1835 / 263 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

kale, Kladovo, Widdin, Lom, Nakovo, Nilopol, Roisch⸗ kow, Rustschuk, Razgrad, Schumla, Prowada und Varna wurde der Fuͤrst mit Kanonen Salven bewillkommt und die Stadt-⸗Miliz, eine Schoͤpfung des Sultans Mahmud, um— ringt von zahlloser Menschenmenge, empfing ihn , bei seiner Ankunft. Beinahe jeder Abend wurde durch ein Feuer⸗ werk zu Ehren des Fuͤrsten verherrlicht, welches Schauspiel in Wöiddin, wo er bei seinem Freunde zwei volle Tage verweilte, am glaͤnzendsten war. Allenthalben wurde er in den Palaͤsten der Pascha's, Agas oder Woiwoden einquartiert, und uͤberall wur—⸗ den zu seinen Ehren Tuͤrkische Spiele aufgefuͤhrt. Auch seiner Suite wurde alle Ehre erwiesen. Zu seiner Begleitung war ihm ein Kaiserlich Tuͤrkischer Oberst, Kjamid-Beg, bis nach Widdin entgegengesandt worden, der sich seines Auftrages mit Wuͤrde entledigt hat. Bis Rustschuk machte man die Reise zu Wasser, wo sowohl die K. K. Oesterreichischen als Fuͤrstlich Wallachischen Gränz-Behoͤrden dem hohen Reisenden alle Aufmerksamkeit er— wiesen. Unweit Kalafat, auf der Wallachischen Kuͤste, wurde er von den Bewohnern der dem Fuͤrsten gehoͤrigen, in der Wallachei gelegenen Moschia Pojana, unter Anfuͤhrung des Fuͤrstlichen Inspek— tors Stephan Pozaracz, mit Enthusiasmus begruͤßt. Von Rustschuk wurde die Reise zu Lande fortgesetzt bts Varna und von da aus am Bord eines vom Sultan abgefertigten Dampf— bootes, welches unter der trefflichen Leitung seines fähigen Capi— tains, eines Englaͤnders, die Ueberfahrt hierher in 24 Stunden vollendete. Hier hat der Fürst seine Wohnung in dem Hause des Widdiner Wesirs, Hussein Pascha, in der Vorstadt Emir— gion, welches sehr schoͤn und bequem eingerichtet ist. Ueberall nahm der Fuͤrst die Sehenswuͤrdigkeiten in Augenschein, beson— ders in dem beruͤhmten Schumla und dem gleich denkwuͤrdigen Varna, welche beide Staͤdte durch viele neue Bauten verschoͤnert werden. In Schumla wird auf der noͤrdlichen Seite der Stadt eine neue Festung nach Europaͤischer Art und zwei Kasernen aufgefuͤhrt, ein wirkliches Riesenwerk. Aehnliches geschieht in Varna. Merkwuͤrdig war die Freude, welche die Christen bei den Empfangsfeierlichkeiten des Fuͤrsten, als eines christlichen Fuͤrsten, aͤußerten. Die Bischoͤfe zu Widdin Rustschuk, Schumla und Varna begruͤßten ihn mit auserlesenen Deputationen aus ihren Eparchieen, und der Bischof von Varna ritt dem Fuͤrsten mit großem Gefolge, das heilige Kreuz in der Hand, das er dem Fuͤrsten zum christlichen Kusse mit Wuͤrde darbot, auf eine gute Strecke entgegen. Den folgenden Tag ver— richtete er selbst mit seiner Geistlichkeit und dem Fuͤrstlichen Kap⸗ lan, dem Erzpriester Johann Pawlowitsch, in der Kirche den Gottesdienst. Die Varnaer Geistlichkeit ministrirte Griechisch, der Erzpriester Pawlowitsch Serbisch, und das Gefolge des Fuͤr⸗ sten sang einige Serbische Kirchenlieder. Auch hier wird dem Fuͤrsten uͤberall große Ehre erwiesen. Mehrere Botschafter und die Großen des Reichs ließen ihn durch Offizianten gleich nach seiner Ankunft bewillkommnen, welche Artigkeit der Fürst durch Gegenvisiten seiner Beamten erwiederte. Dem Reis-Efendi stat⸗ tete er schon dreimal seinen Besuch auf der Jalia ab; gestern aber hatte er die Ehre, der hohen Pforte mit seiner Suite vorgestellt zu erden. Herr Mikolaky Aristarchy verrichtete hier den Dienst eines Ceremonienmeisters und präsentirte den Fuͤrsten zuerst dem Neis-Efendi, Mehmed Hadgi⸗Akif⸗Efendi, dann dem Groß-Wesir

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Reuf Pascha, dem Deplet⸗Kiasa Pertef Efendi und endlich dem Czauch Bachl. Alle diese Minister der hohen Pforte empfingen ihn mit der wuͤrdevollsten Auszeichnung. Sofort besuchte der Fuͤrst den Jussuf⸗Pascha Sereslh, der zum Muchafiz in Belgrad bestimmt worden ist, dann den Tahir Pascha, Kapudan Pascha, wo er mit besonderer Ehrenbezeugung empfangen wurde. Gestern kam die Reihe der Fuͤrstlichen Besuche an Chosrew Pasche, den Seraskier. Heute besuchte der Fuͤrst den Kaiserlich Russischen Botschafter von Butenieff und den K. K. Internuntius Baron von Stuͤrmer. Ueber diese beiden Besuche soll er sich sehr er— freut ausgesprochen haben, besonders aber uͤber die persoͤnliche Bekanntschaft mit Herrn von Butenieff, als einem Manne, mit dem er schon seit 25 Jahren in wichtigen Geschaͤftsverhaͤltnissen gestanden.

