1835 / 270 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Kap Matapan kreuze, sich einer Sardinischen und Englischen Brigg bemaächtigt Und die Mannschaft ermordet habe. Das Fahrzeug hat zwei Kanonen von schwerem Kaliber und etwa 40 Mann von verschiedenen Nationen, die Italiaͤnisch und Slavo⸗ nisch sprechen. Man glaubt, es sey in Creta ausgeruͤstet worden. Der Capitain Belasser wurde sehr bald in derselben Gegend von dem Piraten angegriffen, der indeß, bei dem Erscheinen von zwei anderen Schiffen, das Weite suchte.“ ;

Griechen land.

Man schreibt aus Triest vom 16. September: „Das Packetboot aus Athen ist diesmal in der sehr schnellen Zeit von 12 Tagen hier eingetroffen. Koͤnig Otto hatte sich mit seinem Ministerium, in Folge der in Athen ausgebrochenen Krankheiten, nach Argos begeben. Man hoffte, nachdem die Seuche sich ge⸗ mildert hatte, daß der Hof bald dahin zuruͤckkehren wuͤrde. Al— lein wie nachtheilig diese augenblickliche Verlegung der Residenz fuͤr die Wiedererstehung Athens seyn muß, ist augenscheinlich.“

Persie n.. ;

Das Journal d' O dessa meldet Nachstehendes: „Den letzten Nachrichten aus Teheran zufolge, herrscht daselbst eine ansteckende Krankheit mit allen Symptomen der Cholera. Einer der ersten Wuͤrdentraͤger Persiens, Muhamed Husssein Chan, welcher die oͤffentlichen Angelegenheiten seit dem Tode des Kaimakans leitete, ist ein Opfer dieser Krankheit geworden, und es ist wahrscheinlich, daß sie auch die Ursache von dem Tode des Letzteren ist. Der Schah beabsichtigt, die Macht, welche sich bisher in den Haͤnden des Kaimakans vereinigt fand, zu theilen und die verschiedenen Zweige der Verwaltung verschiede— nen Beamten zu uͤbertragen.“

In!and.

Berlin, 27. Sept. Aus Breslau wird unterm 2AAsten gemeldet: „Se. Majestaͤt der Koͤnig besuchten gestern das Dorf Oswitz und heute Vormittag in Begleitung JJ. KK. 6 des Prinzen und der Prinzessin Friedrich der Niederlande, so wie Ihrer Durchl. der Frau Fuͤrstin v. Liegnitz den Park zu Scheit nig, besichtigten sodann die neue Eisengießerei und Maschinen⸗Fabrik in der Nicolai⸗Vorstadt und nahmen zuletzt noch die Promenaden um die Stadt in Augenschein. JJ. KK. HH. der Kronprinz, der Prinz Wilhelm nebst Gemahlin, der Erb-Großherzog und die Erb⸗Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin und der der von Cumberland haben bereits heute fruͤh die Reise nach Teplitz fortgesetzt, nachdem Ihnen in der verflossenen Nacht die Prinzen Karl und Albrecht KK. HH. dorthin , Heute Nachmittag gegen 6 Uhr trafen Ihre Majestaͤten der Kaiser und die Kaiserin von Rußland mit Ihren Kaiserlichen Hoheiten der Großfuͤrstin Olga und dem Großfuͤrsten Konstantin, von Kalisch kommend, unter dem Gelaͤute aller Glocken hier ein, und stiegen unter dem Jubelrufe der Einwohner im Koöͤniglichen Regierungs⸗ Gebäude ab. Abends waren die Straßen und Plaͤtze der Stadt, die Hauptthuͤrme, das Rathhaus, die Boͤrse und mehrere andere oͤffentliche Gebäude festlich erleuchtet.“

Nachrichten aus Bresiau vom 26sten zufolge, sind Se. Majestaͤt der Kaiser von Rußland, nach einem östuͤndigen Aufenthalte daselbst (also am 24sten gegen 11 Uhr Nachts), uͤber Schweidnitz und Landshut weiter gereist. Ihre Majestät die Kaiserin ist Ihrem erhabenen Gemahle am Bösten gleich nach 6 Uhr Morgens gefolgt, und 1 Stunde spaͤter haben auch Se. 5 der Koͤnig uͤber Liegnitz nach Goͤrlitz die Reise nach Teplitz angetreten. Se. Kaiserl. Hoheit der Großfuͤrst Michael ist am 25sten gegen 10 Uhr Vormittags in Breslau eingetrof⸗— fen und hat nach kurzem Aufenthalte die Reise, gleichfalls uͤber Liegnitz, fortgesetzt.

Am 23sten d. M. feierte der Ober⸗-Forstmeister v. Kleist zu Breslau sein funfzigjaͤhriges Dienst-Jubiläͤum. Schon fruͤh um 6 Uhr wurde er durch eine Morgen-Musik des Trom— peter Corps des 1sten Kuͤrassier-Regiments uͤberrascht. Um 9 Uhr stattete das Regierungs⸗-Kollegium ihm seinen Gluͤckwunsch ab, bei welcher Gelegenheit der Herr Ober-Praͤsident der Pro— vinz ihm im Allerhoͤchsten Auftrage die Insignien des Rothen Adler⸗Ordens zweiter Klasse mit Eichenlaub uͤberreichte. Hierauf erfolgten von Seiten der ubrigen Orts-Behoͤrden die Gratula—

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tions / Visiten, die in der Mittagsstunde durch den Besuch des kommandirenden Generals Grafen von Zieten, des Divisions⸗ enerals von Block und mehrerer anderen Generale und Stabs⸗ ffiziere der Garnison beschlossen wurden. Der Jubilar hatte sich alle sonstige Feierlichkeiten verbeten und es vorgezogen, die⸗ sen Ehrentag im traulichen Familien⸗Kreise zu verleben.

