Nebenunkosten verbundene Gewerbe der Speise⸗ und Bierwirthe hat naͤmlich neuerdings sehr durch die Vermehrung der Schnaps—⸗ schenken gelitten, indem der aus dem Verkauf des Getraͤnks ge⸗ zogene Profit durch keine uͤbergroße Nebenanspruͤche der Gaͤste geschmaͤlert wird, da sie nicht einmal gezwungen sind, Enträezimmer und Trinkstube von einander zu trennen, wozu doch die Speisewirthe nicht nur durch das Verlangen ihrer mehr verfeinerten Gaͤste, sondern auch ausdruͤcklich durch Parlaments⸗-Akten genoͤthigt wer⸗ den. Unter diesen Umstaͤnden wurde in einer neulichen Ver— sammlung des oben erwahnten Vereins eine Petition an die zur Ertheilung der Licenzen befugten Magistrate beschlossen, in der sie gebeten werden sollen, die Schnapslaͤden (gin palaces) in Zukunft wenigstens der Beschraͤnkung zu unterwerfen, welche in Wezug auf die Lokalitaͤt, wie eben erwahnt, fuͤr die konzessionir— ten Speisewirthe (licensed victuallers) besteht. Sollte dem Verlangen nicht entsprochen werden, so drohen die Letzteren mit Verwandlung ihrer Speisehaäͤuser in Schnapspalaäͤste, wodurch indeß wahrscheinlich der auf Sicherung der Moralitaͤt gerichtete Zweck des Vereins wenig gefoͤrdert werden wird.
Aus Lissabon sind Nachrichten bis zum 24. September hier eingegangen. Der 22ste, an welchem Tage die Koͤnigin Donna Maria im Jahre 1833 in Lissabon anlangte, war auf die gewohnliche Weise durch Koͤnigliche Salven, Glockengelaͤute und ein Lever, welches Ihre Majestäͤt im Ajuda⸗Palast hielt, das aber sehr spaͤrlich besucht war, gefeiert worden. Vier Personen, die
man zu diesem Lever erwartet hatte, blieben aus, naͤmlich die Herzogin von Braganza, die Infantin Donna Isabella Maria, Lord Howard de Walden und der Admiral Sir William Gage. Einige glauben, daß den Englischen Gesandten bloß das schlechte Wetter in Cintra zuruͤckgehalten habe, Andere mei⸗ nen, er sery empfindlich daruͤber gewesen, daß man ihm keine spezielle Anzeige davon gemacht, dagegen wurde aber bemerkt, daß ja das Lever in der Hof⸗Zeitung angekuͤndigt worden. Die Koͤnigin soll ubrigens ihr Mißfallen daruͤber zu erkennen gegeben haben. Am 24sten sollten die Obsequien für Dom Pedro in der Kirche St. Vicente de Fora stattfinden, wo seine sterblichen Ueberreste liegen; die Einwohner hatten Trauer angelegt. Es begann sich in Lissabon, noch mehr aber in Porto und in anderen Provinzial⸗Staͤdten, ein Gefuͤhl der Unzufrieden⸗ heit zu zeigen, obgleich die Einwohner nur sehr niedrig besteuert und obgleich Landbau und Handel im besten Gedeihen sind. Man wollts jedoch diesen Mißmuth zum Theil, dem Geruͤcht zu⸗ schreiben, daß die Koͤnigin Donna Maria unter einem Einfluß han⸗ dele, der sich nicht gezieme, und daß sie gegen die Wohlfahrt der Na⸗ tion gleichguͤltig zu werden anfange. Die Koͤnigin und die Kai— serin wohnten einstweilen, bis Letzterer der Palast von Bemposta eingeräumt seyn wird, im Palast von Necessidades zusammen, können aber durchaus nicht mit einander stimmen, und da sich kurzlich Herr Fonseca Magalhaes, der Minister des Innern, der Letzteren annahm, so haͤtte die Königin, wie verlautet, aus Un— willen daruͤber, beinahe ihr Kabinet geandert.
In der Nachschrift zu einem von der Times mitgetheilten
Schreiben aus Barcelona vom 22. Sept. 9 Uhr Abends mel—⸗ det der dortige Korrespondent: „Durch Courier ist von Madrid ein Dekret hier eingegangen, welches den General. Mina zum General⸗Capitain von Catalonien ernennt, und Ihre Majestaͤt har den Forderungen der hiesigen Junta nachgegeben. Es fragt sich nur, ob die anderen Spanischen Provinzen sich damit begnuͤ⸗ gen werden. Ich glaube es nicht.. . Im Boͤrsen Bericht der Times heißt es: „Die Spanischen Fonds haben sich vor ihrem letzten gedruckten Zustande einiger⸗ maßen wieder erholt, obgleich die Spanischen Nachrichten noch in ein voͤlliges Dunkel gehuͤllt sind. Es ist ein großes Kompli⸗ ment fuͤr Herrn Mendizabal und beweist, welches Vertrauen man auf ihn setzt, daß von den uͤber Paris hier eingegangenen Nachrichten bloß die, daß Herr Mendizabal krank sey, Besorg— nisse erregte, und daß der Widerlegung dieses Gerücht die ge⸗ strige Belebung des Fonds⸗Marktes zuzuschreiben ist,
Ein Schreiben in der Times aus Konstantinopel pom 9. Sept. erwahnt eines Geruͤchts, daß man die Englische Flotte habe nach den Dardanellen zusteuern sehen, um durch ihre An— wesenheit in jener Gegend das Gesuch um einen Ferman zur Erlaubniß der Durchfahrt des „Barham nach dem Schwarzen Meere zu unterstuͤtzen. Die Times sagt aber: „Wir haben mehr als Einen Grund, dies fuͤr ein ungegruͤndetes Geruͤcht zu be— trachten. Wir haben Briefe aus Smyrna vom 15ten v. M. ge— sehen, die von der Annaherung des Britischen Geschwaders nicht ein Wort sagen.“ Demselben Korrespondenten zufolge, hat im Hafen von Suda in Kreta ein ernstliches Zusammentreffen zwi⸗ schen der Brttischen Kriegsbrigg „Childers, und zwei Aegypti—⸗ schen Briggs stattgefunden. Der erste Lieutenant der Brigg „Childers“ war naͤmlich von einem der Befehlshaber der Aegyp⸗ tischen Briggs ermordet worden, und da die augenblickliche Be⸗ strafung des Thäters, auf die sie drang, nicht erfolgte, so feuerte sie auf die Aeghptischen Briggs und bohrte in kurzem beide in Grund.
Niederlande.
