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Die neuesten Briefe aus Buenos-Ayres melden, daß alle Distrikte der Provinz sich dem Gouverneur Rosas ange⸗ schlossen haͤtten. Dagegen schildern Briefe aus Mohtevideo die Diktatur dieses Generals als die furchtbarste Tyrannei und die Republik Uruguay als im Aufbluͤhen begriffen.
Nach Berichten aus Neu⸗Orleans vom Gten v. M. sollen
Mexikan ische Agenten die wilden Indianer⸗Staͤmmme in Texas 6 die Nord-Amerikanischen Kolonisten aufgehetzt, und die teren sich in Folge dessen an die Regierung der Vereinigten
taaten in Washington um Unterstuͤtzung gewendet haben.
Niederlande.
Aus dem Haag, 25. Nov. Se. Maj. der König haben dem bei Ihrer Königl. Hoheit der Prinzessin Albrecht von Preußen als Korrespondenz Secretair angestellten diesseitigen Un⸗ terthan Wilhelm Göring den Hofraths-Titel zu verleihen geruhet. — Ein Mitglied der zweiten Kammer hat sein in den Sectio⸗ nen abgegebenes Gutachten gegen das in Vorschlag gekommene Reue Korn- Gesetz im Han deisblad abdrucken lassen! Es ist hauptaͤchlich die Besorgniß, daß der Hollaͤndische Handel hierunter merklich leiden wuͤrde, welche jenes Mitglied bewogen haben, sich gegen den Vorschlag der Regierung zu erklaren, Ser, wie er be— merkt, bereits im vorigen Jahre von der zweiten Kammer der neralstaaten erbeten, von der ersten Kammer jedoch abgelehnt worden war *
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Belgien.
Bruͤssel, 24. Nov. Die im August d. J. votirte Aufhebung der zehn Zusatz . Sentimen auf die Abgaben (eine Kriegssteuer) wird auch fuͤr 1836 beibehalten, da eine solche Vermehrung der oͤffentlichen Lasten durch keine Nothwendigkeit mehr geboten wird. Der Mi— nister kuͤndigte ferner an, daß der Schatz sich im besten Stande befinde, und daß der Kassendtenst, durch den Zusammenfluß von Kapitalisten erleichtert, welche Bons auf den Schatz gegen maͤ— bige Zinsen suchten, mit einer solchen Regelmäßigkeit und Schnel⸗ ligteit gefuͤhrt werde, daß noch zu keiner Zeit und in keinem ande die Staats-Glaäubiger so puͤnktlich hezahlt worden seyen. Das Einnahme ⸗ Budget wird erst in dieser Woche vorgelegt, aber doch zuerst diskutirt werden, um den Bezug der Steuern fuͤr den naͤchsten I. Januar zu sichern. Bei dieser Diskussion wird auch die Frage hinsichtlich der zwischen dem vorigen Mini— stertum und der Bank abgeschlossenen Uebereinkunft wegen des Saldo verhandelt werden, den diese letztere in ihrer Eigen⸗ schaft als vormaliger Kassier des Koͤnigreichs der Niederlande schuldet. Die Grundzuͤge dieser Uebereinkunft gehen in Wesent— lichen dahin, daß, ohne Praͤjudiz fuͤr die Rechte Hollands, als Theil des vormaligen Koͤnigreichs, und die einer Regulirung, welche zut Zeit eines Definitiv Aktes zwischen beiden Maͤchten ein— treten mag, die von der Bank schuldigen 13 Millionen Franken in öffentlichen Fonds angelegt werden ollen, von denen Belgien die Interessen yu genießen habe, und sogar, wenn es dies wolle, uͤber das Kapital verfüͤgen konne, indem es bei Verfallzeit stets wieder zu erneuernde Schatzscheine hinterlege. Diese Üeberein⸗ Lunft, welche heftig angegriffen wurde, und gegen welche sich der esöhluß der Commiffaire der Kammer aussprach, duͤrfte jetzt gJeoilligt werden, weil sie dem Staats, Fonds eine Mehreinnahme von Gä0, 000 Fr. jährlich verschafft, und weil man, wenn man sie aufheben wollte, sich den Wechselfaͤllen eines langwierigen PHrozesses aussetzen, die verfallenen Interessen von zwei Jahren (ibo, 000 Fr.) und den Ünterschied zwischen dem Einkaufspreis und dem jegfgen Preise der Renten opfern mußte. Das Mini⸗ sterium wird demnach das Werk seines Vorgaͤngers unterstuͤtzen. Hinst htlich der Reduction der Interessen der Belgischen Ren⸗ ten ist noch nichts entschieden; dies wird erst nach der Rück känft des Königs geschehen. Die vortheilhafte Lage der Finan⸗ zen und der Ueberfluß an Kapitalien duͤrften die se Maßregel sehr beguͤnstigen; es könnte dem Staat aus derselben eine Er— sparniß von 1,300,900 bis 1,400,000 Fr. jaͤhrlich erwachsen; denn es handelt sich hier nicht bloß darum, 1 pt. zu gewinnen, da die Reduction in 3 pCt. zu 75 statt⸗ haben wird, sondern auch von Ersparung der Kosten, welche die Zahlung der Interessen und der Amoörtisation der Anleihe zu Paris oder London jetzt mit sich bringt. Das Geruͤcht von der Zins-Reduction oder von Ruͤckerstattung des Kapltals an die⸗ jenigen, welche sich dies nicht gefallen lassen wollen, hat die Rente gedrückt; man glaubt jedoch, daß dies nur voruͤbergehend seyn wird, denn die Lage der Finanzen und der Zufluß von Ka— pitglien ist der Art, daß die zpCtige zu 75 ausgegebene Rente, wofern nicht, was jedoch nicht wahrscheinlich ist, eine politische Bewegung ausbricht, bald den Cours der Franzoͤsischen Rente (2) erreichen durfte. Das Haus Rothschild zu Paris hat so eben 1 Mill. Schatzscheine auf ein Jahr zu pCt. ohne Kom⸗ misston genommen. .
Deut schl an d.
