sollte. Wer hat mir dies gesagt? Das Volk von En Das Volt von Schottland sagte agg und das . . ir nr , (Gelachter und Beifall. Sle müͤssen sich ruhig, aber energisch dem Volk von England und Schottland anschließen, welches mit euden den festen und friedfertigen Kampf um die Erlangung einer Reform des Oberhauses mitmachen wird. C Großer Beifall. Ich will kelne Reform der Krane, denn die Ptäͤrsgäattve der KronC ist nützlich und kann Niemanden schaden, da der Mlnister fär die Hand⸗ ungen des Königs verantwortlich ist. Mit dem Oberhause aber seht die Sache anders, und es wird unmöglich seyn, die Reform desselben zu verhindern, wenn sie ruhig verfolgt wird. Wir haben einen festen Thurm an den Miniffern des Königs, die in allem Nuͤtz⸗ ichen mit uns sind, und die folglich in dem Volke eine Stütze fin. den werden. Stehen wir so in Reihe und Glied, so können die Drangisten Irland nicht mehr befehden.“
Hr. Bowring ist von Schottland hierher zuruͤckgekehrt.
ö. Um dem abermaligen Geldmangel abzuhelfen, hat sich die Dant aufs neue zu Vorschuͤssen auf Staats, Papiere bis zum 2bsten d. M. und zwar zu 3 pt. Zins erboten.
. SKürzlich ist wiederum ein Schiff, diesmal ein Britisches, die „Margaret“ aus Liverpool, gefuͤhrt vom Capitain Highfield, beim Durchfahren durch die Straße von Gibraltar von Ser Spa— nischen Insel Tarifa aus scharf beschossen worden, weil es die et zu beobachtenden Förmlichkeiten, wahrscheinlich aus Un— kenntniß, unterließ.
Zur Sicherung der Communieation mit 9stindien uͤber Aegyp— ten vernüittelst der Dampfschifffahrt werden jetzt, zwar nicht vom Host- Amte, aber von der Gstindischen Compagnie und Herrn 2 rn. * ; ; . Wahren, ie uöthigen Anstalten getroffen, und es sollen zwei neue Domnpfschiffe zu diesem Zweck angeschafft werden.
er Baron Haber, als Finanz-Agent des Don Carlos be— kart, ist in der letzten Nacht plotzlich nach dem Kontinent ab— gereist, worin ,. , etwas Wichtiges suchen; der Cou— rier meint, seine Abreise stehe mit den letzten Ereigni in Spa⸗ nien in Verbindung. ö. ö 5 Die Morning Post will erfahren haben, daß Madame Dasta wahrscheinlich nie mehr singen werde, weil sie an einem . welches allen Bemuͤhungen der geschicktesten Aerzte — .
Nachrichten aus Vandiemensland zufolge, hat dort der Handel gegen das vorige Jahr bedeutend zugenommen; in dem diessaͤhrigen mit dem 3. April ablaufenden Finanz-Quartal be—⸗ trug die Einfuhr 121,06 Pfd. und die Ausfußr von Hobart— town Sa, Pfund an Werth. Die Lebensmittel standen aber in sehr hohem Preise, was die aͤrmere Klasse schwer empfand.
Die neue Kolonie am Schwanenflusse hat gedeihlichen Fort— gang, und die Kolonisten haben sich bereits versammelt, um ihr Selbsthesteuerungs-Recht in Anspruch zu nehmen und eine Charte zu verlangen. Auch haben sie sich uͤber die Unterhaltung einer bewaffneten Polizei beschwert und verlangen die Errichtung einer ö ni, die von der Australischen Bank zu London abhäͤn— gen solt.
Laut Nachrichten aus Rio Janeiro vom 30. Juli uͤber
Guernsey versprach dort die Aerndte den doppelten Ertrag gegen das vorige Jahr.
Nieder lande.
m sterd am, 3. Okt. Am vorigen Sonnabend war es ain eigen Fonds- Markte mit allen Spanischen Staats- Papieren merklich angenehssler als Tages vorher; diefe Stimmang behauptete sich auch noch äm verwichenen Viontag, doch später glugen wieder niehr gr „totirungen von Paris ein, man wollte daselbst höͤchst beunru „igende Nachrichten aus Madrid erhalten haben, und so waniten die Course wieber auf alte Weise und endigten mit einem ert,eplichen Fall; es scheint jedoch, daß die auf außergewohnlichem Wege erhaltenen schlimmen Nachrichten durch die spaͤteren Berichte nicht vollkommen bestäͤtigt wurden; dies wird we⸗— nigstens als die Ursache betrachtet, weshalb die Course sich gestern wieder einigermaßen erholten. Die Preis- Abwechse⸗— lungen waren wie folgt: 3 proc. Perpetuelle hatten den hoͤchsten Stand auf 3215 fielen nacheinander bis auf 297 und blieben gestern 313 pCt.; Cortes⸗ Obligationen 3153, 2 *½ und 25 pCt, Deren Coupons 20199, 17“ und 18 ½ pCt.; verschovene Schuld 111, 131 und 1273 pCt.; Obligationen bei Ardoin u. Comp. AI A HM, 38 à 39 und 39 ½ 40“ pCt. — Das letzte Weichen machte auch auf Holläͤndische Integrale und Kanzbillets, die sich bis dahin vei ziemlich festen Preisen erhalten hatten, einen un— gänstigen Eindruck, welcher gestern nur zum Theil wieder verwischt wurde; Integrale hatten 31! * erreicht, waren vorgestern zu 34!“ zu haben und stelten sich gestern auf A7 bPCt. — Kanz Billets 21“ Fl., spaͤter 241“ und 24*3 Fl. Fuͤr zprocentige wirkliche Schuld hat anbaltend eine wäßige Frage stattgefunden, weshalb der Cours derselben sich nicht bloß behauptete, sondern gestern selbst bis 191133 pCt. stieg. Actien der Handels-Gesell—⸗ schaft haben ebenfalls im Preise gewechselt; es wurden mehrere des bedeutenden Gewinnes wegen realisirt, wodurch dieselben von 114351 auf 1146 pCt. zuruͤckgingen; der besonders günstige Ab— lauf der vorgestern abgehaltenen Auction von 123,900 Ballen Japa⸗Kaffee hat den Ceurs der Actien aber wieder bis 1123 pCt. heraufgebracht. Russische 6procentige Inseriptio nen erhielten sich bei unbedeutendem Umsatz auf 690 pCt. Die im vori— gen Berichte erwähnte Versvosung der Hopeschen Certifikate auf die KEte Serie der 5 proc. Inseriytionen in Silber Rubel, hat diese Woche stattgefunden; der Eours der nicht ausgeloosten Certifi— kate hat sich danach bis 9s! pCt. gehoben. Wiener Metalliques schwankten zwischen 991 und 3 bei nicht erheblichem Geschaft. Süd⸗Amerikanische Obligationen waren flau und ausgeboten. Der Geldevurs zieht an; es sind bei Leih⸗Geschaͤften schon 3 und pCt. angelegt; Diskonto steht 2 pCt.