Aus dem Haag, 3. Akt. Dem Vernehmen nach, werden sammtliche Mitglieder der Königl., Familie, die sich in diesem Augenblicke im Loo und in Soestdyk befinden, in der nächsten Woche hier in der Residenz eintreffen. Bereits ist Se. Königl. Hoheit der Erbprinz Wilhelm von Oranien hier angekommen.
Der Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten ist von sei⸗ nem Landsitze Zoelen e , und hat sich auf einige Tage
ach Amsterdam begeben. . an . ö gemeldet, daß Herr Juͤrgen, Spezerei-In— spektor auf der Insel Ap, am 13. Jan. d. J. auf dem Meere verungluͤckt sey und mit 22 anderen Personen das Leben verlo—
ren habe. Belgien. .
Bruüssel. 4. Okt. Herr v. Pelichy hat dem Senate folgenden Gesetz Entwurf uͤber den Zweikampf vorgelegt: „Art. 1, Als Zwei⸗ kampf wird erklaͤrt ein e, , ,. zwei Personen, vor Zeugen, mit Waffen, wodurch schwere Wunden eder der Tod verursacht wer— den können, nach einer vorhergegangenen Uebereinkunft, wodurch der Ort, die Jeit und, die Art des Kampfes festgestellt wird. Art. 2. Jeder Belgier, der nicht Militair ist, jeder Fremde, Mi—⸗ litair oder nicht, der sich im Zweikampfe geschlagen, oder demsel— ben als Zeuge beigewohnt hat, soll vor den Assisenhof gestellt, und die Verfuͤgungen nachstehender Artikel sollen auf ihn an— wendbar seyn. Art. 3. Wer durch ein straͤs liches Benehmen zum Zweikampf Anlaß gegeben hat, soll durch diese alleinige Handlung, wenn der Zweikampf eine Folge derselben war, mit einer Einsperrung von 5 bis 6 Jahren in einem Zuchthause und einer Geldbuße von 5 bis 6090 Franken bestraft werden. Art. . Wer den Zweikampf, selbst wenn er Grund gehabt hätte, sich über eine in , Veschimpfung oder Beleidigung ju beklagen, angenommen hat, soll hierdurch allein, wenn der
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Zweikampf statthatte, mit einer Einsperrung von 2 bis 6 Jahren in einem Zuchthause und mit einer Geldbuße von 2 bis S000 Franken bestraft werden. Art. 5. Wer einem Zweikampf als Zeuge beigewohnt, soll mit einer Einsperrung von einem bis 3 Jahren in einem Zuchthause und einer Geldbuße von 1000 bis 3000 Fr. bestraft werden. Art. 6. Die Delinquenten sollen ferner bei Erloͤschung der Zeit ihrer Einsperrung der Ausuͤbung der im Art. 42. des Strafgesetzbuches aufgefuͤhrten Buͤrger- und Familien⸗Rechte beraubt bleiben, und zwar derjenige, der zum Zweikampf Anlaß gegeben, waͤhrend 5 Jahre, sein Gegner waͤh— rend 3 Jahre, der Zeuge wahrend eines Jahres. Art. 7. Ist der Tod die Folge eines Zweikampfs, so soll dersenige, der den Tod verursacht hat, nach dem durch den Art. 3. des gegenwaͤrti⸗ gen Gesetzes vorhergesehenen Falle, mit einer Einsperrung von 7 bis 15 Jahren in einem Zuchthause und einer Geldbuße von 7 bis 15,000 Fr. bestraft werden. Er soll uͤberdem bei Er— loͤschung der Einsperrungs-Zeit waͤhrend 12 Jahre der im Artikel 76 aufgefuͤhrten Rechte beraubt sehn. Art. 8. Findet ein Wiederholungsfall statt, so sollen die in den vorhergehenden Artikeln bestimmten Strafen verdoppelt werden. Art. 9. Wer in einem Zweikampfe Wunden verurfacht, die eine mehr als zwanzigtaͤgige Krankheit oder persoͤnliche Unfaͤhigkeit zur Arbeit zur Folge hat, soll mit einer Einsperrung von 3 bis 3 Jahren in einem Zuchthause und einer Geldbuße von 3 bis 20600 Fr. bestraft werden. Er soll uͤberdem bei Erloͤschung der Einsperrungs⸗-Frist 7 Jahre lang der Ausuͤbung der im 6. Ar— tikel angefuͤhrten Rechte beraubt bleiben. Art. 10. Der Re— kurs wegen Schaden -Ersatzes gegen Denjenigen, der in einem Zweikampfe den Tod oder Wunden verursacht haben wird, soll den betheiligten Personen in Gemäßheit der bestehenden Gesetz— gebung fuͤr den Fall einer freiwilligen Toͤdtung oder Verwun— ung, offen bleiben. Art. 11. Derjenige, der Anlaß zu einem Zweikampf gegeben, der Gegner und die Zeugen haften solida— risch fuͤr die Geldbußen und Kosten. Art. 12. Die Belgischen Militaire, so wie die Auslaͤnder im Belgischen Militair-Dienste sollen in den durch gegenwaͤrtiges Gesetz vorhergesehenen Faͤllen vor die Militair-Gerichtsbarkeit gestellt werden, um von dersel— ben nach den Bestimmungen des gegenwartigen Gesetzes, bis da— hin, daß ein Militair⸗Strafgesetzbuch daruber statuiren wird, ge⸗ richtet zu werden. Art. 13. Gegenwaͤrtiges Gesetz soll vom er⸗ sten Tage nach seiner Verkuͤndigung verbindliche Kraft haben.“
Dänemark.
Kopenhagen, 3. Okt. Nach der Kjöbenhavnspost hatten mehrere Wähler im Amte Kopenhagen eine Versammlung vor— bereitet, worin die Maßregeln berathen werden sollten, welche durch den Deputirten dieses Distriktes an die Staͤnde-⸗Versamm—⸗ lung zu bringen waren. Ein Einladungs-Cireular war bereits er— lassen, allein auf Befehl der Kanzlei ist jede Versammlung dieser Art verboten worden. — Dasselbe Blatt vom 24sten v. M. berichtet, daß von allen Seiten des Reichs Nachrichten einlaufen über Versammlungen, Petitionen und aͤhnliche Veranstaltungen, welche die gewahlten Deputirten von den Wuͤnschen und Beduͤrfnissen der verschiedenen Volksklassen in Kenntniß zu setzen bezwecken.
