1835 / 338 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Lord Dudley Stuart bei ihrer Durchreise theilt.

Schottische Dichter James Hogg ist kuͤrzlich im Igsten Jahre seines Alters mit Tode ,, ö ö Der zum Statthalter von Ober Kanada ernannte Sir Fran⸗ cis Head hat sich auch in der literarischen Welt durch seine un— ter dem Titelz Bubbles ol the brunnens bekannte humoristische Reise einen Namen gemacht.

Der angebliche Plan der Regierung, den Besitzern von fremdem Weizen, wovon 3 Millionen Quarters in London unter Königs Schloß liegen, die Vermahlung dieses Getraides und die Ausfuhr desselben in Gestalt von Mehl oder Schiffszwieback zu gestatten, damit das darin steckende Kapital anders angelegt, Maͤllern und Baͤckern Verelenst verschafft und der Handel mit diesen Artikeln nach New, Foundland kuͤnftig dem Mutterlande selbst zugewendet werden könne, findet von Seiten der Korn— Faktoren großen Widerstand, indem diese behaupten, daß es ganz unmöglich seyn wurde, in London einen Verkauf von Schiffs

zwieback zur Ausfuhr zu bewirken, weil dieser Artikel in Ham⸗

burg viel billiger zu kaufen sey.

Aus Porto vom 30. Sttober schreibt man: „Der Prior von Montserrat, Don Francigco Pedro de Aranza, ist mit wich⸗ tigen Papiezen, die er bei sich fuhrte, in Viana ergriffen wor— . ergab sich, daß er Personen dazu verleiten sollie, sich einer Migʒelis schen Guerilla, die an einem nicht benannten Orte stand, anzu schließen. Heute fruͤh sind 120 Mann dorthin abmarschirt.“

Die Tim es macht darauf aufmerksam, daß fast alle Ma— drider Zeitungen jetzt heftige Ausfaͤlle gegen die Franzoͤsische Re⸗ gierung enthielten, worin derselben das heimliche Bestreben Schuld gegeben wird, die populaire Wendung der Dinge im Koͤnigreiche zu hin z ertreiben.

Auch die Morning Chroniele widerspricht der Behaup— tung Franzoͤsischer Blätter, daß England gegenwärtig mit Spa— nien uber die Abtretung der Balearischen Inseln unterhandle. Dergleichen Unterhandlungen, sagt die Chronicle, haͤtten niemals stattgefunden, denn England habe schon mehr Kolonieen, als es brauche, und moge keine neue Erwerbungen, die ihm eher eine Last, als ein Vortheil seyn wuͤrden; waͤre England aber wirklich ehrgeizig genug, um nach den Balearischen Inseln zu trachten, so wurde es in keinem Fall den jetzigen Zeitpunkt, wo Spanien in einem Kampfe fuͤr eine freie Verfassung begriffen sey, dazu gewahlt haben.

Amtlichen Angaben aus Quebek zufolge, waren in diesem Jahre dort bis zum 19. Okt. 1067 Schiffe mit 11,394 Ansied⸗ lern angekommen; im vorigen Jahre betrug die Zahl der Letzte⸗ ren um dieselbe Zeit 18,781 mehr.

Den letzten Zeitungen aus Jamaika zufolge, war dort das Geruͤcht im Umlauf, daß der Statthalter sich anschicke, die Insel zu verlassen. Es hatte in der letzten Zeit dort zwar ge⸗ regnet, doch hoffte man kaum, daß dies fuͤr die Aerndte noch von großem Nutzen seyn wuͤrde.

Alus Lima sind Nachrichten vom 21. Juli hier eingegan— gen, die aͤußerst traurig lauten; Alles war noch in der groͤßten Unordnung, die Geschaͤfte lagen gaͤnzlich danieder, und die Land⸗ straßen waren mit Raͤuberbanden bedeckt. Die Einwohner er⸗ warteten täglich eine Armee von 6000 Mann unter dem Befehl des Praͤsidenten von Bolivien, General Santa-⸗Cruz, um den General Salaberry, der in der Umgegend von Lima stand, an⸗ zugreifen. Salaberry wird als ein blutduͤrstiger Tyrann geschil⸗ dert, der kaum einen Tag ohne Mord verleben koͤnne. Er hatte eine Armee von 3000 Mann, die gut besoldet war und sich durch treffliche Disziplin auszeichnete. Ehe er Lima aufgabe, hatte er erklärt, wolle er jedes Haus daselbst bis auf den Grund nieder⸗ brennen. Man sah einer Krisis entgegen. Salaberry war Praͤ⸗ sident in Lima, Obrogoso in Arequipa und Gamarra in Cuzeo und Punto, so daß es drei Praͤsidenten gab, ohne einen Kongreß.

Niederlande.

Amsterdam, 30. Nov. Folgendes ist die (kuͤrzlich er— waͤhnte) Petition von 42Friesischen und Groͤningschen Schiffern gegen das Korngesetz: Edelmoͤgende Herren! Wir Unterzeichneten, Schiffer und Faͤhrleute, die wir fuͤr uns und unsere Familien den Unterhalt mit unsern Koffen, Smakken, Tjalken u. s. w. verdienen muͤssen, wenden uns an Ew. Edelmoͤgenden mit Fle— hen und Bitten, daß Sie uns vor dem Untergange bewahren mögen, der uns bedroht, sobald das vorgelegte Gesetz uͤber die Getreide⸗Einfuhr von Ew. Edelmoͤgenden angenommen werden sollte. Unsere Schiffe, meistentheils in Friesland und Groͤ⸗ ningen erbaut, sichern uns, sobald der Kornhandel bluͤht, unser Auskommen; fruͤherhin gingen wir mit Salz nach der Ostsee, doch seit langer Zeit schon ist dieser Handelszweig eingegangen; wir brachten ganze Ladungen Häͤringe, Dachpfannen, Taback und viele andere Artikel dorthin; jetzt noch koͤnnen, ungeachtet Emdener und Hamburger Haring, schon bevor unsere Buisen in See sind, in der Ostsee fuͤr Holländischen Haring verkauft wird, die Ausklarirungslisten beweisen, daß alljährlich viele Guͤter von uns nach den verschiedenen Haͤfen der Ostsee ausgefuͤhrt werden; wir begnuͤgen uns dabei mit maͤßigen Frachten, weil wir auf gute Ruckfracht von Korn, Saat, Hanf, Pottasche u. s. w. hof⸗ fen. Sollte nun das neue Getraide⸗Gesetz durchgehen, so ist fuͤr uns nichts als Elend zu erwarten. Wir flehen zu Ew. Edelm., geben sie nicht den Todesstoß dem thaͤtigen Seemann, der keine Gefahr scheut, und der, wenn Noih an Mann tritt, sich stets als einen braven Gesellen (Jan Maat) erweisen wird. Wie Viele von uns haben das nicht schon bewiesen! Und sollte das der Lohn seyn, daß des Landes Regierung uns die Mittel unserer Existenz nimmt? Nein, edelmoͤgende Herren, wir konnen, wir mogen das nicht glauben. Schon in diesem Jahre haben wir die Folgen eines bedruͤckten Zustandes des Getraide⸗Handels empfunden, und wie soll es erst dann werden, wenn die Hoff⸗ nung auf eine bessere Zukunft uns geraubt ist? Der Gott der Niederlande lenke Ihre Herzen zur Verwerfung eines Gesetzes, welches die Schifffahrt, dieses Kleinod unsers lieben Vaterlandes, zu vernichten droht.“

