1835 / 308 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Za Don Carlos hat sie wenig Vertrauen, desto mehr zu seinem Sohne. in diesem Augenblicke noch die Zukunft verhüllt. Mittlerweile hat Don Carlos zwei Personen vevollmaͤchtigt, die in Paris ein neues Comité bilden sollen, um seine Interessen wahrzunehmen. Der Eine ist der aus Barcelona eniflohene Banquier Dukand, der Andere Herr Mendez, der ehemalige Guͤnstling Ferdi— nand's Vll, Beide sehr reiche Männer. Sie sollen Geld, Waf— in und Munition anschaffen. Mit Werbungen sind sie nicht beauftragt, da Don Carlos erklärt hat, daß er sein Land nur mit Spaniern und nicht mit fremden Soͤldlingen erobern wolle, und es ihm uͤberdies nicht an Mannschaft fehlt. Die Gefangennehmung des Grafen d Espana soll indessen die Plaͤne sener neuen Bevollmaͤchtigten einigermaßen durchkreuzt haben, da sie angewiesen waren, sich mit ihm in Verbindung zu setzen. Indessen haben sie kurzlich dem Don Carlos uͤber Bayonne die Summe von 500,000 Fr. zugehen lassen. ̃

Großbritanien und Irland.

London, 30. Oktober. Bis zur Ankunft des neuen Briti— (chen Gesandten bei den Vereinigten Staaten, Herrn Fox, der ich Jetzt als Gesandter in Rio-Janeiro befindet, in Washington, ist Herr C. Bankhead als Geschaͤftstraͤger daselbst accreditirt. .

Mehrere der besseren hiesigen Zeitungen haben sofort die (zestern erwähnte) Protestation des Obersten Fairman hinsicht⸗ uch der gegen ihn von der Morning Chronicle erhobenen Be⸗ schuldigungen publizirt und dem Benehmen desselben volle Ge— rechtigkeit widerfahren lassen. Wiewohl die meisten Leser dem n Rede stehenden Artikel ohne Zweifel nicht den mindesten Glau— ben geschenkt haben werden, so ist es doch erfreulich zu sehen, mit welcher Bereitwilligkeit jene Zeitungen die Widerlegung des Obersten Fairman aufgenommen und den betreffenden Artikel der „Mor— ung - Chronicle“ nur als ein abermaliges Beispiel der Licenz ei— nes Theils der Presse und als einen traurigen Beweis wteder— gegeben haben, wie wenig gewisse hiesige Zeitungen sich scheuen, das Wuͤrdigste und Edelste zu verunglimpfen und zu verleumden, wenn es gilt, die Zwecke ihrer Partei zu fordern, und wie sie in deren Interesse, wie hier, sogar nicht anstehen, zu den grund Iosesten Erfindungen zu schreiten. ö

Fuͤrst Czartoryski und sein Neffe, der Graf Zamoyski, ha— ben einige Tage auf der Jagd bei Herrn Wenworth Beaumont zugebracht.

Es heißt, Lord Beresford gedenke sich wegen der Streichung ener Portugiesischen Pension von 4006 Pfund bei der hiesigen Regierung zu beschweren.

Herr Erro, der unter Ferdinand VII. Spanischer Finanz.

Ninister war, ist hier angekommen.

Der Globe erwiedert dem Journal des Debats auf seinen letzten Artikel uͤber England unter Anderem: „Wir sind so glücklich, dem doctrinairen Blatte die Versicherung ertheilen zu konnen, daß uns, so viel wir wissen, nirgends ein Plan droht, unsere Pairle abzuschaffen. Nicht einmal die Aufhebung der Erblichkeit der Paixie, die vor ein paar Jahren von den jusle— milieu Kammern Frankreichs verfuͤgt wurde, haben wir in Eng land irgendwo ernstlich vorschlagen hören. Das Journal des Döebats schreibt alle Segnungen unserer Institutionen dem fest— ehenden, unbeweglichen Theil derselben zu. Ohne Zweifel ist es sür die Festigkeit einer Regierungs- Form nothwendig, daß einige Theile derselben mehr Dauerhaftigkeit besitzen, als diese⸗ nigen, welche das eigentliche Volk in fich begreifen, und daß die natürliche Unbeständigkeit der Demokratieen durch Unterstuͤtzung ber vollziehenden Gewalt vermittelst eines Oberhauses aufgewo— gen wird. Daraus folgt jedoch nicht, daß die Englischen Ba— one heutzutage dieselbe Stellung gegen die Gemeinen beibehal⸗

ten können, welche sie inne hatten, als sie den ersten Keim zu

ihrer und jener Unabhaͤngigkeit legten. Mit unserer alten Mo⸗ narchte ist es vorbei, und Keiner hat mehr uͤber den Umsturz ber Königlichen Praͤrogatlven triumphirt, als die aristokratisch⸗ Jen Staatsmänner und Schriftsteller des vorigen Jahrhunderts. Vas ist denn nun Heiligeres in den aristokratischen Vorrechten, als in den Königlichen? Die letzteren sind der oͤffentlichen Mei, nung wenigstens noch viel theurer, als die ersteren.“

Der Eourier nimmt die Franzoͤsische Regierung gegen den Vorwurf der Parteilichkeit fuͤr die Spanischen Karlisten in Schutz und meint, Don Carlos erhalte eben so viel Zuführen aus Eng— land wie aus Frankreich; noch im Laufe des letzten Sommers sey ein großes Dampfschiff mit Kriegsvorraͤthen aller Art von der Toemse abgegangen, und es heiße allgemein, daß das Jachtschiff Lulworth“, als dessen Besitzer der Capitain Mingape auf den Negistern des Jachts-Klubs figurire, fortwaͤhrend zur Verfugung des Don Carlos stehe. l

Das Linienschiff „Malabar,“ die Fregatten „Endymion“

Und „Tribune“ und die Kriegs⸗Schaluppe „Childers“ lagen am Zerrt d. in Cadix; die Flotte hatte den Befehl, das Britische

Intereesse und Eigenthum zu beschuͤtzen und der Königin ven panier, jeden Beistand zu leisten. Das Linienschiff Russel n d Kamonen lag mit ähniichen Besehlen am 29sten v. M.

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in Vigo.

