Der Preußische und der Portugiesische Gesandte hatten gestern Unterredungen mit Lord Palmerston im auswärtigen Amt“
Graf Matuszewicz ist von hier nach Reapel' abgereist, um seinen Posten als Russischer Gesandter am dortigen Hofe an⸗ zutreten. .
Herr von Bourqueney ist dem Lord Palmerston als Geschaͤfts—⸗ traͤger des Königs der Franzosen waͤhrend der Abwesenheit des Grafen Sebastiani von Letzterem vorgestellt worden.
Sir Charles Vaughan, der näͤchstens aus Washington hier . erwartet wird, war über 10 Jahre dort in diplomnatischen Diensten. Herr Fox, der als Gesandter bei den Vereinigten Staaten an seine Stelle tritt, ist der einzige Sohn des verstor— benen Generals Fox und ein Vetter Lord Holland s.
Lord Auckland, der neue General-Gouverneur von Indien, . vorgestern verlassen, um sich in Portsmouth einzu— schissen.
Der Globe meldet nach Dubliner Blaͤttern: „Die Rund— reise des Lord Lieutenants durch den Nordwesten Irlands war ein eben so großer Triumph fuͤr ihn, wie sein Zug durch den Westen und Suden. Die Orangisten, die seinen Weg belagern und den Repraͤsentanten des Königs angreifen sollten, haben sich, wie es scheint, eines Besseren besonnen und sind ruhig beiseit geschlichen. Nicht Einer hat es gewagt, ihm mit seinen Sym— bolen entgegenzutreten. Und doch hatte man hehauptet, Lord Mulgrave sey nur in den katholischen Provinzen populair und würde sich in keinem protestantischen Bezirk blicken laffen durfen! Eine besonders enthusiastische Aufnahme wurde dem Lord-Lieute— nant in Londonderry zu Theil, was um so erfreulicher und be— merken? werther ist, als Persenen dabei waren, die vielleicht in polit scher Hinsicht eiwas anders denken, als Lord Mulgrave.“
Herr O Connell ist am 29sten v. M. nach Dublin zuruͤck⸗
Rekehrt und hat einen feierlichen Einzug in jene Stadt gehalten. Schon fruͤh Morgens sammelte sich eine große Menge von Men⸗ schen an den Quais, da man das Schiff, au welchem man O Connell vermuthete, schon in weiter Ferne erblickt hatte. Er langte jedoch auf einem andern Schiffe erst vier Stunden spaͤter an und wurde schon auf dem Verdeck von einer Deputation der Handwerker Vereine begruͤßt, von denen er auch unter Begleitung iner ungeheurin Menge von Reitern und Fußgängern nach Dublin gesührt wurde. In seiner Wohnung angekommen, zeigte er sich auf dem Balkon des Hauses und beantwortete eine Adreffe der Handwerker⸗Vereine in einer kurzen und energischen Rede, in welcher er gleichsam ein Resums von seinen in England und Schottland gehaltenen Reden gab, Irland's Sache fortwährend zu verfechten versprach, den Ministern und dem Lord Lieutenant . Unterstuͤtzung zusagte und die Reform des Oberhauses ver⸗ angte. . In der Versamm: lung der Gemeinde⸗Halle am 29sten v. M. uͤbernahm nach Entfernung des Lord⸗Maysrs der Alderman Tay⸗ ler den Vorsitz, und es wurden verschiedene Beschluͤsse in Bezug auf einen neuen Wahl-Modus der Aldermen und des Lord' Mavpors gefaßt und außerdem das Benehmen des letzten Lord— ö einem offiziellen . unterworfen. Fon dem neuen Lord⸗Mayor, Herrn Czpeland, versprechen sich die Whigs und Radikalen bere ill gere Eingehen i . Pläne, als sie es von dem jegigen Lord Mahor, Harn Winche— ster, Min erlangen vermochten, doch meint der Globe, man könne u ine Versprechungen nöch nicht zu viel bauen, denn Herr. Winchester hre auch versprochen, in einer Amtsfuͤhrung alle po⸗ litische Vorliebe beiseitzusetzen, und habe es doch nicht gehalten. z Wenngstens“, fuͤgt das genannte Blatt hinzu, „kann er das Lard⸗Mayor Amt nicht mehr beschimpfen, als es schon beschimpft ist. Sein Charakter als Privatmann und seine Stellung als Parlaments-Mitglied gewähren jedoch einige Buͤrgschaft dafur, daß die Buͤrger von London nicht von neuem solche Schmach zu erdulden haben werden, wie unter dem letzten Lord-Mayor. Die Londoner Corporatien bedarf uͤbrigens nicht nur eines bes— seren Lord-Mayors, sondern auch einer Reform, einer besseren Kontrolle der städtischen Fonds, ein besseres System der Alder— men⸗Wahl und eine Verkürzung der Amtsdauer der Aldermen.“
Vorgestern fand in der London-Tavern das Inaugurations— Diner der neuen Sheriffs von London und Middlesex, John Lainson und David Solomons, statt. Der Erstere sagte in der Rede, die er bei dieser Gelegenheit hielt, er habe nicht eher et⸗ was von der hohen Ehre geahnt, die ihm wiederfahren, als bis er seine Wahl in den oͤffentlichen Blaͤttern angekuͤndigt gefun— den, und er konne sich daher uͤberzeugt fuͤhlen, daß er das She— riff⸗Amt nur seiner Rechtlichkeit verdanke. Der Letztere dankte ebenfalls fuͤr die ihm zu Theil gewordene Ehre und sagte, es
gereiche ihm zu besonderer Freude, daß er zu diesem Amte ge⸗
rade in einer Zeit gelange, wo es allen Anschein habe, daß die damit verknuͤpfte Erfuͤlwung einer peinlichen Pflicht im— mer seltener werde ausgeuͤbt zu werden brauchen, denn die Zahl, der Hinrichtungen nehme in Folge der Milderung der Kriminal⸗Gesetze, in Folge der großeren Verbreitung des Un— terrichts und Vervollkommnung der Sittlichkeit immer mehr ab, wie denn in den letzten beiden Jahren in London und Middleser gar keine oͤffentliche Hinrichtung stattgefunden habe. (Hört, hoͤrt! „Ich fühle,, fuͤgte Herr Solomons hinzu, „wenn ich auf den religiösen Glauben sche, zu welchem ich mich bekenne, daß ich zu dem Amt, welches mir anvertraut worden, auf eine Weise er⸗ wählt worden bin, die nicht nur mir persoͤnlich zu großer Genug⸗ thuung, sondern auch dem Zeitalter, in welchem wir leben, zu außerordentlicher Ehre gereicht. (Lauter Beifall. Wir leben in einer Zeit, die sich nicht nur durch ehrenvolle Werke des mensch— lichen Herzens und des menschlichen Verstandes auszeichnet, sondern vor Allem durch die Siege, die sie uͤber die Vorurthelle der religiösen Erziehung errungen hat. Ich bin uͤberzeugt, daß mein indivi—⸗ dueller Glaube mich von meinen Mitbuͤrgern nicht trennen wird. Ich habe stets diejenige Regierung fuͤr die staͤrkste gehalten, wel— che die toleranteste ist, die sich in die Gewissens⸗Angelegenheiten Anderer nicht einmischt, sondern nur bemüht ist, die Wohlfahrt des Landes zu sichern, die gern Allen gleiche Rechte einräumt und die vollen Vortheile der Constitution gewahrt, wenn sie ihr nur dafur Buͤrgschaft leisten, daß sie bloß die Befoͤrderung des Gemeinwohls vor Augen haben.“ (Anhaltender Beifall.) Der General-⸗Prokurator, Sir J. Campbell, der dem Diner bel wohnte, hedauerte es, daß die Kabinets⸗Minister zum Theil durch Abwesenheit von London, zum Theil durch Amts Geschaͤfte, wie na⸗ mentlich Lord Palmerston, dem unerwartet vor zwei Stunden im aus⸗ wärtigen Amte etwas in die Quer gekommen sey, verhindert wuͤrden,
bei dieser Feier einer großen Epoche in den Annalen der Reli.