Belgrad, 7. September. (Schles. Zeitg.) Die Hin⸗ richtung des Seliktar Boda so wie dessen Schuld ist in den des—⸗ fallsigen Nachrichten aus Konstaäntinopel in dichtes Dunkel ge— huͤllt. Man traut sich, wie es scheint, nicht, ihn von aller Schuld freizusprechen, obgleich Niemand, der seine Verhaͤltnisse kannte, zugiebt, daß zu der Beschuldigung seines Einverstaͤndnisses mit den Skutarinern auch nur der entfernteste wahre Grund vor— handen gewesen sey. Seliktar Boda waͤre, diesen Behaup— tungen zufolge, nie mit Ober⸗Albanien in einer Verbindung und diesmal der Sache um so mehr fremd gewesen, als die Insur— rection in Skutari nur gegen Hafiz Pascha, keineswegs aber ge— gen die ,, der Pforte gerichtet sey. Seit seiner Flucht nach Korfu vor einigen Jahren und waͤhrend der ganzen Zeit seines Aufenthalts in Konstantinopel habe Seliktar Boda keinen Schritt gethan, der ihm als Vergehen ausgelegt werden koͤnne, es ware denn, seine offene Beguͤnstigung der loyalen Bemuͤhun— gen seiner Landsleute, um strengere Gesetzlichkeit und Institutio⸗

nen fuͤr Albanien zu erhalten, wodurch insbesondere der Willkuͤr

des Pascha's Schranken gesetzt wurden. Handelsbriefe aus Kon— stantinopel berichten, daß in Caͤsaria in Karamanien ein heftiges Erdbeben stattgefunden und große Verheerungen angerichtet habe.

Inland.

Berlin, 20 Sept. Am 13. d. M. beging der Ober⸗Was⸗ serbau⸗Inspektor Sorge zu Neusalz sein 50Cjähriges Dienstju— bilaͤum. Er wurde von mehreren Deputationen begruͤßt, und der Regierungs« und Baurath Krause uͤberreichte ihm im Aufirage des wirklichen Geheimen Raths Herrn Rother Ejc. und im Bei— seyn des Kreis-Landraths den ihm von des Koͤnigs Majestaͤt zu seinem Ehrentage Allergnaͤdigst verliehenen rothen Adlerorden dritter Klasse mit der Schleife, begleitet von einem Gluͤckwuͤn— schungs⸗Schreiben gedachter Seiner Excellenz, so wie von einem zweiten der Königlichen Regierung zu Liegnitz. Se. Durchlaucht der Fuͤrst zu Carolath weihete dem Jubilar einen geschmackvoll gearbeiteten silbernen Pokal.

Auswärtige Börs en. Amsterdam, 15. September. Niederl., wirkl. Schuld Sil!“ 3. Sc ' do. 101159. Ausg. Schul Kanxz-Bill. 201,13. Alu G9 Amort. 938,6. 3 IS —. Russ.

oo MM. Oesterr. O92. Preuss. Prüm. Scheine 1021. —. Do, Span. 80. do. 39½ 188566. . . Antwerpen, iz. September.

don Span. 231,5. LZiusl. 121. Cortes 261.

Anl. 361. h 80, . , a. M., 17. Scptember

esterr. o Metall. 1025, 6. 10255. AG 981. 9839. 21 5658. 1 ½ 25. Br. ank. Aeli'n 1586 887 rij. . 3 Br. Preuss. Pr.-Sch. 59. 8 7,½9. do. MoM Anl. 981,4. B. Poln. . 6855. 6834. Do o Span. Kente 27190 27. 36 iss. 1636.“

Hamburg, 18. September. 9

Eugl. Russ. 105. Hope in Cert. 9g8Sz,. 1171½. bHaln. Part. 1361/9. Neue Poln. Anl. 168. Fo, Fort. Sz. 399 do. S3 a.

London, 15. September.

Cons. 300 905. Belg. —. Span. Cortes 39. 1833 37. Zinsl. 11. Ausg. 1615. 21,6360 Holl. do. 1023.55. 50, Port. S6 3s. do. 359 56. Bras. 87. Columb. 51/9. Mex. 36.

Faris, 14. September. zo Rente pr. compt. 107. 30. fin cour. 107. 40. z30, compt. 79. 809. lin our. 79. 90. S0υ Neap. 97. 89. Bo, Rente 203,5. 30½ do. 191. Ausg. Schuld 12159. Cortes Coup. It].

Coup. =-.

ou. 8a. (hij

Wien, 15. September. don Met. 1023/5. A0 876. Bank-Actien 132676 9.

Anl. 57856.

Königliche Schau spiele. Montag, 21. Sept. Im Schauspielhause: Zum erstem wiederholt: Die Soͤhne Eduard's, Trauerspiel in 3 Abth.,

Delavigne, von Th. Hell.

Dienstag, 22. Sept. Im Schauspielhause: Andr g spiel in 1 Akt, von C. Blum. Hierauf: Herrmann und Mh thea, idyllisches Familien⸗Gemaͤlde in 4 Abth., vom Dr. C. M

Mittwoch, 23. Sept. Im Opernhause: Sargines, Der Zoͤgling der Liebe, heroisch⸗komische Oper in 2 Abth, Tanz. Musik von Paer.

Königstädtisches Theater.

Montag, 21. Sept. Auf hohes Begehren: Norma, h in 2 Akten, nach dem Italiaͤnischen, von Seyfried. Musst Bellini. (Dlle. Vial: Norma, als Gastrolle.)

Preise der Platze; Ein Platz in den Logen und im Bas des ersten Ranges 1 Rthlr. ꝛc.