Im Getraide⸗Handel hat ein Hoͤnigl. Beschluß vom 29. v. M. große Sensalion erregt. Es muß naͤmlich nach dem Tage dieses Be⸗ schlusses, wegen beabsichtigter Erhöhung der Eingangszoͤlle, von den vom Ausland in die Niederlande eingeführt und in Consumtion gebracht werdenden Weizen, Roggen, Buchweizen, Gerste und Hafer, außer Entrichtung der bisherigen Eingangs-Zoͤlle, auch noch eine Cau— tion gestellt werden für die bei naͤchster General-Staaten⸗Versamm— lung in Vorschlag zu bringende Erhöhung derselben und zwar zu folgenden Betraͤgen: §t. 6. . von Weizen 2 22 pr. Muͤdde, gleich 66 60 pr. Last
„Buchweizenu. ‚oggen — S1 5 — x 24 30 * , 6 r ste 58 5 93 9 17 A0 * 90 . Hafer . 66 1 3. * 19 80 2 * Obgleich man schon laͤngere Zeit vermuthete, daß Maßregeln zum Aufhelfen des sehr gedruckten inlaͤndischen Ackerbaues hevorstaͤnden, erwartete man doch kein so plötzliches Erscheinen und unverzuͤgli⸗ ches Inswerksetzen derselben. Diesem zufolge, hat am gestrigen Ge— traide⸗Markt eine Preis-⸗Verbesserung von circa 20 Fl. pr. Last fuͤr Weljen, und von 12 à 14 51. fuͤr Roggen stattgefünden. Gerste wurde höher gehalten, doch blieb sie ohne Umsatz, eben so wie Ha— fer. Dagegen sind in Welzen und Roggen bedeutende Partieen ver— handelt zu nachstehenden Preisen: Polnischer 130p5und, wejßbunter Weizen 2335 Fl., 139pfͤnd. geringer dito 222 und 225 Fl., 128pfuͤnd. dit? 220, 222 228 Fl., 128. i29pfünd. Pommerscher 189 Fl., 1316fünd, dito 188 Fla, 128pfünd. Anklamer 178 Fl., 133pfuͤnd. Ro—⸗ stocker 191 Fl., Preußischer 1219fuͤnd. Roggen bet Kleinigkeiten 165 Fl., 123bfünd Pommerscher dito bei großen Pagrtieen 157 Fl. 12195 ünd. Mecklenvurger 118 Fl., 123pfuͤnd. Muͤnsterscher Roggen 10 Fl., 1z3pfüntd, Yheinischer Jz0 Fi, 13269fünd, neuer inlaͤndi⸗
schtr 150 Fl.
1144 Schweden und Norwegen.
Stockholm, 2. Okt. Se. Maj. der Konig haben den Chef des Norwegischen Generalstabes, General Stabell, zum Ritter des Seraphimen-Ordens und den ersten Hof-⸗Marschall, Freiherrn Karl von Wedel-Jarlsberg, zum Commandeur und Großkreuz des Schwerdt⸗Ordens ernannt.
Der Königl. Kammerherr und ehemalige Gesandte, Herr E. G. von Brinckmann, hat der Universitaͤt Upsala angezeigt, daß derselben nach seinem Tode seine aus 17 — 18,000 Baͤn— den bestehende reichhaltige Bibliothek zufallen wuͤrde.
Hiesigen Blättern zufolge, will Paganini im naͤchsten Win— ter nach St. Petersburg und dann auch nach Stockholm kommen.
Christiania, 29. Sept. Vorgestern beehrten Se. Maj. ein großes Mittagsmahl, welches die Einwohner von Christiania im Lokale der Buͤrgerschule veranstaltet hatten, mit ihrer Gegen⸗ wart. Außer den, bei solchem Anlasse gewohnlichen Gesundhei— ten, worunter die des Königs und der Koͤnigin mit Gesaͤngen begleitet wurden, gefiel es auch dem Koͤnige, einen Toast auf das Andenken Christians JV. auszubringen, der sich vor 200 Jahren gerade um diese Zeit hier befand und mit eigener Hand Haus— plätze abtheilte. Abends war Soiré, die auch mit der Gegen— wart der Koͤnigin beehrt ward. Ihre Majestäten wurden bei Ihrer Ankunft mit einem Gesange begruͤßt. Die ganze Stadt war erleuchtet und das auf den Straßen zahlreich versammelte Volk begleitete das Königliche Paar, wo es sich sehen ließ, mit
seinem Jubel.
Dänemark.