Wie bekannt, enthaͤlt unsere Staäͤnde-⸗Verordnung weder eine ausdruͤckliche Zusage noch ein ausdruͤckliches Verbot in Betreff der Oeffentlichkeit der Verhandlungen. Man hatte daher ge⸗ meint, daß unsere Blaͤtter ausfuhrliche Berichte uͤber die Siz⸗ zungen liefern wurden. Es ist jedoch jetzt ein Koͤnigl. Neskript zur oͤffentlichen Kenntniß gebracht worden, worin jede Mitthei— lung der staͤndischen Verhandlungen untersagt wird. Wir sind daher fuͤr den Augenblick auf die Nachrichten beschraͤnkt, welche das Stände⸗Blatt mittheilen wird, dessen Redaction den Herren Schou, Bang und Ussing uͤbertragen ist, und welches, dem Ver— nehmen nach, taͤglich erscheinen soll. Die Dank-Adresse der Staͤnde ist schon gestern votirt worden, und soll, dem Verneh— men nach, morgen dem Koͤnige uͤberreicht werden.
Deutschland.
Dresden, 7. Okt. Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz Karl von Bayern ist heute von hier uͤber Freiberg, wo derselbe noch 3 n . Bergwerke in Augenschein nehmen wird, wieder abgereist.
Deßau, 3. Ott. Das hiesige Wochenblatt enthaͤlt sol⸗ gende Bekanntmachung der Herzog. Kammer; „Ein Theil der Tabackspflanzer in Mosigkau hat sich am 1097 August d. J, mit Uebertretung einer landesherrlichen Verordnung und gegen die wiederholte Warnung des Dorfrichters, versammelt und hierher begeben, um die Suspension mehrerer, hinsichtlich der Tabacks— steuer nothwendig gewordenen Verfuͤgungen zu erlangen. Ob— gleich die deshalb stattgefundene Untersuchung nun auch ergeben, daß, in sofern keine strafbare Absicht hierbei zum Grunde gele— gen, als die Gemeinde ihren Zweck lediglich und allein nur im Wege des Gesuchs erreichen wollen, ein weiterer Exceß auch da— bei nicht stattgefunden hat, so konnte doch diese Ordnungswi— drigkeit nicht ungeruͤgt bleiben. Es sind deshalb die er— mittelten Anstifter derselben mit angemessener Gefaͤngnißstrafe und der Dorfschoͤppe, welcher daran mit Theil genommen, außer⸗ dem mit Dienstentsetzung bestraft worden. Indem solches hier⸗ durch zur oͤffentlichen Kenntniß gebracht wird, wird sogleich die Befolgung der bestehenden Vorschrift, daß Gemeinden, welche bei Sr. Hoch fuͤrstlichen Durchlaucht oder den Herzoglichen Be— hoͤrden muͤndliche Gesuche anbringen oder schriftliche überreichen wollen, bei Strafe hierzu nur 2 bis 3 Mitglieder hoͤchstens ab— ordnen, keineswegs aber in groͤßerer Anzahl erscheinen duͤrfen, ernstlich eingeschaͤrft.“
Kassel, 6. Okt. Ihre Koͤnigl. Hoheit die Frau Großher— zogin von Mecklenburg-Strelitz, und die Prinzessin Amalie von Dessau, sowie Se. Durchlaucht der Prinz Friedrich und Ihre Durchlaucht die Prinzessin Wilhelmine von Hessen, mit Gefolge, sind von Rumpenheim und Ihre Durchlaucht die Fuͤrstin Clo— tilde von Hohenlohe-Bartenstein ist von Rotenburg hier ange⸗
kommen.
Muͤnchen, 4. Okt. Das Regierungsblatt enthaͤlt eine Ministerial, Bekanntmachung, die Reorganisation des landwirth—⸗ schaftlichen Vereins betreffend.
— Die Hannoversche Zeitung schreibt aus Muͤnchen: „Von der nächsten Kunst⸗-A Ausstellung verspricht man sich nicht viel; es verlautet, sie wäre beinahe gar nicht zu Stande gekom— men. Fremde Künstler senden, zumal aus großer Entfernung, beinahe niemals ihre Gemaͤlde ein, da die hlesige Akademie die Transportkosten nicht bestreitet, und nur sehr wenige Bilder ge— kauft worden. Der Adel kauft nicht, die Kaufleute haben wenig Geschmack und Sinn fuͤr Kunst, und ein goldnes Brustbild ist ihnen lieber, als ein gemaltes; selbst die hiesigen Kuͤnstler bringen Weniges zur Ausstellung; sie sind mit der Art, die Bilder zu haͤn⸗ gen, unzufrieden, da sie die ganze Zeit der Ausstellung uͤber immer an einem und demselben Platze bleiben und Parteigeist und Vor— liebe schon oft den Einen beguͤnstigen, den Andern zuruͤcksetzen mochte.
