Nom, Tubingen, Breslau, Altona und andern Staͤdten und stimmt mit Professor Nosenberger's in Halle Berechnung volltommen uberein. Man fand ihn nämlich im Sternbild »der Stier.“ Sein Gang 4 folgender; Nachdem er zu An⸗ fang des v. M. aus der Suͤdseitè der Ekliptik in die Nordseite derselben getreten war, naͤherte er sich der Erde von 9 bis zu 28 Millionen Meilen im selbigen Monat und wurde uns am Schlusse desselben sichtbar. Im gegenwartigen Monat naͤhert er sich immer mehr und ist am Schlusse deffelben nur 6 Mil— nen Meilen von uns entfernt. Sein Aufzang geschieht jeden Abend fruͤher und weiter gegen Norden. Im letzten Drittheil des Monais geht er nicht unter den Horizont; Abends zwischen und. 9 Uhr steht er gerade unter dem ordpol. Am 5. Ok⸗ tober kommt er uns am nächsten, namlich in ungefaͤhr 5 (7) Mil⸗ lionen Meilen Ferne, und dann zeigt er sich auch am schönsten. Er steht dann um Mitternacht ungefaͤhr 6 Grad uber dem nord— lichen Horizont. Gegen Ende des Gftobers entfernt er sich von uns bis zu einem Abstand von 22 Millionen Meilen und im ketzten Drittheile dieses Monats kann er Abends in Suͤdwest beobachtet werden, wo er immer fruͤher untergeht. In der er— . Haͤlfte des Novembers wird er wahrscheinlich noch zur sel— en Zeit und an derselben Stelle sichtbar seyn. Hernach verliert er sich in den Strahlen der untergehenden Sonne und erst in 75 Jahren wird das naͤmliche Schauspiel wieder zu sehen seyn.
Der Köoͤnigl. Minister, Graf Blome, ist mit Gefolge hier wieder angekommen.
Die zum Entwurf eines statistischen Tabellen-Werkes uͤber das Königreich niedergesetzte Kommisston hat dieser Tage eine Ausarbeitung von großem Umfange ans Licht gestellt.
Es heißt, daß Proc. Haagen einen Antrag zur Aufhebung der Zahlen⸗Lotterie ausgearbeitet habe.
Deutschland.
Kassel, 3. Sept. (Frankf. O. P. A. 3. urch die bekannte Anzeige der Frau Land aft von . gewinnt die Frage uͤber den Henne der betreffenden Ro— thenburgischen Domainen wieder ein lebhafteres Interesse auch fuͤr die Landstaͤnde, be sehungsweise den landständischen Ausschuß. Es wird also zunaͤchst der von dem Abgeordneten Wippermann aber diesen Gegenstand an die letzte St nde⸗Versammlung abge⸗ stattete Bericht wieder seine Wirkungen zu äußern beginnen, und um so mehr, da dieser Bericht in der That als cine höͤchst ta⸗ lentvollt Parteischrift anerkannt werden muß. Aber je schroffer die Parteien in solchen vaterlaͤndischen Angelegenheiten einander gegenuͤberstehen, desto dringender erheischt die allgemeine Wohl⸗ fahrt eine mogliche Ausgleichung der obschwebenden Differen⸗ zen. Die Staͤnde-Versammlung wird unmoͤglich vor Gericht geltend machen koͤnnen, daß verfassungsgemaͤß die Rothenburgi⸗ schen Domainen lediglich als Staatsgut zu betrachten seyen. Die Verfassungs-Urkunde enthaͤlt nirgends eine woͤrtliche Be⸗ stimmung hieruͤber, und die einseitige Erlaͤuterung oder Annahme einer Stände⸗Versammlung wird der Umsicht und Unparteilich⸗ keit unserer Gerichtshoͤfe keinen Urtheilsspruch imponiren wollen, noch konnen. Dagegen konnen auch keinesweges jene Domainen bloß als ein Erbgut