Die zwischen der Spanischen und Portugiesischen Regierung bageschlossene Conveme on in Bezug auf das , , ,., Hälfe⸗Corps in Spanien zoll in Lissabon allgemeine Nißbilli ng gefunden haben, nicht weil man für die Ruhe in Portu al sescögt war, sondern weiß man zahlreiche Desertionen der Mi— eliten zu Don Carlos befärchtet', denn uͤber die Halfte ber Hortugiesischen Armee soll aus Miguelisten bestehen, a zwei Deittheile der constitutivunellen Frriwilligen sich aus dem . ärückzezogen habeg. Die Spanische Regierung soll guch das Britische Corpé des Obersten Dodging, 5äh Mann stark, und en Franzoͤsisch⸗VBelgisch⸗Italiänisches Batalllon, Sh Mann stark, uucer dem Oberst Lieutenant Corso angeworben haben, die inner— halb vier Wochen auf Dampfschiffen nach Barcelona geschafft werden sollen. Sie sollten Spanischen Sold erhalten, sich aber auheischig maachen, vorkommenden Falls unter General Evans zu dienen. Die ubrigen Nachrichten aus Lissabon vom 18ten 3. Rind von geringem Belang. Admiral Sartorius machte sortwaͤh⸗ rend Forderungen an die Portugiesische Regierung, erhtelt aber Richts als Trostworte. Handel und Gewerbe waren in gutem Zästande. Die Zoll-Einnahme zu Lissabon hatte im September 178 Conto's betragen und versprach, fuͤr den Oktober noch bedeu— tender zu werden. .

Im John Bull liest man: „In den Angelegenheiten Dwaniens scheint, was den Kampf zwischen den Truppen des Rönigs und dem ihnen feindlichen Gesindel anbetrifft, ein Still, stand eingetreten zu seyn. Das Veni, vidi, vici- System, wel— ches die Londoner Liberalen den Hunde-Insulanern andichteten, scheint von diesen nicht befolgt worden zu seyn. Die Karlisti— gen Streitkräfte nehmen stuͤndlich zu; aber auffallen muß es n der That, daß der König, wenn er es vermag, keinen Streich thut, bevor die Vermehrung seiner Feinde unter Mendizabal's Herrschaft seine Lage schwieriger macht.“

Doch wir wollen den Schleier nicht luͤften, der uns,

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Berichte aus Jamaika vom 21. Sept. melden, das Re— präsentantenhaus sey aufgeloͤst und ein neues zum 31. Okt. ein⸗ berufen. Mit Hayti sollten Verbindungen angeknuͤpft und das Verbot des Verkehrs zwischen beiden Inseln aufgehoben werden. ;

Nach Berichten aus Goa uͤber Bombay war dort viel Blut geflossen, und alle angesehene Einwohner hatten sich nach Engli— schen Besitzungen gefluͤchtet. Die Miguelisten waren im Besitze von Goa und erpreßten so viel Geld als moͤglich.

In der Times wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Republik von Uruguay (Montevideo) in Hinsicht ihrer Bevoͤl⸗ kerung seit 1810, wo sie auf 690 bis 79,600 Seelen geschaͤtzt worden, bis 1825 auf 40 bis 59,069 gesunken gewesen, die Stadt Montevideo einbegrissen, die fruͤher 20,000 Einwohner gehabt haben soll, jetzt aber nur 19,000 zählt. Die Mehrheit der Einwohner bestehe aus Guachos, und es sinde sich da kein Mann von Vermoͤgen, der sich nicht hauptsaͤchlich von Afrikani⸗ schem Stlavenhandel ernaͤhre. Und einem solchen Lande, sagt das genannte Blatt, wolle man hier 3,000,000 Dollars oder 660, 0600 Pfo. leihen!

Berichte aus Bogota vom 17. Aug. und aus Caraccas vom 13. Sept. lauten guͤnstig, der Geldmangel war aber so groß, daß der Prasident Vargas eine patriotische und freiwillige Anleihe von 56,00 Piastern zu 12 pCt. Zinsen ausgeschrie— ben hat. New-Yorker Blätter melden, der Marquis v. Water, ford, Lord Roßlyn, Herr John Beresford und Oberst Dundas waren mit einem Jachtschiffe daselbst angekommen und haͤtten sich bald darauf in Washington-Street die aͤrgsten Excesse erlaubt, mehrere Lampen und Fenster eingeschlagen, einen Buͤrger nackend ausgezogen und dergleichen mehr. Ein Nachtwächter suchte sie zur Ruhe zu bringen und rief zwei seiner Kameraden zu Huͤlfe; allein die Englaͤnder warfen sich in ein Boot, bedienten sich der Ruder, um die Nachtwaͤchter durchzupruͤgeln, und wurden nur mit Muͤhe uͤberwaͤltigt. Der Friedens -Richter ließ sie ins Ge— faͤngniß werfen, allein der Britische Konsul wußte ihnen buld ihre Freiheit zu verschaffen, und die Sache endigte mit der Zah⸗ lung einer kleinen Summe. Andere Angaben schildern diesen Vorfall als von der Polizei sehr uͤbertrieben; jedenfalls ist Graf Roßlyn nicht dabei betheiligt, da er England gar nicht ver— lassen hat.

Nüeder lande.

Amsterdam, 31. Okt. Wahrend der ablaufenden Woche haben die Course der Staats-Papiere, mit nur wenigen Ausnahmen, alle eine weichende Richtung behalten, auch war der Umsaß im Ganzen von keiner Erheblichkeit. Am meisten war dies der Fall mit den' Spanischen Fonds, wovon taͤglich niedrigere Notirungen von Paris und Antwerpen eingingen, denen der hiesige Markt mehr oder weniger folgte; dabei werden jetzt durch die sich im Gange be—⸗ findende Konveesion der meisten Spanischen Fonds bedeutende Par⸗ tieen davon für einige Zeit dem Handel entzogen und ist das Ge— schaͤft dadurch paralysirt; zprocenttge Perpetüelle, welche heute vor 8 Tagen 30 * pCt. standen, gingen seitdem taͤglich niedriger und san— ken gestern bis 2s!“ pCt.; eine noch großere Differenz bieten Cor— tes-Oodbligationen dac, indem der Cours derselben von 30 allmaͤlig bis 27M üg pCt. fiel; aufgeschobene Schuld ging während diefer Zeit von 14 auf 1354 pCt. zuruͤck und Obligationen von Ardoin und Comp, ebenfalls bei geringem Umsatz von 23 * M31 pCt. auf A023, X Alls pCt.; Coupons von Lortes-Obligationen wurden we⸗ nig gesucht und zuletzt zu 10 pCt. abgelassen. Auf Hollandische Staats⸗Papiere übten mehrere ansehnliche Verkdufe, die fuͤr Deutsche Rechnung geschahen, niedrigere Course von London und der heran— nabende Abrechnungstag einen nachtheiligen Einfluß, wodurch der Cours der Integraltn von 585 auf 53 pCt. zuruͤckgedraͤngt wurde; Kanz⸗Billets von 23 auf 24533 Fl; zZprocentige wirkliche Schuld von 1621,90 bis 101136 pCt. und Syndikat Obligationen von 951 ½ 9 auf 931, z pCt. Der Umsatz in Aetien der Handels Gesell⸗ schaft ist merklich schwaͤcher geworden, wobei sich deren Preis nicht hat erhalten konnen; gestern wurden selbige zu 17 pCt. abgegeben. In Preußischen Praͤmsen-Scheinen war kein Umsatz und die Preise stehen nominell auf 105! à 105 Fl.; nicht besser war es mit Hpro—