Dresden, 22. Nov. (Nu rnb. Korr.) Das große Mo⸗ dell zu dem Standbild des höchstseligen Königs, unter Leitung des Professors Rietschel gefertigt, ist nun vollendet, und war ei nige Tage öffentlich der Beschauung ausgestellt. Es stellt bekannt⸗ lich den Konig in kolossaler Große vor, auf einem Thronstuhl sitzend, im Hermelin⸗Mantel, das Gesetzbuch im linken Arm, in der rechten Hand den Herrscherstab haltend. An den vier Ecken bes Piedestals werden Figuren in natuͤrsicher Große, die Gerechtigkeit, Milde, De, muth und Froͤmmigkeit vorstellend, angebracht; von diesen sind drei be⸗ reits fertig, welche in Berlin gegossen werden. Das große Bilb soll jedoch hier von Herrn Schrödel gegossen werden. Bis zur Vollendung und Aufstellung des Monuments wird immerhin noch ein Zeitraum von 29 Jahren vergehen. Das Monument kommt an die noͤrdliche Seite des Zwingers, das Gesicht nach Suͤden gewendet. Die leere Wand, welche noͤrdlich den Zwin⸗ ger schließt, wird verschwinden, der Platz frei werden, und ein Theater und Gewaͤchshaus ihn zieren. —= Dresdens Einwohner haben sich freimzllig entschlossen, den naͤchsten 27. Dez., des ge⸗ liebten Koͤnigs Shsten Geburtstag, als hohes Fest zu begehen, und dadurch ihre Liebe und Dankbarkeit zu bezeugen. Hamburg, 25. Nov. (Neue Zeitung.) Wir sind er⸗ maͤchtigt, anzuzeigen, daß die Sub scribtionen zur Altona Ham⸗ burg⸗Läübecker Eisenbahn so erwünfchte Fortschkitte gemacht ha⸗ ben, daß nunmehr die von allen Seiten herbeigestroͤmten Anmel= zungen die Zahl der zum Ausgeben bestimmien Actien bercits ö. n , uͤberstiegen haben. Indem diese erfreuliche ktscheinung den größere Publikum in die Ausfuͤhrbarkeit jenes gemeinnützigen Un— ternehmens setzt, laßt sie zugleich hoffen, daß das einzige Jetzt der ö noch entgegenstehende Hinderniß nicht unbestegbar
München, 26. Nov. Ihre Maj. die Königin ist von ei⸗ ner nach der Abrerse Sr. Maj. des Königs eingetretenen Un— päßlichkeit wieder hergestellt. Auch Ihre Maj. die Königin
1362 nach Berichten aus Wien, im besten Wohl⸗ seyn, wird aber erst zu Ende dieses Jahres nach München zu⸗ ruͤckkehren. U
Augsburg, 26. Nov. Oesterreich
Wittwe beñindei sich
Se. Majestaͤt der Kaiser von hat den hiesigen Herrn Bischof mit folgendem Schrei— ben zu ehren geruht: „Lieber Bischof von Riegg! Ich habe das Vertrauen gehegt, aß aus Meinen Benedéktiner- Stiften nur solche Priester nach Augsburg zu ziehen sich entschlie— ßen, und von ihren Aebten dahin werden entlassen werden, welche der wichtigen Bestimmung, zu der sie berufen wur— den, gewachsen und, mit Liebe fuͤr dieselbe erfullt, Hoff⸗ nung geben, daß sie den an sie mit Recht gestellten Forderun⸗ gen genuͤgen werden. Schreiben vom 5. Noveimber 1835 zu entnehmen, daß Pie er— waͤhnten Benediktiner Meiner Gesinnung entsprochen haben, und daß die gemeinsame Liebe suͤr den edlen Zweck des Vereinz ein harmonisches Leben und Wirken in demselden geschaffen hat, welches unter Gottes Segen ein reichliches und dauerhaftes Gedei⸗ hen zur Ehre Gottes und zum Besten der Menschheit hoffen läßt. Ich werde an diesem Gedeihen allzeit lebhaften Antheil nehmen, und das Mitwirken der Benediktiner aus Meinen Staaten für dasselbe bei deren einstiger Ruͤckkehr in ihr Baterland so vaäͤtersich aner— kennen, als ob es von thnen in Meinem Staate und fuͤr Meine Unterthanen geleistet worden ware. Mit Vergnügen versichere Ich Sie, lieber Herr Bischof, wiederholt Meiner besonderen Gewogenheit. Wien, den 16. Nov. 18335. Ferdinand.“
Nurnberg, 27. Noy. Die feierliche Eroͤffnung der Lud— wigs⸗Eisenbahn ist nunmehr, nach dem Inhalt eines im Druck erschienenen Programms, definitiv auf den 7. Dez. d. J. an— gesetzt. Nach 8 Ühr Morgens versammeln sich im Verwaltungs Lokal der Eisenbahn-Gesellschaft in der Vorstadt Gostenhof auf einer Tribune das Direktorium, der Baumeister mit dem Bau⸗ Personale, die Actionaire und die geladenen Gaͤste. Um SM Uhr beginnt die Feierlichkeit mit der Enthüllung eines der Erbauung der ersten Deutschen Eisenbahn mit Dampf⸗ krast gewidmeten Denksteins. Eine kurze Rede wird die Wichtigkeit des Moments bezeichnen, in welchem ein Un— ternehmen in das Leben tritt, welches, wenn auch klein begonnen, in seinen Folgen fuͤr ganz Deutschland wichtig werden duͤrfte. Hierauf beginnt die erste Fahrt nach Fuͤrth mit dem Dampfwagen „der Adler“. Das Zeichen zum Beginn der Dampfwagenfahrt wird durch einen Kanonenschuß gegeben. In Fuͤrth begeben sich die Angekommenen in den Gasthof zum Kronprinzen von Preußen, und kehren nach einer halben Stunde nach Nuͤrnberg zuruͤck. Um 11 Uhr findet eine zweite, um 1 Uhr eine dritte Fahrt mit dem Dampfwagen statt, und um 3 Uhr ist Diner im Saale des Museums. — Die der Eroͤffnung vorangehenden Probe- Fahrten mit der Loko⸗ motiv, Dampf⸗Maschine vermehren sich, und mit ihnen stei⸗ gert sich auch die Theilnahme des Publikums an gemeinnuͤtzigen Unternehmen. Am 235. November Nachmit⸗ tags wurde ein Versuch mit 8 Wagen zugleich vorgenommen, die mit mehr als 160 Personen besetzt waren. Die Fahrt nach Furth ging beilaͤusig mit derselben Heizung, wie bei dem neu— lichen Versuch mit 3 Wagen, in 11 Minuten, und die Ruͤckfahrt in 18 Minuten ohne Unfall von statten. In den Blicken der Tausende von Zuschauern, welche laͤngs des Weges die Abfahrt und Ruͤck— kunft des Wagenzuges erwarteten, war die lebhafteste Spannung und
zu lesen. Alle bisherigen Probe⸗Fahrten wurden von einer in dieser Jahreszeit seltenen Milde der Witterung, die letzte noch uͤberdies von dem freundlichsten Sonnenschein beguͤnstigt.