gions-Freiheit gegenwartig zu feyn, die sie herbeizufuͤhren das Ihrige gethan, indem sie augenblicklich, als sie von' den Hinder⸗ nissen gehört, die der Vereidigung des Herrn Solomons als Sheriff von London entgegenstaͤnden, eine Bill entworfen und dem Parlamente vorgelegt hatten, die ohne Opposition durch ge⸗ gangen sey und jene Hindernisse hinweg er eum habe. Schließ⸗ lich sprach der Redner die
erleben werde, wo bei keinem Amt mehr der religiöͤse Glaube
Hoffnung aüg, daß man bald die Zeit
1140
als ein Pruͤfstein der Befaͤhigung eines Menschen zur Verwal⸗ tung desselben gelten wuͤrde. .
Durch den Tod des Grafen von Chatham faͤllt eine Pension von 4000 Pfund jährlich an die Krone zuruͤck.
Der Globe hat seit einiger Zeit angefangen, mit Herrn O Connell die Reform des Oberhauses zu predigen; er bezeichnet es als eine Inkonsequenz der konservativen Partei, daß dieselbe sich einer Reform des Oberhauses widersetzen wolle, waͤhrend sie doch dem Gesetz, wodurch das Unterhaus reformirt worden, jetzt beipflichte. „Freilich“, sagt dieses Blatt, „haben die Konserva— tiven vor der Annahme der Reformbill immer behauptet, daß die Lords mit einem reformirten Unterhause nimmermehr aus— kommen koͤnnten. Sie haben uns stets gesagt, die Eintracht zwischen diesen beiden Korpern koͤnne nur erhalten werden, wenn den Lores die Ernennung von Unterhaus Mitgliedern in ihrer ganzen Ausdehnung verbleibe. Was sie prophezeit, und es vedurfte dazu keiner uͤbernatuͤrlichen Divinationsgabe, ist ein— getroffen. Sie sagen uns nun aber nicht, wie die Sachen wie— der in Ordnung zu bringen seyen. Sie sagen uns nicht, daß die Reform des ÜUnterhauses wieder rückgängig gemacht, und daß so die Einigkeit mit den Lords hergestellt werden sollte. Was bleibt also anderes uͤbrig, als das Oberhaus so e reformiren, daß es mit dem Unterhause uͤbereinstimmt? Die Lords muͤssen zwar auch in Zukunft so unabhaͤngig bleiben und so viel Macht aus— üben, als es sich mit einer Repräsentativ-⸗Regierung vereinbaren laͤßt, aber natuͤrlich muß diese Macht von geringerer Ausdehnung und von anderer Beschaffenheit seyn, als zu der Zeit, wo das Unterhaus noch die Lords repraͤsentirte.“ Der Standard entgegnet hierauf: „Ein abhängiges Oberhaus waͤre ein Betrug, den man dem Volke spielte, und nichts anderes als eiße Berau— bung an dem Range und dem Eigenthum des Landes. Wenn die einzelnen Mitglieder der Aristokratie die Maßregeln des Un— terhauses aufrichtig mißbilligen, so ist es ihre Pflicht, sich, als Mitglieder des Oberhauses, diesen Maßregeln zu widersetzen, und es ist die Pflicht des Volkes, sie in diesem Widerstande zu un— terstuͤtzen.“
as ganze Musik-Corps, welches den General Evans nach Spanien begleitete, ist von demselben wegen liederlicher Auffuͤh—⸗ rung hierher zuruͤckgeschickt worden.
Der Tourier theilt einen Brief eines Englischen Offiziers aus dem Hauptquartier zu Bilbao vom 22sten v. M. mit, dem zufolge die in den letzten Gefechten gefangen genommenen Sol— daten von den Christinischen Truppen und der Britischen Legion nicht, wie man vermuthet hatte, von den Karlisten er schofsen worden sind. Der Korrespondent haͤlt die Vereinigung Espeleta's mit dem Corps von Cordova suͤr wahrscheinlich, wie sie denn auch, den Franzoͤsischen Nachrichten zufolge, am 2hsten wirklich zattgefunden hat. In dem Gefecht vom 11ten v. M. sollen die Karlisten zwischen 810 — 909 Mann verloren haben. Von der Britischen Legion unter dem Ober-Befehl des General-Lieutenant Evans, welche sich jetzt mit Einschluß der noch in England be— findlichen Rekruten auf 8739 Mann belaͤuft, ist die Infan— terie in vier Brigaden getheitlt worden. Die leichte Brigade kommandirt General Reid, die erste Infanterie⸗Brigade General Evans (Bruder des Ober-Befehlshabers), die zweite General Chichester, und die dritte der bekannte Oberst Shaw. Die Ka—⸗ vallerie ist 602, die Artillerie 379 Mann stark, und letztere in 4 Batterieen vertheilt. .