der Fuͤrstlichen Familie beachtet werden, da sie als Kammergüut geschichtlich die Bestimmung haben, daß sie außer zum Unterhalte der Fuͤrstlichen Familie auch zur Bestrei⸗ tung der Staats⸗Veduͤrfnisse beitragen follen. Wie verlautzt, so wird höͤhern Orts die Bestimmung, daß jene Domainen⸗Ein⸗ kuͤnfte mit zur Deckung der Staats Veduͤrfnisse bei utragen ha—⸗ ben, nicht in Abrede gestellt; nur über das Maß tan. Beitrags koͤnnten verschiedene Ansicht:n geltend gemacht, aber auch sicher— lich auf dem Wege gegenseitigen Entgegenkommens beseitigt wer— den. Der Maßstab bei der früheren vertragsmaͤßigen Thei⸗ kung des Kabinetsgutes in Staats- und Haus schatz kann nur in sofern hier in Betracht kommen, als eben wieder von Fuͤrst und Landständen vertragsmaͤßig ein gleicher Maßstab genehmigt wuͤrde. Weil das fruͤhee Kabinersgut zum Theil als Staats schatz abge⸗ lassen worden: so wurde dagegen in der Civil⸗Liste ein Aequiva— lent gegeben. Es fragt sich nun, ob die wuͤnschenswerthe Ver⸗ mittelung sich nicht . erwirken ließe, daß die streitigen Ro⸗ thenburger Domainen⸗Revenuͤen gegen eine Erhoͤhung der Civil— Liste abgetreten wuͤrden. Duͤrften wir in dieser Sache eine An— sicht geltend machen, so ware es diese, daß man jene Domainen als Staats gut aufnehme, dagegen deren ungeschmaͤlertes Einkom— men, bis zur Vereinigung der Civil-Liste und der Revennen des Hausschatzes, in die Kasse des Regenten fließen ließe. Nach die⸗ ser Frist verfielen denn die Revenuͤen der Rothenburger Domai— nen dem Staatsschatze.
Munchen, 5. Sept. Hr. v. Lesuire, fruͤher in Bayerischen Diensten, Ober Lieutenant, uͤnd Frhr. v. Baunach, Lieutenant, sind aus Griechenland zuruͤckgekommen, wo sie ihre Entlassung (der Eine als General-Major und Kriegs⸗Minister, der Andere als dessen Adjutant und Hauptmann) genommen haben. Ersterer . 6 , . ö , Pruͤfing, da seine
attin auf der Herreise in Ancona gestor ᷓ — k Herreis gestorben ist, Letzterer in
Oesterreich.
Prag, 4. Sept. Unsere Fremden -Liste wird nach und nach immer interessanter, je näher die große Revue von Kalisch, und mit . die darauf folgende Teplitzer Versammlung heranruͤckt. Der Greßfuͤrst Michael und seine Gemahlin hielten sich hier vier Tage auf, besuchten mehreremale das Theater und nahmen un— sere Mert wuͤrdigkeiten in Augenschein. Auch wohnte der Groß⸗ fuͤrst einigen Ausruͤckungen der Truppen bei unö setzte hierauf stine Reise uͤber Breslau nach Kalisch fort. Der K. K. Gene ral Major Drin Gustav von Wasa blieb auf der Durchreise von Dresden nach Wien nur einen Tag in unsern Mauern. Auch der Erzherzog Franz Karl, Bruder des Kaisers, wurde erwartet, ist aber bisher noch nicht eingetroffen. —
— Die Allgemeine Zeitung theilt folgendes Schreiben aus Böhmen vom 24. Auguͤst mit: „Man kann mit Recht sagen, daß die ganze Boͤhmische Nation der Ankunft ihres Monarchen mit eben den Gefuͤhlen harrt, wie Kinder auf ihren langersehn⸗ ten Vater. Die vielen wohlthaͤtigen Verordnungen und Einrich— tungen, welche der Kaiser bereits seit seiner kurzen Regierung ,. hat, geben uns freudige Bärgschaft fuͤr die Zukunft.