Dienstag, 22. Sept. Zum erstenmale wilderholt: Der ner und sein Sohn, Posse in 1 Att, nach dem Franz., von Ku

länder. Hierauf: Das goldene Kreuz, Lustspiel in 2 Akten, val

G. Harrys. Zum Beschluß: Das Ehepaar aus der alten Je Vaudeville in 1 Akt, von L. Angel)y. (Neu einstudirt. Hi. Wohlbruͤck, vom Stadt -Theater zu Breslau, im ersten Sti Crack; im letzten: Duval; Mad. Wohlbrück: Mad. Du als Gastrollen.)

Redacteur Cotte l.

Gedruckt bei A. W. Hayn.

* * 0 r m dumm m , , en, m, einem ee m, , r.

3

v 2

Bekanntmachungen.

Guts Ver kau f.

Das zur Verlassenschaft des Wohlseeligen Herrn Wilhelm von Behr gehörende, in Neu⸗Vorpommern, im Grimmer Kreise und im Kirch⸗Baggendorfer Kirchspiele belegene freie Allo diagl⸗Gut Brdn kow soll oͤffentlich meistbietend verkauft werden, und sind nachstehende Termine zum Aufbot angesetzt, als:

der 28ste (acht und zwanzigste) d. M.,

der 16. (sechszehnte) Septbr d. J., und

der z. dritte) October d. J.

Die Voczuͤglichkeit des Gutes, sowohl ruͤcksichtlich

des Grund und Bodens und des Ertrages, als der

f

Falkenstein im 30 Juni 1835.

Allgemeiner Anzeiger

der ihnen etwa zustehenden Rechtswohlthat der Wie dereinsetzung in den vorigen Stand für verlussig werden geachtet we den, mit dem hestellten Contra⸗ dietor 3 rechtlich zu verfahren, sodann . der . der Acten zum Verspruch, u. endlich en A. der Bekanntmachung eines Erkenntnisses sub poens puhlicati gew aͤrtig * . . Königl. Saͤchs. Voigtlande, den

Adelig Truͤtzschlersche Gerichte daselbst.

fuͤr die Preuß

Fanuar 1836

Februar 1836

seyn.

gr. Syo. 16 Bogen.

Geißel, Ger.⸗Dir.

Gebäude ist den Herren Kaufliebhabern der hiesigen Provinz hinlaͤnglich bekannt; jedoch wird fuͤr Aus⸗ wärctige bemerkt, daß das Gut Broͤnkow zu den schönsten und ertragreichsten Guͤtern Pommerns zu rechnen ist, daß jetzt auf selbigem üͤber 290 Haͤupter Rindpvieh und 1500 Schaafe gehalten werden, daß die Gebäude fast alle neu sind, und daß das herr— . Wohnhaus besonders geschmackvoll einge— richtet ist.

A Be

sind bei Unterzeichnetem oder in dessen Abwesenheit bet dem Herrn Polizei⸗Direktor Dr. Schwartz, und gleichfalls auf dem Hofe zu Broͤnkow bei dem In⸗ zpektor Marien einzuͤsehen, bei welchem auch die Gutscharte und Areal Beschreibung sich befindet. Die Herren Kaufliebhaber werden ergebenst ein⸗ gelaben, auf den vorgedachten Aufbots-Terminen in bem (Gasthofe des Herrn Engel hierselbst, Morgens o Uhr, Sich gefaͤlligst einzufinden. Greifswald, den 1. August 1833. Dr. Billroth, als Executor testamenti des Wohl⸗ seel. Herrn Wilhelm von Behr, und Namens der Herren Erben desselben.

handlung):

E dietal-⸗ Lad ung. Nachdem Christian Gottfried Weidenmuͤller von hier und Fohann Gottlieb Foͤrster aus Werda, von Fenen Erstecer a. Gemeiner bei dem Koͤnigl. Saͤchs.

Feldjuge in den Jahren 1812 und is 13 beigewohnt, Letzrrrer aber ais Fleischermeister sich vor laͤnger als 29 Jahren aus seinem Heimathsorte entfernt hat, seitdem von ihrem Leben und Aufenthalte keine Nach⸗ richt anher gelangen lassen und deshalb von ihren Angehdeigen auf ihre dffentliche Vorladung angetra⸗ gen worden. ; ö.

Als werden ernannter Weidenmuͤller und Foͤrster, oder im Falle einer ober der andere von ihnen nicht mehr am Leven seyn sollte, des Verstorbenen Erben und alle Diejenigen, welche an deren Vermögen aus irgend einem Rechtsgrunde einen Anspruch machen zu können glauben, hierdurch geladen,

den 22. December 1835, an hlesiger Gerichtsstelle zu rechter Gerichtsfrühe zu erscheinen, sich ausreichend zu legitimiren und ihre Anspräche zu liquidiren und zu bescheinigen, unter der Verwarnung, daß außerdem die Abwesenden fuͤr todt erklart, deren Erben und Gläubiger aber ihrer diesfallsigen Erb⸗ und sonstigen Anspruͤche, so wie

; 9 z treff der Zinszahlung von den Hol⸗ ndischen 8 proöcen tigen Certifiegten und n u und 3 vrocentigen Amortisations⸗ Syndieat⸗Obliggtionen. Hiermit benachrichtige ich bie vetreffenden Inter— ressenten daß schon von heute ab, die am 1. Deto⸗ . ber (. faͤllig werdenden Zins Coupons sowohl von Die annehmlich gestellten Verkaufs⸗Bedingungen den Hollaͤndischen z procentigen Certificaten als auch von den M procentigen und 37 procentigen Amorti⸗ sations Syndicat Obligationen zum voriheilhaftesten Course bei mir realisirt werden können. Berlin, den 11. Septbr. 1833.

Literarische Anzeigen.