Kopenhagen, 2. Oktbr. Die Daͤnische Provinzial⸗Staͤnde⸗ Versammlung wurde (wie gestern erwahnt) in ihrem Sitzungs- Saale von dem Koͤnigl. Commissair Oersted durch eine Rede eroffnet, worauf man zur Verification der Vollmachten schritt. Nur gegen zwei Deputirte wurden Einspruͤche erhoben, naͤmlich gegen den von den groͤßeren Gutsbesitzern gewählten Grafen Danneskjold⸗Samsoͤe, weil er selbst kein Gut besitzt, sondern nur in Gemeinschaft mit seiner Mutter, die als Dame selbst nicht waͤhlbar ist, und daher vermeintlich auch eine solche Qualisication nicht an einen Mitbesitzer übertragen koͤnne, und gegen den eben— falls von den Gutsbesitzern gewahlten Baron Rosenoͤrn-Lehn, weil er nicht selbst Besitzer, sondern nur Vorstand des seiner Frau gehörigen Lehnguts sey. Besonders die Wahl des Letztern ward von mehreren Seiten, namentlich vom Prokurator Haagen, lebhaft angefochten, indessen beiden betreffenden Personen bei der Abstimmung der Zutritt zugestanden. Alle uͤbrigen formellen Fragen, namentlich uber die Abfassung der Wahl-Listen, wur— den bis nach der Constituirung des Buͤreaus ausgesetzt, worauf der Alters-Praͤsident Rasmussen den Vorsitz übernahm. Bei der Praͤsidentenwahl waren die Stimmen fast ausschließlich zwischen dem Vertreter der Kopenhagener Umwersitäͤt, Professor Sch ou (spr. Ska u) (der statt des erkrankten Konferenzrathes Schlegel dazu ernannt war) und dem Deputirten Kopenhagens, dem Bank-Direktor Hvidt, getheilt. Ersterer ward Praͤsident, und übernahm dies Ehrenamt mit einer Rede, der Zweite bei der darauf folgenden Abstimmung Vice-Präͤsident. Zu Secretai— ren wurden darauf der Prokurator Rye aus Nestved und der Amts-Verwalter Poulsen aus Sordöe; zu Redacteuren des Land— tagsblattes die beiden Deputirten Kopenhagens, Kanzlei⸗Secretair Algreen⸗Ussing und Professor Bang ernannt. Am Schlusse ward noch ein Comité zur Entwerfung einer Dank-Adresse an den Koͤ—⸗ nig erwählt, bestehend aus dem Bischof Mynster, dem Etatsrath Hpidt und dem Professor Bang, welche wiederum den Ersteren zum Berichterstatter wählte. Die Adresse ist heute um 12 Uhr den Staͤnden vorgelegt worden.
Deutschland.
— — Dresden, 5. Okt. Ihre Koͤniglichen Heheiten, der Prinz Johann nebst Gemahlin, sind gestern Abend von der am 2ten d. nach Teplitz unternommenen Reise wieder hier angekom— men. Sowohl der Prinz selbst, als Se. Koͤnigliche Hoheit der Prinz Albert und der Geheime⸗Rath von Langenn sind von den beim Herunterfahren von der Festung Koͤnigstein am 22sten v. M. erhaltenen unbedeutenden Kontusionen (s. Nr. 276 der St. Ztg.) ganzlich wiederhergestellt; eben so besindet sich der Postillon, der sich bei dieser Gelegenheit mit vieler Geistesgegenwart benommen, aber schwer verletzt wurde, auf dem Wege der Besserung. Se. Koͤnigliche Hoheit der Prinz Johann haben angeordnet, daß auf das Beste fuͤr seine Wiederherstellung und Verpflegung ge— sorgt werde, lassen sich auch taglich nach dessen Befinden erkun— digen. — Se. Koͤnigliche Hoheit der Prinz Karl von- Bayern ist gestern Abend von Teplitz hier eingetroffen, und im Hotel de Pologne abgestiegen.
duünchen, 29. Sept. (Schw. Merk.) Se. Maj. der Koͤnig wird den 2. Okt. von Berchtesgaden hier eintreffen. Un— sere Oktober⸗Feste beginnen den 4. Okt.ͥ, an welchem Tage die Preise⸗-Vertheilung an die Landwirthe, das erste Pferderennen und der Aufzug der laͤndlichen Festwagen stattfindet. Die The— resienwiese wurde mit dem Anfange dieser Woche geoͤffnet, und es geht dort schon sehr lustig zu in den hölzernen Gassen. Die meisten Wirthe haben diesmal dort auch Tanzboden eingerichket. Die Errichtung von Tribunen hat der Magistrat in Anspruch genommen und zwar zum Besten der Armen, denen auch die Ertraͤgnisse des dort aufgestellten Gluͤckhafens, wo unter tausend Hanswursten ein Treffer ist, bestimmt sind. Noch nie erinnert man sich hier einer so großen Menge von Fremden. Es sind hier nahe an 10,060 Englaͤnder, Franzosen und Italiaͤner. In
diesen Tagen stroͤmen die Fremden aus verschiedenen Deutschen
Staaten und aus unseren Provinzen herbei, so daß sich die Zahl der Gaͤste bis zum Beginn des Festes sicher auf , 900 belaufen duͤrfte. In diesen letzten Tagen waren die prachtoollen Saͤle des nun vollendeten Koͤnigsbaues, in welchen bereits die Moͤbel aufgestellt werden, dem Publikum zum letztenmal geöffnet. Von den sechs Großbauten des Koͤnigs, welche kurzlich unter Dach gebracht wurden, werden jetzt die (später wieder aufzurichtenden) Geruͤste entfernt. Unser Magistrat scheut keine Kosten, um den Glanz der Feste vollstandig zu machen; er willigte selbst in die uͤberspanntesten Forderungen von Personen, die dazu beitragen koͤnnen. Nach dem Lufischiffer Reichhardt und dem Walzer— Komponisten Strauß waren Estaffetten geschickt worden. Der Erstere ist heute mit seiner Tochter hier eingetroffen, der Letztere wird jeden Augenblick mit Sehnsucht erwartet.
Muͤnchen, 3. Okt. Der Ober⸗Stallmeister Freiherr von Kef⸗ ling ist am 1. Okt. von Teplitz wieder in Muͤnchen angekommen. Am naͤmlichen Tage langte auch Se. Durchl. der Feldmarschall Fuͤrst Wrede an. Am Koͤnigl. Hofe war Familien-Tafel, an welcher Ihre Kaiserl. Hoheit die Großfuͤrstin Helena Theil nahm.