Der Kunst-Verein gewinnt dagegen taͤglich mehr Theilnahme;
es ist ein schones Zusammen wirken von mancherlei Kraͤften, d ander foͤrdern und ermuntern, und es zeigt sich hier ga ; Deutsche Art, wie durch Privat⸗Vereine, die sich freiwillig nach nach gestalten, gerade am meisten gewirkt wird; in Kunst
Wissenschaft laͤßt sich uberhaupt nichts erzwingen; wird nur fi Hemmungen vermindg dann gedeiht das Schoͤne und Gute schnell. Der Kunst, a n
Regsamkeit gewahrt, werden nur die
ist, wie man vernimmt, Willens, mit Anfang des naͤchsten 9 eine große Kunst⸗Ausstellung zu veranstalten, ler von ganz Deutschland einzuladen,
send ungen ö
und unter die Vereinsmitglieder verloost werden,
Daß die Kunst auf solche Weise gewiß gefoͤrdert und ein sch
Bund unter den Kuͤnstlern begruͤndet wird, ist nicht zu van
nen. — Scheyern, das alte Stammschloß der Wittelsbacher, her in ein Kloster verwandelt, dann bei Aufhebung unter Maximilian in ein Schloß umgeschaffen und erst von, zem vom Staate angekauft, soll, sicherem Vernehmen nach der in ein Kloster umgestaltet werden. — Im Ministeriun Innern tst eine eigene Kommission thaͤtig, die Bucher nach in orthodox katholischen Character zu pruͤfen und in dieser R sicht auch alle Lehrer zu beobachten. Unsere h welche in Norddeuischland unbekannt sind, gewinnen im mehr Bestand. Sie sind von den Jesuiten als Surrogah die Universitaͤten eingefuͤhrt, bilden eine philosophische Sen mit vier Lehrern und eine theologische ebenfalls mit dra vier Lehrern. Die Bischoͤfe wollen und suchen es durchzusg daß Jeder, der sich aus ihrer Dioͤcese der Theologie win auf dem Lyceum seines Bisthums studire, um die Kandu kennen zu lernen und strenge nach Röͤmischer Ansicht zu Auf den Lyceen will man, so viel möglich, nur geistlicht in Freisingen, erst vor 2 Jahren von dem Erzbischofe von! chen und einigen andern Wohlthaͤtern gestiftet, wurde aush sehen ein evangelischer Professor der Chemie ernannt, balyn mit einem katholischen vertauscht.“ —
Frankfurt a. M., 5. Okt. Der letzte Termin zur h vertirung der Spanischen Obligationen in neue 5proc. und in ausgestellte Schuld⸗Obligationen ist auf den 16. November ) festgesetzt. Eine auf diese Konvertirung bezuͤgliche Mitthest der Spanischen Kommissarien in Paris vom 30. September h tet, wie folgt: „Die unterzeichneten Spanischen Kommisnj haben die Ehre, dem Publikum folgende, von der Finanz / jj mission Ihrer kath. Maj. in London veroͤffentlichte Anzeige ni zutheilen. Luis del Piedre, Manuel de Elano Ponte, Nun Pleville.“ — „Umwandlung der auswaͤrtigen Schuld Spann Die Kommissarien, die von der Spanischen Regierung g nannt worden sind, um das auf die Konvertirung dern waͤrtigen Schuld Spaniens bezuͤgliche Gesetz vom 16. M vember 1834 in Ausfuhrung zu bringen, haben alle Bewerkstelligung des Unitausches der alten Effekten gegen neuen Fonds nothwendigen Maßregeln getroffen und machen Publikum nun auf einen der Artikel de? setzes ausmerksam. Der Artikel 7 sagt:
—
(itel und Obln
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tionen, welche in diesem Augenblicke die auswärtige Schuld von der Pu
Titel um tauscht werden, und nach dem Ablaufe diefes Termines verlien alle alten Titel, die nicht vorgelegt worden sind, dadurch allt
praͤsentiren, sollen nach dem Ablaufe eines Jahres, mulgation des Gesetzes an gerechnet, gegen neüe
schon die Interessen, auf die sie Anspruch hatten.“ — Um falsche Auslegung dieses Artikels zu vermeiden, glauben die Sn missarien, die Inhaber davon in Kenntniß setzen zu muͤssen, i wenn sie ihre Konvertirung uͤber den nächsten 16. Norm hinaus verschieben, sie dadurch allein schon die Interessen d Jahres verlieren werden, welche auf den zum Umkausche geg nen Theil aktiver Schulo kommen wurde.“
Oester reich.
Teplitz, 8. Olt. Prager Ztg.) Am 4. Oktobet! 8 Uhr fruͤh hoͤrten Se. Majestaͤt der Kaiser und Ihre Massß die Kaiserin die Messe in der Stadt-Kirche; nachdem Ihre y jestͤten vorher im Fuͤrstlichen Schlosse von der Fürstin Vön Cin Abschied genommen hatten, nahmen Sie noch ein von m Teplitzer Buͤrgermeister Wolfram uͤberreichtes Abschieds⸗ Guß gnaͤdig auf, und bestiegen sodann an der Thur der Kirche, welcher so eben die gedrängte Masse der Bewohner den Say des Himmels von dem Allerhoͤchsten erbeten hatte, unter ih lauten Jubel der Menge den Reisewagen.
Se. Majestaͤt der Kaiser Ferdinand haben den Veterm der Kaiserl. Russischen Garde, welche bei der am 29sten v. stattgehabten Feierlichkeit zur Wache bei dem Unterbau des M numents aufgestellt waren, eine ehrenvolle Auszeichnung ahh deihen lassen, indem Allerhoͤchstdieselben dem Kommandanten g Detaschements, Obersten Lowrentjeff, das Ritterkreuz des Leopsh Ordens zu verleihen, dem Faͤhnrich Generaleff aber eine golf und jedem der fuͤnf Unteroffiziere eine der silbernen Medal einhaͤndigen zu lassen geruhten, welche auf die Feierlichkeit j Grundsteinlegung geprägt worden sind.
Se. Majestät der Kaiser von Rußland haben dem Olth Lieutenant und Grenadier-Bataillons⸗ Kommandanten von M tauschek, welcher die bei der Feierlichkeit am 29sten v. M. ah geruͤckten Truppen kommandirte, den St. Annen-O-rden zn Klasse verliehen. Auch haben Se. Majestaͤt der Kaiser n Rußland dem als Waͤchter bei dem Monumente des Felde meisters Grafen Colloredo bei Arbessau angestellten Invallh Korporal Joseph Berran, den St. Annen-Srden fünfter Ki und ein namhaftes Geschenk in Gold zustellen lassen.
Se. Majestaͤt der Kaiser von Nußland haben der Mm schaft des Allerhoͤchstihten Namen fuͤhrenden Oesterreichistl Husaren-Regiments 24 Anna-⸗Kreuze fünfter Klasse mit der stimmung fuͤr solche Unteroffiziere und Gemeine, die sich vor ) Feinde besonders ausgezeichnet haben, und außerdem ein Gescht von Tausend Dukaten verliehen. .