Man hat heute hier direkte Berichte aus Madrid bis zum 24. September erhalten, welche das in Paris verbreitete Ge— ruͤcht von einer schweren Krankheit, in die Herr Mendizabal in Folge seiner ungeheuren Anstrengungen, die Spanischen Ver⸗ haͤltnisse zu verbessern, verfallen seyn sollte, fur ganz ungegruͤn⸗ det erklären und hinzufügen, daß die Spanische Regierung eine
Reihe von Ernennungen vorgenommen und mehrere sonstige
Maßregeln getroffen habe, die in Madrid die Hoffnung erzeugt haͤtten, es werde gelingen, die Junten in den einzelnen Provin— zen mit der Regierung auszusoͤhnen. net man namentlich die Ernennung des General Mina zum Ge— neral-Capitain von Catalonien und zum Chef der dortigen be— waffneten Macht, des General Quiroga zum General-Capitain von Granada, an die Stelle des noch von Toreno gegen Anda— lusten abgesandten General Latre, und der Generale Odalp, Espinosa und Palafsr zu General- Capitainen respektive von Carthagena, Andalusien und Aragonten. Der Gene— ral Palafoxy, der Held von Saragossa, der sich durch seine Opposition gegen das Ministerium des Herrn Mar— tinez de la Rosa bei den Exaltirten beliebt gemacht, hatte bereits eine Proclamation an die Einwohner der ihm anvertrauten Pro— vinz Aragonien erlassen. Man besorgte indeß in Madrid, die Regierungs, Junten von Barcelona und von Cadix wurden sich nicht dazu verstehen wollen, die einmal uͤbernommene Macht so⸗ fort niederzulegen. Auch hieß es, die Junten von Barcelona, Saragossa und Valencia haͤtten, nachdem ihnen kund geworden, daß Herr Mendizabal ans Ruder gelangt sey, als Grundlage aller Unterhandlungen mit demselben gefordert, daß der aus Fein— den des constitutionnellen Regimentes bestehende Regentschafts— Rath durch patriotische Spanier ersetzt werden solle. General Alava war noch nicht in Madrid angelangt. Es hieß jetzt, er werde auch die Praͤsidentschaft des Conseils annehmen. Als Kriegs-Minister wurde Herr Facundo Infance und als Justiz⸗ Minister an die Stelle des bis jetzt noch im Amte gebliebenen Herrn Garcia Herreros der Oppositions-Prokurador Herr Go— mez bezeichnet. .
Im Globe liest man: „Der innere Zustand Spaniens wird in den letzten Depeschen, welche Herr von Rayneval, der Franzoͤsische Botschafter in Madrid, an das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten zu Paris eingesandt, in sehr duͤ— steren Farben geschildert. Nach den Berichten des Herrn von Rayneval entspraͤnge die Hauptschwierigkeit, mit welcher Herr Mendizabal bei der Bildung seines Kabinets zu kaͤmpfen haͤtte, aus der Eifersucht auf den vorherrschenden Englischen Ein— fluß. Es wird uns nicht gesagt, worauf diese Eifersucht auf einen Einfluß sich gruͤndet, der, wie Alle wissen, die das Benehmen der Englischen Regierung kennen, stets gegen
alle Vorschlaͤge einer Einmischung in die Verwaltung der inneren
Angelegenhelten unserer Spanischen Verbuͤndeten und gegen jede Absicht, ihnen in dieser Beziehung etwas vorschreiben zu wollen, verwendet worden ist. Wir wiederholen es, daß dies Allen be—
kannt seyn muß, die von dem Verfahren, welches die Englische Regierung bei den ganzen auf den Quadrupel⸗Traktat gegruͤnde⸗ ten Unterhandlungen beobachtet hat, nur irgend etwas wissen. Es wird uns nicht gesagt, in wiefern diese neu entstandene Ei⸗
fersucht sich mit derjenigen vergleichen lasse, die das Ministerium des Herrn Toreno zerstoͤrte, dessen Verbrechen darin bestand, daß
es sich bei einer Franzoͤsischen Intervention nach Huͤlfe umsah.
Es wird uns nicht gesagt, von wem diese Eifersucht ausgeht.“
Ueber die (neulich erwähnten) Unannehmlichkeiten, die zwi⸗ ersischen Gesandten in Konstantinopel und Herrn Ellis vorfielen, als dieser jenen besuchte, berichtet die Morning
schen dem
dieses Staates zu fließen pflegten.
Zu diesen Maßregeln rech⸗
von dem Volke mit mehrmaligem Hurrahrufen wiederholt
ein „Lebehoch! fuͤr König und Vaterland“ aus, das gle
Throniele folgendes Naͤhere: „Der Persische Gesandte schah Hodadad⸗ Chan empfing Herrn Ellis auf eine sehr hae fahrende Weise. Es schien dem Kisilbaschen nur darum zu thu seinem Gast einen Begriff von seiner persöͤnlichen Wichtigkeit geben; er ging demselben nicht, wie die Etikette es erfordert, h an die Thuͤr entgegen, sondern nahm die stolzeste Miene an mi nickte, als Herr Ellis ihn verließ, demselben ein gleichguttig Salam zu, ohne ihn die Treppe hinunter zu begleiten. Um Botschafter beschloß demnach, um seine Wuͤrde zu behauptg und nachdem er beinahe bis zu der auf die Straße fuͤhrende Ih gelangt war, zu dem Chan hinaufzuschicken, um die erforderliche Cy schuldigung eines solchen Benehmens zu verlangen. Dem Pen wurde bange, er schoß mit demuͤihigem Lächeln die Treppe hen und ergoß sich in eine Fluth von Ausreden, die er ohne Zlsn menhang hervorstotterte. Der Triumph des Herrn Ellis , vollstaͤndig, da die Abbitte in Gegenwart vieler Personen,s der Hausbedtenten, geschah, und es ist nur Schade, dej ß Sache sich nicht in Persien ereignet hat, wo der Chan njs noch die Bastonnade in den Kauf bekommen haͤtte. Am fisn den Tage wartete er Herrn Ellis auf und feuerte in rashz Folge eine ganze Batterie von Komplimenten auf ihn ab, nnn dem er ihn auf das inbruͤnstigste umarmt hatte. Die Demnsz gung dieses Mannes muß um so mehr erfreuen, da er mits nen laͤcherlichen Anmaßungen jeden beleidigt hatte, der ihm m gekommen war.“ .