Belgien.

Brüssel, 29. Nov. Gestern haben die Repräͤsentanten, nachdem der Finanz⸗Minister darin nachgegeben hatte, beschlossen, daß der Einfuhrzoll auf auslaͤndisches Vieh vom Gewicht, und nicht pr. Haupt oder nach dem Werth, bestimmt werden solle; alsdann aber mit 37 gegen 35 Stimmen diesen Zoll fuͤr Pferde auf 15 Fr. das Stuͤck ẽstatt 50, wie es der Minister verlangt hatte), so wie auf 5 Fr. fuͤr ein Fuͤllen festgesetzt.

Düänem ark.

Kopenhagen, 29. Nov. In der Sitzung der Staͤnde

vom 23sten d. M. wurde die Diskussion uͤber den von dem

Justizrath Salicath gemachten Antrag zu einer Petition wegen einer 6 Gesetzgebung in Bezug auf den Diebstahl beendet.

das Buͤrgerrecht er Der unter dem Namen „der Schaͤfer von Ettrick“ bekannte

1364

Darauf trug der Prokurator Rye mehrere auf die Branntwein⸗ brennereien bezuͤgliche Antraͤge vor, welche nebst anderen in die⸗ sen Gegenstand einschlagenden Petitionen an ein aus 5 Mitglie⸗ dern bestehendes Comité verwiesen wurden, und nachdem dann der Amtmann Tiltisch als Berichterstatter mehrerer Ausschuͤsse verschiedene in Auftrag der Versammlung abgefaßte Gutachten uͤber gesetzliche, auf die Farder⸗-Inseln bezuͤgliche Verordnungen verlesen hatte, wurde die Sitzung geschlosser.

Aus Toͤnning und Friedrichstadt wird berichtet, daß der Sturm in der Nacht vom 18. auf den 19. November, in Folge dessen das Wasser mit reißender Schnelle anwuchs nicht unbedeutenden Schaden angerichtet und leider auch einer Anzahl Menschen das Leben gekostet hat. Namentlich haben die im vo—⸗ rigen Sommer an den Eider⸗Deichen gemachten Arbeiten sehr gelitten, und bei Delve scheint sogar ein Durchbruch erfolgt zu seyn.

Deut sch lan d.

Hannover, 2. Dez. Die heute ausgegebene Nummer der Gesetzsammlung enthaͤlt nachstehende Publication des Bundes⸗ beschlusses vom 5. v. M., i. das Verbot der Akten ⸗Ver⸗ schickungen in Polizei- und Kriminal⸗ Sachen: „Wilhelm der Vierte 1c. Nachdem in der Asten diesjährigen Sitzung der Deutschen Bundes⸗Versammlung zu Frankfurt a. M. am 5. No— vember a. «. der Beschluß gefaßt worden ist, daß in denjenigen Bundes⸗Staaten, in denen die Verschickung der Akten in Poli⸗ zei und Kriminal⸗Sachen an Fakultaͤten und Schoͤppenstuͤhle der— malen noch gestattet ist, diese Verschickung der Akten, es sey an Deutsche oder auslaͤndische Universitaͤten, späͤtestens von dem 1. Januar 1837 aufhoͤren solle; so wird dieser Bundesbeschluß hiedurch nach Maßgabe des zweiten Paragraphen des Staats Grundgesetzes Unseres Koͤnigreichs Hannover zur oͤffentlichen Kunde gebracht. Hannover, den 30. November 1835.“

Ebersdorf, 30. Nov. In der Nacht vom 13ten auf den 14ten d. M. verheerte eine Feuersbrunst das gewerbsame Staͤdt—⸗ chen Hirschberg an der Saale im Reußischen. Das Feuer brach Nachts halb eilf Uhr in dem Hintergebäͤude eines am Markte gelegenen Hauses aus und griff, mit solcher Schnelligkeit nach allen Seiten um sich, daß binnen wenig Stunden außer der Kirche, dern Rathhause und der Knabenschule 49 Wohnhaͤuser und 23 Scheunen in Asche lagen. Se. Durchlaucht der regie⸗ rende Fuͤrst war in unglaublich kurzer Zeit von Ebersdorf her⸗ beigeeilt, um persoͤnlich zum Loͤschen des Feuers mitzuwirken, und unter seiner Leitung gelang es, mit Huͤlfe der zahlreich her⸗ beigekommenen Bewohner der umliegenden Ortschaften, gegen Morgen der weiteren Verbreitung des Brandes Einhalt zu thun. Der geringste Theil der abgebrannten Gebaͤude war versichert und die Noth der verarmten Einwohner wird durch die unge— woͤhnlich strenge Jahreszeit vergroͤßert.