Prag, 5. Okt. Die hiesige Zeitung enthaͤlt solzh Beschreibung von dem Einzuge Ihrer Masestäten in pit „Die Sehnsucht der Bewohner Prags, ihren Landesvater schauen, war so groß, daß auf die offizielle Nachricht von am gestrigen vom schoͤnsten Wetter beguͤnstigten Tage zwischh und 2 Uhr Nachmittags zu erfolgenden Ankunft schon um) Mittagszeit nicht nur alle festlich geschmuͤckten Straßen der Hun stadt — durch welche der Einzug Ihrer Masestaͤten vom? telthore in die Koͤnigl. Burg um halb 6 Uhr Abends nit stattgefunden hat, — sondern auch die Vorstadt Karolinenn bis Lieben mit Menschen aus allen Siaͤnden angefuͤllt t welche freudenvoll der Ankunft Ihrer Majestaͤten entgegensun Die vielfältigen Beweise der innigsten Liebe und Verehrun) welche Ihren Majestäten auf dem mit zehn Triumphbogen
schmuͤckten Wege von Teplitz bis Prag dargeboten wurden,
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a und dazu die ö. l denen die Zu⸗ und Rh rer Arbeiten bezahlt werden; zugleich sollen mehn von den eingesandten Kunst⸗Sachen auswärtiger Künstler angeln weil auch hiesigen Kuͤnstler ihre meisten Gemaͤlde im Auslande 1
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oben erwaͤhnten C
Bewohnern Prags bekannt zu machen,
9 Sardinien soll Herrn von Wicdrücken das lebhaste Bedauern ausgedruͤckt haben, seiner lenste einige Zeit lang entbehren zu muͤssen, indem dieser sei—
J r 1 Paadt und Wallis eine Kommission
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zen in Lieben, dem Graͤnzpunkte des Stadtgebietes, angelangt,
1. bei dem daselbst aufgerichteten schoͤnen Triumphbogen von
Repraͤsentanten der Prager Stadt- Gemeinde ehrfurchts⸗ l bewillkommnet wurden und ein Gedicht entgegennah— In der Vorstadt Karolinenthal, wo zwei Ehren⸗ zrten errichtet waren, und besonders die an dem Fabriksge⸗ nde des Herrn Jerusalem einen herrlichen Anblick darbot, ren, so wie auf dem Wege von Lieben bis dahin, Tausende Bewohner Prags und aus der ganzen Umgegend versam— s, welche Ihre Maj. mit dem herzlichsten Jubeiruf und den ligsten Wuͤnschen fuͤr das Allerhoͤchste Wohlseyn empfingen. mn Spittelthore, wo das buͤrgerliche Grenadier-Corps in Pa— Re aufgestellt war, wurden Ihre K. K. Majestaͤten von dem snger Handelsstande und von den Vorstehern mehrerer Cor⸗ gationen und Zuͤnfte bewillkommt, und Allerhoͤchstdenselben im men der Prager Buͤrgerschaft ein zweites Gedicht uͤberreicht. m Josephsplatze bildeten zwei Obelisken — welche an ihrer zpitzs ein Able, mit dem Wappenschilde Boͤhmens durch Blu— Ingewinde verband — eine Ehrenpforte und auf allen Straßen
d Pätzen, uͤber welche die Fahrt Ihrer Maj. bis in die
zug! Burg ging — waren die Haͤuser insgesammt theils mit
snen Reisern und Blumenkraͤnzen, theils mit anderen enlerungen, Drapperieen und Inschriften geschmuͤckt. Alle pster und Balkons waren eben so wie die Straßen selbst mit schauern angefuͤllt, welche dem Herrscherpaare ihr herzliches hillkͤmmen entgegen riefen. Am Altstadter großen Ringe bei
m Rathhause war eine kolossale Triumphpforte errichtet, an elcher der ganze Magistrat sich aufstellte, und Ihren Majestaten e innigste Ehrfurcht und Freude an Tag gelegt hat. Am Alt— Ldter kleinen Ring, wo der buͤrgerliche Schneidermeister Krach n Haus eben so festlich als geschmackvoll dekorirt hatte, und ch 60 seiner Gesellen das Volkslied absingen ließ, war auch E Israeliten⸗Gemeinde aufgestellt, welche ihre aufrichtigen Ge— hie uͤber die hoͤchst erfreuliche Ankunft Ihrer Majestäten in him dritten Gedichte ausgesprochen hat. Tausendfaͤltige Stim— fen riefen ein unaufhoͤrliches „Lebe hoch“ dem Allerhoͤchsten hercherpaare auf der Fahrt bis in die Koͤnigliche Burg noch mne dann zu, als bereits Ihre Majestaͤten um 57 Uhr gluͤck⸗ h daselbst angelangt, und an der Haupttreppe von Sr. Kai— klichen Hoheit dem Erzherzoge Franz Karl, dem Fuͤrsten von
wetternich, dem Fuͤrsten von Kolloredo⸗Mannsfeld, dem Grafen hn Kolowrat, von dem Oberst-Burggrafen und der Frau Oberst— zurggrafin von Chotek, dem kommandirenden General Grafen hn Mensdorf-Pouilly und dem Erzbischofe Grafen Scarbek nkwicz von Poslawice und dem gesammten Hofstaate ehrfurchts—⸗ dil empfangen, und durch die auf der Treppe und in den Vor— mächern angereihten Vorsteher und Raͤthe der saͤmmtlichen Be— zrden in Allerhochstdero Appartement sich zuruͤckgezogen hatten.“
Se. Majestät der Kaiser haben an den Oberst-Burggrafen
1Brafen von Chotek folgendes Allerhoͤchste Handschreiben erlassen:
„Lieber Graf Chotek! Die eben so freudige als herzliche
Feise, in welcher mein Empfang in Meiner treten Haupistadt brag am gestrigen Tage gefeiert wurde, hat Mich innig erfreuet
nd geruͤhrt; Ich fordere Sie auf, allen getreuen Bürgern und daß die zahlreichen Be— zeise ihrer ungeheuchelten Liebe, Ergebenheit und Anhaͤnglichkeit ür Meine Person, welche Ich bei diesem Anlasse wahrgenom⸗ ien habe, Muir zur wahren Freude gereichen. Mit Vergnügen sabe Ich zugleich die bei dieser Gelegenheit von der gesammten bevölkerung allenthalben beobachtete strenge Ordnung wahrge— mmen, und ermächtige Sie, allen denjenigen, welchen hieran mn Antheil zukommt, Meine besondere Zufriedenheit daruͤber zu
riffnen.“ Schweiz.
zürich, 29. Sept. Die seierliche Wieder-Eroͤffnung der Bagser Hoch-Schule wird am 1. Okt. stattfinden. Eine soge— ahnte akademische Gesellschaft in Basel beabsichtigt, den Wir— ungskreis der Wissenschaften zu erweitern und entrichtet deshalb ir zwei Vorlesungen uͤber Geschichte und Chemie einen Theil hes Honorars, damit der Eintritts-Preis fuͤr Jedermann ermaͤ— ügt werde. Nicht uninteressant ist die Errichtung einer Deutschen Fleinkinder⸗Schule in Genf, insofern sich der Eifer fuͤr das Stu— hum der Deutschen Sprache, dem sie ihren Ursprung verdankt, gleich⸗ tig in der welschen Schweiz, in Frankreich und England be— sutlich macht. Sie ist durch die Vorsteher der evangelischen Fiche in Genf gegruͤndet und fuͤr Kinder von 4 — 9 Jahren kitimmt, welche hier unter einer Deutschen Lehrerin nach Art mnderer Kleinkinder-Schulen (salles d'asyle) durch Er— lung von Abbildungen, Spiele, Erzählungen c. zweck⸗ ßig beschaͤftigt werden und nur Deutsch lesen, schreiben hd reden, was durch einen schon vorhandenen Kern Deutscher Finder möglich wird. Die Schule ist am 2. Sept. eroͤffnet worden und zeigt schon merkwürdige Fortschritte. Bisher ist das Deutsche in Genf wenig betrieben worden, hauptsaächlich weil n es zu spaͤt anfing, jetzt soll die Lebhaftigkeit und Frische des zten Eindrucks ih m' zu gut kommen, statt'wie früher dem La— amischen. Dies, sagt ein Genfer Blatt, sey um so nothwen— get, da das Deutsche dem Franzosen, wenn er in seiner Sprache hon fest geworden, so unendlich viele Schwierigkeiten darbiete, nd doch sey diese reichste Eurepaͤische Sprache, in welche fast lle wissenswerthen Buͤcher uͤbersetzt seyen, und welche von den neisten Schweizern gesprochen werde, eigentlich jedem Gehildeten nd gewiß jedem Schweizer nothwendig, darum solle man sie
sebt als die zweite Muttersprache lernen.