Stuttgart, 4. Okt. Der neugeborne Sohn des Erbprin—⸗
zen von Hohenzollern⸗Sigmaringen hat in der heiligen Taufe
kum bereits die Erscheinung des Deutsch-Ungarischen The , Taschen-⸗Woͤrterbuchs verdankt, als Vorlaͤufer ihrer 1 ren, sehnlich erwarteten Bestrebungen ur haute r ung nn
9 Namen Leopold Stephan Karl Anton Gustav Eduard Thas erhalten. Die Landes⸗Deputation von Hohenzollern⸗Hechingen, zu
Hegrundung des grammatischen Faches, wodurch dem nur zur sprach⸗Verwirrung fuͤhrenden Hange nach weit hergeholten, will⸗ rlich gebildeten Neologismen Schranken gesetzt werden sollen,
das Land zwoͤlf Abgeordnete erwaͤhlt hat, ist auf den 12ten d. Wurden mehrere Aufsatze historischen und belletristischen Inhalts
einberufen worden.
Karlsruhe, 2. Okt. Der Königl. Franzoͤsische Minist— Resident am Großherzogl. Hofe, Herr Graf von Mornay, han
am 2sten v. M. die Ehre, Sr. Koöͤnigl. Hoheit dem Groß zog in einer feierlichen Audienz sein Abberufungs-Schreiben
ͤrgelesen, von dem ehrwürdigen Veteran der Ungarischen Natur— sscher, dem Königl. Nathe Johann v. Deresenyt, Proben ver— sedener in Ungarn bisher hoch nicht aufgefundener Metalle gezeigt, worunter sich auch Spuren von Platina befinden; nn von dem Grafen Joseph v. Dessoͤffy eine durch die lebendigste
überreichen, und hat gestern die Ruͤckreise nach Paris angetren uarstellungsgabe und wahre Humoristik austegeichnete Gedaͤcht⸗
Frankfurt a. M., 1. Okt. Unsere gesetzgebende
sammlung beschästigt sich fortwährend mit der Berathung ih
die Zinsen-⸗Reduction unserer Staats-Schuld. So ist in gestrigen Sitzung mit einer Stimmen Mehrheit von 41 go tz beschlossen worden, daß das neue Anlehen auch zu 3 statt zu 3!“ pCt., gemacht werden koͤnne, wenn nicht dur läͤstige Bedingungen die dadurch herbeigeführte Ersparniß ih sehr verkuͤmmert, und sonach ein wirklicher Vortheil auch fir Gegenwart erzielt wird. Da viele Personen gegen die Sn setzung des 3nsfußes auf 3 pCt. aus manchen, allerdings herzigenden Gruͤnden sich erklaͤren, so war die Diskussionß belebt, und, wie man hort, duͤrfte man es sehr beklagen, dieselbe nicht zur oͤffentlichen Kenntniß gelangen kann, da beiden Seiten mit vielem Scharfsinne und mit bedeutendem; lente fuͤr die betreffende Ansicht gesprochen wurde. Wien vernimmt, liegen jetzt noch etwa zehn Punkte von minderer deutung zur Eroͤrterung vor, worunter der, auf welche das Anlehen am zweckmäßigsten abgeschlossen werden dürfte, ob die Staats-Behoͤrde selbst dasselbe machen, oder sich der! mittelung Dritter bedienen solle, am meisten ins Auge g werden durfte.
Seit dem 10ten v. M. ist zwischen den zu hiesiger i Stadt gehorenden Ortschaften Bonames, Dertelweil, NM) erlenbach und Niederursel und den Hessischen Besitzunyg voͤllig freier Verkehr fuͤr alle Erzeugnisse des Bodens ust Orte eingetreten, wogegen aber auch von diesem Zeitpunzn, von allen in diese Orte eingefuͤhrt werdenden auslaͤndischen, in dem Vereins-Staate nicht erzeugten Produkten der Venn Zoll entrichtet werden muß.
De st err ei ch
— — Teplitz, 3. Okt. Gestern stellte sich das den men „Kaiser Nikolaus“ führende Kaiserlich Oesterreichischeh saren⸗Regiment in der Gegend von Kulm auf. Um 16 1h schienen die drei verbuͤndeten Monarchen mit den uͤbrigen ch Herrschaften; Se. Majestaͤt der Kaiser von Rußland, in n Obersten-Uniform Ihres Regiments, stellten sich zu Pfemde die Spitze desselben, kommandirten persoͤnlich einige Ucbumn und fuhrten sodann das Regiment erst in Zuͤgen, dann in g
sRede auf das verstorbene Ehren-Mitglied, Freiherrn Vincenz Berzewitzy, unter dem lautesten Beifalle vorgetragen. Lebhaf— Jiteresse erregten auch mehrere Mittheilungen uͤber unseren 5 Asiatischen Sprachforscher beruͤhmten Landsmann Alexander sona v. Körss, in deren letzter, vom 29. Januar d. J., der bicretair der Asiatischen Gesellschaft zu Kalkutta, dem Gesell— hafts⸗Mitsliede Gabriel Dobrentei die bereits nach Europa abge— ngene Sendung von 36 fuͤr sein Vaterland bestimmten Exem— lͤten der von Csoma's rastlosem Fleiße zu Stande gebrachten uͤbetanischen Sprachlehre nebst Woͤrterbuch ankuͤndigt. Zum Fchlusse wurde uber dir Vertheilung der im Jahre 1833 und öl ausgesetzten Preise Nachricht gegeben, uns fuͤr 1835 ein seuer Preis von je hundert Dukaten fär die besten Abhandlun— n über den Zustand der Gewerbe und des Handels Üngarns fer der Epoche seines Arpadischen Koͤnigsstaͤnimes, und uͤber se Anwendung der Lehren der hoheren Analysis auf die techni— chen Wissenschaften bekannt gemacht. Ein glaͤnzendes Mahl von g Gedecken, durch den um sein Vaterland so hochverdienten Gra— n Stephan Szcséni in dem schoͤnen Lokals des hiesigen Ka— nos veranstaltet und durch geistreiche Teasts gewuͤrzt, beschloß as fuͤr den Fortgang unserer wissenschaftlichen Bildung in jeder hinsicht erfreuliche Fest.
Schweiz.