Am 2lsten d. M. Nachmittags ist die Kaiserlich Rus⸗ sische Flotte wieder auf der Danziger Rhede vor Anker gegan⸗ gen, wo sie nun bis zur Einschiffung der aus Kalisch zuruͤckkeh⸗ renden Garde⸗Truppen ihre Station behält. Die Einschiffung durfte am 7. Oktober stattfinden. Abends zuvor soll in Danzig ein großer Ball gegeben werden, zu welchem, wie man von dort meldet, schon jetzt die noͤthigen Anstalten getroffen werden.

Als am 19ten d. g die bei der Marien-Ober-Pfarr⸗ Kirche zu Danzig angestellten erblindeten Glockenlaͤuter nach dem Laͤuten der Mittags-Betglocke den Glockenthurm zu verlas⸗— sen im Begriff waren, erlitt einer von ihnen auf schon zur Haͤlfte zuruͤckgelegtem Wege das Ungluͤck, von der Treppe abzu⸗ weichen und durch den Raum einer von den dort beschaͤftigten Bauleuten offen gelassenen Luke in das Innere der Kirche aus einer Hoͤhe von 150 Fuß hinabzustuͤrzen. Der Ungluͤckliche kam bei diesem Sturz noch mit einem Maurerkorbe in Beruͤhrung, der durch die Wucht des Falles zertruͤmmert wurde. Man fand den armen Blinden, der so unerwartet aus seiner irdischen Nacht befreit wurde, mit zerschmetterten Gliedmaßen am Boden liegen.

2 4.

Kun st⸗Nachrichten.

In der Berliner Medaillen-Muͤnze von G. Loos sind in neue⸗ rer Zeit zwei Medaillen erschienen, die sowohl wegen der ihnen zum Grunde liegenden Idee, als in Betracht ihrer technischen Ausfuͤh⸗ rung, einer Erwaͤhnung in diesen Blaͤttern verdienen. Zu der einen hat der Tod Sr. Majestaͤt des Kaisers Franz von Oesterreich, zu der andern das vereinigte Russisch⸗Preußische Lager bei Kalisch die Ver⸗ anlassung gegeben. Die erstere zeigt auf der Hauptseite das mit dem c, geschmuͤckte Bildniß des verewigten Monarchen, auf der Ruͤckselte die personifizirten drei Haupt⸗Staaten Oesterreich, Un⸗

arn und Böhmen, in Trauer versunken, mit der Umschrift: sita redit honis post mortem ducihus. d. i- Das Leben kehrt den guten Fuͤrsten nach ihrem Tode wieder. Von dieser Denkmuͤnze muß zunaͤchst das treffend ahnliche Bild des verstorbenen Kai⸗ sers, dann aber auch die hoͤchst saubere Ausfuͤhrung der Kehrseite geruͤhmt werden, welche die Kronen auf den Haͤuptern der Figu⸗ ren, ja sogar den Goldbrokat der Kaiser⸗ und Koͤnigs-Mantel auf das deutlichste erkennen laͤßt. Die zweite kleinere Medaille traͤgt auf der Hauptseite die Bildnisse Sr. Majestaͤt des Königs und Sr. Majestaͤt des Kaisers von Rußland. Auf der Kehrseite erblickt man zwei Krieger, die sich umschlungen halten, und von denen der eine in alt⸗Deutscher Tracht und Ruͤstung das Preußische, der andere in alt nordischer Tracht das Russische Panier in der Hand hält. Im Hintergründe erblickt man einige Zelte, von denen die beiden por— deren mit dem Preußischen und dem Russischen Adler geziert sind. Die Umschrift lautet: Castra calisiensia russo-byorussicd, d. i. Rus⸗ sisch⸗Preußisches Lager zu Kalisch. Von den beiden Bildnissen auf der Hauptseite halten wir das des Kaisers fuͤr das gelungenere. Die Kehrseite aber verdient auch hier wegen ihrer zierlichen Ausführung un⸗ bedingtes Lob. Fuͤr die Ueberreichung eines Exemplars diefer Benk⸗ muͤnze haben des Kaisers von Rußland Majestaͤt dem Direktor der Medaillen⸗Muͤnze als Anerkenntniß einen werthvollen Brillantring zustellen zu lassen geruht. Beide Medaillen sind verkäuflich, und wird die gelungene Ausfuͤbrung derselben ihnen um so mehr den Absatz sichern, als der Preis sehr mäßig ist und fuͤr die großere in Silber nur 21½ Rthlr., in Neugold 11“ Rthlr. und in Bronce 1 Rthlr., für die kleinere aber in Silber 11 Rthlr., in Neugold 23 Rthlr. und in Bronce Rthlr. betraͤgt. 2

Meteorologische Beobachtung. Morgens Nachmittags Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

1

1833. 26. September.

6 0 5

33 4 O Har. 332, o Par. Quellwärme 8,29 R. 18,10 R. 1420 R. Flußwärme 185,10 R. 1190 R. 11,10 R. Bodenwärme 12,90 R. 63 pẽt. 79 pCt. Ausdünstung C, 085 Rhz. bezogen. hester. halbheiter. Niederschlag e , n. S. S. SSW. Nachtkälte 11,59 R. Wolkenzug .. . . Morgens? Uhr Regen.