Die großen Geschenke, welche der Bey von Tunis (wie sn
lich gemeldet) durch seinen Sahrab Taba (Siegelbewahrer)
den Großherrn geschickt, sollen hauptsaͤchlich eine Bestaͤtgn seines Amtes als Bey durch einen Großherrlichen Ferman zweckt haben. Ein Korrespondent der Times will wissen,; duͤrfte dies keine Gewährung finden, und die Pforte sey entstg sen, ihre esgene Autoritaͤt auf der ganzen Afrikanischen r) herzustellen. . 2 Die Regierung von Buenos-Ayxes hat, obgleich! Konsuln ohnehin im Auslande keinen Gehalt bekommen,! Gruͤnden der Ersparung die foͤrmliche Aufhebung eines Gisg von 182g, wodurch diese Gehalte bestimmt waren, beschlisz und es sollen denselben hinfort keine Ausgaben irgend einer h gestattet seyn, die nicht vorher von der Regierung bessnm worden. ; . Nach Berichten aus Lima befinden sich die Angelegensestn Perus in verzweifeltem Zustande. Luzco und Pund hatwn sh von Lima unabhaͤngig ertlaͤrt, und man glaubt allgemein, Mun werde sich in zwei Theile trennen, von denen der suͤdliche schan Bolivia anschließen wuͤrde. Alle fremde Kriegsschiffe hatten sch bei Callao gesammelt, um das Eigenthum der Auslaͤnder chuͤtzen. 6 , Chili hat, nach der Botschaft des Praͤsidenten, dag Staats -Einkommen in dem mit dem 31. Mai beendigten Finanz Jahre 116,000 Dollars mehr, als in dem entsprechenden voriga betragen, und die Zoll⸗Intrasen nahmen monatlich zu. en letzten Nachrichten aus Mexiko zufolge, befand si General Santana noch auf seinem Landsitz Mangas de Clap wenige Meilen von Veracruz, wo er taͤglich Besuche von seine Freunden empfing. Man glaubte allgemein, daß irgend ein wichtige polttische Bewegung im Werke sey, weil man Santana Zuruͤckgezogenheit als Vorbotin plötzlicher Veraͤnderungen zu he trachten gewohnt ist. Die Regierung hatte sich der Einkuͤnsu der Bergwerke von Zacatecas bemaͤchtigt, die sonst in den Scho Sie wollte dadurch vevn tionairen Bewegungen unter den Zacatecanern vorbeugen, indq sie dieselben dergestalt der Mittel beraubte, Truppen zu unh
halten. Niederlande.
Aus dem Haag, 2. Okt. dan schreibt aus Soesth daß Ihre Kaiserl. Hoheit die Prinzessin von Oranien zum lög d. dort zuruͤck erwartet werde. Das Zusammentreffen mit ihn erhabenen Kaiserl. Bruder hat den Aufenthalt der Prinzessmn Boͤhmen — Hoͤchstdieselbe befand sich bekanntlich zuletzt zum G brauche des Franzensbrunnen in Eger — um Etwas verzoͤgn
Belgien.
Bruͤssel, 2. Okt. An die Stelle des zum Gesandten Berlin designirten Grafen von Baillet sollte vorgestern im hi gen Stadthause ein neuer Senator gewaͤhlt werden. Von Mu versammelten 234 Waͤhlern haben jedoch 213 ihre Stimm wieher dem Grafen von Baillet gegeben, so daß derselbe sen Senator⸗Wuͤrde beibehaͤlt. ö
Ueber die Reise Ihrer Majestaͤten nach England stellen unsn Blätter fortdauernd Betrachtungen an und einige derselben ns len sich durchaus nicht uͤberreden lassen, daß dieselbe gar kein politischen Zweck habe. Der junge Kronprinz ist nicht mitgerz sondern im Schlosse Lacken zuruͤckgeblieben.
Der vorgestern hier eingetroffene Bischof von London win heute die neüe evangelische Kirche in der Museums, Stig einweihen. ;
Daänem ark. .
Kopenhagen, 2. Okt. Man schreibt aus Roeskilde nn gestrigen Tage: „Heute feierten wir das schoͤne, unxergeh f Fest der Einweihung der Provinzial-⸗Staͤnde⸗Versammlun Dieses fand zuerst durch feierlichen Gottesdienst in der Doh kirche statt, wo sich eine zahlreiche Menge, theils aus der Ha stadt, theils aus der Gegend umher und den uͤbrigen Kauffähtg Seelands eingefunden hatte. Nachdem der K. Kommissar in die Abgeordneten des Volks angekommen waren, wurde zu einer von den drei Gesaͤngen, welche zu dieser Feierlichkeit n Probst Schmidt gedichtet waren, gesungen, worauf Bt Monster die Kanzel bestieg und uͤber den Geist, der die El h beseelen soll, nach der Apostolischen Ermahnung, „zu bewahfs die Einigkeit im Geiste durch das Band des Friedens“ Predij Nach dem Schlußgesange begaben sich der K. Kommissar l die Abgeordneten in den Staͤndesaal, wo die Verhandlung stattfanden. Nach einigen Stunden verließen sie den Sagl h. kehrten bald darauf nach dem Schlosse zuruck, um dem inn, beizuwohnen. Als dieses um 8 Uhr beendigt und die Stadt nun lich erleuchtet war, versammelten sich Hunderte von Menst meistens aus den gebildeten Staͤnden, auf dem Martie Msi¶ gen von da zum Koͤniglichen Palais, wo sie durch eine . tion, an deren Spitze der Hoͤchsten-Gerichts-Advokat Guld ö sich befand, den Koͤnigl. Kommissar und den Praͤsidenten Versammlung einluden, zum Volke herauszutręten, ö. Freude uͤber das Fest aussprechen wolle. Nach einigen eint z den Worten brachte Herr Guldberg ein „Lebehoch!“ fuͤr den Kommissar, die Versammlung und beren Praͤsidenten aus,
unn Der Praͤsident dankte im Namen der Versammlung gin ,
. vom Volke mit Begeisterung aufgenommen ward; so gzuch bij
Paln
ür mit Ruͤhrung von dem Vertrauen sprach,