Zurich, 29. Sept. Der hiesige große Rath hat den Ent—
urf eines Straf-Gesetzbuches, der ihm vorgelegt worden war,
sngenomme . Der Antrag eines Mitglieds (Zehnder), das
käschaffun, der Todesstrafe aus psychologischen, moralischen,
hsischen und rechtlichen Gruͤnden verlangte, fand zwar uͤberall
Ehmpat ie, aber doch nicht hinreichend, um durchzugehen. Die
Hinrich ang wird kuͤnftig durch das Fallbeil (Guillotine) geschehen. Te Regierung von Bern ist gegenwartig im Streit mit
er (4tadt, weil dieser bei der Theilung des Staats- und des Ste guts (Dotatton der Stadt) nicht so viel Vermoͤgen zuge— hien sey, als sie jetzt inne habe. Die Regierung verlangt jetzt, aß ihr zur Untersuchung die Stadt-Archive geoͤffnet werden, die tadt weigert sich dessen und verlangt vom-Staat, daß er sich
üer als Rechts -Partie an den Richter wende, dem sie ihre Ak— en nicht verschließen werde, der Staat solle nicht in seiner Pri— zatsache sein Ansehen als Behoͤrde brauchen. Die beauftragte
zen Eskadrons-Fronten bei den Allerhoͤchsten Herrschaften 1Kommission soll übrigens bereits im Besitz einzelner Beweise und
über. — Heute war wieder Mandͤver bei Dux. Das dort sammengezogene Truppen⸗Corps kommandirte der Kaiserl. Oe reichische General⸗Lieutenant, Baron Wilhelm von Mengen. Kaiser von Oesterreich und von Rußland, der Koͤnig von Pr ßen, die Erzherzoge, der Großfuͤrst Michael und die uͤbr ,. Herrschaften waren saͤmmtlich bei diesen Uebungen zuges Die gute Haltung der Truppen und die Praͤzision in allen wegungen erhielten allgemeines Lob. — Morgen wird der ser von Oesterreich und am 5ten der Kaiser von Rußland! hier nach Prag abreisen, der Konig von Preußen aber noch paar Tage hier verweilen, und dann uͤber Fischbach in S sien, wo Ihre Majestäͤt die Kaiserin von Rußland einige Rn zu bleiben gedenkt, nach Berlin zuruͤckreisen.
— — Teplitz, 6. Okt. Teplitz, uͤber das sich seit vinh Tagen so viel Glanz verbreitet harte, wird nun wieder einsih Der Kaiser und die Kaiserin von Oesterreich, die Erzherzoge, Großfuͤrst Michael und andere erlauchte Gaͤste verließen un Stadt schon am Sonntag den Aten d. Der Kaiser und die! serin von Rußland, der Kronprinz und die Prinzen Wihn Karl und Albrecht von Preußen, der Erb-Großherzog von lenburg⸗Schwerin und der Prinz Friedrich der Niederland sten am ten nach Prag ab. Se. Majestaͤt der Koͤnig von Me ßen werden erst am 7ten d. von hier uͤber Gitschin Fischbach sich begeben, wohin auch die Kaiserin von Rußlahb Ften d. von Prag abgeht. Der Kaiser von Rußland wirbt Prag aus direkt nach Warschau und von da nach St. Ph burg reisen. Die n von Oranien ist nicht nach gekommen, sondern in Dux geblieben, wo sie sowohl von i erlauchten Bruder, dem Kaiser Nikolaus und den übrigen?! wandten, so wie von Sr. Majestaͤt dem Kaiser von Oestenn Besuche erhalten hat.
Wien, 28. Sept. (Allg. Ztg.) Seit gestern behgn man hier, Se. Majestaͤt der Kaiser habe die Sr. Durchln dem Fuͤrsten von Metternich gehörige große Herrschaft zu einem Herzogthume erhoben, und derselbe solle somit nun an unter seinen Tileln auch den eines Herzogs von fuͤhren; zugleich sey der Staats- und Konferenz-Ministet von Kolowrat in den Fuͤrstenstand erhoben worben. Da s falls diese Auszeichnungen nur allgemein anerkannten hi Verdiensten zu Theil geworden, so werden diese Angaben, gleich noch nicht offiziell verbuͤrgt, wenig bezweifelt. — IM zug auf die kuͤrzlich erwähnt Negociation einer Anlelht die Regierung ist noch zu bemerken, daß deren Betra,! mehr hoher, und zwar mindestens auf 4h Millionen, lh ben wird, die aber nicht zur Deckung eines Deficits erfenn sondern bestimmt sind, die laͤngst projektirte Umwandluns Fprocentigen Schuld-Verschreibungen in 4procentige zu ln stelligen. — Im Laufe letzter Woche ist das bekannte A der Franzoͤsischen Deputirten⸗-Kammer, Herr Berrher, von sh bad hier angekommen. Zu Ende künftigen Monats win Franzoͤsische Botschafter, Graf St. Aulaire, aus seinem zuruͤck hier erwartet,. — Berichten aus Laybach zusolz⸗ Ihre Königl. Hoheit die Prinzessin von Beira mit ihren
fen, den Söhnen des Don Carlos, diese Stadt vorlaͤusig
rem Aufenthaltsorte gewaͤhlt.
.
Pesth, 14. Sept. Gestern feierte hier die Ungarisch, demie der Wissenschaften in dem großen Saale des Kol Gebaͤudes, unter dem Vorsitz ihres Praͤsidenten, des Grasn seph Telery, ihre Ate öffentliche Jahres-Sitzung, vor einen zahlreichen gebildeten Publikum, worunter dem schoͤnen 6e ⸗ eine eigene Abtheilung der Gallerie eingeraͤumt war. Nach vom Secretair der Gesellschaft abgelesenen Bericht uͤbe . tigkeit der Gesellschaft im letztverflossenen Jahre, der d .
rkunden seyn, wodurch die Richtigkeit der Anklage bewiesen werde. BVizle Schweizer Katholiken, auch Geistliche äußern sich, kühn gemmscht durch den Streit zwischen Staat und Kirche, laut fuͤr Aufhebung der Ehelosigkeit. Ein Geistlicher macht in einem offmntlichen Blatte auf den Widerspruch aufmerksam, daß die Riömische Kirche, die ihren Geistlichen die Ehe untersaqe, sie doch denen der unirten Kirchen im Morgenlande (etwa 4000 an der Jah) gestatte. ;
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Mailand, 30. Sept. Herr Paganini macht in hiesigen Jättern bekannt, daß an mehreren Orten, namentlich aber in läpzig, Compositionen unter seinem Namen erschienen seyen, die sidöch nicht von ihm herrührten. Er habe bisher nichts weiter hürcuggegeben, als 24 Capricci oder Studien fuͤr die Violine, kihhe Sonaten fuͤr Violine und Guitarre und 6 Quartette fir Vieline, Bratsche, Guitarre und Violoncell.