eentigen Russischen Inseriptionen, welche nach einigen unbedeutenden

Schwankungen gestern zu 6814 pCt, zu haben waren. Dagegen wurde, es in Wiener Metall ques ziemlich lebbaft nach dem Berichte, daß die vor langerer Zeit schon erwartete zprocentige Anleihe end- lich zu Stande gekommen sey, Ferocenttge wurden anfangs bis 99 bezahlt, doch ließen sie wieder ! pCt. nach; auf 212 procentige Me tall ques, in welchen schon lange nichts Erhebliches vorfiel, hatte jene Anleibe dagegen einen sehr guͤnstigen Einfluß, indem selbige sich von 6c bs 581 pCt. gehoben haben; gestern meldeten sich

indeß wieder mehrere Verkaͤufer, die zuletzt zu Is pCt. abließen.

Säüd-Amerikanische Fonds blieben ausgeboten bei flanen Coursen. Geld bleibt begehrt zu 3! * AM pCt 3Zinsen. Am Getraidemarkt war es biese Woche wieder ziemlich stille; es ist auch nicht zu erwar— ten, daß in naͤchsiee Zeit und biz das Schicksal des jetzt bet den Ge— neralsaaten vorliegenden Gesetz Entwurfes, wonach der Betrag der Eingangs-Zblle von den meisten Getraide⸗ Sorten, jedesmal vom Steigen oder Fallen derselben auf mehreren Binnen⸗-Maͤrkten ab— haͤngig gemacht werden soll, entschieden seyn wird, eine erhebliche Veraͤnderung in diesem Zustande eintreten dürfte. Heute vor 8 Ta— gen wurde eine Partie Weizen von solchen Ladungen, die dem neuen Gesttze unterllegen werden, zur Wiedernussuhr abgenommen, und zwar 1229fäandiger jaͤhriger Wismar Weizen und 143pfuͤndiger neuer dito zu 173 Fl. Der uͤbrige Umsah von Weizen und Roggen be— schrKaͤnkte sich auf den gewohnlichen Verbrauch, wobei die letzten Preisfe muͤhsam erreicht wurden. Die Hafer-Preise sind etwas gewi⸗ chen, wodurch einiger Handel berbeigefüͤhrt wurde, S. . sSspfuündiger dicker galt 8s 33 Fl., 8spfundiger feiner 90 Fl 7apfündiger schwär— zer 66 Fl, 75pfündiger neuer Futterhafer 6s Fl.

Belgien.

Bruͤssei, 30. Oktober. Der Ehrendegen, welcher nach dem Beschlußz unserxer Kammern dem -Marschall Gérard als ein Zei— chen der Dankbarkeit für die Einnahme der Citadelle von Ant— werpen dargereicht werden soll, ist hier dieser Tage zur Schau gestellt gewesen, doch melden hiesige ministerielle Blätter, es sey so schlechte Arbeit, daß er nicht übergeben werden könne, ohne

die Fortschritte Belgiens in der Gravir, und Goldschmiedekunst

in ein uͤbles Licht zu stellen. Andere behaupten, der Marschall wolle den Degen nicht annehmen, so lange seinen in Belgien dienenden Landsleuten keine Genugthugng fuͤr die Verdrießlich⸗ keiten, die man ihnen zugezogen, zu Theil geworden sep.

Danemark. Kopenhagen, 31. Qttober. Am 19. legte der Koͤnigliche Kommissarius der Staͤnde⸗Versammlung zu Roeskilde einen Ent—

wurf in Betreff des Kriminalwesens zu Island vor, welcher an.

einen aus fuͤnf Mitgliedern bestehenden Ausschuß verwiesen wurde. Unter den alsdann eingereichten Anträgen einzelner Mit— glieder machte sich der des Kammerraths Rasmussen bemerklich, welcher zur Verhinderung leichtsinniger Eingehung der Ehen vorschlug, daß in Zukunft Jeder, der sich zu verheirathen beab— sichtige, zuvor eine Abgabe von 3 bis 2 Reichsbankihaler der Armenkasse zu entrichten haben solle. Der Proponent nahm je—

doch seinen Antrag zuruͤck, als ihm der K. Kommissarius bemeth lich machte, daß schon haͤufig Vorschlaͤge dieser Art der Daͤn. Kanzl gemacht worden seyen, die man aber immer zuruͤckweisen zu muͤsser geglaubt habe, aus Ruͤcksicht der daraus hervorgehenden B schraͤnkung der persoͤnlichen Freiheit und der Besorgniß vo schaͤdlichen Folgen fuͤr die Volksmoralitaͤt. In den folgende fuͤnf Sitzungen vom 2lsten bis zum 26sten d. M. wurde uͤbe mehrere der fruͤheren Antraͤge, welche an Ausschuͤsse verwiese worden waren, Bericht erstattet, worauf dann eine Berathun der Versammlung daruͤber stattfand, wie das uͤber die einze nen Angelegenheiten dem Könige zu erstattende Gutachten aut

fallen solle. Das „Daͤnische Staͤndeblatt“ verspricht, die Resu

tate der beendigten Sachen in einem seiner nächsten Blatter mi zutheilen. Unter den neuen Antraͤgen, welche Aus schuͤssen zu Berathung uͤberwiesen worden sind, befindet sich eine Motiy des Grafen Holstein, daß die Kommunal-⸗Angelegenheiten, wel bisher den Amileuten Übertragen waren, kuͤnftig von densel ben im Verein mit einem Amts, Kommunerath verhandelt we den sollen.

Polen.

War schau, 31. Okt. Die hiesigen Zeltungen enthalten ei Kaiserliche Verordnung, aus Warschau vom 4. (16.) Okt. datin wodurch der Zoll von Desterreichischen und Ungarischen Wein auch bei deren Einfuhr in das Koͤnigreich Polen ermaͤßigt win wie es bereits durch eine fruͤhere

das Russische Kaiserreich geschehen, und zwar soll der Zoll fortg ü

fuͤr den Polnischen Garnier 2 Fl. 8 Gr. und fuͤr die Flas 1 Fl. 20 Gr. betragen. Der Fürst. Wiazemski ist von Terespol und der Genen

Fehse von Kalisch hier angekommen.