r. Baron v. Blonay, welcher den außerordentlichen Sar— binischen Minister in der Schweiz, Hrn. v. Vignet, provisorisch tseäzt, hat feine Kreditive ein Vorckte eingereicht. Ber Koͤnig Vignet in sehr schmeichelhaften
n Gesundheit wegen einen hmen genoöthigt war.
Der Bergsturz des Dent du Midi ist so bedeutend, daß ; ; eine Kon n niedergesetzt haben, die sorge kragen soll, daß die beiden Ufer der Rhone vor der Ge— r beschuͤtzt werden, die ihnen aus dem im Fluß angehaͤuften uschiebe erwachfen könnte. en , 1. Okt. Der Ausschuß zur Errichtung eines Denk— ö fuͤr Kain hat eine Aufforderung an alle Kuͤnstler erlassen,
das Modell zu einem Bas-Relief von ovaler Form und
Urlaub von einigen Monaten zu
lem Fuß Hoͤhe, welches die Buͤste en prosil des berühmten
neformators ir karrarischem Marmor darstellen und in eine
Py⸗
. von schwarzem Marmor eingerahmt werden soll, zu uͤber,
um Werth
as preis wuͤrdigste Modell wird mit einer der eingegangenen Beitraͤge, belohnt. ö Spanien.
inn. 23. Sept. Eine Unpaͤßlichkeit des Herrn Men⸗ „die einige Augenblicke lang einen bedenklichen Charakter
Medaille,
rten sedoch diese Ankunft bis gegen 8s Uhr, wo Ihre Maje⸗ ] angenommen hatte,
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dauert noch jetzt fort; aber, Dank der uner⸗ muͤdlichen und umsichtigen Sorgfalt zweier ausgezeichneten Aerzte, der Herren Sesane und Gonzales, befindet sich der Kranke schon bedeutend in der Besserung. — Man erwartet noch immer die Antwort des Generals Alava; wenn er sich wei— gert, die Praͤsidentschaft des Conseils anzunehmen, wie man all— gemein vermuthet, so scheinen die politischen Freunde des Herrn Mendizabal, die sich bisher geweigert haben, in das Kabinet ein— zutreten, geneigt, ihren Krrf ü aufzugeben, und dann wuͤrde das Ministeriüm augenblicklich vollstaͤndig seyn.
Heute Morgen sind der General Rodil und Herr Donoso, ein oberer Beamter im Justiz-Ministerium, nach FTruxillo abge— reist, wo sich der Civil, Gouverneur von Cazeres, Bruder des Herrn Donoso, so wie der Herr Carrasco, ein einflußreiches Mitglied der Junta von Cazeres, befinden. Die Absendung je— ner beiden Personen, deren Einfluß bekannt ist, soll zum Zwecke haben, das weitere Vorruͤcken der Truppen, deren Zahl sich auf etwa 5000 Mann belaͤust, zu verhindern. Man glaubt, daß jene Mis⸗ sion mit Erfolg gekroͤnt werden wird, und diese Hoffnung gruͤn⸗ det sich hauptsaͤchlich auf das freundschaftliche Verhaͤltniß, wel⸗
ches zwischen den Herren Carrasco und Donoso besteht, und auf
das Vertrauen, welches Herr Mendizabal bei den Einwohnern von Estremadura genießt. Dieses Resultat wuͤrde von um so groͤßerer Wichtigkeit seyn, als, obgleich die Junten von Cazeres und Badajoz auf die Anzeige von der Ministerial-Veraͤnderung durch Betheuerungen der Anhaͤnglichkeit an die Koͤnigin geant— wortet haben, doch die Truppen, die sie gegen Madrid abgesandt, schon beide Ufer des Tajo bis nach Navalmoral, 30 Stunden von Madrid, besetzt halten.
Der Graf de Las Navas setzt seinen Marsch mit seiner jetzt 3 bis 4000 Mann starken Division fort. Der Deputirte Aranda, der als Unterhaͤndler zu ihm gesandt worden war, berichtet, daß er ihn fest enischlossen gefunden habe, sich durch nichts in sei— nem Marsche aufhalten zu lassen, bevor er nicht von der Regie⸗ rung durch wirkliche Handlungen Beweise erhalten habe, daß sie ihre Versprechungen erfuͤllen wolle. Dieser Mission, die voll— kommen gescheitert ist, wird noch eine zweite folgen, welche viel— leicht gluͤcklichere Resultate liefert. Der Staatsrath Aguillar, bekannt wegen seines Ultra-Liberalismus und seiner frenndschaft— lichen Verbindung mit dem Grafen de Las Navas, ist zu ihm gesandt worden, um ihn zu versöhnlicheren Gesinnungen zurüͤck— zufuͤhren. Der gluͤckliche Erfolg dieser Unterhandlung ist um so mehr zu hoffen, als das Corps des Grafen de Las Navas kuͤrz— lich durch den Abfall aller Milizen, die sich dem Dekret der Koͤnigin gefügt haben und in ihre Heimath zuruͤckgekehrt sind, bedeutend zusammengeschmolzen ist.
Die Revista vom heutigen Tage spricht von der ganz un— glaublichen Thaͤtigkeit, welche der Finanz-Minister, Hr. Mendi— zabal, bisher entwickelt habe und die nothwendig seine Gesundheit untergraben muͤsse. — Dasselbe Blatt berichtet auch ganz offenher— zig von den Unfaͤllen, welche die Armee der Königin am 11Jten d. M. in der Nähe von Bilbao erlitten. Die Karlisten, wird hinzugefuͤgt, haͤtten sich dieser Stadt, bei der Verfolgung der Koͤniglichen Truppen, bis zur Entfernung eines Buͤchsenschusses genähert. — Das Eco de Comercio, welches von dem vo— rigen Ministerium unterdruͤckt worden, ist heute wieder zum er— stenmal erschienen. — Auber's „Stumme von Portici“ ist hier vor einigen Tagen zum erstenmale mit großem Beifall aufge— fuhrt worden.