Turin, 28. Sept. Wie bekannt, wurde der Portugiesische Geschäfts träger aus dem Koͤnigreiche Sardinien ausgewiesen, und die Königin von Portugal erließ hierauf, in Folge eines bon dem Hergog von Palmella erstatteten Berichtes, ein Dekeet, wodurch die Functionen der in den Portugiesischen Besitzungen befnndlichen Sardinischen Handels-Konsuln binnen zwei Monaten bm 31. August als dem Tage des Dekrets an gerechnet, sus— bendirt und der Sardinischen Flagge die Portugiesischen Haͤfen uschlossen werden. Eine Beilage der Gazzetta Piemontese t. 7 enthält in Bezug darauf folgenden Artikel: „Turin, 2h. Sept. Mehr noch als das angefuͤhrte Dekret muß Fer ihm botausgegangene Bericht in Erstaunen setzen. Man begreift in der That nicht, wie ein Staatsmann von so hohen Talenten und so gereifter Erfahrung, wie der Herzog von Palmella, einen kricht veröffentlichen konnte, der auf so ganz falschen Grund- lien beruht, daß er kaum eine ganz kurze Erwiederung nö— ihiz macht. Der Komthur Rodriguez war schon seit 18285) mit keinem dip lomatischen Charakter mehr bekleidet; demnach wurde durch seine Ausweisung aus den“ Koͤniglich Sardini— scen Staaten keinesweges, wie sich der Bericht ausdruͤckt, „eine von jenen Hbservanzen verletzt, welche unter den civilisirten Na— kinnen bestehen.“ Der Herzog von Palmella zeigt sich verwun— dert daruͤber, daß die Sardinische Regierung, wenn sie denn doch eine so wichtige Maßregel fassen zu muͤssen geglaubt, nicht wenigstens die sie rechtfertigenden Move mitgetheilt habe. Aber die Sardinische Regierung beeilte sich wirklich damit, und noch ö dem nämlichen Tage, wo der Komthur Rodriguez ausgewiesen burde, sandte man dem Koͤniglichen Botschafter in London die angemessensten Notizen zu, um sie dem dort residirenden Portu⸗ giesischen Gesandten' mitzutheilen. Ganz allein an dem Herzog 9 m h die Schuld, wenn er auf die bittern Verichte i. Rodriguez Mahregeln beschleunigte, welche die ä e ec, so lange zu wen n n rieth, bis die erwarteten ö , . wollen jedoch gern glauben, grunde j nigiesische nn, nun sie die eigentlichen Veweg⸗ ö jener Ausweisung kennen muß, ihre Beschlüsse zurüͤckneh—
n wird. Der Herzog von Palmella ist zu verstaͤndig, als daß —
) Der Heschaft icht no
chloß. ch die och als ein
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erium d . omatisct egelma haͤtte .
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1143
er nicht selbst die Verblendung einsehen sollte, in die ihn ein uͤbertriebener Eifer fuͤr die Würde seiner Regierung verfallen ließ, welche Würde durch die Wetweisung des Komthurs Rodriguez uf keine Weise verletzt worden ist. Wir wollen es glauben, da der Sardinische Hof mit jener Maͤßigung, von der er schon so viele Beweise gegeben hat, auch diesmal, anstatt eine tadelnswer— the Uebereilung nachzuahmen und mit Repressalien zu antwor— ten, es ruhig abwartet, daß das Lissaboner Kabinet von selbst die ihm nicht verhehlte Wahrheit anerkenne. Waͤhrend sich je—⸗ doch die Sardinische Regierung mit dieser Hoffnung schmeichelt, vergessen Se. Majestat nicht ie Ihnen obliegende Pflicht, Ihre Unterthanen zu schuͤtzen und die Wurde Ihrer Krone zu wah— ren, und haben deshalb befohlen, alsbald Ihre Kriegsschiffe in gehoͤrigen Stand zu setzen und Alles anzuordnen, um jene Hal— tung anzunehmen, die einer Macht ziemt, welche mit jeder an— dern in Frieden seyn, zugleich aber auch von allen geachtet wer, den will.“ .
Rom, 19. Sept. (Allg. Zeit.) Die hiesige Anwesen— heit des Kardinelz de Latil giebt zu vielen Muihmaßungen An— laß. Einige meinen, der Koͤnig Ludwig Philipp wuͤnsche, den Kardinal entweder zur Ruͤcktehr nach Frankreich oder zur Nie— derlegung seiner Stelle als Erzbischof von Rheims zu vermoͤgen. Daß man durch den Papst ein so rein kirchliches Geschaͤft ab— zumgchen sucht, ware in der Ordnung, besonders da man in Paris fuͤr manche dem heiligen Stuhl erwiesene Gefaͤl— ligkeiten auf Gegendienste rechnet. Uebrigens hat man seit dem Attentate vom 28. Juli wirklich hier angefangen, die Gefahr lebhafter zu fühlen, welche bei einem anderen Ausfalle des Mord-Anschlages der Ruhe von ganz Europa ge— droht haͤtte. Daher hat man hier auch in der Franzoͤsischen Na— tional-⸗Kirche ein feierliches Tedeum gehalten, Um Gokt fuͤr die Erhaltung des Koͤnigs zu danken. Zugleich ward die Durchfuͤh— rung der neuen Franzoͤsischen Preß-Gesetze hier sehr gern gese— hen. Diese Betrachtungen mochten wehl dem Begehren der Franzoͤsischen Regierung, vorausgesetzt, daß es gemacht worden ist, einen gluͤcklichen Erfolg sichern. — Der Herzog von Modena soll dem Infanten Dom Miguel eine angemessene Pension fuͤr den Aufenthalt in seinen Staaten zugesichert haben, da Dom Miguel wirklich fast ohne alle Gelémittel seyn soll. — Unser Kardinal-Staats-Secretair ist wieder unpaͤßlich, doch leiden die offentlichen Geschäfte nicht darunter, da ihm Monsignore Capa— cini, der sein ganzes Vertrauen besitzt, zur Seite steht.