1500 R. .. 11,50 R. .. 78 pCt.

33A, 81“ Par. 12,60 R. 11,60 R. 92 pCt.

Luftdruck .... Luftwärme.

Thaupunkt .. Dunstsattigung

Tagesmittel: 333,96“ Par. ..

Auswärtige Böragen.

Amsterdam, 22. Soptember. Niederl. wirkl. Schuld SRMυ‚s, Sc,ν do. 1011356. Auagg. Sch Kauz - Bill. 24. Ale, Amort. Sir. 316 R, 7823... Ru v8 la. Qesterr. 100. Preuss. Präm.- Scheine 1011. do. . —. Z0½ Span. za7M 6. do. zo, 2016.

Antwerpen, 21. September. * : Ziusl. 11355. Cories 30783. Coup. . N .

Io Span. 33. Anl. A2.

reußische Staat

Allgemeine

Frankfurt a. M., 21. September.

Zeitung.

Oesterr. S , Metall. 1025/8. ioꝛ i. A0, 985. 98163. 20, S639. 19,9 25. Rr. Bank-Actien 1602. joch n ei. Fr. il Er. Loose zu 500 Fl. 1161. 115769. Loose zu 100 FI. 213 66 reuss. Pr. Sch. S3. 89/3. do. Ho, Anl. 983,9. B. Poln. loan 6831. 68. Sar Span. Rente 32. 32. 35, Joi. 16.

ö. 1 , . 3. September. 9 .

Eugl. Russ. 1051. ope in Cert. 9819. Preuss. Prüm. 8 ö j

. Poln. Part. jz. Neue Foln. AiF 169. Häu. G A mtl inch k N 49 ch ri ch ten. ort. 55. * .

London, 22. September. Kro nik d e s T age 8.

Cons, 34 Oln;, Belg. l02'm m., Shan, Cortes A4. Ch Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Ober-Wasserbau— . ö . , 2h, 3 29 1 . Sorge zu . Negierungs Bezirk Breslau, den

; . y ort. do. . ras. 88. ii . ritter vsei )

Cojumm b 337 Ster a,, Fe 6 1 ii] Bolhen Adler⸗Orden dritter Klasse zu verleihen geruht.

Der bisherige Ober Landesgerichts Referendarius Anton Kloer ist zum Justiz-Kommissarius bei den Gerichten des Deutsch Lroner Kreises, mit Anweisung seines Wohnortes zu Deutsch-⸗Crone, bestellt worden.

Paris, 21. September.

zo, Rente pr. compt. I07. 85. fin cour. 107. 90. compt. 89. 30. fn cour. 80. 69. S0, Neap. 98. 30.

Rente 3uz. 39 do. 221. Ausg. Schuld 116.

30 805 h Neue An

Angekommen: Der General-Major und Inspecteur der

Wien, 22. September. 6. . ; sien Artillerie⸗Inspection, von Diest, von Dresden.

Anl. . 1025, Ac½ο 9870. Bank- Actien 1326. M HI. 57 „4 ö ;

Zeitung s-Rachrichten. Aus land.

Frankreich. Paris, 22. Sept. Der Koͤnig und die Koͤnigliche Familie d gestern Abend von dem Schlosse Eu hierher zuͤruͤckgekehrt. Der Marschall Clauzel, General-Gouverneur der Franzoͤsi⸗

uͤber dieselben anderweieig disponirt werden muß. Mehnntn ken Besitzungen im nördlichen Afrika, hat, kraft der ihm er—

um Abonnements werden im Killer e ge , rau * Elten Vollmacht, den ehemaligen Ben von Tittery, Mustapha—

Berlin, den 28. Sept. 1835. H zum . . . ö, ,, ernannt, eneral⸗ nd . ali omte von Conny hat ein Schreiben in die „France

ener al Ante antur der Cönialichen Schauspiele hruͤcken lassen, worin er erklaͤrt, daß . seine Ib ant elfen,

Koönigstädtisches Theater mne Rede, die er am 18ten, nachdem er von der Jury freige—

Montag, 28. Scht. In Italianischer Sprache): Sensn prochen , . den Gerichtshof haͤtte halten wollen, durch mis, Oper in 2 Akten. Musit von Rossini. (Dlle. Vial: En Dru publtziten zu lassen, daß es ihm indessen unmoglich miramis, als Gastrolle.) swesen sey, in Paris auch nur einen einzigen Drucker zu fin⸗

Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen und im Bal sen, der es habe uͤbernehmen wollen, diese Rede, obgleich sie mit

des ersten Nanges 1 Rthlr. ic. inet Unterschrift vsrsehen, wörtlich zu drucken. Dienstag, 6 . Der Lagner und sein Sohn, Pn Herr Oudard, Verwalter der Privat-Guͤter des Koͤnigs und Hierauf: Der J

in 1 Akt, nach dem Franz., von Kuͤrländer. Beer ait᷑ der Koͤnigig, ist vorgestern hierselbst mit Tode abgegangen. von Rautenstrautz

rist und der Bauer, Lustspiel in 2 Akten Endlich ist es der Polizei gelungen, sich des Herrn Pepin Zum Beschluß: Das Ehepaar aus der alten Zeit, Vaudeville i . . eg, fd ein ger Hetalls aher