Hamburg, 3. Dez. (Boͤrsenhalle. ) Da in oͤffent⸗ lichen Blaͤttern mehrfach die Rede von einem Hamburger Schiffe gewesen ist, welches von einem Spanischen Dampfschiffe genom⸗ men seyn sollte, weil es Waffen fuͤr die Karlisten am Bord ge— habt, so geben wir hier zur Berichtigung folgende Mittheilung des Herrn P. H. Mohrmann, Rheder des hiesigen Schiffes „Pomona“: „Mein Jachtschiff „Pomona“, Capitain T. Va— lentin, ist gestern mit einer Ladung Kastanien von Bilbao, von wo es am 22. v. M. abging, hier angekommen. Dieses Schiff segelte im Oktober von hier mit Ladung nach Jersey, kam dort am 19. desselben Monats an, loͤschte daselbst seine Ladung und ging dann in Ballast nach Bilbgo. Am 11. Novbr. ward die „Pomona“ von 2 Spanischen Kanonier⸗Schaluppen angehalten, aber nach kurzer Untersuchung von denselben wieder freigegeben. Am folgenden Tage ward sie abermals angehalten und zwar von dem unter Span. Flagge fahrenden Dampsfschiffe, Isabella lj,“ dessen Befehlshaber dem Capitain Valentin sagte, er habe schon laͤnger nach ihm gekreuzt, indem es ihm wohl bekannt sey, daß er Waf— fen fuͤr die Karlisten am Bord habe. Alle Gegenvorstellungen,

alle Bitten des Capitain Valentin, ihn fahren zu lassen, da er

die groͤßte Eile habe, halfen zu nichts und das Hamburger Schiff „Pomana“ ward von dem Dampfschiff „Isabella II.“ nach St. Andero aufgebracht. Nach 3 tägigem Aufenthalt ward freilich die „Pomona“ wieder freigegeben und von demselben Dampf— schiffe nach Bilbao gefuͤhrt. Capitain Valentin hat indessen nicht verfaͤumt, gehörigen Protest zu machen, und ich muß nun sehen, ob die Spanische Regierung mir den Schaden, der sich gar nicht berechnen laßt, aber fuͤr den Gegenstand der“ Reise sehr be⸗ deutend ist, ersetzen wird.“

Schweiz.

Basel, 28. Nov. Die hiesige Zeitung laͤßt sich uͤber

die Aargauischen Angelegenheiten folgendermaßen vernehmen:

„Der Aargauischen Regierung mag vielleicht ein großartiger und des Kampfes wuͤrdiger Zweck vorschweben, naͤmlich, die abhaͤnden gekommenen Rechte des Staates gegenuͤber der katholischen Kir⸗ che und den der Regierung gebuͤhrenden Einfluß auf den Un⸗ terricht in dem Umfange, wie die Deutschen Regierungen solches uͤben, sich wiederum zu vindiziren. Dieser Zweck, den wir nur bil⸗ ligen koͤnnen, ist noch klar festgehalten und ausgesprochen in den Ba⸗ dener und Luzerner Konferenz- Artikeln. Allein anstatt nun diesen großen Zweck ruhig und umsichtig durchzufuͤhren, faͤngt sie mit der katholischen Kirche uͤber lauter untergeordnete Dinge muth⸗

willigen Zank an, ergreift kleine Maßregeln, die, wenn die

Regierung auch das volle Recht dabei hätte und des Sieges gewiß wäre, unklug sind, weil sie zu keinem Resultate fuͤh⸗ ren, als die katholische Geistlichkeit zu erbittern und zu rei— zen, ohne sie zu besiegen. Eine solche zwecklose Zaͤnkerei war die den Geistlichen gebotene Verlesung der Großraͤthl. Procla—⸗ mation; denn was ist doch fuͤr die rechtmaͤßige Stellung des Staates gegenuͤber der Kirche dadurch gewonnen worden? Ueberdies war die Regierung hierbei völlig im Unrecht, denn Groß- und Kleinraͤthliche Proclamationen zu verlesen, ist Sache des weltlichen Beamten oder des Buͤitels, aber nicht des Kirchendieners, gehoͤrt auf's Rathhaus oder den Markt, nicht auf die Kanzel, und der Priester ist bloß zu dem ver⸗ pflichtet, was seines Amtes ist. Mehr Recht hat die Aar— gauische Negierung in der juͤngsten Forderung des Staats⸗Eides und der Verweigerung des geistlichen Vorbehalts, indem dieser Vorbehalt durch die in der Verfassung ausgesprochene Garantie der katholischen Glaubens⸗Freiheit üͤberfluͤssig gemacht ist. Allein eine ganz andere Frage, als die der Berechtigung, ist die der Klugheit und Zweckmäßigkeit; und daran hatte die Aargauische

Reglerung doch wohl auch denken sollen! War es der Muͤhe

werth, war es klug und zweckmäßig, wegen eines Vorbehaltes, der im Grunde schon in dem Schwure eines bloß verfassungs⸗ maͤßigen Gehorsams liegt, einen Buͤrgerkrieg anzufangen; Ba⸗ taillone und Batterien aufzubieten; die Ruhe eines ganzen Kantons zu stören, und die religisse Empfindlichkeit eines kraͤftigen Volks⸗ stammes aufs tiefste zu tränken? Ist der mögliche, aber immer⸗ hin zweifelhafte Sieg dieser großen Anstrengungen werth? Oder

hat uͤberhaupt die Aargauische Regierung sich nur klar vor ge⸗ stellt, was sie erreichen und ersiegen wollté? Wir zweifeln sehr.

Im gluͤcklichsten Fall den Schwur der katholischen Geistlichkät

ohne Vorbehalt, wobei aber derselben immer noch die Garantie der katholischen Glaubensfreiheit in der Verfassung als eben so vieldeutiger Ruͤckhalt blieb. Vielleicht aber ordnete die Aar— gauische Regierung den Schwur an, um die katholische Geist⸗ lichkeit des Kantons zu sichten, und eine Gelegenheit zu erhal— ten, sich der widerspenstigen Geistlichen zu entledigen, Gut!! Sie soll auch hierin siegen, sie soll, indem sie die Gefuͤhle der an ihren Geistlichen hängenden Gemeinden mit Bataillonen nieder— tritt, es dahin bringen, alle eidweigernde Geistlichen abzusetzen und

fortzuschicken; hat sie wohl auch schon daran gedacht, wie die)

leeren Stellen wieder zu besetzen? Jeder andere Stand ist mit Kandidaten aͤberfuͤllt, nur der Stand der kathosischen Geistlich⸗ keit hat Mangel daran, und wer wird einer so leidenschaftlichen Regierung sein Schicksal anvertrauen wollen? Die Aargauische Regierung möge es einmal bis zu diesem Siege treiben, o wird sie finden, daß die großere Verlegenheit fuͤr sie nun erst beginnt. Wenn die Aargauische Regierung solche politische Fehler und Thorheiten begeht, so ist dies zur Noth noch erklärlich, Aber daß Regierungen, welche außerhalb des Kreises dieser Rau⸗ ferei stehen, wie die Zuricherische, auch mitziehen konnen in die⸗ sen „Plapparten⸗Krieg“, der muthwilligerweise in einen „Kap⸗ peler-Krieg“ verwandelt wird, dies waͤre lächerlich, wenn es nicht zu traurig ware. r nei

Rath zur Klugheit und Mäßigung haͤtre die Aargguische Regie⸗ rung von Seiten kluger Nachbarn verdient. Wir kennen die Instructionen nicht, welche der Vorort den eidgenöͤssischen Re— Fräsentanten gegeben, wir hoffen aber, sie werden vermittelnder Art seyn, Bürgerkrieg zu verhindern und die Aargauische Re⸗ gierung zu vermoͤgen, von ihrer, wenn auch nicht unberechtigten, doch zwecklosen und verderblichen Forderung eines , Staatseides von Seiten der katholischen Priester abzustehen, und denselben den Vorhehalt, der den Rechten des Staaces nichts

verschlägt, zu gestatten.“ Span ien.