Stuttgart, 25. Nov. (Allg. Ztg.) Fuͤr den Asten d. sehen wir, zum Schlusse einer begonnenen Legislation, dem Wiederzusammentritt unserer Staͤnde entgegen. Dem Ver—⸗ nehmen nach, wird dieselbe vor den Weihnachts Feiertagen dann wirklich geschlossen und der neue ordentliche Landtag Ende Januars oder Aufang Februars kommenden Jah— res eröffnet werden. Von den bisherigen Mitgliedern der zweiten Kammer sind indessen gestorben: Kanzler von Auten— rieth, Praͤlat von Pfister, die Beide in der gelehrten Welt einen ruͤhmlichen Namen sich erworben, und Regierungs-Rath Stehle. An die Stelle der beiden Ersteren, welche vermoͤge ihres Amtes Mitglieder der Kammer waren, sind indessen er⸗ nannt worden: Professor von Wächter zu Leipzig, Als Kri⸗ minalist ruhmvoll bekannt, und Garnisons⸗ Prediger Seubert, beruͤhmt als Kanzel⸗Redner. An die Stelle des Regie rungs-Raths Stehle wurde von dem Ober⸗Amts⸗Bezirk Ellwangen gewählt der Stadtschultheiß Rettenmaier von Ell— wangen. Offiziell ist die Ernennung des Professor Waͤchter zum Kanzler der Landes⸗Universitaͤt Tübingen noch nicht publi⸗ zirt, gleichwohl duͤrste sie so wenig als die Legitimation. dieser 3 Herren irgend einem Zweifel unterliegen. — Gestern Abend ein⸗ getroffenen Nachrichten zufolge, soll Ihre K. H. die Frau Herzo⸗ gin von Montfort, Schwester Sr. Majestaͤt des Koͤnigs, zu Lau— sanne gefaͤhrlich erkrankt seyn.
Darmstadt, 24. Nov. In der Sitzung unserer zweiten tung eines zweiten Kreisgerichts in Rhein-Hessen Berathung gepflogen, und es entspann sich daruͤber nach der hiesigen Zeitung, eine sehr ausfuͤhrliche Diskussion. Der Ausschuß— Bericht erklaͤrte sich in seiner Majoritat gegen den Antrag, seine Ansicht auf 14 verschiedene Punkte stuͤtzendd. Abg. Goldmann war fuͤr die Errichtung des zweiten Kreisgerichts und bemerkte: man habe die Pflicht, der Provinz Rhein⸗Hessen prompte Rechts huͤlfe zu verschaffen, und duͤrfe zu diesem Zwecke den Aufwand von ein paar Tausend Gulden eben so wenig scheuen, als man einen solchen in den diesseitigen Provinzen bisher gescheut habe, wo er nothwendig geworden. Abg. Parcus ergriff hierauf das Wort und sprach in einem mehr als anderthalbstuͤndigen Vor⸗ trage fuͤr die Propositionen der Staats⸗Negierung. Er haͤlt zur vollstaͤndigen Gerechtigkeitspflege in Rhein⸗Hessen die Errichtung eines zweiten Kreisgerichts fuͤr durchaus nothwendig. Nach ei— nigen kurzen Bemerkung en des nn, Praͤsidenten Schenck zur Vertheidigung der Ansichten des
hohen Grad des Zutrauens beweist, den das
Vororts sein Abberufungs Schreiben. 3 Attes ertönte Kanonendonner, und die Besatzung war auf · dem
die Sitzung.
t Schwei 3. Bern, 21. Nov. Am 19. November Nachmittags uͤber⸗ ab Herr von Rumigny, bisher Franzoͤsischer Gesandter bei der
idgenossenschaft, in feierlicher , . 2
inner ee rulseleer
Mir ist es sehr angenehm, aus Ihrem
dem
freudigste Ueberraschung bei dem wirklich großartigen Schauspiele
Kammer vom 17ten d. wurde auch uͤber die proponirte Errich-
usschusses schloß der Praͤsident
Anargu, 23. Nov. Der kleine Rath des Kantons Aan hat die Eidesleistung der katholischen Geistlichen auf den 2 November angeordnet. Seit 1798 zum ersten Mal wieder len sie den Staats-Eid schwoͤren. Kaum war der Schwinn bekannt, so hielten die Geistlichen Versammlungen, und sie s bereits in tem Besitze einer bischoͤflichen Mahnung, den 6 bloß mit dem Zusatze zu leisten: „Ich schwoͤre diesen Eid Allem, was der katholischen Religion und den kirchlichen Ge zen nicht zuwider ist.“ Dieser Erlaß, in die Form eines sa graphirten Briefes eingekleidet, ist jedem eidespflichtigen G. lichen zugekommen und enthält daneben die Weisung, das spiel der Bernerischen katholischen Geistlichkeit zu befolgen * wenn ihnen jener Zusatz nicht gefalle, sich an den Papst zu m den. In mehreren Gemeinden des Freiamtes und sonders des Kelleramtes ist die Gährung aufs hoͤchste stiegen, und die Pfarrer duͤrfen, behauptet man, bloß Volk ein Zeichen zum Aufbruch geben. Der morgende wird entscheidend . Die Beeidigungen geschehen in Bezirks- Hauptorten vor den Amtmaͤnnern und ihren Stan tern; in Baden, Bremgarten und Muri ist viel Volt ang digt; in manchen Gemeinden will die Haͤlfte der Bewohner Pfarrer begleiten, um auf das erste Losungswort bei der u seyn. Allein auch die Regierung ist geruͤstet, sie hat di erer chen Anordnungen getroffen, um noöͤthigenfalls Gu mit Gewalt abzutreiben. Auch laͤßt sich erwarten, daß si Regierung des Standes Zuͤrich um Beistand ersuche, wenn nicht bereits geschehen ist. Am 18ten hat die Aargauer R rung die saͤmmtlichen Gemeinde⸗-Raͤthe in den unruhigen By ken vor die Bezitks-⸗Amtmänner rufen lassen, um ihnen ihre schwornen Pflichten in Erinnerung zu bringen und ihnen ji oͤffnen, daß sie gleich den Bezirks, Amtmaͤnnern fuͤr alle 3 allfaͤlliger unruhigen Auftritte verantwortlich seyen. Die Allgemeine Schweizer Zeitung bemerkt hh „Die 6 Kloͤster haben gegen den Beschluß des großen ga wodurch sie unter Vormundschaft gesetzt werden, eine Vin rung eingelegt. Der auf den 30. Dez. einberufene große) wird uͤber den Antrag des kleinen Raths, dem Bischof s Einkuͤnfte zu entziehen und Aargau von dem Bisthum Bist trennen, zu entscheiden haben. Berichte aus den freien Amn schildern die durch den Beschluß gegen die Kloͤster erregtz It friedenheit unter dem Landvolk als ehr beunruhigend. versichert, daß die Köoͤster es bis aufs Aeußerste ankommu ss werden, und daß unter den Bauern angeworben werde.“ Nach der Aargauer Zeitung werden zwei Compags Artillerie am Sonntag in Aarau eintreffen; nicht nur reform sondern auch die katholischen Truppen des Frickthals sind ll boten. Aus mehreren Landestheilen vernimmt man, die e lichkeit, in allem uͤbrigen der Verfassung und gesetzlichen o nung getreu, fuͤhle sich dennoch, auf die Anzeige des Bsst hin, in ihrem Gewissen verpflichtet, in dem zu leistenden den bekannten Vorbehalt der Rechte der Kirche zu verlange
Spanien.
