Will in ihrer jetzigen Gestalt billigt, davon haben wir ein voll— 4ultiges Zeugniß in den Worten, die er Sr. Maj. in der letzten Thron⸗Rede in den Mund legt; so daß wir, seltsam genug, Lord Melbourne dieselbe Bill einmal tadeln und ein andermal loben sehen. Se. Herrlichkeit hat sich also einer offenbaren Inkonsequenz schuldig gemacht, denn wenn er zugiebt, daß die Bill die seinige ist und von ihm gutgeheißen wird, warum protestirte er dann Dägegen, warum strengte er alle seine Krafte an, sie zu vernichten? Wenn er aber seinen Protest anerkennt, warum ertheilte er ihr denn in der Thron-Nede seinen Beifall? Unter diesen Umständen bleibt nur die eine Antwort übrig, nämlich daß die Minister in . vorigen Session keine einzige Maßregel durchgebracht haben.
Worin unterscheidet sich denn also ihre Lage von der Sir R.
Heels? In nichts. Beide haben einen Versuch gemacht, und Weiden ist er mißlungen, und doch ist einiger Unterschied da, wenn wir die Sache näher betrachten, und zwar kein geringer, denn der Eine handelte als Mann von Ehke und Rechtlichkeie und legte sein Amt nieder; der Andere, ein Mann von nicht so feinem Gefuͤhl, bleibt auf seinem Platze. Ist nun wohl ein so unedelmuͤthiges und einem Staatsmanne nicht geziemendes Be— nehmen zu billigen? Das Einzige, was Lord Melbourne, wenn er wenigstens seinen fruͤheren Namen haͤtte behaupten wollen, thun mußte, waͤre gewesen, daß er das Verfahren seines Vor— gaͤngers nachgeahmt hätte, denn die Verhaͤltnisse Beider waren sich ganz aͤhnlich, da Beide sich in der Minorität befanden, und durch jenes Verfahren gewann sich Sir Robert Peel nicht nur die Achtung seiner Freunde, sondern auch seiner erbittertsten Gegner.“ ,
Das . Journal behauptet, daß bei dem Diner, welches der Plymouther Koͤnigliche Marine⸗Kiub am vorigen Sonnabend dem Grafen von Minto und der Admiralität gege⸗ ben, der Toast auf die Minister in feierlichem Stillschweigen, dagegen die Toasts auf Lord Hill und die Armee, auf den Her⸗ zos von Wellington und die Helden der Halbinsel mit dem größ— ten Enthusiasmus ausgebracht worden seyen.
Aus Manchester wird der Times geschrieben: HUnsere
Stadt wurde in dieser Woche von zwei Leuchten der whigistisch⸗ radikalen Sippschaft besucht, von Joseph Hume und Master Spring Nice. Ais der Erstere vor einem oder zwei Jahren nach ran Cester kam, wurde er sehr fetirt; Montag wieder hierher, und nicht eine Seele achtete auf ihn, so daß er sich fein still nach Liverpool fortschleichen mußte. Der Kanzler der Schatzkammer traf am Mittwoch Abend im Hause des Herrn G. W. Wood, des durchgefallenen Kandidaten fuͤr Snd⸗Lan⸗ castershire, ein. Heute erschien er auf der Börse, und welcher Auftritt ereignete sich dal Viele , befanden sich in dem großen Zeitungs⸗Zimmer, und der Burgflecken⸗Aufseher Edmund Buckley war da, weil Herr. Wood sich erboten hatte, ihn dem großen Manne vorzustellen. Nun, der große Mann trat herein, aber kein Hut luͤftete sich, nur einige von den galanteren Herren machten der Tochter des Kanzlers, die ihn begleitete, ihr Kompliment. Nachdem er so eine Zeitlang auf Ane hoöͤchst peinliche Weise im Saale herumgezogen war,? ent⸗ frnte er sich, ohne daß eine Beifallsbezeigung ihn erfreut haͤtte. Aber der beste Spaß koͤmmt noch. Einige von seinem „Schweif“ wollten gern, daß er eine Rede halten sollte, da dies aber an Resem Ort gegen die Regel war, so wurde es nicht gestattet. Man gab jedoch zu verstehen, daß fuͤr ein paar Guineen der obere Saal fuͤr diesen Zweck zu haben seyn würde. Dies schien inoeß des Guten zu viel. Ein Jeder steckte die Hand in die Tasche und — schluͤpfte davon, so daß der Kanzler der Schatz ⸗ kammer sich allein seinen Weg nach Hause suchen mußte.
In der heutigen Times liest man Folgendes uͤber O Con⸗ nells letzte Nede in der Versammlung des Handwerker⸗ Vereins zu Dublin: „Wir hoffen zuversichtlicher als je, daß das gemeine Betragen dieses Mannes ihn endlich Jedermann veraͤchtlich ma⸗ chen und daß er von Allen, die ihm nicht gleichen, vermieden werden wird, so sehr sich auch die Minister vor ihm beugen und so sehr sie ihre stlavischen Zeitungen bewegen moͤgen, ihn Gent⸗ leman?“ und „ausgezeichnetes Individuum“ zu nennen. Er hat sich schon außerhalb des Bereichs jeder anstaͤndigen Privatgesell⸗ Haft gesetzt, und es soll uns nicht wundern, wenn es noch, in England wenigstens, dahin kommt, daß der bloße Umgang mit ihm fuͤr hinreichend erachtet wird, um Einen aus allen gesitteten Treisen auszuschließen. Was denkt wohl der Leser, von welcher Farbe auch seine politischen er n unn seyn mogen, wenn er eine Stelle, wie die folgende, in G'Connell's Anrede an die Dubliner Handwerker⸗-Union findet: „„Die Orangisten⸗ Faction hat viel von Lohalitaͤt geschwatzt und sich damit groß gethan. Tsyalitaäͤt, ja freilich, wenn sie die Thronfolge andern könnten. Sie mochten das gern, und zwar zu Gunsten des Herzogs von umberland,““ Ist es moglich, daß der Mann, der eine solche Sprache fuhrt oder gefuͤhrt hat, von dem Repraͤsentanten S. Majestäͤt, dem Lord⸗Lieutenant von Irland, zur Tafel eingeladen werden kann? Die naͤchste Psst wird diese Frage iösen. Einst— weilen wollen wir uns damit begnuͤgen, noch bloß die Frage zu Fellen, ob dieser Mensch Mitglied von Brooke's Klub bleiben darf.“ .