Ein Poltzei-Agent hatte erforscht, daß sich ö . , r Pepin auf einer Meierei in ben r ge , el n Gruͤbler; . im dritten. Süpcl; Mad. We hibcaet n Mn hborgen halte, und beeilte sich, den Polizei⸗-Praͤfekten davon Duval. als Gastrollen) . Kennmniß zu setzen. Dieser, ohne irgend Jemanden die ge— Mittwoch, 3ñ. Sept. Zum erstenmale: Ben Dari, n chte Entdeckung mitzutheilen, schuͤtzte eine Jagd⸗Partie vor, Knabenraͤuber, oder: Der Ehrist und der Jude romantssz ieh . nur vs einen. Schriegersohne Und dem Schauspiel in 5 Akten, nach Spindlers Roman: „der Jud wi bes . , . , far die Buaͤhne bearbeitet von B. Neustädt. sunt hatte. Er begab sich nach der bezeichneten Meierei, und etjuftete daselbst üm 5 Uhr Morgens den Herrn Pepin, den Csogleich in seinem eigenen Wagen nach Paris brachte. Im Ministerium des. Innern erfuhr man die Verhaftung erst, nach— hmm Herr Pepin bereits unter Schloß und Riegel war.

Das Journal des Debats äußert sich uͤber die gegen⸗ vbirtige politische Stellung O'Connell's unter Anderm folgender⸗ ten: „Hort Ihr ihn, wie er von jener Million Menschen srüicht, die auf den ersten Wink seinen Befehlen gehorchen wür— bat Hoͤrt Ihr ihn, wie er sich bereit erklärt, n och jetzt von

Königliche Schauspiele.

Montag, 28. Sept. Im Schauspielhause:; Sargines roisch⸗komische Oper in 2 Abth., mit Tanz. Musit von! . Die Franzoͤsischen Theater ⸗Vorstellungen werden im Olth beginnen und bis Ende Juni k. J. fortdauern. Da die fi ren Abonnements-Bedingungen wiederum eintreten so wenn die resp. Abonnenten ersucht, sich uͤber die Beibehaltun h Plaͤtze bis spaͤtestens den 296sten d. M. zu erklaͤren, widrigen

Redacteur Cotte/. e

Gedruckt bei A. W. Hayn.

n Legislatur Großbritaniens Gerechtigkeit und Entschaͤdigung

Allgemeiner Anzeiger fuͤr die Preußischen Staaten. 11 ,

Bekanntmachungen.

Bekanntmachung. Das von dem Königl. Haupt⸗Banco Direktorium unterm 28. Juni 1833 dem Major a. D. von Bre⸗ dow über oe Deposition eines mit seinem Namen überschriebenen und mit neun Siegeln versehenen e, f. ausgefertigte Neeipisse sub No. 2833 ist ver⸗ oren gegangen.

glauben, werden hierdurch aufgefordert, in dem vor dem Kammergerichts⸗Referendarius, Grafen von Sa⸗

Uhr, im Kammergericht angesetzten Termine diesel⸗ ben anzuzeigen und zu bescheinigen, widrigenfalls Taxe, soll sie mit ihren Anspruͤchen praͤeludirt werden ünd ih⸗

auch die Amortisation des verloren gegangenen Re⸗ cipisse erfolgen soll.

i ctal - Citation.

Ed Da auf die Amortisation nachstehender Westpreußischen Pfandbriefe

Benennun des G ut s.

Namen . des Ertrahenten.

, H. F. Lehmann zu

alle.

Kaufmann Werkmeister zu Brom⸗ berg und Kaufmann C. L. Sil⸗ ling zu Cuͤstrin.

Depositorium des Land⸗ u. Stadt⸗ gerichts zu Graudenz.

Bauergutsbesitzer Gottfried Pruß zu Wettschuͤtz.

Nieczuchowo.

Pietrunke Kaezkowo. Littschen.

, ü d , , dx 000200 20000 22 2 2 22 2 2220220202222, angetragen worden ist, so werden die etwanigen un⸗ sich n,, u achten Zins ⸗Zahlungs⸗Termin en 2.

befannten Inhaber dieser Pfandbriefe gufgefordert,

*

Den Auswaͤrtigen werden die Justiz Commissarien Nobiling, Robert und Dr. Kahle zu Mandatarlen

in Vorschlag gebracht. Berlin, den 15. Juli 1838. . Königl. Preuß Kammergericht.

Nothwendiger Verkauf. . Das dem Kaufmann Heinrich Samuel Rosenstein

Alle Biejenigen, welche daran Anspruͤche zu haben lug Cerigʒ in der Heiligengeistgasse zu Danzig unter

er Servis⸗Nummer 1061 ünd Nr. 31 des Hypothe⸗

lenbuchs gelegene Grundstuͤck, abgeschaͤtzt auf 3198

lisch, am 15. November d. N., Vormittags um 10 Thlr. iz sar. A pf zufolge der nebst Hypothekenschein

und Bedingungen in der Registratur einzusehenden

am nen dieserhalb ein ewiges Stillschweigen auferlegt, vor dem Artushofe verkauft werden.

Danzig, den 8 Mai iss. . Königl. Preuß Land- und Stadtgericht.

Departements.

. 0 Schneidemuͤhl.

desgleichen. 186 18 Bromberg. 16 25 Marienwerder. 64

an sie gediehen sind.