Eröffnung der Cortes. Königliche Sitzung 15. November. Die verwittwete Koͤnigin eröffnete h die Cortes in eigener Person. Schon um 9 Uhr Mah waren alle Tribuͤnen des Sitzungs- Saales der Prokurabg Kammer mit Zuschauern angefuͤllt. Auf den vordersten der oͤffentlichen Tribuͤnen saßen elegant geschmuͤckte Damen. der diplomatischen Tribuͤne sah man den Franzöͤsischen Gesuhb Herrn von Rayneval, den Englischen⸗Gesandten, Herrn Ill den Geschaͤftstraͤger der Vereinigten Staaten, Herrn Vannel Repraͤsentanten von Mexiko, Herrn Santa Maria, den * sandten Culumbiens, Herrn Soublette, den Schwedischen 69 f traͤger, den Daͤnischen Geschaͤftstraͤger, . Dalborgo di n den Portugiesischen Gesandten, Herrn Lima, und den Belgst Herrn Lalaing. Vom Palast bis zur Prokuradoren⸗Kammer int während des Königlichen Zuges die Garnison und die Nat Garde, das Gewehr im Arm, ein Spalier. Ein und zwanzig Kann schuͤsse ertoͤnten in dem Augenblicke, wo die Königin ihren last verließ, um sich nach der Kammer zu . wohin Ihre Koͤnigl. Hoheiten Don Francisco de Paula und so Gemahlin Donna Luisa Carlota schon vorausgeeilt waren. St mischer Beifalls-⸗Ruf von den Baͤnken der ver sammelten h ceres und Prokuradoren empfing Ihre Majestaͤt beim Eim in den Sitzungs-Saal. Nachdem die Koͤnigin auf dem 2) Platz genommen hatte, zu ihrer Rechten die Herren Menn und von Almodovar, zu ihrer Linken die Herren Martin d . und Gomez Becerra, hielt sie mit fester und i timme folgende Rede: „Erlauchte Proceres und Herren Prokuradoren des Konigre Es wird mich stets gluͤcklich machen, die Cortes versn zu sehen, die in Gemeinschaft mit der Regierung meiner erhi Tochter über Fragen zu berathschlagen haben, welche fuͤr das! der Natien und des Staats die wichtigsten sind. Nie aber mir die Zusammenkunft der Cortes erfreulicher seyn, als in n Augenblick, wo eine neue Aerg der Aussdhnung und Vaterland beginnt. Mein Herz gefällt sich besonders in der Betrachtumj Loyalitaͤt und hohen Einsicht des Spanischen Volks und näht egruͤndete Hoffnung, daß zum Lohn für die Opfer dieser heren die Uebel des Bürgerkrieges bald ein Ende nehmen mi Ich empfinde die lebhafteste Genügthuung, Ihnen Gefühle auth ken zu koͤnnen, die mir sowohl als Mutter Fsabella's, wie al nigin⸗Regentin von Spanien, so suͤß sind.“ , „Ich habe mein Vertrauen auf Minister gesetzt, die ihn, eben so sehr mit dem Vertrauen der Nation beehrt werden die Repraͤsentanten der Spanischen Monarchie, die in diesem ) blick dem Thron meiner vielgellebten Tochter zur Stütze 1 nen auch das ihrige schenken, so hoffe ich, daß wir, ohne zu neuen Anleihen und ohne Vermehrung der Auflagen, nich den Krieg gegen die Aufrührer zu beendigen und die anderth pflichtungen des Staats zu erfüllen, sondern auch das Schi ner Glaͤubiger, sowohl der einheimischen als der auswaͤrtige verbessern und den öffentlichen Kredit auf dauerhaften Grun zu befestigen im Stande seyn werden.“ ; „Die Souveraine, welche den Traktat der Quadrupel. unterzeichnet haben, fahren fort, mir zahlreiche Bewelse von Festhalten an den darin ausgesprochenen Grundsaͤtzen zu ; Diesem Traktat verdankt meins erhabene Tochter die ptelfeg terstuzunz an Waffen und Munitionen, welche von meint . nen Verbündeten, dem Kbnige von Großbritanien, Kian tung ihres Thrones gellefert worden sind, und die Krlanbnsf che dieser Monarch den Britischen Unterthanen erthellt ha Waffen zur Vertheidigung desselben zu ergreifen. Eben Traktate getreu, hat der Konig der Franzosen, meln eth Oheim, seinerseits erlaubt, daß die Legion, in z erechten Sache nun schon so viele Dienste geleistet af ihr noch mehr leisten wird, von den Kuästen Afrilas Catalonien uͤbergeschifft werden durste. Wir ln che Erfolge von der Mitwirkung der 10,000 Portug n! ken, die in Gemäßhelt der mit Ihrer Allergetreuesten Mäs⸗ geschlossenen , , . und in Folge desselben T ln. ö. un ser Gebiet einzura n begonnen haben. Ihre Maj . Kaifer von Brastlien, bie Könsge von Haneinge f, Schmcha!