So eben ist erschienen und bei Fr. Sam. Ger— hard in Danzig in Commission zu haben (in Ber— lin, Schloßplatz Nr. 2, in der Stuhr schen Buch⸗

1) Christliches Religionsbuch für muͤn— dige Khristen und die es werden wollen, auf, Grundl. d. heil. Schrift u. n Oedre des lutherischen Katech,, verf. von lyr. T. F. Kn ie— wel, Archidiakon in Danzig. Bund 2i6 S. 8ro. Preis 18 sgr. oder 55 Re. Rhein.

. ö 2) Leitfaden z. christl. Rel. unterr. für

Leih- Infanterie Regimente dem Franzdsisch-⸗Russischen Lonftrmand en u. confirmationsfäh. Schuͤler.

Ein Auszug aus dem christl. Religionsb. von dem selben. ure. . humlic uf eine eben so eigenthuͤmliche als geistreiche Weise

hat d. Hr. Verf das ganze Gebiet des christi. . bens und Lebens an das allgemeinste symbol. Buch der evangel. Kirche geknuͤpft. die Lehre von den Engeln, nach d. Tode, d Saecrament, u s. w. sind darin auf eine leuchtet u. begruͤndet dem überaus compressen und sparsamen Pruct wird diese Werke gewiß bald zum groͤßten Gewinn der cwang Kirche in jedes sten Besitz bringen.

Bei L. Gebhardt in Leipzig ist erschienen und in Berlin in der Mittler schen B d (Stechbahn Nr. 38), zu haben: . 12

ei ,

drig gestellt.

Arons Wolff,

Linden Nr. Mn. lang, Logier ꝛe)

1835 in Ein großer

ersetzt werden.

empfehlen.

zäz S. Syvo. brosch. A sgr oder

ũlus. Vol. II. fasc. 2. Viele Punkte B. den Wundern, dem Leben d. Kindertauft, d. Buße wahrhaft neue Weise be⸗

Die große Wohlfeilheit bei

Staatenkunde.

ernsten ünd denkenden Chri⸗ T. ner Karte.

von Mörkö beschrieben.

taleln.

—— **

isch en

Prof. G. L. Bauers kuürzgefaßtes Lehrbuch der Hebraäͤischen Alterthümer des Alten und Neuen Testaments. Zur weitern Erlaͤuterung in Vorlesungen bestimmt. Zweite verbesserte und vermehrte Ausgabe von Ern st Fr. Carl Rosenmuüͤller, der Theologie und Philosophie Doktor und der mor⸗ genlaͤndischen Literatur ord. Professor an der Universitaͤt Leipzig. ; Preis 1 Thlr. Vorstehendes Werkchen zeichnet sich vor ahnlichen Schriften dadurch vortheilhaft aus, daß es die be— handelten Gegenstaͤnde auf eine buͤndige, klare und leicht zu üͤbersehende Weise darstellt, daß es bei möͤg⸗ lichster Kuͤrze erschoͤpfend und auf die literarischen Nachweisungen bis auf die gegenwartige Zeit mit großem Fleiße Ruͤcksicht genommen ist. Die Ausstattung ist anstaͤndig, der Preis sehr nie—

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Campus insCriptinnum Graecarum, ed.

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schungen im Gebiete der Laͤnder- Völker- und Herausgegeben von H. Berg haus. 2r Band, enthaltend: Viermalige Reise durch das noͤrdliche Eismeer auf der Brigg No— waja Semlja in den Jahren 1821 bis 1824 aus⸗ 6 vom Kapt. Lieutenant Lit ke. Russischen uͤbersetzt von A. Ermann. Mit ei⸗

Eksliröm, C. U., die Fische in den Scheeren Aus dem Schwedi- schen ühersetz. und mit einigen Anmerkungen versehen von F. C. II. C replin. Mit 6 Kupfer-

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Klohß, K. L, die Euthanaste oder die Kik, Tod zu erleichtern. 2 Graßmann, J. G., Lehrbuch der ebenen! sphaͤrischen Trigonometrie. Fuͤr die oberen g sen von Gymnasien bearbeitet. 11 , n, F. H. G., kleine deutsche I. ehre. :

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n,

Du ch alle Buchhandlungen ist jetzt vollstaͤndig zu z ( beztehen (in Berlin durch die Plahn sche Buchæ— Siahlstiche geschmwckt! Preis 33 Kr. Rhein, handlung (8 Nitze], Jaͤgerstraße Nr. 37, Ame—

5 ggr. Saͤchs oder? gn Preuß. Es erscheint dieses Werk in 8 Lleferungen, 6 gen, welche zusammen 2 Baͤnde bilden, binnen zk

Wir geben dem Werke sechs Stahlstiche n vortrefflicher Ausfuhrung bei, daß dei

fuͤr alle, welche sich in der Waarenkunde unter⸗ er e ns Mg, ; ; richten wollen. Fünfte gan, umgearr. Auflage, fs al tist sche Austattung Perien gen unsereg i 4 m. J . Prof.

inn Erdmann 2 Bde. 91 Bog. in gr. Sv. 8 92 ü. ö j

i Heimo? artonn 3 Abl. und,. Wallensieins Bild, Gustav Adosphs und

heil des ruͤhmlichst bekannten Werks war der Zeit nicht mehr angemessen u. mußte durch ganz n ,, ,, ,. im . tur- und chem. Produktenhandel u Drogueriewaaren) 24 Kr. R d 84 9 1 Alle der neuern Zeit angehörige Ar⸗ . Kr. Rhein., oder 6 ggr Saͤchs., oder tikel wurden moͤglichst vollstaͤndig nachgetragen. Das Werk wird sich demnach durch sich selbst am besten

Hinrichssche Buchhdlg in Leipzig.

Unternehmungen der neüesten Zeit gewiß nicht stehen wird. Vier dieser Stahistiche (Gu stav Mp

lensteins Tod) nach Geißler'schen Zeichn durch Car! Mayer messterhaft ausgefuhrt, sin reits in unsern Handen.