Deutschlan d.

Dres den, 30. Oktober. Durch eine Bekanntmachung d Stadt, Raths sind fur das gegenwartige Jahr die außerorde lichen Beduͤrfnisse auf 19, 206 Rthlr. veranschlagt worden, wa rend sie im vorigen Jahre nur auf 48,160 Rthlr. stiegen. Du Beduͤrfnisse entstehen durch 11,000 Rthlr. fuͤr die Straß Beleuchtung, 11,000 Rthlr. fuͤr die Polizei, 1009 Rthir. ] die Kommunal- Garde, 760 Rthlr. für Kanzlei-Beduͤrfn der Kommun-Repraͤsentanten, 2500 Rthlr. Zuschuß fuͤr M Stadt⸗Krankenhaus, 15,000 Rthlr. zu den Armen⸗Versorgung Anstalten, 3060 Rüthlr. zur Verzinsung und Tilgung h Stadt-Schulden, die am Schlusse das vorigen Jahres 64, 2 Rthlr. betrugen. Eine mit 3 pCt. zu verzinsende Anleihe v 102,000 Rthlr., deren Rückzahlung in Terminen von Michatl 1846 beginnt, ist fuͤr's erste festgestellt worden. Zur Erhebun und Deckung der diesjährigen außerordentlichen Beduͤrfnisse si 2 Gr. von sedem hundert Thaler des Grundbesitzes und 6 9 vom Thaler des Miethszinses fuͤr alle Miethleute und Paͤcht zu erheben ausgeschrieben worden. Die gedruckte Bekannt chung enthaͤlt eine genaue Uebersicht der Einnahmen und A gaben beim staͤdtischen Haushalte in der Kaͤmmerei und in al Zweigen der staͤdtischen Verwaltung, so daß jeder, der beiträh nun auch weiß, warum und wozu er beitraͤgt. 4

Koburg, 21. Okt. Se. Durchlaucht der Herzog zu Sah

sen⸗Koburg und Gotha haben dem Koͤnigl. Preußischen Generg Arzt und Ober-Medizinal-Rath Dr. Kothe das Ritterkreuz dib schaft gelangen * solsten,

Herzogl. Sachsen⸗-Ernestinischen Haus-Ordens zu verleihen ge

Kassel, 30. Okt. (Frankf. Journ.) Unsere von Leipzig ruͤckgekehrten Fabrikanten, unter andern die Wollentuch⸗Fabt kanten, loben die juͤngst dort stattgehabte Michaelis-Messe. C wenig sie mit ihrem Absatz bei der vorigen Jubilate-Messe zufi den zu seyn Ursache hatten, so befriedigt in ihren Erwartung sind sie diesmal gewesen. =

Der bekannte Franzoͤsische und vormalige Koͤnigl. Westphl sche General Lieutenant Alix hat seinen Prozeß, den er weg des Besitzes seines unter der Westphaͤlischen Regierung kaͤufs erworbenen Gutes Freudenthal in Kurhessen seit der Restaun tion zu fuͤhren genöthigt war, nunmehr bei den hiesigen richten in allen Instanzen gewonnen. Es hat dieser Pro jetzt 20 Jahr gedauert. Man wird sich erinnern, daß der C neral während seines Aufenthalts in Frankfurt, wo er waͤhrn seines Exils aus Frankreich mehrere Jahre zubrachte, diesen s nen Rechtsstreit persoͤnlich auch bei dem hohen Deutschen Bu destag betrieb und bei demselben uͤber Verweigerung der In Beschwerde fuͤhrte. In possessorio hatte er diesen Prozeß s laͤngst gewonnen; gegenn artig ist derselbe aber auch in pelicz von dem Kurhessischen Ober-Appellations gerichte zu seinen G sten entschieden worden.

Regensburg, 25. Okt. An dem Bau der Walhasln dem zwei Stunden von hier entsernten Donaustauf wird un achtet der vorgeruͤckten Jahreszeit jetzt noch ruͤhrig gearbel Der Bau wurde vor vier Jahren begonnen, und durfte es n leicht noch eben so lange dauern, bis jenes Deutsche Nationa baͤude vollendet seyn wird. In den bisherigen vier Sommꝗ waren dabei unausgesetzt 3 100 Arbeiter beschaͤftigt, an wenn wöchentlich au Lohn 3 4909 FJ. ausbezahlt wurden. Natin haben zu dem großen Bau noch viele andere Handwerker, Maurer und Zimmerleute, die Arbeiten zu liefern, und so versch denn das großartige Unternehmen des Koͤnigs der arbeitenden der ganzen Umgegend einen reichlichen Verdienst. Ist die Walh⸗ erst vollendet, so wird der Zufluß von Fremden, deren jezt sh sehr viele hier ankommen, um den begonnenen Bau zu sche nur noch großer seyn. Der Ruf davon hat uns diesen Sn mer uͤber narzentlich viele Englaͤnder zugefuͤhrt. Auch Maj. der Koͤnig pflegt sehr haͤufig incognito hierher zu! sen, um die Fortschritte des Baues zu soͤrdern, und man Zweckmäßige persoͤnlich anzuordnen. Der rohe Bau ist m mehr vollendet, und ungeachtet der hoͤlzernen Verhüllung ten schoön die imponirenden Formen ins Auge. Der D stuhl ist noch nicht gesetzt, was zuverlässig im naͤchsten ö jahr geschehen wird. Dagegen stehen schon 32 kolössale E len, deren die Walhalla an der Außenseite ringsum w hundert bekonnnen wird. Man versichert, daß bei Stauf die Donau eine steinerne Bruͤcke gebatt, die von Regensh auf dem rechten Ufer nach Straubing führende Landstraße« gehoben und auf das linke Ufer verlegt werden soll damit Reisenden Gelegenheit betaͤmen, den Bau in Augenschein nehmen. Fuͤr das Innere der Walhalla arbeiten, wie mah nimmt, zur Zeit schon viele beruͤhmte Kuͤnstler Deutschlandg des Auslandeg. Die Gegend um Regensburg und be En ist wunderschön. Der Berg, auf dem die Walhalla steht, dafuͤr wie geschassen. Auch die Wiederherstellung des im In 1482 erbauten Doms unserer alten Stadt wärde nach dem len des Koͤnigs bereits angefangen. ;

Stuttgart, 28. Okt. Bei der Steuerverwilligung

Jahr 1834 ließen sich die finanziellen Wirkungen des gif ze Häuserreihen mit den. naheliegenden Doͤrfern

Deutschen Zollvereins, in welchen zu jener Zelt Württemberg

t, nicht vorausberechnen, und um sicher zu gehen, setzte man muthmaßlichen Zoll⸗Ertrag auf die Summe von 720,090 Fl. uͤck. Der wirkliche Ertrag beläuft sich nun aber auf 1,547,568 Fl.