lebe der Koͤnig!“ das nun der Königl. Kommissar ausbrachte, un das Koͤnig und, ol ihm bewiesen, dessen er sich wuͤrdig zu machen wuͤnschte; frauf die Versammelten voll der erhebendsten Empfindungen zeinand ergingen. Der Altonaische Merkurius giebt nach einem Schrei— aus Ißehoe vom 2ten d. M. die erfreuliche Nachricht, z der Zustans des Herrn Probst Horns nicht gesaͤhrlich ist, h . Morzen jenes Tages seine Ruͤckreise nach Kiel ange— fen hat. Folgendes sind, laut dem amtlich von der Co llegial—⸗Zei— Ing mttgetheilten Budget, die Einnahmen und Ausgaben des dinischen Staates, die wir bereits im Wesentlichen mitgetheilt: nnahme. 1 Dänische Provinzen. Land-Steuer (nach säldation der 6 Banthaft-Zinsen von Laͤndereien und Zehn, nin Dänemart, so wie nach Abzug des durch die Verordnung on 25. Mai d. Jm bewilligten Nachlasses) mit Einschluß der hira Auflage laut Verordnüng vom 12. Jan. 1827, so wie Fon— ge⸗Steurr und Marsch-Gelder S. Nbt. 2,022,000, Haus— Diener 322, 000, Zoll- Und Consumtions⸗Intraden, nach Ab— sg dr laufenden Ausgaben, 2800, 09, Rang-, und Pro⸗ „Steuer 59,000, Stempelpapier- und Kartenstempelungs⸗ hnraden 22, 90), Abgabe von Erbgut und uͤbertragenem hentfßum 167,990, Departements, und Gerichts-Spor— n 162, 0060, Koͤnigliche Erdbuchs-, Verpachtungs- und bist-Intraden, und an Intraden von Königlichem Eigen— hun, insofern sie nicht zu den Aktivis gehören, welche zur Ver⸗ srsung und. Abbezahlung der Stagrs- Schuld hestimàmt sind, Ft, ohün, Zahlen-Lotto 226,909, Klassen-Lotto 40,360, verschiedene suraden 5ÿ, 99h. (Zusammen S. Rbt. 6,193,096.) 2. Die herzogthümer Schleswig und Holstein. Conteibution, mndsteuer und Magazm- Praͤstanda, nach Abzug der durch die hlcate vom 3. Juni d. J. bewilligten Nachlasse S. Rbt. A, 000, Haussteuer 129,909, Zoll-Intraden nach Abzug der uifenden Ausgaben 712, 060, Extrasteuer und Rangsteuer, so wie kihmmensteuer von den Bedienungen 04,000, Stempeipapier— Mhhwden 135,099, Abgaben von Erbgut und uͤbertragenem Eigen⸗ Hine 93, 00, Departements und Gerichts-Sporteln 33,009, K. sohuchs⸗, Verpachtungs- und Forst-Intraden, so wie an Ein— bmmen von K. Eigenthum 1,3315, 69060, Zahlen Lotto 159, 000, Klassen— ztto 5006, verschiedene Einnahmen 12,909. (Zusammen S. Rbt. 37,090. 3. Ueberschuß vom Herzogthum Lauenburg S. bt. 190,000. 4. Zinsen von Koͤnigl. Aktiven 410, 090. 3. Ab— sige von denselben 1,059, 0900. 6. Westindische Revenuen 50, 06h. Deresunds-Zoll 1,803, 000). Summe der ganzen Einnahme H. Rot. 13,945,900. — Ausgaben. Deputate und Apanagen s Königl. Hauses S. Rbt. 22,000. Sr. Maj. Privat- und hatull-Kasse 197,00, verschiedene Ausgaben des Koͤnigl. Hauses
ö0M,OhlC, der Geheime-Staatsrath 12, 6900, Beamte bei den Ju ⸗
Ei Kollegien bisher 270,000, fuͤr das Jahr 1835 in Betreff der tuen Dikasterien in den Herzogthuͤmern 66,0060 us. 336,609), Beamte bei dem Kamera! und Finanz-Departemnent 56s, 9h. Beamte bei dem Departement der auswaͤrtigen Angelegenheiten 2Woh0, andere Ausgaben bei dem erwahnten Departement nd bei der Afrikanischen Konsulat-Direction 150, 000, See⸗Mi—⸗ Utzit⸗tat; Stehender Fonds S. Rbt. L000, 009, extraordinair 1600, Natural-Prästationen 63,000. (Zus. S. Rbt. 1.203, 000.) afen⸗ und Fluß⸗Reinigungswesen S. Rht. 45,0909. Land⸗Mili⸗ fair ⸗Etat.! Stehender Fonds S. Rht⸗ 1,978,000, Douceur⸗Gel⸗ fir die Land⸗Soldaten 100,969, Natural⸗Praͤstationen 327, 600, hteiten bei Gebäuden und Festüngen 72,000, verschiedene Aus Ren 175,900. (Zus. S. Rbt. 2,652,909.) Zinsen der Staagts— schd S. Rbt. 4,775,099), bestimmter Kapital— Abtrag 9651, 000. Fi S. Rbt. 5,736,060.) Unterhaltung der offentlichen Ge— hide und Gärten S. Rbt. ze7, 600, Vollendung des Schlos⸗ ki Christiansburg 16,0900, Universität in Kiel, oͤffentliche Diblotheken, gelehrte Gesellschaften, Museen, Grade Messun⸗ gen, wissenschaftlicher Fonds, Anschaffungen in literarischer nder grristischer. Hinsicht 182,09, geineinnuͤtzige Privat⸗Stiftun⸗ gen 16,0, verschiedene Reise-Unterstuͤtzungen 15, 009, Theater zh, Hof und Stall⸗-Etat, mit Einschluß der Gagen, 3823, 000, Nechisite bei den Comtoiren der Cioil⸗DSepartements 67,060, ver— Hidene geringere Ausgaben der Civil-Kollgien 30, 909, Straf⸗ Anstalten, Gesundheits-Polizei 38,966, Industrie- und Fabrik⸗ wen 35, 00, Handels, und Konfulat-Ausgaben 12,000, West— hien zu, 0h0, Ostindien und Guinea 8h, 000 zusammen 119, 000), Gtnland und Island 21,090, Honorare und Gratificationen an (öl- und Militair-Beamte, Gelehrte und Kuͤnstler 193,000, Gaben an Wittwen, Pensionisten und Kinder der Beamten ghshb, Kopenhagens Armenwesen, Hospitaäͤler, milde Stiftun⸗ En U. s. w. 111,009, Wartegelder und Pensionen auf der abnehmenden Pensions-Liste der Finanz ⸗Kasse (welche n Jahre 1817 war Soh, 0b Rbt.) 416,00, allgemeine Pinstons, Kasse (welche, außer der Verwaltung der Finanzen, ihre uͤbrige Einnahme von dem Ueberschuͤsse der Post-Intraden Und von ihrem eigenen Fonds in Staats⸗Papieren hat) 100,009, Matritulirung in Danemark 109,909, Gestuͤtwesen 23, 000, Ka— nal, und Feuerwesen 42,900, Pécto fuͤr Versendungen in Ko niglihen Diensten mit der Fracht⸗Post 32, 000, jaͤhrlicher Beitrag, In die allemeine Wittwen-Kasse in den Stand zu setzen, die hensionen in den Herzogthuͤmern mit demselben reellen Belaufe, z der der Verordnung vom 5. Januar 1813, auszubezahlen ohh, Unkesten in Betreff der Stande⸗Versammlungen 41,90, welche doch spaͤter durch Repartitionen der Finanzen erstattet werden sollen, unvorherzusehende Ausgaben 106, 000. Zusammen S. Rbt. 14, 2866, 066.