69 die ministeriellen und radikalen Blaͤtter dem Oberhause sortwährend den Vorwurf machen, daß es allen Bills, die aus dem Unterhause an dasselbe gelangten, so arg mitspiele und sie sast alle verwerfe, so hat die Times ein Verzeichniß derjenigen u Unterhause angenommenen Bills zusammengestellt, welche das Oberhaus verworfen oder aufgeschoben hat, und welche das Mi— Zisterium selbst aufgegeben oder im Oberhause nicht beantragt hat. Der ersten, naͤmlich der verworfenen, sind 5, welche eine Veränderung ber Waͤhler-Registrirung in Irland, die Einfuͤh⸗ rung eines neuen Konstabler⸗Systems ebendaselbst, die Veraͤnde⸗ ung des Polizeiwesens in Dublin, die Tanz. und Musit-Ver⸗ anügungen und die Anerkennung von Ehen zwischen den Katholiken und Protestanten, wenn die Trauung von einem katholischen Geist⸗ ichen vollzogen worden ist, betreffen. Aufgeschoben wurden 19, mei⸗ tens das Justizwesen betreffend, darunter die Bill uͤber die Verhaf⸗ tung wegen Schulden und uͤber die Veriheidigung der Gefange⸗ nen. Als solche endlich, auf deren Annahme das Ministerium im Oberhause selbst noch nicht angetragen oder deren Durchsez⸗ zing in diesem Hause es aufgegeben, fuͤhrt die Times 3 auf, ämlich die Bill in Bezug auf die Kirche in Irland, die Maß⸗ segel zur Reform der Corporationen ebendaselbst und die Bill, wodurch Stafford seines Wahlrechts fuͤr verlustig erklaͤrt werden oll. Schließlich bemerkt das genannte Blatt, daß 28 Bills in er letzten Sessien vom Oberhause amendirt worden, und daß davon das Unterhaus 26 in dieser amendirten Form genehm igt habe.
Die Times meldet: „In einem Privaischreiben aus Paris, welches vom Grafen Sebastiani spricht, heißt es, daß derselbe in er besten Stimmung von London zurn gekehrt sey, daß er sich nit großer Zufriedenheit uͤber seinen Verkehr mit den Englischen Ninistern äußere, und daß er Jedermann versichere, die Allianz nischen Frankreich und England sey noch nie fo fest und so auf⸗ htig gewesen. Was unsere inneren Angelegenheiten anbetrifft,
er kam am letzten
1176
so soll er mit einer entschiedenen Meinungsaͤußerung daruͤber sehr
zuruͤckhalten und in Bezug auf f. politischen Partei⸗Diffe⸗
renzen eine vollkommen biplbmatische Neutralttät beobachten. Er spricht mit enthustastischem Lobe von Großbritanien, und wenn man ihn fragt, wann er Paris wieder verlassen werde, antwor⸗ tet er, binnen einem Monat gedenke er wieder in Manchester⸗ Square zu seyn. Sein Gesundheitszustand soll hergestellt seyn.“ ᷣ Der assistirende Secretair des Londoner Post-Amts, Herr
G. H. Freeling, ist so eben in Paris angelangt; er hat Boll— machten, die noͤthige sendung der Zeitungen abzuschließen. nach Bruͤssel und dem Haag begeben. Die Times hatte gestern gesagt, die Franzosen seyen da—⸗ durch, daß die Englische Regierung die Blokade don Portendic am Senegal aufgehoben, verhindert worden, einen ehrenvollen Frieden mit den Trasarischen Mohren zu schließen, worauf ihr heute in einem eingesandten Artikel erwiedert wird, jene Be⸗ hauptung mochte ihr wohl aus Französischer Quelle zugeflossen seyn. Zur Berichtigung fuͤgt diefer Einsender Folgendes hinzu: „Die Blokade hatte, obgleich sie schon fast seit einem Jahre be⸗ stand, nicht das Geringste dazu beigetragen, eine Aussoͤhnung mit den Mohren unter den Bedingungen, welche die Franzosen ihnen auferlegen wollten, zu Stande zu bringen. Der eigent— liche Zweck der Blolade war, die Tkasaren zu zwingen, mit den Franzosen nach deren Belteben Frieden zu machen, obgleich derselbe in den Augen der theilhaft war; und in dieser Absicht schnitten die Franzosen ohne weitere Umstaͤnde den Engländern den Gunimi-Handel zu Portendic ab, der uns durch den Traktat von 1783, als Preis fuͤr die Zuruͤck⸗ gabe von Senegal und Gorih an Frankreich, feierlich garantirt wurde. Ihr Streit mit den Trasaren ist ein rein kommerzieller; Feindseligkeiten finden von keiner Seite statt. Ein Trasaren⸗ Häuptling war am Senegal ermordet worden; in olge davon weigerten sich die Mohren, den Franzosen ihr Gummi zu ver⸗ kaufen, und die Blokade sollte nun auch den Verkauf desselben an die Englaͤnder verhindern. Dazu koͤmmt noch, daß Portendic nicht einmal im Trasaren⸗ Gebiet liegt, sondern daß dieser Volks⸗ stamm sich nur des Handels wegen dorthin begiebt, und so ist wohl das Selbstsuͤchtige und Unverantwortliche des ganzen Ver— fahrens der Franzoͤsischen Behörden am Senegal klar erwiesen.“
Belgien.
Bruͤssel, 11. Okt. Das Geruͤcht, daß Ihre Majestaͤten sich in der nächsten Woche nach Paris begeben wollen, scheint durch einen im Journal des Débats befindlichen Artikel in dieser Beziehung Bestaͤtigung zu erhalten. Der Emancipa⸗ tion zufolge, durfte ein Theil des Königl. Generalstabes die hohen Herrschaften nach Paris begleiten, die sich von da, wie es heißt, nach Fontainebleau begeben werden.
Der bekannte General Lecharlier, der nach Portugal zuruͤck⸗ berufen worden ist, wird in diesen Tagen von hier nach Lissabon abreisen.
— Der Schwäbische Merkur schreibt aus Bruͤssel vom K. Okt.: „Die Zwistigkeiten zwischen den Belgiern und den sich hier aufhaltenden Franzosen nehmen taglich einen ernsteren Charakter; sie haben sich bisher nur in der Civil⸗Klasse offen ge⸗ zeigt, sind nun aber auch in der Armee ausgebrochen, und zwar auf eine gar sehr grelle Weise. Der Mep histopheles, ein schmutziges Blatt, nahm einen insolenten Brief gegen die Fran⸗
zoͤsischen Offiziere in der Belgischen Armee auf. Egs heißt nun,
daß derselbe zu ernsten Angriffen die Veranlassung würde, und daß der General Olivier (Belgier) den General Gerard (Franzo⸗ sen) nach mehreren derben Aeußerungen herausgefordert habe. Es ist nicht zu leugnen, daß die Franzosen einen gar unpassend an⸗ maßenden Ton hier angenommen, und nur zu oft gegen alle Scho⸗ lung und gesellschaftliche Deltkateffe sich Aeußerungen erlaubt haben, die kein Belgier ruhig anhören und gleichguͤltig behandeln konnte; es ist aber von der anderen Seite traurig, daß eine Ar⸗ mee, die den Beruf haben soll, gemeinschaftlich zu wirken, sich zu Exzessen hinreißen läßt, die beiderseits nachtheilig sind, und namentlich eine sonderbare Ansicht von der gegenseitigen Stellung geben. Es heißt, der Kriegs-Minister habe sich in das Mittel gelegt, und daß es zu ernsten Untersuchungen und Maßregeln kommen werde, die beide nothwendig sind. Der Fuͤrst von Ligne ist seit einiger Zeit hier, und, wie man wissen will, mit der Sen⸗ dung beauftragt, eine Annäherung des Adels an den Hof zu be⸗ wirken.“ U :
Deut schland.