Kr., und bot somit einen Ueberschuß von 827, 5658 Fi. 50 Kr. eser reiche Ertrag uͤberirifft auch das Ergebniß des vorigen hrs 1833 bis 18353 um 454, 199 Fl. 42 Kr.

Karlsruhe, 29. Okibr. Das dieses Jahr ziemlich weit er die Saison hinaus verlängerte Bade-Wochenblatt Unseres achbarten Baden-Baden giebt in seiner Schluß⸗Nummer

25. Oktbr. die Gesammtzahl der seit 1. Mal bis 25. SOktb. t gewesenen Badegaͤste und anderen Fremden auf 15,513 an; er den erst in voriger Woche noch dort Angekommnenen befand

auch der bekannte Vice-⸗Abmiral Sir Edward Codrington.

Unser Minister der Justiz, Staatsrath Freiherr von Gulat— elleburg, tritt, dem Vernehmen nach, seinem eigenen, vorzuͤg⸗

durch sein vorgeruͤcktes Alter motivirten Wunsche zufolge, den Pensionsstand. Ueber seinen Nachfolger ist das Publi,

noch im Ungewissen.

Der an die Stelle des verstorbenen Staatsraths v. Weiler

Mitgliede des Staats-Ministeriums ernannte Hofrichter lf von Mersburg ist hier eingetroffen; das Geruͤcht, welches seine neue Stellung ausschlagen ließ, war grundlos.

Hechingen, 29. Okt. Se. Durchlaucht. der Erbprinz hat

erm 22sten dieses Monatü zur Beschleunigung des Geschaͤfts .

iges, wie auch um jeden Kosten⸗Aufwand moͤglichst zu beseiti⸗

Verordnung mit Bezug an, die Versammlung der Landesrepräsentanten auf unbestimmte

vertagt, Die Landes-Repraäsentation hat, dem Regierungs— rage zufolge, sofort eine provisorische Kommission zur Pruͤ⸗

ng der von der Regierung ihr mitzutheilenden Gesetz Entwärfe

gannt.

Oe sterre ich.

Wien, 31. Okt. Seine Masestät der Kaiser haben durch an den Obersthofmeister, Fuͤrsten Colloredo, gerichtetes Hand⸗ et Ihre Absicht zu erkennen gegeben, eben so wie der verewigte ser Franz, woͤchentlich zwei Mal öffentliche Audienzen zu er⸗ len.

Seit einigen Tagen sind die seit der Thron ⸗Besteigung Kaisers Ferdinand gepraͤgten Muͤnzen in Umlauf. Sie fuͤh— auf der einen Seite das Brustbild des Kaisers mit Lorbeer— iz und auf der anderen Seite den Kaiserl. Adler mit dem appenschilde u. s. w., wie die bisherigen, und zeichnen sich, die letzten unter Kaiser Franz ausgegebenen, durch feinen ich aus. Statt der bisherigen Rand -Umschrift: Justitia reg. um funcläamentum findet man den Wahlspruch des neuen sers: Recta lueri'“'.

Durch ein Kaiserliches Patent ist neben der bereits beste⸗ den Gränzbewachung auch noch eine neue Zollwache zur bes— Abwehr des Schleichhandels angeordnet worden.

Am 15, 16. und 17. fanden in Preßburg reichstägige Sitzun⸗ beider Ungarischer Landtafeln uͤber die Bemerkungen zu den digten Gravamina der Jahre 1826 bis 1831, so wie uber jetzigen Beschwerden statt. Aber die entscheidende Sitzung 16. in der zweiten Landtafel ist besonders wichtig. Die ite Landtafel hat sich naͤmlich in derselben endlich dahin ver⸗

higt, daß den Ansichten ihres Koͤnigs und Herrn zufolge, der

schlag, nach welchem den Adlichen, welche Nutznießungen Bauern-Besitzungen wirklich inne haben, oder dazu durch . nach dem bereits angenommenen Ur— jal⸗Gesetz von nun an keinesweges die freie Verfuͤgung uͤber elben zusteht, sondern daß sie steuerpflichtig seyn sollen, selbst n Privilegien oder Verträge darauf haften. Durch die An— me dieses Zusatz-Artikels des Urbarial⸗Gesetzes hat der Adel em großen Prwilegium entsagt, indem ein Theil der Lasten Bauers auf den Edelmann übergeht.

Die Allgemeine Zeitung sschreibt aus Böhmen vom Oktober: „Die befohlenen und bereits in Ausfuͤhrung begriffenen ductionen in unserer Armee werden fuͤr das Land gesegnete Fruͤchte hen; auch merkt man davon bereits die ersten Spuren in dem abgehenden Preise von guten Pferden, und in den frohen ichtern der militairpflichtigen Junglinge. bisherige 14 Jahre dauernde Dienstzeit verkuͤrzt, und wie Dreußen, auf einen weit kleineen Zeitraum (man spricht von . 6 „Jahren) gesetzt werden solle, gewinnt inmmer mehr uben.

Schweiz. Zurich, 25. Okt. (Schwäb. Merk. Das Schicksal Spanischen Köͤster scheint auf das der Schweizerischen ei— bedenklichen Einfluß aus uͤben zu wollen; das große Vermoͤ— das viele derselben besitzen, waͤre fur manche Regierung den jetzt vergrößerten Ausgaben ein willkommener Fund. unordentliche Vermoͤgens-Zustand des Benediktiner Klosters affers hat schon seit einiger Zeit die Ausmerksamkteit des katho— zen Administrations Rathes von St. Gallen auf sich gezogen; Kommission, 1831 dahin gesandt, schlug nach geschehener