Deutsch land.
u Neu, Strelitz, 6. Okt. Einer vom 21 sten v. M. dat 'r en audetherrlichen Verordnung zufolge, haben sich Sc. K. H. der roßherzog veranlaßt gefunden, „nicht nur die Verfertigung und ank det ung von Schieß gewehren jeder Art uberhaupt, sondern auch sonderheit die Verfirtigung neuer Percussions⸗ Gewehre, oder die ung. anderer Gewehre in solche, auf dem platten Lande . hiesigen Herzogthums, und zwar bei Strafe von 16 — ) Pr. Eour. oder verhaͤltnißmaͤßiger Leibesstrafe fuͤr jeden 4 laventionsfall, hiermit und Kraft dieses, auf das ernstlichste
— under sagen und zu verbieten.“ . , m nrg. 5. Oßt. In diesen Tagen fand hier die zweite i, n ü des im vorigen Jahre gestifteten Vereins lung eutscher Schulmanner statt. Die allgemeine Versamm— mae , am Z3osten v. M. wurde durch Vortraͤge der ue 9. Gegenstaͤnde eröffnet, denen alsdann Diskussionen M . astlich (philosophische) Materien folgten. Am 1sten tionen . die Mitglieder zur Berathung in einzelnen Sec— me Anmen, deren eine fuͤr Religion und Philosophie, eine mathematik und Naturwissenschaft, die zahlreichste aber fuͤr panne destimmt war, und am Ften wurde die Echluß Ver, 1 in welcher die Interessen des Vereins im
besprochen und zum Versammlungsort fuͤr das naͤchste
1141
Jahr Braunschweig ausersehen wurde. Ausfuͤhrliche Mitthei⸗ lungen über die Resultate der diesjährigen Zusammenkuͤnfte wer⸗ den in kurzem durch dazu beauftragte Muͤglieder des Vereins, das Prototoll aber in einem demnaͤchst unter dem Titel: „Schul— blatt fuͤr Nord-Deutschland“ erscheinenden Blatte veroͤffentlicht werden. Die Zahl der Mitglieder betrug gh, worunter 8 aus Altong, 3 aus Braunschweig, 8 aus Luͤbeck, 38 aus Hamburg und die ubrigen aus Eutin, Flensburg, Gluͤckstadt, Harburg, , , Oldenburg, Parchim, Ratzeburg, Stade, Verden und Wismar.
Oesterreich.
Teplitz, 2. Okt. Gestern um 10 uhr fruͤh machten Ihre Majestaͤten mit Ihren erlauchten Gaͤsten in eilf sechsspaͤnnigen Wagen eine Spazierfahrt nach dem an der Elbe in einer herrli⸗/ en Gegend liegenden Graͤflich Thunschen Schlosse Tetschen. Eine Ehrenpforte aus grünem Reisig war auf jenem Punkte aufgestellt, und in allen Dorfschaften des romantischen Eule⸗ Thales, durch wesches sich die neue Straße zieht, war das Volk zahlreich versammelt, um Ihre Majestäten mit her lichem Lebehoch zu begruͤßen. Ueberall waren Musiken , Eine große Menge Bauern zu Pferde, und die Graͤflich Thunschen Jäger begleiteten die Allerhoöchsten Herrschaften. An der Ueberführ der Elbe war ein schön verziertes gedecktes Schiff fuͤr Hoͤchstoieselben vorbereitet. Die Elbe war mit Schiffen be— deckt, auf denen die Oesterreichischen Fahnen und Wimpel weh⸗ ten. An dem Tetschner Ufer selbst war eine schön verzierte Ehrenpferte mit zahllosen Faͤhnlein, Rudern und ? An— kern errichtet. Am anderen Ufer angelangt, verfuͤgten Sich Ihre Masestaͤten und die hohen Herrschaften theils zu Wagen, theils zu Fuße durch den Garten in das Schloß, wo Allerhoͤchst⸗ dieselben von der Graͤfin Thun auf das ehrerbietigste em, fangen wurden, besichtßten dort die Erzeugnisse der Tetschner Geschirr⸗ Fabrik und machten dann einen Spaziergang durch den ganzen Garten, von der herrlichsten Witterung beguͤnstigt. Hierauf ver⸗ faßten sic die Allerhoͤchsten und hohen Herrschaften zur Mittags⸗ Tafel. Nach Tische wurde neuerdings eine Prontenade durch den Garten bis zum Flusse vorgenommen, und die Ruͤckfahrt nach Teplitz unter den lautesten Segenswuͤnschen der durch den Besuch der Allerhoͤchsten Herrschaften hoͤchst begluͤckten Bewohner von Tetschen angetreten. — Abends wurde in dem Fuͤrstlichen Schloß Theater die Posse: „der Eulenspiegel“ aufgefuͤhrt und hierauf wieder eine glaͤnzende Reunion gehalten.
Wien, 2. Okt. Die Wiener Zeitung vom heutigen Tage theilt den Handels- und Schifffahrts-Traktat mit, der Un⸗ term 4. März d. J. zwischen der Kaiserl. Oesterreichischen und Koͤnigl. Griechischen Regierung zu Athen abgesch losfen worden ist. Der Traktat, der auf die Grundlage der Reciprocitaͤt und vollkommenen Rechts⸗Gleichheit gestuͤtzt ist, besteht aus 16 Arti— keln und hat die Auswechselung der Ratifications-Urkunden am 9. Sept. d. J. zu Wien stattgefunden. Ueber die Schifffahrt auf der Donau soll, dem Art. 17 zufolge, ein eigener Vertrag abgeschlossen werden.
Spanien.