euerdings haben die Veranstaltungen, welche zur Vervollstaͤn⸗ digung und Verbesserung unseres buͤrgerlichen Gesetzbuches ge⸗ troffen werden, Sensation gemacht, und man verspricht sich von demselben viel Gutes. Denn so buͤndig und klar auch bas bis herige war, so ließ es doch, besonders wo die allgemeine Gerichts⸗ Ordnung mit eingriff, mancherlei Mißbraͤuche in den Formen zu, denen nunmehr gesteuert werden soll. Wir deuten bei dieser Göle— genheit auf einen Prozeß ven Wichtigkeit hin, welcher bereits bei unsern Ober-Gerichten anhängig gemacht seyn soll, Der Ge— zeustand desselben soll eine ungeheure Anmaßung Und. Gelbsthlfe gints reicht Gutttesihers seßn, hie er sich, wie man eisäht, 2
gegen Jemand, mit dem er in Geschäͤfts-Verbindung getreten war, erlaubt habe. spricht dabei von fast unglaublichen Maßregeln, die sich ter⸗ Gericht erlaubt habe, auch erzählt man, es sey der Beihlll te entschlofsen, die Sache im aͤußersten Falle vot den Thron St. Majestät zu bringen. Was an der
ganzen Sache Wahres, oder wie deren ganzer Zusammenhang
sey, koͤnnen wir vielleicht in der Folge dem Publikum berichten, besonders wenn der Betheiligte seine Klage vor den gerechten Monarchen bringen sollte. — Auf den Straßen, welche Se. Ma—⸗ jestät auf der Reise nach Teplitz passiren wird, sind die ir. artigsten Anstalten zum Empfange getroffen. Es wird diese Reise, wie die des hoͤchstseligen Kaisers Franz vor zwei Jahren, einem Triumphzuge gleichen.“ Italien.
Turin, 1. Sept. In Turin haben sich bis gestern uͤber— haupt 8 Erkrankungen und 7 Todesfalle an der Cholera ergeben. In Racconigi nahm die Epidemie an Heftigkeit zu, auch ver⸗ breitete sie sich immer weiter in der dortigen Gegend. In Ge⸗ nua zählte man bis zum 28. August 1869 Erkrankungen und 7I3 Todesfalle, in Livorno bis zum 29. August 128 Erkrankun⸗
en, 58 Todesfaͤlle, in Florenz am 29. und 30. Aug. nur A neue aͤlle, sammtlich in den Spitälern. —
Durch eine zu Mailand ergangene Verordnung werden die aus dem Sardinischen Gebiete kommenden Individüen, bevor ste die Lombardei betreten, einem Versuchs-Aufenthalte (dimora di esperimenti) unterworfen.
Spanien.
Madrid, 29. August. (Aus Franzoͤsischen Blattern.) Der Belagerungs⸗-Zustand wahrt fort, und es würde schwierig seyn, die Aufhebung desselben zu bestimmen, denn die Militair⸗ Kommission geht langsam zu Werke und man kann wohl sagen, daß sie noch keine einzige entscheidende Maßregel ergriffen hat. Die Herren Bolsera und Norzagaray, die Stellvertreter des Corregidor, sind abgesetzt worden, weil sie bei den Ereignissen des 15ten, 16ten und 17ten das Kriegs-Gesetz nicht protlsmirt
atten. Die Freilassung der Deputirten Alcala Galiano und
hacon ist das Einzige, was die Militair-Kommission bisher ge— than hat. — Die Presse ist jetzt beständig ein Gegenstand des Miß⸗ trauens fuͤr die Regierung. Gestern Abend erhielt der Redacteur der Revista den Befehl, unter keinerlei Vorwande Artikel der offizielle Aktenstuͤcke, welche sich auf die Provinzen Aragonien, Valencia und Catalonien bezoͤgen, aufzunehmen. — 5 frůh ist ein außerordentlicher Courier mit der Nachricht hier 6. kommen, daß am 25sten in Cadix ein Aufstand stattgefunden habe. Der Courier wurde sogleich nach St. Ildefonso abgesandt. Da der Hof und das diplomatische Corps sich auch dort befinden, so erfaͤhrt man nichts Naͤheres uͤber dieses Ereigniß; indeß ver— sichert man auf das bestimmteste, daß in Cadix kein Blut ge— flossen sey. Es wurde dort sogleich eine Junta ernannt, welche eine Adresse an die Koͤnigin entwarf, die von dem Courier Über= bracht worden ist, und in demselben Sinne, wie die der uͤbrigen Junta's, abgefaßt seyn soll. — Man spricht hier fast von nichts Anderem, als von einer theilweisen Modification des Kabinets, dessen neue Zusammensetzung morgen in der Hof-Zeitung bekannt gemacht werden wurde. Das neue Mi— nisterium wuͤrde also zusammengesetzt seyn: Sartorio, ehemaliger Ober⸗QOffizier der Marine, erhielte das Departement der Marine, de la Riva Herrera, ein eifriger Anhäͤnger des von Martinez de la Rosa befolgten Systems, wuͤrde Herrn Alvarez Guerra im Departement des Innern ersetzen, Und der Herzog de Castto Torene, wahrend Mina's Expedition im Jahre 1831 Vice⸗-König von Navarra, würde interimistisch das Krtegs-Ministerium er— halten, dasselbe jedoch seines hohen Alters wegen nicht lange be⸗ halten. Diese Ernennungen warden die öffentliche Meinung nicht befriedigen. Die zur Verwaltung der Angelegenheiten be⸗ rufenen Manner sind den Umstaͤnden nicht gewachsen, und ihre Anwesenheit im Ministerium wuͤrde dasselbe nicht staͤrker machen.