Turkei.
nung ver
Jetzt fragt man sich, wird es dem Konstantinopel gelingen, einen Theil oder wird er vielleicht eine
von Dem
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Es will allerdings
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** 21
Milosch beim Sultan wurde Herr
Griechenland.
Ein Korrespondent der Münchener politischen Zeitung meldet derseiben Folgendes uͤber einen Besuch, den er in Poros abgestattet: „Der Hafen von Poros hat einen bedeutenden Umfang, und der größere Theil desselben ist hinreichend tief, um großere Schiffe auszunehmen. Bekanntlich lagen fruͤher einmal die drei Flotten der verbündeten, Mächte darin vor Anker. Poros selbst liegt auf einer Anhöhe; die Stadt dehnt sich uber einen großen Theil oerselben aus, und gewaͤhrt bei naͤcht⸗ licher Beleuchtung einen freundlichen Anblick. Das Arsenal in Poros ist in einem so erbärmlichen Zustande, daß Sie mir die nahere Beschreibung desselben erlassen muͤssen; sie wuͤrde bei Ih— nen und Ihren Lesern nur Unwillen und Bedauern erregen. Nur so viel, und das ist die ungetruͤbte Wahrheit: daß eine or— dentliche Dorfschmiede in Deutschland in einem bessern Zustande ist, als die des Königl. Arsenals in Poros. Dieser Wer kstaͤlte entsprechend sind alle ubrigen ohne Ausnahme, und der Besucher geraͤth in der That in Zweifel, ob nicht die ganze Anstalt eine ungeheure Satyre seyn soll. Und dieser Zustand der Dinge hat sich seit langer Zeit um nichts gebessert, obwohl seit geraumer Zeit zwei Deutsche die ziemlich unumschränkte Gewalt in Haͤn— den hatten. Es mag Ihnen dies zugleich ein Fingerzeig seyn, oaß die Griechen nicht immer Unrecht haben, wenn sie uͤber die Ausländer ungehalten sind. Die Administration des Arsenals wurde bis jetzt so schlecht gefuͤhrt, daß dieselbe in Griechenland fast sprich— woͤrtlich geworden jst. Was soll man auch von einer Admini— stration sagen, unter deren Auspizien Segeltuͤcher und andere Depot-Gegenstaͤnde in den Haͤusern der Beamten zu ganz frem— den Zwecken verwenbet werden, und die fuͤr das Herbeischaffen des Trinkwassers fuͤr die Arsenal⸗Beamten und Arbeiter allein jaͤhrlich 8099 Drachmen verschleudert? Die Sorge, die ihre erste und naͤchste haͤtte seyn sollen, scheint ihre letzte gewesen zu seyn; denn Alles kann man eher dort finden, als eine geregelte Hrdnung. Dabei ist der Zustand unserer Schiffe nichts weniger
als erfreulich. Von 27 Königlichen Schiffen ist nicht eines im Stande, sich zu schlagen; hier und da fuͤhrt eines derselben einige Stuͤck Kanonen, aber in welchem Zustande! Dabei keine Artil— lerie, kein Excercitium, keine Disziplin. Unsere Matrosen sind besser bezahlt als die Englischen, dessenungeachtet hat ein großer Theil der besten und erfahrensten Dienste in Alexandrien und Konstantinopel genommen; und dies nur darum, weil der Man⸗ gel jeglicher Ordnung und Disziplin einen geregelten Seedienst unmdg⸗ lich macht. Unsere Marine⸗Artillerie besteht zur Zeit aus 1 Capitain 1 Ober, Lieutenant, 1 Unter- Lieutenant, 2 Sergeanten, 2 Kor— poraͤle und 1 Kanonier. Damit kann man nun freilich die Köoͤ—⸗ niglichen Schiffe nicht in Vertheidigungsstand setzen Diesem Ucbelstande kann nur durch eine zweckmäßige Organisatlon und durch einen tuͤchtigen und energischen Chef abgeholfen werden. Die Regierung hat durch die Ernennung des Grafen von Rosen zum interimistlschen Chef des Arsenals ihren Willen, einen bessern Zustand der Dinge herbeizufuͤhren, an den Tag gelegt. Ueber die Wuͤrdigkeit dieses Mannes ist im Publikum nur eine Stimme, und wenn er mit seiner gediegenen Kenntniß die noͤthige Ener— gie verbindet, so ist wohl kein Zweifel, daß wir in dem Marine Departement in kurzer Zeit wichtigen Reformen entgegensehen durfen. — Wenn man nach dem Besuche des Arsenals die Unter dem Ober-Lieutenant Kirchmayer angelegten Werkstäͤtten der Bapern besieht, so findet man einen wohlthuen⸗ den Kontrast; die Reinlichkeit und zweckmäßige Einrichtung dieses Etablissements, die Gediegenheit und Schoͤnheit der Arbeiten machen dem Chef viele Ehre. Zu bedauern ist nur, dez man von gewissen Seiten dieses Etablissement zu ganz andern Zwecken benutzt, als es in der Absicht der Regierüng liegt. — Waͤhrend meines Aufenthaltes in Poros hoͤrte ich, daß man damit um⸗ gehe, einen Telegraphen zur Verbindung von Poros mit der Hauptstadt zu errichten.
Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.