Hannover, 13. Okt. (Hannov. Zeit.) Unsere Stadt bot gestern in den Nachmittags. und ersten Abendstunden einen ungewoͤhnlich lebhaften Anblick dar. Am Vormittage hatte bei dem Mansver der Truppen in der Nachbarschaft ein Theil der sich stoͤrend aufdraͤngenden Zuschauer von den Landdragonern zuletzt mit einigen flachen Saͤbelhieben zuruͤckgewiesen werden muͤssen, wobei ein Schneidergeselle eine Ritzwunde im Gesichte erhielt, die, da derselbe ohnehin betrunken war, seinen Transport nach dem ann entgegengesetzten Ende der Stadt belegenen Krankenhause veranlaßte. Dies geschah unter dem Geleite des von Straße zu Straße sich mehrenden muͤ— ßigen Volks, und bald verbreiteten sich uͤbertriebene Ge— ruͤchte von dem bei dem Mansvet vorgefallenen Gewaltthä⸗ tigkeiten und deren blutigen, ja tödtlichen Folgen. Vor ber Kaserne der Landdragoner entstand ein Auflauf, und waͤhrend des Verhoͤrs einiger Verhafteten und deren Transports zwischen dem Gefangenhause und dem Polizei-⸗Buͤreau waren in den Straßen jener Gegend viele Menschen, meist feiernde Hand werks⸗ burschen, Straßenjungen und Weiber, versammelt, weshalb zur Aufrechthaltung der Ordnung hin und wieder Milltair aufgestellt ward. Mit völligem Eintritte der Dunkelheit verlief sich die Menge in der Stadt, sommelte sich jedoch leider wieder vor dem Cleverthore, und bedrohere das Buͤreau der Koͤnigl. Landdrago⸗ ner, so daß das Militair einschreiten mußte, und bei dem dahei entstandenen Tumulte zwei hiesige Einwohner schwer verwundet worden sind.
Weimar, 14. Okt. Der Großherzogliche Oberschenk, Frei⸗ herr Vitzthum von Egersberg, hat von Sr. Maj. dem Kaiser von Rußland den St. Wladimir Orden zweiter Klasse mit dem Stern und der Kaütserl. Oesterreichische Kaͤmmerer, Graf Sandor von Szlawnieza, von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzoge das Komthuͤrkreuz Höchstihres Haus⸗ODrdens der Wachsamkeit erhalten.
— — Dresden, 13. Okt. Se. Königl. Hoheit der Großherzog von Sachfsen⸗Weimar nebst Gemahsin Kaiserl. Hoh. sind heute Nachmittag unter dem Namen eines Grafen und ciner Graͤfin von Altstaͤdt, auf der Rückreise von Prag, hier einge— troffen und im Hotel de Pologne abgestiegen. Auch der K. K. Desterreichische Feld⸗ Marschall Lieutenant und Botschafter am
Kalserl. Russtschen Hofe, Graf Fliequesmont, den das Geruͤcht
völlig wieder ⸗
Uebereinkunft wegen der portofreien Ver⸗ Von Paris wird er sich
Mohren keinesweges ehrenvoll und vor,!
in London bezeichnet, ist hier angekommen.
Leipzig, 14. Okt. Wir erhalten aus Penig die traur s Nachricht, daß die Stadt Waldenburg (in der Fuͤrstl. Schoͤnh gischen Receßherrschaft d. N) ein bedeutendes Brandungluͤck troffen hat. Am 11ten d. Abends in der eilften Stunde hig daselbst in dem Hause des Kaufmanns Meißner jetzt noch unbekannte Weise Feuer aus, wodurch in kurzer 3 einige 50 Wohnhauser und eine große Anzahl Neben, und H. tergebaͤude in Asche gelegt wurden. Auch das Lokal der Py Verwaltung ist niedergebrannt, jedoch sind durch thaͤtige Huͤls stung fast alle zur Post gehörige Expedition s Gegenstande n Utensilien, die Casse und saͤmmtliche Steuersachen gerettet worh,
tuüͤnchen, 12. Okt. Zu der auf den 12 Okt., als Tag der silbernen Hochzeits Feier Ihrer Königl. Majestaten, gesetzten Grundstein⸗ Legung zur heiligen Bonifaciuskirche in Max Vorstadt zu Muͤnchen ist vom Koͤnigl. Staats Ministersn des Innern ein eigenes Programm erlassen worden. Schon Vorab end wird von dem Dom-⸗Klerus das Kreuz auf der staͤtte aufgerichtet und die Weihe des Salzes und Brodes n genommen. Die Grundsteinlegung selbst geht um I2 Uhr sich. Als Zeugen sind von Sr. Maj. bestimmt: die Prinzen Koͤnigl. Hauses, die Bischoͤfe von Augsburg und von Bin der Regierungs⸗Praͤsident des Isarkreises, der Stadt Komme dant und der erste Buͤrgermeister der Haupt⸗ u. Residenzstastadt. Erzbischof von Muͤnchen-Freising mit bem gesammten Klerug scheint in feierlichem Zuge, welchem sich die Stadtbehoͤrden schließen, auf dem Bauplatz. Die gesammte Garnison haͤlt h Maxplatz besetzt. Se. Maj. der König wird in Begleitung Köͤnigl. Prinzen, der General- und Fluͤgel⸗Adjutanten, des Fi marschalls Fuͤrsten vvn Wrede, der ganzen Generalität und; Generalstabs sich von der Königl. NResidenz aus dorthin begeben ij die Truppen besichtigen, sodann sich nach dem Bauplatz verssn und dort auf einer Estrade Platz nehmen. Auf das von Sr. ii gegebene Zeichen wird der Staats⸗Minister des Innern den imqn Dank der Muͤnchner Buͤrgerschaft fuͤr die großmuůͤthige Erbaum einer Pfarrkirche aus Koͤniglichen Mitteln ausdrücken. Hiꝛnn vollzieht der Erzbischof mit der Geistlichkeit die Ein segnung n Grund- und Schlußsteines. Der Architekt uͤberreicht Sr. M dem Konig zwei Steinplatten mit Grundriß und Inschrift, n Bildniß Sr. Maj., eine goldene Uhr, verschieden? goldene, ter Sr. Maj. Regierung gepraͤgte Muͤnzen und saͤmmtliche 6 schichtsthaler. Se. Maj. legt diese Gegenstaͤnde in den Grun stein, waͤhrend der Klerus die Litanei singt. Der Erzbisch fuͤhrt nun mit dem Hammer die herkoͤnimlichen drei Schiäg und bringt mit der Kelle den ersten Kalk an den Grundstein. Maj der Köoͤnig und nach ihm die Koͤnigl. Prinzen vollziehen hier den. Hammerschlag und Kalkwurf, während der Erzbischof Graͤnze des zu uͤberbauenden Kirchenplatzes einsegnet. Zuh wird das Veni creator Spiritus gesungen, dann gon dem 6 bischof der Segen ertheilt, und einige Worte des Dankeg Se. Mas. den Koͤnig gerichtet. Se. Maj. laͤßt hierauf das sammte Militair in der Ludwigs Straße desiliren, und kehrt ni der Königl. Residenz zuruͤck. Waͤhrend der Grund steinlegu wird, mit allen Glocken gelaͤutet und eine Artillerie, En
gegeben. Gestern Abend ist eine Estaffette von Herrn Reichardt s
eingetroffen. Er . sich in Eggenfelden im Unterlande, unt Passau niedergelassen. Jener Ort liegt 32 Stunden von hö Herr Reichardt führ von hier ab um 2 Uhr 50 Minuten y kam dort an um 4 Uhr 18 Minuten; er machte also den nm ten Weg in 1 Stunde und 25 Minuten. Aus der ganze Umgegend stroͤmte Alles herbei. Herr Reichardt schreibt, die Tour sey die angenehmste gewesen, die er je gemacht habe.