Direktion.

bei dem General-Landschafts-Syndicus, Herrn Ober⸗ Landesgerichts Rath Ulrich mit ihren Anspruͤchen zu melden und solche zu bescheinigen oder die gaͤnzliche Amortisation der gedachten Pfandbriefe zu gewaͤrti— gen, wodurch die Landschaft oder das betreffende Gut von allen ferneren, wegen dieser Pfandbriefe zu bil⸗ denden Anspruͤchen gaͤnzlich befreit wird, und die un— bekannten Inhaber derselben sich sodann ihrer Ent⸗ schaͤdigung halber lediglich an diejenigen halten muͤssen, durch deren Haͤnde diese Pfandbriefe gegangen und

Marienwerder, den 28. Februar 18335. Koͤnigl. Westpreuß. General-Landschafts⸗

. und . on . und , wie⸗ är aufnehmen werde? rt Ihr ihn, wie er alle Klagen Ir— mos, alle Entschaͤdigungs-Maßregeln, bie das Gr erßenh in e. . Session n f hat, als eben so viel feurige Kohlen hteichnet, die auf dem Haupte der Englischen Aristokratie ge 6. her. und a. er das en fh Volk ,. 3. weruhigen sucht, daß er ihm zeigt, wie sorgfaͤltig er alle Fehler einer Gebieter . n fi n, ere der de. 1 . Lage Englands ist uns seit einigen Jahren oft ten 2 gi titisch erschienen; aber niemals in dem Grade wie in die—⸗ belles Licht. Im Anhange befinden sich sehr int ö t . 6 . ĩ fante HMittheslungen . 3 Gele e erblich, und wenn nicht eine Weisheit, die die gebie= A.. Besitzern von Gemaͤlde⸗ Gallerien, so wie ill inn e der Nothwendig keiten geworden ist, einschreitet, so Juͤngern und Freunden der Kunst, insbesondere n der, Ausbruch des Sturmes nicht lange ausbleiben. allen Verehrern des genialen Känsiiers kann at uns betrifft, so glauben wir, daß der uͤnsichere Gang n der Kontinental-Politik durch den aͤngstlichen Druck

Das Leben und die Werke des groͤßten aller g ler in einer leichten Uebersicht darzusiellen, ii Zweck der gegenwärtigen Schrift, den der geistts Verfasser messterhaft erreicht hat. Die Beschrelhn gen und Erklaͤrungen der einzelnen Werke R., wohl buͤndig und kurz, zeugen dennoch von g hoͤchst feingebildeten . des Verf. Die hi nologische Anordnung des Ganzen ssellt sowohl von Raphael durchlaufene Bahn, als auch den f schreitenden Gang seines Talentes in ein miglt

.

1. December e.

Werke Sr. Bd.

1Thlr. 15 sgr.

9 ; In allen Buchhandlungen, in Berlin in der Stuhrschen, Schloßplatz Nr. 2, ist zu haben:

des pfand⸗ Bemerkung. Bel e r g briefes. Thl.

1000 entwendet.

verdorben. desgl. dito.

100

Fanugr 1836,

Literarische Anzeigen.

en * s. j

n o . , u gen lun, Linden hen Ar anf urn e, en Phet, m Clausewitz, General, Carl von, hinterlassene

. Hat auch den Titel- Per ! und den Feldzug von 1813 in Frankreich.

zur unterhaltung gesellschaftlicher Kreise in langen Winterabenden, .

oder Sammlung der neuesten und beliettesten Spiele Mittler, Schröder, Pl ahn ze zu haben:

im Zimmer, frappanter Kunststuͤcke aus der Magie!

und mit Karten, Charaden, Raͤthseln u. s. w 16mo.

Leipzig, bei Vetter C Rostosky. geh.

Bei G. Basse in Quedlindurg ist so eben erschie⸗ nen und in allen Buchhandlungen, in Berlin bei E. S. Mittler (Stechbahn Nr. 3) zu haben:

Quatremère de Quiney s Geschichte

Raphael's und seiner Werke.

Nach der zweiten, verbesserten und vermehrten fran⸗ zbsischen Sriginal⸗Ausgabe äbersetzt. Faesimile. gr. So. geh. Preis 1 Thlr. 18 sgr.

leicht eine angenehmere Gabe dargeboten werden. Raphael's Madonna di San Sist keranlaßt wird, der auf England lastet. Wenn auch die Engli— he Aristokratie den liberalen Ideen mißtraut, so liegt ihr des—

auf der Koͤnigl. Bildergallerie zu Dresden, sam 9g g h Dre den] nicht minder die Größe ihres Landes am Herzen; und gend erklärt: nebst Andeutungen über die Trancss nn es eine Ruͤcksicht giebt, die sie zu einem Opfer veranlassen n faͤlschlich sogenannten Streit lnnte, so wird es, wie wir hoffen, der Gedanke seyn, daß ihr as Saerament Von K. 5. Weise. gr. Sro. geblicher Widerstand einen Zustand der Besorgniß und der Preis 7 sgr. mn Gaͤhrung verlaͤngert, während dessen es England un⸗ 3. ist den ihm gebuͤhrenden Standpunkt in Europa einzu⸗

Preis

8. Das Journal de Paris enthaͤlt folgende Nachrichten aus

dbanien; „D.e Junta von Murcia hat sich am Sten d. durch

nen und in allen Buchhandiungen, in Bern Beschluß einer Majoritaͤt von 17 gegen 4 Stimmen aufge—

Nicolai, Bruͤder- Straße Rr. 13, Dum mlt Der Gouverneur von Carthagena ist zum Ober⸗Befehls⸗

aer der Provinz ernannt worden. Barcelona hat von Cartha—

A nweissung , loo Centner Pulver, und Balencta von derselben Stadt

zum leichten und gluͤcklichen Gebaͤren. Lab. Gewehre verlangt. Weder das Pulver noch die Gewehre

ein Taschenbuch fuͤr Schwangere, Gebaͤrende, Kn en geliefert werden. 1500 Mann von der Fremden ⸗Legion

betterinnen und zugleich fuͤr Hebammen, ; am 18ten in Seu d'Urgel angelangt. Nach dem ungluͤckli⸗—

von r. Werner Eisenhuth, n Gefechte vom Ilten hatten sich die Karlisten Bilbao wieder

praktischer 9 394 , . in lachen. mnihert aber in der Nacht vom 15ten zum i6ten haben sie sich