Griechenland.
Um von dem Treiben der Griechischen Journalistik einen Begriff zu geben, theilt ein Korrespondent der Muͤnchener poli— tischen Zeitung folgende Uebersicht mit: „Die Athina, Nr. 260, wirft der Regierung vor, sie mache Ruͤckschritte, während alle ubrigen Mationen und deren Regierungen im Vorwaͤrtsschreiten begriffen seyen. Als Belege fuͤhrt sie an, daß die Regierung die Einfuͤhrung des Zeitungs-Stempels beabsichtige, daß sie das Lotto nicht untersage, da doch mehrere Deutsche Kaufleute derlei Ein— ladungen offen in ihren Läden aufhaͤngten, daß sie den Zwei— kampf nicht unterdruͤcke, und eine Polizei nach dem Muster der Hesterreichischen einfuͤhren wolle. Ein Brief aus Pa— tras schreibt, daß man das baldige Ende der Raͤubercien in Folge der getroffenen Maßregeln erwarte; uͤbrigens liege das Uebel darin, daß die Tuͤrken die Rauber aufnaͤhmen, statt sie zu verfolgen. In Nr. 261 wird uͤber die Un— thaͤtigkeit der Regierung Klage gefuͤhrt, was um so mehr auf— fallen muͤsse, da doch Kolettis, nach der allgemeinen Meinung das Hinderniß und der Anstoß der Regierung, entfernt sey. Es wird ferner Klage geführt uͤber die unverantwortliche Sorglosig⸗ keit der staͤdtischen Behoͤrden, die, wahrend uͤber 4000 Menschen erkrankt seyen, noch immer nichts fuͤr die Reinlichkeit in der Stadt thue, und so komme es, daß die Hauptstadt Griechenlands sich in nichts von einer Afrikanischen oder Tuͤrkischen Stadt un— terscheide. Sie giebt die Nachricht von der Abreife des Tuͤrkischen Agenten. — Nr. 262 vom 11. August enthaͤlt einen Artikel uͤber die pro⸗ sektirte Bank, und eine Masse von Vermuthungen uͤber die Unterhand⸗ lungen des Englischen Agenten mit der Griechischen Regierung. Es wird darin auf baldige Einfuͤhrung dieses Etablissements gedrungen. In No. 263 vom 15. August wird das Verfahren bei Aufhe— bung der Kloͤster und den Verkaufe ihrer Guͤter getadelt, der
der Thuͤre gewesen ware. Die Abreise des Tuͤrkischen Com— missairs wird der Ungeduld und den uͤbertriebenen Forderungen desselben zugeschrieben. Es heißt, daß wiederum Raͤuber in Krawara erschienen sind, daß sie in ein dort gelegenes Dorf eindrangen, das Haus des Demogeronten verbrannten, seine Frau mit sich nahmen, und nun ein Loͤsegeld von mehreren tausend Drachmen verlangen; Hr. Gordon scheint auf den Lorbeern sei⸗ nes Feldherrnstabes zu ruhen. — Nr. 261 vom 22. August ent— haͤlt eine Abhandlung uͤber die herrschende Epidemie. Ein Brief aus Patras sagt, daß abermals 2 Menschen an dem Flusse Al— phros von den Raͤubern ermordet worden seyen. Der Rauber Chosades soll sich uͤber die Graͤnze begeben haben, um sich mit einem andern Raͤuber-Chef zu vereinigen, der von Emir⸗Pascha verfolgt wird. Nr. 266 vom 28sten August enthält einen Artikel uͤber das Institut der Geschwornen, fuͤr dessen Einfuͤhrung man dem Gesetzgeber zwar danken muͤsse, das aber noch allzuviele Maͤngel habe, als daß das Volk sich damit begnuͤgen koͤnnte. In einem andern Artikel wird er— zählt, daß die Geschwornen am 21sten zum erstenmale zu Ge— richt saßen. Ueber die Räuber heitzt es: „Ungluͤcklicher' Weise werden die Raͤuber, statt sich zuruͤckzuziehen, immer frecher und verwegener. Herr Gordon versteht es nicht, Raͤuber zu verfol— gen. Man sagt, daß ein Corps von 1290 Räubern uͤber die Tuͤr⸗ kische Graͤnze drang, und sich mit den Räubern im Innern des Koͤnigreichs vereinigte.“ (Scheint völlig ungegruͤndeth. — In Nr. 267 wird der Regierung der Vorwurf gemacht, daß sie far den Unterricht und die Bildung theils zü wenig thue, theils
nicht zweckmäßige Mittel waͤhle. Aus Lamia schreibt ein Korre—
Seite.
so viele Verwundete und 31 worden. Den Gefangenen, Nasen und Ohren ab. pate. — In Nr. 268 vom
wird. Ein Brief aus Amp gen kann ich Ihnen melden, zen zuruͤckgezogen haben; nahe und haben sich mit
tain Isatsos ven dort zu rie in Besitz zu nehmen. Ausloͤsung sie nicht Geld pitanerie abtrete.
Regierung: Alle Eparchieen
sandter in Petersburg, mit men sey. Der Redacteur Brief von einem Prinzen
troffen.
Berlin, 9. Okt. der kommandirende General
Er
im 76sten Lebensjahre.
nach Danzig fortsetzt.“
so uͤbereilt und ungeschickt gewesen sey, als wenn der Feind vor
von 991 Rihlr. zu erfreuen Schrift
Seitens der Londoner und
Glieder der Synode die Rede, Geistlichen wegen schlechter Aufführung tuͤchtig der Text gelesen
dem nicht fern gelegenen Osbestis.