Darmstadt, 12. Okt. Das heutige Regierung sblan enthält nachstehende Bekanntmachung, die Aufnahme des Lan w Hessischen Amtes Homburg in den Zoll⸗ Verband h treffend:
„In Folge einer vorlaͤufig getroffenen Uebereinkunft soll vn 3ten d. Menn und bis zu dein Zeitpunkte, wo der mit der Kun graͤflich Hessischen Regierung bereits abgeschloffene Vertrag wegn des HBeltritts derselben mit dem Amte Homburg zum Zoll-Vermh 6 zur Ausfuhrung kommt, die Freiheit' von den ben seitigen Eingangs und Ausgangs-Zöllen bei dem Waaren khh gange aus dem Amte Homburg nach dem Zollvereins⸗ Gebiete, in umgekehrt aus dem Zollvereinz- Gebiet nach dem Amt? Homsh⸗ fuͤr alle im steuerlich freien Verkehr des einen oder des andern sij des befinsliche Gegenstaͤnde der Regel nach ecinstweilen schon sin finden. Diese einstweilige Zoll- Freiheit wird ganz in derselben Wo statthaben, wie solche in Gemaͤßheit der diesseitigen Bekannt machmn vom 3. Sept. d J., die Zoll- und Handels⸗Verhaltnisse mit dem ha zogthum Nassau betr., im Verkehr zwischen dem Zoll- Vereins Gerit und dem Herzogthum Nassau vorldͤufig vereinbart und seit zn 10ten v. M. zur Ausführung gekommen ist. Die Be stim munstt und Vorschriften, welche die gedachte Bekanntmachung fuͤr in Verkehr mit dem Herzogthum Nassau enthält, sinden gleich müßt Anwendung auf den Verkehr zwischen dem Amte Homburg und ich Zoll⸗Veresnsgebiete, und es ireten namentlich auch hier die del benannten Ausnahmen fuͤr diejenigen Gegenstände ein', welcht hh der als Regel gęltenden einsweiligen Zoll- Freiheit fur je ht ti weder nech unbedingt ausgeschlossen sind, oder welche nur gt obrigkeitlich beglaubigte Ursprunge— Zeugnisse von Fabrikanten oh Produzenten der be:derseitigen Gebiete zollfrei eingehen koͤnnen. Gegn Rid nde der letzten Art durfen, anstatt der im S. A. der mehrgedachten H lanntmachung angeführten Haupt- und Neben Zoll Aemter, In über die Haupt-Zoll Aemter Mainz und Vilbel und über die R ben⸗Zoll-Aemter Obereschbach und Oberroßbach aus dem Amte Hin burg in das Großherzogthum eingehen und können nur von disst Zoll⸗Aemtern abgefertigt werden. Die Großherzogliche Zoll⸗Dirch tion ist mit der Ausfuhrung der vorstehenden Andrdnungen bean tragt, nach welchen sich auch die uͤbrigen betreffenden Bebbrden n namentlich die Großherzoglichen Kreis- und Landrätbe wegen n Beglaubigung der Ürsprungs-Zeugnssse gehbrig zu bemessen habt
Darmstadt, den 3. Oktober 1835. . j Groß berzoglich Hessisches Ministerium der Finanzeh,
In der Sitzung der zweiten Kammer unserer Ständen sammlung vom gten d. wurden in Betreff der Beschwerde n Hofgerichts⸗Advokaten Bopp, die Verweigerung der Fonzes zur Herausgabe einer Deutschen Rechts Zeitung betreffend, h 7 gegen 4 Stimmen beschlossen, dem desfallstzen Gesuche
als Nachfolger des Fuͤrsten Esterhazy auf dem Botschafter/Pos
Verwendung bei der Staats⸗Regierung nach dem Antragt Ausschusses Folge zu geben. Sodann wurde auch in Bezug! . den, den Haustrhandel und die hausirend ketriebenen Ger betreffende Gesetz⸗ Entwurf die Frage: Will die Kammer Mi dem Antrage des Abgeordneten Goldmann das prop onirte Gesj
dagegen der Art. J des Gesetz Entwurfs mit 29 gegen 2 Sith men, und die Art. 2, 3 und 4 einstimmig angenommen.
Oesterre ich.