New York, 8. Sept. Die Bewohner von Mobile (Mississip⸗ pi) wurden kurzlich in große Aufregung versetzt durch die Nachricht, daß ein Kind des Doktors Geßner von dem Bruder desselben ge— raubt worden sey. Der Raͤuber hatte einen Brief zuruͤckgelas— sen, worin er sich erbot, gegen eine Summe von 36,060 Dol— lars das Kind zuruͤckzugeben, ein anderer in Mobile wohnender Bruder sey beauftragt, das Geld in Empfang zu nehmen. Da der betruͤbte Vater in die Zahlung dieser Summe willigte, so begab sich der Bruder nach der Bank, wurde aber dort von den Mitgliedern der Feuer-Compagnie, die eben von einer Feuers— brunst zurückkehrten und den Vorfall erfuhren, festgenommen und zum Verhoͤr abgefuuͤhrt. Er gestand, daß der Ort, wo das Kind verborgen gehalten werde, ihm bekannt sey, und erbot sich, dasselbe herbeizuschaffen, wenn der Bruder, der es gestohlen, un—⸗ gehindert das Land verlassen duͤrfe. Dies wurde zugestanden und sogleich ein Boot ausgeruͤstet, welches am naͤchsten Morgen mit dem Knaben zuruͤckkehrte.
Die Biene von New-Orleans entwirft folgendes, eben nicht erfreuliche Gemälde von dem Zustande der Moralitaͤt in diefer Stadt und dem Mangel an Energie von Seiten der Ci— vil⸗Behöorden daselbst: „Es ist jetzt wieder die Zeit, wo New— Orleans jährlich von Räubereien und Diebstählen heimgesucht wird. Kaum vergeht ein Tag, an dem wir nicht von Verbrechen dieser Art horten, die leicht zu verhindern wären, wenn wir ei— nen energischen Maire und eine tuͤchtige Polizei hätten. Die Schläfrigkeit des ersteren und die Traͤgheit der letzteren sind spruͤchwörtlich geworden. Die Mitglieder des Stadtrathes hoͤren alle Klagen ruhig an, ehne das Geringste fuͤr die Abhuͤlfe der— selben zu thun. Wenn jemals eine Stadt mit dem Fluche einer Munizipal-Regierung belastet war, so ist es New⸗Orleans.“
Der Geologe Featherstonaugh ist jetzt auf einer Reise nach dem oberen Mississippi begriffen, um das Land zwischen dem St. Peters-Flusse und dem Missouri zu untersuchen. Unter seinen Begleitern besindet sich der Lehrer der Mineralogie an der Mi— litair⸗Akademie zu Westpoint, L. Mather. .
Bet dem Bohren eines Artesischen Brunnens zu Lockport im Staate New-Hork war man bis zu einer Tiefe von siebenzig Fuß gekommen, als plotzlich brennbares Gas in solcher Menge hervorstroͤmte, daß man es jetzt zur Beleuchtung anwenden will.
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Berlin, 8. Okt. Man schreibt aus Thorn unterm z3ten d. M.: „Die Kaiserl. Russischen Garden betraten auf ihrem Ruͤckmarsch von Kalisch nach Danzig am 28sten v. M. unter dem Kommando des Kaiserl. Russischen General-Lieutenants und General-Adjutanten Islenieff wieder den Preußischen Boden und cesp. den Thorner Kreis, woselbst sie, in zwei auf einander fol— genden Kolonnen marschirend, zuerst die ihnen in der Stadt Thorn und deren naͤchster Umgebung, dann aber die ihnen in den weiter bestimmten Etappen von Kulmsee und Umgegend gastlich bereiteten Quartiere bezogen, und am 31. September, den Kreis verlassend, weiter ruͤckten. Von einer zahlreichen Volksmenge als laͤngst erwartete liebe Gaͤste freudig begruͤßt, ruͤckte die erste Kolonne, von dem Kommandanten von Thorn, General-Lieutenant Beneckendorff von Hindenburg, eingeholt, im PHarademarsch in die Festung ein, wo das Offizier-Corps dersel— ben von dem Herrn Kommandanten zu einer Abend-Gesellschaft in seinem Hause eingeladen wurde. In gleicher Weise zog an— dern Tages die zweite Kolonne ein, deren Offizier-Lorps Abends von der hiesigen Resource ein Ball gegeben wurde. Sowohl in den Staͤdten als in den zahlreichen bequartierten ländlichen Ortschaften des Kreises wurden, der erbetenen und Allergnäͤdigst ertheilten Erlaubniß Sr. Masjestaͤt des Koͤnigs gemaͤß, die be— freundeten Offiziere und Soldaten durch die Quartierstände seibst verpflegt. Das in jeder Beziehung musterhafte Betragen dieser Truppen auf dem Hinmarsche nach Kalisch hatte ihnen bie wahr— hafte Zuneigung der Kreis-Bewohner erworben, und da sie im Allgemeinen genau die auf dem Hinmarsche inne gehabten Quar— tiere wieder bezogen, so war den Quartierstäͤnden jetzt alle Ge— legenheit gegeben, ihren Gesinnungen der freundlichsten Gastlich— keit ungetheilte und volle Genuͤge zu thun. Ein Guts— besitzer des Kreises, ein alter Waffengefaͤhrte der Russen aus den denkwuͤrdigen Jahren 1813 — 15, dessen Gut seiner Lage wegen gegen seine Wuͤnsche nicht bequartiert werden konnte, hat sogar die Soldaten der durchmarschirenden Bataillone bei— der Kolonnen auf splendide Weise bewirthet, und deren Offizier⸗ Corps jedesmal ein Dejeuner gegeben, bei welchem auf das Wohl der beiden Monarchen und ihrer verbuͤndeten Vöͤlter getrunken wurde.“
— Bei Gelegenheit der diesjährigen Versammlung Deut— scher Naturforscher und Aerzte zu Bonn hat die philosophische Fakultät der Rheinischen Friedrich⸗Wilhems-Universität be schlos⸗ sen, folgenden anwesend gewesenen Gelehrten das Ehren-Doktor— Diplom zu ertheilen: dem Kammerherrn Leopold von Buch in Ber—
lin, dem Hber⸗Vergwerke⸗Ingenieur und Professer Elie de Begu—