Cortes⸗-Verhandlungen. Proceres⸗Kamm er. Sir In dieser Sitzung fand die Wahl dir

zung vom 17. Nov. 4 Secretaire statt, welche auf den Marquis von Miraflores, Grafen von Sastago, den Marquis von Esptja und den Gn fen von Monterron fiel. Es wurde sodann die Kommission Redaction des Adreß-⸗Entwurfs ernannt; sie besteht aus folgen⸗ den 9 Mitgliedern: den Marquis von Santa⸗Cruz und Quin. tana, dem Herzoge von Gor, den Bischoͤfen von Cordova und Posada, dein Herzoge von Osuna und den Proceres Balanzat

und Alava. Am Schluß der Sitzung stattete noch der Herzog

von Rivas uͤber die Verlegung der Proceres-Kammer aus dem Palast del Buen⸗Retiro nach dem der Donna Maria von Ara⸗ gonien Bericht ab. Prokuradoren⸗Kammer. Sitzung vom 17. Nov. Nach einigen Debatten uͤber die Eidesleistung wurde zur Pr sidenten⸗ Wahl geschritten, und Herr Isturiz, der interimistischt Praͤsident der Kammer, erhielt wieder die meisten Stimmen, naͤmlich S8 unter 134; naͤchst ihm hatten die meisten Stimmen Don Antonio Gonzalez, der Marquis von Someruelos, Her Ochoa und Herr Ferrer, unter welchen fuͤnf Kandidaten die nigin die Wahl zu treffen hat. ö Prokuradoren⸗ Kammer. Sitzung vom 18 Non Es wurde der Kammer angezeigt, das Ihre Maj. die Köhne unter den ihr vorgeschlagenen Kandidaten Herrn I sturiz zum Praͤsidenten und Herrn Antonio Gonzalez zum Vice⸗Praͤsidenten der Kammer erwählt habe. Herr Isturiz dankte darauf, 9. gewoͤhnlich, in einer kurzen Anrede fuͤr die Gunst, mit der s ihn beehrt habe. Die von der Kammer ernannten Secretaire Herr Onis, Herr Polo y Monge, Herr Cortes und Herr Mon tes, nahmen ihre Sitze ein. Um 1 Uhr trat Herr Mendizaha in großer Gala in den Saal. Der Minister der Justiz und der Gna⸗ den verlas einen Gesetz⸗Entwurf uͤber die Fideikommiß⸗-Guͤter, um nach der Vorlegung dieses Projekts zeigte Herr Martin de los Hero der Kammer an, daß die Königin die Publizirung des Muntzi⸗ pal⸗Gesetzes erlaubt habe. Der Praͤsident bes Hin fte ihn bestieg sodann die Reönerbuͤhne, um den umfangsreichen Wahl Gesetz⸗Entwurf zu verlesen. Er erklärte, daß die mit der R daction dieses Entwurfs beauftragte Kommission sich nicht hh verstaͤndigen koͤnnen. Drei Kommissarien, worunter Herr Ah Galiano, hatten sich fuͤr die direkte oder einfache Wahl auth sprochen; die beiden anderen Kommissarien, namentlich Herr latrava, wollten die indirekte oder dreifache Wahl. Dem verlas Herr Onis, Secretair der Kammer, die Namen der M lieder der mit der Redaction der Antwort⸗Adresse auf die Thin gie beauftragten Kommission; es sind die Herren Augush Arguelles, Alcala Galiano, Fleix, Ferrer, Marquis von Ch nardo, Acuno, Firmin Caballero, Cano Manuel und Puche.

Madrid, 271. Nov. Die Hof⸗Zeitung enthalt sohn den Artikel uͤber dasjenige, was den gegenwaͤrtig ver sammeh außerordentlichen Cortes, außer dem Wahlgesetze, noch vorgeh werden soll: „Mehrere Personen haben, nach dem Inhalten Thron⸗Rede, geglaubt, daß den gegenwartigen Cortes eine gut Zahl in der That vortrefflicher Gesetz⸗Entwuͤrfe vorgelegt ti den sollte, deren Diskussion jedoch die Einberufung der he Cortes verzögern wuͤrde, welche, im Einverständniß mit der, niglichen Gewalt, das Koͤnigliche Statut revidiren und die

Uebelwollende haben nicht unterlassen, diese Gelegenheit zu nutzen, um das Ministerium in den Verdacht ö bringen, wollte es die Einberufung dieser Cortes durch Verlaͤngerung so eben eroͤffneten Session hinausschieben. Die folgenden, trachtungen werden indeß Jedermann von der Wahrheit! zeugen, daß die Regierung Ihrer Majestaͤt, welche als irgend Jemand dabei sinteressirt ist, ihre V chungen zu halten, nicht anders handeln durfte. Reprasentativ Regierung ist unmoglich ohne Wahl n setz, ohne Freiheit der Presse, ohne Verantwortlichkeit der!