ö ; ; seh
Teplitz, 11. Okt. (geipz. Ztg.) Die hier zuruͤckgeblie
nen Kaiferlich DOesterreichischen Beamten haben vollauf mig g
quidationen zu thun. Es sind große Summen hier in n e. gekommen. Große Freude bei allen Wohlwollenden hat es
auf eine ich
ich
vor der Hand ganz ablehnen? mit 23 gegen 7 Stimmen vernein Ing
gt, daß unser wackerer junger Arzt HNr. Schmelkes fur seine ei wahrhaft gelungenen Gedichte: „Die drei Adler im Bila—⸗ ale, und zur Einweihung des Monuments hei Priesten, volle erkennung gefunden, und vom Kaiser von Rußland einen kost⸗ hren Brillantring, vom Konig von Preußen eine goldene Ta⸗ tiere mit huldvollen Schreiben erhalten hat. Es . tůg⸗
viele der von Prag zuruͤckkehrenden hohen Herrschaften hier ich. Ole Prinzen und Prinzessinnen des Königl. Preußischen häuses mußten sich freuen, in Prag selbst durch eine, dem Bran⸗ burger Thore in allen seinen Maßen und Verzierungen voll— zmmen nachgebildete Ehrenpforte einzuziehen. Ueberhaupt fuh⸗ n die Hoͤchsten Herrschaften zwischen hier und Prag durch nicht eniger als 44 Ehrenpforten. Sehr rührend für unsern Kaiser hr die schnelle Abreise des Kaisers Nikolaus nach Wien, um Kaiserin Mutter und der Gruft des Katsers Fran einen Be⸗ ch abzustatten. Er blieb nur einen Tag in Wien in der Burg, nd ist nach seiner Ruͤckkehr nach Prag und nach dem Abschiede han unserem Kaiserpaare uͤber Schlesien in die suͤblichen Gou— ernements seines Reichs abgegangen.
prag, 12. Oktober. Se. Majestaͤt der Kaiser haben am 1bten d. Vormittags die . Universitaͤt mit einem Besuche hestt. In dem Promotions-Saale war die gesammte sehr zahl⸗ i. akademische Jugend versammelt, und nach diesem Saale burden Se. Majestaät von dem akademischen Senat durch die
zwei Reihen geordneten Doktoren aller Fakultäten inmitten inmtlicher Professoren geleitet. Se. Majestät ließen sich die tzüͤglichsten Urkunden des Universitaͤts-Archives, wobei sich un⸗ * Anderem ein Belobungeschreiben Kaisers Ferdinand III. we⸗ sen der von den Prager Studirenden im Schwedischen Kriege sewiesenen Tapferkeit befindet, vorzeigen, wohnten dann einigen hemisch physikalischen Experimenten des Professor Pleischel ei, hen denen besonders das Verbrennen einer Stahlfeder und ei— s Stuͤckes Phosphor in Sauerstoffgas die Allerhöchste Auf— merksamkeit erregte, und besichtigten endlich auch die Praparate cz anatomischen Kabinets. Sowohl bei der Ankunft als beim Lchiede wurden Se. Majestaͤt von dem lauten Freudenrufe der Msammlung unter Pauken, und Trompetenschall begruͤßt. An demselben Tage besichtigten Se. Majestaͤt auch noch das pohtechnische Institut, die großartige Buchdruckerei der Herren haase Sohne und das Boͤhmische Musenm.
Wien, 19. Okt, 9Schles. Ztg.) Es war gestern Nach—⸗ ittags 1 Uhr, als (wie bereits erwähnt) Se. Majestaͤt der Kaiser von Rußland mit 5 Wagen ganz unerwartet hier ankamen nd im Kaiserl, Nussischen Botschafts, Hotel abstiegen. Dieser Besuch hat so allgemein überrascht, daß man, als die Kunde hiervon in die Kaiserliche Burg kam, weit davon entfernt war, hr Glauben zu schenken, sondern an der Richtigkeit erst, nach⸗ em dieselbe durch eigene Beamte, deren mehrere abge⸗ chickt wurden, weil man auch ihnen anfangs nicht traute, estͤtigt war, zu zweifeln aufhörte. Selbst das Botschafts⸗ Hotel, dessen Bewohner sich auf dem Lande befinden, war hemahe ganz leer und verwaist; nur der Botschafts⸗Rath Fuͤrst Gortschakoff und der Staatsrath von Kudriaffski waren in Geschften im Hotel anwesend. Um diese Ueberraschung recht volloumen zu machen und damit ja nichts geahnet werden kannte, wurde die größte Vorsicht vom Kaiser selbst anbefohlen, und namentlich wurden die Postpferde von Prag aus ge⸗ rahe in entgegengesetzter Richtung von Wien bestellt. m so freudiger ist aber auch der Eindruck, den die ange—⸗ sme Kunde auf allen Gesichtern malt, und man kann dem siser die Meisterschaft in der Kunst, Herzen zu gewinnen, hichdem man solcher Vorgaͤnge Zeuge gewesen ist, gewiß nicht ihstichen. Ein Eourter wurde sogleich nach Prag abgeschickt, wn unserm Kaiser die frohe Botschaft des oͤchsten Besuchs zu kcarhtingen. Derselbe galt insbefondere Ihrer Majestät der Kushrin Mutter, welcher der Kaiser von Rußland seine schmerz⸗ lie Theilnahme uͤber den Verlust eines theuern Gatten und mrergeßlichen Freundes muͤndlich zu bezeugen sich vorgenommen sote, In dieser Absicht begab sich der erlauchte Kaiser auch hverweilt, nachdem er sich schnell in die Uniform des seinen Namen fuͤhrenden Husaren-Negiments geworfen hatte, nach Schönbrunn, wo sich nun eine Scene des Wieder sehens berei⸗ ki, Bie sich unmoglich beschreiben laßt. Ihre Kaiserf. Hoheiten r Erzherzog Franz Karl und Erzherzog Ludwig hatten sich bei Iter Majeslaͤt der Kaiserin Mutter eingefunden. Nach zwei⸗ sibigem Verweilen bei Ihrer Majestaͤt und den Kaiserl. Ho⸗ len begab sich der Kaiser zurück in die Stadt! unmit— tar in die Staats, Kanzlei, um der Frau Fuͤrstin von Miternich, der er einen Brief von ihrem Gemahl aus Pig überbrachte, einen Besuch abzustatten, und nach einem kur— h Aufenthalte daselbst kehrte er in das Botschafts⸗Hotel zuruck, äber nur um sich in die Nussische Campagne Uniform umzuklei⸗ hin und dann die Gräfin von Czernitscheff, welche im Gasthof Uh goldnen Lamm in der Leopoldstadt wohnt, mit einem Be⸗ Uche zu überraschen. Von da aus fuhr Kaiser Nikolaus abet, mlt nach Schoͤnbrunn und kehrte Abends nach 9 Uhr auf dem hckwege noch einmal bei der Frau Fürstin von Metternich eln, helche ihn in Gesellschft ihrer beiden Tochter, der Graͤfin von Sandor und der Fuͤrstin Hermine, empsing, da der Kaiser den Vunsch geäußert hatte, keine großere Gesellschaft zu finden. Erst nich 1 Uhr verließ er die Fürstlich Metternichschen Appartements, um sich nach einer heispiellos sorcirten Reise im Botschafts Hotel ür Ruhe zu begeben und