. ,,, . ud Richtung nach Durango zurückgezogen. Wan glaubt,

D nige ret (heel e. . . in Folge eines Marsches des Generals Cordova gesche—

den Nachrichten aus Aragonien vom 17ten d. melden, daß

e , . ice satengten und verfolgten Navarresen uͤberall den Christi⸗

n, Haͤnde fallen. Eine am 2lsten in Bayonne einge⸗

cn i thesche meldet, daß Herr Gil de Quadra der einzige ernannte Minister sey.“ (Vergl. den Art. Spanien.)

as Journal des Deébats sagt: „Bevor wir uns ent—

e Bei J. A. Mayer in Aachen ist so eben ers

Thlr.

Nebst einem

*

schieden uͤber das neue Spanische Ministerium aussprechen, wer— den wir abwarten, bis es selbst den Weg angedeutet hat, den es zu befolgen gedenkt; denn der Artikel der Madrider Hof-Zeitung (s. Spanien) ist in dieser Hinsicht durchaus bedeutungslos. Die Umstaͤnde jedoch, inmitten welcher sich das Ministerium gehlldet hat, die augenscheinliche Gewalt, der die verwittwete Königin nachgiebt, indem sie Maͤnner ans Ruder beruft, die nicht der Majoritaͤt in den Cortes angehören, verhindern uns, den Enthu— siasmus zu theilen, den die Namen des Herrn Mendizabal und seiner muthmaßlichen Kollegen der Opposttion einflößen. Wir wissen sehr wohl, daß Herr Mendizabal, als Finanz- Agent Dom Pedro's, der constitutionnellen Sache wesentliche Dienste gelei⸗ stet hat, und Herr Alava, der in Frankreich und in England in großer und verdienter Achtung steht, wuͤrde uns ohne Zweifel viel Vertrauen einfloͤßen, wenn er die Praͤsidentschaft des neuen Kabinetts annaͤhme, was noch sehr zweiselhaft ist; aber wir fuͤrchten, daß die Be⸗ wegung, deren Ausdruck dieses Ministerium ist, und deren Triumph es repraͤsentirt, dasselbe auf eine Bahn fortreißen wird, die wir nicht wuͤrden billigen koͤnnen, und die ganz verschieden von jener ist, die bis jetzt unsere vollkommene Zustimmung hatte. Wir sehen bisher allerdings, daß der Name der verwittweten Koͤni— gin von den Junten respektirt wird, die sich gegen ihr Ministe— riüm erklaͤrt hatten und wir wollen hoffen, daß es dem Herrn Mendizabal und seinen Kollegen gelingen werde, demselben noch laͤnger Achtung zu verschaffen. Indessen koͤnnen wir unmoͤglich außer Acht lassen, daß die Opposition zu verstehen giebt, daß die Regentschaft der Königin Christine binnen kurzem in Frage ge— stellt werden durfte, was dem Testamente Ferdinand 's Visl. zu— wider ware, und sehr ernste Folgen nach sich ziehen konnte.“

In der Gazette de France liest man: „Unsere Korre— spondenz widerspricht der durch ministerielle Blaͤtter veroͤffentlich⸗ ten Nachricht von der Niederlage des Karlistischen Armee, Corps in Catalonien, und bestaͤtigt dagegen den bei Arrigoriaga erfoch— tenen Sieg und die Ohnmacht der in San Sebastian blokirten Christinos und Engländer. Mina hat die Aufsicht der Franzoͤ⸗ sischen Polizei getaͤuscht und ist nach Spanien zurückgekehrt, um den Doe Ee uͤber die Armee der insurgirten Junten in Cata— lonien zu uͤbernehmen. Die Ankuft Mina's in Spanien, um sich in demselben Augenblick an die Spitze der revolutionairen Bewegung zu stellen, wo die Chefs der Opposition unter den Cortes sich des Ministeriums bemächtigen, ist eine Thatsache von Bedeutung.“ 6