Nicht Beistand, sondern wohlmeinenden

ice Prfsidenten dieser Kammer ernannt. ersuche, welche jede Partei zur Erprobung ihrer Starke macht, kei⸗ 6weges einen so heftigen 2

ten, zu so wichtigen Maßregeln zu schreiten, wie die Aufloͤsung der hrokuradoren, Kammer oder die Ernennung einer gewissen An— Preceres, um die Majorität zu erlangen; obgleich Uebelge⸗

zweckmäßig befundenen Modificationen damit vornehmen sih 6 sich in der Verbreitung solcher Gerüchte zu gefallen schei⸗

Vertrauens erhalten, wenn es nicht durch Vorlegung

genannten wichtigen Gesetze vorlaͤufig eine Garantie fuͤr

perationen bietet ?“

K Königin hat das Palais der Infanten Don Carlos on Sebastian zu Aranjuez fuͤr das Königliche Waisen—

R der Union bestimmt. Ber erste von Ihrer Maje staͤt e Zögling desselben ist dis achtjährige Tochter des Con— 6 der Dlligence von Bonavente nach Santiago, Manuel der am 17. Oktober von dem Karlisten Lopez getödtet

n Königliches Dekret vom 19. November befiehlt, in Ma— er . Umgegend ein Institut fuͤr Bauwesen und Berg⸗ erri =. scGranden von Spanien haben sich, wie nunmehr die Hof— ng offiziell anzeigt, erboten, 5000 Soldaten auszuruͤsten. Malaga hat der Handelsstand am 13ten d. M. eine htion für die außerordentliche Bewaffnung eröffnet, die se des Vormitiags schon 306,090 Realen ketrug. Barbastr⸗ ist, in Folge einer gegen die Moͤnche gerichtet n Vyiksbewegung, das Kloster geschlossen worden. ie hiesige Ho f-Zeitung giebt ein Ebereits unter London kes: Danksagungsschreiben des Kanonikus Riego, Bru— s rehabilitirten General Riego, an die Königin, worin nachdem er fuͤr die lebhafte Sympathie und den Ge— reitssinn, den Ihre Majestät zu Gunsten des Andenkens Hencrals und seiner Familie kundgegeben, innigst gedankt, h erklart, daß ihm seine Gesinnungen nicht erlaubten, in ge enwärt gen Augenblick nach Spanien zuruͤckzukehren. chtung“ sagt er, „welche ich dem Andenken meines rs schudig bin, der als Opfer seiner Hingebung fuͤr das seines Vaterlandes starb, und meine Grund saätze, welche ie seinigen sind, gestatten es mir nicht, eine Gunst anzu— n, welche, so großmuͤthig sie auch ist und so sehr sie mich in meinem Ungluͤcke troͤsten kann, nicht von der Nation ausgeht und meinem Bruder nicht als eine Handlung der e von Seiten der Nation, sondern nur als das persoöͤnliche 1k des edlen Herzens Eurer Majestät dargeboten worden.“ das Eco del Comercio, ein Oxpositionsblatt, enthält de Betrachtungen uͤber die Ernennung der Secretaire der radoren⸗ Kammer, welche in der Sitzung vom 18ten statt— „Die ehemalige ministerielle Partei hat nicht gesiegt, aber daz Terrain ziemlich streitig gemacht, und sie hat bewiesen, sie kompakt genug ist, um sich bei dem geringsten Schwan— ze Kammer den Erfolg zu sichern. Es ist zwar nur Einer Kandidaten ernannt worden, die drei anderen aber haben Gimmen davongetragen, und es braucht nur durch einige mmude ober abwesende Mitglieder eine geringe Verande— h dem Stande der heiden entgegengesetzten Ansichten her— hstacht zu werden, so kann beider Staͤrke sich ziemlich gleich— Diese Betrachtung darf denen nicht entgehen, die den errungen haben, und die mit dem jetzigen Kabiner am mei—⸗ im Einklange stehen.“ Im Espan ol liest man: „Die Nachrichten von der Nord— ee lauten nicht guͤnstig. Der Truppenmarsch nach Arago— ist wichtiger, als man anfangs glaubte. Es handelt sich

lich um nichts Geringeres, als in Aragonien und Catalonien

Bewegung fuͤr Don Carlos hervorzubringen, wodurch der akter des Krieges ein ganz anderer werden wurde. Ohne e Leser heunruhigen zu wollen, glauben wir doch, ihnen an— n zu muͤssen, daß die Sache der Freiheit sich in Gefahr be⸗ t, während wir uns dem Vertrauen und der Freude uͤberlas— Warum wird die Garnison voñß Madrid, welches durch Entracht und den Patriotismus seiner Bewohner hinreichend hert ist, nicht nach Aragonien gesandt, wo die Gefahr im— ernster wird?“ .

Das Journal des Debats enthaͤlt folgendes Schrei— aus Madrid vom 21. November: „Die Kommission, che mit Entwerfung der Adresse zur Beantwortung der Thron⸗ e beauftragt ist, vereinigt die widersprechendsten Meinungen. er zusammensetzung nach, gehort sie offenbar dem Fortschritte aber da die gemäßigten Mitglieder nicht die Masoritaͤt bil—

so ist es vorherzusehen, daß sich die Kommission schwerlich t den Entwurf zu der Adresse verstandigen und vielleicht der mmer einen doppelten Entwurf vorlegen wird, die sich dann r beide aussprechen muß. Die beiden Prokuradoren, welche

gemäßigtsten Ansichten haben, sind die Herren Fleix und snardo. Bis jetzt ist die Majorität in der Prokuradoren— mer noch nicht deutlich hervorgetreten. Der von den ehe—

len Ministeriellen fuͤr die Präsidenten⸗Wuͤrde aufgestellte Kan⸗ sötist von Herrn Isturiz nur mit wenigen Stimmen besiegt worden. n erwartete, Herrn Firmin Caballero zum Secretair der kuradoren⸗ Kammer ernannt zu sehen. niger Vorliebe hat die ersten Versuche der Majoritäͤt ausge— chnet. In der Proceres-Kammer ist die Nichterwaͤhlung des erzogs von Rivas zum Secretair dieser Kammer bezeichnend. dermann weiß, daß der Herzog sich durch seine Liebe zu dem Fsem des Fortschrittes auszeichnet. Das Ministerium hat die

Eine Art von eigen⸗

ichügteit einer Protestation gegen diese Handlung der Majo—⸗ ö der Proceres eingesehen ünd den Herzog von Rivas zum Doch haben diese

arakter, daß sie die Regierung noͤthigen

Die Meinungen muͤssen sich erst vollig gesondert haben,

he das Ministerium eine bestimmte Partei ergreift. Die Pro⸗ sradoren⸗Kammer ist noch bei weitem nicht vollzählig. tubt allgemein, daß die noch zu erwartenden Mitglieder sich