sich von den Anstrengungen des Tages l ttholen. Heute in aller Fruͤhe waren schon zahlreiche Grup⸗ Em hiesiger Einwohner vor dem BVotschafts / Hotel versammelt, die den raterlichen Kaiser zu sehen hofften. Ihr Wunsch wurde Uh bald erfuͤllt; schon in den ersten Vormittagsstunden ging . Katser aus, um die sehenswerthen Theile Ver Stadt in Uugenschein zu nehmen. Ein gewohnlicher Fiaker wurde auf linen ausdrücklichen Befehl zu diesem Behufe requirirt. Jede iczeichnung und selbst eine Chrenwache hatte Er sich auf das Vestimmteste verbeten. Dem diplomatischen Corps welches an⸗ ragte, ob es seine Aufwartung machen duͤrfe, wurde die Ant⸗ port: daß es der Kaiser außerordentlich bedaure, aus Mangel n Zeit, da Er scheon heute Nachmittag wieder abreise, daffelbe empfangen zu konnen. Um 12 Uhr kam Se. Kaiserl. Hoh. , mrez Halatinus, von der frohen Ueberraschung in Kennt- aß gesezt, von Preßburg hier an, a, Borschafts Hotel, um den Kaiser zu ufs herzlichste empfing und ihm seine freundschaftlichste Ach, ö. guf eine auszeichnende Weife zu erkennen gab. Nach einer undenlangen Vesprechung verabschiedete sich der Erzherzog, um dach Schsnbrunn zu begeben. Seine Majestaͤt der Kaiser r fuhr im Wagen seines Botschafters nach der Staats— iet, um von der Fuͤrstin von Metternich Abschled zu neh— lim 2 Uhr erwartet Ihn die Kaiser⸗ been hle im Lustschleß von Schönbrunn. —e„äaiser nur noch auf einen Augenblick nach dem VBotschasts—⸗ dtel zurückkommen und dann die Ruͤckreise nach Prag unver⸗
bewillkommnen, der ihn
dessen die Schiffe der
und eilte ohne Aufenthalt nach
3 zum Mit ⸗ ach diesem wird
17: weilt antreten, also noch einmal mit unserm Kaiser zusammen kommen. Daß der Kaiser Nikolaus durch diesen, wenn auch kurzen Besuch unserer Kaiserlichen Familie einen wiederholten sprechenden Beweis der zartesten Aufmerksamkeit geliefert hat, wird hier allgemein und um so lebhafter empfunden, als er da durch auch eine hohe Achtung fuͤr die DOesterreichische Monarchie uberhaupt beurkundet hat. Man kann sich aber auch keinen Be⸗ griff machen von der freudigen Aufregung, welche die Kunde von seiner Ankunft verbreitete. Diese Stimmung hat sich auch schon verschiedenemale festz und heute beim Erscheinen des Kaisers durch lauten Jubel Lust gemacht, und mit vollkommener lleber⸗ zeugung wiederhole ich, daß sich derselbe dadurch in jedes Oester⸗ reichers Brust ein unvergängliches Andenken gegruͤndet hat. In der Begleitung Sr. Masestat befindet sich der Kaiserl. General⸗ Adjutant, Graf von Benkendorf und der Ihm als Fluͤgel⸗Adju⸗ tant ven Seiten unsers Kaisers beigegeben? General Major Fuͤrst Karl Lichtenstein. — Heute ist auch der Kaiserl. Koͤnigl. Bol⸗ schafter am Londoner Hof, Fuͤrst Paul Esterhazy, von Prag zuruͤck hier angekommen.
Schweiz. Neuchatel, 8. Okt. Die Musterung unserer Milizen ist
durch ein freundliches Festmahl beschlossen worden, das sich die Offiziere aller Waffengattungen der beiden Kontingente und die
Mitglieder der Militair⸗Departements gegeben haben.
La Chaux de Fonds hat Behufs der bessern Einrichtung ihrer Wochen, und Jahrmaͤrkte einen Platz fuͤr 7Jo86 Schweizer Franken angekauft, wozu die Gnade des Koͤnigs S900 Franken beigetragen hat; das Uebrige ist durch frei⸗ willige Unterzeichnungen zusammengebracht worden.
Italien. (Allg. Ztg.) Man schreibt aus Rom,
Die Gemeinde von
Turin, 5. Okt.
daß Se,. Heiligkeit der Papst auf Vorstellung des Englischen Kon⸗
suls sich bewogen gefunden hat, das Verbot aufzuheben, vermoͤge , Köoͤnigin von Portugal, so wie die Por⸗ tugiesische Handels Flagge, aus den Haͤfen des Kirchenstaates aug⸗ geschlossen waren. Doch muͤssen sich alle unter Portugiesischer Flagge fahrenden Schiffe dazu verstehen, daß sie bei ihrer Ankunft in den Roöͤmischen Haͤfen dieselbe ein iehen, und sie erst wieder aufziehen duͤrfen, wenn sie die Noͤmische Kuͤste verlassen haben. Ihre Pa⸗ piere sollen indessen respektirt und Mannschaft wie Ladung so angesehen werden, als ob sie einer Nation zugehsrten, die mit dem Roͤmischen Hof in den freundschaftlichsten Beziehungen steht. Man scheint in diesem Falle zu Rom eben so ver fahren zu seyn, wie es bei denjenigen Schiffen geschah, die den Suͤd⸗Amerikani⸗ schen Staaten angehören, welche auch nicht vom Papste anerkannt sind, aber die Beguͤnstigung erhielten, ihre Handels Verbindun⸗ gen mit den Paͤpstlichen Unterthanen auf National Schiffen unter denselben Bedingungen zu unterhalten, wie sie gezenwärtig fuͤr Portugal vorgeschrieben sind. Hier hat man diese üekuuiuuiuaG mißbilligend aufgenommen; man hatte es lieber gesehen, wenn der Roͤmische Stuhl den Zuredungen Englands widerstanden haͤtte. — Aus Spanien sind die hier eingegangenen Nachrichten mit jenen uͤbereinstimmend, welche die Franzoͤsischen Journale taͤg⸗ lich geben, doch duͤrfte es nicht unwichtig seyn zu beinerken, daß die vielen Königl. Freiwilligen, welche nach dem Tode Ferdinands Vll. aufgeloͤst worden sind, sich bei der großen Aufregung, die in allen Provinzen herrscht, auch wieder zu ruͤhren beginnen. Sie kön— nen, falls es Don Carlos gelingen sollte, eine Demonstration im
nnern des Landes zu machen, geft rliche Gegner der Sache
sabellens werden, denn nach den M nchen sind die Koͤniglichen Freiwilligen am haͤrtesten behandelt und leichtsinniger Weise in ganz Spanien aufgelöst und zerstreut worden, wo sie unter aller, lei Formen das glimmende Feuer der Unzufriedenheit nähren. Die Zahl dieser Freiwilligen soll kurz vor dem Tode Ferdi, nands VII. nahe an 70, 005 betragen haben. ͤ
Seitdem unser König sich während der Cholera nach Genua begeben hat, wo die meisten angesehenen Leute aus Furcht sich gefluͤchtet hatten, zeigt sich dort für ihn ein entschiedener En— thusias mus, und dit enueser, welche sonst keine großen Anhänger des Königlichen Hauses waren, scheinen jetzt bekehrt.