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und Griechenland, so wie dle Republik der Vereinigten Staa ⸗ n von Nord- Amerika, verbleiben in der vollkommenen Cintracht unh, freundschaftlichen Heziehung zu uns, von der sie unz stets Be— zeise gegeben haben. Unsere Verhältnisse zu den andern Mächten
jnd der von ihren, Regierungen befolgten politischen Richtsch nur nd der Warde und Unabhängigkeit unferer Nation angemessen.“ MMMit den Staaten des Spanischen Amerskars sind Unterhand⸗ ingen angeknüpft worden. Ich glaubte, es den Interessen der Na⸗ on und des Thrones und dem Vertrauen, welches die Cortes mir saßtzßen, schuidig zu seyn, Sie in einer so höͤchst wichtigen Ange⸗ genbeit zu Rathe zu ziehen.“
Die Treue der tahferen Armee melner erhabenen Tochter hat fd unter den Wechselfaͤllen des grausamen Krieges im Norden be— hrt, und ihre feste Anhaͤnglichkeit an die Sache der Nation ist we alles gob erhaben. Die Belohnungen, wesche ich ihr bewilligt för bat ste also mit Recht verdient, ünd diefe Belohnungen sind binter dem zurückgeblieben, was ich gern gethan hätte, um „ Hingebung anzuerkennen. Eine befonders wäüänsfchte ich von iniem Herzen verwirklichen zu konnen, namlich die Errichtung ci R Invalidenhauses in einer Gestalt, die einer eben so wohlthaͤti⸗ In als kriegerischen Nation würdig wäre ⸗ Die dringende Nothwendigkest, dem . schnell ein unde zu imachen, hat es erfordent, den Effektjv-⸗Hästand der Armee, f uch dte fremden Streitkräfte, deren Tapferkeit und treffliche unnsjucht zu den schoͤnsten Hoffnungen berechtigen, schon vergrö⸗ tt itt, auf einen Fuß zu bringen, der die gewöhnlichen Graͤnzen lzerschreitet. Das Opfer wird groß, aber nur vorübergehend seyn. ble Gleichförmigkeit, welche bei der Besoldung dieser verschiedenen Frinpen beobachtet worden ist, hat sich des Beifalls dieser fo Kber— 6 gtrechtig keitsliebenden Natton erfreut, Sie Proben von Begel⸗ . und Aufopferung, welche ich taglich von allen Klassen des giguts n,, . bheweisen mir, daß dem Spanier nichts zu schwer nid mn kostspielig ist, wenn es sich darum handelt, den Thron und mas Vaterland zu vertheidigen.“ t
ch habe es suͤr angemessen erachtet, dem zum Schutz der in⸗ ert Ordnung bewaffneten und im Nothfall für den aktiven Dienst oh gemachten Theil der Nation den Ramen National-Garde zu erlegen, der den Zweck einer so schaͤtztaren Institution genaunr zutsubruͤcken scheint. Ihr Reglement erheischt einige Abaͤnderun⸗ en, die Ihnen vorgelegt werden sollen.“
Heibenmuͤtbigt Spanier, gröͤßtentheils der National-Garde ngehbrend, haben, indem sie ihr Glut vergossen, eine Probe von ,., abgelegt, der ihre Herzen entflammt. Ich konnte edle Opfer nicht vergessen und habe daher auch befohlen, daß die . aller derjenigen, die durch, die Hand der Aufrährer, als Schlachtopfer ihrer Hingebung fuͤr die Sache des rechtmaͤßigen Thrones und der Freiheiten des Vaterlandes, gefallen sind oder noch alen inßchten, in dem Unions⸗Kollegium erzogen werden sollen, elcher Name mir deshalb für dieses Institut passend schien, weil Mn Epoche seiner Gründung diejenige ist, wo alle echte Spanier sich ttenigten und versb hnten. “ . ⸗
Den, Gesetz⸗Entwuͤrfe von großer Wichtigkeit werden Ihnen n Berathung vorgelegt werden. Der eine betrifft die Wahlen, urguf dle hl rr if wn sng sich stützt; der andere die Preß⸗ Frelheit, welche die Seele derselven ist; der dritte die Verantuwort—
lichkeit der Minister, die ihr zur Ergänzung dient, weil sie die n-!
zerletzlichkeit des Monarchen und die Rechte der Nation zugleich sichert und mit einander vertraglich macht.“ .
„Im Finanz⸗Ministerium werden verschiedene nuͤtzliche De— krete ausgearbeitet, worunter namentlich auch eines den Zweck hat, die Verurtheilungen fuͤr das Vergehen des Contrebandirens zu ver⸗
indern, was ich fuͤr etwas sehr Wohlthaͤtiges halte, weil 's das Lars unglücklicher Menschen erleichtern und der Geseüschaft viele ͤ = Arme zurückgeben wird. Eine besondere Beruͤcksichtigung Dieses Grgenstandes würde fuͤr den Ackerbau, die Gewerbe und di⸗ , , ral von großem Nutzen seyn, aber es ist noch nicht möglich gewesen, für elnen so um fassenden Thell der Gesetz gebung en allgemeinen Plan festzustellen. Ich hoffe, Sie werden? mein? lerung autorlsiren, die erforderlichen Mobdificationen vorzuneh⸗ mi und sie dadurch in den Stand fetzen, der mach ten Cotes her, sanmlung ein vollstaͤndiges System der Finanz-Verwaltung vorzu= gen., Sobald man die Einkünfte, welche durch die w en smiseben können, so wie den ganzen Belauf der ordentlichen und gußttordentlichen Ausgaben kennt, wird das Budget mit der erfor= derlichen Genauigkeit, die indeß unter den gegenwartigen Uumstaͤn⸗ den nicht zu 6 ist, vorgelegt werden Ich glaube, daß meine Regflrung dieses Vertrauens würdig ist, und die Eortes werden dien anf die Fälle anwenden, welche sie für zweckmagig halten.“ »In der Gerxichts⸗Verfassung sind viele Mißbraͤuche abgesch afft, und ein regelmäßiges und gleichfoͤrmiges Verfahren bei den Ge richtzhoͤfen ist eingeführt. Die Arbeiten zur Entwerfung neuer Ge— bücher und eines Reglements fuͤr die Heistlichen werden von der a ernannten Kommission, die aus Praͤlaten und anderen tugend⸗ haften und aufgeklaͤrten Personen besseht, mit Eifer und Aufmerk⸗ samkelt fortgesetzt. Man wird Ihnen einen Gesetz⸗Entwurf vorle⸗ newodurch das Loos der Ordens⸗-Geistlichen auf eine ehrenwerthe eise festgestellt werden soll.“ Wir . der goͤttlichen Vorsehung unseren Dank darbrin— fin fuͤr den offentlichen Gesundheits⸗Zustand und fur die Aerndte, le, wenn auch nicht uͤberfluͤssig, doch hinreichend i, . ist. le Cortes werden von Allem Kenntniß erhalten, was in admini⸗ sfatirer Hinsicht zum Besten der Ration geschehen ist. Dahin ge— ten. Bie Srgänistrüng der Munszipalttäten und Prosmmziall Be nen; ein neues Reglement fuͤr die Civil⸗ Verwaltung; der fadtische und munszipalartige Charakter, welcher der e, gege⸗ ben werden soll; die Wegraͤumung der Hindernisse, welche bis jetzt dem fresen Berkehr der Personen und Wagren von einem Theile den Königreichs nach dem andern entgegenstanden, und endlich die an zugeführten und noch beabsichtigten Verbesserungen in dem n , System, wofür keine Ausgabe mir zu groß erschel—⸗ . rd.