Man

emaͤßigten anschließen werden. In der Adresse muß noth—

dig eine Darlegung der Prinzipien gegeben werden, und in Diskussion uͤber diesen Gegenstand werden die verschiedenen tz isichten besser hervortreten. Daher erwartet das Publikum mit

so größerer Ungeduld die ersten Resultate der Session. der Erwartung, daß diese Session eine bestimmtere

ster, und diese drei schon an und fuͤr sich sehr nothwendigen 6 Ahpsie gnomie annehmen werde, will das Ministerium zahlreiche

werden dies noch mehr durch die Umstände. 2 Die Regi will, ohne eine neue Anleihe zu machen, und ohne die Ahh

sHnli iche Autgal Nd. den zu erhohen, alle gewohnliche und außerordentliche ! geben, in noch nicht drei

welche durch ihre Anstrengungen zur Beendigung des Hi krieges nothwendig werden duͤrften, bestreiten, ihre besteh Verpflichtungen erfuͤllen und den oͤffentlichen Kredit verbis Waͤre es aber moͤglich, diesen Entschluß auszufuͤhren, wenn den Cortes die in der Thron, Rede angefühßten Gefetz Ent; äber die Staate⸗ekonomie vorgelegt würden? Ein Bonn Vertrauens in beiden Kammern wuͤrde allerdings das M rium in den Stand setzen, jene wichtigen Maßregeln sän

lter den Waffen seyn werden. is Mitwirkung der Portugiesischen Truppen, d. Herr Mendizabal so hohen Werth legt. Er . einen Courier mit einem Schreiben an die junge J , gesandt, worin er sein Vertrauen auf das Ein⸗ ien entschie den ausspticht.

von Seiten der Portugiesischen Regierung würde hier je,

sonal- Veränderungen vornehmen. Im Krlegs,Ministerium

.

cht fortwährend die groͤßte Thaͤtigkent.

; Man glaubt, d den Gesinnungen, . .

die sich in den meisten Provinzen kund— Monaten mehr als 60,000 Mann Mit Ungeduld erwartet man auf die bekannt⸗ hat ganz vor oͤni⸗

Huͤlfs, Truppen far die Sache der Königin von Spa— Die Verweigerung einer Interven⸗

; reli ausgufuͤhren, wobei seine Handlungen beständig der Ko cu fallt einen aͤblen Eindtuh machen. Einige Umstande haben

kuͤnftigen Cortes unterworfen blieben; aber wie soll es die

l

1385

ubrigens hier die Meinung verbreitet, daß nach dem Wieder⸗ zusammentreten der Portugiesischen Cortes das Palmellasche Mi⸗ nisterium gestuͤrzt werden wurde. Die Verhaltnisse des Pre⸗ mier⸗Ministers zu den Botschaftern Englands und Frankreichs sind fortwährend sehr freundschaftlicher Art.“

Türkel.

Kon stantinopel, 6. Nov. Die Tuͤrkische Zeitung Tek— wimi Wekaji vom 141ten Redscheb (5. November) enthaͤlt fol⸗ gende Artikel: ;

„Nachdem im Schatten Sr. Hoheit die Angelegenheiten Skodras (Skutarm's) ein gluͤckliches Ende erreicht haben, ist der Kapudani Derja, Tahir Pascha, am 4ten dieses Monats mit einem Theil der Großherrlichen Flotie nach dem Weißen (Alba— nischen) Meere abgesegelt, um suͤr die nothwendig gewordene stärkere Befestigung einiger Großherrlichen Festungen an den Kuͤsten Albaniens zu sorgen und darüber zu wachen, daß die im Weißen Meere liegenden Inseln gut verwaltet und sowohl die Ruhe als die Wohlfahrt ihrer Bewohner auf das strengste bewahrt werden. Das Großherrliche See⸗Arsenal wird bis zu seiner Ruͤckkehr unter der Leitung des nunmehr zur Wurde ei—⸗ nes Feriks der Großherrlichen Marine⸗Truppen erhobenen Na— mik Pascha stehen, welcher an dem genannten Tage mit dem erforderlichen Ehrenkleide investirt worden ist.“

„Nachdem Hussein Pascha, Beilerbei von Tunis, mit Tode abgegangen, und die Magnaten dieses Ejalets (wie bereits fruͤ⸗ her gemeldet) die Genehmigung ihrer Wahl des Mustafa Bei (als seines Nachfolgers) durch den zu diesem Zwecke abgeordne— ten Schakir Bei von Seiner Hoheit erfleht wie denn auch Mustafa Bei selbst deshalb schriftlich eingekommen so hat Se. Ho⸗ heit, in Erwägung, daß der erwahnte Magnat ein gerechter, wackerer und zur Verwaltung tuͤchtiger Staatsdiener ist, dem— selben Gnade über Gnade zu beweisen geruht. Es ist ihm außer der Würde eines Beilerbei von Tunis auch die eines Ferik Divisions-Generals) der Großherrlichen Linien⸗Truppen zuer— kannt worden, und hat derselbe in Folge dessen die Decoration, welche der Fertk Würde zukommt, einen mit Diamanten besetzten Ehrensaͤbet, ein Harwan und ein Diplom empfangen. Der oben⸗ genannte Schaker Bei ist Miralai (Oberst) bei den Großherr— lichen Linien- Truppen, und Mustafa Bei, der Schwieger— sohn des Pascha s, Kaimakam (Oberst-Lieutenant) geworden. Den ꝛc. Schakir Bei begleiten auf seiner Ruͤckkehr 100 Mann aus dem Großherrlichen See-Arsenale, die in der Festung (Tu— nis?) beschaͤftigt werden sollen. Auch sind von Seiten Sr. Hoh. Ermahnungen (an den Beilerbei)h ergangen, daß er, der ihm be— wiesenen Gnade dankbar eingedenk, fr die Ruhe und Wohlfahrt der Voͤlker in seinem Ejalet eifrig und unablaͤssig Sorge trage.“

„Dem gnaͤdigsten Willen Sr. Hoheit gemäß hat der Muͤte— sellim des Sandschaks Nikoboli (Nikopolis), Arif Aga, in der gleichnamigen Festung zehn Magazine erbauen lassen, die 29,000 Kil Aegyptischen Weizens fassen koͤnnen. Das aus Rumili an— gelangte Journal (eine Art Amtsblatt) setzt uns davon in Kennt—

niß, daß der Bau schon am Anfang des diesjährigen Reb Eia⸗

cher gluͤcklich vollendet worden ist,“

„In der Nacht des 21 sten Rebi Elewwil, um 214 Uhr, sahen die Bewohner des Fleckens Biramidsch am suͤdlichen Him— mel (woͤrilich: an der Kibla⸗Seite) eine lichte Kugel schweben, deren Glanz an Staͤrke dem des Mondes glich und deren Farbe ins Gruͤne “) spielte. Dieses Phaͤnomen erhielt sich drei Mi— nuten lang in den Luͤften und sank dann auf das Monument einer heiligen Frau hinab, welches eine Stunde von Biramidsch entfernt liegt.“ n