Paris, 22. Sept. Nachdem nunmehr durch den Schluß der Session die Minister jeder legislativen Beschaͤftigung uͤberhoben sind, scheint es die Aufgabe unserer Verwaltung ge⸗ worden zu seyn, einen Plan, oder vielmehr einen großen socla— len Gedanken, der schon seit mehreren Jahren bei vielen Gele— genheiten nicht undeutlich durchschimmerte, durch eine Reihe theils vorbereitender, theils dem Gegenstande selbst angemessener Thatsachen ins Leben treten zu lassen. Es handelt sich namlich und daruͤber kann bei Niemanden, der die hiesigen Verhaͤlt— nisse aufmerksam beobachtet, auch nur der geringste Zweifel ob⸗ walten es handelt sich darum, die legitimistische Partei all— maͤlig mit dem jetzigen Zustande der Dinge zu versoͤhnen, und unter ihrem Beistande an der Befestigung der Dynastie zu arbei— ten. Ludwig Philipp befindet sich gegenwärtig an scheinend in demselben Falle, in dem sich Napoleon befand, als er es fuͤr zweck⸗ maͤßig oder fuͤr nothwendig hielt, das mag hier gleich viel gelten, das sogenannte syslème de fusion eintreten zu lassen, und sein unausgesetztes Augenmerk darauf zu richten, das Faubourg St. Germain in die Tuilerieen zu locken. Er hatte, wie Ludwig Philipp freilich jeder auf seine Weise die Parteien fuͤr den Augenblick zum Schweigen gebracht. Der Mittelstand ge— horte ihm an, wie er Ludwig Philipp angehört, wie er Jedem angehoͤren wird, der die Anarchie zu zuͤgeln, den regelmäßigen Gang der Dinge wiederherzustellen, und so dem Fleiße Erwerb zu schaffen weiß. Auch in der Ohnmacht der republikanischen Partei gleichen sich die beiden Epechen, wenn auch nicht zu leug— nen ist, daß die Kaiserliche Regierung diesen Feind weit mehr verachten, oder wenigstens weit weniger fuͤrchten durfte, als die mit Huͤlfe dieser Partei erschaffene Juli⸗Regierung. Was aber Ludwig Philipp, in gleichem Maße wie Napoleon, fuͤhlt, ist, daß ohne die Freundschaft, oder mindestens ohne die Neutralität der großen Grundbesitzer, aus denen zu allen Zeiten die legitimistische Partei wesentlich bestanden hat, eine Aussicht auf Stabilität nicht zu erlangen ist. So lange die Republikaner und die Legiti— misten eine vereinte Opposition gegen die Regierung bilden, und gemeinsam in jede Luͤcke eindringen, die sich in den Neihen der Philippisten zeigt, so lange wird innerlich Niemand an die Dauer des jetzigen Zustandes der Dinge glauben. Der neueste Prozeß des Herrn von Conny ist ein Zeichen jenes Ver— soͤhnungs-Wunsches der Regierung. Nie hat sich ihre Ten— denz, die Legitimisten zu schonen und zu gewinnen, so 6f— fentlich und so unzweideutig zu Tage gelegt. Herr von Eonny, eine legitimistische Notabllitͤt, hatte sich in dem Ihnen ohne Zweifel durch die gerichtlichen Verhandlungen bekann— ten Schreiben erdreistet, auf versteckte Weise die Ermordung des Prinzen von Condé dem Koͤnige zur Last zu legen. Der Köniz war, wenn auch nicht namentlich, doch ziemlich deutlich be— zeichnet. Gegen solche Angriffe aber muß das Gesetz jeden Pri— vatmann, geschweige den Konig schuͤtzen, und jede rechtliche Jury wuͤrde den Genzral-Advokaten in den Stand gesetzt haben auf eine harte Strafe anzutragen. Was that dagegen Herr Plou— goulm zum Erstaunen, und, ich kann wohl sagen, unter dem Mur— ren von ganz Paris? Er behandelte die Sache, wie man etwa eine Ehrensache behandelt, die man gern beilegen will, selbst auf die Gefahr hin, daß auf den Peleidigten ein kleiner Flecken haf— ten bliebe. Er erklaͤrte mit einem Worte der Jury und dem zahlreich versammelten Publikum, der Ausgang des Prozesses solle ganz von dem Angeklagten selber abhängen; Hr. von Conny duͤrfe bloß durch ein einfaches Ja oder Nein erklaͤren, ob er in der inkriminirten Stelle den Konig gemeint habe oder nicht; in letzterem Falle werde das oͤffentliche Ministerium die Anklage so⸗

von Conny sagte „Nein“, bemerkte aber dabei, daß er dem

Rhein antreten.

Berlin, Dienstag den 29sten September

gleich aufgeben. Ich wohnte der Assisen⸗Sitzung bei, und hatte Gelegenheit, den Eindruck zu beobachten, den bieses beispiellose Verfahren auf die Freunde des Herrn von Conny hervorbrachte. Jeder erkannte sogleich die Bedeutung dieses Schrittes, und deutlich gab sich kund, was man von den Legitimisten zu erwar⸗ ten habe, wenn man sie durch solche Kuͤnste zu kirren hofft. Laut und leise hoͤrte ich uberall im Saale den Wunsch aussprechen, Hr. v. Conny moͤge die Sache nicht durch das erbetene „Nein“ beendigen. In den Mienen des Angeklagten selbst gab sich der Entschluß kund, dem General-Prokurator die Stirne zu bieten. Nur dem Zureden des Herrn Hennequin, dem als Vertheidiger die Pflicht oblag, seinen Klienten durch jedes erlaubte Mittel vor der Strafe zu schuͤtzen, gelang es, dem oͤffentlichen Ministerium eine Demuͤthigung im Angesichte der Jury zu ersparen. 5 at

seines Vertheidigers folge. Und dadurch entging der Angeklagte den Folgen seines Vergehens. Der Herzog von Broglie, der in Evreux zum Praͤsidenten des General- Conseils ernannt worden ist, ist mittelst Couriers von dort zuruͤckberufen worden. Dagegen wird, ungeachtet der wichtigen politischen Lage des Augenblicks, Herr Thiers, gleich nach dessen Ruͤckkunft, seine Reise nach dem Der Graf von Ste. Aulaire geht nicht nach Wien zuruͤck, sondern nach London, waͤhrend Graf Sebastiani, gleich nach seiner Ruͤckkehr von dort, zum Großkanzler der Eh⸗ ren⸗Legion ernannt werden wird. Im Kriegs⸗Ministerium wird thaͤtig an der Komplettirung der Regimenter gearbeitet. Aus Griechenland erfaͤhrt man hier nicht viel Gutes; das Land wird in allen Richtungen von Rebellen-Haufen durchkreuzt, und es scheint mehr als zweifelhaft, ob der Konig Otto sich ohne den , fremder Truppen wird auf dem Throne behaupten

nnen.