liegen, sind von den Raͤubern befreit und in voller Ruhe. reitwillig eilen die Bewohner bewaffnet herbei, so oft sie von dem General Gordon dazu aufgefordert werden. Ein Brief aus Patras meldet, daß Herr Suzzo, seitheriger Griechischer Ge—
spondent, daß etwa 3090 Rauber an der Graͤnge sich gesatmtt melt haͤtten, die in den umliegenden Dörfern, aus Seiten der Einwohner, hinreichend verpflegt wuͤrden; da— bei haͤtten sie viele Einflußreiche von Agrapha auf ihrer Vor wenigen Tagen habe Derbegenas sie angegriffen, sey aber von ihnen geschlagen worden, er habe 17 Todte, eben
urcht von
seyen von den Raͤubern gefangen welche Tuͤrken waren, schnitten sie
General Gordon befindet sich in Hy—
2. Sept. ist von der Wahl der neuen wobei einem Theile der Herren
hissa sagt: „Zu meinem Vergnuͤ—⸗ daß die Rauber sich uͤber die Grär⸗
doch sind sie unseren Graͤnzen ganz
den andern dort befindlichen Ban⸗
den vereinigt, um Agrapha zu uͤberrumpeln und den Capi—
vertreiben, und seine Kapitane— Sie haben zwei Sohne eines der
angesehensten Bewohner von Agrapha bei sich, fuͤr deren
verlangen, sondern die Mitwir—
kung des Vaters, daß der Pascha ihnen schriftlich die Ka— Der General Gordon
befindet sich in Dank den Maßregeln der des Festlandes, die an den Graänzen
E?
seiner Familie in Patras angekom⸗ macht sich daruͤber lustig, daß der Suzzo spreche, und nennt Griechen⸗
land das beprinzte. Am Schlusse dieses Blattes steht die Nach⸗ richt: „Der genannte Herr Michael Suzzo ist in Athen einge— Moͤchten die Schatten unserer beruͤhmten Vorfahren ihm Hellenische Gesinnungen einhauchen.“
.
Nachrichten aus Breslau zufolge, ist
des 6ten Armee⸗Corps, General der
Kavallerie Graf v. Zieten, einer Einladung Sr. Maj. des Kai⸗ sers von Rußland zufolge, am Gten d. M uͤber Warschau nach dem suͤdlichen Rußland abgereist, um daselbst die Militair-Kolo⸗ nieen in Augenschein zu nehmen. — Breslau den an demselben Tage in den Morgenstunden er— folgten Tod des Wirklichen Geheimen Raths und Chef-⸗Praͤsiden⸗ ten des dortigen Ober-Landesgerichts, Freiherrn v. Falkenhausen,
Zugleich meldet man aus
hatte bereits am 9. Febr. 1829 sein
S0 jähriges Dienst⸗-Jubilaͤum gefeiert.
— Man schreibt aus Martenwerder unterm 1sten d. M.: „Heute gegen Mittag trifft die kombinirte Russische Jaͤger— Garde, von Kalisch kommend, hier in Marienwerder ein, haͤlt morgen Ruhetag, und verläßt uns Sonntag Morgens, worauf gegen Mittag wieder das Grenadier-Regiment „Friedrich Wil— helm III.“ hier einruͤckt, am Montag Morgen aber seinen Marsch
— Am 2ten d. M. beging die Bibel-Gesellschaft zu K öͤ— nigsberg in Pr. in der dortigen Schloßkirche ihr Süftungs— fest. Die Feier, an welcher eine uͤberaus zahlreiche Versamm— lung Theil nahm, begann mit einem Gebete, das der Missions— Prediger Bergfeldt am Altare sprach. Die Festpredigt hielt der Pfarrer Dr. Weiß. Aus dem Berichte, den demnaͤchst der Se— cretair der Gesellschaft abstattete, ergiebt sich, daß seit dem 2ljaͤhrigen Bestehen dieser letztern 25,434 Bibein und neue Testa⸗ mente und davon in dem letzten Gesellschafts-Jahre, sich mit Hinzunahme des vorjährigen Bestandes
in welchem sie einer Einnahme
gehabt, 1217 Exemplare der heiligen
vorzugsweise unter die ärmeren Bewohner der Stadt und Provinz theils unentgeltlich, theils zu niedrigem Preise ver— theilt hat, und daß außerdem durch den Prediger Bergfeldt
Edinburgher Bibel-Gesellschaft und
fuͤr Rechnung derselben 1438 Bibeln, neue Testamente und Psalter verbreitet worden sind.
1835. Morgens S. Okiober. 6 Uhr. 2 r 1
337,28“ Par. 5, O R. 2,4 0 R.
75 pCt. heiter. NW.
Luftdruch . ... Luftwärme .. Thaupunkt .. Dunstsättigung Wetter
16
Wolkenzug .
Me teorologische Beobachtung. Nachmittags
z3? S0 har. Za 6 Par. Gao. 000 R.
heiter. NO. NO.
Tagesmittel: 336,97“ Par. . 6,8 9 R... 1,10 R. . 63 pCt.
— —
dtach einmaliger
Abends Beobachtung.
Uhr. 10 Uhr.
06
Quellwärme 7,70 R. Flußwärme 10,00 R. Bodenwarme 19,6 0 R Ausdünstung O, 04 Rh. Niederschlag O. Nachtkälte 3,6 R.
A40R. 0,90 R. 7A pCt. heiter. NW.
pCt.
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i n er Deu 9. Gktoer 1833.
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Börse.
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Bt. - Sehuld- Seh. Pr. Eugl. Obl. 30. Prüm eh. d. Beeh. RKarm. QGbl. in. l. C. Nm. Lut. Sah. do. erl. Stadt- Ohl. Königsh. do.
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Ostpr. Pfundhbr. Pomm. do.
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131,
Friedriohadr or Liscouto
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31. Cortes 29.
SoM, Spun. 21]. kelg. 101.
Qesterr. 3 ½, Metall. 162. 3717. G. 19,69 2417. Rr. Ban
ręuss. Pe.-Sch. S9! 4. 38). 687 * 6855.
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compt. 81. 60. fin cour. 81. Ihan, Kente 3133. zo do. 3 6½0 Fort. 381 2.
r. Loose zu 300 FI. 1185.
doo Span. Rente 282. 281. haris, 3. Oktober. SoM Rente pr. compt. 108. 28.
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Börsen.
. Amsterdam, A. Oktober. Rieserl. wirkl. Sehuld SA, e.
Kanz Bill. 2145, 39M Span.
Antwerpen, 3. Oktoher, Zinsl.
—. Cortes 2933 14
Neue Anl. A l.
Frankfurt a. M., 6. Oktober.
10176. A 0p 9811 ½ 990 1630 . . 8 . 5 P 2 7. käetien 1692. 1661. burt. bj. isdn 11823. Loose zu 100 I. 2131. k. do. Au Anl. dn /. Er. Fou. Loone
390 1614. 1614.
2 Y pr. * 80 Cortes 82.
9 sin cour. 108. A0. 709. Zo, Nenap. fin eour. 99. 20. Ausg. Sennld 1315.