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Preuß., so daß das ganze Werk auf 3 Fl. 12 gn, 2 Thlr. zu steh, n kommt.

Auf die Wichtigkeit des Gegenstandes hren wir das Publikum wobl ebensowenig aufmerlsun machen, als auf die Leistungen des Herrn Veit jede? Gebildete ken nt sie. —„MUebrlgens thelt Buchhandlung das Werk zur Einsicht gerne und wir entbinden Jeden der Subseripflons, l licht dem Inneres und Acußeres nicht j ollte.

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do. A]

Loose zu so0 Fl. 11A6½. 114353. Loose zu 1090 EI. 21

Preuss. Prin] Dun. M=

Nisterium.

E. H. Schroder, Kbnigsstr N

ö

AII8eme ine

Beim Abplaufe des Quartals wird hiermit in Erinnerung gebracht, daß di nen aber bei den Königlichen Post⸗Aemtern zu machen rng ö. 6h der er nn, ,,, Datums durch die Stadtpost frei ins Haus gesandt wir

in das Blatt am Vorabende seines

sitten, die Bestellungen bis spätestens den 30sten d. M. an und g Blattes eine Unterbrechung erleidet und nicht saͤmmtliche Ru

zeitung s-Rachrichten. Ausland.

Frankreich.

aris, 15. Sept. Der Koͤnig hat gestern in Begleitung Königin und der Prinzessinnen die Reise nach dem Schlosse in der Normandie angetreten. In der Begleitung. Sr. befindet sich auch der Handels-Minister. Tags zuvor hatte der Spanische Botschafter eine Audienz beim Könige.

Man spricht neuerdings und zwar mit vieler Bestimmtheit der Bildung einer Koͤniglichen Garde, die aus 6. Regimen⸗ bestehen wuͤrde.

Die Instruction des Prozesses gegen Fieschi und seine Mit— sdige schreitet rasch vor und st ihrer Beendigung nahe.

Kommissions- Bericht wird binnen kurzem abgestattet wer⸗

und wahrscheinlich werden die gerichtlichen Verhandlungen n ben 20. Oktober beginnen. 6 wird der Pairshof wieder den Prozeß der April⸗Angeklag⸗ vornehmen. Mittelst des Touloner Telegraphen ist heute hier folgende sricht aus Algier vom 6ten d. eingegangen: „Abdel -Kader im 29. August eine Niederlage bei Oran erlitten. Der Bey im und die Douaren haben ihn tapfer bekaͤmpft. Das unserer Artillerie entschied seine Flucht. Der Verlust des des ist sehr beträchtlich.“

Der General Llauder, vormaliger Kriegs-Minister der Koͤni⸗

Christine von Spanien, ist am gten mit seiner Familie in souse angekommen. Der Moniteęur giebt folgende Nachrichten aus Spanien: in hat heute Briefe aus Madrid vom Sten d. erhalten; sie Ihnen nichts von einer Veranderung des Ministeriums. Sie hen im Gegentheil nur von den am vorhergehenden Tage enen Dekreten. In Catalonien suchen sich die Karlisten— ps zu vereinigen, um von der Unordnung, die jetzt in jener vinz herrscht, Nutzen zu ziehen; sie haben aber noch keinen olg gehabt. Der General Pastor befindet sich mit der Frem— Legion an der Graͤnze von Catalonien. Der General Guerrea sich mit ihm nach vergeblicher Verfolgung der Navarresischen ssion vereinigt. Die Junta von Barcelona hat auf das De— der Koͤnigin, welches ihr befahl, sich aufzuloͤsen, dadurch ge— wartet, daß sie eine durch den General Castellar praͤsidirte n„(Regierungs-Junta eingesetzt hat. Der Brigadier Biure jan Platz, Kommandanten ernannt worden. Andererseits men, die Junta selbst sey uͤber die Forderungen der Anar— imm so bestuͤrzt, daß sie anfinge, ihrer Rolle uͤberdruͤssig zu wer⸗ und fuͤrchte, den angenommenen hohen Ton nicht behaup— ju koͤnnen. Das Aufheben der Belagerung von Bilbao ha— wir bereits angezeigt; am Gten Morgens sah man keinen en Karlisten mehr in der Umgegend. H, 000 Christinos stehen wvrtugalette mit den Generalen Espeleta, Iriarte, Espartero 6 Die Legion Schwarz wird am I5ten in Spanien en. Die Geruͤchte von einer zwischen dem 6ten und Sten in Ma⸗ stettgehabten Volks⸗Bewegung, die einen Minister⸗Wechsel hgefuͤhrt habe, erhalten sich und finden einigermaßen ihre izung ourch folgenden in dem Memorial Bordelais ldten enthaltenen Artikel. „Das neue Kabinet existirt be⸗ nicht mehr; es war fuͤr Spanien eine Art von dreitaͤgigem Wir erfahren so eben, daß Don Augustin Ar— illes an die Stelle des Grafen Toreno von der Koͤnigin zum sseils⸗Praͤsidenten ernannt und beauftragt worden ist, eine E Verwaltung zusammenzustellen. Man sagte gestern dim Theater, eine telegraphische Depesche habe die Nach⸗ t überbracht, daß in Cadix, Saragossa und Barcelona die zsttution von 1812 proklamirt worden sey. Wir haben nichts dieser Depesche erfahren.“ . ; Das Journal des Débats will dem Geruͤchte von der nderung des Spanischen Ministeriums noch keinen Glauben nen und meint, daß dasselbe vielleicht bloß auf einem Privat— e aus Bayonne vom 10. Sept. beruhe, welcher also laute: kan . sich gestern Abend, daß ein in Oleron aus Ma— dangekommener Courier die Ersetzung der bisherigen Minister h die Herren Arguelles, Alcala, Galiano, Isturis, den Mar— von Las Navas und den Grafen v. Almodovar, General— tin von Valencia, uͤberbracht habe. Heute versichert man mein, daß ein zweiter Courier diese Nachricht bestaͤtigt habe, dem Hinzufuͤgen, daß die Constitution von 1813 in dtid proklamirt worden sey. Andere behaupten · da⸗ die Königin habe vorlaͤufig nur das Versprechen ben, die Eortes zusammenzuberufen, um eine neue sassung auszuarbeiten. 6 aus Murcia machen eine hhibare Schilderung von den Excessen aller Art, wie Brand—