Großbritanien und Irland.

London, 22. Sept. Der Englische Gesandte bei den Ver⸗ einigten Staaten von Nord-Amerika, Sir Charles Vaughan, wollte am 1. Oktober von Washington nach England abreisen und Herrn Bamhead als Geschaͤftsträger zuruͤcklassen. Kein Bri⸗ tischer Gesandter soll sich je groͤßere Achtung in Amerika erwor⸗ ben haben. .

Die Franzoͤsische Fregatte „Didon“ ist mit dem Prinzen von Joinville von Portsmouth nach Plymouth abgegangen. Die Bauart dieses Schiffs ist von den Britischen See⸗-Offizieren sehr getadelt worden. Es soll schwer zu regieren und doch so kost⸗ spielig seyn, wie ein Linienschiff.

Die ministeriellen Blatter füllen noch immer groͤßtentheils ihre Spalten mit Berichten uͤber den Triumphzug O'Eonnell s und die von demselben gehaltenen Reden. Er ist jetzt in Schottland. Am 17ten d. M. fand sich derselbe in Edinburg zu einem ihm zu Ehren veranstalteten Festmahle ein, bei welchein er, eben so wie in Neweastle und Manchester, zum hauptsaͤchlichsten Thema seiner Rede die Reform des Oberbauses machte, nachdem er vor⸗ her eine Adresse der Gewerke beantwortet hatte. Diese beiden Reden nehmen im Courier nicht weniger als 10 enggedruckte Spalten ein. Am 19ten wurde ihm von den in Edin urg an⸗ saͤssigen Irlaͤndern eine schöne silberne Vase uͤberreicht. Auch nach Glasgow, Carlisle und Greenock ist er zu Diners eingeladen worden. Uebrigens bestand die Gesellschaft, welche Hrn. O' Con⸗ nell in Edinburg bewirthete, und die ungefähr 15600 Theilnehmer zaͤhlte, zum groͤßten Theile nur aus ö Handwerkern und Kraämern von der radikalen Partei und zählte wenig glän⸗ zende Namen. Auf den Straßen sollen zwar gegen 1oG, 00 Menschen beisammen gewesen seyn, als O Connell seine oͤffentliche Rede hielt, aber es äußerte sich kein lauter Enthusiasmus suͤr den Gast, was freilich der Courier der gespannten Aufmerk⸗ samkeit und der denkenden Ueberlegung zuschreiben will, mit der das Schottische Volk O Connell's Worten gelauscht habe. Die Times und die Tory-Blaͤtter blicken mit großer Veraͤchtlichkeit auf das Gastmahl zu Edinburg, wogegen die ministeriellen Blät= ter den Talenten O Connell's immer groͤßeren Tribut zollen. Sie bezeichnen sein Auftreten in Schottland als um so merkwüͤr= diger, da er Katholik ist und Schottland immer gerade fuͤr das klassische Land des Protestantismus gegolten habe. Mit beson⸗ derer Geschicklichkeit, meinen sie, und mit großem Erfolge habe er aber diesen schwierigen Punkt beruͤhrt, indem er esagt, daß er zwar als Katholik zu Protestanten rede, die von Kindheit auf gewohnt waͤren, den Papst als den Teufel zu verabscheuen, und die noch ver wenigen Jahren eine katholische Kapelle niedergerissen und gegen die Emancipation der Katholiken Bittschriften eingereicht haͤtten, aber daß er dennoch hoffe, ihre Feindseligkeit zu entwaff⸗ nen und ihre Sympathie zu gewinnen, denn er rede fuͤr die Ge= wissens⸗-Freiheit. Die Times sagt: „O'Connell's Beredsamkeit ist eine buntflimmernde Hyperbel, ausgeschmuͤckt mit verwelkten Blumen, wie eine schmutzige Dirne sie in Coven: garden auflesen würde, und zum Strauße gewunden mit dem Geschmäck eines Wasch= weibes.«“ Ein Korrespondent des Courter versichert dagegen, als er O Connell gehoͤrt, habe ihm immer das Bild von John ir . die schoͤnsten Stellen Shakespeare's rezitirend, vör— geschwebt. .

Herr Poulett Thomson, der Praͤsident der Handels Kammer, ist von seinem Podagra wieder hergestellt.

Der Globe sagt‘ „Briefe von Britischen Offizieren, die nach Kalisch gereist sind, bezeugen die ausgezeichnete Aufmerk⸗ . 29 ihnen 69 ö. worden ist.“

er Courier stellt Betrachtungen an uber welchen die fortschreitenden Reformen in England a. hung und Bildung der hoͤheren Klassen ausuͤben muͤßten. ie Reformen, meint dieses Blatt, üäberhoͤben das Land fuͤr die Zu⸗ kunft der Sorge fuͤr eine große Anzahl von Sinekuristen in der Armee, in der Marine, im Staat und in der Kirche, und die Schwierigkeit der Versorgung der Kinder des hohen und niede— ren Adels wuͤrde dadurch sehr zunehmen, die juͤngeren Sohne desselben wurden also etwas Nuͤtzliches lernen Und sich den ge⸗ lehrten Studien, den Kuͤnsten, der Literatur und den Wissenschaf⸗ ten widmen muͤssen, wodurch dann das Land vor einer Menge