ersuchung wenigstens vor, man solle dem Kloster einen Vor—

d setzen. Es hat naͤmlich 160,660 Fl. Schulden und doch

t ihm, außer den natuͤrlichen Ausgaben, noch die Sorge für hrere Pfarreien ob. Man konnte die Aufhebung dieses Klosters ein Glück betrachten, sowohl fuͤr die dermaligen Bewohner, en die Fortfuͤhrung eines so verschuldeten Haushalts doch st viel Freude gewähren kann, als auch fuͤr das Land, weil n die dasige beruͤhmte Heilquelle schöner aufbluͤhen koͤnnte, letzt. In ahnlicher Versegenhen ist das Kloster Rheinau ichen Schaffhausen und Zurich), es verniag aus seinem gro— Vermögen (1 Mill. Guldoen) nur 2 Prozent zu ziehen, hat wengeiner schlechten Verwaltung schon einige Male Kommissionen Zuͤrich bei sich beherbergen müssen, und es sind schon Stimmen geworden, welche die Aufhebung dieser Anstalt begehren

vielleicht in einer Sitzung des Großen Raths ein starkes finden; das Kloster hat in dem ganz reformirten Kanton a Freunde, da es sich weder durch Sinn fuͤr Wissenschaft Kunst, noch durch eine andere heisame Thaͤtigkeit empfehlen vermag, und da, allein Anscheine nach, Abt dem gegen wärtigen unruhigen Treiben der Röoͤ—

hen Partei nicht fremd ist. Auffallend ist bei dem kirch⸗ in Kanipfr, der gegenwartig die Aufmerksamkeit in Anspruch mt, die Unthätigkeit Berns, das doch bei der Stimmung 'r Jura-Beyrölkerung Gruns hatte, nicht gleichguͤstig zuzu⸗ Die Ursache hiervon ist wohl diefelbe, aus der auch

ns Benehmen in Sachen der Eidgenossenschaft hervorgeht, allzu hohe Vorstellunz von seiner selbstständigen Große, wo—

es der Nothwendigkeit enthoben zu seyn glaubt, sich an re Stände anzuschließen. Hier in Zuͤrich nehmen die ,, , einen großartigen Charakter au; wenn es in em Maßstabe sortfährt, so durchfließt die Limmat bald die ute Stadt der Schweiz, denn Zuͤrich haͤngt bereits durch zusammen,

hat alle Ursache, welche

denjenigen dankbar zu seyn,

Das Geruͤcht, daß

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durch Schleifung der Wälle dem gebundenen Drang nach Ver groößerung Luft machten; die nothwendige Folge wäre sonst ge⸗ wesen, daß eine Menge der thaͤtigsten Bewohner sich vor die Stadt hinaus gezogen haͤtte. In Bern ist Professor Vogt an ausgezeichneter Lehrer der Heilkunde, sruͤher in Gießen, zun Rektor der Universitaͤt gewahlt worden. In Genf (ist der Sohn des beruͤhmten Botanikers De Candolle als Professor der Botanik an die Stelle seines Vaters getreten, der sich von die—⸗ sem Amte schon vor einiger Zeit zuruͤckgezogen hat, um ungestoͤrt seinen wissenschaftlichen Arbeiten leben zu konnen. .

Italien.

Rom, 22. Okt. (Allg. Ztg.) Der Kardinal Staats Secre⸗ fair Bernetti ist nach Neapel abgereist. Seitdem verbreitet sich das Gerücht, unsere Regierung stehe wieder mit dem dortigen Hofe in Unterhandlung wegen Abtretung des Fuͤrstenihums Be nevent, welches unter den jetzigen Umstaäͤnden nicht ganz ohne Wahr⸗ scheinlichkeit ist; doch moͤchte wohl eher die leidende Gesundheit des Kardinals Ursache seiner Reise seyn. Schon diesen Sommer, als Monsignore Capaccini nach Neapel ging, kam dasselbe Ge— ruͤcht in Umlauf, zeigte sich aber damals sehr bald als unwahr, da die Neise des Praͤlaten ledtalich kirchliche Angelegenheiten zun Zwecke hatte. Briefe aus Neapel melden, die Königin sey in Psegneten Umständen, woruͤber das ganze Volk seine lebhafte Freude zeige, da es nunmehr Hoffnung auf einen Thronerben er halte, der die begonnene Bahn des jetzigen Königs dere inst verfolgen könne. Die Nachricht von den in Venedig zum Vorschein gekommenen Cholera⸗Faͤllen machte hier große Sensation, da man auf Absperrung laͤngs des Po's angetragen hat, und somit die letzte Verbindung mit dem Norden abschneiden will. Hoffentlich wird man endlich von diesem Absperrungs Sopstem zuruͤckkommen, da die Unterbrechung der freien Communication am Ende schlim⸗ mer als die Krankheit selbst auf dem Volke lasten wird. J. Die Witterung zeigt sich seit einigen Tagen so rauh als im Winter; wir sehen die Gebirge voll Schnee. Die Tiber har auch in der letzien Zeit große Verheerungen angerichtet; hier stieg der Fluß zu einer bedeutenden Hohe und fuͤhrte als Spuren seiner Ver, wuͤstungen mancherlei Gegenstände, selbst Leichname von Men⸗ schen und Thieren mit sich.

Spanien.