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und die zur
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„ schlaͤgt mit n deren Best fallen .
593 municationen welches fuͤr Erie Ithwendigste ist, gehört auch noch der mit . 3 giestaͤt / abgeschlossene Vertrag wegen HBeschtffung 1e a den Tajo, Minho und Guadlang aus?
De reichs, sind die wich en Gegen tan ze, welche ir erben en en. Ich
fl erwarte von der Loyalitaͤt, dem Pa⸗ ö
ce Proceres unz Herren Prokuradoren des König
sten Resultate. Die Reyraͤsentativ⸗ Re
liches Jahrgeld von 180 Realen erhalten.
Tode abgehen. Ihr habt es vernommen.
1363
̃ ierung ist diejenige, welche 1 der gegenwartigen Civilisation angemesfen ss. Mein Bestreben ist, daß diese Nation, welche der Freiheit und des Gläckes so wuͤrdig ist, derjenigen Freiheiten genieße, weiche, in Verbindung mit der d⸗ fentlichen Ordnung, der nothwendigen Bedingung jeder menschli⸗ chen Gesellschaft, aus jener Regterungsform hervorgehen. Dies großherzige Volk hat die größten Opfer gebracht fur die Erhaltung des Thrones meiner erhabenen Tochter; mein Name ist, offenbar durch eine besondere Fuͤgung des Himmels, mit diefen edelmuͤthigen Bestrebungen verbunden. Ich werde von meiner Seite weder Můhe noch Opfer scheuen, um den Spaniern zur Belohnung die Befesti⸗ gung ihrer Freiheit und ihres Glückes zu versch affen
Nach Beendigung dieser Rede erhob sich Herr Mendizabal und erklärte die Kammern des Königreichs für gesetzlich eroͤffnet. Die Kammer der Prokuradoren wird sich morgen versammeln, um die fuͤnf Kandidaten fuͤr die Praäͤsidentschaft zu ernennen, aus welchen dann die Koͤnigin den Praͤsidenten wählt. Man glaubt allgemein, daß die Wahl auf Herrn Isturiz fallen wird. Die Ernennung der Secretaire findet nach der Erwählung des Praͤsidenten statt. Die Diskussion über die Adresse wird nicht vor dem Freitage oder Sonnabend beginnen. Als die Koͤnigin den Saal verließ, wurde sie mit lauten Zelchen der Ergebenheit begleitet. Heute Abend wird das Ereigniß dieses Tages durch eine allgemeine Erleuchtung gefeiert werden.
In der heutigen Hof⸗-FZeitung liest man einen Artikel, worin das kürzlich wieder verbreitete Geruͤcht von dem Einrücken eines Franzoͤsischen Truppen⸗Corps in die Baskischen Provinzen sehr lebhaft bestritten und zugleich erklaͤrt wird, daß Frankreich auf seine Grundsaͤtze der Nicht-Intervention auf keinerlei Weise verzichte, und daß Spanien auch keine Intervention verlange.
Ein Decret der Königin vom heütigen Tage enthaͤlt fol⸗ gende Bestimmungen: „Art. 1. Alle Individuen, die zu den 3 Bataillonen gehoren, deren Bildung unter dem Namen von „Jaͤgern der Koͤnigin-Regentin“ durch mein Decret vom 10ten Ottober angeordner worden ist, sollen, sobald sie im Kriege ver⸗ wundet werden, außer der Pension, auf die sie gesetzlichen An⸗ spruch haben, noch aus meiner Privat / Chatoulle ein lebenslaͤng⸗ Art. 2. Dasselbe Jahrgeld sollen die Wittwen oder Soͤhne und, in Ermangelung solcher, die Vaͤter oder aͤlternlosen Schwestern derer erhalten, die zu den gedachten Bataillonen gehoͤren und entweder auf dem Schlachtfelde bleiben, oder in Folge der erhaltenen Wunden mit
(gez) Die Koͤnigin.“ Herr Fajardo, Commissair der Brutischen Huͤlfs⸗Legion, ist gestern Abend von Bilbao hier angekommen. Man kennt den Zweck seiner Sendung nicht, doch soll sein Aufenthalt hier nur von kurzer Dauer seyn und er dann wieder zum General Evans zuruͤckkehren.
Turkei.
Konstantinopel, 4. Nov. Die Tuͤrkische Zeitung meldet (außer den gestern erwahnten Thatsachen ) auch einen Besuch, den der Großherr am 15ten vorigen Monats, in Be⸗ gleitung der Groß-Wuͤrdentraͤger, dem Direktor der Großherr⸗ lichen Muͤnze abgestattet. Ali Risa Efendi gab seinen hoͤchsten und hohen Gaͤsten ein Souper, und erfreute sie durch Illumi⸗ nation und Feuerwerke. Der Sultan schenkte bei dieser Gele⸗ genheit dem Efendi sein Bildniß, und dem Sohne des Efendi, Bessim Bei (nachdem er Sr. Hoheit vorgestellt worden) eine vorzuͤglich schoͤn gearbeitete Dofe, so wie mehreren Subasternen, die in Ali Risa's Diensten stehen, silberne Tassen-Teller mit Juwelen besetzt.