„ Dle Münchener Zeitung berichtet von der Spa— nischen Gränze vom 21. Sept“: „Obwohl Franzoͤsische und Englische Blatter viel von der Grausamkeit, mit welcher Don Car⸗ los gegen die Miethlinge der Regentin Christine verfahren hätte, zu erzählen wissen, so konnen wir doch aus guter Quelle ver si⸗ chern, daß das Loos dieser Gefangenen von der Art war, wie es sich von der Menschlichkeit eines Fuͤrsten, der fuͤr sein gutes Recht und eine heilige Sache sicht, zu erwarten war. Wenn auf der einen Seite Uebertreibung und Grausamkeit nicht selten sind, so konnen doch selbst die Feinde der legitimen Sache nicht in Abrede stellen, daß Den Carlos seinen Gegnern in vielen Stuͤk— ken zum Muster dienen konnte. Eine Deutung, wie man sie von dein protestantischen England erwarten konnte, wurde der juͤngst im Karlistischen Heere vorgenommenen Weihe der Haupt— Standarte gegeben. Allein ist es auffallend, wenn eine Armee, von gluͤhender Phantasie und lebendigem Glaubens⸗ifer erfuͤllt, ihre, gerechte Sache durch einen Akt der Religion zu verstaͤrken sucht? Und hat nicht das protestantische England, wenn auch groͤßtentheils nicht mehr Sankt Georg, doch vielleicht einen an— deren Heiligen zum Patron?! — Wird auch der Sache des Don Carlos nicht der Sieg zu Theil, die Mit- und Nachwelt wird ein gerechtes Urtheil faͤllen. Selbst schon darin, daß ein geringes Haͤufchen treu Koͤniglich Gesinnter gegen eine zehnmal überlegenere Macht, die noch außerdem von aslen Seiten her un— terstützt wird, sich siegreich gehalten, beweist, daß in der Seele des Spaniers, trotz des reißenden Umschwunges, den die Dinge genommen, eine heilige Scheu, ein hohes Gefühl von Achtung fuͤr die Sache des zum Throne berechtigten Prinzen lebt; laͤngst schon würde Don Carlos vom Schauplätze haben abtreten muͤs⸗ sen. Die Worte „Moͤnchs⸗Herrschaft, Despotie, Verfinsterung sind nichts anderes, als die beliebten Wahlspräche einer Par⸗ tei, mit welchen dieselbe den Unbefangenen taͤuschen will. Im Voraus schon bemuͤht man sich, die Vorkehrungen Mendizabal's zu preisen, und manche nehmen keinen AÄn— stand, ihn als den Retter Spaniens zu erklären, während er doch bis jetzt noch nichts gethan, oder thun konnte, als sich fuͤr einen treuen Anhänger der Bewegung zu erkiäaͤren. Niemanden wird es mehr auffallen, daß Mendizabal, um dem Volke zu schmeicheln, erklärte, daß keine auswärtige Huͤlfe die Wirren in Spunten loͤsen sollte, da Frankreich und England jede direkte In⸗ tervention verweigert, und selbst Porrugal eine solche nicht ein- teten zu lassen gesinnt ist. Glaubt man durch hochtrabende Phrasen die Menge zu täuschen? Als man den Liberalen Spa⸗ niens wieder zum ersten Male den Namen „Mina“ genannt, wurden Gastmahler veranstaltet, man jubelte, daß nun die Feinde zu Boden geschmettert, daß die Freiheit (welche Jeden, der nicht gleicher Ansicht ist, zum Tode verdammt) gesiegt haͤtte, und Spanien neu geboren fich erhebe — Zumalacarreguy starb! — aber was ist aus den Lorbeern Mina's geworden? Eine Dornenkrone, die er vielleicht jetzt in eine „Buͤrgerkrone“ um— wandeln mochte. Mendizabal glaubt der Held zu seyn, der den vorwärts rasenden Loͤwen bändigt; aber er moͤge sich vorsehen, daß sich dieser nicht umkehre und ihn zerreiße.“
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Fnland.
Moeglin, 1. September 1835. Die Vortraͤge an der hit sigen Königlichen Akademse des Landbaues beginnen nicht wie zeither am J. Okt, sondern erst am 15ten desselben Monats. —
Die verschiedenen Gegenstaͤnde der Lehr⸗Vortraͤge zerfallen un⸗ ter folgende Lehrer: . . teh 1410
Landwirthschaftliche Gewerbslehre, allgemeine Vieh⸗ und Schaf⸗ zucht, auch Buchhaltung lehrt der Direktor der Akademie, der Lan= des⸗Dekonome⸗ Ratz A. P. Thaer in wöchentlich 12 Stunden bis zum 1. April. Theorie des Ackerbaues, spezlellen ickerhgu, Wiesen-
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kultur, Feldeintheilung, Anbau der verschiedenen Früchte, die Lehre von Aussaugung und Wiederersah des Boden eichthums, wie speziclle Viehgucht bis zum 15. August— ;
Die physikalischen Wissenschaften, Technologie und Botanik, lehrt mit steter Bezugnahme auf das landwirthschaftliche Gewerbe der Professor Koerte. Da derselbe von Hause aus praktischer Land⸗ wirth, jene Wissenschaften gruͤndlich studirte, um tiefer in die Theo⸗ rie seines Gewerbes ö und ie wissenschaftliche Begrün⸗ duna desselben zu verstehen, so ist er dadurch in den Stand gesetzt, eine gedrngte, und deshalb doch nicht ungründliche Uebersicht je⸗ ner ümfassenden Zweige des menschlichen Wiffenz, Behufs unseres hiesigen Zwecks, zu geben.
Thierheilkunde, zerfallend in eine Uebersicht der Anatomie und Physiologie, Diaͤtbettt des gesunden und kranken Thieres, der inate⸗ rin inedicy, allgemeine Pathologie und Therapie, wie Ebirurgie in der Ausdehnung, wie es die Zeit erlaubt, und in denjenigen Haupt⸗ zweigen, wie ihre Kenntniß dem gebildeten Landwirth bei der Wich⸗ tigkeit der Viehzucht für sein Gewerbe noͤthig sind, lehrt der Kreis⸗ Thierarzt Herr Kuers.
Focsiwirthschaft aber, wie sie dem größeren Gutsbesihher mehr und mehr nöͤthig wird, lehrt der He. Fintelmann. Er leitet die bo⸗ tanischen Excursionen, wobei ein 8ᷣkonßomisch- und forstbotgnischer Garten ihn unterstützen; auch wird er jedem einzelnen Schüler, auf dessen Verlangen, in selnen Studien unterstützend die Hand bieten Modell, mineralogische-, botanische⸗ technologische⸗ und alle an⸗ der? Sammlungen, wie das physikalische und technische Kabinet stehen unter seiner Leitung den Lernbegierigen zur Benützung offentz wie die Bibliothek unter der Leitung des Hecrn Neubert, nebst der e,, der Schaäfcrei allen offen liegt, und jene er⸗
at wird.