Die beiden Englischen Blatter, der Globe und Courier, enthalten eine Menge von Briefen aus Bilbao, Portuga⸗ lette und Santander vom 29 sten und 21 sten Okt., die aber im Grunde wenig Neues enthalten. Sie beschraͤnken sich darauf, das iressliche Aussehen der Britischen Legion, die Festlichkeiten, die ihr zu Ehren von den Einwohnern veranstaltet worden, und dergleichen zu beschreiben. Am 16. Ott., dem Geburtstage der Königin, statteten die Civil und Militair⸗Behoͤrden einander ge— genseitig Besuche ab, und General Evans hielt eine Franzoͤsische Anrede an das Spanische Offizier-erps, die vom Genergl Eg, partero ins Spanische uͤbersetzt wurde. Am Organisation der Legion fast vollendet. Die Truppen der Koöni— gin hielten, außer Bilbao Und ter Plencia, Deasto, Begona, Obande, Lequeitio und Balmaseda besetzt. Alle andere Punkte waren im Besitz der Karlisten, welche taͤglich ungeheure Rationen Brod, Wein und Fleisch ausschrie⸗ ben. Am 19ten Oktober ruͤckte General Espartero, wie schon bekannt, uͤber Balmaseda nach Castilien aus, Ge— neral Evans nur his Castrajana, um seine Bewegun⸗ gen zu decken. General Jaureguy mit seinen Chaprlgorris war an demselben Tage zu Portugalette eingetroffen. Z wurde an allen Seiten befestigt. In Santander beschwerte man sich uͤber das Benehmen des Spanischen Admirals Chacon, welcher daselbst ruhig vor Anker lag, ohne sich darum zu be⸗ kuͤmmern, daß Karlistische Boͤte an der Kuͤste kreuzten. entsernt, die Abfahrt der Englischen Dampfbote zu befördern, hatte der Admiral ihnen alle mogliche Schwierigkeiten in den Weg gelegt. Auch in Spanischen Staͤdten sprach man viel von einer angeblichen Beguͤnstigung der Karlisten durch die Franzoͤsi⸗ sche Regierung und erzählte unter Anderem, das Franzoͤsische Kriegs- Dampfboot zu Passages habe ein abgeschnittenes Karli⸗ sten⸗Detaschement an Bord Rnommen und selbiges sogar mehrere Tage hindurch mit Rationen versehen. Aehnliche Andeutungen sindet man in Briefen aus Bayonne 21. Oktober. Der Karlistische Befehlshaber von Esteila, Namens Modet, dessen Vater auf Mina's Besehl in Pampel ona hingerichtet worden, hatte sich 16 Tage in Bayonne aufgehalten und Kriegs-Vorräthe aller Art angekaust, welche ganz ungehindert nach Spanien gebracht wurden. Sowohl se ne Familie, als die des Generals Eguig, die Witwe von Santos Ladron und andere bekannte Agenten des Don Carlos ungestoͤrt in Bayonne. Die nämlichen Briefe beschmeren sich auch daruber, daß die Fran, oͤsischen Blaͤtter auf jede Weise ihre Abneigung gegen die Britische Legion zu erkennen gaben. Nach ihren eigenen Mittheilungen haͤtte diese Legion, obwohl sie noch gar nicht im Feuer gewesen, den Karlisten ung heuren Schrecken eingefloͤßt, deren Offiziere sich zu behaupten herausnaͤhmen, sie bestehe gar nicht aus Englaͤndern, sondern aus verkleideien Spa⸗ niern, mehrentheils ausgedienten und weggelaufenen Matrosen,

an deren Spitze ein Straͤfling, Namens Patacon, stehe, fur

den sie den General Evans ausgaben.

In einem von der Times mitgetheilten schreiben aus Bayonne heißt es: „Die Bagken sangen an, den Druck des gegenwärtigen Zuüstandes ihres Landes zu fuͤhlen, und stnde ihnen Auswanderung nach Süd ⸗Ame—⸗ rika offen, so durften die Glieder des Karlisten/ Herres rasch , , und sie wuͤrden, wenn sie sich auch nie der Regierung der Köonigin unterwürfen, doch willig' die Vortheile ergreifen, welche die Auswanderung, die dem Baskischen Charak⸗ ter stets zusagte; ihnen darböte. 7) In Folge einer Mit— heilung des Franzssischen Postmeisters hierselbst hatte der Spanische Konsul eine Anzeige an die Spanischen Schiffer erlas⸗ sen, daß sie sich, wenn sie Privat-Briefe nach Bilbao mitnähmen und dessen uͤberwiesen wuͤrden, einer Geldbuße und Gefangniß, strafe aussetzten. General Jaureguy hat nach Bilbao einen Theil Chapelgorrts, der unter ihm dienenden Freiwilligen, mitgenommen. Der Eifer der Chapelgorris, mit den Briten? ins Feld zu kom⸗ men, geht uͤber alle Beschreibung; sie erfuͤllten die Luft mit Freudengeschrei, als sie horten, daß sie nach Bilbao gebracht

Privat

würden. Die Einwohner pon San Sebastian, die etwa? ; lich fuͤr die Sicherheit ihrer Stadt . sind ( rg, en, wie großen Vortheil es den Karlisten bringen würde diese zu erhalten, sehen den Abgang senes thätigen Corps mit Kum— mer; es sind Karlisten in Menge um die Stadt, die bisher ab, geschreckt wurden, sich ihr zu nähern. Hiet wunde die Landung Jäaur guns und seiner Leute fehr beschlcun igt“ Ka Regiment . , n n das von Afrika sollen init jenen fufemmen e Briga 1 . . e bilden, die zu denen der Britischen kegion gehoͤ,

heit mit dieser Rede und belobte den

7. Okt war die ,. . 1

Portugaleite, auch noch die Ser. aus

Dieler Ort hin lteget

sandte die Gesundheit Seiner

Weit S in 5 it ganze Schiffs- Mannschaft ein freudiges Hurrah ertönen ließ,

vom

lebten

Turkei. Die Times nihaͤlt folgende Privat⸗-Nachrichten aus Kon— stantinopel vom 3. Ott.“ „Die Stadt Damaskus ist in die

gioßte Aufcegung gesetzt durch die Weigerung der Araber, welche

eine aus 3000 Kameelen bestehende Karawane von Bagdad ge— bracht hatten, dieselbe auszuliefern, ehe sie nicht 20 Dollars fuͤr sede Ladung gezahlt erhielten, anstatt 2, welches der gewöhnliche Preis ist; als Grund gaben sie an, daß sie einen , Preis an, die Araberstaͤmme an den Graänzen Syrien hatten zahlen muͤssen, um die Gilter vor der Pluͤnderung zu retten. Oberst Chesney war noch in Bir und hatte nicht viele Fort⸗ schritte in den Unterhandlungen wegen Beschiffung des Euphrats macht, da die Araber aus Haß gegen Neuerungen Steir!“ den Fluß zu werfen drohten, um die Beschiffung zu hindern. Mehmed Ali hat fuͤr dieses Jahr das Seiden? Monopol aufgegeben, doch ist die Ausfuhr aus Syrien noch verboten, bis bie Nachfrage im Lande befriedigt seyn wird. Hier hat sich ein aͤrgerlicher Austritt wischen dem Griechischen Patriarchen und den zwoͤlf Erzbischd en seiner Kirche ereignet. Die Letzteren hatten ein Ge— such an die Pforte um seine Absetzung unterzeichnet, als sich der Russische Gesandte ins Mittel legte und vorstellte, daß die geist⸗ ichen Angelegenheiten der Griechischen Kirche durchaus unab⸗ haͤngig von der Pforte seyen und aus schließlich unter der Leitung ihrer eignen Synode staͤnden.“