Barcelona, 29. August. Im hiesigen Vapor liest man: „Es sind jetzt zwanzig Tage seit der Revolution vergangen, und die Feinde derselben haben mehr fuͤr ste gethan, als ihre Ver⸗ theidiger. Wenn die Karlisten eine Bewegung, wie die des 5. August unternommen haͤtten, so wuͤrden sie sich der Herrschaft in Catalonien bemächtigt und eine ganz andere Thaͤtigkeit in der Benutzung des Sieges entwickelt haben. Man muß handeln, wie sie gehandelt haben wuͤrden, die Gewalt mit Gewalt, List mit List, den Dolch mit dem Messer, die Grausamkelt durch den Schrecken, den Betrug durch Treuloßsigkeit vertreiben. Die Volks Behörden muͤssen alle Hindernisse überwinden; ihre Beschluͤsse muͤssen in Napoleonischem Geiste abgefaßt werden, und das Volk wird sie nicht verlassen. — Der Karlisten⸗ Chef Eabrera ist am 19ten mit 5 — 600 Mann . und 40 Ka- valleristen in Segorbe, einige Meilen von Valencia, ein⸗ geruͤckt. Als jedoch der Gouverneur von Castellon mit der Stadt-Miliz von Murviedro heranruͤckte, verließen die In⸗ surgenten schnell die Stadt, und verloren 40 Tobte und 15 Pferde. — Der General⸗ Major Don José von Castellar ist, während der Abwesenheit des Generals Jaureguy, zum Mllitair⸗ Kommandanten von Barcelona ernannt worden. — Die Vor stel⸗ lung des „freien Roms“ im hiesigen Theater ist mit den lebhas⸗ testen Beifalls-⸗Bezeigungen aufgenommen worden. — In Man- resa und an anderen Punkten Eataloniens werden Compagnieen von Freiwilligen gebildet. — In Roses hat das Volk den Gberst⸗ Lieutenant Chapeiro, ehemaligen Fiskal der Militair⸗Kommission unter dem Grafen Espana, durch die Straßen geschleift.“
Der Vapor vom Asten sacht in einem bemerkenswerthen Ar— tikel darzuthun, daß das Schicksal der aufgestandenen Provinzen von ihrem Benehmen in dieser Krisis abhaͤnge. „Wir haben“, sagt er, „drei Feinde zu fuͤrchten: die Uneinigkeit, die Karlisten und das Ausland. Sobald die Einen die Constitution von 1812, Andere die Republik, Diese die Unabhaͤngigkeit der Provinzen, Jene das veraͤnderte Königliche Statut verlangen, so ist unser Untergang unvermeidlich. Unser einziger Ruf sey: „Die Frei⸗ heit und Isabella 1.“ Die Karlisten sind weniger zu fuͤrchten, weil man weiß, no sie zu finden und zu schlagen sind. Was das Ausland betrifft, so könnte Ludwig Philipp vielleicht verges⸗ sen, daß er seine Krone nur vom Volke erhalten hat, und, un⸗ ter Zustimmung der ubrigen Machte, es unternehmen, das Jaste. milieu-Kabinet Christinens mit 79 — 89, 0909 Bajonnetten zu un⸗ terstuͤßhen. Es könnte sich leicht ereignen, daß das Feuer sein eigenes Haus ergriffe, wahrend er das seines Nachbars zu toͤschen bemuͤht wäre. Es ist unglaublich, daß eine liberale und verbiln⸗ dete Nation, die nicht direkt gegen die Karlistische Partei inter— veniren wollte, jetzt gegen die heldenmuüthige Bewe ung, die nur die Freiheit und den Thron Isabella' f zu befestigen strebt, Die Politit ist jedoch reich an
einschreiten werde. usmalieen
und wir muͤssen auf Alles gefaßt seyn, Einigkeit, .
gegen, die ngurg enten End,. el derstäand geges dg
ygutignd, das sey unser Wahlspruch,“