Mit dem Schweizer Vororte sind Unterhandlungen ange— knuͤpft, um einen freiern Verkehr zwischen diesem Lande und Piemont herzustellen. Dies scheint um so noͤthiger, da die Eid⸗ genossenschaft auch im Begriff stehen soll, mit den“ eutschen Regie⸗ rungen Handels- Regulirungen einzugehen, wodurch mittelbar un, sern Produkten ein neuer Ausfluß geoffnet werden konnte.
Spanten.
Madrid, 2. Ott. Durch zwei Dekrete, vom 27. und. 28. September, werden Don Martin de los Heros zum Minister des Innern und Don Alvaro Gomez Becerra zum Justiz⸗ Mi⸗ nister ernannt.
S olgendes Dokument, welches dem Dekret vom 28sten zur Einberufung der jetzigen Cortes vorherging, kann als ein neües Manifest des Ministeriums betrachtet werden:
„Señ ora! Indem der interimistische Praͤsident Ihres Minister⸗ Conseils den Beweis seiner Liebe und Ehrerbietung zu den Füßen des Thrones Ihrer erhabenen Tochter, der Königin Ifabelka II., niederlegt, knapft er daran folgende Betrachtungen über den ge⸗ fer ge sen Zustand der Nation. Die letzten wohlwollenden Bes rete Ew. Majestaͤt und die Billigung, womit Sie die Grundsaͤtze zu bewahren geruhten, die ich imn ver Erklarung ausgesprochen, welche ich am 14. Sept d J. ju überreichen ie Ehre hätte, haben die Aufregung, welche unser unglückliches Vaterland heim suchte, gestillt. Ber Tag der au gemeinen Bersohnung ist fehr nahc, und mst diesem Tage wird rin. neue Actz des Nuhmz fuͤr Ew. Maje— kt unz des Gluͤckes fur daz Spaͤnische Volt beginnen. Dann wer⸗ den auch diejenigen Grundlsaͤtze sich zu entwickeln anfangen, welche fuͤr immer die offentliche Freiheit an den Thron Ihrer e:habenen Tochter knuͤpfen werden. Eine Zusam menberufung der Cortes des
Königreichs ist allgemein als unerläßlich anerkannt, um in Ueber. das Königliche Statut
eintimmung mit der Königlichen Aatoritäͤt zu repidiren und dadurch, auf eine feste und dalernde Weise, die Aurfuͤhrung der alten Fundamental⸗Gesetze der Monarchie zu sich ern, indem man ste zem G'eiste des Jahrhunderts und den Erfordern issen der jetz igen Civilisation accom modirt. Wenn indeß Jedermann von der Nothwendigkei dieser Maßeegel überzeugt ist, welche für immer den Ab⸗
rund der politischen Spaltungen verschließen wird, so herrscht doch eine
erschiedenheit der Ansichten daruͤber, welche Mittel unter pen geg en⸗ waͤrtigen Umsiaͤnden zu ergreifen seyen, uin die Cortes auf eine ge⸗ setzliche Weise einzuberufen' und dadurch jeden Vorwand zu ferneren Sch wierigkelten zu entfernen. Zur Erreichung dieses so sehr ge⸗ wuͤnsch ten Zweckes bieten sich drei Mittel dar; 1) Dle Einberufung neuer Cortes in Gemaßheit cines neuen von Ew. Maj. bekanntzu⸗ machen den Systems. 2) Dieselbe Ein derufung nach dem jetz igen Wahlgesetze. 3) Einberufung der jetzigen Cortes, um ein nenes Wabl = Gesetz zu Aätwerfen. Dag erste Vittel widerstreitet den Grundsaͤtzen Ew. Majesslaͤt und Ihrem festen Entschlusse, über elle wichtige Feggen die Stimme des Landes zu hören, es widerstrgltet der Natur einer Reyrdsentafso!“ Regierung, deren
wichtigstes Gesetz eben das Wahlgesetz ist, denn eg umfaßt
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allin eine ganse gonttitutlon. Ew Masestat werden en- Mitte nicht ergreißen wollen, welches die LS sung des Problems aus yließ= lich der Willkür der Regierung uͤberließe, denn Ew. Masestũt wis⸗ sen, daß die Bewahrung' der zfentlichen Garantieen die beste Stuͤtze des Throneg ist. Das zweite Mittel ware, unter anderen als den jetzigen Umstaͤnden, sehr leicht ausführbar. Zur Erwaͤhlung von Deputirten nach dem jetzigen Wahl⸗Gesetze bedarf es der Mitwir⸗ kung der Munizipalitaͤten, die noch nicht im ganzen Lande, dem neuen, Dekrete gemaͤß, eingesetzt worden sind. Man mußte diese Einsetzung abwarten, und dann könnte die Versammlung der Cortes erst in vier Monaten stattsinden, ein Aufschuüb, den die igen wartzg⸗ Lage der Regierung, namentlich in Betreff des öf⸗ fntlichen Kredits, nicht erlaubt. Ueberdies könnte jede Verzögerung der Einberufung der Cortes von den Argwoͤhnischen als eine von den Ministern erfonnene Ausffucht, um? sich' der Erfuͤllung ihrer Versprechungen zu entziehen, betrachtet werden, und ein . rium, das Achtung vor der öffentlichen Meinung und vor sich selbst hat, muß selbst den Schatten eines Verdachts vermeiden. Nie Nonh! wendigkeit einer Zusammenberufung der jetz igen Cortes ist erwiesen; Res Mittel ist das einfachste und leichtest? und di⸗ gegenwaͤrtigen Cortes sind das einzige gess licht Organ des offentlichen e lens, welches Ew. Majestaͤt in der ietzigen Lage zu befragen hat. Diese gesetzgebende Gewalt, deren Session in anderthalb Monaten eroffnet werden kann, wird das neue Wahl-Gesetz, demgemdß dann die folgenden Cortes werden einberufen werden, so wie die drin endsten Angelegenheiten in Berathung ziehen. Nach der Abfas⸗ fe des neuen Wahl -Gesetzes und der Einberufung der neuen Lorteg beginnt unsere parlamentarische Aera. Die Vertheilung und das Gleichgewicht der bffentlichen Gewalten, die , . des Thrones, die Rechte der Nation, die Verantwortlich leit der Mini⸗ ster, die organischen Gesetze und, wenn es fuͤr nöͤthig gehalten wird, selbst das Wahl- Gesetz können denmitiv beslimmt werden. Sind diese Fragen einmal erledigt, so konnen der Thron und die Nation ihre Aufmerksamkeit ausschließlich auf Gegenstäͤnde der Verwaltung, auf die Quellen des National⸗Reichthums und auf das Wohl des Volkes richten, welches der alleinige Zweck jeder Re ierung seyn muß. Ich habe daher die Ebre, Ew. Maj. die unverzügliche Ein⸗ berufung der jetzigen Cortes der Monarchie vorzuschlagen, um den in dieser ehrfurchtsvollen Erklärung ausgesprochenen Zweck zu er= reichen. — Im Schlosse, den 28. Sept. 1833. J. Alvarez Mendizabal.“