kungen, Pluͤnderungen, Diebstählen, Mordthaten u. s. w.,

bart verübt worden. Vom Kriegs schauplatze nichts Neues Hauptquartier der Karlisten war am 5. noch immer in Mu⸗ ä Cordova soll in Logrofso krank daniederliegen. Anderer⸗ zehauptet man, daß die Christinos, 12,000 Mann mit eini—

Kavallerie stark, am 7. aufs neue auf Los Arcos marschirt

n, wo die Karlisten fortwährend ihre fruͤheren Posttionen hett. Glaubwuͤrdigen Berichten zufolge, waͤre der Trans⸗ „der Englisch Spanischen Truppen voͤn Santander und San *. nach Portugalette auf Englischen und Franzoͤsischen a siffen unter den Flaggen beider Maͤchte erfolgt. Die in ee. fuͤr Rechnung der Spanischen Regierung angeworbe⸗ Freiwilligen haben Befehl erhalten, von Ürdos über Jacg

Nach Beendigung dieses Pro⸗

Preis fur den nzen Umfang der

in Spanien einzuruͤcken; sie sind So)0 Mann stark. P. S. So

eben höre ich, daß Herr Alcala⸗Galiano nicht Mitglied des neuen

, Ministeriums seyn soll, wohl aber Herr Garcia errera.

Der Ober⸗Befehlshaber der Christinos im nördlichen Spa⸗ nien, Herr von Cordova, hat unterm 25. August aus dem Haupt⸗ quartier Logroño einen Tagesbefehl an seine Truppen erlassen, worin er sie auffordert, dem Englischen und Franzoͤsischen Huͤlfs⸗ Lorps bruͤderlich zu begegnen und ihm dadurch ihren Dank fuͤr die edle Mitwirkung so braver Kampfgenossen zu bethaͤti⸗ gen. „Ich schmeichle mir“, so schließt dieses Aktenstück, „daß die Armee mich hier nur als das Organ ihrer eigenen loyalen Gesinnungen erkennen werde, und ich halte es . fuͤr uüber⸗ fluͤssig, auf die strengen Strafen hinzuweisen, die alle diejenigen treffen wuͤrden, welche die heiligen Pflichten der Gastfreundschaft oder der Erkenntlichkeit gegen jene Huͤlfstruppen aus den Augen setzen moͤchten.“ . .

Der Messager enthaͤlt Nachstehendes: „Man versichert, und es ist sehr glaublich, daß in dem uͤber die Spanischen Angele⸗ genheiten gehaltenen Minister⸗Conseil eine Praͤjudizial⸗Frage allen weiteren Diskussionen einstweilen ein Ende gemacht 3. „„Wenn wir interveniren““, soll einer der Minister gefragt haben, „„fuͤr wen wollen wir es thun? Vor acht Tagen konnten wir noch im Namen Isabella's II. sprechen und mit den Christinos ge— meinschaftliche Sache machen. Diese Partei existirte, sie regierte;

welche die ganze Halbinsel, mit Ausschluß der vier insurgirten Nord⸗ Provinzen, umfaßte. Gegenwäaͤrtig ist die Regierung Christinen's nicht einmal mehr eine Partei.““ In der That werden die Befehle der Regierung nicht mehr geachtet, ihr An⸗ sehen ist in die Hande der insurrectionellen Junten uͤbergegan⸗ gen. Da, wo diese sich gebildet haben, herrschen sie ohne Hin⸗ derniß; die offentlichen Einkuͤnfte fließen in ihre Kassen. Sie ver⸗ einigen sich unter sich; bald werden sie eine Central⸗Regierung bilden; gewiß ist es wenigstens, daß sie mit dem Ministerium Isabella's gaͤnzlich gebrochen haben. Man sieht in Spanien nur eine absolutistische Sar und eine Nation in Revolution, deren Bestreb auf liberale Institutionen gerichtet sind. Diese Bestrebungen stehen in offendarem Widerspruch mit dem System, das man gegenwärtig in Frankreich befolgt. Die Grundsaͤtze der Partei des Don Carlos duͤrften allerdings den doctrinairen Neigungen gemaͤß seyn; aber wie kann man das einzugestehen wagen, da die Erinnerungen an 1830 noch nicht an; erloschen sind. Weder der einen noch der andern jener beiden Meinungen kann man Beistand leisten. In wessen Namen und zu wessen Gunsten konnte also intervenirt werden? Man sieht, iwie wich⸗ tig diese Praͤjudizial⸗Frage war, und wie sie wohl geeignet ist, jede weitere Eroͤrterung fuͤrs Erste zu verschieben.“

Die Allgemeine Zeitung enthält nachstehendes Pri⸗ vat⸗Schreiben aus Paris: „Fieschi ist eine eigene Natur, die wohl eine psychologische Eroͤrterung verdient. Die Ideen Gut und Boͤse existiren nicht in seinem Gehirn; er ist ein reiner Na⸗ turmensch und ö 3. sich mit eben so viel Verschlagenheit als