Ueber den Aufenthast des Fursten Milosch in Konstantinopel enthalt die Serbische Zeitung vom 19. September folgenden weiteren Artikel: „Konstantinopel, 9. September. Die Er⸗ laubniß des Sultans, die Allerhoͤchstderselbe unserem Durchlauch⸗ tigen Fuͤrsten bei der Audienz vom 28. August ertheilt hatte. aile Merkwürdigkeiten Konstankinopels zu besichtigen, benutzt die- ser sebe fleißig. Am 3. September, als am Tage der Krönung Sr. Majestaͤr des Kaisers Nikolaus, hatte der Fuͤrst die Ehre mit einigen Personen von seiner Sutte von Sr. Excell. dem Kaiserl, Russischen Minister und Gesandten allhier, Herrn von Butenieff, zum Mittagmahle eingeladen zu werden. Als der Furst gegen 2 Uhr des Tages in dem Hofe der Mission eintraf, empfing ihn hier der Gesandte und geleitete ihn gleich in die Kapelle, wo sie der Liturgie beiwohnten. Mit Erlaubniß des Din. v, Buteniff hielt nun der Fuͤrstl. Kaplan, der Schabaczer Erzpriester Joh. Pawlowisch, eine kurze Rede zu Ehren des Kaisers Nikolaus, worin er die Freude und das Gluͤck Serbiens schilderte. Der Redner sprach sehr andächtig und ruͤhrend, so daß dem Fuͤrsten im Uebermaße seiner Gefuͤhle helle Thraͤnen in den Au— gen perlten. Auch der Herr Gesandte aͤußerte seine Zufrieden—⸗ Redner. Er begehrte auch um sie im Botschafts-Teinpel n Marmor einhauen zu lassen, zum dauernden Andenken, daß an demselben großen Tage, als an dem 106en Kröͤnungstage Sr. Maj. des Kaisers von Rußland, ber Serbische Fuͤrst Milosch in dieser Kapelle dem Gottesdienste wie auch darin auf dieselbe Weise die Erinnerung des Traktates von Unkjar Skelessi ausgehauen steht. Nach der Liturgie wurde unter Kanonen, Salven ein Le Deum eben demselben Grund abgefungen. Nach Beendi⸗ gung des Gottesdienstes fuͤhrte der Herr Gesandte den Fuͤrsten auf die Kaiserliche Korvette, welche in dem Bos— porus vor dem Hofe der Mission vor Anker lag und 24 Kano⸗ nen am Bord hat. Sie war mit I verschiedenen Fahnen fest⸗ lich geziert. Die Uebung der Mannschaft dieses Schiffes, dye Reinlichkeit und gute Ordnung auf allen Seiten, wo man nur t, kann nicht genug belobt werden. Auf dieser Corverte war das Fruͤhstuͤck bereitet, während dessen zuerst der Herr Ge⸗ Majestaͤt des Kaisers Niko⸗ ganze Gesellschaft und die

zugleich eine Abschrift der selben, mit goldenen Buchstaben in

laus ausbrachte, worauf die das von 24 Kanonensalven aus der Korvette beantwortet

Hierauf trank der Gesandte auf die Gesundheit des Sultans Mahmud wieder unter Hurrahrufen und Kanonensalven Syaͤter trank er auf die Gesundheit des Serbischen Fuͤrsten Milosch, worauf unser Herr endlich auf das Wohler⸗ gehen des Herrn Gesandten einen Toast ausbrachte. Der Kom

mandant dieser Korvette, welche den Namen „Penderaklia“ fuͤhrt

Capitain/ Lieutenant Sirski, beehrte den“ Fuͤrst it ein

schriftlichen Rapport uͤber den . der . Untergeerdnrten Mannschaft. Rach diesem Fruͤhstuch setzte sich der Fuͤrst mit einigen Personen in das Csinakl, und wie er sich von der Korvette entfernte, wurden 21 Kanonen ihm zu Ehren abgefeuert. Außer der Korvette war auch ein anderch kleines Schiffchen, in der Größe eines kleinen Kahnes, ebenfalls mit den verschiedenen Bandera und Farben, wie die Kor⸗ veite im Kleinen, geschmuͤckt. Bis zum Mittagsmahle welches erst um 10 Uhr des Tags (Tuͤrkisch) folgte, besuchte der Fuͤrst den Oesterreichischen Internuntius, Herrn Baron von Sinrmer, den Preußischen Gesandten, Grafen Köoͤnigsmark, und die Witiwe des unvergeßlichen Frankini. Das Mittags mahl war gleichfalls glaͤnzend und herrlich. 36 Personen, darunter der Oꝛster reich ische Internuntius, der Preußische Gesandte, der Oester⸗ peichische General Appel, der Oesterreichische pensionirte Oberst⸗ Lieutenant Fürst Schwarzenberg, Madame Frankini und mehrere andere ausgezeichnete Personen wohnten demselben bei. Hier trank zuerst der Fuͤrst Milosch auf die Gesundheit Sr. Majestat des Kaisers Nikolaus, dann Herr von Butenieff auf die Se sundheit Sr. Hoheit des Sultans Mahmud, welchem er. ein Toast auf die Gefundheir des Serbischen Fürsten Milosch i gen ließ. Zuletzt brachte Färst Milosch die Gesundt en des Herrn von Butenieff, des Herrn von Stürmer und 94 Her . Grafen von Koͤnigsmark aus.“ 3

Man schreibt aus Cattaro vom 19. Ytt.: „Es ist bisher hoch im meg nicht gelungen, ein friedliches Verhältniß zwischen den Montenegrinern und den angränzeden Türken im Allgemeinen ä Stande zue bringen, und es bub darum, wie bisher einzelnen 3 en üderlassen, sich mit ihren Nachbarn zu verglechen. feer hr renegrinische Sramm Kuischi hatt auf Liese We scen— den Türken von Pobzorttza ein sciedliches Verhältniß geschlossen,

Die gebraͤuch lichen Freundschafts . Versicherungen waren aber kaum gig enseiti⸗ er theilt, als die Montenegriner, welche n Vertrauen auf den geschlossenen Vertrag sich mit ihren Heerden ohne ge— hoͤrigen Schutz der Tuͤrkischen Graͤnze genähert hatten plöͤtz⸗ lich von den Tuͤrken überfallen wurden. Mehrere Tausend Schafe wurden geraubt, saͤmmtliche Huter (gegen 259 Per⸗ sonen, hiedergemetzelt und ihre Köpfe als Trephäen nach Stu⸗ lari geschickt. Bei den Montenegrinern, so wie in Albanien, ist die Pflicht der Rache eine der heiligsten, nicht nur andern Na⸗ tionen oder Feinden gegenuber, sondern auch unter sich seibst zwischen Familien, OHetschaften, Staͤmmen und Distrikten. Ist ein Mitglied einer Familie oder (ines Dorfes ze. beleidigt wor⸗ den, so liegt all seinen Angehörigen die Pflicht ob, ihn zu raͤchen Man sucht nun vorerst den Thaͤter jn dieser Absicht zu erreichen;