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

New-⸗YVork, 4. Nov. Die Evening Post enthält fol— gende Notiz, die bei dem jetzt uͤber die Emancipation der Skla— ven angeregten Streite zwischen den nördlichen und suͤdlichen Staaten nicht ohne Interesse ist: „Es mag nicht Vielen be— kannt seyn, daß Benjamin Franklin nicht nur ein eifriger Gegner der Sklaverei, sondern selbst Präsident einer Gesellschaft war, die sich im Jahre 1778 oder 1779 in Philadelphia bildete und sich „„Pennswylvanische Gesellschaft für die Abschaffung der Skla— verei und die Befreiung der Neger, die auf ungesetzliche Weise in Fesseln gehalten werden““, nannte. Gegen Ende des Jahres 1789 erließ Franklin im Namen der Gesellschaft einen Aufruf an das Volk, worin er die Sklaverei „„eine abscheuliche Ernie—

drigung der menschlichen Natur““ nennt und es als eine heilige

Pflicht bezeichnet, so viel als möglich zur Emancipation der Ne— ger beizutragen. Seine letzte oͤffentliche Handlung war, daß er, als Praͤsident der Gesellschaft, eine Bittschrift dersel— ben an den Kongreß unterzeichnete, worin dieser ersucht wurde, alle ihm durch die Constitution verliehene Mächt auf die Vernichtung des Menschen-Handels zu verwenden. Diese Bitt— schrift gab zu heftigen Debatten Anlaß, indem mehrere Redner der suͤdlichen Staaten sich zu Gunsten der Sklaverei erklärten. Die Rede eines Repräsentanten von Georgien, Namens Jackso a, veranlaßte Franklin zu einer Parodie, worin er alle in jener Rede fuͤr die Sklaverei der Neger aufgestellte Argumente dazu anwendete, um die Jagd auf Europäer und die Sklaverei der— selben zu rechtfertigen.“

In Washington hat sich eine Amerikanische historische Ge— seilschaft gebildet, deren Zweck es ist, Alles, was sich auf die Naturgeschichte, die buͤrgerliche, literarische und Kirchen-Geschichte Amerika's und besonders der Vereinigten Staaten bezieht, zu n. und aufzubewahren. Sie wird vierteljährliche Sitzungen

alten. e Die methodistischen Bischoͤfe haben einen Hirtenbrief er— lassen, worin sie die Prediger und die Mitglieder ihrer Kirche ermahnen, sich nicht mit den Abolitionisten einzulassen.

Süd ⸗Amerik a.

Das Mißvergnuͤgen uͤber die Douanengesetze des Kongres— ses von Bogota erreichte im Anfange dieses Jahres in den zwei Provinzen des Isthmus von Panama, welche zu der Re— publik von Neu⸗Granada gehoren, einen so hohen Grad, daß man in Bogota befuͤrchtete, sie wurden sich entweder fuͤr unab— haͤngig erklaͤren, was der allgemeine Wunsch in der Provinz Panama war, oder zu der Republik Central⸗Amerika schlagen, wozu die allgemeine Stimmung in der Provinz Veragua sich neigte. Der Kongreß hat daher einige Maßregeln genom⸗ men, diese Provinzen etwas mehr als bisher zu beguͤnstigen, und namentlich einige Haͤfen der Provinz Veragua zu oͤffnen, welche bis dahin gar keinen dem fremden Handel offenen Fahn besaß und daher ihre Ausfuhr und Einfuhr uͤber

anama oder uͤber die Haͤfen der Republik Central-⸗Amerika bewerkstelligen mußte. er Kongreß hat durch ein Dekret vom 9. Juni an dem Flusse Conception einen Hafen fuͤr Aus und Einfuhr errichtet und die Hafen von Montijo im

Y Grün ist bekanntlich die Farbe des Propheten.

Distrikt von Santiago und von Bocachica im Distrikt von Alanje u Ausfuhr-Haͤfen erklärt. Eben so hat der Kongreß dit Aus⸗ ahr der Perlmutter aus den Inseln des Stillen Meeres erlaubt, welches Produkt bisher wegen des ,, unbenutzt liegen blieb. Uebrigens tragen auch diese Dekrete den Charakter einer unnöthigen Einmischung in alle Handels⸗Geschaͤfte, welcher die Douanen, Gesetze aller Süd⸗Amerikanischen Freistaaten, be⸗ sonders aber die von Neu-Granaza auszeichnet. Die Unterschei= dung der Häfen in Ausfuhr und Einfuhr⸗Häͤfen als ob die eine ohne die andere stattfinden koͤnnte! die Vervielfaͤltigung der Visitationen der Schiffe, der Passe und Ausfuhr Scheine, welche die Gouverneure der Provinz zu geben haben, und die Masse von legalen Papieren, welche erfordert werden und vor seder Operation an die Ceniral-Behorden der Provinz geschickt werden muͤssen, scheinen nut berechnet, den offiziell erlaubten Ver⸗ kehr zu verhindern, oder den Douanen-Beamten einen Vorwand zu Erpressungen zu geben.

Inland.

Berlin, 5. Dez. In Köln fand am 1 sten d. M die Wahl eines Oberhauptes fuͤr das seit dem Tode des Grafen Spiegel zum Desenbeig und Canstein erledigte Erzbisthum Köln statt. Die Mitglieder des Metropolitan Dom-⸗Kapitels versam⸗ melten sich des Morgens im Kapitel⸗Saale, um den Herrn Ober⸗Praͤsidenten der Rheim Provinz, von Bodelschwingh, wel⸗ cher von des Koͤnigs Majestät zu Allerhöͤchstihrem Bevollmaͤch⸗ tigten bei der Wahl ernannt worden war, zu erwarten. Der⸗ selbe langte gegen 9 Uhr Morgens an, wurde von zwei Dom⸗ herren an den Pforten der Kirche empfangen und in den Ka⸗ pitel Saal geleitet, wo er die von Sr. Majestaͤt ihm verliehene Vollmacht dem Kapitel überreichte. Letzteres begab sich hierauf mit dem Herrn Bevollmaͤchtigten in den Chor der Dom⸗-Kirche, wo der Weihhbischof und Dom -Probst Freiherr von Beyer das Hochamt hielt, dem die gesammte Pfarr SGeistlichkett der Stadt beiwohnte. Nach Vollendung desselben verließ der Herr Bevollmächtigte die Kirche und verfügte sich zur Probstei. Hiernächst ging im Kapitel-Saale auf herkömmliche Weise die Wahl vor sich, deren Resultat sofort dem Herrn Be⸗ vollmächtigten mitgetheilt wurde und von ihm das landesherrliche Piacet erhlelt. Der Herr Bevollmaͤchtigte kehrte jetzt in den Kapitel-Saal zuruͤck und begab sich aufs neue mit dern Kapitel in den Chor der Domkirche, wo gegen 12 Uhr der Dom Kapi— tular und Praäses des Erzbischoͤflichen Priester-Seminars lr. Wentz, der Geistlichkeit Und dem Volke das Ergebniß der Wahl in Lateinischer und Deutscher Sprache verkuͤndigte. Danach ist der Freiherr Clemens August Droste zu Vischerins,; Bischof von Calamata und Weihbischof zu Muͤnster, einstimmig