Demselben Blatte zufolge, ist der Redacteur der Tek— wimi Wekajt. Eßaad Efendi, in seiner Eigenschaft eines außer⸗ ordentlichen Gesandten am Persischen Hofe, nunmehr nach Te⸗ heran abgereist. Am 22sten des vorigen Monats hatte derselbe eine Audienz bei dem Großherrn und empfing bei dieser Gele⸗ genheit das ehrende Abzeichen, welches seiner neuen Würde als Kasiasker von Anatoli zukommt. schafts⸗Personale wurden der erste Secretair, Reschdi Efendi, und der Dragoman, Kemal Efendt, mit dem ehrenden Abzeichen der Wuͤrdentraͤger vierten Ranges geziert.
Seine Hoheit der Sultan hat an den Groß ⸗Wesir folgenden Ferman erlassen: „Da unser Staats Schatz (Miri) seit einiger Zeit nicht, wie sich's gebuͤhrt, verwaltet wird — wie denn die meisten ihm 6, Ausgaben unserem Großherrlichen Muͤnzhause (Serbchane) zur Last fallen, und auch Schulden sich aufgehaͤuft haben — so ist es unser Wille, daß zu kuͤnftiger besserer Verwaltung der Einnahmen und Ausgaben, und zur Tilgung der Schulden, das Amt eines Defterdars des Miri (n— gehen, und die Geschäfte des Schatzes Miri mit denen unseres Großherrlichen Muͤnzhauses vereinigt werden. Zu diesem Zwecke lassen Wir ein neues Amt, unter dem Titel Defterdaridt des Muͤnzhauses, unter den Aemtern vom er sten Rang in die Promo⸗ tions ⸗Liste eintragen, und fordern Dich auf, den Ali Risa Efendi (bisherigen Direktor der Muͤnze)h, der von uns als tuͤch⸗ tig und bewahrt erfunden worden, mit dieser Wurde zu beklei, den. Ferner sollst Du dem bisherigen ersten Defterdar, Ali Nedschib Bei, zu wissen thun, daß wir ihm, als Veteranen im Dienste, von den 20,000 Piastern, die er als Jahrgehalt be⸗ zogen, die Halfte, naͤmlich 10, 000 Piaster, noch fernerhin zu be—⸗ willigen geruht.“ .
„Diesem Großherrlichen Ferman zufolge (fuͤgt die Tuͤrkische Zeitung hinzu), ist Ali Risa Efendi am Letzten des vergangenen Monats an der Hohen Pforte investirt worden, und hat bei dieser Gelegenheit das Abzeichen der Wuͤrdenträͤger vom ersten Range erhalten, welches der Ex⸗Desterdar bis tan. besessen.“
— Im Globe liest man Folgendes aus Kon stantinopel vom 27. Okt.: „Herr Brant, der Englische Konsul in Trapezunt, befin, det sich jetzt in Konstantinopel. Er hat kuͤrzlich eine Reise in das Innere von Klein -Asien gemacht und Diarbekir besucht. Er fand dort die regulaire Armee unter dem Kommando von Meh⸗ med Reschid Pascha, welche 20, 000 Mann stark ist und mit den Verstärkungen bald 25, 00h Mann zählen wird. 2 dem Lager bei Koniah befinden sich 15,009 Mann regulairer ruppen, und die Zahl der irregulairen ist vollkommen eben so groß. Der Versuch, zwei Regimenter Kurden zu diszipliniren, hat nur einen sehr mittelmäßigen Erfolg gehaht. Es ist in der That nicht schwieriger, wilde Thiere zu jaͤhmen, als diese Bergbewohner an Ordnung und Disziplin zu gewöhnen. Sie erkranken und ster, ben unter dem ihnen aufgelegten Zwang. Als das Hauptquar⸗
Generale gegen Mehmed Reschid Pascha, plünderten die benach⸗ barten Dörfer und brachten das ganze Lager in Verwirrung, wahrend sie sich selbst entzweiten. Die Generale heißen Reschid Pascha und Bekir Pascha. Beide sind ihrer Würden entsetzt,
alzbelt, welche Sie auszeichnen, die aluck lich
und der Letztere ist auf dem Wege nach Konstantinopel.“
wird aber der Kon
Von dem uͤbrigen Gesandt⸗
tier sich vor einiger Zeit in Diarbekir befand, empoͤrten sich zwei
Vereinigte Staaten von Nord- Amerika.
Dle Times theilt wieder ein Schreiben ihres Kor⸗
respondenten in Philadelphia vom 1. November mit, worin
es in Bezug auf die Franzöͤsisch⸗Amerikanische Sache unter An—
derem heißt: „Vor einigen Tagen suchte man hier sehr geschickt
das Geruͤcht zu verbreiten, es seyen wichtige Depeschen von Havre
nach New-Hork gelangt ünd durch einen Eourier nach Washing⸗
ton befördert worden. Die wahrscheinlich beabsichtigte Folge da⸗
von waren bedeutende Speculätionen in Franzöͤsischen Weinen
und Branntweinen und in Kriegsmunition. Da? Geruͤcht erwies
sich aber als falsch. Uebrigens ist weder Herr Barton in Paris
noch Herr Vail in London mit dieser peinlichen Angelegenheit beauftragt, sondern lediglich der Baron Roihschild. Dieser hat
die Bezahlung des Geldes von Frankreich gefordert, hat sie aber
nicht erlangt und durfte sie auch in diesem Augenblicke schwerlich erlangen. In seinen letzten Briefen stellt er die Sache als sehr beunruhigend dar, doch weiß man nichts Naͤheres dar⸗
uͤber, da der General Jackson und seine Staats⸗Stecretaire in dieser Sache aͤußerst vorsichtig und geheimnißvoll zu Wetke gehen und wahrscheinlich vor der am 6. Dezember stattfindenden⸗ Eroͤffnung des Kongresses nichts daruͤber werden verlauten lassen.