Der Wirtkschafts-Juspektor Herr Duͤvel giebt praktische An⸗ weisung uber Führung der doppelten (FItaliaͤnischen) Buchhaltung, und überhaupt Auskunft über Alles, was die Wirthschaften zu Moeglin und Alt-Gaul betrifft.
Letzteres eine Meile von hier gelegen, bietet als ganz neue Or- ganisation sehr reiche Gelegenheit, auf den verschiedensten Boden die angemessenen Meliorationen, als Mergeln, Anlagen von Wiesen⸗ Bewaͤsserungen auf ausgedehntem Terrain, Befestigung größerer Fla⸗ chen von Flugsand, praͤktisch ausführen zu schen, und in ihrem Er—⸗ solgen zu beobachten; wie sich daselbst auch ein nicht unbedeutender Bagger Torjslich, durch mit diesem Geschaͤfte ganz vertraute Arbei⸗ ter betrieben, befindet.
Der intensive Wirthschafts-Betrleb auf beiden Guͤtern (beide viel Eigenthümliches enthaltend) fowohl, als eine, durch erwuͤnschte Resulzate erfreuende Brennerei, Anlage von Berieselungs-Wiefen in Moeglin, nach gewerblichen Prinzivien buͤndig und Rreng ge⸗ sfuͤhrte doppelte Buchhaltung uͤber beide Guͤter, die eine detaillirte und zweckentsprechende Uebersicht in einandergreifend gewährt, geben ein belebtes und doch einfaches und klares Bild des landwirthschaft⸗ lichen Gewerbes, versinnlichen zugleich praktisch, was die Lehre den Gewerbsbeflissenen aufdeckt, wie sie Gelegenheit geben, durch An— schauung bethaͤtigt zu sehen, was jene als Ziel vorsteckt. ĩ
Eine zwanzigjaͤhrige, sehr ausgedehnte, und in verschiedenen
Laͤndern ausgeübte Praxis, stets durch Theorie geleitet, können el— nem Lehrer, der zugleich die Wirthschaften leitet, eine Sicherheit im Vortrage und Fuͤbrung des Ganzen geben, wie solche erforderlich is⸗ um wirksam an der Forderung, unserer Macht, Reichthum und Bildung im ausgedehntesten Maße steigenden Wissenschaften zu arbeiten. A. P. Thaer.
Im vorgestrigen Blatte der St. Zta. statt „um so mehr“; 3 v. u. „jene“ statt „aus zusaͤ en“ statt
Berichtigungen.
S. 1134, Sp. I, Z. 2 lies: „nur fehr“
im gestrigen Blatte S. 1135, Sp. 3, 3.
„jener“, und S. 1137, Sp. 1, 3. M5 „auszusinnen“.
Meteorologische Beobachtung.
Morgens Nachmittags Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
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1835.
Quellwärme 7,90 R. Fluß wärme 11,10 R. Bodenwärme 11,5 0 R. Ausdünstung G, 087“ Rh. Wind W. W. Niederschlag O, 009“ Rh. Wolkenzug . W. Nachtkaͤlte 620 R. Tages mittel: 33530“ Par.. i040 R.. 660 R.. 76 vét.
335,090“ Par. 336,63“ Par. 12.50 R. 10090 R. 7.89 R. 6,8 0 R. 69 oCt. 78 pCt. heiter. bezogen.
334,19 *“ Par. 790 R. 5.2 0 R.
S0 pCt. bezogen.
W.
Lufidruckã .... Lustwärme .. Thaupunkt .. Dunstsättigung Wetter
A uswürti ge Börsen. Amsterdam, 2. Oktober. Nieder wirkl, Schuld Sass. 530 do. 19115, 9. Ausg. Schuld Kuanz-kill. 217 16. AG Amort. Or'l,s. 216, 36) 7919. Russ. o8!2. Gesterr. 99s. Preuss. HPrim. - Scheine 1042,34. do. 4M, Anl. —. 5½ Span. 31/3. do. 30 1813, 6. Antwerpen, 1. Oktober. So. Span. 231,3. Zinsl. 1219. Cortes 27. Anl. 3314.
Coup. —. Neue London, 2. Oktoher.
Cons, 3 909!“ . Bel. 192. Span. Cortes Malu. OblI. v. 1831 39. Linss, 121,2. Ausg. 18152. 21½νυ Holl. 3. 59. do. 100. da ort. 873. do. 3 8733. Bräs. 85. Chili z. Columb. 321. Mex. 36.
Paris, 1. Oktober.
Fo Rente pr. compt. 108. 20. fin cour. 108. 58. 39,9 pr. (ompt. S. A0. tin cour. Sl. 538. Sc, Neup. pr. ompt. 96. 75. lin egur. 99. 5. 50, Span. Kente z21 . 309 do. 201. Ausg. Schuld 1326. .
St. Peters burg, 29. September.
Lend. 1095144. Amsterdam S214. Humburg 97.
Silber- Kub. 357.
oM, Met. 1022, Aul. 58138. 10,69 245
Paris 110,
Wien, 2. Oktober. . Mo 9956. Bank- Actien 1337. 42
Königliche Schauspiele.
Donnerstag, 8. Okt. Im Schauspielhause: Tasso's Tod.
Freitag, Okt. Im Opernhause: Als erste Vorstellung von Madame Amalie Masi, Saͤngerin der Theater zu RNeape und London: Mehrere Scenen in Italiaͤnischer Sprache aus der Oper: Der Barbier von Sevilla, von Rossini. (Mad. Masi; Rosine, welche auch die Arie:; „la Biondina“ mit Variationen vortragen wird. Hierauf: Joseph in Aegypten.
Im Schauspielhause: Pour le premier début de Mr. Tallot dans emploi des amoureux: 1) La HDusazon. 2) L'hérilière. 3) La france pittoresque. (Dans la premiere piece Mr. Tallot remplira le röle 6 et dans la seconde celui de Gustave.) —
Köoͤnigstädtisches Theater.
Donnerstag, 8. Okt, Die Goldgrotte des Geisterbanners oder: Noch einmal jung romantisch, komisches Original Zauber; spiel mit Gesang in 2 Akten, von J. E. Gulden. Mustk von Franz Edlen von Marinelli.
Freitag, 9. Okt. Hinko⸗ der Stadtschultheißen/ Sohn von Nuͤrnberg, Schauspiel in 5 Akten, mit einem Vorspiel: „Der juͤngere Sohn“, von Charlotte Birch⸗ Pfeiffer. (Mad. S Hun vom Stadttheater zu Danzig: Margaretha Volkner, als Gaffr ile ʒ
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Gedruckt bei A. W. Hayn.