Naivetaͤt. Ein Hauptzug in seinem Charakter ist die unbaͤndige Eitelkeit, welche sich bis zu possenhaftem Hochmuth gesteigert hat. Er bewundert sich selbst und verlangt Bewunderung. gkl. wahr⸗, 'sagte er in einer seiner Unterredungen, „Ihr habt da auf Eurer Bruͤcke einen Ritter ohne Furcht (le chevalier sans peur, naͤm⸗ lich Bayard); ich will der zweite dieses Namens seyn, ich will mich auch als einen Ritter ohne Furcht erweisen.“ Man fragte ihn uͤber seine Verbindungen mit dem Napoleonistischen Journal „la Revolution“, dessen Eigenthuͤmer der bekannte Herr Lennor war, den die Polizei fruͤherhin verfolgte, und der in einem Luft— schiff scheiterte. „Lennox und ich“, sagte er, „wir verstanden uns nicht; ich war ein Napoleonist bis zum Tode des Herzogs von Reichstadt, da hoͤrte ich auf, einer zu seyn, Lennox war ein Na⸗ poleonist quand méme.“ Er haͤlt sich fuͤr den großen Fieschi und thut sich viel zu gut auf seine Schlauheit und tiefe Kunst im Luͤgen. Herrn Thiers hat er auf mannigfache Art zum Besten gehabt und ihm mit der ehrlichsten Miene von der Welt aus pu⸗ rem Uebermuth bloße Hirngespinnste aufgebunden; nachher rieb er sich daruͤber voll Freude die Haͤnde. Manchmal belaͤstigen ihn die Verhoͤre und Kundschafter. Er hat sich noch durch keinen Zug verrathen, noch niemals widersprochen und diskutirt mit sei⸗ nen Richtern auf dialektische Weise, mit großer Gewandtheit. Man muß!“, sagte er, „seine Reputation nicht kompromittiren. Es waͤre mir ein Leichtes, alle diese Herren hinters Licht zu fuͤhren, aber ich bin ein Moͤrder, das ist hinlaͤnglich; Fieschi muß nicht ein Insolenter seyn, er muß sich zu schicken wissen.“ Neben die⸗ sem Zuge der Prahlerei und Schlauheit zeigt sich eine feste Erge⸗ benheit fuͤr die Männer, welche ihm Dienste geleistet. Er haͤlt viel auf Hrn. Lavocat und auch auf 6 Baude. Sie haͤtten von ihm sein Leben fordern koͤnnen, besonders aber, wie er sagt, Mordthaten gebieten, er . sie augenblicklich von ihren Feinden befreit. Einst begegnete ihm Hr. Baude auf der Straße; er trat zu ihm: „Ich bin Fiesch.“ Was macht Ihr, Fieschi?“ . sterbe Hungers.“ Hr. Baude gab ihm 15 Franken; er lehnte sie ab als Gabe, nahm sie aber als Darlehen. Als Baude Polizei⸗Praͤfekt war, wollte er nur mit ihm und nicht mit seinen Untergebenen verhandeln; als er nicht mehr personlich sich an ihn wenden konnte, 1 er sich von der Polizei zuruͤck. Dieser Hoch⸗ muth bei solcher Verruchtheit, diese sonderbare Art von e. bei so viel Tuͤcke und Graͤuelhaftigkeit, ist eine eigene Erscheinung. „Hatte ich 200 Franken in meinem Besitze gehabt“, sagte er in einem seiner Verhöre, „die That wärs schwerlich geschehen.“ Durch ihn erfuhr man geradezu, daß Pepin (der entsprungene

pPteußische Staats ⸗Zeitung.

Berlin, Dien st ag den 2ten September

Um jedoch die erforderliche Starke der Auflage elaͤngen zu lassen, indem sonst die In ter efsenten 6 6 mmern vom Anfange des Quartals an nachgeliefert werden können.

sie hatte eine Armee, Finanzen, eine regelmäßige Organisation,

1835.

reh Praͤnumeration bler am Orte bel der Redaction (Mohren⸗Straße Nr. zu), in den onarchse auf 2 Rthlr. Preuß. Cour. vierteljährlich . ist, wo

r den hiesigen Abon⸗ r das iommende Vierteljahr abmessen zu fonnen, müͤssen zuzuschresben haben, wenn die Zufendung