Was sie also dann thun werden, ist sehr zweifelhaft; sie wissen s vielleicht selbst noch nicht. Wie aber tzt die Sachen stehen und bei dem energischen Charakter des Praͤsidenten, der sich uͤberdies gewoͤhnlich von augenblicklichen Eindrücken leiten läßt, zweifle ich nicht, daß er in seiner Botschaft in scharfen und aufreizenden Worten von Frankreich sprechen, daß er die Franzoͤsische⸗ Regierung des Treubruchs anklagen und, ohne gerade eine bestimmte⸗ Maßregel vorzuschlagen, dem Kongresfe anempfehien wird, die militairischen Vertheidizungemlitei des Landes, neminilich die Festungen und die Marine, fuͤr den Fall eines Krieges in Be reitschaft zu setzen und die zu diesem Zwecke noͤthigen Gelder zu⸗ b-willigen. Dagegen wird er sich jeder bleß auf Einschraͤnkung. des Handels abzielenden Maßregel, wie der Abbrechung des Verkehrs oder der Verdoppelung der Zoͤlle, entschieden wider setzen. Alle fernere Beschluͤsse werden dann vom Kongresse abhaͤngen. Auch das Kabinet des General Jackson ist auf keine fuͤr die Erhaltung des Friedens guͤnstige Weise zusammengesetzt. Herr Forsyth, der Staats, Secretair, ist ein Mann von heftigen Leidenschaften und ritterlichem Cha⸗ rakter. Hr. Woodbury, der Schatz Secretair, ist vorsichtig und berechnend, jagt aber nach Popularität und ist dabei sehr bieg⸗ sam und gefuͤgig. Herr Eaß, der Kriegs⸗Secretair, ein Ehren⸗ mann ven edler Gesinnung, ist Krieger von Beruf und im Feld⸗ lager erzogen. Herr Dickerson, der Marine⸗Secrerair, ist talent⸗ voll und klug, aber auch nachgiebig gegen den Praͤsidenten, weil er nicht gern eine Verantwortlichkeit auf sich nehmen mag. Hr. Kendall, der General⸗Postmeister, gleicht dem Letzteren fast ganz und wird, da er dem Praͤsidenten seine Erhebung ver— dankt, keine andere Meinung haben, als dieser. Der Vice-Praͤsident endlich ist nicht Mitglied des Kabinets, aber wenn er es auch ware, so wuͤrde er doch nichts Anderes thun, als was der Praͤsident wuͤnscht, denn Herr Van Buren hat laut erklaͤrt, daß es ihm Ruhmes genug sey, unter einem Manne, wie der General Jackson, gedient zu haben. Was reß thun? Diese Frage ist schwer zu beant— worten, denn der Kongreß ist eine neu gewaͤhlte, also noch un⸗ bekannte Versammlung; aber so viel ist gewiß, daß eine starke Masoritaͤt der neuen Repräsentanten aus warmen Freunden und Anhaͤngern des jetzigen Praͤsidenten besteht.“
Inland.
Berlin, 30. Nov. Nach dem am 18ten d. M. erfolgten Tode des Polizei⸗Praͤsidenten Schmidt zu Königsberg in Pr. ist die einstweilige Leitung des dortigen Polizei Praͤsidinms dera Landrath Abegg uͤbertragen worden, bis hoͤheren Orts ander⸗ weitig uͤber diese Stelle verfuͤgt seyn wird.
— Man schreibt aus Koblenz unterm 19ten d. M.: „Es giebt Feste, die zwar des geraͤuschvollen Prunkes der Welt ent⸗ behren, und im engern Kreise, von Andacht, Liebe und Dank— backeit gefeiert, die Augen der Welt nicht auf sich ziehen, die aber nichtsdestoweniger der Theilnahme aller tieffuͤhlenden Ge⸗ muͤther gewiß sind. Ein solches Fest wurde heute, am St. Eli⸗ sabeths Tage, in dem hiesigen, von den barmherzigen Schwestern aus dem Orden des heiligen Karl Borromaäus geleiteten Buͤrger⸗ Hotpitale begangen, da mit der gottes dienst lichen Feier zugleich die Aufstellung eines neuen Altars und eines von dem Virettor der Königl. Kunst⸗Akademie zu Duͤsseldorf, Herrn Wilhelm Scha⸗ dow, gemalten und der Kirche des Hospitals geschenkten Altar⸗ Bildes verbunden war. Nur in durftiger Weise hatte bei der Erneuerung des Hospitals im Jahre 1826 dieses kleine Gottes haus, das Chor der ehemaligen Franziskaner⸗-Kirche, hergestellt werden koͤnnen, indem aus dem Hoepilal-⸗Fonds selbst dazu nichts verwandt werden konnte. Wohlthaͤtige Gaben verschafften da— mals die nothdürftigsten Paramente und Kirchen-Geraͤthe, und ein alter Altar aus einer andern Kirche vertrat einst weilen die Stelle, wo das heilige Opfer dargebracht wurde. Sehnsuchts⸗ voll harrten die frommen Bewohnerinnen des Hauses auf jenen Augenblick, wo ein wuͤrdigerer Tisch des Herrn die gottes dienst⸗ liche Feier ve herrlichen möchte, bis durch eine aluͤckliche Fuͤgung der Kunst-Verein fuͤr die Rheinlande und Westphalen dieser kleinen Hospital-⸗Kapelle gedachte und ihr ein Altarbild bestimmte, dessen Ausfuhrung der erwahnte Direktor der Kunstschuse selbst zu ubernehmen sich erbot. Ein langwieriges Augenleiden ver— hinderte ihn indeß, sein Vorhaben zu erfuͤllen, und so schien alle Hoffnung fuͤr die Erreichung des frommen Z veckes verloren oder
Heilung seines Uebels eintrat. Alsbald machte er sich an die Arbeit; damit aber sein Bild auch wuͤrdig aufgestellt werden koͤnne, fand die Direction des Kunst Vereins sich bewogen, ein Geschenk von 150 Rthlrn. zu uͤberweisen. Deraestalt ist nun das Unerwartete in Erfüllung gegangen. Ein im G'schmack des Gothischen Chors gehaltener, einfach und sinnvoll verzierter Al⸗ tar, nach Anordnung des Koͤnigl. Bau-Inspektors Herrn von Lassausx, traͤgt das schoͤne Bild, darstellend die heilige Jungfrau als Himmels-Koͤnigin, das Jesuskind auf den Armen, schweßend uͤber der Stadt Koblenz. Wahrlich, das Fest des heutigen Ta— ges, das diese kleine Gemeinde beging, und das noch durch die Anwesenheit des Kuͤnstlers, dem sie den neuen Altarschmuck ver— dankt, erhoͤht wurde, konnte auf keine passendere Weise verherr—
licht werden.“
doch auf laͤngere Zeit hinausgeschoben, als plotzlich die langersehnte