zum Erzbischof fuͤr die Erz-⸗Diozese Koͤln erwählt worden. Naͤch— hem die ses Resultat vertuͤndigt worden, stimmte der Weihbischof Freihert von Beyer unter dem Gelaͤute aller Glocken das Te HLeum landamus an, womit die Feierlichkeit schloß.

Man schreibt aus Posen vom 3ten d. M.: „Die hiesigen Justiz-Beamten gaben gestern ein großes Festmahl zu Ehren der saͤmmtlichen Meilitair- und Verwaltungs-Behoͤrden, bie ihnen vor 5 Monaten bei Einfuhrung der neuen Gerichts Behoͤrden in dieser Stadt freundlichst entgegen gekommen waren. Es nahmen mehr als 200 Personen daran Theil; ein seltener Frohsinn belebte die Gesellschaft und das Band der Eintracht, welches hier alle Verhaͤltnisse beherrscht, wurde in groͤßern Krei⸗ sen geschlungen. Der erste Toast wurde dem Wohle Sr. Ma—⸗

jestaͤt des Koͤnigs dargebracht, zugleich in dankbarer Anerkennung der neuen Wohlthat, welche der Provinz durch die Allerhöchste Bewilligung einer verbesserten Gerichts-Verfassung zu Theil ge— worden ist.“

Aus einer Bekanntmachung des Vereins, der sich in Köoͤnigsberg in Pr. sur Abhuͤlfe des Nothstandes in der Pro⸗ vinz Ost-Preußen und Litthauen gebildet hatte, ergiebt sich, daß die Gesammtsumme derjenigen milden Gaben, die dem Vereine, in Folge seines am 16. März d J. erlassenen oͤffentlichen Auf— rufs zugegangen sind, 16,491 Rthlr. betragen hat. In einer dem Berichte angehaͤngten Nachweisung werden die einzelnen Summen, so wie die Quellen, aus denen sie hergeflossen, aufge⸗ fährt, und zugleich die Geber unterrichtet, welchen Gebrauch der Verein von den ihm anvertrauten Gaben gemacht hat. Die reichsten Spenden sind aus der Rhein-Provinz und namentlich aus dem R. B. Duͤsseldorf eingegangen. * Verein hatte sich die Aufgabe gesetzt, die successive eingehenden Gelder den einzelnen Huͤlfs-Vereinen in der Provinz nach Maß— gabe des motivirten Beduͤrfnisses zu uͤberweisen. Letzte— des ist geschehen, und sind auf diese Weise allmaͤlig die Ausgaben gemacht worden, die der jetzt vorliegende Nach— weis zusammenstellt. Die Huͤlfs-Vereine haben die ihnen be— williglen Summen den Mitgliedern ihrer resp. Bezirke, und zwar den brodlosen, aber arbeitsfähigen Leuten im Wege der Arbeits-Vermittelung, den arbeitsunfaͤhigen Greisen, Wittwen und Kindern durch unmittelbare Verabreichung angekaufter Nah— rungs mittel, und endlich den von dem vorjährigen Mißwachs betroffenen kleinen Ackerwirthen durch eine ganz oder theilweise unentgeliliche Ueberweisung von Saat-Getraide und Saat-Kar⸗ toffeln zugehen lassen. Zwar sind die milden Gaben nicht überall zeitig und, bei der ersten Noth, auch nicht reich— lich genug eingetroffen, um den Genuß ungesunder Nah— rungsmittel zu verhuͤten; indeß hat sich doch nirgends der Fall ereignet, daß ein Bewohner der bedrängten Kreise wirklich Hungers gestorben wäre, wohl aber ist durch die Zu⸗ sammen wirkung mit den uͤbrigen gleichzeitig in Anwendung ge⸗ kommenen Huͤlfsmitteln eine große Menge der an Entkraͤftung Erkrankten wieder genesen, indeß die Aecker der Verarmten neü bestellt werden konnten. Der Verein schließt seinen Bericht mit folgenden Worten: „So viel an uns war, haben wir nicht ver—⸗ saͤumt, die uns anvertrauten Gaben nach bestem Wissen und Gewissen zu verwenden, und heute stellen wir den hochverehrten Gebern in allen Provinzen die ganze Fuͤlle des Dankes und der Segenswunsche getreulich zu, die dem Vereine von den Gepfleg⸗ ten für alle Helfer in der Noth zugeflossen jedem nach dem Maße der Herzensguͤte und Froͤhlichkeit, mit welcher er spen— dete.

Die Rhein- und Mosel-Zeitung berichtet aus Ko—⸗ blenz vom 30. Nov.: „Seit 1815, wo die Woͤlfe heerdenweise hier und in der Umgegend erschienen, weiß man sich nicht zu erinnern, so viele dieser Raubthiere gesehen und sie in einer sol— chen Nähe der Stadt bemerkt zu haben, als in diesem Jahre In der Nacht vom 25sten zum 26sten brachen Wolfe in den, ganz nahe bei Wallersheim gelegenen, den hiesigen Metzgern zu—

Schaf auf. Gewiß wuͤrde die ganze Heerde, bei Abwesenheit des Schäfers, der seinen Pferch an jenem Ort außer Gefahr gestellt zu haben glaubte, eine Beute geworden seyn, wenn die

Wölfe nicht durch die Wachsamkeit der, einem daneben

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gehorenden Schafpferch, toͤdteten 9, zerrissen 7 und fraßen 1

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