Capitain) das Geld

zr geen um Ankaufe der Waffen; er wußte aber nicht den Ge

rauch, versichert Fieschi. Pepin habe nur Korsen werben wollen fuͤr eine mogliche Meuterei. Pepin, sagt man, war den 27. Juli, den Tag vor der That, zum Polizei⸗ Commissair seines Quartiers geeilt, um sich unter seine Ob⸗ hut zu stellen, indem er vorgab, daß die National-Garden des Faubourg St. Antoine einen gewaltigen Groll auf ihn haͤtten, weil man ihn beschuldigt, in den Juli⸗Tagen auf seine Kamera⸗ den geschossen zu haben. Nach dem Attentate war Pepin ver⸗ schwunden. Fieschi nahm gar keinen Anstand, ihn als denjeni⸗ gen anzugeben, der ihni das Geld vorgestreckt; aber er leugnete, wie ö. alles Mitwissen Pepin's an seinen Entwuͤrfen. Da die Polizei scheinbar gar keine Nachforschungen nach Pepin an⸗ stellen ließ, damit er desto gewisser aus seinem Schlupfwinkel . ging er in die Falle und kehrte, nach einer Abwe⸗ enheit von mehreren Wochen, in seine Wohnung zuruͤck, wo er bekanntlich festgenommen wurde. Er hatte, heißt es, in seinem Verhoͤr den Kopf rein verloren, war außer aller Fassung, leugnete, den Fieschi gekannt zu haben, und ging so weit in seiner Verwirrung, daß er zu wiederholtenmalen von seiner Ergebung fuͤr Ludwig , sprach. an weiß, wie er entkommen ist. Ob er um ieschi's Entschluß gewußt, ist die große Frage. Anders scheint es sich mit zwei andern Handwerkern zu verhalten, von denen der eine, Morey, durch das einaͤugige junge Madchen, die Ge⸗ liebte des Fieschl, wie es heißt, angegeben wurde. Letztere ward ergriffen, als man sie, gedraͤngt von schweren Besorgnissen, eben im Begriff fand, sich das Leben zu nehmen. Schon war das Koh⸗ lenbecken angeyiinder, als man sie verhaftete. Auf ihre Aussagen fand man, an bezeichnetem Ort und Stelle, die durch Moren ver⸗ borgenen Kugeln, sein Portefeuille u. s. w. Es war ihr von Seiten der mit Fieschi verbuͤndeten Maͤnner versprochen worden, man wolle ihr durch Subscriptionen zu Huͤlfe kommen, um ihre Angelegenheiten flott zu machen. . hat man nirgends einen Geldvorrath, noch die geringste Anzeige gefunden, daß Fieschi durch eine bedeutende Summe erkauft worden wäre. Al⸗ les hat vielmehr den Anschein, daß er diese That in der Absicht unternommen, von ihren Folgen Vortheil zu ziehen, und daß vielleicht ein Raub / und Pluͤnderungs⸗System ihn fuͤr seine Ge⸗ fahren entschadigt haben wurde. Auf die Frage, weshalb in sei⸗ ner Wohnung, als einziges Möbel, das Portrait des Herzogs von Bordeaux mit so viel Affectation ausgehaͤngt worden, lachte er und sagte, es sey gewesen, um die Polizei zu taͤuschen; er . das Portrait am 3. zuvor gekauft und zur Absicht ge⸗ abt, den Gedanken eines Karlistischen Komplotts dem Volke ein⸗ zublasen. Es scheint also, es war auf ein System der Pluͤnde⸗ rung in der Verwirrung nach den Begebenheiten, wahrscheinlich auf eine Pluͤnderung des Faubourg St. Germain, abgesehen. Uebrigens besteht Fieschi darauf, er allein habe um seine That ewußt. Auf dem Schaffott, sagt er, wolle er sprechen und inge verkuͤnden, welche Ludwig Philipp nuͤtzlich seyn wuͤrden. Er weiß von keinen Folgen seiner That, schuͤttelt aber unglaͤubig den Kopf uͤber Alles, was man ihm davon sagt. Er wolle Nie⸗ mand kompromittiren, sagt er, weil er selber nicht viel wisse, und das ist das Wahrscheinlichste.“ !

Großbritanien und Irland.

London, 15. Sept. Der Herzog von Nemours ist am vorigen Sonntage in Plymouth angekommen und hat dort saͤmmt⸗ liche Marine ⸗Anstalten in Augenschein genommen. Es wurden ihm J Ehren große Festlichkeiten veranstaltet, und er selbst wird die Behoͤrden am Bord der Franzoͤsischen Fregatte „Dido“ be⸗ wirthen, auf welcher der Prinz von Joinville sich befindet.

O'Connell hielt seinen Einzug in Manchester am Donner stage. Eine Menge Menschen, meist Irlaͤnder und Fabrik- Ar⸗ beiter, waren ihm entgegengekommen, um ihn in feierlichem Zuge in die Stadt zu geleiten. Auf dem Platze in der Stadt, wo die Rednerbuͤhne erbaut war, hatten sich . um 12 Uhr Tau⸗ sende angesammelt, obgleich der Zug erst gegen 2 Uhr dort ein⸗ traf. Als der Wagen des Gedränges wegen nicht weiter konnte, ging O Connell zu Fuß, von allen Seiten mit Hutschwenken und Haäͤndedruͤcken begruͤßt, zu der Tribune, von wo aus er die ju⸗ belnde Menge haranguirte. Nach Beendigung des ihm am Abend von dem angeseheneren Theil der Bevölkerung gegebenen Fest— mahls vermehrte sich die Gesellschaft in dem Speisesaal noch sehr ansehnlich, indem Billets fuͤr Zuhoͤrer ausgegeben worden waren; der urspruͤngliche Preis derselben war [9 Sh.; am Tage vor dem Diner aber wurden sie mit 5 Pfd. bezahlt. Die Zeitungen sagen, O Connell habe dort 2 Stunden gesprochen, sie könnten also nur eine Skizze seiner Rede mittheilen. Folgendes sind noch einige ine g aus derselben:

„Der Vorsitzer“, sagte O'Connell, „hat sich entschuldigt, daß er so kurze Reden mache; . muß umgekehrt mich entschüldigen, wenn ich durch zu langes Reden die fn ermuüͤde. In der That, wenn Langweiligkeit der Englische Ausdruck für Dankbarkeit ware und ich noch jehnmal so langwellig seyn könnte, als ich seyn werde, ich würde diese ganze Masse von Langeweile aber Sie ausschatten. Ich bin es nicht, ich, das unbedeutende Individuum, welches eben den ungeheuren Applaus (bei Gelegenheit des ihm ge⸗ brachten Togsts) hervorrief oder heute Morgen die Tausende uf dem Marktplatz versammelte; ich nicht die Sache sst es, die ich vertrete. Ich bin nur der Strohhalm, welcher auf des Stromes Oberflaͤche reizt, und welcher vte Gewalt des Stromes zeigt und die i, ,. mit der er fließt; aber so wenig der Strohhalm den Strom leitet, so wenig leitet ich das Volk. bin nur der

nder der Vollsßunmung, aber ich bin stolz auf Nese Rolle. (Bei⸗ all.) Ich . nie an meinem Baterlande (Iriand) verzweifelt; und doch, als ich geboren ward, lag Nacht und Finsternsß und be Verzwe ung auf demselben, und der 36 rh des Volkes war eln schwarzes Sklavenmal ö t, ein Brandmal,

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