Das Köoͤnigliche Dekret, wodurch die Cortes einberufen wer den, lautet folgendermaßen: „Donna Isabella II., von Gottes Gnaden Königin von Castilien u. s. w. und in ihrem Koͤnigli⸗ chen Namen . Maria Christine von Bourbon, Köͤnigin⸗Re⸗ gentin wahrend der Minderjährigkeit meiner erhabenen Tochter, Allen, denen Gegenwaͤrtiges zu Gesicht kommt, ihren Gruß: Da ich die Bande, welche die Freiheiten dieser edlen, loyalen und hochherzigen Nation an den Thron meiner vielgeliebten Tochter knuͤpfen, enger schlingen will, habe ich, nach Anhoͤrung des Re— gentschafts- und des Minister, Raths, beschlossen, dieselbe in ih⸗ rem sichersten und gesetzmäßigsten Organ, nämlich in den nach einem Wahl System, welches die gesellschaftlichen Interessen in ausgedehnterer Weise repraäͤsentirt, als das jetzt bestehende, zu⸗ sammenberufenen Cortes zu Rathe zu ziehen. Diese Cortes sollen sich so bald als moͤglich versammeln und im Einklange mit der Autorität der Krone das Königliche Statut revidiren, um die ganze Ausfuhrung der Grund-Gesetze der Monarchie fest und dauerhaft zu sichern; sie sollen die in der Darle ung meines Con⸗ seils⸗Präsidenten und Finanz ⸗Ministers D. J. Alvarez Mendiza⸗ bal vom 14. September enthaltenen Regierungs⸗ Prinzipien, die ich zu genehmigen fuͤr angemessen erachte, entwickeln und den großen Spanischen Staat definitiv konstituiren. Aber die drin⸗ genden Umstaͤnde erheischen die Zusammenkunft der jetzigen Cor⸗ tes nicht nur, um das Wahl⸗System festzustellen, nach welchem sich die Cortes, die ihnen unmittelbar folgen werden, versammeln sollen, sondern auch, um uͤber andere hoͤchst wichtige Punkte, na⸗ mentlich uͤber die, welche die Befestigung des Staats Kredits in sich schließen, zu berathen. Ich befehle daher, daß am 156. No⸗ vember dieses ö die Proceres und Prokuraboren sich in der Hauptstadt des Köoͤnigsreichs zu den Cortes , . sollen. Ihr habt es vernommen. Pra do, 27. September 1335.
. (gez) Die Ksnig!n.“
Am 28. Sept. richtete Herr Mendizabal folgendes Schrei⸗ ben an Don J. Maria Calatrava, Minister des obersten Ge richtshofes fuͤr Spanien und die beiden Indien: „Mein Herr! Ihre Majestaͤt die Königin-Regentin hat Ihnen wegen Ihrer Einsicht und Ihrer Kenntnisse in den Gesetzen und der Politit᷑ ihr ganzes Vertrauen geschenkt und Sie daher zum Präͤsidenten einer aus Ew. Excellenz und vier anderen itgliedern, die Ihre Majestät unverzuͤglich zu ernennen sich vorbehält, besteher, den Junta zu ernennen geruht, um Ihrer Majestät einen Dahi⸗ Gesetz⸗Entwurf zu ihrer Billigung einzureichen, den Ihre Ma⸗ sestàaͤt dann den naͤchsten Cortes zur Bestaͤtis vng vorlegen laffen wird. Ihre Maj. zweifelt nicht, daß Ew. Er cellen and Ihre Kollegen, von der hohen Wichtigkeit durchdrungen, welch ein Gesetz, das fast alle Elemente der politischen Verfassung der Monarchie in sich schließt, fuͤr die kuͤnftige Sicherheit und Wohl⸗ fahrt dieser letzteren haben muß, dasselbe mit dem reifen Urtheil überlegen und entwerfen werden, welches Sie auszeichnet, und welches die großen offentlichen Interessen erheischen, auf welche dasselbe sich bezieht, so wie die großen Gefahren, von denen das Vaterland bedroht ist, uͤber die jedoch die Regierung Ihrer Ma— jestͤt durch die Mitwirkung aufgeklärter Personen, welche die Rechte des Thrones und die Rechte der Nation auf gleiche Linie stellen, zu siegen hofft.“
Dürch ein Königliches Dekret vom heutigen Tage werden Don M. J. Quintana, Procer des Königreichs, Don A. Alcala Galiano, Prokurador auf den Cortes, Don J. de Madrid d Avila, Minister des Königlichen Raths fuͤr Spanien und die beiden Indien, und Don J. Ortigosa, Archtdiakonus von Car⸗ monga, zu Mitarbeitern Don J. Maria Calatrava's bei der Ent⸗ werfung des Wahl⸗Gesetzes ernannt.
Die zu Badajoz bestehende Regierungs Junta von Estre⸗ madura hat an den Präsidenten des Minister Raths eine Erklä⸗ rung eingesandt, wodurch sie dem System der Regierung Ihrer Masestaͤt vollkommen beipflichtet. Sie kündigt an: 13 Daß sie alle Hüͤlfsquellen an WMannschaften und Geld, welche die Proving darzubteten vermöge, zur Verfügung der Negierung stelle; 2) daß die disponiblen Sicherheits, Compagnieen und Ti⸗ railleur⸗Bataillene sich mit einer Feld- Batterie und einer Kaval⸗ lerie⸗ Schwadron nach Madrid begeben sollen, um unter die Ve⸗ fehle der Regierung zu treten; 3) daß die Kriegs, und die Fi— nanz Kommission sogleich zusammenkommen und die noͤthigen Fonds bewilligen sollen, um die Armer von Estremadura auf 10, 009 Mann zu bringen.
Die Stadt. Miliz soll von jetzt an in Namen National Garde“ annehmen.
— Franzssische Blätter enthalten folgende Privatmit⸗ theilung aus Madrid vom 2. Oktober: „Das Dekret, wo⸗ zurch die Cortes zusammenberufen werden, Hat einen gůnstigen Eindruck gemacht. Die Ernennung der Mitglieder dei Junta,
ganz Spanien den
welche beauftragt ist, der Kommen den Gesetz Entwurf für die